Ansichts-Sache

oder

Wie ich die Dinge so sehe ...

 

 

Hier stehen "Verschwindende Texte",

die aus Platzgründen immer nur vorübergehend sichtbar sind

 

Für Interessierte, die meine Beiträge gern nochmals lesen möchten, erscheinen - sobald und falls ich dazu komme! - weitere Taschenbuch-Ausgaben unter dem Tiel "Verschwundene Texte" 

Nachtrag: Es laufen einfach zu viele Texte auf! Ich schaffe es vermutlich  also nicht.

Es sei denn, der Himmel schickt mir eine mitdenkende menschliche Korrekturhilfe! -  Himmel! Du bist dran!

 

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13.-17.7.2024

 

 

Und

 

dann?

 

 

Neigt sich ein für mich wichtiges Buch seinem Ende zu, überfällt mich oft eine latente Traurigkeit. Ein Abschied, den ich nicht möchte und der dennoch immer wieder neu vollzogen werden muss. Er ist stärker spürbar, als der Abschied von vielen Menschen. Das gibt mir zu denken. Es ist doch nur ein Buch! Zudem eines, das mir gehört und wieder und wieder gelesen werden könnte. Was also ist das mit diesem merkwürdigen Gefühl? Eine Übersteigerung?

 

Nein. Es ist die Berührung, die Identifikation, die einen Höhepunkt erreicht, der dennoch nicht gehalten werden kann. Oft höher, als es mir liebe Menschen vermögen. So geschehen jetzt bei Jack Londons biografischem Entwicklungs-Roman "Martin Eden". Ob das Buch je "berühmt" wurde und auf Bestsellerlisten stand, weiß ich nicht einmal. Vermutlich eher nicht. Für mich gehört es  dennoch mit zum Besten, nicht unbedingt literarisch, aber biografisch, inhaltlich, menschlich.

 

Zurück zu mir und den Gedanken, die ich damit verbinde. Gedanken und Gefühle, die auf eine neue Weise hervortraten, wie es andere Ereignisse des Lebens eben nicht vermögen. Allein schon das ist für mich selbst höchste Aufmerksamkeit wert. Denn wie es scheint, braucht es durch die eigene reiche Lebenserfahrung eine immer größere, vor allem andere Form von Berührung, um eine Vertiefung auszulösen. Was also passierte?

 

Es passierte der Umstand, dass ich mich fragte: Woran erkennt man eigentlich treffsicher die eigene Wesensveränderung? Das biologische Alter spielt dabei eine ganz und gar untergeordnete Rolle. Etwa wenn andere Menschen sagen: Wow, du hast dich aber verändert – und dabei eben das Wesen und nicht das Aussehen meinen?  Oder gar behaupten: Oh, du bist ja immer noch die Alte, wie früher – weil sie Null Ahnung haben, welche Welten und Sichtweisen sich längst xmal um die eigene Achse verdreht und verschoben haben? -  Nein, das sind die Kopfgeburten der anderen, die Veränderungen zwar wahrnehmen mögen oder auch nicht, aber nichts mit meiner eigenen Wirklichkeit zu tun haben, die sie niemals in den feinen Facetten kennen können. Egal, zu welchem Urteil sie in ihrer (begrenzten) Anschauung kommen oder auch nicht und dies für meine Wirklichkeit halten.

 

Nach dem Lesen des Buches, in dem all das so aber nicht stand, ist es mir klarer denn je geworden: Man erkennt es an der eigenen inneren Leere. An jener Art von Gleich-Gültigkeit, deren Basis die Gleichmütigkeit ist. An der Bedürfnislosigkeit, die sich immer tiefer einstellt und einen freier denn je macht. An der Unlust, sich der "Normalität" zu stellen, sie innerlich noch bejahen und ertragen zu wollen, weil man selbst längst schon ein "anderes" Leben lebt. Eines, das nicht unbedingt im Außen sichtbar sein muss, sich nicht erst recht nicht an Äußerlichkeiten festmachen lässt,  sondern eines, in dem sich etwas über schwere Wege, Erfolge und Misserfolge, Hoffnungen, Zuversicht, innere Aufstiege, Höhepunkte vollzogen hat und sich irgendwann in einer sonderbaren "Leere" wiederfindet.

 

Leere? Hier könnte nun ein krasses Missverständnis auftreten, weil dieser Begriff bis zu seinem extremen Gegenteil gefüllt oder auch missgestaltet werden kann.  Zum Platzen leer… So sehr mit intensiver Fülle angereichert, dass es ein Leben tatsächlich gesund zum "platzen" bringen kann. Sozusagen knallt das Normale, Gewöhnliche, Allgemeine aus den eigenen Gefühlen und Gedanken heraus und schafft Platz für Ruhe, Übersicht, Gelassenheit, die innerlich zum Paradies werden kann. Zu einer Zone, zu der nur leider niemand einen Zutritt hat, wo man einsam deshalb ist und wohl auch nur sein kann, weil niemand da ist, mit dem man es tatsächlich teilen kann.

 

Doch, es gäbe sie, diese Menschen. Denn alles Einzigartige vollzieht sich dennoch nach und nach zu anderen Zeiten in allen Menschen einmal. Früher oder später. Doch in der Regel begegnen sie sich nicht oder nur selten. Jack London wäre einer gewesen. Oder Rilke, vielleicht auch Lieschen Müller oder Fritz Meyer, die niemals von ihrem inneren Geheimnis der Verwandlung irgendwem hätten erzählen können oder wollen. Doch solche Menschen begegnen sich nur höchst selten im Leben. Was sie erfahren, ist eine Individuation, die auch diese Worte hier als völlig unzureichend beschreiben und im Grunde hier leider nur ein Radebrechen eines Zustandes sind, der trotz einer scheinbaren Vollendung dennoch nur ein neuer Anfang ist.

 

Was hat sich bei all diesen Menschen (und mir) verändert? Das Fühlen, das vom Denken tief beeinflusst ist. Das Fühlen, das so durch die Glut Abertausender Gedanken an allen Tagen und Nächten geschmiedet wurde, bis es sich in sich selbst erschöpfte. Etwa ein Mensch ohne Gefühle? Oh, nein, ganz im Gegenteil, voller tiefer Gefühl, das aber ein anderes meint als das alte, herkömmliche, meist aus dem Automatismus des Erlebten doch eher als Reaktion hervorgegangene. Nicht entstanden aus der Klarheit von Einsicht und Erkennen, sondern als Nebenprodukt dessen, was  "angriff": Freude über etwas, Scham, Ärger, Wut … das ganz große Besteck aller nur denkbaren Emotionen, die sich einstellten, wenn man dies oder das mittels anderer Menschen oder bestimmter Ereignisse erlebte. So wie Herr oder Frau Jedermann.

 

Und nun ist es anders. Lange schon. Schleichend begann es. Da gab es kein Zentralereignis. Sondern es war die Summe, die sich nach und nach in immer höheren Zahlenkolonnen von Erlebnissen mittels scharfer Beobachtung oder auch tief Empfundenen addierte. Je mehr sich davon aufschichtete, je höher sich Erleben und Wissen um so vieles stapelte, je mehr ging es auf ein vorläufiges Ende zu: Leere.

Leere, die aus reiner, übergroßer Fülle besteht. Leere, die nur noch still ist und vor allem das Stille liebt. Leere, die radikal genug ist, sich nicht mehr vom Geschwätz und den unglaublich vielen dummen Eitelkeiten der Welt tief beeindrucken zu lassen und dennoch einen Restbestand an "Normalität" behält, der imstande ist, als Mensch ein äußerlich ganz normales, unscheinbares Leben zu führen. Leere, die jeden äußeren Erfolg völlig anders gewichtet und überhaupt das Wichtigste im Schöpferischen selbst erlebt. Nicht im Erfolg oder Misserfolg, sondern im Tun, das herzdurchglüht ist und auch glücklich macht, wenn es schmerzt.

 

Das geht. Vielleicht ist das Letzte sogar der Höhepunkt schlechthin. Eine innere Teilung der beiden Persönlichkeitsanteile von schöpferischem Wesen und Alltagsmenschen zugleich, die so gesund ist, dass sie nicht mehr zur Spaltung werden muss, sondern sogar eine neue Einheit bildet und beide Welten zusammenführt. In der Regel unbemerkt von der Welt, die ihr Auge, Ohr und Herz auf ganz andere Dinge legt, weil der eigene Entwicklungs-Weg noch ein anderer ist. Abhängiger, unfreier, auch unbekümmerter, vielleicht sogar vorübergehend fröhlicher.

 

Was passiert? Die Bedeutung der Bedeutungslosigkeit von allem wird mit jeder Fiber des Wesens aufgesogen. Alles, was Wichtig erscheint, ist sofort einem Relativismus untergeordnet, der ruhig auf Leben und Tod, Ungerechtigkeit, Schönheit, Armut und Glück und Trauer schauen kann. Diese Veränderung der Gefühle bewirkten natürlich auch eine permanente Veränderung der Gedanken in der Wechselwirkung eines feurigen Lebens-Tanzes, der "am Ende" zum harmonischen Stillstand kommt.

 

Das alles und viel mehr wurde mir durch das Buch klarer denn je,obschon es nicht so dort stand, sondern sich als individuelle Bilanz für mich selbst ergab... und auch völlig ungelöst vom Buchinhalt und Autor zu sehen ist, weil es ja nur mein eigenes Leben ist.

 

Fülle und Leere. Leere, die vor Fülle zur platzen droht und sich dennoch ruhig in innere Harmonie ergießt; eine ewig sprudelnde Quelle, die niemand von außen versiegen lassen kann.

 

Und dann? Und jetzt?…

Nichts. Es reicht… Ich lebe es weiter, gespannt, aufmerksam fokussiert auf die Fortsetzung, die es immer und immer weitergeben wird.

Denn Heimat ist die Ewigkeit.

 

 

 

12.7.2024

Krieg in Europa?

 

Einerseits und andererseits

 

Wenn Falken und Tauben zusammensitzen, kommt selten etwas Gemeinsames heraus. Der Krieg der Meinungen und Sichtweisen ist das Wenigste, dass man sich und allen Zuhörern zumuten muss. Anders geht es fast nie. So auch gestern bei Maybritt Illner zum neuen Aufrüstungsbeschluss der NATO, der 2026 auf deutschem Boden stattfinden soll.

 

Über die nicht eingehaltenen Versprechungen, gebrochenen Verträge, der insgesamt immer noch gegenseitig tausendfachen Vernichtungsmöglichkeit unserer waffenstarrenden Blöcke von diesseits und jenseits hinweg, ist es fast schon müßig, die vielen Pro und Contras der beiden Lager im Einzelnen aufzuführen, weil wir sie längst in ihren Grundzügen kennen:

 

Die Falken: Wir müssen kriegstüchtig werden, zumindest aber wehrtüchtig.

Die Tauben: Wir haben alle doch schon ein irre großes Waffenarsenal mit xfacher Übertötungsmöglichkeit und pulvern jetzt noch das knappe Geld wiederum in eine noch größere Aufrüstungsspirale.

 

Je nach Argumentation kann man BEIDEN SEITEN auch Richtiges entnehmen oder abgewinnen. Es ist ja immer der Blickwinkel, der priorisiert oder favorisiert wird. Und da kann manchmal sogar das Gegenteil vom Gegenteil stimmen, wenn man nur leicht die Gewichtung ein wenig verschiebt.

 

Sahra Wagenknecht schlug sich tapfer gegen das Heer der Falken, die ihre Sichtweise ja ebenfalls geschickt begründeten. Tatsache aber bleibt letztlich folgendes: Wenn wir wiederum neue Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden, die in wenigen Minuten Moskau erreichen können, stationieren, muss das keineswegs nur abschrecken, sondern kann auch einladend für Putin sein. Und da diese erneute Aufrüstung  erst 2026 langsam beginnt, wäre schon allein der neue Nato-Beschluss als Einladung zu verstehen, dann doch vorher mal einen Angriff zu starten. –

 

Andererseits wissend: Der Zweitschlag folgt auch und Zentrum der atomaren Schläge dürfte Deutschland werden, was die NATO selbst schon vor Jahren xmal durchgespielt hat. Die USA sind weit weg, und Deutschland ist aus vielen Gründen geradezu prädestiniert, Schlachtfeld zu werden. Und sei es "nur" für einen atomaren Blitzkrieg, der absolut alles hier sofort verändern würde.

 

Andererseits: Ist Friedenswille mit viel, viel mehr diplomatischen Verhandlungen, ungeliebten Zugeständnissen von Seiten  der Ukraine (Abtretung bestimmter Gebiete usw.) am Ende tatsächlich sicherer? So wie es die Trauben wollen und glauben? Ukraine als Friedenspufferzone? Heute ja schon undenkbar...

 

Wir wissen es nicht. Friedenswille kann von beiden Seiten sowohl als Stärke, wie auch als Schwäche wahrgenommen werden. Beides könnte man nutzen, aber auch ausnutzen. Die Unwägbarkeit bleibt also in jedem Fall.- Ob wir auf große Nachrüstung und immer weitere Militärhilfe verzichten – oder mega aufrüsten!

 

Was ist der richtige Weg? Quo vadis, Europa. Ade, USA?...

 

Laut Militärexperten stehen wir in Europa, besonders aber in Deutschland wohl näher am Kriegsszenario als während der heiklen Kuba-Krise. Und ich frage mich: Wird das in Deutschland eigentlich von der Bevölkerung so realisiert? Oder haben uns Brot und Spiele (EM und Spaß) einfach zu trunken für die reale Gefahr gemacht? Und sind nicht dafür auch Brot und Spiele schon immer gedacht gewesen – auch wenn es hierfür gefühlte 30000 Gegenantworten geben könnte, die dennoch die Brot-und-Spiele-Maxime deshalb doch nicht absurd erscheinen lassen?

 

Und ich selbst? Meine Meinung: Ich bin und bleibe gespalten, weil ich vielen Argumenten richtiges abgewinnen kann. Doch würde ich mich zwischen den Lagern positionieren müssen, würde ich trotz aller Bedenken und Nachteile den Friedensweg vorziehen, wohlwissend, dass BEIDE Wege letztlich für viele Menschen tödlich enden können... bzw. ja auch enden. Doch das liegt nicht in meiner Macht zu ändern.

 

 

 

 

 

 

Wechselwirkungen

 

Wir alle erleben sie, realisieren sie jedoch meist nicht. Jene geheimnisvollen Wechselwirkungen zwischen unseren Gedanken, unseren Gefühlen und den anschließenden Taten.

 

Wir beobachten es nur dann, wenn wir uns gezielt und bewusst darauf konzentrieren, um uns oder das Phänomen selbst zu erforschen. Doch das ist die Ausnahme. Die Regel ist: Wir lassen es fast schon im bedenklichen Automatismus so laufen, wie es läuft – als seien wir Marionetten und hätten auf die Gestaltung unseres Lebens doch nur wenig Einfluss. Unsere Aufmerksamkeit ist in der Regel also nicht auf uns selbst und diesen Wechselvorgang gerichtet, sondern bestenfalls an der Sache, um die es in jenem Moment geht.

 

Was ist falsch oder schlimm daran? Unter Umständen nichts oder wenig, wenn wir uns so justiert haben, dass wir bei unserem Erleben nur ein geringes Maß an Frust, Ärger, Wut, Kräfteverlust usw. erleiden. Bekommen wir davon jedoch regelmäßig einen Sack voll ab und fühlt sich das Leben, wie wir es erleben, in der Bilanz zu anstrengend, nervig, ungerecht usw. an, sollten wir anders priorisieren lernen. Aufmerksamer werden, wacher, fokussierter, warum uns was eigentlich an Unangenehmem gefühlt zu oft passiert.

 

Nun kann man die alte Frage vom Ei und der Henne stellen. Was war zuerst da? Das Ei oder die Henne? Ähnlich ergeht es uns bei den Wechselwirkungen von Gedanke und Gefühl. Was war zuerst da? Der Gedanke, der die Gefühle auslöste? Oder waren es die Gefühle, die zu einer Lawine neuer Gedanken führten und neue Erkenntnisse brachten? Seien sie richtig, falsch oder unausgegoren.

 

Die Reihenfolge ist zumeist nicht eindeutig festzulegen….

 

Fortsetzung…

Aus dem Tritt des Gedankens geflogen. Zugang im Moment leicht erschwert, weil in ganz anderer Gedankenstimmung. – Dennoch ein Versuch der Beendigung:

 

Wie also verhält es sich mit der Reihenfolge, mit der gegenseitigen Beeinflussung von Gedanken und Gefühlen vor allem in Hinblick auf die Tat oder die Unterlassung von was auch immer. Der gewöhnliche Automatismus ist sicherlich nicht die Krönung dessen, was wir bewerkstelligen können. Umgekehrt fordert die Alternative von uns eine starke Konzentration auf das, worum es wirklich geht, was machbar und sinnvoll ist, was zu unterbleiben hätte oder wo eine bestimmte Richtung zu forcieren ist, sofern das in unserer Macht steht.

 

In unserer Macht steht in der Regel wesentlich mehr, als wir ahnen oder wahrnehmen. Würden wir eine Bilanz der verpassten Chancen im Alltag schriftlich vor uns sehen, wir drohten wohl vor Scham zu erblinden.

 

Vielleicht wäre es ein guter Anfang, wenn wir mit der kritischen Selbstbeobachtung beginnen. Zu schauen, wann wir Opfer unserer eigenen Ängste, Bedenken oder Zweifel werden. Wann wir uns ohnmächtig fühlen und auch so verhalten, obschon wir noch eine ganze Reihe von Optionen haben. Aber warum nutzen wir sie nicht? Weil problematische Gefühle so sehr unsere Gedanken blockieren, dass wir zum scharfsinnigen Erkennen kurzfristig nicht in der Lage sind. Oder auch zu ungeübt, weil Kritik an anderen und Selbstkritik noch eines Feinschliffs bedürfen, den wir ihr nie wirklich gaben.

 

Das Ganze macht ja auch schon wieder Mühe. Und damit ist es für viele schon wieder out. Kostet zu viel Zeit, Nerven, Kraft…?

 

Aber was kostet es uns alle für Kräfte, die wir völlig unsinnig verschwenden, nur weil wir uns der geheimnisvollen Interaktion von Gedanken und Gefühlen nicht endlich klar bewusst stellen?

 

 

 

 

09.07.2024

 

Heute wird es schön.

Andere sagen: schön heiß.

Noch andere sagen: Ist doch Sommer! - Na und!?

Und ich orakele jetzt mal das nächste Wort des Jahres: Unwetter!

 

Und sonst? - siehe NEUE TEXTE

 

 

 

EM - Begeisterung futsch? – Niente!

 

Es ist ja immer ein kleiner Schock, wenn etwas sehnsüchtig Erwartetes nicht eintrifft. Das wäre im Falle von Deutschland zumindest einmal das Halbfinale bei der EM gewesen, besser das Finale und als Höhepunkt der Titel. Nichts davon ließ sich letztlich realisieren – Schiri hin oder her.

 

Bei manchen Menschen gab es dafür vermutlich sogar Tränen. Andere waren traurig oder frustriert. Aber letztlich ging es nur um Fußball… die schönste Nebensache der Welt für nicht wenige.


Doch wie lange halten Frust oder Trauer in solchen Fällen an? Manchmal Minuten, ein bis zwei Stunden, maximal wohl nicht mehr wie 1-2 Nächte? Dann hat sich in der Regel auch der letzte Fan wieder gefangen. Und schon zwitschen die Gefühle wieder um. Der König ist tot, hoch lebe der König.

 

Ob nun der neue König Spanien, Frankreich, England oder sonstwer heißt, ist individuell verschieden. Manch einer mag auch keinen neuen gefühlten inneren König mehr akzeptieren, aber alle Menschen erleben: Die Begeisterung vieler anderer Menschen ist immer noch da. Und das ist schön. Nicht mehr fürs eigene ausgeschiedene Land, aber für irgendeinen Ersatz  - notfalls sogar ein Neutrum als Ersatz, wenn man sich mit der Wahl der Gefühle schwer tut, aber die Begeisterung dennoch mit erleben will.

 

Erkennbar ist: Auch wenn wir Deutschen uns nicht mehr im Kollektiv so doll freuen können, so können es immer noch zahlreiche Menschen. Die Bilder der Freude wiederholen sich. Sie zeigen Begeisterung in den Fan-Kurven, erhitzte Gesichter, gefühlvolle Fan-Gesänge, freudiges Gegröle,  Erstaunen, auch Trauer und Frust bei jenen, die sich Besseres erhofften, und alle zusammen tränken das Kollektiv der Fußballbegeistgerten  mit ihren tiefsten Gefühlsausbrüchen.

 

Schön anzusehen und immer wieder neu der alte Gedanke: Was wäre wohl, wenn an anderer Stelle des Lebens die Menschen zu so viel tiefem Gefühl fähig wären? - Wenn sie sich zu solcher Begeisterung für Natur, Menschenrechte, Tierschutz einsetzten? – Wie sähe dann wohl unsere Welt aus?

 

7.7.24

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland? - War da mal was?

 

 

Ja, schade, dass Deutschland aus der EM raus ist. Ich hätte mir für uns alle noch gern ein paar spannende Spiele auch mit der eigenen Mannschaft gewünscht. Und der nicht gegebene Elfmeter? Geschichte... Immerhin haben wir es bis ins gute Mittelfeld geschafft, was mehr ist, als die letzten Jahre davor im Fussball - aber viel weniger als das, wo wir schon einmal waren.

 

Da kommen gleich Gedanken hoch. Wo wir schon einmal waren? - Ja. Aber nicht nur im Fußball. Das Land der Dichter und Denker galt über viele Epochen als Spitzenreiter in mal diesem, mal jenem Bereich. Und angesichts unserer lokalen und globalen Größe (Kleinheit) von Land, Bevölkerung, Bodenschätze kann man schon sagen: Wir waren beachtlich weit, vor allem wegen unserer mentalen Kräfte, die wir auch bei weniger Ressourcen gut zu nutzen wussten.

Vorbei.

 

Nicht nur im Fußball sind wir Mittelmaß. Wir sind in mehr und mehr Bereichen auch schon unterdurchschnittlich und scheinen unser Niveau trotz mancher Vorreiterrollen immer mehr abzusenken.

 

Was ist das? Sind wir nicht schnell genug im Handeln und Denken? - Das mal ganz gewiss. Aber vielleicht sind wir auch nicht radikal genug - im positiven Sinne von radix: An die Wurzel gehend gemeint. Zu zweiflerisch, zu zögerlich, zu letharisch, zu visionslos, zu bürokratisch, zu kleinlich und kleinherzig zu... zu... zu... ? Viel wäre anzufügen von wenig schmeichelhaften Attributen.

 

Letztlich zählt die Welt der Tatsachen in einer Welt wie der unseren. Und wer die Nase vorn hat, sind nicht die, die unsere Mentalität haben. Dabei ist die Mentalität ja nicht einmal die schlechteste, aber die Mittel die wir nutzen und auch nicht nutzen erweisen sich als untauglich. Priorisieren wir falsch? Ja, das auch noch!

 

Nicht gut, Deutschland. Auch wenn wir es bis zum Viertelfinale jetzt geschafft haben. Ist ja nett - aber wir standen - nicht nur im Fußball, auch schon mal auf einem anderen Treppchen der Entwicklung. Einmalig? Letztmalig? Holen wir das wieder auf? Oder ist unsere Sonderepoche einfach zu Ende, weil alle Epochen irgendwann enden und von anderen abgelöst werden!?

 

Können wir noch Hoffnung haben? Worauf? Vielleicht doch auf die letzte Ressource, die vorübergehend komatös scheint? - Unseren Geist!? Dieses noch zu oft brach liegende Etwas, ohne Training, ohne Führer, ohne Vision?

 

- siehe auch: VERTRAU! - Vertrauen in Schiedsrichter?

 

6.7.24

 

 

Schrillende Alarmglocken, die fast niemand mehr hört

 

Ja, wir wissen es alle: Überall Chaos! Und dennoch geht der Alltag irgendwie immer auch weiter, fast so, als wäre nichts besonderes im Argen. Zumindesten für all jene nicht, die weder den Hungertod fürchten müssen, noch verdursten oder zum 7. Mal binnen weniger Stunden einen bombensicheren Keller aufsuchen müssen.

 

Und dann trotzdem die nächste Supermeldung: Regenmassen wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, weil sich eben die Meere entsprechend dem Klimawandel so erhitzt haben, dass sie auch nicht mehr wissen, wohin mit der Feuchtigkeit. Also ab nach oben und dann Richtung Festland. Irgendwie wollen die Meere ihren vermüllten Überschuss ja auch los werden. Klimatechnisch logischer Vorgang. Die bemühte Beruhigung, dass es bald sicher auch wieder mal Dürresommer gibt mit viel Hitze statt viel Regen, kann nur jene Simpel beruhigen, die die Teufel-Beelzebub-Mär nicht ganz verstanden haben...

 

Da sich weltweit alles erhitzt ist ja auch weiterhin zudem nicht mit einer eklatant wichtigen Abkühlung der Meere auf Dauer zu rechnen, was bedeutet: Mehr und noch mehr Regen, Ernteausfälle, Massenschäden, Tornados, Nervenkostum-Reizungen... Albträume für alle, die es schon jetzt mehrfach erlebten. Sollte der Golfstrom jedoch kippen, haben wir jene Eises-Kälte, die wir auch nicht brauchen können.

 

Neu ist nichts davon. Kontinuierlich zuverlässig wird nach und nach alles, was das Attribut Chaos mit im Gepäck hat. Und nur das ist eigentlich das "Neue"... das Chaos stellt eben bald nicht mehr die Ausnahme dar, sondern die erlebte und gefühlte Regel.

 

Aber wir sind ja alle Gewohnheitstiere. DIe Glocken schrillen Alarm, doch das sind wir gewohnt. Und wir leben ja immer noch...

 

5.7.24

 

 

Obszöne Gesten!?

 

Die Sache ist heikel. Immer wieder während der EM - aber auch so im ganz normalen Leben - werden von Feiernden Gesten aller Art gemacht, die als obszön gelten. Mal sexuell, mal politisch, mal sonstwie antifeministisch und so. Wer ihm Ausdruck verleiht, ist ein Übeltäter, weil er damit ja einer bestimmten Haltung oder Gesinnung oder einem Menschenbild Tür und Tor für Akzeptanz öffnet. Doch nicht nur mit Gesten ist die Sache des Feierns schwierig, sondern auch mit Worten, Liedern, Gesängen, Fahnen... und sicher auch mit leisem Summen, wenn es nicht die gesellschaftlich anerkannte Fassung von Benimm und vor allem political correctness betrifft.

Ist es immer klare Absicht, solche Botschaften zu geben? Passiert es im Überschwang vor Freude, starkem Adrenalin, mächtigen Emotionen, angeheizt von Abertausenden Fans - auch weil man selbst sich noch in einem Umfeld bewegt, dass sich da eigene Freiheiten nimmt und diese einfach gewohnt ist - also Gewohnheitstierverhalten, ohne groß nachzudenken?

Ist damit alles zu entschuldigen?

Ist umgekehrt aber auch alles ständig in der Presse skandalträchtig anzuklagen? Oder geht es wie immer nur um Schlagzeilen - sprich Geld?

 

Ich versuche mich daran zu erinnern, wie das "früher" - also vor, 10, 20, 30 und mehr Jahren war? Waren wir da alle auch so hochsensibel für jedes Wort, jede Geste, jedes Symbol?... Nein, ich erinnere mich nicht, dass es damals ein Problem war. Irgendwie ist das an mir vorbeigegangen... oder anders gefragt: Hatten "damals" alle Menschen aller Nationen einfach ein bessere, vor allem dann auch gebildetere Kinderstube und hätten sich in jedem Fall bewusst und absichtlich und selbstverständlich jegliches untersagt, was als obszön gelten könnte?

 

Ich finde immer mehr bedenklich, was hier alles so abgeht - von allen Seiten: Einerseits das Benehmen vieler Menschen, aber auch zugleich dieses Hochpuschen vieler Feiernden. Oder ist es mal wieder und typischer Weise alles nur ein deutsches Problem, das andere LÄnder beim gleichen Verhalten erst gar nicht dazu machen - weil es letztlich viel Wichtigeres gibt, über das man sich zu Recht aufregen müsste  - es aber nicht tut, sondern Skandal lieber Skandal sein lässt? Siehe die Panama-Papers-Kriminalität, die an Obszönität auch ohne solche fiesen Worte und Gesten kaum zu übertreffen ist, und all die feinen Damen und Herren, die dazu schwiegen, sich obszön bereicherten und als Saubermänner daraus hervorgehen. Keine Anklage, aber 281.000 Briefkastenfirmen! Ist das etwa nicht obszön?

 

Nein, Obszönität ist niemals zu verharmlosen. Aber der Höhepunkt der Obszönität sind für mich nicht feiernde, halbbetrunkene Menschen, sondern die Saubermännerfrauen, die trotz besseren Wissens der Justiz für ihre betrügerischen Schweinereien niemals zur Verantwortung gezogen werden.

 

3.7.24

 

 

 

 

Fan-Gesänge

 

Es ergab sich, dass auch ich gestern das am Ende doch noch spannende England-Spiel gegen die Slovakei sah. Doch - da war sie wieder: Diese hör- und spürbare Megabegeisterung über die unwichtigste Sache der Welt. Es ging tatsächlich am Ende infernalisch zu. Infernalisch glücklich mit Sweet Caroline, das inbrünstiger kaum von Abertausenden Menschen gesungen werden konnte. Das war beeindruckend.

 

Und wieder kehrte die Frage hoch: Was sind das nur für enorme Energien!!! - Wow.

 

Wie schade, dass sie im Stadion - oder zumindest im Laufe der nächsten Stunden - wieder ungenutzt verpuffen. Wie fantastisch wäre es, könnte man sie einfangen und nutzen, wie man es doch mit vielerlei Art von Energie schon kann...

 

Menschliche Emotionen als Energieträger für etwas ganz Wichtiges, das allein nur aus einem Fußballspiel generiert wurde. - Wird es eine Zukunft geben, wo solche Nutzung möglich ist, wo man all diese Kraft, Freude, Begeisterung nicht verpuffen lässt, sondern einem tatsächlich guten Ziel zuführt? - Manchma ist Träumen einfach nur schön.

 

---

 

Frankreich droht nun die politische Instabilität? Hätte Macron sich das nicht vorher denken können?

 

Und die Unwetter-Toten mehren sich auch. Ich bin gespannt, ob und wann es aufgrund der nun laufend neuen schweren Schäden eine europäische Diskussion über das Machbare und sinnvolle Prophylaxe geben wird. Oder wird es alles vertagt, übertüncht, weil man sich letztlich machtlos fühlt, da das Kind längst im Brunnen liegt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anspannung futsch!

 

Gut so. Diesmal waren die Unwetter-Prognosen deutlich schlimmer als die Wirklichkeit.

Von mir aus kann es gern immer so sein.

Also diesmal keine Schäden, kein Banges Warten auf plötzliche Überschwemmung vom Bächlein zum reißenden Wildbach.

 

Dazwischen dann die EM mit ihren kurzfristigen Regenmassen im Stadion.

Jetzt hamma gewonnen. Zunächst mal wieder.

Gut so.

 

30.6.24

Spannung steigt.

 

Fußball?- Nö.

Na ja, das auch für viele.

 

Für vermutlich viel mehr Menschen jedoch die nächste Unwetterfront, die fast überall in Deutschland mit dem Attribut EXTREM angekündigt ist. Extrem großer Hagel, Orkanböen, Starkregen, Dauerregen...

 

Mittlerweile müssen wir es glauben, wenn das Wort extrem hält, was es verspricht!

 

Da schon Zehntausende (wenn nicht viel mehr) Bewohner in diesem Jahr Zielscheibe der himmlischen Wetterattacke auf Heim und Garten waren, wissen wir, wie heftig die Folgen sein können. Wie arbeitsreich, verlustreich, nervig, belastend...

 

Und ob das Ganze dann ausgerechnet ins Fußballspiel reinkracht? -

Gut möglich, wenn auch schlecht im Ergebnis.

 

29.6.24

 

 

28.06.2024

 

WARUM NUR tut ihr euch das an?

 

Liebe US-Amerikaner,

 

ich wohne hinter dem großen Teich. Irgendwo auf dem Kontinent. Eure aktuellen Präsidentschaftskandidaten haben es vollbracht, dass ich tatsächlich in der Nacht aufstand, um dem Spektakel der Debatte zwischen Biden und Trump aufmerksam zuzuhören. Das hätte ich für europäische Präsidentschafts- oder Kanzlerkandidaten wohl eher nicht gemacht. Jedenfalls nicht in der Nacht.

 

Nun gut, mein unmaßgeblicher Eindruck in ein paar Worten hier. Das erste Wort ist STAUNEN. Staunen darüber wie ein so großes Volk wie ihr allen Ernstes solche zwei solche (!) Männer um das mächtigste Amt des Landes (gar der Welt?) ins Rennen schickt. Mal ganz abgesehen von den beiden politischen Lagern und den Inhalten ist es geradezu grotesk, sich auf diese beiden festgelegt zu haben. Ok, ich weiß, dass habt ja nicht "ihr" gemacht, sondern die jeweiligen Parteien, die offenbar völlig unfähig waren, vor allem jüngere, niveauvollere, kompetentere, weise usw. Kandidaten zu nomieren. Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass ihr unter  340 Millionen potenziell zur Auswahl hattet.

 

Das zweite Wort ist ENTSETZEN. Das Niveau der Debatte war an "Schlichtheit" wirklich nicht mehr zu unterbieten. Eine volle Stunde habe ich durchgehalten, dann bin ich hoffnungslos ins Bett getorkelt. Mehr konnte ich mir einfach nicht mehr antun. So visionslos, so verhasst, so ein Gezänk, so viel Verdreherei und Lügerei, die man sich gegenseitig vorwarf, war einfach nur noch unterirdisch.

 

Beobachtete man dabei auch die beiden alten Kandidaten als Menschen mit ihren Gesten, Blicken, Ausstrahlungen, wurde das Ganze noch schlimmer. Der arme Biden, der nunmal ein alter Mann ist und sein darf, zeigte seine natürliche Alterung so überdeutlich, das klar wurde: Geh bitte in Rente. Du hast es dir doch verdient. -

 

Die ernsthafte Frage in seinem Fall jedoch: Warum nur tust du dir das selbst an? Sag bitte nicht : Für Volk und Vaterland. Sie haben ja keinen anderen außer mir. - Quatsch! Wenn du morgen das Zeitliche segnen würdest, würde ja doch direkt jemand aus dem Hut gezaubert und es würde weitergehen. Jeder Mensch ist lockerer ersetzbar, als er/man gemeinhin glaubt. Also sag an: WARUM kandidierst du wirklich?

 

Und Trump? - Mein Gott, wie schreibt man nur über ihn, ohne beleidigend zu werden? Er würdigte seinen "Feind" keines einzigen Blickes. Wie auch, wenn er immer wieder von Rache spricht, die er an seinen politischen Gegnern nehmen will, sobald er im Amt ist. Auch das zeigt das unterirdische Niveau erwachsener Menschen. Seine Mimik ist theaterreif. Seine Sprache Kindergarten reif. Perfekt fürs Kasperletheater. Allerdings war er damit auch nicht soo besonders weit von Biden entfernt, dessen Worte auch nicht mit Esprit, Geist, Niveau getränkt waren. Aber das mag evtl. auch der amerikanischen Seele geschuldet sein!? Ich frage mich, was in den Köpfen von gefühlten 180 Millionen Amerikanern (so gut das halbe Volk oder mehr)  los sein muss, dass sie ihm ernsthaft diesen Job nochmals zutrauen? Ja - ich weiß: Innenpolitik, die eigenen Pfründe, der unbedingte Glaube an schöne Versprechungen - kann man alles verstehen und das ist in vielen Nationen so... Dennoch, was im Falle Trump alles an unglaublichen Skandalen zusammenkommt, mitsamt seinen kriminellen Machenschaften schlägt dem Fass den Boden aus. Doch offenbar weiß er genau das geschickt zu verkaufen... Irgendwie ein Wundertier, wenngleich ein gefährliches.

 

Fazit: Außer Staunen und Entsetzung kommt höchstens noch Sorge dazu. In beiden Fällen. Sorge, was mit dieser Wahl auf die ganze Welt letztlich zukommt, weil die USA bei all diesem Irrsinn immerhin noch eine Supermacht sind... und damit auch gefährlichen Einfluss in gleich viele Richtungen in beiden Lagern entwickeln können.


