Alle Texte auf dieser Homepage:

© Christa Schyboll - Das Urheberrecht ist zu beachten  !

 

 

 

 

Textproben aus meinen lyrischen und aphoristischen Gedanken:

 

 

 

 

 

"Ein Schelm,

das JETZT,

das mich so narrt,

mit seinen Ewigkeitsansprüchen

in den besonderen Momenten!"

 

 

Wer, wenn nicht ich

 

Wann  -          Wenn nicht jetzt ?

Wo      -          Wenn nicht hier ?

Wie     -          Wenn nicht so?

Wer     -         Wenn nicht ich?

 

 

 

 

 

 

 

 

Was  ?   -        Das Leben, das kurze,

                     das intensive

                     das grauslich-schöne

                     zu leben,

                     zu schmecken,

                     im Schatten,

                     im Licht,

                     im Schmerz

                     und den kleinen

                     Momenten des Glücks,

                     staunend, erkennend

                     so lange es ist

 

 

Dialog mit der Zeit

 

Du, sagte ich zu der Zeit,
Du bist ja nur eine kleine Version
Der Unendlichkeit

 

Du, sagte die Zeit zur mir,
Bist ja nur ein winziger Aspekt
Deiner gigantischen Seele

 

Du, sagte ich zu der Zeit,
Bist aber einzigartig
Im unwiederholbaren Ablauf

 

Du, sagte die Zeit zu mir,
Und du bist einzigartig
In deinem werdenden Wesen

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer die Chancen nicht nutzt,

ist es nicht wert,

dass das Risiko ihm eine Einladung schickt

 

 

 

 

 

 

 

 

Regenwald
 
Regenwälder
Atmen ihr Grün in die Nacht
Die Feuchte der Blätter
Sammelt sich im wilden Fluss
Hineintropfend
In die leisen Gebete
Der Pflanzen und Tiere
 
Wie Wolken
Des kleinen alltäglichen Glücks
Wabern Nebel hindurch
Durchwebt von den Strahlen der Sonne
Die Lichtpunkte
Zwischen dem Tausendgrün tanzen lässt

 

Alles ringt nach der
Ausdehnung im Raum
Erkämpft sich den Platz
Mit den mächtigen Wurzeln
Des eigenen Seins
 
Äste ergreifen sich
Ungestüm und wild
Als wollten sie sich in Ekstase lieben
Oder ringen miteinander
Um Leben und Tod
 
Doch der neue Keim
Atmet sich kraftvoll
In zartes Hellgrün

 

 

 

 

 

 

Ich bin im freien Fall
Nicht himmelan, wie sonst
Der Gravitas zum Trotz nun quer
Mitten hinein in das Wesen der Dinge
Punktgenau in die Geburt der Idee
Die mich schuf, obschon ich jetzt
Aus Fleisch, mit Blut
Und doch Idee
Und Werden, ewig Werden

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Ich spiele mich durchs Sein

und übe in der Nacht das körperlose Fliegen
derweil mein Geist Erkenntnismuster voller Schönheit webt
und mich trotz Gefahren

unversehrt die Wege der Erfahrung gehen lässt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lockern wir doch unser Bewusstsein auf!

 

Fächern wir ihm doch Freude zwischen kleine Seins-Anteile.

 

Entkrampfen wir doch endlich

 

die lastenden Fragen ohne Antwort

 

in seinen geheimen Winkeln

 

und fühlen uns eins

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

***

 

 

 

 

Adieu

 

 

Weich gezeichnet deine Knochen

Unterm faltigen Gesicht

So schlaff die Hand, die mir Märchen

Mit so feinen Gesten zu erzählen wusste

 

Weiß dein dünnes Haar

Dem letztes Grau entschwand

Und  sauber festgeknotet

Den gebeugten Nacken ziert

 

Drückt in den letzten Stunden

Dich das Leben, das du nie gelebt

Oder die Sünde, Die du nie begangen

Die Lust, die unverbraucht

Sich in den letzten Augenblicken

Vereinsamt durch die Sinne schleicht

 

Schleppend lang die vielen wachen Nächte

Die den späten Tod willkommen heißen

Derweil in anderen Häusern er die Früchte schnitt

In dieser Nacht hat er dein Körperhaus betreten

 

Bevor wir scheiden:

Sprich ein letztes mal zu mir!

Aus deinem Antlitz  lass die Sonnen

Des Vergangenen aufblitzen

Bemale mir  Erinnerungen

mit den unbenutzten Farben

Deines grau gewordenen Lebens

 

Drück mir sanft

Mit  welk gewordener Hand

Zukunft in die Innenfläche meiner Rechten

 

Berühr mein junges Fleisch noch einmal

Und schick mir mit dem letzten Blick der Augen

Ein Adieu

 

(c) Christa Schyboll

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dein Haar, so weiss

 

 

Dein Haar, so weiss
In langem Zopf geschickt geflochten
Schimmert nächtens wie polierter Reis

 

Dein Aug, grüngrau
Lässt keinen Stern erblitzen
Senkt den Blick ins dunkle Blau

 

Dein Mund, so blass
So voller nicht gesprochener Worte
Die Lippen ungeküsst und Tränen nass

 

Die Arme,
ach so lang und leer
Und ohne einen Liebsten, der zu umfangen wär‘

 

Der Leib, so weich
So wässrig und so fließend
An Metastasen reich

 

Der letzte Gang, so mühevoll
So schleppend durch den Tag
Ein jeder Schritt in dunkles Moll

 

Das Herz, erzitternd
Nach dem nahen Tod
Um Lebenszeit verkürzend bittend

 

Dein Geist:So lichterloh entbrannt
Entflammt für neue Welten
Steht über Schmerz und Tod – zerteilt die letzte Wand

 


 

 

 

***

 

 

Lass es blitzen, damit der Donner sich nicht so einsam fühlt

Entzünde dein Feuer, auf dass sich kein innrer Mut abkühlt

Wirf dich ins Wasser, erklimm  hohen Wellengang

Steig ein in Höhlentiefen und tauche ab in den Untergang

Aus der Tiefe schwing dich hinauf in Licht und Erkennen

Lerne Nuancen zu nutzen und für neue Chancen zu brennen

Brenn dich nieder, werde klar, stark und rein

und lerne ein unverwundbarer Phoenix zu sein

 

Christa Schyboll

 

 

 

 

 

 

by (c) Christa Schyboll

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
(c) Christa Schyboll, 2017