Wie es zu dieser Kinderbuchserie kam...

 

 

... Vor Jahren bat mich eine Heilpädagogin darum, zwei Geschichten für ihre Arbeit mit zwei problembeladenen Kindern zu schreiben, an deren Innerstes  nicht heranzukommen war.

 

Die Kinder befanden sich in einem offensichtlichen Kummer, hatten so manche Probleme in Familie, Schule und mit Freunden. Allerdings konnten sie ihren Kummer noch nicht verbalisieren.  Was gesucht wurde, war ein Türöffner für die Seele der Kinder. Ihr Herz sollte sich weit genug öffnen, damit sie über ihre persönlichen Probleme sprechen lernten.

 

Die Heilpädagogin kam auf die Idee, dass dies  mit speziellen, auf das jeweilige Kind zugeschnittenen  Geschichten eventuell gelingen könne. Die Geschichten selbst hatten jedoch mit dem Kind direkt nichts zu tun, aber mit seinen Problemen letztlich alles.  Damit war das Kind selbst zunächst  ganz außen vor und konnte sich der Geschichte auch neutral zuwenden.

 

Sie erzählte die Geschichte den Kindern und ihr guter Plan ging auf. Die Kinder konnten nun anhand der Inhalte auch über die eigenen Probleme erstmalig sprechen, was ein entscheidender Ansatz für die spätere Therapie wurde.

 

Als ich diese beiden Geschichten geschrieben hatte, fielen mir  spontan so viele weitere Geschichten zu Themen alltäglicher Kinder-Probleme ein, dass ich sie ebenfalls niederschrieb.  

 

Auch die Kinder ohne die beschriebenen Probleme selbst erfreuen sich an den spannenden Alltagsgeschichten, weil  auch sie immer wieder den alltäglichen Kampf zwischen „Gut“ und „Böse“ aus kindlicher Sicht erleben,  Gefahren und Risiken wiedererkennen, ebenso auch Ängste, Strafen, Freude  oder Genugtuung…  

 

Unabhängig davon, ob sich ein Kind beim Vorlesen (oder Selbstlesen) als „Täter“, „Opfer“ oder als  stiller „Beobachter“ im Umfeld der Freunde erlebt, so ist ein gemeinsames Lesen MIT den Kindern  unbedingt der Vorzug zu geben. Hier hat man die Chance,  eine gemeinsame Stimmung zu erleben und evtl. dann auch darüber zu sprechen, falls das im Einzelfall ansteht.

 

Die Geschichten sind je nach Leseverständnis und Thema  für das Alter  ab 4 bis 9 Jahre  geschrieben.

 

Lange Zeit wurden die Geschichten  nicht veröffentlicht  und standen nur einigen Therapeuten als Privatdruck zur Verfügung, die diese auch erfolgreich in ihrer täglichen Arbeit mit den kleinen Patienten nutzten. 2015 nahm sich der Verlag Brokatbook Dresden der Sache an und lässt sei seit November monatlich als Ebook-Fortsetzungsserie erscheinen.

 

Die ersten beiden Bände sind zum unverbindlichen Kennenlernen kostenlos beim Verlag als Download zu erhalten (siehe Band 1 und Band 2)

 

Nach Beendigung der ersten Staffel von 26 Geschichten wird es auch ein Sammelbuch aller Geschichten in Print geben. Eine Hörbuch-Version ist im Laufe von 2016 vorgesehen.

 

Der Unterschied zu den wunderbaren Geschichten anderer guter Kinderbücher (siehe z.B. Astrid Lindgren, Michael Ende usw. oder auch der schönen alten Märchen) liegt  im konkreten Ansatz des Aufgreifens realer kindlicher Alltagsprobleme in Familie, Schule, Freizeit.

 

Ziel ist die Unterstützung einer werte-orientierten Erziehung und Förderung einer frühen Sozialkompetenz durch Eltern, Erzieher, Therapeuten mittels der Geschichten in zwischenmenschlichen, familiären, schulischen oder sonstigen sozialen Konflikten.  

 

In dieser Kinderbuch-Serie steht also bewusst nicht die Fantasie oder die Fantastik im Vordergrund, sondern die Realität des Kinderalltags. Hier wird von anderen Kindern, Freunden, Geschwistern oder Mitschülern erzählt, die auch Probleme haben und nach Lösungen suchen … und sie in den Geschichten auch finden.

 

Diese Lösungen können natürlich nur Impulsgeber sein, weil jede Problemlage eines Kindes sich in der Realität individuell darstellt. Der Grundtenor der gesamten Serie ist:  Ihr seid nicht allein! Ihr könnt euch Hilfe holen, ihr müsst euch wehren, ihr habt Kraft, ihr könnt Freunde gewinnen – aber müsst manchmal auch etwas für diese Freundschaft tun  und vor allem:  sollt euch auch selbst vertrauen lernen !…  

 

Zugleich erfahren sie in jeder Geschichte: Mit gutem Sozialverhalten ist das Leben einfacher, fröhlicher, unbeschwerter… Dazu gehören Freundschaft, Vertrauen, Verzeihen… auch wenn der Kummer bereits als Realität erlebt wurde. Den Problemen  kann man die Kraft entziehen, wenn man das Gute dagegenstellt.

 

Die Probleme, die in dem 26bändigen Werk angesprochen werden, umfassen viele Bereiche des kindlichen und familiären Daseins. Nicht alle konnten in der Serie abgedeckt werden – aber bei Annahme der Serie sind weitere Geschichten mit anderen Problemfeldern (Probleme der/mit Flüchtlingskinder, Inklusion, Scheidung, Pflege der Großeltern, Eheprobleme der Eltern und vieles andere mehr) denkbar.

 

Für Lehrer/Therapeuten

Vorgaben für die pädagogische Geschichten-Konzeption

 

  • Die Geschichte muss für die Kinder spannend sein, damit sie bis am Ende aufmerksam dabei bleiben
  • Die Geschichte muss ein spezielles Problem in den Vordergrund rücken und kann flankierend andere Themen mit behandeln
  • Die Geschichte soll aufbauend sein und Lösungen anbieten
  • Die Geschichte zeigt den Kampf „Gut“ gegen „Böse“ (resp. Probleme/Problemlösung  - Sinn/Unsinn, Konflikt/Lösung usw.)
  • Die Geschichte soll möglichst in eine Unterrichtsstunde oder Therapeutenstunde zeitlich hinein passen (zum Vorlesen! – drüber sprechen)
  • Die Geschichte muss gut für alle Kinder verständlich sein und auch die Kinder mitnehmen, die noch kein so starkes Leseverständnis aufweisen (also schlicht gehalten und nachvollziehbar)
  • Die Geschichte muss kurz genug sein, damit die Aufmerksamkeit aufgrund von Kräftemangel nicht erlahmt
  • Die Geschichte soll Herz und Gemüt ansprechen, bei aller realistischen Sachlichkeit der Alltagsproblematik
  • Die Geschichten sollten Mut machende u.a. soziale Impulse vermitteln und stärken
  • Die Geschichten sollten emotional so ansprechend sein, dass sie Identifikationspotenzial entwickeln können

 

 

 

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(c) Christa Schyboll, 2017