Was ist das nur für eine Welt geworden?!

 

Von der Gleichzeitigkeit

verschiedenster Extreme im Menschen

 

Gestern habe ich die tausend Seiten russischer und europäischer Geschichte beendet. Hauptaugenmerk dabei das Leben von Zar Peter dem Großen. Und schon blieb wieder einmal basses Erstaunen in mir zurück, zu welchen Extremen der Mensch fähig ist.

 

Da war der große Reformer, der Russland von einer gefühlten Steinzeit in die Neuzeit heben wollte, natürlich gegen eine Unmenge von inneren Feinden, die vom alten Feudalsystem profitierten. Da war der Kriegsherr, der an vorderster Front selbstverständlich mitkämpfte, immer wieder auch verletzt wurde und sich nicht bequem in seine Paläste zurückzog und nur das Fußvolk sterben ließ. Da war der Neugierige, der auch als Zar sich nicht zu schade war, mit allen möglichen Handwerkern schwer körperlich zu malochen, um das Leben und die Fertigkeiten genauestens kennenzulernen, da war der Zärtliche und der Brutalo, der seinen eigenen Sohn foltern ließ, weil die Staatsräson über jedem persönlichen Gefühl von Schmerz zu stehen hatte. Überhaupt die Menge von Folterungen in diesen Zeiten auf die allergrausamste Weise bei zugleich tiefer Religiosität.

 

 Wenn man das alles so liest, wie ich es hier in Kürze schreibe, könnte man die Schulter zucken: Na ja... so was gibt es halt. Vertieft man sich aber mit der eigenen Seele über Wochen in all diese dramatischen Einzelheiten, die hier aus Mengengründen zu erzählen nicht möglich sind, dann wird etwas in Seele, Gemüt und Geist berührt, das eben nicht nur eine Information aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit ist, sondern dann wird klar, über welche ungeheuren Kräfte immer wieder Menschen verfügten und verfügen und die Welt aus den Angeln heben, wenn sie eine innere Mission in sich verspüren.

 

Es ist gut und wichtig, an welchem menschlichen Beispiel auch immer, zu erleben, was alles an scheinbarer Unmöglichkeit im Guten wie im Bösen möglich ist, und das potenziert in einem einzigen Menschleben. Überschaubar lang, aber unauslotbar tief.

 

Der Vergleich zum eigenen Leben wird immer hinken, führt aber in der Betrachtung zu erstaunlichen Resultaten, die nicht selten auch eine tiefe Dankbarkeit mit im Gepäck tragen.

 

27.6.2024

 

 

Zwischen Begeisterung

und Entsetzen

Aufforderung zum Experiment!

 

Seitdem die KI für den normalen Menschen an sich verfügbar ist, "arbeite" ich damit. Allerdings lasse ich von ihr keine Texte schreiben, weil ich das gern selbst mache. Nichts tu ich lieber! Und mein Individuelles ist zum Glück von ihr derzeit auch noch nicht beliebig machbar.  Dennoch musste ich Niveau und Möglichkeiten testen, weil ich ja wissen will, was los ist. Weil ich wissen will, was auf mich, auf uns alle da in rasender Geschwindigkeit nun immer schneller zukommt und ... uns bald überrollen wird.

Davon habe ich nun reichlich viele Kostproben durch meine Tests bekommen.

 

Ich bin begeistert und entsetzt zugleich.

 

Denn Geschwindigkeit, Vielfalt, auch vielfach Niveau (wobei ich da streng unterscheide und hinschaue) sind höchst bemerkenswert und werden immer besser.

 

Um Vergleiche ziehen zu können, reichte mir auch nicht nur eine KI, sondern ich wollte mindestens drei KI-Programme kennenlernen. Ihre Arbeitsweise, ihre Unterschiedlichkeit, Ausführlichkeit, ihre "Geduld", ihr Niveau, ihre "Freundlichkeit" und vieles andere mehr. Der vorläufige Sieger meiner drei Kandidaten steht für mich fest. Es ist: ChatGPT!... Doch auch die anderen sind nicht zu verachten (Copilot, Hey...)

 

Ich stelle kritische Fragen, die mir beispielsweise Wikipedia nicht beantworten kann. Ich gebe bestimmte Aufgaben, wie das Konzipieren von klimawandelresistenten Pflanzgärten vor, deren Pflanzen frostfest, hitzeresistent, bienenfreundlich, bearbeitungsfreundlich, wassersparsam, vogelfreundlich sein müssen - und dann auch noch untereinenader zueinander passen müssen. Denn das tun keineswegs alle Pflanzen. Und diese Pflanzengruppen dann noch unterteilt in Büsche, Bäume, Hecken, Blumen, Essbares mit all den vorherigen Bedingungen. Was ich in Sekunden da geliefert bekam: Phantastisch...!  Alles mit Namen, Vorteile, Eigenschaften, natürlich zueinander passend und und und...

 

Diese Fragen hätte mir nun auch ein Gartenarchitekt oder ein Botaniker oder gewiefter Gärtner auch alle beantworten können. Doch er hätte viele Stunden dran gesessen, weil all das zueinander passende unter veränderten klimatischen Bedingungen und meinen zusätzlichen Wunsch-Vorgaben schon eine ordentliche Aufgabe gewesen wäre. Ich hatte das alles binnen 40-60 Sekunden zur Hand, weil ich vor allem diese einzige Frage direkt gezielt mit allen Wünschen und Voraussetzungen geliefert hatte. Ich hatte also einen Blockabsatz gleich eingegeben.

 

Dann hatte ich Lust, mal nach neuen Songtexten zu fragen. Ich habe auch meine Songtexte bisher nur mit Herz und Hern alleine geschrieben - wie alle Texte (Romane, Gedichte, Essays, Artikel usw. ) auch. Aber da ich nun hörte, dass immer mehr Musiker ihre Songtexte von der KI schreiben lassen, dachte ich mir: Gib ihr 'ne Aufgabe: Songtext zum Klimawandel und die Mitschuld der Menschen. Binnen Sekunden bekam ich das hier geschenkt, dass ich tatsächlich nach dem bisherigen Urheberrecht sogar mein Eigen als Urheber nennen darf, weil ich selbst die Vorgaben dazu machte und es somit als Gemeinschaftsleistung gilt - aber die KI als nicht natürliche Person ein Urheberrecht beanspruchen darf.

Denn auch rechtliche Fragen beantwortet die KI in einer Weise, die mich ansonsten eine teure Anwaltsstunde gekostet hätte. Man muss eben alles nur gezielt fragen und notfalls weiter hinterfragen ... und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus!

 

Kostprobe der Sekundenleistung:

 

 

Strophe 1:

Zu lange weggeschaut, die Augen fest verschlossen,
Die Warnungen ignoriert, die Zeichen überflossen.
Macht und Wahlversprechen, das schien so wichtig,
Die Natur missachtet, das war wohl nichtig.

 

Refrain:

Hilflos, doch nicht hoffnungslos,
Wir rufen nach Veränderung, das ist famos.
Hilflos, doch wir geben nicht auf,
Die Zukunft in unseren Händen, das ist unser Lauf.

 

Strophe 2:

Die Gier hat uns getrieben, blind und voller Wahn,
Globale Systeme, alle sind daran.
Die Erde schreit um Hilfe, doch wir hörten nicht hin,
Jetzt muss sich was ändern, das ist unser Sinn.

 

Refrain:

Hilflos, doch nicht hoffnungslos,
Wir rufen nach Veränderung, das ist famos.
Hilflos, doch wir geben nicht auf,
Die Zukunft in unseren Händen, das ist unser Lauf.

 

Strophe 3:

Jetzt stehen wir hier, erkennen unser Versagen,
Doch die Hoffnung lebt, das müssen wir wagen.
Gemeinsam können wir kämpfen, für eine bessere Welt,
Lasst uns den Wandel bringen, bevor alles zerfällt.

 

Refrain:

Hilflos, doch nicht hoffnungslos,
Wir rufen nach Veränderung, das ist famos.
Hilflos, doch wir geben nicht auf,
Die Zukunft in unseren Händen, das ist unser Lauf.

 

(KI-Text auf Basis der Vorgaben von C.Schyboll)

 

 

 

 

Da ich die "Geduld" der KI noch ein wenig testen wollte und ihre "Großmütigkeit", bestellte ich gleich vier Texte, die ich sofort bekam und nur aus Längen-Gründen hier nicht einstelle. Nein, sie sind keine literarischen Wunderdinger, aber ich weiß ja durch Tests, dass ich alle gelieferten Texte weiter von der KI bearbeiten lassen kann, bis es das eigene Niveau erreicht hat. Und das ist noch beachtlicher!... Ich habe darauf jetzt aus Zeitgründen verzichtet, weil es mir nur mal wieder um eine weitere Kostprobe ging. Hätte ich 20 Texte bestellt, bekäme ich sie ebenfalls. Auch zu allen Themen offenbar. Ich muss nur sagen, welche Idee in meinem Kopf nun den Vorzug haben soll.

 

Fazit 1:

Die KI kann Ungeheures in extrem kurzer Zeit für JEDERMANN KOSTENLOS JEDERZEIT leisten (noch). Es gibt jedoch auch Bezahl-KIs, die noch mehr können, vielleicht für Wissenschaftler und co? Das weiß ich noch nicht. Ich bin in der kostenlosen Basisversion

 

Fazit 2:

Es kann zu Urheberrechtsverletzungen eventuell kommen, wenn man beispielsweise Musikstücke dazu nimmt, die noch urheberrechtlich geschützt sind. Also aufpassen, wenn man damit spielt. Aber ich bekam sofort die Plattformen zugesandt, die ebenfalls teils kostenlos, teils kostenpflichtig sind, wo man einen kostenlosen Musikmix in jeglicher Stil-Art (Rock, Pop, Klassik usw.) zum gewünschten Text machen lassen kann. So könnte ich, wenn ich wollte, nun locker 20 bis 30 oder mehr Songs an einem Tag NEU aus der Taufe heben und in You Tube beispielsweise unter meinem Namen einspeisen. (Ich kürze hier ab, weil die Möglichkeiten immens sind)

 

Fazit 3:

Was ich kann, aber nicht mache, obschon ich es beherrsche, werden andere Menschen jetzt millionenfach machen. Weil sie damit Geld verdienen wollen oder müssen, weil sie sich damit "kreativ" austoben, es zum neuen Hobby als Spielerei einfach lustig finden, für berufliche Zwecke brauchen oder auch damit angeben, was "sie selbst" alles können, um gut vor den eigenen Leuten dazustehen. Harmlose, hehre oder bedenkliche Motive können am Werk sein. Aber das geht niemanden was an und erfährt auch niemand, weil man es ja nicht sagen muss. Also aufgepasst: Wenn Menschen in Eurem Bekanntenkreis so ganz plötzlich hochkreativ werden (und die es vorher nicht waren!) , ist vermutlich die KI im Spiel, die (fast) alles vollbringt, was der Mensch sich wünscht und bei ihr bestellt!

 

Fazit 4:

Die Sache ist verführerisch für alle. Sie macht Spaß, spart Zeit und wird alles im handumdrehen verändern. Warum also noch selbst denken, wenn die KI das schneller und besser kann und zudem auch kostenlos und willentlich macht. Es ist die Frage, inwieweit das EIGENSTÄNDIGE DENKEN auf diese Weise nun der gesamten Menschheit (bis auf Wissenschaftler und Forscher) nach und nach völlig abtrainiert wird, weil es sinnlos zu sein scheint, die xfache Zeit für etwas aufzuwenden, was in Sekunden in oft noch viel besserer Qualität geliefert wird.

 

Ich selbst nutze die KI für private Fragen und meine natürliche Neugier zu Fragen der Menschheit. Mehr und mehr Berufe werden gezwungen sein, sie ebenfalls überall einzusetzen, um Zeit und Nerven zu sparen. Siehe oben mein Garten-Beispiel, das beliebig auf andere Berufe zu übertragen ist, sofern sie nicht mit körperlicher, sondern geistiger Arbeit einhergeht. Die KI ist bereits soweit, dass sie schon in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken ist. Viele Menschen bemerken das jedoch noch nicht, weil sie selbst noch nicht damit arbeiten.

 

Ich kann jedem empfehlen, testet die verschiedenen kostenlosen Möglichkeiten. Meldet euch an und staunt, was möglich ist. Bleibt kritisch, hellwach und stellt vor allem auch kritische Fragen zur KI selbst (das waren meine allerersten Chats mit den Dreien im letzten Jahr, als ich mit diesem Experiment begann...)

 

Orakel - Was wird passieren?

Vermutlich folgendes: ALLE Menschen werden die KI genauso selbstverständlich bald nutzen, wie wir alle das Handy benutzen, fast alle das online-Banking, den Internetshop und all die schönen bequemen Dinge, die das Leben tatsächlich ja einfacher machen. Das hat Folgen. Denn wenn der Mensch (die Weiterforschenden ausgenommen, aber das ist eine Handvoll Menschlein) nicht mehr denken muss, weil so gut wie alles auf einen Klick passiert, generieren wir einen Geschwindigkeitswahn, der nicht nur extrem viele Jobs kosten wird, sondern infolge dessen auch die Sozialsysteme erheblich beeinflussen wird, solange man sich als Solidargemeinschaft fühlt.

 

Ach, es wird heute zu lang... ich schreibe demnächst noch etwas mehr.


MELDET EUCH an bei ChatGPT AI und Copilot AI und macht dringend eure eigenen Erfahrungen damit. Aus der Welt zu schaffen ist es nicht, aber man sollte es deshalb auch früh genug kennen und beherrschen lernen.

 

26.6.24

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Recht oder Gerechtigkeit!?

Der Fall Assange

 

Ich äußerte mich in den letzten Jahren schon öfter dazu und positionierte mich auch klar auf Seiten von Assange, weil ich die Vorgänge von Anfang an sehr detailliert verfolgt habe. Mit all den bösen Fallen, die man ihm stellte. Auch wenn er geltendes US-Recht dadurch gebrochen hatte, weil er immens viele Schweinereien aufdeckte, die geheim zu bleiben und unter denen viele Menschen zu leiden hatten. Recht und Gerechtigkeit haben in unserer Menschheit an allzu vielen Orten und Gelegenheiten eine unerträgliche Kluft. Es ist immer wieder erstaunlich, was von Gesetzen abgedeckt und zugleich was erlaubt ist. Nicht nur im Fall Assange, sondern in allzu vielen Fällen von Verurteilungen (von Aufklärern)  und/oder Freilassung/Nichtverfolgung von echten Verbrechern. Ja, unerträglich.

 

Jetzt ein Deal mit der Staatsanwaltschaft. Daran hatte ich nicht mehr geglaubt.

 

25.6.24

Gut so! Überraschend gut.

Fast so etwas wie eine kleine Hoffnung, die Menschheit würde doch mal zur Besinnung kommen.

Ich hoffe, er ist bald bei seiner Familie.

Einzelheiten darüber im Internet in Massen.

 

 

24.6.24

 

Eklig? - Eklig!

Schlachten im Garten

Ja, ich weiß: In der Natur ist nichts eklig. Es ist immer nur die Betrachtungsweise. Nun gut, dann ist es leider meine Sicht auf die Dinge, dass ich Schnecken in Massenvorkommen halt trotzdem eklig finde. Ihr Schleim klebt widerlich, zieht Fäden und außerdem scheinen sie über eine Robustheit zu verfügen, von der wir Menschen uns mal eine Scheibe abschneiden könnten.

 

Ihr Massenauftreten in unserem und aller Gärten ist in diesem Jahr phänomenal. Und komme mir keiner mit Kaffeesatz, Bier und co. Unsere Gärten sind mittlerweile mit soviel Kaffeesatz getränkt, dass die Schnecken gewissermassen schon auf einer Kaffeeplantage leben... und sich offenbar wunderbar wohlfühlen. Was will man mehr. Die leckersten Erdbeeren, die schönsten Salatköpfe, liebevoll gehütet und gepflegt bis zur Erntereife: In einer Nacht futsch... oder so widerlich angefressen, dass eben nichts mehr brauchbar ist. Das Beste für die Schnecken - der Schrott für uns! Jetzt rücken wir mit Kupferband zur Stelle. Bier brachte es ja auch nicht.

 

Da gäbe es noch etwas, was mich aber noch mehr ekelt - in der Anwendung jedoch unter Umständen wirksam ist!? Schnecken, die Schnecken fressen. Wie zum Beispiel die Raubschnecken mit dem netten Namen Euglandina. Sie jagen und fressen meine Todfeine. Oder die Leopard-Schnecken Limax Maximus oder die Wolfsschnecken Haplotrema. Alles bitterböse gemeine Räuber, die mich gartenmilitärisch durchaus unterstützen könnten.

Dem Jagdtrieb kann man regelrecht zuschauen. Eine frisst die andere. Ihre Schleimspur ist noch dicker, noch klebriger als die meiner roten Nacktschnecken-Bösewichte. Und dicker und größer sind sie auch noch.

 

Will man sich auf dem Schlachtfeld des friedlichen Pflanzenwachstums solche Armeen unterhalten und weitere Schlachtpläne entwickeln. Und was, wenn die Nacktschnecken aufgefressen sind? Wandern sie dann von alleine aus oder kommen sie dann auch auf den Geschmack, dass unsere Erdbeeren, Salate, Gemüse und co. einen ganz wunderbaren Ersatz bieten?

 

Haben wir dann den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben?

Heute ist Sonntag.

 

Ich habe keine Lust auf kritische Betrachtungen. Ich versage sie mir einfach mal. Obwohl... und schon fängt das Hamsterrad im Kopf wieder an. Turbo. -  Nein, Schluss. Heute einmal nicht. Heute spielt Deutschland. Wie gut oder schlecht, werden wir sehen. Aber all die Millionäre auf dem Fußballplatz wollen schon das Beste. Für sich selbst und sicher auch fürs Volk, von dessen Begeisterung sie letztlich sehr gut leben. Emotionen in dieser zwischenmenschlich abkühlenden und zugleich zunehmender werdenden Heiß-Welt sind ja auch etwas Wertvolles, fast Unbezahlbares, das gerade im Fußball deutlich wird. Stopp! Reiß dich zusammen!  Ich beginne schon wieder mit der Lästerei. Will ich doch heute nicht. Es soll einfach nur ein schöner Tag werden.

 

Wird er es? - Das weiß ich dann heute Abend.

Und wovon ist das nun abhängig? - Vor allem von mir selbst, meiner Haltung zu den Dingen, meiner Betrachtungsweise.

 

Dann streng dich mal an, Christa.

 

 

Spagat

Zwischen Humanität und Notwendigkeit

 

Hauptsache: gründlich! -

Und sei es gründlich falsch!

 

Das Flüchtlingselend geht weiter und weiter und weiter. Die Zahlen nehmen nicht ab, im Gegenteil. Auch der Klimawandel wird uns u.a. noch mehr bescheren, obschon gerade auch dieser bei uns immer heftiger kostendesaströs durchschlägt. Nirgends eine wirkliche Alternative zur Eindämmung in Sicht, weil wir alle wissen: Es wurde viel zu spät als Gefahr erkannt.

 

Und nun schwimmen sie um ihr Leben im Atlantik  zu den kanarischen Inseln, wenn sie kentern oder durch das Mittelmeer in die Festung Europa, die noch genügend Schlupflöcher hat.

 

Europa jedoch ist "voll", wenn man es unter dem Gesichtspunkt der Wahrung sozialer Ressourcen und zwischenmenschlicher Bereitschaft sieht. Die eminent ungleiche Aufnahme in den einzelnen Staaten und Behandlung tut für die bisher Willigen noch ein übriges hinzu. Die Humanität bleibt mehr und mehr auf der Strecke, je weniger Geld für die nicht erledigten Notwendigkeiten daheim übrig bleibt. Alles marode, weil für nichts Geld da ist… Autobahnen, Schulen, Schienenverkehr, Bildungsmisere, Rentenproblematik, Schutzprophylaxe in allem… niente, es muss gespart werden, seit wir das 2 Prozent-Ziel des BIP bei den Militärausgaben auch noch auf dem Buckel haben.

 

Millionen von Flüchtlingen kosten… letzlich ja lebenslang, wenn sie nicht in Brot und Arbeit kommen (können)... sei es durch Kriegsversehrtheit, Traumatisierung, Analphabetentum usw.  Bürgergeld für die Ukrainer = kein Anreiz zum Arbeiten. Die Zahlen sprechen eine Wahrheit aus. In Österreich läuft es anders, da arbeiten mehr Flüchtlinge als bei uns, weil die Gesetze anders ausgelegt sind. Es gibt also Alternativen.

 

Melonis Albanien-Alternative, auf die wir begehrlich schauen, wird nicht wirklich funktionieren. Klar, das bitterarme Land braucht die über 630 Millionen, die aus Rom fließen werden, für die Kasernierung der Ärmsten, die keiner will, weil schon zu viele von ihnen da sind, und dort, vor allem aber hier.

 

Wer ein Herz hat, das noch Gefühlsregungen zeigt, ist in diesen Zeiten eher bitter dran. Denn die Humanität kann nicht das ständig und immer weiter leisten, was die Notwendigkeit der Begrenzung verlangt. Es gibt in jedem Fall also immer Opfer. Meist die Fremden, aber auch die Leute im eigenen Land, wenngleich auf einem anderen Niveau.

 

Das immer weitere Absacken der Wirtschaft, die Voraussetzungen für humanitäres Handeln, das nun einmal heftig viel kostet, tut ein übriges.

EU-Außengrenzen schreien die anderen. Die sogenannten Außengrenzenländer werden sich bedanken. Mag sein, dass der eine oder andere Deal zustande kommt, doch darf man sich auch fragen, was ist in fünf Jahren, wenn erst einmal gut abkassiert sind, aber die Flüchtlinge dann immer noch in den Lagern sitzen und auf den Sankt-Nimmerleinstag warten? … Werden sie dann eben doch eben noch verspätet "freigelassen" (weil auf Dauer eben doch zu teuer in den Lagern?) – oder sogar gleich nach Europa verschickt? Mittlerweile dann aber auch entmutigt, entkräftet?

 

Diese ganze weltweite Flüchtlingsmisere ist ein politisches Totalversagen, vor allem von Europas Staatsführer, die so lange vorher schon gewarnt waren. Sie haben es einfach nicht ernst genommen, weil man nämlich dann zu einem schon viel früheren Zeitpunkt ordentlich Geld als Hilfe zur Selbsthilfe hätte in die Hand nehmen müssen. Schlecht beim Kampf um Machterhalt, um den es ja immer geht. Es wäre garantiert viel, viel preiswerter, humaner, klüger gewesen. Aber Klugheit wird weiterhin gemieden wie die Pest.

 

Und die gleichen Fehler werden beim Klimawandel erneut gemacht.

 

Aber es scheint nun einmal nicht zu verhindern zu sein, dass jede Dummheit, die möglich ist, bitteschön auch gründlich ausgeführt wird. Hierin sind wir alte Preußen geblieben. Hauptsache gründlich. Und sei es gründlich falsch!

 

22.6.24

 

 

Lebendig oder tot

Ich frage mich...

 

...was und wie schreibe ich wohl in drei, fünf oder zehn Jahren (falls ich dann noch lebe) über das Klima und seine desaströsen Folgen?

 

Es war anlassbedingt schon oft ein ernsthaftes Thema an dieser Stelle. Mutmaßungen, Warnungen, Spekulationen haben sich alle nicht nur erfüllt, sondern schrauben sich in eine immer schnellere Dynamik hoch. Und diese Dynamik qualifiziert sich nun für handfeste Statistiken, die keiner mehr leugnen kann.

 

Wer die letzten Wochen mit wachem Verstand die Wetterberichte aus aller Welt gehört und verstanden hat, bekommt ein Gefühl dafür, dass nun offenbar alles immer schneller geht. Die noch immer weiter sich steigernde Erhitzung - wir wissen es! - ist mit unseren globalen Maßnähmelchen nunmal auf längere Zeit nicht zu stoppen, sondern wird weiter zunehmen. Alles wird schlimmer - da hilft auch keine positive Gestimmtheit, weil das doch niemand so will. Auch das ist keine Überraschung, weil uns schon vor vielen Jahren genau das auch vorausgesagt wurde. Aber wer will und wollte damals schon negative Orakel hören? Niemand, und am allerwenigsten Politiker, die dann sofort strenge Maßnahmen einleiten und sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen müssten, das dann an anderer Stelle fehlt. Kennen wir alles. Passiert nicht.

 

Nicht, dass nun gar nichts passiert wäre, ich will da schon gern bei den Fakten bleiben. Aber zu spät, zu wenig und zum Teil - und das ist besonders kritisch - auch noch das Falsche.

 

Richtig, so glaube ich, wäre die Einsicht zu begreifen, dass globale dynamische Klimaprozesse nicht nur zunächst träge beim Aufbau der Zerstörung sind, sondern eben auch träge beim Abbau in ein neues gesundes Gleichgewicht. Heißt: Was wir einmal als Menschheit vermasselt haben, das bleibt auf ziemlich lange Zeit. Mehrere Generationen lang, wenn wir Pech haben. Und der Aufbau der Zerstörung gesunder klimatischer Bedingungen ist weltweit gesehen ja noch immer im Gange. Sprich: Wir gießen Öl ins kochende Öl - auch wenn ein paar Leute mehr wie früher nun Fahrrad fahren und sich Elektroautos kaufen. Diese Fitzelchen Guttun retten vermutlich gar nichts mehr, obschon sie natürlich trotzdem richtig und wichtig sind.

 

Was fehlt ist die richtige, schnelle, direkte Umsicht aller Einsichten um die Gefahren, die Dynamik, die Geschwindigkeit und des dann auch anhaltenden Prozesses lebensfeindlicher Bedingungen. Was fehlt ist vor allem der Wille zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen als Prophylaxe vor Ort, mittlerweile vor fast jedem Ort. Neben allen klimaschädigenden Globalmaßnahmen braucht es wegen der nun immer schnelleren Dynamik gefährlicher bis tödlicher Bedrohungen einen sofort umzusetzenden verpflichtenden Maßnahmenkatalog, womit und wie wir diese kommenden und über Jahrzehnte anhaltenden Zerstörungen durch Hitze, Unwetter, Massenregen, Dürren als Menschengemeinschaft überleben können? Das viele Todesopfer und große Zerstörungen nicht mehr zu vermeiden sind, wissen wir. Wer hält schon einen Tornado auf - oder wer bedeckt die Felder der Welt mit Schatten? Dennoch gäbe es auch darauf noch Antworten, die wir jetzt zu geben hätten. Angefangen von neuen Bauweisen über vertical Farming, neuen Deichbau, viel mehr Rückhaltebecken, andere Kanalisation usw., damit die unvermeidlichen Schäden zumindest doch erheblich minimiert würden.

 

Hätte ich es so oder ähnlich nur vor zehn Jahren geschrieben, würde man denken: Hysterikerin! -- Das wagt heute niemand mehr, der noch alle Sinne und Informationen beisammen hat und schaut, was beispielsweise in den letzten Wochen in Indonesien, Indien, Europa, den USA usw. unentwegt los ist. - Der Klimateufel ist los.

 

Doch wie schreibt man über eine Steigerung, die sich immer weiter steigert? - Was schreibe ich in einem, in drei Jahren, wenn ich all das schon heute schreiben muss? Welche Worte findet man dann dafür? Vermutlich keine mehr...

Ausgetextet.

Alles schon geschrieben. Nichts hat es genützt. Wir müssen durch. Lebendig oder tot. - Davor aber noch ein paar schöne Sommermärchentage. Hoffentlich.

 

21.6.24

 

EM

 

Läuft doch! Deutschland

Gratulation zum Weiterkommen!

 

Und die anderen?- Wie immer, die Hälfte gewinnt, die andere verliert. Anders geht's ja nicht beim Fußball.

Aber Spaß hatten Millionen, auf welcher Seite auch immer. Und die, die enttäuscht wurden, lachen beim nächsten Mal vielleicht umso lauter.

Ist doch was, in Zeiten wie diesen!

 

 

 

 

Extrem-ismus -

bis uns der Hintern glüht!

 

Extremismus – Extremes an sich: Wir leben in Zeiten, wo zu Recht darunter ein jeder Mensch etwas anderes nicht nur versteht, sondern auch sachlich begründen kann.

 

Alles wird immer extremer. Nicht nur der politische Extremismus, der uns warnend Abend für Abend in den Ohren tönt. Er ist nur ein äußeres Zeichen eines Vorganges, der sich in allen Bereichen des menschlichen Lebens zeigt. Nicht nur bei uns, sondern global, wenngleich in reichen westlichen Ländern wahrnehmbarer als je zuvor.

 

Zufall? Nein… Wir waren lange verwöhnt. Und jetzt kommts dicke. Und das gleich an allen Fronten.

Man denke nur an die Extrem-Wetter-Lagen, an die weltweiten Fluchtbewegungen, an die drohende Vernichtung der Arbeitsplätze, denen diesmal nicht Milliarden notwendige neue in anderer Weise folgen können  (mittels KI, 3-D usw.), man denke an den religiösen Fanatismus, das Artensterben, die Wirtschaftsturbulenzen, die extremen militärischen Aufrüstungen bei all den weltweiten Bedrohungen, die jedoch nicht nur von extremistischen Gruppen und Einzeltätern ausgehen, sondern auch von Staaten oder Blöcken.

 

Immer wieder neu die Gretchen-Frage: Haben wir wirklich nichts dazu gelernt?

 

Wir kennen seit Jahrtausenden Kriege, Überfälle, Fluchtbewegungen, Zestörung, Leid und Elend aller Art. Wir wissen, wie es – zumindest theoretisch – zu minimieren, oft sogar zu verhindern wäre. Seit Jahrtausenden ungenutzte, aber wissentliche Weisheit, die nicht einmal das Papier scheint wert zu sein, auf das sie von vielen Staaten unterschrieben ist.

 

Eine Uno mit Friedenstruppen, die mörderischem Treiben seit Jahrzehnten zuschaut – zuschauen muss, weil ein zahnloser Tiger nun einmal beherrschbar scheint. Zumindest für einen Tiger mit kräftigem Gebiss. So ist die Lage. Und das nicht nur politisch und militärisch, sondern auf der ganzen Linie aller Wetterfronten.

 

Unser Garten zum Beispiel. Aufgrund der Größe von 1500 qm gut bestückt mit Bienen und Vogel freundlichen Gewächsen in Groß und Klein, farbenprächtig mit vielen Düften, die zu wechselnden Jahreszeiten ein verlockendes Stelldichein geben sollen. Das taten sie auch. Und dann kam vor ca. 5 Jahren eine erste sehr spürbare Veränderung, die vermutlich schon etwas früher einsetzte, aber seitdem unübersehbar stark ist: Die Insekten wurden weniger und weniger. Eigentlich angenehm, nicht ständig belästigt zu werden.

 

Doch das ist natürlich Pillepalle. Denn sie gehören zwingend zur Nahrungskette für Vögel. Die Vögel wurden weniger. Nicht nur der Anzahl nach, sondern vor allem in der früheren Vielfalt. Nun haben wir nur noch ein wildes Taubenpärchen zu Besuch, hin und wieder eine Elster und ein paar Spatzen und Meisen… Rotkehlchen, Bachstelze und vieles andere? – Auf Nimmerwiedersehen.

 

Was ist das schon gegen den Islamismus, der in Deutschland ein Kalifat einrichten will? Nichts mögen einige sagen. Andere würden sagen: Passt voll ins Konzept der sich ausbreitenden Extremen in fast allem… Auch in der Bildung, in der Gesundheit, der Rentenpolitik, der maroden Verkehrsstruktur – für alles fehlt angeblich Geld, obwohl mit Abermilliarden jongliert wird.

 

Das sich alles extrem zuspitzt, ist kein Zufall und kein Irrtum.- Auch kein Pech oder Unglücksfall. Es ist ebenfalls überwiegend: menschengemacht. Doch die Zusammenhänge sind komplex.

Und dieser Komplexität scheinen wir derzeit weltweit noch nicht gewachsen zu sein.

 

Wir haben zu lernen.

Nachzusitzen, bis uns der Hintern glüht.

 

 

 

 

Der Mond und ich

 

Ich gehöre auch zu den Vollmondkandidaten. Zum Glück wandere ich jedoch nicht auf dem Dachsims oder balanciere über Balkongeländer – sondern schlafe lediglich kurz vor Vollmond schlecht.

 

Zwei volle Nächte Schlaf hat mich das in den letzten Tagen mal wieder kurz vor Vollmond gekostet … Doch zum Glück bin ich eine Leseratte und schaffe dann in der nächtlichen Wachzeit viele spannende Buchseiten.

 

Unsere Wissenschaftler kennen die Gründe: Lichtintensität, die meine Melatonin-Produktion beeinflusst, meine innere biologische Uhr, die halt feine Antennen zum Himmel hat usw.. Die psychologischen Faktoren schließe ich in meinem Fall mal aus, könnten aber allgemein auch eine Rolle spielen, wie: sich zu viele Sorgen in dieser Zeit zu machen. Aber die mache ich mir ja sowieso, weil es genug Gründe dafür gibt, aber dann würde ich ja an Schlafmangel sterben müssen.

 

Geht man davon aus, dass die Wissenschaft sehr viel, aber längst nicht alles weiß, könnte man auch nochmal einen Blick in die Astrologie werfen – wissenschaftlich immer noch verpönt, dabei aber um Jahrtausende älter und erfahrener und an immer mehr Stellen auch nachträglich bestätigt. Man denke nur an die Blutverluste bei Operationen, die je nach Mondphase sehr verschieden ausfallen können, weil eben auch der menschliche Körper auf den biologischen Rhythmus dieses Gestirns ebenso reagiert, wie Ebbe und Flut.

 

Der Mond steht für Emotionen, Gefühle und den Zugang zum Unterbewusstsein. Er repräsentiert eine innere Welt und die Instinkte. Der Vollmond wird dabei zum Höhepunkt in den diversen Mondphasen und steht für Vollendung und Erfüllung.

Der Mond steht auch für die weibliche Kraft, Mütterlichkeit, Intuition. Nun müsste ich erst nach recherchieren, in welchem meiner Astrologischen Häuser mein Mond (hängt vom Geburtshoroskop ab) angesiedelt ist und ob ich aufgrund dieser schicksalhaften Verbandelung vielleicht kurz vor Vollmond mehr emotionale Sicherheit suche, brauche oder anderen gebe und überhaupt, wie es mit meinen Emotionen steht. Ich selbst würde mal sagen: nicht schlecht, schon intensiv – was schön, aber auch nicht immer ganz leicht ist. Aber das ist ja logisch. Alles was intensiv ist, hat auch eine Kehrseite…

 

Der Mond, ein wichtiges Thema? Nicht wirklich. Aber offenbar mit mehr Einfluss auf mich, als ich heute schon ahne. Und sicher habe ich jetzt nur einen winzigen Aspekt der Wirklichkeit ein wenig angedacht. Mehr nicht.

 

 

 

Europameisterschaft

4.

Machenschaften

 

Es liegt mir halt im Blut: Das Recherchieren nach allen Seiten, Themen, Sichtweisen. So auch natürlich beim Fussball, anlässlich der EM. Machenschaften! - Es kommt mir zusammen mit Massenfreude genauso schnell in den Sinn. Und schwupps gibt das intelligente Internet mir Antworten.

 

Was lese ich leider als Erstes?  "Drecksverein!"

 

Na, da haben wir es doch schon. Gefolgt von unsäglich vielen weiteren bitterbösen Vorwürfen, mit Fakten, Daten, Stunden, Personen, Orten und Beweisen untermauert. Ich lese also die Überschrift: Warum die FIFA ein Drecksverein, aber die UEFA nicht viel besser ist.


Das reicht mir schon. Keine Lust drauf. So sehr es mich eben noch interessierte, interessiert es mich urplötzlich nicht mehr. Ich will es nicht wissen. Ich werde es also nicht lesen und nicht weiter recherchieren. Es treibt nur den Blutdruck hoch. Denn ändern kann ich es nicht. Das könnten bestenfalls nur tapfere Durchhaltemenschen im System selbst, die aber wohl kaum zu orten sind. Also lass ich es sein. Wer da warum was über wen wie genau also geschrieben hat: Ich spüre ihm nicht nach. Auch dann nicht, wenn man mir später einmal sagt: Genau, der hatte zu 100 Prozent Recht.

