Perspektiven 2

 

Auf drei Seiten meiner Homepage zeige ich Ihnen ein wenig aus meiner Gedankenwelt, so wie ich die Dinge und die Menschen in vielen Interaktionen mit- und untereinander sehe. Alle Texte entstammen meinen diversen Werken und bewegen sich zwischen Ernst und Scherz, Schalk und Scharfsinn, Mehrdeutigkeit und augenzwinkerndem Humor.

 

Diese Texte unterliegen dem Urheberrecht - (c) Christa Schyboll.

Die Bilder sind entweder aus meinem eigenen Bestand oder von free pictures pixabay.

Bei kommerzieller Verwendung ist vorher eine Genehmigung einzuholen.

 

Viel Spaß, Anregung und mentale Herausforderung mit meinem

 

Funkenflug ... und Lichtgestöber

 

 

 

 

 

 

 

Die Gegensätze in mir selbst

 

zu vereinen,

 

bedeutet,

 

dem Absurden in mir

 

einen neuen Raum zu gewähren.  

Wer glaubt,

dass durch den Trauschein

die Ehe so unzerstörbar ist

wie eine Wasserstoffbrückenbindung, der kennt noch nicht

die Halbwertzeit von Liebesatomen.

Nur dort,

wo ich mir selbst

paradox entgegentrete,

öffnet sich die Schleuse

zum Erleben meiner Ganzheit.

 

Krieg bedingt:

Ein individuelles JA zur Waffe.

 

Frieden bedingt:

Ein individuelles NEIN zum Krieg.

 

Die Welt steht Kopf,

wenn der Mensch erst einmal sicher mit seinen mentalen Füßen

auf dem Boden

der Weisheit landet!

Traumtänzer

mögen zwar ihren Traum tanzen,

aber sie tanzen sich nur selten

ins Zentrum der realen Erfüllung

ihrer Wünsche.

 

 

Ratlosigkeit

ist ein Zustand,

der eine Leere fühlen lässt,

die vor Fülle zu bersten droht.

 

Die Gnadenlosigkeit,

die dir auf Schritt und Tritt begegnet,

schießt aus dem Hinterhalt der

Egozentrik.

So der Wandel

edler ist als die Stetigkeit,

so ist die Bewegtheit

einer Ruhe vorzuziehen.

Schöpft man dann aber wieder

aus der Ruhe die Kraft

für den notwendigen Wandel,

                                                            so bleibt die Stetigkeit

                                                         eine Voraussetzung für die Bewegtheit.

Die Grenzen des Wissens

zu erweitern

bedarf völlig anderer

intellektueller Voraussetzungen,

als die Grenzen des Unwissens

                                                            zu erweitern.

Manche Männer

 

starren Frauen ähnlich fasziniert an,

 

wie den Zünder

 

eines Blindgängers

 

vor seiner Entschärfung

Intellektueller Snobismus

 

zeugt zwar nicht von Klugheit,

 

aber ist immerhin nicht ganz so dumm,

 

wie unwissender Snobismus.

Mit einem rhetorischen Würgegriff

 

verhindert so manch einer

 

eine vorzeitige Antwort

 

auf eine noch nicht gestellte Frage

Viele Menschen

sind unentwegt damit beschäftigt,

die Bilder der Vergangenheit

den Perspektiven der Gegenwart anzupassen,

statt mit den inneren Bildern

schon einmal die Zukunft

im Jetzt zu verändern.

Wenn sich die Leere im Kopf

auf die Jagd

nach der Nachdenklichkeit macht,

sollte man sich auch

von zaudernden Chefs

nicht aufhalten lassen.

Die deutsche Schwermut

in Bezug auf Konsumverhalten

in Rezessionszeiten

hat die Leichte

von schwimmendem Blei erreicht

 

Das lüsterne Spiel mit der Macht

 

ist besonders fein gewürzt,

 

je genauer man weiß,

 

was alle anderen nicht wissen.

Wenn es eine

subatomare Schwingung schafft,

an zwei Orten gleichzeitig zu sein,

was sollte meine Gedanken

dann daran hindern,

etwas gleichzeitig zu bejahen

                                                              und zu verneinen?