 

Und ich habe zu 100 Prozent plötzlich keine Lust mehr, mir das anzutun.

Also gehe ich gleich in den Garten. Und warte auf das nächste Deutschland-Spiel...
 

 

 

3.

 

5 : 1 -  Chapeau! - Was soll man dazu noch sagen!

Zauberer? - Zauberer! Diesmal jedenfalls.

Freude der Massen: überbordend - auch wenn ich sie selbst leider nicht mitbekommen habe.

 

Kurzer Gedanke, den man leider wohl nicht beantworten kann:

Ob sich die positiven Energien der Freude mit jenen der Trauer übers verlorene Spiel der Schotten so rein energetisch die Waage halten? Ist Frust und Schmerz eigentlich stärker als Freude? Gibt es da Relationen?

Es ist nur ein Spiel, klar.

Aber von energetischer Seite würde es mich schon sehr interessieren.

Wozu? - Wenn man darüber mehr und genaueres wüsste, wie welche Energien von Massen und Individuen wirken, könnte man es auf andere Gebiete des Lebens, wo es nicht nur um ein Spiel geht, wirksamer steuern und anwenden (lernen). Doch das gehört zu den Zukunftsfragen, wenn wir mit Energie noch ganz anders als heute umgehen.

 

 

2.

Europameisterschaft

 

Das Eröffnungsspiel läuft gerade. Ich weiß derzeit noch nicht wie es ausgeht. Morgen dann...

Aber ich habe die große Begeisterung der Massen gesehen. All die Freude.

Und diese Freude freut mich.

Ich hoffe, aus dieser Freude erwächst etwas Schönes.

Was auch immer.

Bin gespannt auf die weiteren Wochen.

 

 

 

 

 

 

1.

Europameisterschaft... und die Männer vor allem!

 

Fussball - Es ist nicht meine Welt. Dennoch werde ich mir ein paar Spiele anschauen. Es ist jedoch weniger die fussballerische Cleverness, das akrobatische Jonglieren oder raffinierte taktische Manöver, die mich vor allem interessieren. Es sind die Emotionen, vor allem die der Männer. Ja, auch die Frauen brüllen vor Freude oder Schmerz mit, doch Frauen und starke Emotionen sind etwas, das wir kennen.

 

Das alles lässt mich immer wieder neu staunend zurück. So viele Männer auf einem Haufen, die schier Ausklinken vor Glück oder Elend wenn ein Ball ins richtige oder falsche Tor geschossen wird. Die totale Hingabe an die eigene Mannschaft. Die Gefühle sind so überbordend groß, stark, gewaltig, dass ich mich frage, wie man solche Energien nicht doch einfangen und für irgendetwas anderes noch nutzen könnte... So wie Windkraftanlagen halt den Wind.

 

Schaut man sich die aufgerissen Augen und Münder an, die zu Fäusten vor Glück oder Schmerz geballten Hände, dem Himmel entgegengestreckt, die heißen, vor Begeisterung verschwitzten Gesichter, die kräftigen Umarmungen des Sitz- oder Stehnachbars, die lauten Töne aus nimmermüden Kehlen... dann könnte man glauben, dass es sich doch um ein weltbewegendes Ereignis handelt. Aber nein, es ist nur Fussball. Und es muss nicht einmal eine WM oder EM sein, es reicht für diese extreme Gefühlsäußerung schon der eigene heimische Kleinverein der untersten Liga.

 

Sieg oder Niederlage - so als ging es um das eigene Leben. Dabei geht es nur um einen Ball, der in ein Tor geschossen wird. Ich frage mich leise, wie viele der Männer zum Beispiel bei der Eheschließung, der Geburt eines Kindes, dem Abitur des Erstgeborenen, einem Karrieresprung in solch wilder Verzückung ihrer Freude Ausdruck geben? Was Woche für Woche in fast jedem Stadion an Freude oder Frust freigesetzt wird, gerade und ausgerechnet am Banalen, schlägt vermutlich alle Gefühlsausbrüche des Lebens bei wirklich wichtigen Ereignissen.

 

Oder nehmen wir Weltgeschichtliches. Wie viele Männer brüllen ekstatisch vor Freude oder Schmerz, wenn ein Großereignis passiert? Ja, doch, man wird betroffen sein - aber das doch eher leiser, viel leiser, auch dann, wenn es sich um ein Kollektivereignis handelt.

 

Dass Männer, die allgemein zumindest als gefühls-verhaltener bekannt sind - eine ewige Klage allzu vieler Frauen - zeigen beim Fussball nicht nur was sie an Kraft drauf haben, sondern vor allem: was an Kraft und extrem starker Emotion in ihnen steckt. Bei den Liebsten werden sie das meist nicht so los... im Fussballstadion immer. Woche für Woche.

 

Heißt: Hoch lebe der Fußball...

 

aber keinesfalls die Fifa und all die Abzocker, die den schönen Sport leider auch in eine zwielichtige Ecke geschickt manövriert haben und die Kleinen zahlen lassen, die doch diese wöchentliche Emotion so stark brauchen!

 

 

 

 

 

Chapeau! Macron will's wissen!

Mutig oder schiere Tollkühnheit? - Gar ein Geheimplan des Machtpokers?

EU-Wahl versemmelt. - Aber das allein heißt noch nichts im dunklen Labyrinth der Möglichkeiten.

Nun klar in der Ansage, mit allen Konsequenzen für ihn und Europa...

 

Doch was ist mit Europa?

Ein Kümmernis, das nicht weiß, wohin es sich wenden soll...

 

Pirouetten, die schwindelig machen.

Zu viel des Schwindels kippt. Erst recht, wenn er sich dazu noch mehrdeutig liest und dreht!

 

11.6.2024

 

 

 

05.06.2024

1. Vertrau! -

auf dieser HP-Seite werde ich hin und wieder weiter Texte einstellen, die meine eigene Diskrepanz zum Spezialthema "Vertrauen" ein wenig beleuchten.

 

2. Neue Texte

auf der Seite "Neue Texte"  stelle ich Miniaturen ein - so wie sie mir spontan in den Sinn kommen...  je nach Stimmung, Gedanke, Gefühl

 

Ansonsten hier noch etwas weiter Pause!

 

28.05.2024 - Bis auf Weiteres...

 

Nun doch ein vorübergehendes ADIEU...

 

Ich schreibe weiter, wenn sich die Zeiten ändern. Besser, schlechter, anders als heute sind.

 

Wir wissen es alle noch nicht, wie es kommt. Wir können nur spekulieren, mutmaßen, die Welt um uns herum nüchtern beobachten und daraus unsere eigenen Schlüsse ziehen.


Das macht ein jeder nach seinem Vermögen, seinen Möglichkeiten und seiner inneren Haltung gemäß, die von vielem geprägt und beeinflusst ist.

 

So auch ich an dieser Stelle in den letzten Jahren. Viel geschrieben, gedacht, überlegt --- zu vielen Themen, die in mir brannten.  Davor an vielen anderen Stellen im Internet, dem "Disneyland des Geistes", wie ein Kluger einmal sagte.

 

Ich habe versucht, meine kritische Welt-Beobachtung in den Kontext meines eigenen Lebens so einzubauen, dass trotzdem Hoffnung und Zuversicht bleibt. Kräfte, die wir brauchen werden. Nüchtern, ohne Verdrängung der Probleme, ohne Hysterie fürs Kommende.

 

Wenn es an der Zeit ist, werde ich mein Schreiben an dieser Stelle wieder aufnehmen.

Wann es an der Zeit ist, weiß ich nicht.

Nur jetzt ist es vorübergehend nicht mehr an der Zeit.

 

Bleibt alle gesund... und achtet auf Euch!

 

---

 

P.S. Ich werde die Zeit des reduzierten Schreibens für noch mehr Lesestudium nutzen, vor allem auch für die historischen Zusammenhänge allen Geschehens sowie für dringende Gesundheitsmaßnahmen... Ich hoffe, es gelingt!

 

 

27.05.2027

 

 

Gestern zum Beispiel.

 

Da war so ein Tag. Also einer, wo mir einfach nichts wirklich wichtig erschien. Jedenfalls nicht wichtig genug, als dass ich darüber schreiben mochte.

 

Aber Gewohnheitstier, das ich bin, schrieb ich doch. Ich schrieb über Erfahrungen und was sie aus uns machen. Denn natürlich machen wir nicht nur Erfahrungen - sondern sie machen auch uns, um es mit Ionesco zu sagen. Kurzum, ich schrieb.

 

Dann las ich es durch. Alles in Ordnung, aber nicht wichtig. Sollen die Leute sie doch einfach machen, die Erfahrungen -  und bitteschön dann auch begreifen. Ich brauche nicht darüber theoretisieren. Meine Arbeit: umsonst! Aber vielleicht doch nicht so ganz. Immerhin erkannte ich ja etwas. Nämlich das selbstkritische Tun. Nun also keine kleine Abhandlung hier, weil sie mir nicht wichtig genug erscheint.

 

Tja, demnach darf ich tageweise über gar nichts schreiben, obschon mir die Themen niemals ausgehen. Aber die Bedeutung von Wichtigkeit und Wert schlenkert in meinem Kopf manchmal bedrohlich gegen Null. Doch es werden auch andere Tage kommen, wo es mich wieder packt. Am liebsten schreibe ich in heller Aufregung mit kühlem Kopf. Da ist dann Herzblut drin und es ist mir schnuppe, ob es für andere wichtig ist oder nicht...

So ist das.

 

Gestern war so ein Tag. Heute auch.

Geschrieben habe ich trotzdem. Ein bisschen.

25./26.5.2024

 

Alles (noch) gut in Deutschland?

 

Von Verdächtigen und Unverdächtigen

 

O weh, hoffentlich fällt mir nicht schon die Überschrift auf die Füße. Nein, keine Sorge, ich habe mich in gewisser Weise abgesichert: Beim Superschlauberger Künstliche Intelligenz. -  Ich gehöre ganz klar zu den Unverdächtigen und kann zudem kinderleicht durch zahlreiche Veröffentlichungen über Jahrzehnte beweisen: Niemals rechts – niemals rassistisch, faschistisch und sonstwie ..istisch. Weil: Kosmopolitin, Humanistin – und dazu noch lebenslang parteilos.

 

Ich habe heute unter anderem mit der KI über die Problematik des Patriotismus in Deutschland gechattet. Und auch über rechte Parolen und was gerade so los ist auf Sylt, in der feinen Gesellschaft mit ihrem rechten Gegröle,  den sozialen Medien und bei der AfD. Das Chat ist sehr lang geworden, deshalb hier und jetzt nur einmal die wichtigste Essenz.

 

 

Wir hatten übrigens ein "nettes" und sehr aufschlussreiches Gespräch. (Nein, ich vergesse niemals nimmer nicht, dass die KI kein Mensch ist, sondern ein Input-Programm, dass sich selbst erst noch recht bedingt programmiert.)

 

Beginnen wir kurz mit unserem Strafgesetzbuch: Da gilt das Verbot von Hitlerparolen gemäß § 86a StGB und betrifft explizit Symbole, Parolen und Grußformen, die direkt mit verfassungswidrigen Organisationen wie der NSDAP, der SA, der SS und anderen verbunden sind.  Die heißen: Heil Hitler!“„Sieg Heil!“„Blut und Ehre“„Ein Volk, ein Reich, ein Führer“„Meine Ehre heißt Treue““„Juden raus!“ – Das dürfte jedem klar sein.

 

Der Slogan „Alles für Deutschland“ war in der NS-Zeit ein Wahlspruch der SA (Sturmabteilung). Das wusste ich zum Beispiel nicht. Und so erging es den meisten Mitmenschen, die ich kenne und danach befragte. Also mit dem Bekanntheitsgrad dieses Satzes in der allgemeinen Bevölkerung der Gegenwart ist das nicht so eindeutig.Ob der Geschichtslehrer Höcke das wusste oder wissen musste, kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht weiß, ob all diese Slogans tatsächlich und vollständig im Geschichtsstudium an allen Universitäten vorkommen. Kommen sie? ... Ansonsten zu Höcke hier nichts weiter, dessen Verhalten eh eine klare Sprache spricht und dessen Motivlage auch eindeutig ist.

 

Der Slogan "Alles für Deutschland" fällt ebenfalls unter die nationalsozialistischen Parolen, die in Deutschland verboten sind. Das Verwenden solcher Symbole und Parolen steht unter Strafe, da sie verfassungswidrige Organisationen glorifizieren und deren Ideologie verbreiten.

 

Auf meine Frage an die KI, ob nun ähnliche und nur sehr leicht abgewandelte Formulierungen wie „Alles Gute für Deutschland“ oder „Alles Beste für Deutschland“ ebenfalls strafbar sind, wurde mir gesagt, das hänge stark vom Kontext ab. Generell sind solche Formulierungen nicht verboten, wenn sie in einem positiven, unverfänglichen Kontext genutzt werden, der keine Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie aufweist. Aber da muss man im Zweifelsfall dann auch schon vor Gericht politisch glaubwürdig sein, denn angezeigt werden kann man für alles Mögliche, was man sagt und von dem man ernsthaft nicht wusste, dass irgendein Nazi-Idiot das in der Hitlerzeit auch schon einmal gesagt hat.

 

Man sehe auch die gleichlautende Äußerung von Cathy Hummels in den sozialen Medien, die der Gerechtigkeit willen von Herrn Höcke wegen ihres Posts: "Alles für Deutschland" auch angezeigt und gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden soll.

 

Die Sache scheint immer komplizierter zu werden, je mehr wir uns von der dunklen Zeit des 2. Weltkrieges und den irren Hitlerjahren entfernen. Während nach dem Krieg massenhaft Mörder und politische Schwerstverbrecher ungeschoren davon kamen, nicht wenige sogar wieder in hohe Ämter durch Amnestie gerieten, andere wohlbetucht im Ausland untertauchten, werden viele  Jahrzehnte später aber ausgerechnet selbst jene Worte/Sätze  (!) unter bösen Verdacht oder gar Strafe gestellt, die unter Umständen in der Gegenwart in anderem Kontext (siehe z.B. Fussball) nichts als Konstruktiv gemeint, gedacht, gefühlt und gesagt wurden und werden.

 

Keine Sorge – ich unterscheide, differenziere die Motive und Absichten! Denn natürlich gibt es die obigen No Go!s zu Recht... Natürlich gibt es die politischen und ethischen Brunnenvergifter, die Manipulateure, die Angsterzeuger, die Verharmloser und auch die zu Recht Verdächtigen. Und wenn sie das Gleiche sagen, wie andere Menschen ist es nicht das Gleiche, obschon es die gleichen Worte sein können. Das allerdings ist wirklich schwierig, wenn darüber in jedem Einzelfall zu urteilen ist.

 

Schauen wir ins Ausland. Amerika zum Beispiel. Der Patriotismus ist in den Herzen sehr vieler Amerikaner regelrecht eingewurzelt. Das ist gewollt und wird dort sehr begrüßt. Oft frenetisch gefeiert: Amerika first! – Der Hauptslogan von Trump und seiner großen Anhängerschaft noch immer schlechthin. Doch: "Deutschland zuerst"? – Um Himmelswillen! ...

 

Obschon die Amerikaner massenhaft die indigene Bevölkerung umbrachten, bis heute Kriege führten und führen und so manches Böse bis heute am Stecken haben,so haben sie jedoch keinen Völkermord mit dem jüdischen Volk auf dem Kerbholz. Aber reicht dieser Unterschied aus, dass Amerikaner, Franzosen, Chinesen, Russen usw. usw. alle offen ihre Bekenntnisse zu ihrem Vaterland, ihrer Heimat laut und klar äußern dürfen, aber allein (!) die Deutschen eben nicht, weil es diese schreckliche Hitlerzeit gab? Mord und Völkermord ist niemals durch irgendwas zu rechtfertigen. Egal, wann, wo, an wem und von wem er jemals begangen wurde. Nur wurde es oft, viel zu oft von politischen Bestien durch die ganze Menschheitsgeschichte getan. - Müssten dann nicht viel, viel mehr Nationen ihr Mea Culpa ans Herz ihres Nationalstolzes pochen? Ja, müssten sie. Das Deutschland es tut, ist gut. Dass Deutschland aber offenbar große Probleme hat, einfache positive Äußerungen und Bekenntnisse unter Verdacht zu stellen, ist im Ausland kaum zu vermitteln. Und damit sind eben nicht die Hitlerparolen (siehe oben!) gemeint, sondern Sätze von denen man nicht einmal wusste, dass sie jemals von Hitler, SA oder SS benutzt wurden.

 

Welche Sätze kennen "wir" (die jetzt lebende Allgemeinheit, die überwiegend diese Zeit nicht mehr erlebt hat) alle nicht? Ich wollte es von der KI wissen und sie bestätigte leider: Es gibt keine vollständige Liste der "verbotenen Sätze/Slogans". Es ist und bleibt also volles Risiko, wenn man Deutschland etwas wünscht. Alles? Alles Gute? Oder am Ende auch noch alles Schlechte, wenn man Deutschland nicht so mag?

 

Patriotismus wird von unseren Soldaten erwartet, die für uns alle ihr Leben aufs Spiel setzen, Patriotismus ist zugleich auch immer verdächtig… und ich gebe gern zu: Nicht immer zu Unrecht, weil wir ja sehen, wie Ausländerfeindlichkeit (allerdings keineswegs allein in Deutschland!) ein bitterböses Erbe auferstehen lassen könnte. Wehret den Anfängen? Klar - aber wie weit darf oder muss das gehen und eben auch nicht?

 

Ich persönlich habe mit Patriotismus als solchem nicht viel am Hut, ich könnte auf allen Kontinenten leben, wenn es meinem Wesen gemäß wäre. Mir sind alle Menschen aller Kulturen generell gleich lieb – auch wenn sie zugleich im Einzelfall überaus unerträglich, schlau, raffiniert, gutmütig, barmherzig oder bestialisch sein können. Wir wissen doch: In jeder Kultur, in jeder Gesellschaft, gibt es das Gute, Weise, Barmherzige und auch das Böse, Dumme oder Verbrecherische, das immer von irgendwelchen Typen dann bedient oder genutzt wird. In dieser Hinsicht tut sich keiner etwas. Wir alle sind Menschen mit Fehlern und guten Potenzialen. Wir sind alle noch in Entwicklung. Und diese scheint am Zustand der Welt gemessen noch in den Babyschuhen zu stecken.

 

Für mich bleiben viele Fragezeichen, wenn es um den Gebrauch von Sprache geht, mit der man seine authentischen und ehrlichen Gefühle zum Ausdruck bringt. Wenn ich also Deutschland allen Ernstes und reinen Herzens alles Gute wünsche, ist es unverfänglich und mit einer inneren positiven Kraft gespeist.

 

Wünscht ein Patriot das Gleiche, kommen eventuell schon Verdachtsmomente hoch. Wer weiß, wie er das meint. Wobei Patriotismus und Rechtsradikalismus nicht das Gleiche sind, aber sehr viele Überschneidungen haben.

 

Kommt nun aber aus dem politisch rechten Lager ebenfalls ein gleichlautender Slogan, könnte es vor Gericht landen, weil irgendein Nazi-Verbrecher das auch einmal irgendwann gesagt hat, was dokumentiert wurde.

Man könnte chronisch Migräne darüber bekommen, was heute alles verboten und was erlaubt ist. Was bösartig interpretiert wird, obschon es neutral oder gutartig gemeint ist. Das Gemeinte zählt nichts mehr, das Gesagte alles. Und die Kontext-Geschichte ist auch bei jedem interpretierbar.

 

Was für eine Welt!

 

Ich wünsche Deutschland einen nüchternen, klaren Geist und eine Hysterie freie Zukunft voller Humanität.

Und wenn einer aus Deutschland raus soll, dann bitte jeder Einzelne mit inhumanem Gedankengut... egal ob mit, ohne oder welcher Staatsbürgerschaft auch immer!

 

 

 

24.5.2024

 

Normalität - Magnetismus der Konflikte

 

Normalität - Ich frage mich mittlerweile, was das eigentlich noch ist. Was es bedeutet und für wen und wann und wo? Sicher, ein jeder Mensch definiert seine eigene Normalität an den Gewohnheiten des Alltags, seinen Verpflichtigungen, seinem Ablauf, seinen kleinen Zwangsmaßnahmen oder dem hin und wieder selteneren Beschluss: Ich streike! Wogegen auch immer... und sei es gegen die News auf dem Handy, dem Fernsehprogramm, der Haushaltsarbeit. Aber auch das ist letztlich banal und verändert nicht die merkwürdigen Abläufe der Welt.

 

Was ist merkwürdig? - Für mich vor allem die Tatsache, dass sich Klugheit aus Erfahrung irgendwie nicht nachhaltig durchzusetzen scheint. Sie erscheint mir wie ein Zombie zwischen Leben und Tod zu sein. Man scheint aus den Fehlern der Vergangenheit nichts zu lernen. Fast so, als sei es verboten oder brennt auf den Fingern...Wer ist man? Viele, zu viele, befürchte ich - vor allem aber Politik, Institutionen, Ämter, Entscheidungsträger, Gremien aller Art. Ein ewiges gegenseitiges Blockieren - Bockigkeit und Macht.

 

Die Ideen sind reichhaltig da. Das Wollen fürs Richtige: groß und engagiert... und dann plötzlich versandet alles, obschon doch vorher laut getönt wurde, Pläne geschmiedet, Beschlüsse gefasst wurden. Und was passiert? Nichts, oder zu wenig, oder zu langsam, oder zu lasch, oder es ist kein Geld da, oder es wird wegen irgendwelcher Bedenken gestoppt, geklagt, verhindert... Manchmal sicher auch zu Recht. Kurzum: So vieles geht nicht weiter. Das ist Normalität.

 

Normalität scheint auch mehr und mehr zu werden, dass große Konflikte virulent sind und noch größere im Gefolge anziehen. Magnetismus der Konflikte? Im Windschatten des Ukraine-Krieges, des Gaza-Krieges und der vielen anderen Konflikte schickt nun China auch seine Kampfjets nach Taiwan. Die Welt ist ja eh schon mit Kriegsschlagzeilen gut beschäftigt, da fällt es vielleicht weniger auf? Normal!

 

Normal auch, dass es schon wieder regnet, nachdem es zwei Tage regenarm war. Mairegen bringt Segen. Das war früher normal. Heute ist normal, dass Mairegen Überflutungen am laufenden Band bringt.

 

Und dann sind nun doch die ersten Evakuierungen auf den phlegräischen Feldern nahe Neapel vorgenommen worden. Es bebt nun bis zu 150 mal am Tag. Bis Stärke 4,4... das ist ordentlich für ein Vorbeben, falls ein Hauptbeben folgen sollte.

Folgt es, dann wiederum bekommen wir eine andere Normalität. Eine, die uns noch weniger schmecken dürfte. Und so manches Problem wird sich dann in Luft auflösen, weil viel größere Probleme seine Stellung einnehmen. - Aber was sind schon Erdbeben, ist doch normal! (Auch wenn man dabei nicht bedenkt, um welche Dimension es sich in diesem besonderen Fall handeln würde!)

 

Nein danke, brauche ich nicht. Aber das interessiert die Normalität nicht, die sich als recht flexibel in alle Richtungen erweist.

22.5.2024

 

Vier Tage später...

 

Der Bach ist zurück in seinem Bett. Zumindest unser Bach, der durch unseren Garten nah am Haus vorbei fließt. Noch ist er höher als normal, aber nicht dramatisch hoch. Die Feuerwehr hat nach zwei aktiven Einsätzen noch eine dritte Sichtung gemacht. Dafür gibt's bald öffentlichen Dank von uns und natürlich was "Flüssiges" zum Feiern. Die angeschwemmten Altlasten warten noch auf Abholung, derweil das Tiefdruckgebiet nach Nord-Osten weiterzieht und sich nun wieder einmal andere Mitmenschen drauf einstellen müssen, dass es aus Kübeln schüttet.

 

Die großen Schäden, die diesmal vor allem im Südwesten und im Saarland entstanden sind, werden erst in den nächsten Tagen im vollen Ausmaß bekannt werden und so manch einer wird auf seinen hohen Verlusten sitzenbleiben. Denn ohne Elementarversicherung gibt es nichts. So ist das nunmal. Und ob eine gesetzlich verpflichtende Elementarversicherung kommt oder nicht: In jedem Fall werden aufgrund der nun immer schneller und häufigeren Schäden die Versicherungsbeiträge enorm steigen. Auch da darf man gespannt sein, wer sie wie lange noch bezahlen kann.

 

Wer Unwetter mit großen Schäden erlebt, erleidet in der Regel einen Vertrauensverlust ins Leben, ins Sein. Manche stecken es leicht und schnell weg. Andere Menschen unter Umständen niemals mehr. Es kommt auf die Gegebenheit, die innere Haltung, das Ausmaß des Schadens und vor allem dem Schreckens an. Bekommt man anschließend Hilfe, so ist das noch etwas wesentlich Wichtigeres als "nur" die Hilfe am materiellen Gut: Es ist ein Stück HEILUNG der eigenen Seele, die oftmals traumatisiert von den Erlebnissen ist. Umso mehr, als man weiß: Das kann jetzt ständig und immer passieren.  Durchaus nicht nur jedes Jahr, sondern wenn man Pech hat, gleich ein paar mal im gleichen Jahr.

 

Die meist doch gemäßigte Drift Jetstream ist im Eimer. Immer mehr "stehendes" Wetter, dass sich entweder lokal abregnet oder mit Sturm, Tornados und Gewittern wütet - alternativ schwere Dürreschäden, mit Waldbrandgefahr, Ernteverluste, Hitzetoten. Europa soll sich nach Auskunft vieler Experten mit am schnellsten erwärmen (gleich nach der Arktis, die in vorderster Front steht und schneller schmilzt als Eisbären noch Schollen finden, die sie zum Überleben brauchen).

 

Wir wissen also: Es geht so langsam auf die Zielgerade des Klimawandels. Noch ist nicht all der Dreck in der Atmosphäre angekommen, der weltweit hochgepustet wird. Insofern werden sich die Bedingungen erst einmal noch verschlimmern. Niemand jedoch weiß, wie sich das in der Dynamik auswirkt und wie lange es mit seinen lebensfeindlichen Bedingungen dann stabil ist, was für uns maximale Instabilität aller Lebensbedingungen bedeutet. Ein Jahrzehnt, fünf, zehn Jahrzehnte? Hier fehlt jeder Erfahrungswert.

 

Einzig was wir wissen, ist das, was wir jetzt erleben: Es wird knallhart kommen. Meist lokal begrenzt, mal hier, mal dort. Mal an der Ahr, mal in Brasilien, mal im Tibet... Dann wieder die Saar, die Dolomiten oder Kenia... Meist aber an zig Örtlichkeiten auf allen Kontintenten zugleich, was man kaum registriert, wenn die eigene Bevölkerung mal wieder selbst im Schlamm und zwischen Trümmern  sitzt.

 

Das ist kein Schwarzsehen. Das ist auch kein Negativ-Orakel. Das ist die Wirklichkeit, auf die wir uns einstellen müssen. Je klüger und schneller wir das schaffen, umso mehr können wir Schäden begrenzen, wenn wir schon die Gefahr als solche nicht abwenden können.

 

Und die Sonne scheint und lacht...

... so als sei alles in Ordnung.

18.05.2024

 

Korrektur!

 

Und wieder ein Irrtum. Nichts war / ist vorbei. Bereits zweimal musste heute schon wieder die Feuerwehr bei uns anrücken. Und schon wieder kommen enorme Massen von Wasser heruntergeschossen. Nun erst einmal keine Berichte mehr, bis wirklich klar ist, wie das hier ausgeht.

 

An den Ortsvorsteher und die Feuerwehr aber schon einmal ganz herzlichen Dank!

 

 

 

Wetter zum Letzten  - (zumindest zu Pfingsten 2024)

 

Der Albtraum ist wieder einmal vorüber. Das aktuelle Unwetter in unserer Zone ist wieder weg. Hat seine böse Last hier abgeladen. Tote gab es offenbar und zum Glück keine zu beklagen. Die Schäden dürften stellenweise wieder enorm sein. Doch was vor allem bleibt, ist die tiefe Verunsicherung für alle hart Betroffenen, die wissen: Es kommt wieder. In einem Monat, im frühen Herbst im nächsten Jahr? Keine Ahnung, niemand kann es wissen. Das Vertrauen ins Leben und Sein wird jedesmal ein Stück mehr erschüttert. Aber so ist es nun einmal. Die einzige Sicherheit, die wir alle im Leben haben, ist immer nur der Tod. Mal kommt er früher, mal später. Alle anderen Dinge bleiben spekulativ.

 

Sinnvoll ist es, mehr und mehr das Loslassen zu üben. Die große Gelassenheitsübung des Lebens an sich. Die wichtigste Übung, um zum Vertrauen zurückzukehren. Das braucht es für ein lebenswertes Leben: Vertrauen!

 

Schöne Pfingsten, gute Nerven und Gesundheit und möglichst viele glückliche Zeiteinheiten!

 

 

17.05.2024

 

Reden wir endlich mal übers Wetter?

 

Geht nicht. Denn wem soll man glauben. Bis zu dieser Stunde sind beispielsweise für unseren Ort an der unteren Ahr völlig widersprüchliche Voraussagen unterwegs: von leichtem bis mäßigem Regen - bis hin zu Unwetter mit 50 Liter/qm und mehr. Beides zur gleichen Zeit? Wem soll man glauben? ... Am Ende wohl dem, was man sieht, wenns runterkommt. Was aber so oder so bleibt, ist wohl die Gewissheit: Das kommt jetzt laufend so...

 

Halb Deutschland ist diesmal wieder betroffen, vor allem Süden und Westen

Aussicht auf dauerhafte Wiederholung: groß, sehr groß

 

 

Wer immer wieder neu vom Unwetter geschädigt betroffen ist, wird müde daran, erschöpft seine Kräfte. Und das sind nicht wenige in mittlerweile sehr vielen Gebieten... weltweit.

 

unter: Vertrau! - neuer Beitrag - Nr. 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.5.2024

 

1. Unwetter. Noch keine Entwarnung. Aber die Prognose für uns ist nun günstiger. Das Unglück des einen ist das Glück des anderen? - Ich hoffe, dass es für alle glimpflich abgeht. Die Anspannung lässt etwas nach.

 

2. Die liebe Not mit der Realität.

 

Menschen haben Träume, Wünsche, Sehnsüchte. Und weil sie diese lieben, machen sie sich Vorstellungen von dem, wie die Welt sein könnte. Das ist normal, gesund und förderlich dafür, dass es sich auch so ereignen kann. Aber dann ereignet es sich nicht. Manchmal wartet man Jahre umsonst, manchmal ein ganzes Leben, bis sich eine Vorstellung als Realität einstellt. Dabei hatte man sich doch alles so schön visioniert, ihm Gestalt und Inhalt geschenkt.

 

Geschenkt! Denn hier liegt zugleich das Drama des normalen Alltags: Der Frust, die Wut, die Enttäuschung. Denn die Vorstellungen waren anders als die Realität.

 

Was ist schiefgelaufen?

 

Die Sache ist einfacher als man glaubt: Vorstellungen wurden als solche nicht kritisch reflektiert und hinterfragt. Sie wurden schlicht und einfach verwechselt: Traum und Wirklichkeit. Bis das böse Erwachen am eigenen Irrtum kam. Man blieb unkritisch und zu lange in seinen Traum- oder Wunschvorstellungen hängen. Klebrige Fäden eines bösen Gespinstes. Schlimmer noch: Oft plusterten sie sich gar zu Erwartungshaltungen hoch. Erwartungen an andere Menschen, wie sie doch bitte zu sein hätten, was sie zu tun, zu fühlen, zu denken hätten.

 

Fast immer ausgehend vom Kardinalirrtum, der meint: Die sind doch wie ich. Die handeln, denken, fühlen, agieren oder reagieren wie ich. Bin ich pünktlich, sind sie es auch. Sie sehen doch an meinem Beispiel, dass das geht. Das habe ich verdient, dass sie mich auch so behandeln! -

 

Pustekuchen! So funktioniert das soziale Leben untereinander, das Zwischenmenschliche nur im Idealzustand. Den gibt es durchaus, aber er ist seltener als man glaubt.

 

All das führt immer wieder neu zu Irrtümern und Missverständnissen. Ihr Rattenschwanz sind eben dann  Frust, Ärger, Wut, Enttäuschung, Zerwürfnis, Niederlage, Rückschlag… Und das alles nur deshalb, weil man die eigenen Wünsche und Erwartungshaltungen auf einen anderen Menschen übertrug.

Dann kommen solche Sätze wie: "Ich verstehe das nicht…" … Ja, klar, weil man von sich selbst, seinen Werten, seiner eigenen Lebensauffassung ausging, die ganz anders tickt. Oder Sätze wie "Das hätte ich nie gedacht…" oder "Das hätte ich diesem oder jenem nie zugetraut…" Standardsätze der Normalität, die von falschen oder zumindest doch unzureichenden Vorstellungen ausgeht und sich selbst zum Bezugspunkt nimmt. Fatale Bilanz eines immerwährenden Irrens, wenn man darin gefangen bleibt.

 

Vorstellungen - von was oder wem auch immer!- zu haben oder sich neue zu machen, ist wichtig. Doch das dahinterstehende Gesetz muss begriffen und klar erkannt werden: Vorstellungen sind eben NOCH keine Realität, sondern eine, die sich unter günstigen Bedingungen formen kann. Erwartungshaltungen an andere haben zudem etwas Zwanghaftes, das meist nicht lange gut gehen kann.

 

Intellektuell ist das alles nichts Neues und auch leicht zu verstehen: das mit den immerwährenden Irrtümern in Bezug auf unsere enttäuschte Erwartungshaltung.  Das Problem ist nur: Man denkt gar nicht daran, welchen Fehler im Prozess man selbst gemacht hat, wo der Hase im Pfeffer liegt ... man vergisst es, man fühlt nur, denn die Gefühle sind zumeist noch immer der Boss im eigenen Haus, weil sie uns in der Regel dominieren und einer klugen Einsicht zu wenig Raum einräumen.

15.05.2024

 

Verschwinde.

Wir brauchen dich nicht.

 

Hallo Sorge,

 

warum holtst du mich zur Unzeit aus dem Bett? Eigentlich wollte ich noch etwas schlafen. Doch du lässt es nicht zu. Quengelst dich erbarmungslos in meinen Terminkalender, als hätte ich nichts besseres im Sinn.

Ich war zudem auch noch nicht wieder mit dir verabredet, weil du doch erst kürzlich heftig bei mir als ungebetener Gast warst. Warum jetzt also schon wieder? Gibt es keine anderen Menschen, die du einmal wieder belästigen kannst?

 

Okay, ich weiß, du bist mittlerweile unersättlich in deinem Wunsch geworden, uns Menschen auf Trab zu halten. Dazu hast du dir verdammt viele Varianten einfallen lassen. An Möglichkeiten scheint es dir ja nicht zu mangeln. In meinem Fall ist es nun die immer häufigere Möglichkeit mich in Sorge um mögliche Unwetterschäden zu stürzen. Denn das nächste steht schon wieder vor der Tür. Unwetter, dass jede Menge zerstören kann. Die Räume, die Möbel, ach, so vieles am und ums Haus, das dann wiederum mühsam aufgearbeitet werden muss. Das kostet Geld, aber vor allem auch viel, viel Kraft. Noch schlimmer: Vertrauen in die Zukunft, die mit noch viel mehr droht.

 

Oder die Schäden im Garten. Hast du eigentlich einen Schimmer davon, wie viel körperliche Mühe es macht, die Gärten so schön zum Blühen zu bringen, solche Augenweiden zu gestalten, die zugleich auch Weiden für Vögel und Insekten sind, um nur zwei der recht vielen Lebewesen im Garten zu erwähnen? Hast du im Blick, dass wir durch Frost zur Unzeit und Hagel und Sturm quasi einen Totalausfall in unserem Paradies haben? De geht viel mehr als der Bach runter, der natürlich auch fürchterlich wüten kann, wie wir wissen.

 

Tja, Sorge! Wir könnten so gern auf deinen Besuch verzichten, auf jedes weitere Treffen mit dir. Aber du erklärst dich mehr und mehr zum lästigen, ja belastenden Dauergast. Und erst vor gut zwei Wochen zeigtest du uns, wo dein Hammer mittlerweile hängt. Nämlich keinesfalls nur bei Bach- oder Flussanwohner. Nein, du tauchst mittlerweile überall auf. Machst Schäden ohne Ende, bringst die Leute zur Verzweiflung.

Weltweit. Und wir sind nicht mal die am Schlimmsten Betroffenen, wenn man an die wirklich armen Länder und Menschen denkt. Aber wir sind in Sorge, weil wir erleben, was abgeht.

 

Nun weiß ich, dass du nicht lesen kannst. Also wird dich meine überaus berechtigte Klage nicht einmal erreichen. Und wenn doch: Es wäre dir völlig schnuppe. Es interessiert dich einfach nicht. Du kommst und gehst, wie und wo es dir passt.

 

Manchmal kündigst du dich auch nur an und belässt es dabei. Haust wieder ab, ohne irgendetwas zerstört zu haben. Tja, dann atmen wir alle mal wieder auf. Darauf verlassen können wir uns aber nie, weshalb wir uns eben im Vorfeld doch sorgen müssen. Und vorbereiten müssen, sofern es im begrenzten Ausmaß geht.

 

Ach, lass uns doch endlich in Ruhe. Das Leben ist auch schon ohne dich und deine vielen Raffinessen und Varianten schwer genug.

 

Bring uns nicht um den Restverstand und unsere letzte Kraft.

 

Einen schönen Tag wünschen, kann ich dir leider nicht. Eher wünsche ich mir: Verschwinde… wir brauchen dich nicht!

13.05.2024

 

Ein neuer Todesfall in der Familie.

 

Ein lieber Mensch verstarb... zu jung.

Eine kleine Pause muss nun sein.

12.05.2024

 

Außerordentlich

- außerhalb des Ordentlichen

 

Soomee und ich...

Haben sich da zwei gefunden? Gestern ein erstes Treffen - das fröhlich und kreativ verlief. Soomee, die Grafikerin aus Südkorea und halt: ich.

 

Ein gemeinsames Projekt ist geplant. Eine west-östliche Symbiose von Surrealismus. Ein Kulturprojekt, wo asiatisches Schauen auf europäisches Denken stößt und sich miteinander vereinigen will. Jung trifft auf alt. Frische auf Erfahrung... Gegensätze, die sich schätzen.

 

Als ich Soomees Zeichnungen sah, war ich gleich fasziniert. Warum? Weil ich nicht erkannte, was ich sah. Weil ich es völlig neu zu ergründen hatte. Da war nichts, was sich mir unmittelbar erschloss. Da war viel, was mich sogleich bannte.

 

Ich musste an meine eigenen Texte denken. Viele sind so klar in ihrer Aussage, dass es keines tieferen Nachdenkens bedarf. Andere wiederum sind kryptisch, wollen individuell erschlossen sein. Oder sind zwei, ja mehrdeutig, könnten dies und das bedeuten und sprengen den Rahmen des Gewöhnlichen... passend zu Soomees inneres Schauen, dass die Elemente von Pflanze, Mensch, Tier, Natur in einer ungewöhnlichen Art von zeitgenössischer Kunst grafisch zusammenführt. Sie spielt damit, die Meisterschülerin der Kunsthochschule, begabt, schafft neue phantastische Welten, kehrt Sichtweisen um.

 

Mein Text vom kreatürlichen Tier, das auch in mir steckt, kam mir gleich in den Sinn... Oder die Sprengung von Zeit und Raum, die eine neue Saat erkennt, wo sich die Dinge umkehren. Wo Antworten gesät werden, damit die Frage geboren werden kann. Sie malt, wie ich fühle. Und das völlig unabhängig voneinander. Wir finden es spannend.

 

Nun versuchen wir beide es zusammen. Ein gemeinsames Buch, das eine ungewöhnliche - vielleicht auch merk-würdige! - kulturübergreifende Übereinstimmung versucht. Steht im Herbst ein neues Manuskript, dann geht es gemeinsam in die Verlagssuche... Vielleicht finden wir auch einen Förderer... Das Goethe-Institut? Wir werden es probieren.

 

Es wir also noch etwas dauern, bis das Baby seinen ersten Schrei in die Welt der Kunst stößt.

 

Ich freue mich drauf.  Es ist wundervoll, auch im Alter immer einmal wieder neue Projekte mit bisher völlig fremden Menschen zu beginnen. Das ist übrigens eine der schönen Seiten am Internet. Besonders schön, wenn man sich gleich sympathisch ist und spürt: Nicht nur der Surrealismus scheint zu passen, sondern vor allem auch das Mitmenschliche, das sehr realistisch daherkommt.

 

Ich bin gespannt, wie es mit uns weitergeht... ob wir es schaffen!

 

11.05.2024

 

Prepper: Kommt bald eure Stunde?

 

Die Experten scheinen sich einig, glaubt man den Medien: Putin wird die Nato angreifen. Nicht ob, sei dabei die Frage, sondern nur das wann und wo. Und auch da scheint man schon festgelegt zu sein: Im Baltikum. Klar, es liegt ja auch strategisch günstig. Das Spiel mit der Angst betreibt er nun schon lange... und blutig dazu. Droht mit Atomkrieg!

 

Und sieht man es aus der Sicht von Putin, so scheint es ebenfalls auch bald zeitlich günstig zu sein. Große Mengen von Waffen wurden und werden zur Selbstverteidigung an die Ukraine geliefert, die trotz der Lieferungen immer mehr in die Defensive geraten. Sprich: Die Nato kommt mit Nachschub nicht hinterher. Von Anfang an nicht. Angeblich sollen die Restbestände ja nicht einmal mehr für die eigene Selbstverteidigung ausreichen, wenn man sich die Klagen aus der Bundeswehr anhört, wo es an allem mangelt. Insofern dürfte bei Putin doch Freude aufkommen, solange er massiv von China, Nordkorea usw. heftig unterstützt wird und Europa seine Rüstung nicht hochgefahren bekommt.

 

Kommt also bald die Stunde der Prepper? Wussten sie es nicht schon immer und mussten nur etwas abwarten?  Die Möglichkeit oder die Gefahr ist zumindest ernsthaft gegeben, auch wenn es noch etwas dauern kann. Denn Tag und Stunde kennt niemand. Vermutlich nicht einmal Putin selbst.

 

Es ist halt ein dynamisch lebendiger Prozess, die Sache des Tötens! Will man ausreichend gut und effizient in diesem Todeshandwerk des Krieges sein, muss man mehr denn je auf die Zeitqualität achten – oder wie es neudeutsch heisst: Quality-Time!

 

Prepper sind Menschen, die sich auf die verschiedensten Arten von Katastrophen frühzeitig vorbereiten. Sie legen Vorräte aller Art an und achten darauf, dass sie ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum haben, leicht zuzubereiten sind und auch im Hygienebereich alles Notwendige bereithalten (to be prepared – bereit sein), was man halt als Mensch so braucht, wenn nichts mehr geht. Zum Beispiel haltbare Nahrung, Medikamente, Verbandmaterial, Wunddesinfektion und natürlich Wasservorräte und Wasser-Aufbereiter, im Falle von Verschmutzung oder Verseuchung. Klopapier. Ja. Auch. Handy? - Vermutlich nein, weil vermutlich mit großfächigen Störangriffen aufs Netz zu rechnen ist.

 

Jetzt kann man darüber lachen oder auch darüber nachsinnen, wie sinnvoll das ist. Kommt der Ernstfall über Nacht und hält sich ein paar Tage, gar eine oder zwei Wochen, dann bricht ja alles zusammen. Das muss ja nicht einmal ein Krieg sein, sondern da reicht es aus, wenn die Infrastruktur des Stromnetzes so gründlich gehackt wird, dass von jetzt auf gleich nichts mehr geht. Nicht einmal die Warn-App Nina, falls der Satellit ausfällt. Auch keine Kasse, kein Supermarkt, keine Tankstelle… nichts mehr. Und die letzten Notoperationen können vielleicht zwar noch mit den Ersatzgeräten zu Ende geführt werden, danach ist es auch dort zappenduster.

 

Folgt man den Empfehlungen der Bundesregierung und des Katastrophenschutzes, hat jeder frühzeitig für sich selbst Sorge zu tragen. Im Friedensfall versteht sich. Trinkwasser ist das Wichtigste. Doch nicht jeder hat Platz in seiner Wohnung für 5 bis 8 Kisten Wasser ständig frisch parat zu halten. Die sind schnell weg, wenn der Wasserhahn nicht mehr tropft. Ganz zu schweigen Platz für die Lebensmittel für vier oder mehr Wochen, die für eine drei- oder fünfköpfige Familie notwendig wären.

 

Prepper können das. Auch mit kleinen Wohnungen. Sie setzen schlicht und einfach ihre Prioritäten anders, weil sie davon überzeugt sind, dass dieser Tag X kommt und die Lieferketten binnen Stunden zusammenbrechen werden. Und ist die eigene Wohnung zu klein, werden geheimnisvolle Bunker angelegt. Eichhörnchennester. Passiert also wirklich einmal der Ernstfall, dann ist Chaos vorprogrammiert. Auch Plünderungen und Gewalt. Dann herrscht das Gesetz des Stärkeren. Da braucht man sich als alter Mensch nicht mehr in den entmenschlichten Tsunami werfen. Umsonst. Vor allem wer stark, jung und männlich ist, wird das Letzte ergattern, bis dann auch damit Schluss ist.

 

Was soll diese Schwarzmalerei?

 

Vielleicht nur das: Wenigstens Aufmerksam bleiben, angesichts der realen Gefahren der Gegenwart. Nüchtern und klar und ganz ohne Panik die Wirklichkeit anschauen und dann fürs Notwendige sorgen. Was das Notwendige ist, ist bei jedem Menschen ein wenig anders.

 

Was aber bei allen als innere Notwendigkeit lebendig bleiben sollte ist: Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Vertrauen auf bessere Zeiten, falls uns die schlechten einmal vorübergehend böse erwischen. Letzteres kostet keinen Raum und keinen Pfennig Geld, aber es bedarf einer starken inneren Arbeit an der eigenen Haltung, die man nicht frühzeitig genug beginnen und auch trainieren muss, damit sie wirkt und uns nicht in Verzweiflung stößt, die alles nur verschlimmern würde.

10.05.2024

 

Ein neuer Gedanke zu Leben und Tod

 

Heute wird ein sonniger Tag. Heute ist zugleich auch ein trauriger Tag. Es ist die Beerdigung einer engen Freundin, die allzu früh starb.

 

Mein Verstand weiß: All das Leben auf der Erde wäre ohne beständigen Tod  nicht möglich. Es ist normal, ja unverzichtbar, dass wir alle sterben (müssen). Ob es  uns gefällt oder nicht. Doch was eigentlich ist schade und traurig an diesem unverzichtbaren Umstand?  Der Welt wird Liebe entzogen.- und dieser Gedanke ist für mich ein neuer Gedanke, es so zu sehen.

 

Kommen wir als Winzlinge auf die Welt, können wir nicht lieben. Wir können schreien und nach Liebe, Leben und Versorgtwerden betteln. Wir wollen und müssen geliebt werden, wenn aus uns starke, reife Persönlichkeiten werden sollen. Die Liebe zu nehmen ist ein völlig anderer Akt, als Liebe zu geben. Vor allem die bedingungslose Liebe, die nichts fordert, sondern einfach nur ist. Es ist wohl das Schwerste, das auf uns alle als Aufgabe wartet. Und es braucht lange, lange, bis wir es vermögen.

 

Von dieser Qualität der Liebe gibt es zu wenig auf der Welt. Es gibt sie gewiss und wer sie erlebt, gedeiht in der Regel prächtig. Dennoch müssen auch alle Liebe-Verwöhnten lernen, wie das geht… Wie geht das also, einen Menschen zu lieben, in den man NICHT VERLIEBT ist, sondern den man liebt, wie er ist, weil er ist - mit all seinen Schwächen, Macken und Fehlern?

 

Vor allem kann man Aussagen darüber treffen, wie es nicht geht. Denn bedingungslos geliebt zu werden, ist ein schier unfassbares Glück, hinter dem dennoch eine große unsichtbare Leistung steht. Eine Leistung, die aller Wahrscheinlichkeit nach über viele Leben nach und nach entwickelt wurde und sich mehr und mehr verfeinerte, je mehr man den Unterschied zwischen Liebe und Nichtliebe selbst erlebte, erlitt.

 

Die Freudin, die starb, liebte. (Noch) nicht jeden Menschen, aber sie liebte ihre Kinder und Enkelkinder. All denen wird nun eine Liebes-Kraft entzogen, die andere Menschen nicht ohne weiteres ersetzen können z.B. durch Freundlichkeit, Güte oder Hilfsbereitschaft. Liebe ist mehr.

 

Und immer, wenn ein Mensch verstirbt, der in der Lage war, schon ein paar andere Menschen bedingungslos zu lieben, wird der Menschheit etwas Wertvolles entzogen, das sie doch so dringend braucht.

 

Neue Menschen werden geboren. Das mit der Liebe aber müssen sie erst lernen, kennenlernen, bevor sie es frei verschenken können und die Erde damit bereichern.

08/09.052024

 

Abbruch – oder Der Tag des gegrillten Hähnchens

 

 

Zu Muttertag wollte ich schreiben. Zum Vatertag auch. Fröhlich sollte es sein. Das misslang. Dann sollte es wenigstens ernst sein. Auch das wollte nicht richtig gelingen. Es kam überwichtig daher. Fordernd…

 

Dann habe ich es mit Satire versucht. Habe an den Welttoilettentag erinnert. Ja, den gibt's! Auch so ein schöner Gedenktag wie Mutter- und Vatertag. Und vermutlich nicht einmal wesentlich unwesentlicher in Bezug auf seine Wichtigkeit in der Wirklichkeit, wenn man bedenkt, wie sehr man lebenslang Toiletten braucht. Das geriet albern.

 

Dann war ich es leid.

Hör bitte mit der Tipperei auf, wenn es mal nicht klappt! Wenn man nichts Wichtiges zu sagen hat, soll man schweigen.

Gesagt, getan. Abbruch…

 

Drei Versuche, zwei Stunden, umsonst.

Macht nichts! Manchmal ist es so!

Abbruch

07.05.2024

 

... etwas von der krassen Frau..

 

Sie war relativ ungebildet, aber begabt, sie liebte die Natur und verachtete alle höfischen Etiketten bis aufs Blut, sie war egozentrisch und sozial, sie war auf manches ungemein neugierig und ließ  anderes Wichtige links liegen, sie war eine bemerkenswerte Autodidaktin und lernte lebenslang weiter fremde Sprachen.

 

Sie war sportlich, mutig und super durchtrainiert, eine der besten Reiterinnen Europas. Sie vernachlässigte als Mutter ihre beiden ältesten Kinder, sie liebte ihren Mann und hasste ihre Schwiegermutter, die ihr zu lange Jahre Vorschriften machte und ihr früh die Kinder entzog. Sie betrieb einen Schönheitswahn ohne Ende und war damit lange Jahre erfolgreich eine der schönsten Frauen ihrer Zeit.

 

Sie hatte schlechte Zähne, weshalb sie den Mund kaum öffnete und es schwierig war, sie zu verstehen. Sie trieb ihre lebenslangen Hungerkuren soweit, dass sie Hungerödeme entwickelte. Sie schaffte ihr Geld und ihre Geschenke geschickt beiseite und verschenkte später alles incl. aller Diamanten und Edelsteine im frühen Alter. Je älter sie wurde, umso sehr versteckte sie sich hinter einem Fächer, einem Schleier und unter Sonnenschirmen, damit sie niemand mehr zu Gesicht bekommt.

 

Ihre prachtvollen Haare waren so legendär wie ihre Figur. Zeitweise mischte sie sich in die Politik ein, zu anderen Zeiten wollte sie nichts davon wissen. Obschon sie oft schlecht bis gar nicht informiert war, hatte sie allerdings ein gutes Urteilsgespür für Richtiges und Falsches und einen klar denkenden Geist. Ssie liebte ihre jüngste Tochter so sehr, dass diese  darunter litt. Sie ließ ihren Mann vereinsamen und war selbst das einsamste Wesen ihrer Zeit.

 

Sie war menschenscheu und dennoch sollte sie immer wieder neu im Blickpunkt Europas stehen. Sie ritt abenteuerlich gefährlich, kannte sich mit Pferden aus und neigte zu Gewaltmärschen, denen die Begleiter kaum folgen konnten. Sie  war viele Jahre ihres Lebens auf der Flucht vor sich selbst und bereiste unentwegt viele Länder. Sie konnte verschwenderisch sein, wenn es um ihre Träume ging und ließ sich teure Domizile bauen, in denen sie sich wie Titania, die Feenkönigin fühlte. Shakespeares Sommernachtstraum mochte sie besonders.

 

Sie war ihrem Vetter, Ludwig der I. von Bayern herzlich zugetan und sorgte sich nicht nur um seinen, sondern auch um den eigenen Verstand. Immer wieder besuchte sie Irrenanstalten. Sie dichtete aberhunderte von Gedichten, die sich vor allem mit ihrem Leben, ihren Gefühlen, ihrer Ehe, Familie und Lebensumständen befassten und reichhaltig Ausdruck über ihre innere Sichtweise und Befindlichkeit gaben.

 

Sie machte die Männer reihenweise verliebt, doch ist es offen und ungeklärt, ob und mit welchen Männern außer ihrem Ehemann sie sich einließ und ob diese romantischen Beziehungen platonisch blieben oder nicht. Besonders Captain Bay Middleton und Graf Gyula Andrássy standen ihr sehr nah. Die negative Sichtweise über die Ehe brachte sie immer wieder neu zum Ausdruck. Sie hatte sehr viele Talente, die sie jedoch vor der Öffentlichkeit weitgehend verborgen ließ.

 

Sie schien überwiegend unglücklich im Leben gewesen zu sein, depressiv, teilweise psychotisch, litt offenbar auch unter einem sehr gestörten Körpergefühl, das in der heutigen Form  evtl. Anorexie zugeordnet würde. Sie war unendlich traurig und mochte besonders gern Schopenhauer und Heinrich Heine.

 

Die großen Probleme ihres Sohnes Kronprinz Rudolf, der sich in seinen 30er Jahren erschoss, verstand sie nicht wirklich und konnte ihm keinen ausreichenden Trost in seiner  Form von Einsamkeit spenden.

 

Sie war eine faszinierende Frau. Schillernd in ihrer Persönlichkeit, die man wohl heute auch unter dem Oberbegriff Borderliner vielleicht verorten könnte. Doch was sind schon solche Begriffe, wenn es um diese tiefen Schluchten von Persönlichkeiten geht! Von vielen wurde bewundert, von vielen gehasst (vor allem vom Adel, gegen den sie stänkerte). Von den Menschen ihrer Zeit in ihrer Potenzialität wurde sie vermutlich völlig verkannt.

 

Sie war eine tragische Erscheinung auf der Bühne der Welt. Sisi. Kaiserin Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen. Ein unglaubliches Leben!

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Seit einer Woche habe ich wegen starkem Husten in der Nacht Schlafprobleme. Ich habe die vielen Stunden genutzt und eine dritte Biografie von ihr gelesen, fast sieben Hundert Seiten stark. Diesmal aus der Sicht einer Historikerin mit unendlich vielen Quellenangaben aus ihrer Lebenszeit und den vielen Zeitzeugen, Briefen und Protokollen.

Trotz der Hustenanfälle eine wunderbare Nachtwoche, die mir Einblicke in eine überaus bemerkenswerte Persönlichkeit gab, die Spuren hinterlässt.

Staunen und Bewunderung.

06.05.2024

 

Bücher! - Meine Freuden, mein Entsetzen!

 

Ich lese viel. Nicht selten lese ich auch über meine Verhältnisse, mal zeitlich, mal intellektuell. Immerhin bleibe ich Lernende und brauche damit auch die Herausforderung. Auch passiert es mir leider, dass ich hin und wieder weit unter meinen Verhältnissen ein Buch beginne und es mit großer Abscheu später entsorge, wenn ich erlebe: Ich wurde reingelegt. Mal wieder. Zu viel Lob als geschickte Werbemaßnahme, die ich als intellektuell schamlos betrachte. Aber so ist die Welt. Letztlich kann man alles, erst dann beurteilen, wenn man es kennengelernt hat. Und dann kann die Freude und die Bereicherung daran so groß sein wie das Entsetzen entsetzlich ist.

 

Doch vergessen wir bei all dem der Fairness halber nicht: Persönliche Neigung, Geschmack, Vorkenntnis, Genre, Augenblicksbedürfnis, Belesenheit u.v.a.m. lassen jedwede persönliche Kritiken immer auch problematisch erscheinen.

 

Hin und weider schreibe ich selbst auch Rezensionen, wenn sie mir wichtig genug erscheinen. Eine davon möchte ich heute auch hier einmal vorstellen: Die Geschichte der Philosophie in karmischer Perspektive: Ein Nachruf auf das Denken von Plato bis Stirner" von Karen Swassjan, erschienen Edition Morel.

 

Ich sag es gleich vorab: Es ist keine leichte Kost und es braucht auch für so manchen Leser eine gewisse Zähigkeit, sich durch den Stil und die Inhalte durchzuarbeiten. Ich hab's mir angetan und habe folgendes dazu zu sagen:

 

"In diesem epochalen Werk des Historikers und Philosophen Karen Swassjan kracht ein armenischer Denk-Donner nicht nur mit seinen scharfen Geistesblitzen durch das deutsche Gemüt, sondern gleich durch die gesamte historisch-philosophische Geistesgeschichte.

Doch liegt der Mensch auf seinem langen und müde machenden Weg vom Sein zum Bewusstsein, vom Bios zum Logos, so tief in seinem komatösen Schlaf, dass ihn diese blitzenden Geistesfunken, die da durch über 360 Seiten geschlagen werden, schon zu berühren, gar ein wenig zu brennen vermögen, ob dass er endlich erwache? Oder verschläft er sich und seine Möglichkeit an und mit sich selbst? Dann ist zu befürchten, dass seine Zukunft keine Gegenwart mehr bekommt.

Doch woran hätte er denn zu erwachen? Am Ende an sich selbst? Swassjan: „Seit Kant steht die Erkenntnis unter dem Zeichen der Selbstabschaffung, und alle Versuche, diesen Skandal ethisch oder metaphysisch zu bepinseln, dienten nur der Steigerung des Vakuums. Die Frage war, was dann? Was kommt danach? Nach dem Nichts. … Dass die einzige Möglichkeit, den Schrecken vor der Leere zu bezwingen, in einer Erkenntniskraft lag, die die Wirklichkeit der Freiheit durch eine Wissenschaft der Freiheit fundiert und das Vakuum des Nichts in die Voraussetzungslosigkeit der Erkenntnis verwandelt, davon zeugt scharf und unverkennbar das Ereignis Rudolf Steiner, das nur Blinde mit weit geöffneten Augen nach wie vor nicht zu sehen vermögen. … Statt Ideenwelt – Plato, statt Weltgeist – Hegel, statt Wissenschaftslehre – Fichte. …nicht: was ist die Wahrheit, sondern: wer ist die Wahrheit; … In summa – nicht was ist der Mensch, sondern: wer ist der Mensch? Mit der Antwort, die sich nicht in Worten verzettelt, sondern in einen Fingerzeig streckt: Ecco Homo!“

Mensch, werde endlich Mensch! Begreife deinen Bios, sehne dich endlich nach deinem Logos … mag man nach all diesem analytisch-scharfen Erkenntnistreibens Swassjans durch den Dschungel eines fulminanten Geisteslebens rufen… und hoffen, dass es irgendwann geschieht."

Christa Schyboll

 

 

 

 

 

05.05.2024

 

Ihr wollt Abenteuer? – Davon  bekommt ihr mehr als ihr glaubt!

 

"Die" Jugend gibt es ja nicht, wie wir alle wissen. Denn  auch Jugendliche sind Individuen mit sehr verschiedenen Anlagen, Vorlieben und Talenten. Dennoch kann allgemein festgestellt werden, dass nicht nur aber vor allem viele Jugendliche weltweit das Abenteuer lieben, die Herausforderung und sehr viele sich auch idealistischen Zielen tief verbunden fühlen. Eine ganz wunderbare und natürliche  Eigenschaft, die später vielen Erwachsenen leider abgeht.

 

Früher waren es die Einweihungsriten, überwiegend für Jungs, die sie zum Manne machten. Schwierige, schmerzhafte Prozeduren standen dabei im Vordergrund eines lebensprägenden Ereignisses, das Kraft, Mut und Tapferkeit erforderte. Fast alle Kulturen kannten es. Heute ist es nur noch in Ausnahmen der Fall und zurück blieb ein Vakuum, dass sich vor allem die männliche Jugend selbst suchte: Abenteuer aller Art, sobald sie sich vom Elternhaus freimachen konnten. Viele machen sich noch heute zwischen 18 und 25 auf den weiten Weg nach sich selbst. Es ist der weiteste aller Wege und auch der schwierigste. Für viele führt er über Kontinente und Meere, durch Dschungel oder Wüsten oder auch durch das undurchdringliche Dickicht einer Megametropole, die ganz andere Sinne herausfordert, um dabei zu bestehen. Andere gehen diesen Weg auf Innenpfaden, der nicht unbedingt leichter ist… und manchmal auch im "Abenteuer" gefährlicher Drogen enden kann, weil der Mut doch unbedingt herausgefordert werden wollte.

 

Die baldige Zukunft, lieber möchte ich sagen:  die Gegenwart, wird nun wiederum Neues erfordern. Einen neuen Kampf, einen neuen Einsatz, dem sich mehr und mehr junge Menschen verpflichten werden – vielleicht sogar auch bald verpflichten müssen. Dabei spreche ich nicht von den immer häufigeren kriegerischen Konflikten, die mehr und mehr Soldaten als zu Friedenszeiten braucht. Das zwar auch, aber dafür möchte ich nicht unbedingt werben. Da muss ein jeder nach seiner Haltung sehen, was zu ihm passt. Es gibt für alles starke Gründe und Gegengründe.

 

Ich spreche vom Zivilschutz. Spreche von Technischem Hilfswerk, Roten Kreuz, Feuerwehr und vielen ähnlichen Organisationen, die dringend junge Menschen brauchen. Denn was in baldiger Zukunft mehr und mehr auf uns zukommt, ist weder mit der offiziellen Personaldecke an Hilfe zu leisten und Not zu lindern, noch mit der personellen Aufstellung aller Hilfsgruppen… seien sie privat (siehe die zahlreichen phantastischen Helfer in der Ahrtal-Flut!, die nicht oft genug gelobt werden können), seien sie institutionell.

 

Was ist daran abenteuerlich? … Die Gefahr, die uns alle früher oder später treffen kann. Die Kraft, sich und andere Menschen in höchster Not zu retten, Menschenleben zu schützen und auch die Tiere, vielleicht auch Hab und Gut zu sichern und das Unheil so gering wie möglich zu halten. Überall, jederzeit.

 

Früher dachte man bei starken Naturereignissen oft an Hochgebirge oder Meer. Sturmflut oder Bergabgang, nun kommen aber mehr und mehr Waldbrände hinzu, die sich auch in der Fläche bis in die Ortschaften hineinfressen, Überschwemmungen, Steinschlag, weggebrochene Straßen, zerstörte Infrastruktur wie Brücken, Autobahnen, Gleise, Hangrutsche und vieles  mehr. Das zu managen braucht starke Menschen, die anpacken, sich nicht fürchten, Risiken eingehen, sich mit Herzblut einbringen.

 

Es braucht aber auch Kenntnisse, Talente, besonnenes Handeln, Angstüberwindung und den ungetrübten Blick fürs Machbare. All das kann man lernen, wenn man sich einlässt. All das macht Sinn und birgt zudem einen wertvollen Erfahrungsschatz nicht nur für die eigene Reifung, sondern auch für die eigene Selbst-Sicherheit.

 

Es ist ein Gewinn an prägender Lebens- und Menschenerfahrung, wenn man sich idealistisch auch und gerade in Gefahrenmomenten einlässt. Wo und wie auch immer…

 

Vermutlich lesen auf meiner Seite keine Jugendlichen mit. Somit erreiche ich sie hier auch nicht. Ob man mit etwas  (außer Katzenvideos der InfluenzerInnen?) überhaupt noch andere Menschen per schriftlichem Wort erreicht, weiß ich nicht so genau. Aber das sollte niemanden daran hindern, es trotzdem zu versuchen und darum zu bitten, dass möglichst alle Erwachsenen ihren guten Einfluss geltend machen, wo immer es möglich ist.

 

Liebe junge Menschen,

 

bringt euch ein. Das bringt euch nicht um, sondern macht euch stärker als ihr glaubt. Es ist sinnerfüllt, weil es notwendig wird, in Zukunft immer öfter Leid und Not zu lindern, zu helfen, füreinander da zu sein. Macht euch kundig über die Möglichkeiten eures Tuns, wo in der Welt auch immer. Hilfe ist an jedem Ort der Erde willkommen. Macht euch auch kundig über den Zustand unseres Planeten und die Folgen, die wir – zumindest vorübergehend – zu real erwarten haben. Diese Zwischenzeit, wie lange sie auch dauern mag, muss gut vorbereitet werden.

 

Bisher wurde trotz besseren Wissens, trotz der vielen Warnungen kluger Menschen, politisch fast immer alles versäumt. Machtkalkül, Parteienräson, persönliche Karriere standen immer wieder neu Pate fürs Nichttun - fürs Versagen, das wir heute alle auszubaden haben. Deshalb stehen wir da, wo wir stehen!

 

Macht diesen alten Fehler nicht mit. Handelt jetzt. Handelt selbst. Und traut euch das Unmögliche zu. Seid positive Grenzsprenger und zeigt allen, die in der Vergangenheit leider versagten, dass ihr es besser könnt.

 

Christa Schyboll

04.05.2024

 

Zwischenbilanz des nächsten Schreckens

 

Wir wohnen am Bach. Idyllisch zieht er sich über ca. 50 Meter durchs Grundstück. Eigentlich wunderschön. Natürlich halten wir ihn sauber, gepflegt, ökologisch an seine Bedürfnisse angepasst und freuen uns über das fließende Nass.

 

Wäre da nicht… unsere topographische Lage, die erst seit wenigen Jahren ein Problem für die Anwohner ist. Dafür nun mehr und mehr und vermutlich bis in lange Zukunft hinein. Denn der Klimawandelt ist nun spürbar, erlebbar und mit seinen diversen Schrecken und Zerstörungen bei uns angekommen.

 

Wir wohnen im unteren Ahrtal. Es scheint prädestiniert zu sein, dass sich aufgrund des immer schwächer werdenden Jetstreams die "stehenden Wetter" mit massivem Regen gern bei uns niederlassen. Alles, was da vom immer wärmer werdenden Atlantik in die hohen Luftmassen eingesogen wird, das schleicht sich dann z.B. über die Biskaya, Frankreich, Belgien usw. über die Eifel ins Ahrtal ein. Mal trifft es dabei die obere Region heftiger, mal die untere. Diesmal waren wir an der unteren unerfreulich heftig dabei. Vor Ort definitiv heftiger als bei der Ahrflut 2021. Doch nicht nur wir...

 

Menschen wurden zum Glück keine verletzt, soviel mir bekannt ist. Sachschäden gibt es wohl wieder eine Menge – wenn auch nicht in jenem apokalyptischen Ausmaß wie ihm Horrorjahr 2021 mit 135 Toten und Milliardenschäden. Diese Bilanz noch jenseits der Traumatisierungen, Trauer, Ängste, Depressionen, die bei vielen Menschen zuschlugen und leider teils nachhaltig wirken. Werte oder Verluste, die man in Geld nicht zu beziffern vermag.

 

Die Aussicht: Sie ist trübe, weil und seitdem wir wissen, dass der Klimawandel erst einmal nicht aufzuhalten ist. Das 1,5 Grad-Ziel scheint schon länger gerissen. Europa erwärmt sich von allen Erdteilen dabei am schnellsten. Und die schweren "stehenden Wetter", die der müder werdende Jetstream nicht mehr halbwegs ökologisch gesund über weite Gebiete Europas verteilen kann,  werden nun in Folge vermutlich Dauererscheinungen werden. Damit haben wir zu leben. Und wo eben diese topografische Lage das alles negativ begünstigt, hat man sich auch eben psychisch auf die veränderte Lage dauerhaft einzustellen.

 

Die Kanalisationen sind auf solche Mengen so gut wie nirgends ausgerichtet und vorbereitet. Wie auch! Und wenn in schneller Zeitfolge diese Unmengen von Regen lokal herunterkommen, ist es oftmals nicht einmal mit den Regenrückhaltebecken getan. Dennoch: Wo sie derzeit noch entstehen können: Bitte macht dalli damit, ihr Bürokratien mit den oft viel zu zähen Entscheidungsprozessen.

 

Schutz und Vorsorge. In begrenztem Maße ist er möglich. Je nachdem in welcher Lage man wohnt. Tieflage, Hanglange, Hochlage, Plateau, alles spielt eine Rolle im Gesamtverbunde mit vielen anderen Kriterien, die gar nicht alle hier aufgeführt werden können. Mal sind es die Bäche, mal die Flüsse, die für persönlich hohen Schaden und Schrecken sorgen können. Flutrollläden einbauen , Fluttüren anschaffen, Sperren, Sandsäcke, Elementarversicherung, private Pumpen für die Keller sind nur einige der Maßnahmen die man je nach Wohnlage ergreifen sollte und von uns natürlich auch lange schon umgesetzt sind. Aber es gehört noch viel mehr dazu…- und bietet je nach Lage dennoch keine oder nur sehr bedingt Schadensbegrenzung.

 

… Zum Beispiel die Feuerwehr gehört dazu, Schaden zu begrenzen. Sie kam für uns vorgestern noch rechtzeitig und säuberte den Bacheinlauf am Kanal von Wurzeln und Geäst, die das Unwetter rausgerissen hatte und die nun den Kanaleingang blockierten. Gigantische Mengen Wasser kamen sekündlich von oben geschossen und drohten mit Stau, Rückstau, Überflutung und Schäden.  Es ging diesmal gut. Wird uns das "Glück im Unglück" auch weiterhin begleiten? Dafür gibt es leider keine Garantie. Doch das gilt für viele Menschen an kritischen Lagen. Und nicht nur im Ahrtal.

 

Was, wenn wir nicht einmal vor Ort sind? Denn gefühlt dauerte dieses Unwetter doch maximal nur 15 Minuten in seiner Heftigkeit…. (genau habe ich nicht auf die Uhr geschaut). Es war jedenfalls eine verdammt kurze Zeiteinheit, die schier unglaubliche Wassermassen bescherte. Schnelles Reagieren war unerlässlich.

 

Was bleibt? Die Gewissheit, dass es aller Wahrscheinlichkeit noch oft und immer öfter passieren kann. Tag und Nacht… und wir eine uns liebgewonnene "relative Sicherheit" nun ganz und gar verloren haben. Das gilt nicht nur für uns persönlich, sondern natürlich für alle Menschen, die betroffen sind Und das sind viele und werden immer mehr

europaweit, weltweit...

 

Vorsorge betreiben, Nerven behalten, Aufmerksam sein… und Hilfe schenken – wie auch immer - wenn man selbst nicht betroffen ist und noch freie Kraft-Kapazitäten in Hand und mit Herz für Hilfe übrig hat.

 

Unbedingt auch Feuerwehr und THW unterstützen. Durch Beitritt, Spenden, aktive Hilfe. – Doch dazu werde ich in Kürze noch etwas genauer schreiben. Das liegt mir am Herzen. Uns allen zuliebe!

03.05.2024

 

Kurzer Statusbericht.

 

Katastrophe ausgeblieben. Feuerwehr musste bei uns nur einmal anrücken. Aber dennoch überall viele Schäden. Sehr viel Regen in sehr kurzer Zeit. Gefühlte  10-15 Minuten (hab nicht auf die Uhr geschaut) regnete es wie aus Kübeln. Dass dabei eine solche Flut herabstürzen kann, ist enorm und unfassbar zugleich. Was, wenn es Stunden regnet? Die Bilder im Internet gegeben Auskunft. Hätte die Feuerwehr den Bacheinlauf durch all das unvermeidliche Treibgut nicht wieder freigemacht... tja, dann wäre es bös ausgegangen. Vor allem durch die enormen Schlamm-Massen die aus dem lockeren Boden des Neubaugebietes (derzeit noch ohne Kanal) in den Bach hinabgespült wurden.

 

Ein Dank an alle. Später einmal dazu noch mehr, was diese Hilfe für unser aller Zukunft bedeutet...