Lautes Schweigen

 

deutet nicht zwangsläufig allein

 

auf den Kenner hin,

 

sondern manchmal auch

 

auf den uninformierten Tölpel

Weil die meisten Leute

noch immer die falschen Dinge glauben,

warten die richtigen Ereignisse

noch immer auf ihren Kopfsprung

ins Leben.

Der Rat eines Narren

mit gutem Bodenkontakt

kann klüger sein,

als die Voraussage eines Analysten

im Flieger

zwischen London und Brüssel

Die politischen Diktatoren der Welt erkaufen sich ihre Macht

durch Unterdrückung.

 

Die wirtschaftlichen

Diktatoren der Welt

unterdrücken ihr Volk

durch seine Käuflichkeit

Stumpfsinn

macht deshalb so vielen Menschen auch viel mehr Vergnügen

als Scharfsinn,

weil Scharfsinn

oft so entsetzlich anstrengend ist!

 

Gute Gewohnheiten

 

sind sehr schlecht,

 

wo schlechte Gewohnheiten

 

das Überleben sichern könnten

Der Weise

weist das Machtgelüst

als für ihn unverdaulich ab

und nährt sich lieber

mit Bescheidenheit.

Einsamkeit

 

ist ein Höhepunkterlebnis,

 

das man sich erst einmal

 

hart erarbeiten muss.

Gerüchte im politischen Betrieb

sind wie Explosionsgeschosse,

die die Kraft haben,

selbst die Fragmente

ihrer eigenen Detonation

nochmals nach zu zünden.

Auch schwere Zeiten

 

haben die Verpflichtung,

 

ihre Minuten

 

im Sechzigsekundentakt ordentlich

 

                                                                                                           einzuhalten

 

Den eigenen Horizont

erweitert man nicht

durch das massive Verdrehen der Halswirbelsäule.

 

 

 

 

Die Natur

ist die Künstlerin,

aber der Mensch

der Erkennende

Nichts ist peinlicher

 

als die Kritik eines Kritikers,

 

der den von ihm

 

kritisierten Zusammenhängen

 

selbst nicht

 

intellektuell gewachsen ist.

Manche Kinder

brauchen weniger die

Disziplin eines Klassenzimmers,

als die einer

nachahmungswerten Autorität

Wer bereut,

was er tun will,

bevor er es tut,

beweist neben seiner Reuefähigkeit

auch einen erstaunlichen Weitblick.

 

Scheitern ist kein Gesetz,

aber ein häufiger Zustand

auf einem langen Weg. 

Sind besondere »Momente«

jene Augenblicke,

die Kürze suggerieren

und Ewigkeit(en) meinen?

 

 

 

Nahrung,

 

die nicht vor dir wegläuft

 

und die dich nicht angreift,

 

ist vermutlich

 

gut verdaulich

 

 

 

 

Da, wo der Narr zum Weisen wird,

macht sich der Weise nicht zum Narren. 

 

Manchmal ist die Wahrheit

so beeindruckend schlicht,

dass diese Schlichtheit

wahrhaft beeindruckt!

 

Wer in den Vordergrund

seiner Gegenwart treten will,

sollte nie vergessen,

dass der Hintergrund

seiner Vergangenheit

in seinem Schatten gespeichert bleibt.

Es ist schon ein gewisser

mentaler Fortschritt,

wenn man zunächst einmal fühlt,

dass man noch lange nichts versteht.

 

 

 

Irren kann jeder,

aber Einsicht braucht innere Größe

 

 

Was vorher

schon fehlt,

kann nachher

schlecht vorhanden sein.

Sobald man einen Moment

als perfekt erlebt,

kann der nächste Moment

nur ein Rückschritt sein.

 

Ernüchternde Gedanken

sind in manchen Fällen

vergleichbar mit

Drogenentzug.

Helden

werden nicht geboren,

sie werden auch nicht geschubst -

sie schmeißen sich selbst ins Wasser!

 

Die freiwillige Isolationshaft

der schreibenden Zunft

erreicht oft  einen Level von Einsamkeit,

der vergleichbar ist mit einem lang

andauernden Inselsyndrom.

 

Widersprüche

 

lösen sich dort auf,

 

wo sich verklemmte Gedanken

 

mittels klarer Gefühle entwirren.

 

Der Wert einer Antwort

bemisst sich für einen Fragenden

an der Höhe

des eigenen Verständnislevels.