 

 

 

02.05.2024

Leider war die Sorge (siehe unten) berechtigt.

 

Feuerwehr im Dauereinsatz. Auch wir brauchten schon Hilfe. Dabei hat die Nacht noch nicht einmal begonnen.

Was steht uns noch bevor?

 

 

 

Und wieder diese Sorge!

Unwetter ist angesagt,  auf allen Wetterdiensten. Starkregen, der die Bäche wieder über die Ufer treten lässt. Wir sind betroffen... bzw. wären es, wenn zu viel vom guten Nass ungut lokal gerade bei uns wieder herunterkommt. Der Bach fließt mitten durch das Grundstück...

 

Kommt es zur Unzeit, zu schnell, zu heftig? Oder bleibt es aus, was ich hoffe? Die Pumpen sind installiert. Meist brauchen wir sie nicht, wenn Unwetter angesagt sind. Aber weiß man es? - Spätestens seit dem Ahr-Drama wissen wir vor Ort zu eines: sei niemals sicher.

 

Kein schöner Gedanke, zumal die Gefahren von stehendem Wetter mit völlig anderen Regenmassen sich nun häufen werden.

Vor allem wird man ihn ja niemals mehr im Leben wieder los. Wie ein angedockter Virus, der sich nicht mehr abschütteln lässt. Impfung möglich? Nur das Serum mit der richtigen Zutat von Vertrauen und Gelassenheit hilft, vielleicht, ein wenig.

 

 

 

02.05.2024

 

Die Erkenntnis ist nicht neu und sicher schon seit Jahrtausenden in Herz und Hirn vieler anderer Menschen erwacht: Gelassenheit und Akzeptanz machen das Leben wesentlich leichter.

 

Es bedeutet keinesfalls, nicht dort und dann zu kämpfen, wenn es notwendig ist.  Doch ist die Welt so voller unschöner Zustände, dass doch alles nur ein ewiger, zugleich erfolgloser Kampf wäre.

 

Deshalb sind uns die Fähigkeiten von Gelassenheit und Akzeptanz, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort als wunderbare Hilfsmittel an die Seite gestellt. - Wir müssen sie nur annehmen können!

 

01./02.05.2024

 

Trauer, die keine ist

 

Trauer ist eine höchstpersönliche, intime und absolut individuelle Angelegenheit. Kann man also darüber schreiben? Oder ist sie zugleich nicht auch so allgemein-menschlich, dass ein jeder intuitiv versteht, wie es um diese Phasen im Leben sehr unterschiedlich bestellt sein kann?

 

Mit der Liebe, dem Verlust, der Einsamkeit, der Angst und vielen anderen starken Gefühlen ist es ebenso. Vielen Menschen ist es mehr als wohlbekannt, oft lebensbegleitend und dennoch immer wieder unterschiedlich stark oder schwach erlebbar, vergleichbar und unvergleichlich zugleich. Mit anderen Worten: es kann eine leichte oder sogar unmögliche Gemengelage von vielfältigsten Gefühlen sein, wenn man darüber schweigt oder schreibt, liest oder es gerade erlebt.

 

Ich erlebe gerade so etwas, was mich irritiert. Ich schreibe darüber, weil ich glaube, dass allein schon die Tatsache von Irritation wichtig genug ist, sich selbst auch beim Lesen seine eigenen Gedanken darüber zu machen, wenn man selbst in einer solchen Situation ist oder einmal hineinkommt. Wo man staunend vor sich selbst steht und Fragen hat, die niemand beantworten kann. In meinem Fall geht es um eine Trauer, die doch da sein müsste, aber nicht stattfindet.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir diese Frage stelle: Bin ich mittlerweile unfähig zur (klassischen Form) von Trauer geworden? Und wenn ja, ist das gut, ist das schlecht? Oder IST es einfach nur? Was ist los, was ist mittlerweile passiert, dass ich zum Tod eine andere Gefühlslage gewonnen habe, als die, die ich doch so gut kannte: Ebenjene natürliche Traurigkeit, die doch ein jeder mitfühlende Mensch hat, wenn nahestehende Menschen sterben. Ein schmerzhafter Verlust auf immer!

 

Nun passiert es mir zum 8. Mal, dass nahestehende Menschen aus dem Leben scheiden und sich das, was ich als Kind so unendlich schmerzvoll erlebte, aber niemals mehr später einstellte: Trauer, die so tief ist, als dass man daran erkranken kann. So geschehen als Kind, als mein geliebter Großvater starb, der mir alles bedeutete. Seinem Tod trauerte ich noch viele Jahre hinterher und wurde auch krank an Leib und Seele, als er das Zeitliche segnete.

 

Da war ich neun Jahre alt. Zu früh, zu jung um mir schon eigene Gedanken zum Tod machen zu können, aber alt genug, um mir eine schreckliche Angst vor diesem unvermeidlichen Fakt für alle Menschen in meine Seele zu schneiden. Ja, es schnitt mich entzwei, es war einschneidend ohne Ende. Noch heute, mehr als sechs Jahrzehnte später, erinnere ich diesen Schmerz stark, auch wenn ich ihn nicht mehr tragen muss.

 

Und nun, reifer geworden, längst erwachsen, selbst dem natürlichen Tod mehr und mehr entgegengehend, kehrt sich alles um?! Es scheint mir immer leichter zu werden, diese endgültig irdischen Abschiede hinzunehmen. So erst kürzlich geschehen anlässlich mir einer sehr nahestehenden Person, die viel zu jung verstarb. Noch heute, jetzt, in diesem Augenblick des Schreibens, kommt es mir zugleich irreal vor, so als wäre das alles ein Irrtum, eine Fehlinformation, die gleich irgendwer korrigiert. Denn gefühlt ist sie nach wie vor hochlebendig da. Da ist nichts Totes. Auch dann nicht, wenn ich versuche, kurz den Leichnam visuell zu realisieren, der klare Auskunft darüber gibt, was Wirklichkeit ist. Tod. Sterben. Vergehen…

 

Doch dann schneit eben jene mir schon wohlbekannte erweiterte Wirklichkeit herein und sagt mir klipp und klar: Natürlich ist der Körper tot, aber doch nicht das Wesen. Deine Gefühle sind klar, gesund, natürlich... und folgerichtig. Jener lebendige Kern, der uns über alle Grenzen des Körperlichen hinaus als Wesenheit ausmacht, lebt, entwickelt sich weiter, bleibt dir nah. Alles bleibt, auch wenn es sich wieder und wieder verändert, weil doch die einzige Konstante überhaupt immerzu Veränderung und Transformation sind. Es ist ein Widerspruch, den ich verstehe... auch wenn ich ihn nicht in passende Worte zu pressen vermag.

 

Nun ist es eine Sache, diese Dinge, Geschehnisse und Erlebnisse intellektuell zu analysieren und eine andere, sie zu fühlen. Aber das stimmt in diesem meinem eigenen Fall auch nicht. Denn ich fühle hier in diesem Fall tatsächlich eine vollständige Symbiose zwischen Denken und Gefühl, zwischen Hirn und Herz. Da widerspricht sich gar nichts. Es ist keine Trauer (im klassischen Sinne) da, sondern es triumphiert eine Gewissheit, die mir sagt: Sie lebt. Anders als ich derzeit, vermutlich jenseits raumzeitlicher Grenzen, im allumfassenden Jetzt ohne Ort.

 

Und das tröstet? – Selbst diese Frage ist falsch. Es braucht keinen Trost, weil es für mich so klar ist, dass es so ist. Ohne jeden Zweifel. Deshalb der Verlust der Trauer.

 

Das Wort "Himmel" möchte ich ungern benutzen, obschon es mir eigentlich gefällt. Doch dieser Begriff ist so überladen mit allzu menschlichen Vorstellungen, dass es mir Sorge bereitet, diesen Un-Zustand zwischen Aberglaube und Glaube, Märchen und Fiktion, Wunschvorstellung und Sehnsucht als Begriff heranzuziehen. Mein "Himmel" ist ein anderer als der, den die Katholiken in die Seelen ihrer Gläubigen malen, oder die Buddhisten, Muslims oder Hindus. Seien wir ehrlich: Wir haben für all dieses noch keine Begriffe finden können, weil wir den Geheimnissen des Tieferen und Größeren noch lange nicht auf die Spur gekommen sind, sondern noch immer in unseren Vorstellungen hängen. Ja, doch, wir erkennen Spuren, aus denen wir etwas lesen können… doch ist das nichts, was so belastbar wäre, dass es als Beweis nach menschlichem Ermessen gelten könnte. Mit solchen Überlegungen lässt sich tatsächlich nicht viel anfangen.

 

Zurück zu meiner Nichttrauer. Bin ich denn etwa nicht traurig darüber, dass all diese Menschen, die ich verlor, nicht mehr da sind? Ja, doch, aber es hat eben nichts von jener Dramatik, die ich damals als Kind kennenlernte und die auch unendlich viele erwachsene Menschen haben, wenn die Liebsten sterben und von ihnen gehen.

 

 

Und was ist, wenn es nicht um Nahestehende geht, sondern um die Allernächsten? Zum Beispiel die eigenen Kinder oder geliebten Enkelkinder, der eigene Lebenspartner? Zum Glück musste ich das noch nicht erleben und ich kann es auch nicht vorwegnehmen, nur weil die anderen lieben Verstorbenen so unglaublich lebendig in mir bleiben. Dazu muss ich kein Grab besuchen, keine Friedhöfe begehen. Sie begleiten mich alle, ständig und immerzu. Meine Gedanken sind oft auf sie ausgerichtet. Auch dort, wo es Schwierigkeiten gab, die zu Lebzeiten nicht mehr ganz geregelt werden konnten – all das ist unwichtig geworden. Wichtig ist allein, dass sie hochlebendig in mir weiterleben. Und ich bin sicher: Nicht nur in mir, nicht nur in anderen Menschen, sondern auch tatsächlich in einer anderen Weise der Wirklichkeit.

 

Vielleicht ist es diese langsam durch mein Leben gewachsene Sicherheit, die mittlerweile so tief in mir Anker warf, die mich ohne jedes Kalkül daran davon erlöste, über das Sterben anderer Menschen in tiefe, allzu schmerzliche Trauer zu verfallen, obschon sie fehlen… und dennoch immerzu da sind.

 

Und wie stark sie da sind, erlebe ich in sehr lebendiger Form…

 

30.4./1.5.2024

 

Gehörst du auch dazu?

 

In Konsumwunderland verschwindet schleichend und leise die Lust am Konsum.  Noch nicht bei jedem, dennoch macht sich in einer gewissen Schicht eine Müdigkeit breit. Oder vielmehr eine erste Sättigung? Das ist desaströs, wenn man sein funktionierendes System darauf aufgebaut hat, dass immer alles weiter wächst und wächst und sich wundersam mehrt. Denn nur das, so glaubt ein Teil der Fachleute, hält die Welt am Laufen.

 

Es stimmt auch in gewisser Weise. In anderer Weise jedoch tragen wir die Folge davon. Und davor warnen andere Wissenschaftler, die auch nicht auf den Kopf gefallen sind. Ressourcenverschwendung ohne Ende. Ausgebeutete Erde, verpestete Luft und unbrauchbares Wasser. Doch der Kuchen ist ja noch nicht verteilt. Die Tiefsee in allen Meeren birgt Schätze ohne Ende, Grönland und auch die Arktis und Antarktis. Von den benachbarten Planeten ganz zu schweigen. Wenn das doch nur die Sache mit dem Abschmelzen etwas schneller ginge, damit man an die Rohstoffe ran kann, die da in Hülle und Fülle ungenutzt herumliegen.

 

Und was hat das mit den Shop-Events zu tun? – Es ist das System, das beiden zugrunde liegt. Die hochgelobte freie Marktwirtschaft, die freibeuterisch alles macht, was nur möglich ist. Ob legal oder illegal ist letztlich schei… egal. Was machbar ist, wird gemacht. Von wem und wann auch immer. Punkt. Sollen die Ökofritzen doch auf ihren Demos rumkrakeelen, wie sie wollen.

 

Und nun das Internet. Eine Krake. Der neue Markt, der doch viele Vorzüge bietet. Nicht nur viel mehr Auswahl an Schrott, sondern durchaus an hervorragender Ware zu sehr unterschiedlichen Preisen, die oft immer noch viel günstiger sind als im stationären Handel. Der aber schafft Arbeitsplätze und Leben in der Bude oder in der Stadt. Und dennoch ist da mehr und mehr diese Müdigkeit, Städte und ihre Konsumtempel noch aufsuchen zu wollen.

 

Ist wirklich allein das Internet schuld? Ich glaube nicht. Es müssten noch ganz andere Fragen und Überlegungen angestellt werden, wie z.B. diese: Wollen die Menschen denn überhaupt immer mehr Events und Erlebnisse? Wollen sie immer mehr und öfter gelockt und verführt werden?  Jetzt auch noch beim shoppen? Noch mehr Kunst, Kultur, Lesungen, vielleicht ja auch Stangentänzerinnen in der Herrenabteilung? Immer mehr Eckchen im Konsumparadies zum Relaxen mit oder ohne Massage, hornhautknabbernden Fischlein für die müden Füße? Immer mehr Kinderbelustigung ohne Ende mitsamt Betreuung, damit Mami und Papi auch genügend Zeit zum Geld ausgeben haben…. Sofern sie der schwindenden Klasse angehören, die noch ausreichend viel Flöhe für diese Belustigungen hat und die verwöhnten Kinder mal loswerden will.
 

 Das shoppen muss ein Gesamterlebnis werden? Rundherum. Jeden Tag, immerzu!? … Wer will das wirklich, wer braucht das, wer soll das bezahlen? Das gefühlte tausendste Start up mit der Mindesthaltbarkeitszeit von Frischmilch?-

 

Und die Jugend, eh knapp bei Kasse, jetzt noch mehr, weil Haschisch immer noch kostet und nun auch mehr konsumiert wird: Die kriegen trotzdem ihre coolen Radikalbands in der Zone, die auf den Sack hauen. Immerhin sind sie die potenziellen Zukunftskunden, die man ans Paradies frühzeitig gewöhnen muss. – Und die Kinderlein schmausen, toben, staunen und wollen nimmermehr nach Hause. Ja, ein Paradies.

 

Warum ist mir nur gerade mulmig bei all diesen Vorstellungen? Weil ich nicht glaube, dass all dieses zwar gut gemeinte aber zugleich auch bedenkliche Dauer-Event-Theater mit Dauerbelustigung zur Konsumankurbelung tatsächlich gwollt ist und Sinn macht. Auch dann nicht, wenn eine Reihe von Menschen das trotzdem wieder alles cool finden. Gründe? Zum Beispiel:

 

 1. Die Kosten! Alles muss immer bezahlt werden.  Erst recht mit Kindern wird’s richtig teuer. Das werden sich die meisten nicht leisten können. Sie stehen daneben, und schauen zu!

 

2. Die Unruhe! Überall so viel los. Dabei ist alles eh schon hektisch und laut und völlig überdreht und überfüllt. Zu viel des Guten ist eben auch schlecht. So ist es immer, wenn der Esel aufs Eis geht. Mehr und mehr Menschen brauchen und wollen einfach mehr Ruhe, statt immer mehr und neue und noch spannendere Erlebnisse für noch mehr Shopping. Man sollte das Selfentertainment nicht unterschätzen. Die Leute sind eben nicht so fantasielos, wie die Macher der Eventzonen so glauben.

 

3. Die wachsende Konsum-Unlust. Die hängt mit vielem zusammen. Wohin mit all dem Zeugs? Wohin mit dem Krempel, den man über Jahre und Jahrzehnte irgendwo erwirbt? Flomärkte, Antikmärkte, Weltmärkte, Nachbarschaftsmärkte, Gewürzmärkte, Stoffmärkte, Puppenmärkte, Kunstmärkte.... herrjee, und auch das Woche für Woche und überall. Wer kauft das alles?

 

Die Wohnungen platzen aus den Nähten, selbst die netten Einfamilienhäuser stöhnen auf. Zu viel von allem, in allen Schränken, Ecken, Regalen, Kellern, Garagen und Gartenhäuschen. Alles auf den Müll? In Indien oder Bangladesh oder Sierra Leone findet es sich frählich auf dem Giftmüll wieder.  Mehr und mehr auch schon im Weltraum, der vor technischem Schrott ohne Wert Nacht für Nacht stöhnt.  … Oder ab ins Meer. Es gibt ja viele Möglichkeiten…

 

Hand aufs Herz!  Ist das nicht alles längst ein Irrsinn ohne Ende geworden?

 

Und ja, auch ich habe kein Patentrezept anzubieten, wie eine radikale Umsteuerung zu einem nachhaltigen Wirtschaften hin zu einem bescheideneren Konsum ohne eine ungeliebte Öko-Diktatur auf freiwilliger Basis je funktionieren sollte.- Denn nimmt man Kindern ihr liebstes Spielzeug, springt der Teufel heraus. Und dann ist was gebacken.

 

Also weiter so?--- Klar doch! Aber das bittere Ende ist genau damit auch vorgezeichnet.

Anders geht es wohl nicht. Für die meisten.

Für mich schon.

 

29.04.2024

 

Erstaunlich!

 

Kalifat. Dazu habe ich noch nie geschrieben. Jetzt aber. Kurz und anlassbedingt. Am Wochenende in Hamburg. Mehr als tausend Mullah-Fans forderten lautstark, nun endlich ein Kalifat in Deutschland zu errichten.

 

Wow… kann ich nur sagen und stelle es mir direkt mal bildlich vor: Heidi Klum und  ihre Damen in einer blickdichten Burka. Die schwarzen Farben bunt changierend zwischen den Tönen von beispielsweise: Gothik Black, über Nachtschatten, Ebenholzschwarz, Tuscheschwarz, Rußschwarz, Kaviarschwarz bis Spektralschwarz. 72 Möglichkeiten in Schwarz. Maule also niemand mehr herum, das Farbspektrum schwarz wäre zu einseitig.  

 

Oder unsere Politikerinnen im Bundestag. Sie treten voll verschleiert ans Mikrofon und hauchen ihre politischen Botschaften unters gläubige Volk. Wären sie bei all ihren Aussagen noch parteitechnisch identifizierbar? Na ja, vielleicht wäre es ja erlaubt, eine kleine Anstecknadel zu tragen, die dann verrät, was man wirklich vertritt?

 

Doch zurück zu dem, was meine Fantasie tatsächlich in diesem konkreten Fall anstrengt: Glauben sie im Ernst, das wäre möglich? Ein Kalifat in Deutschland? Wenn nein, warum sonst würden sie laut in Hamburg dafür protestieren? Wenn ja, welche Gedankengänge mögen ihnen tatsächlich durch den Kopf gehen?

 

Ich denke, es wäre doch mal ein spannendes Feld für eine disziplinübergreifende Forschungsarbeit, die diese Mannen einmal ins Blickfeld mit den Fragen rückt: Wie ist ihre derzeitige Lebenssituation konkret? Welche realistischen Chancen haben sie in naher Zukunft in Deutschland/Europa? Wie ist nicht nur ihre soziale, kulturelle, religiöse Prägung, sondern auch, welche Erfahrungen haben sie bisher damit auf ihrem Lebensweg gemacht… Die Liste kann endlos fortgeführt werden.

 

Vielleicht würden uns die Antworten daraus endlich von der Frage erlösen, warum sie ernstlich denken, dass 84 Millionen Menschen hälftig demnächst Burkas und Niqabs tragen und sich die andere Hälfte lange Bärte wachsen lässt und meist in Moscheen und Teehäusern anzutreffen sind.

 

Doch wer zahlt ihnen dann Bürgergeld und schultert den Sozialstaat?

 

28.04.2024

 

Übung

 

Allein weil mir das Nichtschreiben noch immer sehr schwer fällt, schreibe ich heute nichts.

 

Es muss doch möglich sein, eine permanente Schreiblust ebenso überwinden zu können, wie umgekehrt andere Menschen eine Schreibblockade kennen, die mir wiederum fremd ist.

 

27.04.2024

 

In den letzten Tagen und so:

 

Erdbeeren: Wunderbare Blütenfülle für erste Ernte: alles im Eimer, alle Früchte erfroren. Schwarz. Müssen alle abgeschnitten werden.

 

Weinstöcke: schwer angegriffen.

 

Weinstein-Urteil: irre an der Realität der Menschen vorbei. Die Sache mit Pflöger an der Ahr auch. Selbst wenn es juristisch wasserfest sein mag.

 

Apfelbäume: Könnte einen Totalausfall geben, noch abwarten

 

Aprikosen. Blütezeit war zu kalt für Bienen. Jetzt Blüten durch, erledigt der Traum, mal wieder!

 

Asiatische Apfelbirne und Mirabellen: Bestäubt, befruchtet, bleibt abzuwarten, was noch alles abstirbt

 

Diverse Beeren: blühen zum Glück noch nicht.

 

Die phlegräischen Felder: Es scheint sich laut Medien zuzuspitzen. Ich hoffe darauf, dass meine Sorgen diesbezüglich nachträglich nur Makulatur sind.

 

Kirschen: Baum siecht dahin, bekommt dieses Jahr seine letzte Chance.

 

Rhabarber: steht gut. Mal sehen.

 

Galeria Kaufhof: Auf ein Neues! Irgendwo sind doch sicher wieder Gelder zu finden, die irgendwer einsackt .

 

Sonnenblumenkeime: könnten es schaffen, habe üppig gesät

 

Ampel-Politik: Enttäuschend, leider, ja... Wundert euch nicht über die Wahlergebnisse

 

Fische: alle futsch! Reiher und/oder Katzen!

 

Bärlauch: Explosion von Blatt, Blüte, Ernte. Einziges Highlight bisher. Gefrierschrank gut gefüllt.

 

Post: Werbung, die ich nicht brauche

 

Anrufe: wenige. Es ging um Krankheiten und Termine

 

Lotto: Nixo, Niente, fast schon erwartungsgemäß. Minibetrag als Einsatz.

 

Salat: die Schneckenfieslinge fressen sich trotz üppigem Kaffeesatz-Hau-ab-Schneckenzeugs vor

 

Vögel: Seit Jahren immer weniger. Eigentlich nur noch Kohlmeisen, Elstern, wilde Tauben, Ratten der Lüfte, die man so vogelfreundlich sagt… all die anderen singenden Schönlinge: futsch! Sehr schade.

 

Fussball: Die Kombination von Mega-Geld und Mega-Massengefühle: absurd!

 

Lesen: Komme in der Geschichte Pakistans nur mühsam voran.Weiß nicht einmal genau, warum mich das interessiert.

 

Eichhörnchen. Eines ist noch da, nach der großflächigen Rodung des baldigen Neubaugebietes. Hoffentlich bleibt es. Ein braunes, europäisches, dass nicht die amerikanischen Viren trägt. Niedlich dazu!

 

Feuerkäfer: Vermehren sich wieder einmal schamlos und hocken nur aufeinander.

 

Ich: Fühle mich nicht schlauer als eine Woche oder ein Jahr zuvor. Schade eigentlich. Stagniere ich oder überblicke ich mich selbst nicht so genau? Und wachsen mir die anderen davon? Oder stagnieren sie, retardieren vielleicht sogar?

 

Verräterische Wühlspuren an den Baumscheiben. Ganze Arbeit wurde dort geleistet. Dort, wo ausgerechnet meine Wildblumen gesät sind. Wildschweine, Dachse... Beide schon öfter mit der Wildkamera aufgenommen. Bleibt gefälligst in euren Revieren!

 

Unkraut: fühlt sich wohl. Wächst und gedeiht. Wehe, wenn ich komme! Das Unkraut, auch liebevoll Beikraut genannt,  lacht über meine Drohung. Weiß, dass ich es nicht oft genug schaffe

 

Handy: Immer noch falscher Tarif. Ich krieg die Motten.

 

Und sonst?

Am Wochenende wird es warm. Und dann neue Blüte. Und dann wieder kalt. Fürchte ich!

 

Die Bilanz könnte freundlicher sein.

 

 

 

 

 

 

26.04.2024

 

Und dann dachte ich…

 

… schreib doch mal über die Schätze, die ihren Kultstatus in baldiger Zukunft bekommen. Über die Schätze, die in Ecken oder im Keller herumliegen oder unter der Wohnzimmerdecke ihr trauriges Dasein fristen. Unberührt, unbeachtet, geradezu schändlich vernachlässigt.

 

Bedruckte Plastik-Einkaufstüten, die niemals mehr in diesesr Weise hergestellt werden, weil sie aus der Altsteinzeit sündiger Umweltverschmutzungsjahre einer hoffnungslos debilen Menschheitsphase stammen.

 

Oder etwa die Goldschnitt ledergebundenen Universallexika von Meyers, die in keinem Bildungshaushalt der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrtausends fehlen durften. Geldanlagen für die Ewigkeit, dachte man. Die Nachkommen sollen einmal schlauer werden, als man selbst es ist. Na ja, bis dann halt das Internet erfunden wurde.

 

Beides wird es so niemals mehr geben! Und das allein garantiert, dass beides in naher Zukunft an Wert steigt.

 

Ja, dachte ich, schreib das. Damit erfreust du vielleicht den einen oder andern Leser, der genau das in seinem Eigentum birgt und sich seit Jahren den Kopf darüber zerbricht, wie er es umweltschonend loswerden soll.

 

Behalt es! Sei tapfer! Schmeiß es nicht achtlos weg. Du wirst es bereuen. Deine Zeit kommt noch! Dann wirst du reich. Oder halt deine Nachkommen, wenn du bis dahin das Zeitliche gesegnet hast!

 

Und dann dachte ich weiter: Blödsinn, so einen Mist kannst du doch nicht schreiben. Aber da hatte ich ihn schon geschrieben. Denn wenn ich mit irgendwas schnell bin, dann mit schreiben. Also alles Makulatur, weil ich die beiden Beiträge eben nun doch nicht veröffentliche.

 

Na ja, dachte ich weiter, ist ja auch keine Meldung. Jedenfalls nicht eine solche wie gestern mit den phlegräischen Feldern, die uns den Hals kosten können, wenn sie in die Luft gehen. Ob sie jemand in ihrer Ernsthaftigkeit aufgenommen hat, dachte ich weiter...Was sind dagegen schon Plastiktaschen und Lexika mit Goldschnitt in Leder! Sei nicht albern.

 

Aber dann dachte ich auch, ich kann ja wenigstens den Tipp schreiben, damit nicht das Falsche am Ende entsorgt wird. Allein schon für den Fall, dass die phlegräischen Felder eben noch nicht in die Luft gehen und uns allen ein halbwegs friedliches Weiterleben möglich ist.

 

Und als ich so mitten in der Nacht hin und her dachte, war ich am Ende ganz müde vom Denken und hatte Lust, vom Denken endlich ins Tun zu kommen. Also sitze ich jetzt um 2:57 Uhr am PC und schreibe darüber, was ich geschrieben habe und doch nicht veröffentliche, obschon ich den Hinweis schon weitergebe: Plastiktüten werden Kult! Lexika auch! Es braucht nur noch 20 Jährchen Geduld.

 

Und jetzt gehe ich wieder schlafen!

 

 

 

 

 

 

25.04.2024

 

Muss man sich sorgen?

 

Ich wohne Nähe des Laacher Sees. Jenes Vulkans in der Eifel, der so beharrlich an seinen Ufern blubbert und uns sagt: Seht, ich bin noch recht lebendig. Würde er sich zum plötzlichen Ausbruch entschließen, wäre eine Flucht für mich aussichtslos. Denn ich wohne in der Todeszone. All das macht mir jedoch keine Angst. Niemandem hier vor Ort, vermute ich mal, obschon die Gase sichtbar ihre Wassermusik Sekunde für Sekunde spielen.

 

Anders steht es aktuell um die phlegräischen Felder. Die liegen nahe der Millionenstadt Neapel, am Vesuv. Weit weg von mir. Dennoch macht mir das Sorge. Denn dort bebt es derzeit. Gase strömen aus, die nicht nur vor sich herblubbern... Die beobachtenden Forscher sind besorgt genug, um die Bevölkerung für Notfallevakuierungen vorzubereiten. Übungen finden bereits statt.

 

Hier geht es nicht nur um einen Vulkan, sondern einen der zehn größten Supervulkane auf der Erde, mit einer gigantischen Caldera. Bricht er aus, sind nicht nur über eine Million Menschen mit dem Tod bedroht, sondern das Weltklima schlechthin. Denn diese Eruption wäre in der Lage, das Klima so auf Jahre  zu verändern, dass in Europa fast nichts mehr wächst… Dann wäre nicht nur Italien und der Rest Europas betroffen, sondern tatsächlich die ganze Welt. Unvorbereitet in einer Zeit, wo das globale Miteinanderleben uns längst zur Gewohnheit geworden ist. Technik, Logistik, Lieferketten – alles würde über Nacht zusammenbrechen. Zum Klimachaos auch natürlichTrinkwasserchaos, Energieausfall auf allen Ebenen. Von der Luft, den Tieren,  ganz zu schweigen.

 

Ich mag es mir nicht näher vorstellen.

Dass es dort nun in den letzten Tagen ständig bebt, macht mir tatsächlich Sorgen. Mehr als ein Erdbeben an sich, das schon schlimm genug ist für die, die in diesen Zonen leben (leiden, sterben). Denn hier geht es um etwas noch viel Verheerenderes.

 

Möge es mal wieder eine meiner viel zu vielen unnötigen Sorgen im Leben sein! Ein komisches Gefühl bleibt. Doch lese man selbst nach, was es mit diesem fruchtbaren Flecken Erde nahe der schönen Inseln Capri und Ischia derzeit so auf sich hat.

 

Ach, als wäre der Zustand der Welt nicht schon grandios verrückt genug.

 

 

 

24.04.2024

 

In eigener Sache:

Ein Schuss in den Ofen!

 

... also das mit der Besinnungspause an dieser Stelle. Es hat ja offensichtlich nicht so ganz funktioniert. Denn weder habe ich eine gründliche Pause gemacht, noch ist bei der Besinnung eine besonnene Klarheit herausgekommen. Und dennoch stimmt selbst das nicht ganz. Denn ein bisschen Pause war es schon, weil ich doch viel weniger als bisher üblich geschrieben habe, zudem nicht jeden Tag. Das hat mir gutgetan. Und auch wenn keine letzte Klarheit rauskam, so kann ich mit der vorletzten vielleicht doch ganz gut leben. Mit einer Art konsequenter Inkonsequenz sozusagen.


Worum ging es. Nach nun mehreren Jahren Schreibaktivität an dieser Stelle wollte ich für mich selbst herausfinden: Ist es sinnvoll, hier so mengenmäßig viel wie bisher zu schreiben? (Es bisher sind 10 Bände mit je ca. 320 Normseiten geworden). Lesen es genug Menschen? Haben sie etwas davon? Bringt es in der jeweils angesprochenen Sache etwas? Sollte ich lieber in dieser Zeit des Schreibaufwandes stattdessen Unkraut jäten, lesen oder schlafen oder Musik hören? Bringt es für die Zukunft irgendwas oder verpufft es letztlich im Nichts?

 

Ist es unbefriedigend, all das tatsächlich nicht beantworten zu können oder kann man gut damit leben? Soll ich mehr schreiben, weniger, seltener, persönlicher, unpersönlicher, sachlicher, kreativer? Und was ist aus alldem nun als Bilanz zu ziehen, wenn man die meisten Fragen nicht einmal ansatzweise beantworten kann? – Oder schlimmer noch, die Antworten sogar diametral ausfallen und dabei in beiden Richtungen immer noch stimmig sind. Vertrackt, die Sache.

 

Mein Beschluss: Ich beschließe nun nach dieser halb misslungenen Besinnungspause am besten: gar nichts. Ich schreibe zukünftig mal mehr, mal weniger. Vielleicht auch nicht mehr täglich. Dafür vielleicht an einem anderen Tag auch mehrfach. Kurz, lang, wie es kommt. Den inneren Druck, unbedingt schreiben zu wollen, weil ich es liebe, muss ich kreativ umwandeln lernen. Ob ich das schaffe, steht in den Sternen.

 

Das mit der Bebilderung wird nicht abgeschafft, aber nun unregelmäßig. Manchmal braucht es einfach zu lange, bis ich ein passendes Bild ohne Urheberrechtsschutz erwische. Das kostet viel Sucherei und das Ergebnis ist manchmal auch nur ein fader Kompromiss. Also demnächst hier weniger Bilder. Nur dann, wenn ich genug Zeit zum Suchen habe und meine Kompromissbereitschaft endlich einschränke.

 

Bringt es also etwas, wenn ich hier weiterschreibe?

 

Die Frage ist nicht wirklich zu beantworten, weil ich leider nicht überblicken kann, ob Denk-Impulse von wem auch immer im gigantischen Mosaik des Ganzen tatsächlich eine entscheidend minimale Kraft (zusammen mit den Kräften anderer Menschen) entfalten oder nicht. Wir wissen zu wenig darüber, wie es mit den Energien so läuft, die zunächst geistige Substanz sind bevor sie transformiert werden, nicht greifbar, nicht nachweisbar und dennoch unter Umständen hochwirksam oder wichtig. Diese entscheidende Erkenntnis bleibt offen.

 

So. Für heute genug. Die Schrift wird wieder auf die alte Größe gesetzt. Bild heute keins, weil mir einfach nichts Passendes einfällt und die Zeit zur Suche fehlt.

 

Es geht also noch eine Zeitlang hier weiter.

Wie auch immer…

 

 

 

 

 

23.04.2024

 

Die Augen sind groß. Weit aufgerissen. Schauen ins Trümmerfeld. Tod weit und breit.

Der Bauch hoch gewölbt. Die Zeit naht. Neues Leben will leben.

Leben inmitten der Todeszone in Gaza. Keine Hebamme, kein Krankenhaus. Keine Schmerzmittel. Nur diese Angst... die nicht weichen will.

Wenigstens genug Milch? Wer weiß das schon vor der Geburt. Wer weiß schon wie unglaublich schmerzhaft sie verlaufen wird... oder kann? Mit wie vielen Risiken für Mutter und Kind. Im Zelt, verdreckt, nicht einmal ausreichend sauberes Wasser.

Gaza 2024.

 

Und die Welt schaut zu. Ja, sie reden. Reden tun sie immer. Schauen und reden und Auswege suchen. Dennoch passiert, was passiert. Angst, Verzeiflung, Schmerz, Tod. In allen denkbaren Reihenfolgen und

Konstellationen. Sie reden und reden. Fliegen hin und her. Und noch immer wird nichts gelöst... Ohnmacht gegen Macht, wie immer.

 

Warum denke ich gerade an unseren zahnlosen Tiger? Die Uno-Truppe, das ehemalige Jugoslawien, die Massenmorde? Schauen, reden, geschehen lassen. Und wenn nicht? Gibt es dann eben noch mehr Tote, noch größere Eskalationen? Nichts ist ausgeschlossen.


Nichts ist vergleichbar, außer halt, dass durch das Tal der Verzweiflung, der Angst und des Elendes immer auch der Tod wandert, erntet. Der Tod, der nicht selten für einen Lebenden am Ort des Grauens sogar die letzte Barmherzigkeit ist...

 

 

 

 

21.04.2024

Du kommst.

Du gehst.

Du bleibst doch immer.

Ein vorübergehendes Adieu.

 

Was sagt man zu einem sterbenden Menschen?- Nein, es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Wie auch! Denn Sterben ist ein genauso individueller Prozess wie eine Geburt und das dann verlaufende eigene Leben zwischen diesen beiden Polen.

 

Dennoch werden viele von uns früher oder später mit dem Tod eines nahen Angehörigen oder eines lieben Menschen aus dem engsten Umfeld von dieser Frage tangiert. Dann sitzen wir vielleicht am Bett des Versterbenden, der jedoch noch klar bei Bewusstsein ist. Doch wie geht man damit um, wenn er sich zugleich nicht mehr äußern kann? Was ist ihm zumutbar, was nicht? Was verletzt seine Würde und wie viel Wahrheit verträgt er, verlangt er, fordert er von uns ab, ohne es zugleich auch offen sagen zu können? Was erwartet er von uns, was erhofft er sich?Und was können wir angesichts der Dramatik selbst geben?

 

Es sind schwierige Fragen. Keine ist eindeutig zu beantworten. Auf so vieles kommt es an. Zum Beispiel auf die Beziehung zwischen dem Sterbenden und sich selbst. Auf die Kenntnis seines Lebens, die mal umfangreich, mal nur unzureichend gegeben sein kann. Doch wie soll man all dieses Intime dann wissen, die Gedanken erraten, die letzten Wünsche des Herzens erlauschen?

 

Nicht wenige Menschen, die Sterbende begleiten, werden dann elementar auf eine Ohnmacht zurückgeworfen, die zu denken gibt und geben sollte! Eine Ohnmacht, der man sich stellen soll und muss, weil man viel aus dieser Situation lernen kann. -  Aufs feine Abspüren kommt es nun an. Kann man es schon?  Auf die Kontaktnahme von Seele zu Seele, wem immer das dann möglich ist. Nur die Wirklichkeit zeigt, wo man steht.

 

Ob es mir selbst gelungen ist? Ich weiß es nicht, ich kann es nur hoffen. Wenn man Glück hat, bekommt man Zeichen. Eindeutige Zeichen. Ich hatte dieses große Glück im traurigen und unvermeidlichen Prozess. Das Bewusstsein funktionierte nämlich noch. Der Mund konnte noch ein JA hauchen. Auch schwache, leise Minisätze, wie "sehr schön", "freut mich", "sehr gut"… Solche Äußerungen waren es, die so unendlich wichtige Information gaben, dass man ein letztes Mal Freude schenken und miteinander auch teilen durfte. Flankiert von immer wieder leichtem Händedrücken als Zeichen der inneren Zustimmung und tiefen Verbundenheit.

 

Was sagt man?... Es war in meinem Fall die Kombination von scheinbar Banalem, das dennoch so wichtig für den Moment war, und zugleich von Tiefe, die über das eigene Leben weit hinaus geht. Zum Beispiel die Freude darüber, dass die eigenen Kinder (nun Erwachsene!), die eine beeindruckend würdevolle und liebevolle Begleitung des Sterbenden trotz eigener großer Belastungen meisterten, während der schweren Tage  gut mit Essen versorgt werden, damit sie für den wichtigen Prozess bei Kräften bleiben.

 

Ist Essen etwa wichtig, wenn jemand stirbt? Ja. Jedenfalls ab einem gewissen Erschöpfungszeitpunkt an. Doch darum ging es natürlich nicht, sondern viel wichtiger,  dass jemand nun in eine Bresche sprang für etwas, dass man selbst nicht mehr tun konnte: Zuwendung im Alltäglichen des Seins, das auch von den Lebenden Kraft erfordert. Jetzt sind einmal andere Menschen dran und sie erfüllen ihre Aufgabe…, erlebt man das als Sterbender, dann kann man leichter, beruhigter gehen. Die Begleiter werden begleitet... und alles begleitet zum letzten Gang.

 

Oder beispielsweise die Erinnerung an das gemeinsame Schöne, das man erlebte. Realitäten, Wahrheiten,  die auch jetzt noch genau erinnert werden konnten, weil sie einst doch so intensiv waren: Es war gut, das Schöne miteinander erlebt zu haben.

 

Oder die bange Frage: Habe ich alles dafür getan, dass auch meine (erwachsenen) Kinder Krisen meistern können. Denn Krisen bleiben keinem Menschen in seinen vielen Reifeprozessen während des Lebens erspart. Denn woran soll der Mensch denn wachsen, wenn nicht an der Meisterung des Schweren? --  

 

Ja! Sie können es! Und wie…! Du hast das Beste gegeben. Und es hat starke und gesunde Früchte getragen. Diese Bestätigung, dass man durch alle Tiefen und Höhen des Lebens hindurch, durch all die Sorgen, Ängste und Bedenken, ganz wunderbare Menschen großgezogen hat, die in der Stunde des eigenen Sterbens das Wesentliche leisten: Das gibt die Kraft zur Akzeptanz zum eigenen Tod. Dann kann man leichter gehen.

 

Es gibt Todesphasen. Ob sie jeder durch macht und bis zum Ende schafft, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich weiß auch nicht, wie sie offiziell benannt werden, aber ich beobachte immer wieder neu, dass es häufig zunächst die Phasen von Verdrängung sind – des nicht wahrhaben Wollens dessen, was ist. Die grausame Realität der tödlichen Diagnose. Dann kommt bei vielen die Ignoranz, die sich noch einmal eine Spur anders anfühlt als die Verdrängung… Nicht selten stellt sich danach die Aggression mit der Gretchenfrage ein: Warum ausgerechnet ich? Warum jetzt? Warum so schlimm? Was habe ich nur getan, falschgemacht usw…? Das kann schon große Wut und Verzweiflung bergen. Doch irgendwann kommt der Fatalismus, der in eine Gelassenheit mündet. Und hat man diesen vorläufigen Höhepunkt erreicht, kommt die Akzeptanz… Der Schlüsselmoment des Sterbens. Die Zeit der Bereitschaft, in Frieden und tiefem Einverständnis zu gehen. Ganz im Reinen damit, was gerade passiert. Etwas ganz Wesentliches ist in seinem Kern verstanden worden. 

 

Der Tod als Übergang … und keinesfalls als ein Ende – so man dies schon im Herzen als Wahrheit erkennen kann. Letztlich ist alles ein Bleiben, auch wenn es uns als Kommen und Gehen in Zeit und Raum erscheint.

 

 

 

 

 

19.04.2024

 

Der Himmel schweigt.

Und das nicht erst seit gestern.

Ich sollte es auch tun.

Wenigstens für ein paar Tage.

Erst recht, weil ich so viel zu sagen hätte...

 

Schönes und friedliches Wochenende

 

18.04.2024

 

Wer mahnt, wird nicht gehört

Wer bittet, wird nicht gehört

Wer droht, wird nicht gehört

Wer anklagt, wird nicht gehört

 

Warum noch etwas sagen?

Wozu, zu wem, wenn doch niemand hört?

 

Der Himmel schweigt.

Zu allem.

 

 

PS: Wie muss sich die Außenministerin fühlen,

wenn Netanjahu lächelnd meint:

Na ja, die Freunde meinen es ja gut

mit ihren Ratschlägen,

aber wir haben da unsere eigenen,

ganz anderen Pläne. Und die setzen wir um.

 

 

 

 

17.04.2024

 

Chalid überfällt Benjamin. Da ist er an den richtigen geraten.

Benjamin schubst ihn in den Dreck.

Jetzt mischt sich noch Ali ein. Der mischt sich ja immer ein.

 

Benjamin schubst Ali. Ein bisschen, aber spürbar.

Eine Drohung!

Ali wackelt. Ali schubst zurück. Er ist ja kein Feigling.

Das erbost Benjamin. Da muss er wohl nochmal heftiger schubsen.

 

Hinten im Dreck liegt Chalid. Reibt sich die Augen. Versucht aufzustehen.

Das ärgert Benjamin.

Aber erst ist jetzt Ali dran, dieser blöde Schubser.

Ali droht mit ganz heftigem Schubsen, wenn Benjamin das nochmals versucht.

 

...

 

Dort, wo sich im Nahen Osten, der mittlere Osten mit dem östlichen Westen trifft.

Dort, wo die Wiege drei großer Religionen ist...

Da streiten sie wie Kinder.  Doch es sind keine Kinder!

Immer ein bisschen mehr und mehr... mit all ihren tödlichen Waffen ... bis niemand mehr überlebt.

 

 

 

16.04.2024

 

Vergleicht man das scheinbar Unvergleichliche auf eine Gemeinsamkeit hin, kommt vor allem eines heraus: Die Zunahme des Extremen.

 

Beispiele:

- Die Zunahme von immer mehr Folter- und Gewaltszenen in Kriminalfilmen,

- die Zunahme aller Wetterkatastrophen weltweit,

- die Zunahme des politischen Extremismus,

- das immer schnellere Aussterben von Tieren und Pflanzen,

- die Dynamik der Meeresverschmutzung und zugleich die Erhöhung durch Abschmelzung der Gletscher,

- die Skandale in Religionsgemeinschaften,

- der Vormarsch von Pandemien wie auch Tropenkrankheiten auf neue globale Gebiete,

- die Übernahme der KI auf die Gestaltung der Welt,

- die Zunahme psychischer Erkrankungen trotz höherem globalen Wohlstand insgesamt,

- der weltweite Anbau und Gebrauch von Drogen bei gleichzeitiger Zunahme hochgefährlicher chemischer Substanzen...

und und und... Diese Liste könnte sehr lang werden, würde man sie akribisch aufzählen.

 

Themen, die scheinbar doch für sich isoliert sind und nichts mit den anderen zu tun haben... außer eben: Sie finden gleichzeitig in einer sehr kurzen Zeiteinheit angesichts der menschlichen Entwicklungsgeschichte statt!

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Ist das alles tatsächlich "unvergleichlich", oder könnte man durchaus auch sagen, dass es tiefe Entsprechungen untereinander birgt, die sich dem Offensichtlichen der derzeitig gültigen Logik noch entziehen, weil eben alles mit allem noch viel tiefer zusammenhängt, als wir ahnen?

 

Und ist das Bindeglied zwischen allem nicht eines:

- die Zunahme der menschlichen Unvernunft - global, interkulturell, rasant ?

 

 

 

 

 

15.04.2024

 

Man könnte ein Tagebuch aus dieser Seite hier machen. Im Grunde ist es auch eines, sieht man davon ab, dass ich nicht über mir nahestehende Menschen etwas aussage, wie Tagebücher das im Allgemeinen tun. Dann eher wohl doch ein Monologbuch, das oft mein Kopfzerbrechen über die Menschheit zeigt.

 

Milliarden, die nichts als Frieden wollen, bekommen die gefühlten lächerlich wenigen tausend Kriegsdespoten einfach nicht in den Griff. Was sind das nur für Konstellationen von Macht und Ohnmacht!

 

Beispielsweise der nächste irrsinnige Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran. Oder müsste man genauer sagen: Zwischen Netanjahu und dem Mullah-Regime? Whatever. Vorbereitete Kriege, heiße Kriege, Tote, Eskalationen, wohin man schaut. Politisches Schöngeschwätz ohne Konsequenz oder verbales Säbelrasseln und als Sahnehäubchen echte Drohnen, damit wir die Sache auch ernstnehmen. In Nord, Süd, West, Ost und vor der eigenen Haustür. Es wird ein spannendes Jahr. Und für zu viele Menschen auch ein tödliches.

 

Und dann das noch: Gestern Mist gebaut. Ein Glück, dass es Rauchmelder gibt! Hätte äußerst böse enden können. Man ist also nicht nur vor Despoten und Irren nicht sicher, sondern manchmal auch nicht vor sich selbst.

 

 

 

 

 

 

 

14.04.2024

 

Für die LeserInnen, die länger nicht hier waren:

Keine Bilder - weil ich in einer Art Urlaub oder Besinnungspause bin, die aber nicht richtig klappt.

Keine langen Texte -  weil ich in meiner Besinnungspause eigentlich gar keine schreiben wollte, was leider auch nicht richtig klappt.

 

Stattdessen ein paar Kurztexte, die nicht wichtig sind, aber dafür schnell gelesen sind, niemanden überfordern, keine Zeit für Wichtigeres klauen und die man sich auch getrost ersparen kann.

 

Wann wieder so wie vorher? Keine Ahnung, weil das mit der Besinnung offenbar schwieriger ist als gedacht.

13.04.2024

 

Es ereignet sich gerade etwas Ungeplantes. Ich mag meine kurzen Texte. Vor allem, weil sie kurz sind. Nichts davon ist von literarischem Wert, nichts ist wirklich informativ im Sinne einer Neuigkeit und erst recht nicht wirklich wichtig. Doch was ist wichtig? Diese Frage könnte man ähnlich kurz beantworten, wie die vorgestrige Frage nach der Ewigkeit…

 

Vielleicht gibt es innerhalb dieser Komplexität am Ende auch hier eine leichte Antwort? Obschon doch die leichten Antworten naturgemäß immer hochverdächtig sind! Was Wichtiges darf schließlich nicht leicht(fertig) daherkommen.

 

Ich versuche es:

Wichtig ist

1. für uns selbst nur das, was wir selbst für wichtig erachten = subjektive Wichtigkeit, die eine Realität für den Betroffenen ist.

 

2. Wichtig ist zudem auch das, was objektiv das GANZE an sich fördert, erhellt und konstruktiv begleitet.

 

Beides jedoch ist so individuell durch Anschauung und Haltung zu Leben und Sein geprägt, so dass das Subjektive naturgemäß subjektiv bleibt und das Objektive trotzdem nur subjektiv entschieden werden kann.

 

Und so entscheide ich jetzt:

Meine Minitexte gehören genauso zum gigantischen Übungsprogramm der Evolution wie der Anbau von Kartoffeln. So wie wir essen müssen, müssen wir auch fühlen und auch (kritisch) denken. Kritisches Denken zusammen mit reinem Fühlen ist entscheidend für den Erhalt des Ganzen. An meinen Texten kann man sich durchaus stoßen. Deshalb sind sie förderlich. An Beulen kann man wacher werden als je zuvor.

 

3. Oder ich irre mich in allem!? Auch das kann natürlich sein.

 

 

 

 

12.04.2024

 

Dieses geistige Leerwerden. Ich frage mich ernsthaft: Geht das überhaupt? Oder sind das nicht nur Einbildungen während gewisser tiefer Meditationen, die nicht als Einbildung erkannt werden und sich mit dem Mantel eines scheinbaren Nichts nur verschleiern?

 

Kann man das als Mensch überhaupt - tatsächlich leer werden und dabei nicht im künstlichen oder natürlichen Koma liegen? Ich bezweifle es ernsthaft. Still werden. Ruhig werden. Inaktiv - ja, das schon. Aber leer? Wenn sich soviel angesammelt hat und dazu neue Quantensprünge innerhalb der eigenen Innenorganisation des Geistes vollführt?

 

Genug geschrieben. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht. Das mit der Bescheidung auf Kurztexte fällt mir schon schwer genug.

 

 

11.04.2024

 

 

Reden wir nicht groß drumherum: Meine mir selbst verordnete Besinnungspause kommt nicht wirklich gut in Gang. Klar, ich bin es selbst schuld. Wer sonst! Inkonsequenz? Ist das das passende Stichwort? Oder sticht mich bei meiner Schreibabstinenz eben doch der Hafer? Und überhaupt, warum sticht denn Hafer?  Na ja, vielleicht bin ich ja doch ein Rennpferd und keiner hats bisher gemerkt?

 

Diese magere Inkonsequenz ist ohne festen Rhythmus. Wenigstens das. Ein Aufglimmen und Verlöschen von Kurzgedanken. Oder einer Idee, eines Gefühls. Nichts davon für die Ewigkeit.

 

Aber was ist schon für die Ewigkeit? Eine spannende Frage. Schnell nachgedacht: Vielleicht sogar eine ganz leichte? Also wenn sich alles transformiert, was ist, dann ist einerseits absolut alles für die Ewigkeit, da es eine immerwährende Verwandlung des Bestehenden ist, das in andere Form übergeht.  Nennen wir es Energie in sichtbarer oder unsichtbarer Form. Energie kann nun mal nicht sterben, sondern kann sich nur umwandeln. Und das ist keinesfalls ein Erlöschen, wie es unsere tumben Augen oft wahrnehmen.. Von welchem Zustand wir immer auch jetzt sprechen. Danach ist also alles für die Ewigkeit. Sogar mein Geschreibsel.

 

Aber da alles, was ist, auf gar keinen Fall bleibt wie es ist, ist es im Sinne der Beibehaltung eines Ist-Zustandes natürlich nichts für die Ewigkeit.

 

Ergo Antwort auf die Frage: Was ist für die Ewigkeit? Nach meiner kurzen Überlegung also absolut Alles und Nichts zugleich. Und das ganz ohne Widerspruch.

 

 

09.04.2024

 

Mein Kopf leert sich langsam. Allerhöchste Zeit. Auch damit ich endlich einmal anderes Wichtige tun kann. Trotzdem: Kam nochmal so'n Gedanke angeflogen. Absichtslos. Behauptete er.

Stopp, sagte ich. Kein Gedanke ist absichtslos. Das denkst du wohl, du Schlawiner. Du bist doch kein Gefühl.  Verwechselst da wohl schon wieder etwas. Also, was willst du von mir? –

Och, nichts. –

Glaub ich dir nicht. Wirst ja ganz rot im Gesicht. Spuck es schon aus!

Na ja, ich wollte dir nur sagen: Du wirst nicht vermisst. Gräm dich nicht. Keiner von uns wird je vermisst. Außerdem hast du ja mich. –

Und das ist alles? –

Na ja (der Gedanke stottert rum, tritt von einem Fuß auf den anderen und spielt nervös an seinen Gedankenfingern) -

Na ja, was? –

Ehrlich gesagt, ich wusste einfach nicht wo ich hinsollte. Und weil doch dein Kopf so schön leer wird, so nach und nach, und du derzeit nichts denkst, schreibst, tust, dachte ich mir halt, ob ich nicht eine kleine Zeitlang in dir wohnen könnte. Ich bin so einsam. –

Himmelherrgottnochmal! Und das soll dann meine Schreibpause sein? Meine Besinnungszeit? Leeres Gedankengedöns, das nun auch noch Unterkunft in mir sucht? – 

Das kann ja noch heiter werden! Irgendwas mach ich noch falsch, wenn mich jetzt sogar schon gedankenlose Gedanken anbetteln.

 

 

 

 

 

07.04.2024

 

Braucht niemand zu lesen.

Nur Schnappatmungstext:

 

Kam so'n Gedanke angeflogen. Nix Großes oder so. Nix wie E=mc², sondern banal. Mir halt angepasst.  Nistete sich uneingeladen in meinem Hirn ein. Quatscht mich von der Seite an: "Musst nicht jeden Mist schreiben. Lass es doch einfach sein!"

Ich: "Ich schreib doch gar nicht. Was willst du von mir?" –

"Na, ich will dich nur kurz warnen. Wenn du nichts zu sagen hast, halt die Füße still." – "Ich schreib doch gar nicht. Lass mich doch in Ruhe." –

"Nun ja, ich hatte dich sogar schon im Verdacht, dass du am Ende noch aufschreibst, dass du nichts zu sagen hast und selbst dieses Zeug noch zu Papier bringst. Ich trau dir einfach nicht." –

"Komm, verschwinde! Hau ab.  Ich hab dich nicht eingeladen. Ich schreibe doch gar nichts. Nicht mal nichts. Gar nichts. Capito?"

 

 

 

 

06.04.2024

 

Ne, ne, keine Sorge. Bin immer noch wech. Sieht man doch. Keine Überschrift. Kein Bild. Und so.

Ist nur ne Schnappatmung Text. Darf ich doch wohl!

 

Also, viel zu früh wach heute morgen. Das mit den Sommertemperaturen für dieses Wochenende umtreibt mich. Nur Eisdielen freuen sich. Und Eisberge mit Selbstmordgedanken. Bin beides nicht. Idiotische Realität. Nun ja, da ich zu früh wach war: Lesen. Berg, Sibylle. Gold. Wiederholung.

 

Sie schreibt so ganz wunderwunderbar bissig. Allerdings müsste bissig jetzt sehr stark gesteigert werden. Ich kenn das Steigerungswort dafür aber nicht. So möcht ich auch mal sein. So gesteigert bissig. Aber so bin ich nicht. So möchte ich auch niemals sein. Nur mal schreiben. Doch das wäre albern. Nachmacherei, unauthentisch wenn man zugleich nicht so bitterbiestigbissigbissig ist. Schreckliches Sein, wunderbar zu lesen. Was ist das nur für eine Kluft in mir! Komisch, das Ganze. Merkwürdig. So würdig zu merken, dass ich es gleich mehrfach lesen muss.

 

Bin wieder wech. Dauert, bis ich zurück bin. Schnappatmungstexte ausgenommen. Sind ja keine. Nur ein- und ausatmen von Buchstabenkombinationen.

05.04.2024

 

Ist das nicht verrückt? Das Schreiben fehlt mir schon jetzt.

Entzugserscheinungen? Gibt es die nicht bei allem Liebgewonnenem?

Kennst Du das?

Nach drei Wochen ist das aber spätestens vorbei?

 

Eigentlich bin ich gar nicht hier...

 

 

02.04.2024

 

Ich weiß es nicht,

ich weiß es noch nicht…

 

Selbstkritische Fragen ohne Antwort

 

Besinnungspause!

 

Heute beginnt der 11. Vierteljahresband meiner "Verschwundenen Texte"… Verschwunden deshalb, weil sie nur zeitbedingt im Internet zu lesen sind. Mein Vorhaben sie als Bücher herauszugeben, scheitert am Arbeitsaufwand, sie in Buchform zu bringen. Diese über 1000 Beiträge seit Sommer 2022 werden zwangsläufig unlektoriert bleiben müssen, weil täglich Neues hinzukommt und diese zusätzliche Arbeit für mich nicht zu schaffen ist. Das bedauere ich. Doch ist es ein Trost zu wissen, dass ich zugleich wohl der einzige Mensch auf der Welt bin, der es bedauert. Insofern leidet die Welt keinen Schaden an der Nichtrealisierung.

 

Ich stelle mir natürlich immer wieder selbstkritische Fragen zu meinem Tun an dieser Stelle des Lebens, die ja auch viel Zeit kostet. Worüber schreibst du, wie viel schreibst du, aus welchem Hintergrund heraus, mit welcher kritischen Distanz, wie subjektiv und wie objektiv sind diese Beiträge? Sind sie lesbar, schwer verständlich, für andere wiederum unterfordernd? Für viele vielleicht auch langweilig, andere mögen auch Amüsantes darin finden und wenn ich Glück habe, gibt es auch Leser, die es ernst nehmen, in die eigenen Gedanken mit hineinnehmen und es für sich transformieren. Das wäre der Treffer! Gibt es ihn? Keine Ahnung.

 

All das und mehr weiß ich also nicht, wenn ich schreibe. Und das ist zugleich der Grund, warum ich auch nicht ermessen kann, ob es für andere Menschen einen Wert hat oder nicht. Natürlich schreibe ich auch für mich selbst, weil es mich innerlich dazu drängt, mich zu äußern. Dies aus dem tiefen Glauben daran, dass sowohl konstruktive wie negative Gedanken aller Menschen die Welt letztlich beeinflussen und formen. Daran möchte ich Anteil haben.

 

Doch die Mühe des Schreibens allein könnte ich mir auch ersparen, indem ich es "nur" denke und fühle. Warum noch das Ganze also schriftlich und öffentlich zugänglich niederlegen? Allein die Bildersuche kostet immer viel Zeit, weil auch so etwas natürlich Bedingungen unterworfen ist, die alle beachtet werden müssen. Vielleicht schreibe ich auch in der leisen Hoffnung, den einen oder anderen Menschen mit meiner Sichtweise zu erreichen? – Ja. Vermutlich ist diese kleine Hoffnung der Motor des Schaffens. Es ist nicht viel, aber es ist auch eben nicht Nichts. Alles läuft ins Ungefähre, ins Ungewisse, was ich hier tu. Das ist nicht immer leicht.

 

Dennoch: Freier kann niemand arbeiten.

Bedingungsloser auch nicht, da ich kein Geld dafür erhalte, und damit auch keine Verpflichtung habe. Ich folge den Impulsen meines Herzens, meines Fühlens, meiner Vernunft.

 

Worüber schreibe ich?

Hier ist einer meiner kritischen Knackpunkte. Es sind zwar eine ganze Reihe von Themen, die ich nicht alle aufzählen kann, aber es dürfte auffallen, dass sie sich trotz inhaltlicher Nichtvergleichbarkeit um einige Kernanliegen drehen, die sich wiederholen und sie dennoch immer wieder in neuen Facetten mit verschiedenen Schwerpunkten schildere:

 

Leben und Tod, Geburt und (mögliche) Wiedergeburt, Wahrheit und Lüge, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Klimawandel und seine Folgen, Naturerhalt, Krieg und Frieden, Gesellschaftskritik und Persönliches und vor allem aber der immer wieder neue Appell in allem: Erweitert euer Bewusstsein! Seid kritische Denker mit heißem Herzen.  Tut alles dafür, was ihr könnt, denn hierin liegt der Schlüssel, ob die Herausforderungen der Zukunft zu meistern sind. Jeder ist hier angesprochen. Ein jeder hat dazu auch Talent.

 

Wenn wir nicht endlich und bald eine wesentlich bessere und andere Bildungspolitik bekommen, die kindliche Gehirne auf eine grundgesunde Art trainieren, fördern und fordern, statt sie mit überkommenem Mist zu füttern oder irre Neuerungen einzuführen, nur weil sie gerade einer Zeitmode entsprechen, wird es mau für uns alle aussehen. Vor allem für die jetzt junge Generation in den Startlöchern, das Leben zu erkunden.

 

Es ist doch erstaunlich wie krank unsere Gesellschaft selbst nach offiziellen statistischen Daten ist. Trotz hervorragender Sozialsysteme und Prophylaxe. Da stimmt doch etwas nicht! Die Wirklichkeit dürfte um vieles schlimmer aussehen, als die Statistiken hergeben. Das hat große Folgen und Auswirkungen auf unsere nahe Zukunft. Wir haben zu viele unfähige Politiker in allen Parteien. Mitläufer, Macht-Teilhabe-Suchende, Karrieristen und Lobbyisten, die sich ihre Pfründe früh sichern wollen.

 

Weisheit? – Es mag sie geben. In Spurenelementen. Aber es ist zu wenig davon vorhanden. Und wenn doch, dann offenbar an den falschen Stellen. Weise haben vermutlich im Karussell der Parteien-Karriere-Ochsenkur auch kaum eine Chance. Vor allem dann nicht, wenn sie sich wie verantwortungsvolle Idealisten verhalten…

 

Ich komme gerade einmal wieder von meinem Thema ab!

 

Dem Thema, worüber ich noch schreiben soll? Seit 2000 dürften weit über 10.000 Beiträge von mir zu sehr vielen Themen geschrieben worden sein. Eher mehr. Bedeutet: Gesagt ist längst alles. Nicht nur von mir. Aber braucht es nicht die Wiederholung auf kreativ neue Weise? Sind wir nicht alle auf Wiederholungen deshalb so angewiesen, weil Informationen so unendlich flüchtig sind und das Wesentliche immer nur sehr langsam in Herz und Hirn Anker wirft?

 

Bei Kindern ist es ja so: Sie lieben die Wiederholung dessen, was sie mögen. Fordern sie ein. Damit prägen sie es sich besonders gut ein und formen es um. Zum eigenen, auf ganz eigen-artige Weise. Und das ist gut so. Denn jeder Impuls ist dafür da, dass wir unser Eigenes daraus machen, damit wir ganz tief damit verbunden werden und es leben können.

 

Schreibe ich also weiter? Worüber? Wie oft? In neuen, größeren Rhythmen?

 

Ich weiß es nicht, ich weiß es noch nicht…

Ich lasse mich selbst davon überraschen.

 

Ich mache jetzt mal Pause.

 

Wie lange…?  Auch das weiß ich nicht, weil ich mir meine selbstkritischen Fragen ja leider nicht beantworten kann.

 

 

 

01.04.2024

 

Über Misstrauen, Angst ... und Liebe

 

Sei misstrauisch! - Wie? Ich denke, man soll vertrauen? Ist das Vertrauen lernen nicht schon schwer genug? Jetzt also auch noch misstrauisch werden? - Ja. – Alles zu seiner/deiner Zeit.

 

Ich bin und bleibe überzeugt, dass tiefes Vertrauen, Urvertrauen, leider oder notwendiger Weise bei fast allen Menschen über die Phase des Misstrauens gehen wird/muss… zwangsläufig. Das hängt mit der Natur des Menschen zusammen, eingekeilt zwischen den Gesetzen von Polarität und Dualität. Doch was hat es damit auf sich? Ist das nicht ein und dasselbe? Eben das Gegensätzliche schlechthin, dem wir alle unterworfen sind?

 

In der Polarität ist die Kraft der Bewegung vorhanden, während die Dualität eine Art Stillstand bedeutet. In der Dualität werden die Gegensätze manifestiert und man muss sich für das eine oder andere entscheiden. Das ist oft schwierig, manchmal scheinbar unmöglich.

 

In die Beweglichkeit aller Gegensätze sind wir als Mensch hineingeboren und erleben früh: Es gibt das Gute und das Böse. Das Schmerzhafte und die Wonne, Leben und Tod, reich und arm, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit… Das alles kann verunsichern oder zu bitteren Lebenserfahrungen führen, sofern man die unangenehme Seite dieser Wirklichkeit erleben muss.

 

Entscheidend ist: Wir fallen nach und nach aus dem Urvertrauen, das wir mit auf die Welt brachten, heraus. Wir haben mehr und mehr Gründe für Misstrauen, weil die Welt, in der wir leben, alles andere als ein Schutzort ist. Er ist im Gegenteil voller Gefahren und Ungewissheit. Ein Schutz davor gibt es nur dann, wenn wir unsere innere Haltung entsprechend anpassen. Vom Urvertrauen ins Misstrauen und zurück ins Vertrauen durch eine andere Sicht der Dinge.

 

Das ist nicht leicht. Da gibt es auch kein allgemeingültiges Rezept, das greift. Das muss sich jeder selbst im Laufe des Lebens erarbeiten – oder er bleibt im Stillstand der Dualität, lebt mit ständiger Angst und nutzt nicht die Beweglichkeit der polaren Kräfte, die beides als möglich erscheinen lassen.


Das Erleben von Misstrauen bleibt so gut wie keinem Menschen erspart. Wie aber kommt man aus dieser Falle wieder heraus? Es braucht die kritische Distanz zum eigenen Denken und Fühlen. Das selbstkritische Untersuchen der zementierten eigenen Glaubenssätze, die erste Auskunft darüber geben, wie wir die Welt betrachten, wie wir sie behandeln und wie wir selbst auch behandelt werden.

 

Gretchenfrage: Wie kommt man vom berechtigten Misstrauen aufgrund vielfacher Erfahrungen wieder zu jenem Maß an Vertrauen, mit dem sich gut leben lässt – trotz der Widrigkeiten der Welt, die wir selbst nicht ändern können?

 

Es ist in den meisten Fällen die Angst, der wir uns zu stellen haben: Die Angst betrogen zu werden, die Angst zu leiden, die Angst zu sterben. Die Urangst des Menschen schlechthin! - Wir sollten lernen, diese Ängste keineswegs zu verdrängen, sondern sie mutig anzuschauen und akzeptieren, dass sie volle Berechtigung haben. Denn natürlich können wir betrogen werden, leiden und werden gewiss auch sterben. Insofern ist diese Angst real begründet und keine krankhafte Kopfgeburt. Doch sie kann trotz der Wirklichkeit dazu werden, wenn wir ihr zu viel und auch falschen Raum geben. Wenn wir sie züchten und ihr eine Dominanz verleihen, die unser Leben schwierig, unglücklich, gar krank werden lässt.

 

Es ist also die Akzeptanz der Möglichkeiten, die wir zu lernen haben. Es ist das Verstehen, dass wir als Menschen in Dualität und Polarität eingebunden, jedoch keine beliebige Marionette dieser Umstände sind. Wir müssen begreifen lernen, dass wir trotz aller Widerstände eine ganze Reihe von Möglichkeiten haben, das Gute, Gesunde, Kreative zu wählen. Bewusst oder unbewusst. Je bewusster, umso kraftvoller im geheimnisvollen Magnetismus, wo sich das anzieht, das zusammengehört.

 

Nehmen wir ein Beispiel. Das Schönste und Schwierigste überhaupt in einem Menschenleben: Die Liebe.

 

Erfahren wir die Liebe, kehren wir zum Vertrauen zurück. Doch wissen wir auch: Liebe kann enttäuschen und unglücklich machen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn wir geliebt werden wollen! Wenn wir den Anspruch haben, dass der andere uns zu lieben hat. Oder wenn wir ein Recht darauf für uns selbst ableiten – dann wird Liebe schnell zum Bumerang, weil hier ein großes Missverständnis vorliegt.

 

Lieben wir jedoch selbst, rein, ohne Aufrechnung einer Gegenliebe, kann niemand auf der Welt uns dies nehmen. Die, die wir lieben, werden uns ganz tief vertrauen. Ja, sie kehren durch unsere Liebe zum Urvertrauen zurück. Je mehr wir andere in reiner Form lieben (können), umso mehr werden wir selbst ganz automatisch als liebenswert wahrgenommen und zurückgeliebt. Dazu muss man nichts weiter tun. Das geschieht, weil auch hier der Magnetismus der Liebe zählt. Doch dazu bedarf es eben zunächst (!) jener Einseitigkeit, die man gemeinhin in der gemeinsamen Liebe oft ausschließt. Ein Irrtum, wie ich glaube, weil ich eben nicht von der Abhängigkeit einer herkömmlichen Partnerschaftsliebe spreche, sondern von jener bedingungslosen Form, die sich nicht an äußeren Begründungen festmacht nach dem Kalkül: Ich liebe, weil… er/sie dies und das hat/ist/kann.. usw.

 

Ich liebe, weil es mein Bedürfnis ist, zu lieben. Das ist es. Damit gewinnen wir alle mehr und mehr gegenseitiges und auch eigenes Vertrauen in einer Welt, die uns mannigfaltige Gründe für Misstrauen gibt. Wir überwinden sie, wenn wir uns der Angst stellen und uns für die Liebe entscheiden.

 

Leicht ist es nicht. Ein langer Weg. Aber ein möglicher!

 

31.3.2024

 

Was ist das nur für ein Glaube!?

 

 

Glaubensfragen. Ein schwieriges Thema, weil durch und durch subjektiv. Auch für Denker. Auch für denkende Gläubige, intellektuelle Gläubige – selbst Atheisten dürften sich mit dem Thema Glaubensfragen irgendwie herumschlagen. Welcher Glaube?

 

Soweit mir bekannt ist, sind wohl alle großen Religionen auf die Überwindung des Bösen geeicht. Das ist sinnvoll für das Zusammenleben auf unserem Planeten, wenn wir gemeinsam Überleben wollen. Unabhängig davon, wie sich Gläubige ein Weiterleben der Seele und des Geistes vorstellen, ob sie Himmel und Hölle beschwören, Läuterungsprozesse in welchen Fegefeuern auch immer annehmen oder doch lieber ins Nirwana eingehen, ins endlose Nichts, das aber doch irgendwie auch ein Etwas ist, wenn man eingeht. Was Religionen nicht unterscheidet ist das Bemühen, aus ihren Gläubigen "gute" Menschen zu machen, die Gesetze und Regeln befolgen, weil es ohne diese im Zusammenleben zu Chaos führen würde.

 

Ob sie dabei einen Gott oder viele Götter verehren und anbeten, ist dabei zunächst  sekundär, wenn es darum geht, human, menschlich, voller Mitgefühl miteinander und mit der Natur und allem Kreatürlichen umzugehen. So gut, so einfach, so klar.

 

Nun aber tun sich Fragen auf! Wie kann es sein, dass in quasi fast allen Religionen Gläubige zugleich auch Mörder sein können? Teils Einzelmörder, teils Massenmörder, oder Kriegsherren, Unterdrücker, Despoten und dergleichen. Und das oftmals sogar mit ausdrücklicher Segnung ihrer jeweiligen Glaubens-Hoheiten als Stellvertreter auf Erden. Päpste, Priester, Hohepriester, Patriarchen, ein Imam oder sonstiger Coleur. Sie segnen die Kämpfer, die zum Töten des Feindes angehalten sind. Auch wenn sie den Feind nicht einmal kennen und er niemals ein persönlicher Feind je war. Wer Feind ist und wer nicht, wird politisch bestimmt. Ein Feind des Volkes zu sein, reicht aus. Weniger noch. Es reicht schon aus, zu einem anderen Volk oder anderer Religion oder Kultur zu gehören. Allein schon das macht(e) sie oftmals zu Feinden, die den Tod verdient haben.

 

Nun wäre es leicht zu sagen: Die Kriegsherren oder Despoten, die Krieg und damit Töten von Mitmenschen befehlen, handeln niemals im Sinne ihres Glaubens, sondern im Sinne der Macht oder des Machterhalten. Sei es aus Ideologie oder aus Ego-Manie entstanden. Der Glaube, dem sie aber angehören, den sie öffentlich zelebrieren und praktizieren, hält sie keinesfalls ab, das Gebot "Du sollst nicht töten" einzuhalten. Und damit ist nicht die Tötung aus Selbstschutz oder Selbstverteidigung gemeint, sondern die Tötung aus Feindschaft. Sei sie persönlich oder auch nicht.