 

 

Die Wissenschaft

 

von der Naivität der Mitmenschen

 

hat ihr dreigeteiltes Headquarter

 

in der Psychologie, der Werbewirtschaft

 

und Religion zugleich aufgeschlagen.

 

Will man etwas

 

vom Göttlichen erfassen,

 

muss der Intellekt komatös ruhen.

 

 

Wenn eine Wahrheit

ziemlich unvollständig ist,

kann sie es mit ein wenig Anstrengung 

fast schon mit einer Lüge aufnehmen.

Wenn jeder all das verwenden würde, was an Gutem und Klugen

unbenutzt im eigenen Kopf noch herumliegt,

wäre die Welt

um sehr viele Dummheiten ärmer.

In der Monogamie

 

erlernt man

 

die Kunst der Kompromisse,

 

in der Polygamie

 

die Kunst der Raffinesse.

Was man will,

aber nicht genug tut,

tut man nicht,

weil man es einfach nicht genug will.

Wer beim vielen Denken nicht

 

rechtzeitig den 6. Gang einlegt,

 

sollte sich nicht wundern,

 

wenn es zm Getriebeschaden

 

im Frontallappen kommt.

Legenden

überleben deshalb so lange,

weil sich ihre Inhalte

durch ungenaue Übertragung

flexibel verändern.

 

 

 

Weil Kunst

 

Können voraussetzt,

 

können so wenige

 

Kunst. 

Öffnet die Zeit

ihren schwarzen Rachen,

tut man gut daran,

im Raum der eigenen Gedanken

schon einmal das Licht anzudrehen.

Wegweiser

an Kreuzungen

sind auch Warnschilder

für zaudernde Entscheidungsfreiheit.

 

 

In den Stunden

des nackten Entsetzens

tropfen die Sekunden

wie langsam fließender Honig

in die Gegenwart.

 

 

 

Moral

verhält sich zu Moralin

wie die

Liebe

zur Verliebtheit.

Große Gedanken

haben nur eine Chance

auf Selbstverwirklichung,

wenn sie von anderen

halbwegs großen Gedanken

schon zumindest in ihrer Potenz

      erahnt werden.

 

 

 

Das lüsterne Spiel mit der Macht

 

ist besonders fein gewürzt,

 

je genauer man weiß,

 

was alle anderen nicht wissen.

 

Text: © Christa Schyboll

 

Mangel an geistigem Ehrgeiz verschwindet,

wenn vorher der Magen

sein Existenzminimum

erhalten hat.

 

 

Manchmal muss man gehen,

 

um sich nicht zu entfernen.

Halbfertige Gedanken

gehören so wenig

auf die mentale Menükarte,

wie ungekochte Nudeln

in die Spaghetti-Soße.

Engherzige Menschen

haben zwangsläufig

auch keinen Raum

für innere Größe.

 

Wo sich im Verstand

nicht Spiel und Disziplin

in der richtigen Mischung treffen,

wird sich auch

kein genialer Gedanke entwickeln

Der Raum diktiert die Zeit.
Die Zeit diktiert das Verstehen.
Das Verstehen diktiert den Fortschritt.
Der Fortschritt diktiert den Konsum.
Der Konsum diktiert die Abhängigkeit.
Die Abhängigkeit diktiert die Schwächung.
Die Schwächung diktiert den Niedergang.
Der Niedergang diktiert den Zerfall.
Der Zerfall diktiert den Tod.
                                                                        Der Tod diktiert das Leben.
                                                                         Das Leben diktiert den Raum.
                                                                             Der Raum diktiert die Zeit.

Die Luftschlösser der Realisten unterscheiden sich von den Luftschlössern der Phantasten meist dadurch,

dass die Realisten über ein reales Budget verfügen, welches sich die Phantasten lediglich wünschen.

Kämpfen Wortkargheit und Einsilbigkeit noch gegeneinander,

haben sie noch keine blasse Ahnung

vom scharfen Schwert

der Macht der Stille

 

 

Vielen Menschen

schmerzt ihr Hals deshalb so oft,

weil der Durchlass von Kopf zu Herz

mit zu viel Gedankenmüll blockiert ist.

Ist das Schicksal im Spiel,

braucht man niemanden

und nichts zu suchen,

sondern wird gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christa Schyboll

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(c) Christa Schyboll, 2017