 

Was ist also mit der Kraft des Glaubens? Alles nur Makulatur für alle, die freiwillig an Tötungen teilnehmen? Oder wird immer und in jedem Fall argumentiert: Es ist immer Selbstschutz, Notwendigkeit, weil wir angegriffen wurden? Auch das gibt es (siehe derzeit Ukraine). Manchmal steht man tatsächlich mit dem Rücken an der Wand und dann stellt sich keine Glaubensfrage in Bezug auf Leben und Tod mehr, sondern nur noch die Alternative: Leben oder Tod als solches.

 

Nehmen wir Putin. Ein zumindest medial-öffentlich praktizierender orthodoxer Christ. Er bekam für seinen Angriffskrieg die Segnung des orthodoxen Kirchenoberhauptes Wladimir Michailowitsch Gundjajew, der Patriarch von Moskau und ganz Russland, zugleich ehemaliger KGB-Agent. Wie passt das zusammen? Was denken die Gläubigen darüber? Akzeptieren sie es blind? Doch brauchen wir nicht nur das aktuelle Beispiel bemühen, sondern wir können auch reichhaltig in die Kriege und Morde der christlichen Päpste über die Jahrhunderte blicken und sehen: Da tut keine Religion der anderen etwas im Sinne von Gott-Glaube-Mord-und Totschlag… es ist an der Tagesordnung und jenseits dessen, was sie predigen!  Siehe auch die Muslime und ihre vielen Kriege oder die anderer großen Religionen.

 

Auf den Fahnen ihrer Gebote steht die Liebe, die Mitmenschlichkeit, die Brüderlichkeit. Und da wehen dann zugleich die Fahnen des Todes? Was also ist los mit der Qualität, die wir als religiösen Glauben bezeichnen? Ist sie nur fürs kleine Volk gedacht, gemacht, verordnet – damit es leichter zu lenken ist, damit man seine Angst missbrauchen und es zu Taten zwingen kann, die es aus sich allein nie würde tun wollen?

 

Und was ist mit den Atheisten? Sind sie – ganz ohne religiösen Glauben – die vielleicht doch besseren Menschen? Töten sie weniger, seltener? Sind sie alle dem Humanismus und der Liebe verschrieben? Sind sie in ihrem Kern friedlicher als die Friedensgläubigen? So sieht es bisher nicht aus. Es sind aus allen denkbaren Gruppierungen mit oder ohne Glaube immer nur Individuen, die sich auf den Weg der Liebe und des Mitgefühls machen – auch wenn es das Gebot aller Religionen im Kern ihres Anliegens ist.

 

Glaube kann Kraft geben.

Glaube kann schändlich missbraucht werden. Und wird es auch oft.

 

Glaubensinhalte sind oft/meist nicht beweisbar. Doch das ist auch kein Gegenbeweis, dass vieles gut und stimmig sein kann.

 

Entscheidend ist nicht, was man glaubt!  Sondern entscheidend ist vot allem: was man tut und was man unterlässt.

 

Frohe Ostern

 

(c) Christa Schyboll

 

30.3.2024

Zu Ende gedacht? Echt?

 

Ostergedanken 2024.

 

 

Mir geht vieles durch den Kopf. Manches überschneidet sich. Manches ist wiederum absurd gegensätzlich. So verwirre ich mich selbst. Absichtlich? Unabsichtlich? Es passiert einfach, wenn man versucht, die Dinge zu Ende zu denken. Und erschwert wird dies, wenn man dann zugleich noch fest davon überzeugt ist, dass es gar kein Ende gibt. Keines nimmt… mit nichts.

 

Es sieht immer nur so aus, als wäre etwas das Ende. Die Kreuzung zum Beispiel, weil gerade Ostern ist. Dann kommt aber unerwartet die Auferstehung. Gut, viele mögen das nur für ein Symbol halten, oder eine Legende, gar ein religiöses Märchen. Aber wenn man davon überzeugt ist, dass der Tod eben nur Wandlung ist und eben kein Ende, dann ist es doch klar, dass man auch nichts zu Ende denken kann.

 

Man kann lediglich bis an die Grenze des eigenen Denkvermögens denken. Und das ist, bei Gott, in der Tat unglaublich eng gefasst. Bei uns allen, die wir nur Bruchteile der uns gegebenen Kapazität des Denkens erst nutzen. Das ist aber nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu realisieren – sprich: Wir müssen im Bewusstsein haben, dass wir an der Grenze unseres Verstandes eben nicht sagen: Das ist das Ende. Sondern nur sagen dürfen: Hier komme ich persönlich derzeit nicht weiter. Aber es geht noch weiter… vermutlich unendlich viel weiter. Mit allem. Auch mit dem, was unseren Sinnen entschwunden ist. Angeblich ist es nicht mehr da. Physisch wahrnehmbar für unsere recht lahmen Sinne vielleicht tatsächlich verschwunden. Aber auch das heißt noch lange nichts.

 

Gut, ich verstehe, wenn unsere kleine menschliche Welt eine gewisse Ordnung braucht. Zum Beispiel eine Ordnung, die uns sagt: Auf dem Tisch liegt ein Bleistift. Und diesen Bleistift kann man anfassen, kann damit schreiben. Und nicht etwa: Auf dem Tisch liegt die Idee eines Bleistiftes. Wenn du dich nun anstrengst und die Kunst der Materialisierung beherrschst, dann kannst du ihn auf Papier sogar nutzen und sichtbar machen. Mit Letzterem kämen die meisten Menschen (noch) nicht zurecht. Deshalb zählt nur der sinnlich wahrnehmbare Zustand und nicht die Idee des Zustandes im Vorfeld, die aber immer da sein muss, damit der Bleistift zum Bleistift wird und seine vielfachen Wandlungsprozesse vom keimenden Baum vollzog.

Alles einer verständlichen Übergangsordnung wegen brauchen wir also dieses einengende Konzept, dass sich in einer scheinbar geschlossenen Welt als brauchbar erweist.

 

Kompliziert gedacht? Nein. Gar nicht. Vermutlich – ich bin mir sogar dessen gewiss – nur in der richtigen Reihenfolge, von der die zweite sichtbar und beweisbar ist und der erste halt der Vorzustand des Zustandes. So ist es mit allem.

 

Was bedeutet das für uns in (beinahe hätte ich: "letzter" geschrieben) Konsequenz? Zu begreifen, wir leben in einem absolut offenen System, dass keinesfalls durch Geburt und Tod als ein abgeschlossenes System begriffen werden kann oder muss. Es bedeutet demnach, dass es ein VOR vor der Geburt und ein NACH nach dem Tod gibt. Was weiter bedeutet: Wir bringen Erfahrungen und Prägungen mit, wir nehmen welche mit. Da ist nichts mit einer Tabula rasa beim Neugeborenen. Und alles davon beeinflusst alles, was unseren weiteren Werde-Prozess betrifft. Und zwar genau in dem Maß und der Qualität, wie wir ihn leben, anlegen, mit Leben füllen. Sei es gut oder schlecht, klug oder dumm, fleißig oder faul. Wir prägen uns selbst durch das, was wir tun und lassen.

 

Und Christus? Und Ostern? Hat sich (für ihn) diese Kreuzigung gelohnt? – Ja, ich weiß, diese Frage ist absurd. Und dennoch könnte man ihr nahekommen, wenn man sagt: Es ging um etwas viel Größeres als das Opfern des eigenen Menschenlebens. Es ging um die Bewusstseinserhellung der nachgeborenen Menschheit. Um einen entscheidend neuen Entwicklungsschritt.  Das brauchte ein äußeres Zeichen, damit das Innere des Menschen zum Wachsen motiviert wird. Es brauchte Emotion, Herzblut, was anders pulsiert als der Verstand.

 

Diese Bewusstseinserweiterung ist noch immer nicht vollzogen. Aber die Menschheit arbeitet immerhin seit über 2 Jahrtausenden daran. Die Kreuzigung gehört ebenso in den Ewigkeitsraum, wie alles, was wir fälschlicherweise für ein Ende halten und doch immer nur ein lebendiger Impuls, ein Aufglühen des Ewigen in Raum und Zeit ist.

© Christa Schyboll

 

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29.03.2024

 

Grämt euch nicht! -

Liebe ausländische Mitbürger...

 

 

 

Karfreitag. Er gehört zu den stillen Tagen. Kein Krawall, keine Disko. Mir fehlt das eh nicht, insofern: gut. Seid ruhig. Relaxt, betet, meditiert. Alles gut.

 

Ich nehme diesen ruhigen Tag zum Anlass, ein beruhigendes Wort an alle ausländischen Mitbürger zu senden und raune euch leise zu: Grämt euch nicht! Gebt nicht auf! Auch wenn ihr niemals richtig deutsch lernt!... Lest, was ich euch dazu zu sagen habe:

 

Liebe ausländische Mitbürger,

 

ein ernstes Wort an euch! Ihr seid aktuell im Begriff, die deutsche Sprache zu erlernen? Damit ihr euch besser, schneller integrieren könnt? Das ist ein lobenswertes Vorhaben. Das hilft uns allen im Miteinander. Wenn ihr z.B. einmal auf mich trefft und dann eine Frage habt. Da kann ich leider nicht auf Farsi oder auf Arabisch antworten, sondern nur auf Deutsch. Und deshalb ist es toll, dass ihr euch darum bemüht. Doch auch ich kann deutsch nur radebrechen. Das ist der Grund, warum ich euch schreibe. Es dient eurer Beruhigung, wenn ihr auf Staunen oder Verzweiflung bei all euren tapferen Bemühungen stoßt.

 

Vielleicht wäre Französisch, Dänisch oder Norwegisch doch besser, weil leichter zu erlernen? Überlegt es euch gut. Ich gebe euch nun nur ein Beispiel von zahllosen, das euch erwartet, wenn ihr mit uns Deutschen korrekt kommunizieren wollt. Also aufgepasst.

 

Die Regel besagt: Das Genus: Jedes Nomen hat ein Genus, das heißt, es hat ein bestimmtes grammatisches Geschlecht. Die Geschlechter sind maskulin, feminin und neutral. Maskuline oder männliche Nomen haben den Artikel der, feminine oder weibliche den Artikel die und neutrale Nomen den Artikel das. So weit, so einfach. Falsch. Vielfach. Weil:

Der Leser = richtig, maskulin

Die Leserin = richtig, feminin

Die Leser = Richtig und falsch zugleich, weil maskulin, feminin und plural.

 

Die Sache wird nun etwas komplizierter. Denn richtig ist es für alle, die gendern doof finden. Das sind Millionen in Deutschland…angeblich Rückwärtsgewandte. Vermutlich aber nur Menschen mit klarem Verstand und weniger Zeit für unnütze Sprachakrobatik. Denn jede Rede dauert in der neuen deutschen Gendersprache fast doppelt so lang, wenn man jeden Begriff in männlich und weiblich wiederholt und dann noch die Frechheit besitzt, das Neutrum auszulassen.

 

Doch wie soll man euch das erklären!  Vermutlich setzt schon erste Verwirrung ein?

 

Richtig ist es aber für alle, die gendern nicht kennen und es deshalb auch nicht einmal doof finden können und es zudem dann auch nicht beherrschen.

 

Falsch ist es für alle, die gendern wollen oder müssen (ja, manche werden strikt dazu beruflich strikt angehalten), weil hier die Leserin oder die Leserinnen diskriminiert werden, da sie nicht explizit mit erwähnt werden, wenn man nur Plural nimmt: Die Leser. – Wer bitteschön, in aller Korrektheit, soll den das nun sein? - Die Leser:  Frauen, Männer und was ist mit den Transfrauenmänner?

 

Auch im Plural will gegendert werden, liebe ausländische Mitbürger. Immerhin seid ihr in Deutschland. Im Korrektland. Im nicht mal eben Drei-gerade-lassen-Land. Bei uns herrscht Zucht und Ordnung auch in der Sprache. Merkt es euch gut!

 

Aus ist es mit der alten Sonderstellung. Das Plural kann sich schließlich nicht alles erlauben. Sprachmuffel, die nicht ständig alles und jedes gleichzeitig in maskulin und feminin ausdrücken, sind ja schon echte Faulpelze. Oder schlimmer noch: Frauenhasser am Ende?

 

Das Neutrum steht schon drohend in den Startlöchern. Und was ist mit mir, ereifert es sich. Das wollen wir doch mal sehen, feixt es mit dem Sprachknüppel und droht mit gesetzlichen Neuregelungen. Ich will auch mit rein. Denn mein Geschlecht ist außerdem unbestimmt, es schwankt, glimmt wie ein Glühwürmchen mal zu dieser, mal zu jener Seite. DAS LESER und DAS Leserin. Dass muss endlich erweitert werden. Darauf bestehe ich. Ich kenne meine Rechte in einer pluralistischen offenen Gesellschaft ohne Diskriminierung.  Doch das, liebe Sprachschüler, kommt erst noch für euch.  Bald vermutlich, sehr bald. Ich wollte euch nur schon einmal vorwarnen und einen Vorgeschmack geben, was euch erwartet, wenn ihr ernsthaft glaubt, deutsch schon gut zu beherrschen.

 

Never. Ever. Auf gut deutsch.

 

Und kommt mir nicht mit neuen diskriminierenden Aussagen, dass das Plural doch alles – bis eben aufs arme Neutrum -  enthält. Falsch und richtig, je nach Sprachrebell. Denn was ist, hat im korrekten Deutsch nur eine untergeordnete Bedeutung. Man könnte sie auch Willkür nennen, die auf der Willkür der Sprachpäpste basiert. Diese Päpste haben in Deutschland eine große Macht. Und vermutlich sind da auch Päpstinnen darunter, was ich aber so genau nicht weiß. Und vielleicht auch Zwitterpäpste, deren korrekte Bezeichnung ich schon wieder nicht kenne. In keiner Sprache.

 

Aber ich weiß, dass ich oft Falsches schreibe, weil mir dieses gendern oft auf den Keks geht. Dabei bin ich eine Frau. Und deutsch. Und werde meine Muttersprache wohl in diesem Leben nicht mehr lernen. Auch wenn ich sie liebe. Ich liebe offenbar etwas Fremdes.

 

Grämt euch also nicht, wenn ihr alles Mögliche am Ende doch falsch sagt, obwohl ihr fleißig gelernt habt. In seid in bester Gesellschaft. Unter all den Deutschen, die es auch nicht besser können… oder wollen oder meinen oder es nicht einmal wissen, das sie es nicht können. Das sind übrigens die glücklichen Deutschen.

 

Schätzt doch mal, wie hoch der Anteil der Deutschen ist, die diesen Artikel nicht verstehen! Ja, schätzt mal…Euer Staunen wirft gewiss gleich ein helles Licht auf unsere dunklen Schatten

 

(c)Christa Schyboll

28.3.2024

 

 

Beobachtung.

Wonne. Zärtlichkeit.

 

 

In den Thermen. Erholungspause für mich. Ich liege am Wasserrand und schaue irgendwie ins Nichts. Dann kommt ein Dreiergespann in mein Blickfeld. Großmutter, Mutter, Kind. Großmutter und ihre erwachsene Tochter sind sich wie aus dem Gesicht geschnitten. Nur halt der Altersunterschied. Etwas mollig. Beide Typus "Frau im Bild"-Leserin. So äußerlich jedenfalls. -  Ich und meine Schubladen. Entlarvt. Also gestrichen, das mit dem vermeintlichen Lese-Abonnement. Selbst dann, wenn es stimmt.

 

Der kleine Junge wirkt sehr glücklich. Er scheint so zwischen 6 und 7 Jahre alt zu sein. Er ist blass, zart. Klebt ständig an eine der beiden Frauen. Es geht hin und her zwischen den Dreien. Klebt in den weichen Armen. Wange an Wange. Mal hier, mal dort. Er lächelt.  Warum ist er glücklich? Das warme Wasser? Wohl auch, vermute ich. Aber da ist noch etwas, das man selten sieht. Zwei unglaublich zärtlich schauende Gesichter. Im ständig freudigen Blickkontakt mit ihm. Freundliche Frauen, die ihn hüten, schützen, liebkosen.  Mutter und Tochter sind ganz auf ihn fixiert. Auf sein Wohlgefühl, sein Befinden. Ob er vielleicht behindert ist? Der kleine Junge wirkt nicht so ganz altersgerecht. Andere in diesem Alter toben doch meist wild herum. Er aber klebt weiter in dieser offensichtlichen Wonne. Das Lächeln und leise Lachen mit ihm will kein Ende nehmen. Er schenkt es reich zurück.

 

Es fasziniert mich. Fröhliche Gesichter sieht man schon öfter im Wasser, wenn die Eltern mit ihren Kindern spielen. Aber glückliche, zärtliche? Das ist ein feiner und zugleich bedeutender Unterschied. Ich schaue es mir weiter eine Weile an und es erfreut mich immer mehr, dass diese Zärtlichkeit, diese Blicke, dieses liebevolle Umgehen der Oma mit ihrem Enkelsohn, der Mutter mit ihrem Kind einfach nicht endet. Ich spreche also nicht von einem kurz eingefangenen Augenblicksmoment, sondern von einer Dauerpräsenz während des längeren Beobachtungsvorganges. Wer sich so verhält, verhält sich oft so. Hier offenbaren sich Wesenszüge, die für sie selbst vermutlich natürlich, normal, selbstverständlich sind.

 

Es kribbelt in mir. Soll ich es ihnen sagen? Macht man so etwas? Wildfremde Menschen im Schwimmbad auf ihre Gefühle ansprechen? Einfach so? Aus dem Nichts auftauchen und dann direkt wieder abtauchen? Denn wenn ich nun etwas sage, muss ich mich zwangsläufig sofort wieder entfernen.

 

Wieso? Weil meine Hörbehinderung im Wasser ohne Hörgeräte einen Höhepunkt erreicht. Den Höhepunkt der akustischen Unerreichbarkeit anderer Menschen. Zudem bin ich mit Schwimmkappe im Wasser, weil ich mich im Wasser durch Kraulstil fast immer unter Wasser befinde. Wenn mich also jemand anspricht, muss ich es gleich offenbaren: Ich verstehe Sie nicht! So würde es mir auch jetzt ergehen, wenn ich sie anspräche. Spreche ich Sie trotzdem an?

 

Ja.

Obschon es merkwürdig ankommen wird?

Ja.

 

Ich tauche ins Wasser, tauche unter. Im Untertauchen ist ein Stück Wesensheimat für mich zu finden.  Das ist nun einmal so. Zumindest im Wasser. Im Leben auch? Na ja… mal so, mal so. Was es braucht.

Mit wenigen Schwimmzügen bin ich bei ihnen. Tauche auf. Für sie ist es plötzlich. Für mich spontan geplant. Komme ihnen unerwartet körperlich so nah, dass sie kurz erschrecken. Dann sage ich: "Es ist unglaublich schön, soviel Zärtlichkeit im Blickkontakt mit dem Kleinen zu sehen."

 

Noch bevor ich den Satz zu Ende bringen konnte, erschrecken beide. Die Freundlichkeit stockt, friert für gefühlte Sekunden ein. Dann verstehen sie. Sie lachen. Vermutlich wollen sie mir jetzt etwas antworten. Doch dazu kommt es nicht. Denn ich würde sie nicht verstehen. Es sei denn, sie schreien. Das will niemand. Also tauche ich wieder ab. Mit einem guten Gefühl. Schwimme in meine alte Position zurück. Beckenrand. Relaxen, erholen. Bin zuvor fleißig geschwommen.

 

Irgendwas erzählen sich die beiden Frauen. Vermutlich von der Sekundenbegegnung mit mir, denke ich mal. Oder auch nicht. Egal. Sie sind wieder dem kleinen Jungen zugewandt. Scherzen, lachen, streicheln ihn. So schön.

 

Eine Stunde später. Ich bin immer noch im Wasser. Sehe andere Menschen. Lasse es hier unkommentiert. Dann kommt der kleine Junge angeschwommen. Allein. Mutter und Oma in Sichtnähe. Aber hinter ihm. Vor ihm nur Fremdes. Es macht ihm keine Angst. Kein Klammern mehr. Die Befürchtung einer eventuellen Behinderung scheint ein Trugschluss gewesen zu sein.

 

Er lacht mich an. Ich lache zurück. Ob die Mutter und Großmutter ihm von der kurzen Begegnung erzählten? Das wäre nicht kindgemäß. Ob er vielleicht oft so viel lacht und lächelt, weil er so schöne Vorbilder hat, die ihm Liebe geben? Ja. Ein Kind, das Liebe erlebt und Sicherheit. Lacht, weil er Spaß hat, sich geborgen fühlt. Er vertraut sich und der Welt, die er nicht kennt.

 

Der Himmel bedeckt. Die innere Sonne strahlt umso heftiger. Licht fiel ein. Inneres Licht. Mitten ins Außen.

 

Was sind schon Sonnenstrahlen gegen die Zärtlichkeit eines menschlichen Blickes.

 

(c) Christa Schyboll

27.3.2024/28.3.2024

 

Nachtrag:

Gestern. Kafka.

Die Kafka-Serie. Mein Urteil ist jetzt sicher. Ich brauche es nicht. Also kein Urteil. Zweiter Teil heute abend.

 

Kafkaesk genug! Das gefiel mir. Das passte.

 

Gut oder schlecht? Mir gefiel es.

 

Wer seine inneren Widersacher kennt, ist im Vorteil. Denke ich.

 

<26.03.2024

 

Versagen

 

 

Manchmal versage ich. Oder besser: Meine Urteilskraft. Dann kann ich mir nicht trauen. Dann brennt eine Lampe in mir durch. Das wiederum gefällt mir nicht. Aber ist es nicht menschlich, nicht ehrlich, das zuzugeben... und nicht auch normal, dass es so ist?

 

Denn wer ist denn schon Experte für alles. Niemand. Die Zeit der Universalgenies ist vorbei. Die KI könnte eines sein, wenn sie ein menschliches Wesen wäre. Ist sie aber nicht, sie ist nur eine programmierte Maschine. Soll sich also nichts einbilden.

 

Also das mit dem Misstrauen gegen mein eigenes Urteil. Das betrifft zum Glück nicht alles, was ich so sage, denke, fühle, tu. Oh Gott, diese Vorstellung wäre ein Albtraum. Und doch, hin und wieder ist es so. Gestern zum Beispiel. Eine Serie über Kafka in der ARD, über den genialen Schreibsurrealisten. Dem kann ich durchaus viel abgewinnen. Macken, Visionen, Träume, Verrücktheiten anderer Menschen, alles bunte, quirlige Persönlichkeiten, sind mir irgendwie nah. Auch wenn es deshalb nicht zur gefühlten Identifikation kommen muss. Aber war der Film gut? War er es nicht? Ich wusste es am Ende nicht. Und so geht es mir öfter. Nicht nur mit Filmen. Plötzlich erlahmt meine Urteilskraft. Die Sicherheit - wo ist sie hin? Denn für mich ist keinesfalls automatisch das gut, was mir gefällt. Oder was mir missfällt. Das darf doch das Kriterium für mein Urteil nicht sein. Gefallen, Missfallen. Das ist doch allzu persönlich. Absolut subjektiv.

 

Nun ja, das Subjektive liegt mir im Blut. Das Objektive aber auch. Denn nur so kann ich kritisch mit mir selbst bleiben. Das ist doch nur fair der Welt gegenüber. Auch wenn es die Welt an sich nicht interessiert, sie keine Notiz von meiner subjektiven Objektivität nimmt. Und umgekehrt. Aber ich nehme das alles wahr. Und dann eben kommen solche Momente: Was ist gut? Was ist schlecht? Warum? Erkläre es. Besser noch: beweise es. Auch Argumente können Beweise sein, wenn sie schlüssig sind. Kannst du alles nicht? Dann schweig...

 

Wie geht es euch Lesern damit? Seid ihr kritisch mit euch? Zu euch? Gegen euch? Nein, gegen euch müsst ihr niemals sein.  Ehrlich sein, reicht. Sich den Fragen zu stellen, die man eigentlich nicht gern stellen mag. Also kritische Fragen. Seid ihr denn immer sicher in eurem Urteil? Ich traue jedem von euch zu, dass er tapfer sagt: Nein!

 

So wie ich.

 

Das ist ein gutes Ende eines kurzen Gedankenausflugs.

Mehr will ich im Moment auch nicht sagen.

 

© Christa Schyboll

 

 

26.03.2024

 

Wirtschaft und Moral – schließt sich das aus?

 

Nicht unbedingt. Aber man kann vorab feststellen: Es ist eine komplizierte Liaison. Nehmen wir doch unsere Exportnation Deutschland als Beispiel. Wir sind vor allem reich, weil wir viele Güter exportieren, die andere Länder brauchen und wollen. Eine gute Sache. Und natürlich müssen wir auch gewisse Produkte importieren, die wir selbst entweder nicht besitzen oder aus bestimmten Gründen nicht herstellen können. Soweit ist das alles einfach zu verstehen und klar. Import und Export könnten sich auch die Waage halten und so können alle am Welthandel beteiligten davon profitieren.

 

 Doch die Sache ist ja längst aus dem Ruder gelaufen. Wir (und alle Länder, die es sich leisten können) importieren auch das, was sie nicht brauchen. In Massen.  In unserem Fall: Äpfel zum Beispiel. Denn wir wollen sie frisch und bitte zu jeder Jahreszeit und nicht nur zur heimischen Apfelernte. Aus Neuseeland, Südafrika oder China. Kein Weg ist dem Apfel zu weit. Kein ökologischer Irrsinn zu groß, als dass er im freien Welthandel nicht unterkäme. Oder Kleidung zum Beispiel. Ein mittlerweile gigantisches weltweites Müllproblem durch Billigkleidung in Asien, die so günstig ist, dass sich oft nicht einmal Reinigungskosten lohnen. Berge von Kleidermüll, die uns zu ersticken drohen. Dabei haben wir in Deutschland nicht nur genug Apfelbäume oder könnten noch welche anpflanzen, wenn sie fehlen und zudem hatten wir auch einmal eine taffe Kleiderindustrie. Kaputt, fort, ausgewandert. Die Gründe kennt jeder: billige Arbeitslöhne in Asien, Unternehmenssteuer-Vorteile und ihre sonstigen bürokratisch-fiskalischen Freunde.

 

Da wir unseren Planeten an die Wand fahren, stellt sich also auch die Moralfrage in Sachen ethisches Wirtschaften, Nachhaltigkeit, ökologische Kardinalsünden. Da sieht es für Deutschland, Europa und alle reichen Staaten eher bitterböse aus. Die Einfuhr von schrottigen Wegwerfprodukten, im Grunde schon Müll beim Einkauf,  scheint nicht zu stoppen zu sein, obschon man die Probleme erkannt hat, benennen kann und damit eigentlich auch ändern könnte.

 

Eigentlich. Uneigentlich ist die Sache schwieriger, weil alles auch auf Verträgen basiert, Übereinkünften und einem quasi unkontrollierbaren freien globalen Markt, der sich um ethische Fragen nicht nur nicht schert, sondern wo immer nur möglich mit Füßen tritt.

 

Alle wollen das Gleiche: Nachhaltiges Wirtschaften, ökologisch sinnvolles Handeln, für eine Zukunft, die lebenswert ist. Das Ziel ist allen klar. Der Weg offenbar unmöglich. Fatal. Alles wissen, nichts können.

 

Und gesetzt den Fall, wir würden es konsequent durchziehen: Nur noch lokale Produkte kaufen und nur allein solche Waren einführen, die wirklich unverzichtbar sind, was geschähe? Viele arme Länder und Schwellenländer wären sofort massiv vom Ruin  betroffen, würden ihre Produkte nicht los, verfielen in erneute oder weitere Armut und könnten deshalb auch von uns und anderen reichen Staaten umgekehrt nichts importieren. Also würden wir einen Teil unserer Waren ebenfalls nicht los, weil die Menschen kein Geld dafür haben – auch wenn sie diese gerne besitzen würden.

 

Die Katze beisst sich in den Schwanz. Es ist so unendlich einfach, alles Sinnvolle von der Politik zu fordern. Es ist schwierig, das auch tatsächlich gesamtgesellschaftlich und zudem global umzusetzen,  und mit den dann anderen negativen Folgen auch zu leben.

 

Es ginge durchaus. Aber nur mit Verzicht auf Luxus in den reicheren Ländern und Verzicht auf so manches Lebensnotwendige in den armen Ländern. Es ginge, aber es ist kompliziert. Und wenn's kompliziert wird, bricht die Begeisterung über das Gute und Sinnvolle schnell wieder in sich zusammen.

 

© Christa Schyboll

 

 

25.3.2024

 

Eine gar wunderliche Geschichte: Ich kenn da eine Person…

 

Ich kenn da eine Person. Echt, ungelogen. Es gibt sie tatsächlich. Wunderlich, wunderlich. Aber steckt nicht in jedem Menschen ein wunderliches Wunder, wenn man nur genug über ihn und seine Motive weiß? Ja, so ist es wohl. Seien wir ehrlich!

 

Die Person ist von vorsorgendem Charakter. Gut und schön, mag man meinen. Vorsorge kann klug sein. Man denke an die schlafenden und wachenden Jungfrauen in der Bibel. Nicht bibelfest, du, Leser? Also da gibt es eine Parabel:

 

Zehn Jungfrauen bereiten ihre Lampen mit Öl vor, um den Bräutigam zu treffen. Fünf von ihnen sind klug genug, diese Aufgabe etwas vorauszudenken und bringen zu ihren gut gefüllten Lampen zusätzliches Öl mit, damit sie nicht einschlafen, um ihn gebührend empfangen zu können, wenn er unerwartet in der Nacht auftaucht. Die anderen fünf verschwenden daran keinen Gedanken. Lampe brennt… gut ist es! Was braucht es schon mehr!

 

Als nun der Bräutigam (Christus) kommt, sind die klugen und wachsamen Jungfrauen bereit und gehen mit ihm zur himmlischen Hochzeit, während die törichten Jungfrauen mangels Öl dann doch am Ende noch eingeschlafen sind. Nun müssen sie zurückbleiben, um Öl zu besorgen. Doch als sie endlich zurückkommen, ist die Tür verschlossen, vor der sie Wache halten sollten. Vorbereitung ist alles, Wachsamkeit auch. Diese Lektion haben sie bitter gelernt.

 

Unsere Wunderliche, von der die Rede ist, hörte diese Parabel als Kind und nahm sie ein wenig zu tief in ihr kleines, reines Herz. Sie wollte fortan für den Rest ihres Lebens immerzu und unbedingt zu den klugen Jungfrauen gehören und sorgte vor, sorgte vor, sorgte vor. In Gedanken, in Gefühlen und in ihren Taten. Nur die Ankunft des Herrn nicht verpassen. Oder auch das Richtige im richtigen im Leben tun, lag ihr ab nun immer am Herzen. Immer bereit sein. Auf dem Sprung. Wie ein Tiger.  Ein jeder wird geprüft. Das wusste sie. Jedoch sorgte sie kein Lampenöl vor, sondern alles, was der moderne Mensch so für seine Unversehrtheit in Notzeiten braucht. Und das waren dann vor allem Medikamente, dachte sie sich.

 

Dass Medikamente ein Ablaufdatum haben, wusste sie, aber das störte sie nicht. Denn sie war sicher, wenn sie vorsorgt, dann hält das Zeug. Der Himmel wird mit ihr sein. Entweder ist genug Chemie drin, deren Wirksamkeit zwei weitere Generationen unbeschadet übersteht oder aber es handelt sich um Homöopathie, die wiederum nur dann nicht mehr wirkt, wenn sie zersetzt wird.

 

Ein vorzeitiges Zersetzen ihres Schatzes? Das würde unserer klugen Vorsorge-Jungfrau nie passieren. Alles wurde gehütet wie ihr Augapfel und die ins Herz eingepflanzte Parabel vom Wert der Vorsorge.

 

Doch vor einem Problem stand sie schon: Wenn sie sich eindeckte, was war dann mit dem Rest der Dorfbewohner in Notzeiten? Würde man nicht mit bösen Fingern auf sie weisen, wenn sie und ihre Lieben gesund wären, während alle anderen darben und litten? Doch. Das würde man. Also braucht sie noch viel mehr Vorräte, die zugleich aber irgendwie für sie auch noch bezahlbar waren. Da kam ihr die Homöopathie genau richtig. Sie las sich die Krankheitsbilder im Homöopathischen Repetitorium durch und stellte erfreut fest, dass doch gleich sehr viele verschiedene Krankheiten mit einem speziellen Mittel behandelt wurden. So ließe sich der Aufwand in gewissen Grenzen halten. Sie suchte sich die gängigen Krankheiten heraus, wählte, Grippe, Gelenke, Frauenleiden, Galle, Leber, Herz, Nieren und was sonst alles noch im Körper so kreucht und fleucht und ziemlich oft Unsinn macht.

 

Mit der Zeit hatte sie viele Kisten zusammengehortet. Doch die Katastrophe blieb aus. Der Bräutigam ließ sich auch nicht blicken. Was nun? Wohin damit? Teils war das alles mittlerweile schon zehn Jahre abgelaufen, was aber, wie wir oben lasen, für sie völlig bedeutungslos war. Alles war nur noch ein Mengen- und Platzproblem, ansonsten sorgfältig gehütet. Wie eben zu Jesu Zeiten das Ersatzöl der fünf klugen Jungfrauen, zu denen unsere Wunderliche auf ihre Weise unbedingt gehören wollte.

 

Was wollte sie eigentlich? Sie wollte im Falle der Not überleben. Und ihre Lieben bitteschön auch. Denn ohne sie machte es doch keinen Sinn. Sinnstiftung in allen ihren Taten jedoch war ihr höchstes Gut. Damit jedoch niemand sauer auf ihr Überleben oder ihre strotzende Gesundheit war, musste sie halt für die vielen törichten Jungfrauen im Dorf doch auch mitdenken und handeln.

 

Damit hatte sie ein gutes Gefühl. Nicht nur an sich denken. Sei kein Egoist, dachte und fühlte sie. Denke weit voraus und handele entsprechend. Dann kannst du gut schlafen. Dann kann kommen, was will. Nur darum ging es. Um ein gutes Gefühl! Um das Wissen, im Falle eines Falles zur richtigen Gruppe zu gehören, auf der richtigen Seite zu stehen. Helfen zu können und sich auch selbst ein wenig sichern.  

Ins Himmelreich. Da wollte sie später auch einmal hin. Doch das hatte sicher auch noch etwas Zeit. Doch um dieses Ziel zu erreichen, musste man zur richtigen Zeit das richtige Tun.

 

So lebt sie noch heute. Alt geworden. Ruhig geworden. Auf ihren Bergen von Medikamenten sitzend. Nichts krampfhaft festhaltend, jedoch weiter hütend. Hin und wieder schluckt sie welche. Schmecken noch. Wirken sicher auch noch. Prophylaktisch, versteht sich. Damit erst gar kein Organ auf die Idee kommt, in ihr herumzukrakeelen und Unsinn zu machen.

 

***

Ade, du Wunderliche mit dem guten Herzen. Auf dass dir immer die richtigen Türen geöffnet bleiben und du dein Ziel erreichst. Wo immer auch der Himmel sein mag.

 

© Christa Schyboll

 

24.3.2024

 

 

Kritisches über Kritiker

 

 

Hola! Kritisieren können wir mehr oder weniger alle gut. Es ist nicht schwer, bei anderen Mitmenschen Fehler zu entdecken. Sie bieten sich oftmals geradzu obszön an. Wer nichts tut, macht keine Fehler. Was übrigens nicht stimmt, weil Nichtstun in nicht wenigen Fällen sogar ein Kardinalfehler schlechthin sein kann. Wer tut, macht Fehler. Wer viel tut, erhöht seinen Fehlergrundumsatz automatisch. Und tut man öffentlich viel – was auch immer – ist das Schlachtfest zugleich ein Festmahl für Kritiker. Auf in die Arena zur öffentlichen Kreuzigung!

 

Kritik kann falsch sein. Sie kann gemein sein, unfair, berechtigt, gut argumentiert. Sie kann aus Neid, Missgunst, Überheblichkeit geschrieben sein. Sie kann wertvoll oder nutzlos sein. Sie kann letztlich immer alles sein. Und das zugleich sowohl aus jedem denkbaren Blickwinkel heraus und kann damit die Gesamtpalette aller Urteile zum gleichen Fakt oder Geschehen abbilden und absurd gegenteilig erscheinen lassen. Das schafft nicht jeder. Kritiker können das. Warum: Weil sie sich in die Kategorien Könner und Stümper einteilen lassen, von denen die Stümper jedoch irgendwie nichts mitbekommen.

 

Es kann also etwas nicht nur gut oder schlecht sein, sondern sowohl gut wie auch schlecht sein, wenn man es nur verschieden genug betrachtet.

 

Kritiker können Fachleute sein, die genau wissen, was und wen sie kritisieren. Vor allem: wie!  Ihr Urteil kann kompetent sein und von so viel eigenem Können zeugen, dass man diese Kritik – wie immer sie ausfällt – als Geschenk sehen darf.

 

Kritiker sind aber oft auch Idioten. Menschen, die die eigene Stümperhaftigkeit nicht einmal überblicken und schon allein aufgrund mangelnder Selbstwahrnehmung nicht einmal im Ansatz wissen, was es bedeutet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, zu der sie selbst nicht imstande wären.

 

Interessanterweise wird die Qualität einer Leistung immer an jenem Level gemessen, den man selbst aufgrund seiner Bildung oder Talente nicht selbst auch schon kann, jedoch kennt. Bildungswissen! Auf dem Trrockendock der Talentfreiheit! Nicht das eigene Niveau ist das Maß des Vergleiches, sondern das Höchstniveau, an dem sich nun alles zu messen hat.

 

Man setzt innerlich also den Rotstift an eine Qualität an, die zurecht noch als eine mit gewissen Mängeln behaftet ist, weil man das Optimale  zum Vergleich nimmt. Sei es in Politik, Sport, Kultur, Literatur – wo auch immer. Das Bestmögliche, das er selbst kennt, ist und bleibt die Richtschnur des Kritikers, obschon er selbst es nicht vermag.

 

Nun aber das! Ein Jedes, das seine Höchstqualität in was auch immer erreicht hat, hat vorher tausend Stadien des Werdens passieren müssen. Ein Aufwärtsgang mit Versuch und Irrtum, Irrwegen, Korrekturen, Verbesserungen, die eine Zähigkeit voraussetzen, welche allein schon viel an Achtung gebietet. Denn der stetige Kampf ums immer Bessere ist keineswegs allen Menschen warm und eifrig ins Blut geschrieben, zumal nicht, wenn es freiwillig, ganz ohne innere und äußere Zwänge erbracht wird. Sprich: Das Beste, das wir alle kennen, war im Vorfeld seiner selbst immer doch zuvor zwangsläufig  das Nichtbeste. Durchaus mangelhaft, beklagenswert, weil der, der es tat, schrieb, komponierte usw. eben auch seinen Weg langsam gehen musste. Kein Könner kommt von Null auf Hundert!

 

Wird nun auf einem solchen Werde-Weg des sich entfaltenden Könnens ein Schaffender  im Vorfeld seiner Höchstleistung von Kritikern in Grund und Boden gestampft, wird seine weitere Entwicklung unter Umständen unterbrochen, gar verunmöglicht.

 

Vergeudete Talente durch unsinnige Taten. Schade drum, weil sich damit das Niveau des Gesamten viel langsamer entwickelt, weil die Motivation und Förderung einer guten, aber nicht perfekten Anlage unterblieb.

 

Soll man deswegen etwa keine Mängel mehr kritisieren? Doch. Aber aufs WIE kommt es dabei an. Und auf die Kompetenz des Kritikers. Auf die Erkenntnis, dass ein jedes Ding doch ein Werdendes ist. Auch auf  innere Fairness-Fragen, denen sich ein Kritiker zu stellen hat:

Kann ich es denn selbst etwa besser?

Um wie viel besser wäre ich denn in diesem und jenem?

Und warum mache ich es nicht?

Weil ich mich selbst auf diesem meinem eigenen Niveau keiner Kritik stellen will?

Aber wie soll sich etwas in mir entwickeln können, wenn es immer sofort perfekt sein soll? Das schließt sich aus.

 

Stellt ein Kritiker vorher sich selbst diese Fragen? Eher selten. Fast nie. Es wäre jedoch klug und fair.

 

Immer ist alles Werdende zunächst  unperfekt. Das liegt im Wesen der Sache. Jedoch ist es zum Besten strebend.

 

Kritiker, die selbst in ihrem speziellen Fach etwas erreicht haben und darin noch aktiv tätig sind, wissen dies alles aus eigener, oft bitterer Erfahrung.

 

Kritiker, die lediglich aus dem Hinterhalt ihrer feigen Schutzzone, gepolstert aus Faulheit, Bequemlichkeit oder Talentfreiheit, ihre ätzende, bösartige Kritik rauslassen, disqualifizieren sich vor allem selbst. Doch das macht ihnen nichts aus, weil es in der Regel nicht weh tut. Gedankenlosigkeit ist eben bedauerlicher Weise eine Krankheit, die leider nicht blutet. Schade drum! Es wäre gut, wenn alle mentalen Fehler, die man macht, ebenso eine sichtbare Wirkung hätte wie all die körperlichen Fehler, die uns passieren, weil wir nicht aufmerksam genug waren oder eben auf dieser Ebene entscheidende Fehler begingen.

 

Kritiker und Kritik umtreibt mich immer sehr. Warum: Es gehört in die Schublade unnützer Vergeudung von Kräften. Ein toxischer Vorgang, der verzichtbar ist, wo Kritik nicht zum Besseren führt.

 

Stellt man sich selbst als Kritiker und Kritisierter zugleich, öffentlich, angreifbar, schutzlos, bekommt man entweder ein anderes Verhältnis zu diesen Dingen - oder stumpft ab, wütet zurück und gibt diesem toxischen Vorgang weitere Nahrung. Dumm!

 

Irgendwann wächst jeder. In welchem seiner vielen offenbar notwendigen Leben auch immer. Wachsen bedingt mutiges Tun. Bedingt Fehler, Korrekturen, Schmerz. Wer nichts tut, versagt sich und sollte so lange schweigen, bis er selbst entsprechendes wagt. Und dann sind die eigenen Wachstumsschmerzen, die unweigerlich auftreten werden,  der wertvolle Weg zur Reife – zu was auch immer.

 

(c) Christa Schyboll

 

 

23.3.2024

Versuch über DAS NICHTS

(siehe hierzu mein Beitrag vom 22.3.)

 

 

 

Ob es mir gelingt, unvorbereitet, spontan und schnell jetzt über das Nichts zu schreiben? Ganz ohne Recherche, die doch heute so leicht geht? Ganz ohne jeden Impuls darüber, was die großen Denker, Philosophen, Hohepriester aller Kulturen darüber so dachten und sinnierten? Ich lasse es offen. Nichts über das Nichts zu schreiben, wäre einfacher. Doch ich liebe die Herausforderung an mich. Also lasse ich meiner Fantasie kurz freien Lauf.

 

Um über das Nichts zu schreiben, muss ich es zwangsläufig in ein ETWAS transformieren. Mental, versteht sich. Und ein Etwas scheint es insofern ja auch irgendwie zu sein, weil man ihm schließlich den sächlichen Artikel DAS zugeordnet hat. DAS NICHTS. Etwas Sächliches ist nun einmal etwas, wie wenig es auch sein mag. Wäre das Nichts also gar nichts, dann hätte man ihm keinen sächlichen (das kommt von: Sache!) Artikel geben dürfen. Das ist nun leider noch kein Beweis für die Existenz oder Nichtexistenz, aber es ist schon mal etwas mehr als das Nichts.

 

Ich denke: Ein Nichts setzt voraus, dass da zudem ein ETWAS ist bzw. sogar sein muss, was das Nichts bestimmt, definiert, als solches identifiziert oder benennt... oder müsste ich sagen: Ein Etwaiger?... Ein Wesen, das zu einer Definition fähig wäre?

 

Ob Lüge oder Wahrheit ist dabei nicht so entscheidend als die Frage, dass es überhaupt in den Sinn, in die Wahrnehmung oder Aufmerksamkeit von JEMANDEM kommen muss, um als Nichts eben definiert zu werden.

 

Was definiert wird, muss also etwas sein, selbst wenn es sich als Nichts behauptet. Also existiert das Nichts als Nichts nicht, sondern nur als ein Etwas, das wie uns wie ein Nichts vorkommt.

 

Kann es das? Ganz offenbar. Denn unsere Wahrnehmungen, mit welchen unserer Sinne auch immer, haben Grenzen, Schwellen, Blockaden. So existiert zum Beispiel ein gigantisches Universum – oder muss es nicht plural richtiger heißen: Universen? – unterhalb oder oberhalb unserer menschlichen Wahrnehmungsgrenzen.

 

Selbst viele Tiere sind uns da voraus in den Wahrnehmungsfeinheiten, die uns entgehen. Man denke an bestimmte Schallwellen, an bestimmte Sehstärken, Fühlorgane oder Tastsinne, die sogar sehr viel wahrnehmen, wo wir Menschen das reine NICHTS fühlen oder spüren. Eine Blackbox – diese bloß menschliche Wahrnehmungsfalle, die wir vielleicht als Geburtsort des Nichts verorten können? Erst bestimmte Formen der Technik haben uns irgendwann in die Lage versetzt, anzuerkennen, dass wir eben dort, wo wir das Nichts vermuteten, sogar jede Menge vorhanden ist, was wir allein mit der menschlichen Auffassungsgabe nicht hätten herausfinden können.

 

Und was für die Tierwelt gilt, gilt gewiss auch für Pflanzen. Doch soll man dabei etwas stehen bleiben? Es wäre eine unzulässige Eingrenzung der Wirklichkeit, die wir doch gar nicht in ihrer Gänze kennen. Denn wissen wir denn, was mit dem Bewusstsein von Wolken, Sternen, Planeten los ist? Dort, wo wir leichte oder schwere Materie identifizieren, könnte auch Geist (Bewusstsein) sein, der uns noch lange nicht zugänglich ist.  Und wenn ich von Bewusstsein in diesen Dingen spreche, spreche ich selbstverständlich nicht vom äußerst eingeengten derzeitigen anthropozentrischen Bewusstsein, sondern vom Individualbewusstsein eines jeden Dinges an sich, das auch jenseits des Menschen eine noch uns unbekannte Rolle spielt, der wir noch lange nicht gewachsen sind.

 

Fazit: Das Nichts existiert deshalb nicht, weil es ein Etwas geben muss, dass das Nichts behauptet oder negiert.

 

Soweit meine ganz eigenen laienhaften und wie immer subjektiven Gedanken zum Nichts.

 

Ob sie stimmen, der Wahrheit näherkommen oder nicht: Ich weiß es nicht. Es ist halt mein derzeitiger, heutiger Zustand der Überlegungen zum Nichts, die von keinem anderen Denkeinfluss geprägt ist.

© Christa Schyboll

 

 

 

 

Heute schreibe ich nichts.

 

Na ja, fast nichts. Denn das steht immerhin schon hier!

 

Gleichzeitig kommen sofort Gedankenimpulse angehüpft. Sie krakeelen rum.

"Ja, schreib doch über das Nichts!"

 

Ein spannender Gedanke, fürwahr.

Zudem auch keine leichte Aufgabe.

Eine die mich reizt, weil sie schwer ist.

Ich gehe sie gern bald einmal an.

 

Doch heute schreibe ich nichts. Fast nichts.

Mir fehlt einfach die Zeit.

 

Das Mitmenschliche braucht mich dringender.

 

 

 

 

21.03.2024

 

Unwichtig?

...

Unwichtig.

 

Ich bin eine Sammlerin, teils wider Willen. Was mir als "Sammlung" wertvoll ist, sind Erinnerungen und Erfahrungen. Da ich jedoch über ein eher mangelhaftes Erinnerungsvermögen verfüge, gewöhnte ich mir im Laufe meiner 7 Jahrzehnte an, alles Bedeutsame auch schriftlich festzuhalten. Das jedoch betrifft nicht nur das Wesentliche meines Lebens in Bezug auf Seele, Geist, Gefühl, Poesie, Zwischenmenschliches, Krisenbewältigung, Krankheit, Glück  usw. - , sondern auch das Lästige des Lebens: Bürokratie ohne Ende. Fazit: Ich ertrinke in Aktenbergen.

 

Im Laufe der letzten vier, fünf Jahre habe ich nun schon ca. 40 dickpralle Aktenordner eliminiert. Und siehe da: Nichts davon musste ich bereuen, weil ich es vernichtet hatte. Das allein schon sollte mir doch Erkenntnis genug sein, mich nicht so schwer damit zu tun, auch die weiteren Bergmassive von noch über 90 Aktenordnern einer finalen Zäsur zu unterziehen.

 

Und so bin ich schon wieder einmal dran: Ausmisten. Mentaler Frühjahrsputz. Auferstehung des Minimalistischen zu Ostern? Pah… ein kühner Gedanke! Die Gretchenfrage: Was ist wichtig, was nicht?

 

Ein zunächst mehr organisatorisch-bürokratischer Mentalakt, sollte man meinen. Aber so ist es nicht, denn dann wäre es leicht(er). Es lebt so vieles zwischen den Zeilen, die eben keinesfalls nur Steuerkram, Rechnungsgedöns, Garantiescheine, Protokolle, Notariatskram, Bankzeugs, Bescheidefirlefanz sind, sondern es lebt so viel erlebtes: Leben. Leben voller Entscheidungen, die letztlich bedeutend wurden, die Folgen nach sich zogen, die mich neu prägten oder alles in und um mich herum tatsächlich veränderten. So vieles…, zu vieles…

 

Dann die Ebene des Seelischen, das in den Akten steckt und meiner Erinnerung längst entschwunden war: Namen, Menschen, an die ich mich kaum noch erinnere, da verschwimmt schon jetzt so vieles, wenn der Kontext der Zusammenkunft oder Beziehung nicht dabei ist. Aberdutzende! von Menschen, die eben keine lapidare Begegnung waren, wie man sie allgemein mit ungezählten Menschen in Leben hat, sondern wo immer etwas stattfand, das irgendwie Bedeutung erhielt. Manchmal nur für den Moment, der ein ganz besonderer war, manchmal über Phasen – gar ein Leben lang. Immer so, dass er anschließend notiert werden wollte. Ein Seelenhighlight... selbst im Kummer!

 

Alles viel zu viel für meinen kleinen Kopf mit dem großen Teil des noch ungenutzten Hirns und seiner potenziell doch enormen Speicherkapazität. Mindestens 30-40 oder noch mehr Ordner jedoch enthalten meine selbst verfassten Manuskripte, noch unveröffentlichten Bücher, Reden, Essays, Aktionen, Vorträge, Gedichte, Serien, Recherchematerial, das trotz ChatGTP noch immer nicht leicht verzichtbar ist, weil keine KI der Welt um die individuellen Zusammenhänge des ganz Besonderes wissen kann. Das kann nur mein Leben selbst… und das möchte ich so gern nachlesen können, wenn meine Erinnerung vor lauter Überfülle mal wieder zu versagen droht.

 

Was ist unwichtig, was wichtig? Unwichtig ist eigentlich alles, was nicht mit meinem Wesen zu tun hat. Das allerdings sehen Steuerbehörden und Ämter anders. Die interessieren sich Null für mein Wesen, sondern nur für meine Abbuchungen, meine Kontostände, Versicherungen, Verpflichtungen. Gut so, gebe man also dem Kaiser, was des Kaisers ist. Nur schade, dass es so viele Akten dafür braucht.  Immerhin gilt noch die 8jährige Aufbewahrungspflicht, wenn das neue Antibürokratiegesetz endlich mal in seiner Stümperhaftigkeit greift.

 

Aber was ist mit meinem inneren Gott? Sollte er nicht den Rest bekommen? Also das wirklich Wichtige? Soll ich etwa all dieses Viele und Bedeutsame, was mich prägte aber wegen der Masse nicht leicht erinnerbar ist, dem finalen Nichts opfern? Sollte ich?

 

Ich muss wohl, fürchte ich. Denn wenn ich einmal sterbe, ist es keinem Menschen zuzumuten, all diese Dinge zu lesen und zu sichten. Es ist einfach zu viel.

Nun jammere ich mir selbst etwas vor: Entscheide dich endlich! Was kann weg? Und überhaupt: Was ist so wichtig für dich, dass du es krampfhaft schriftlich behalten willst?

 

Ich gehe in mich.  Es ist wohl ein Misstrauen in meine Erinnerungsschwäche. Es ist die Angst vor Verlust von etwas, das aber letztlich doch unsinnig ist. Es ist das Klammern und Festhalten am Abenteuerlichen, das ich so oft im Leben hatte und nicht mehr brauche… es ist wie das Halten des Lieblingsspielzeug eines kleinen Kindes, das ihm doch längst entwachsen ist – aber das Herz. Das Herz hängt noch dran. Und wie…

 

Mein Herz ist es also, das sich endlich vom Hirn und seiner Macht emanzipieren muss.

 

Ich muss darauf vertrauen lernen, dass ich letztlich ALLES Wesentliche, was mich prägte und formte, doch so tief in mir trage, dass es niemals mehr abhandenkommen kann. Es hat sich doch längst bis ins Blut transformiert. Die Erinnerung sollte dabei nicht die Hauptrolle spielen dürfen, sondern nur die Prägung an sich. Der Weg, den man letztlich mit all diesen vielen Menschen, Erlebnissen, Ergebnissen gegangen ist.

 

Was ich gesammelt habe: ist unwichtig.

 

Wichtig ist allein, was ich geworden bin.

 

Noch wichtiger ist, was ich noch werden kann und darf… und selbst daraus mache.

 

(c) Christa Schyboll

 

20.3.2024

 

Psyche und Stigma

 

Ein dringlicher werdendes Thema

 

 

Ich weiß nicht, wie oft wir es noch alle lesen müssen und werden: Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt ein immer höheres Maß an. Millionen sind betroffen und es werden täglich mehr. Fast schon wirkt es wie eine Seuche. Doch Seuchen kennt man eigentlich nur aus dem Bereich des Körperlichen. Eine Seuche der Seele, des Geistes? Was ist nur weltweit los?

 

Was los ist, wissen wir eigentlich. Denn wir werden von morgens bis abends mit schlimmen Nachrichten aus aller Welt zugemüllt… Selbstverursachter Menschenmüll in erster Linie. Aber wir wissen nicht, wie wir es wieder losbekommen, was wir das als Spezies über lange Zeiträume, alle Kontinente und Kulturen da eigentlich alles angezettelt haben.

 

Und nun kommen die Details des Desasters häppchenweise: Pandemien, die kommen und wieder gehen, neue die auftauchen, mal hier mal da, mal nur auf einigen Kontinenten, psychische Erkrankungen, merkwürdige Syndrome (siehe Havanna-Syndrom als Beispiel) und immer mehr Ungewissheit, die bis hin in alle Formen von Ängsten steigerbar ist. Mittlerweile auch Angst vor demokratischen Prozessen, die die politische Landschaft der Welt zunehmend mehr und mehr zeigt. Gleichzeitig brachiale Systeme von Autokratien, die wir doch längst überwunden glaubten und dennoch eine neue Hoch-Zeit feiern. Da ist doch massiv etwas schief gelaufen. Wer und was alles hat da versagt?

 

Tja, mit dem Glaube an was auch immer ist es so eine Sache. Denn auch alle Glaubenslehren sind von der Seuche des Zweifels, der Unsicherheit oder der neuen Ablehnung betroffen. Das bedeutet für weitere Millionen (vielleicht sogar Milliarden?) Menschen: Das, was ihnen früher Halt gab in ihrem jeweiligen religiösen Glauben, bricht nach und nach weg, ist mürbe geworden, zersetzt sich – oder radikalisiert sich. Beides problematisch, wenn daraus Chaos entsteht. Zumindest in einer längeren Übergangszeit, bis ein glaubhaft Neues gefunden wird. Kollektiv? Oder nur inidivuell möglich?... dieses neue Finden?

 

Andererseits stehen sich Chaos und Ordnung (auf allen Mikro- und Makro-Ebenen des Denkbaren) immer als ausgleichendes Gegensatzpaar gegenüber. Ja, bedingen sich. Ebenso wie Wachstum/Leben und Zerfall/Tod.  Haben wir also, die derzeit Lebenden, einfach nur das Pech, das wir in eine ca. 100-200 jährige Übergangsphase von Chaos in neue Ordnung geraten sind, aber diese neue Ordnung noch lange nicht spürbar ist, weil das Chaos derzeit noch nicht seinen Höhepunkt hat?

 

Und ist es vielleicht so, dass solch ein Chaos, aus dem Neues entstehen wird, erst auf einem echten Höhepunkt auf allen Ebenen kommen muss, damit die Ordnung eine fundamental vernünftige wird? Braucht es also das große Sterben von Menschen, Tier und Pflanzen – ohne deshalb in einer Totalvernichtung enden zu müssen – damit der Rest wieder mit neuer spiritueller Läuterung die Dinge neu in die Hand nimmt. Rebelliert einfach alles?

 

Noch ist es nicht so weit. Aber es ist schon weit fortgeschritten, wenn man sieht, in welche Barbarei die Welt verfällt. Wie kann zum Beispiel ein heutiges amerikanisches Volk von über 340 Millionen Menschen einen Präsidenten wählen, der schon wieder neue Blutopfer im Vorfeld seiner Wahl ankündigt… nur als Beispiel und Synonym  für vieles andere. Das andere alles aufzuzählen: Es geschieht ja täglich… Ich lasse es sein.

 

Ich habe mein Thema jetzt und hier verpasst.

 

Ich wollte doch mehr über die psychischen Erkrankungen konkreter schreiben. Und auch über diese dumme und unselige Stigmatisierung, die damit einhergeht. Das mache ich nun ein anderes Mal. Bald. Das Thema bleibt ja leider hochaktuell und wird sich vermutlich noch zuspitzen.

 

Jeder kann früher oder später selbst betroffen sein.

19.03.2024

 

Fortsetzung

Feigheit ...

 

 

Wie steht es um Feigheit in Zeiten des Friedens? Es geht beispielsweise um das Eingreifen in einer Gefahrensituation. Man wird Zeuge, dass ein Mitmensch, ein Fremder, Opfer schwerer Gewalt wird. Ist es feige, dann nicht einzugreifen? –

 

JEIN… Es kommt auf die Umstände an. Sind die Umstände so, dass eine faktische Übermacht jede Einmischung im Sinne einer Hilfe unmöglich macht, ist es nicht feige, sich in das Getümmel eines bestialischen Mobs zu schmeißen und auch sein eigenes Leben dabei zu verlieren. Manchmal sind die Umstände aber so, dass Person gegen Person kämpft und es jetzt genau auf die dritte Person ankäme, die unter Umsmtänden eine Tötung verhindern könnte. Auch hier kann man im Falle des Nichteingreifens dennoch nicht automatisch von Feigheit sprechen, weil es beispielsweise dann auch auf die Bewaffnung ankommt und die Chance, die man tatsächlich hat.

 

Es geht um Sekundenentscheidungen, die höchst problematisch sein können. Manchmal auch tödlich, oft auch Leben rettend. Denn fühlt sich der dritte Unbeteiligte selbst schwach (weil er zum Beispiel körperlich krank oder behindert ist), kann man nicht von Feigheit sprechen, wenn er sich nicht sofort aktiv einmischt. Es kann jedoch auch eine seelische Blockade vorliegen, wie es beispielsweise bei Angstlähmungen vorkommt. Auch dann ist es nicht feige, sondern leider unmöglich, zu handeln, weil diese Lähmung jede sinnvolle körperliche Aktivität verhindert. Es kann also viele Gründe geben, Hilfe nicht zu leisten, wo sie wichtig wäre, ohne dass man feige ist.

 

Gleichzeitig gilt: Steht man dem Geschehen eher gleichgültig gegenüber, will nur "keinen Ärger" kriegen oder ein paar blaue Flecken abbekommen (sprich gar kein tödliches Risiko vorliegt) kann es durchaus sehr feige sein, nicht einzugreifen. Je nach Situation gibt es aber vielfältige Einmischungsmöglichkeiten, die eventuell zum Zuge kommen können: Schreien, Hilfe rufen, Notfallnummern wählen – oder der ganz seltene Idealfall: mental so stark zu sein, dass ein "Friedensbefehl" seine Wirkung auf den Angreifer nicht verfehlt und er sich dieser wahren Autorität tatsächlich beugt. Doch letztere Möglichkeit ist extrem selten – sollte jedoch im Gedächtnis gespeichert bleiben.Vielleicht entwickelt sich die Menschheit mental ja doch noch einmal so unvorstellbar positiv weiter, dass wir dazu per Geist befähigt werden, statt lediglich Muskeln und Technik ihre barbarische Sprache sprechen zu lassen?

 

Ob man also im schweren Konfliktfall mit evtl. Todesfolge eingreift oder nicht, hängt von sehr vielen Umständen ab, die oft einen Mut und eine Stärke erfordern, die nicht jeder Mensch in jeder Situation schon automatisch hat. Wer jedoch diese Mutkraft in sich schon entwickelt hat, ist ein Segen und Vorbild für alle anderen Menschen.

 

Wann also ist man feige?

 

Feigheit ist eine Charakterschwäche, eine Untugend, auch ein Unvermögen. Doch nicht jeder Fall, wo man selbst keine Hilfe leisten kann, ist deshalb als feige anzusehen. Feige ist man vor allem dann, wenn man durchaus Hilfe leisten könnte, aber zu bequem ist, zu gleichgültig, keinen Ärger möchte… also wenn keine tatsächlich tödliche Gefahr für einen selbst vorliegt, sondern eher niedere Instinkte für eine Verdrängung der Not eines anderen Menschen sorgen.

 

Feige ist man auch dann, wenn man sich verdrückt, wegdrückt, etwas verdrängt nach dem Motto: Sollen es doch die anderen machen. Sind ja genug vor Ort… Warum also ich? Dahinter steckt der feige Egoismus des gefühlskalten Kalküls.

 

Steht die Tapferkeit, der Mut automatisch der Feigheit gegenüber? Jein… Beides kann vorkommen. Es gibt Menschen, die wachsen in der Not über sich hinaus. Sie kämpfen für einen anderen Menschen wie Löwen und scheuen keine Gefahr. Das kann sowohl Mut wie auch Tollkühnheit sein. In der Regel bleibt es dabei, dass solche Entscheidungen oftmals in Bruchteilen von Sekunden entschieden werden muss. Keine Zeit für Überlegungen. Keine Zeit für Abwägungen. Rein ins kalte Wasser. Rein ins Getümmel. Rein in die unbekannte Gefahr. Spontan, Blitzschnell – ohne Nachdenken über die Konsequenzen. Denn denkt man erst einmal nach, wird vieles an Hilfe nicht mehr geleistet werden können, weil der innere Zensor die eigene Versehrtheit mit in den Blickwinkel nimmt.

 

Wann also ist man feige? Ich denke, wenn man helfen kann und es nicht tut, obschon das eigene Leben nicht auf dem Spiel steht. Wenn man sich an der falschen Stelle des Lebens neutral verhält, wo man hätte eingreifen können…

 

Fördern wir also alle die Mutkräfte in uns. Jeder trägt sie in sich. Aber nur wenige haben sie bisher zur vollen Reife des Möglichen entwickelt.

 

(c)Christa Schyboll

 

 

 

18.03.2024

 

Feigheit –

 

ein problematischer Begriff

 

Als Bundeskanzler Scholz kürzlich von Macron indirekt als Feigling wegen seiner Taurus-Nein-Lieferung an die Ukraine bezeichnet wurde, fragte ich mich: Was ist eigentlich los mit der Feigheit? Wann ist man feige, wann nicht – und warum gibt es so viele verschiedene Auslegungen dazu?

 

Nehmen wir ein paar Beispiele, die es vielleicht etwas einfacher machen:

 

Jemand weigert sich in den Krieg für sein Land zu ziehen, weil die Wahrscheinlichkeit des Sterbens extrem hoch ist. Dazu kommt noch die hohe Wahrscheinlichkeit, zwar zu überleben, aber sein Rest-Leben evtl. schwerbehindert meistern zu müssen – lebenslang angewiesen auf andere Menschen und ihre Willkür oder Mitmenschlichkeit. Ist es da feige, dem Staat, dem eigenen Volk eine Absage zu erteilen? Immerhin kämpfen andere Mitbürger auch für einen selbst und das Ganze -  und man selbst stellt sich nicht!?...

 

Meine Gefühle waren sofort ambivalent. Denn einerseits bin ich der Meinung, dass man sein einzigartiges Leben – zumal in jungen Jahren, wenn quasi kaum etwas vom Leben erlebt werden konnte – opfert oder "wegwirft" für eine ideologische oder politische Idee eines Machthabers oder Machtapparates. Denn darum geht es in Kriegen, die von Politikern oder Despoten befohlen werden. Das beträfe den Fall eines Angriffskrieges.  –

 

Was aber, wenn es um eine Verteidigungssituation geht, die ebenso gefährlich ist? Gibt es da einen Unterschied, ob ich mich weigere, zu sterben und den Kriegsdienst versage? Dazu kommt noch die Frage des Tötens anderer Menschen, zu dem man zum Selbstschutz dann auch noch gezwungen werden kann oder gezwungen ist, sofern man am Kriegsdienst teilnimmt. Ist es also feige, sein Leben und das anderer Menschen zu retten, indem man sich versagt?

 

Es bedarf einer differenzierten Betrachtung.

 

Da ist zum Beispiel der natürliche und auch berechtigte Selbsterhaltungstrieb, der uns Menschen ins Blut geschrieben ist. Damit einher geht die persönliche Angst, die ihren Höhepunkt in der natürlichen Todesangst hat. Nicht ohne Grund sind die Überlebenden fast aller Kriege anschließend traumatisiert, weil sie das Geschehen nicht wirklich beeinflussen konnten und oftmals auch ein Leben lang nicht mehr verarbeiten können. Bilder, die man weder aus dem Kopf noch aus den Gedanken bekommt. Ein Geschehen, das von oben herab befohlen wurde, das man niemals wollte - sofern es keine Freiwilligenarmee ist.

 

Die Komplexität, warum überhaupt Kriege geführt werden, ist ein weiterer Grund für ein Ja oder Nein zum Krieg. Auch hier ist es keine Feigheit, nein zum Waffengang zu sagen, wobei in nicht seltenen Fällen dieses Nein zum Krieg zum standrechtlichen Erschießen führen kann. Also zur Vollstreckung eines sofortigen militärischen Todesurteils. – In solchen Fällen kommt es oft noch zu einer Umentscheidung, die allein auf der Chance einer Hoffnung oder Wahrscheinlichkeitsberechnung beruht. Beim Todesurteil gibt es keine Chance mehr, beim Kämpfen vielleicht. Es steckt also umgekehrt in solchen Fällen kein Mut dahinter, sondern Kalkül auf Hoffnung zum Überleben.

 

Summa summarum: Sich dem aktiven Kriegsdienst an der Front zu verweigern ist nicht feige, sondern menschlich legitim. Wichtig ist dabei im Blick zu haben, dass man auch die Folgen dieser Entscheidung zu tragen hat, die im Falle einer militärischen Niederlage zur Unfreiheit und Knechtung führen kann.

 

Fortsetzung folgt...

17.3.2023

 

Schaffe ich das noch?

 

 

Heute Morgen. Ich liege im Bett. Erwache. Meine Augen sind noch zu. Fühlen setzt ein. Es ist weich, warm. Wohlig. Schön. Mein erster Gedanke. Richtig schön. Mein zweiter Gedanke: Wie lange noch? So beschützt, so behütet, so sorglos. Bisher ein lebenslanges Rundumpaket. Dankbarkeit flutet mein ganzes Wesen.

 

Sofort muss ich an all die Menschen denken, die verzweifelt, verängstigt, verdreckt in Schützengräben hocken. Aufstehen verboten. Schlaf geht gerade nicht. Drohnen fliegen. Salven donnern. Bomben explodieren. Körperteile...

 

Völlig egal, ob Russe oder Israeli, Ukrainer, Palästinenser und wo sonst noch überall der unausrottbare Wahnsinn tobt. Frauen, Männer, alt, jung, sehr jung. Lebenshungrig, lebenserfahren, blauäugig, patriotisch oder auch nicht… sterben. Nicht wenige, die eine viel zu lange Zeit vorher gelitten haben. Was sie erlebten, können wohl nur die ermessen, die Gleiches erlebten. Nicht selten für den Rest ihres Lebens gekennzeichnet: Trauma-Opfer. Die Bilder gehen niemals mehr weg. In keinem weichen, warmen Bett wo auch immer.

 

Plötzlich Verlustangst in meiner Friedens-Idylle. Schaffe ich das noch? Frieden in meinem Restleben? Oder muss ich mit Mitte 70 oder 80 noch Krieg, Entbehrung und Tode vor dem finalen Tod erleben? Muss ich fliehen. Wohin? - Ausgeschlossen ist nichts mehr.

 

Die neueste Forderung entsetzt mich: Bereitet Kinder in der Schule  auf den Krieg vor!...

Was heißt denn das konkret? Werden sie nun patriotisch auf einen Heldentod fürs Vaterland  eingeschworen? Haben sie nicht schon genug Zukunftssorgen am Hals um Klimawandel, Renten, Arbeitsplätze und die bald alles verändernde KI? – Auf gar nichts davon ist sinnvolle Vorbereitung getroffen. Wir kommen doch auch so schon nicht mehr aus dem Desaster heraus. Jetzt sollen sie gedanklich etwa auch noch das Sterben mit 10, 12 oder 16 Jahren im brennenden Panzer gedanklich vorwegnehmen? Was ist nur aus unserer Welt geworden!

 

Der Frieden wird mit den Mitteln der Gewalt verteidigt. Die Gewalt vergewaltigt jeden Friedenswillen! Nicht die Vernunft spricht, sondern die Waffen, die den Tod bringen.

 

Ich liege im Bett. Das Wohlgefühl ist verschwunden. Meine Gedanken haben es vertrieben. So, als stünde es mir nicht zu... dieses Wohlgefühl. Ich trage Sorge in mir, dass es mir tatsächlich noch genommen werden könne.

 

Was bleibt? Jetzt, heute Morgen, im Bett...

 

Das ganz tiefe Bedauern über alle Menschen in allen Völkern, deren Feind ich niemals sein werde, was sie durchleiden.

 

Mein Feind ist die Dummheit.

 

Mein Feind ist die Machtgier aller Befehlshaber, die Menschen für ihre irren Ziele in Tod und Verderben stürzen.

 

Warum nur schaffen es Milliarden von Friedliebenden nicht, diese lächerlich kleine Handvoll Verbrecher zu zähmen?

 

16.03.1024

 

Mal was für die Kinder...

...VIA ELTERN,

da Kinder hier nichts zu suchen haben!

 

Hallo Kinder. Ich erkläre euch heute mal ein bisschen von der Welt.  Dass sie eine komische ist, habt ihr längst schon mitbekommen.

 

Was ist ein Doofkopp?

Ein Doofkopp ist ein Mensch, der richtig viel Unsinn weiß und sich nicht schämt, den Unsinn auch weiterzuverbreiten. Außerdem weiß er viel Falsches ohne zu wissen, dass es falsch ist, weil er als Doofkopp es für richtig hält.

 

Was ist ein Schlauberger?

Ein Schlauberger ist ein Mensch, der im richtigen Moment einfach nur den Mund hält und ihn im richtigen Moment auch aufmacht. Reden ist Gold, schweigen ist Gold. Silbrig ist nur manchmal sein Blick, wenn er hin und wieder Cannabis nimmt.

 

Was ist ein guter Vater?

Ein guter Vater ist ein Mensch, der Holz hakt, sich aus der Erziehung raushält, brav der Mutter das Geld am Monatsende gibt und seine Kinder möglichst selten verdrescht.

 

Was ist eine gute Mutter?

Eine gute Mutter ist ein Mensch, der das Betretungsverbot des Kinderzimmers beachtet, den Papa nicht rumnervt, damit er nicht seine Kinder verdrescht und immer was schönes kocht.

 

Was ist ein typischer Lehrer?

Ein typischer Lehrer ist ein Mensch, der genau weiß, dass auch die doofen Kinder begabt sind, aber in aller Regel doof bleiben, die schlauen Kinder ihn durchschauen und er deshalb Kinder nicht so besonders gut leiden kann. Aber er liebt seinen Beruf, weil er als Kind schon so gern oft Ferien hatte.

 

Was ist ein typischer Pfarrer?

Ein typischer Pfarrer ist ein Mensch, der sich ähnlich schwarz kleidet wie Grufties. Öfter auf Friedhöfen rumhängt wie Grufties. Komische Rituale beim Thema Tod und Sterben kennt wie Grufties und vermutlich nur ein alt gewordener Gruftie ist.

 

Für heute genug gelernt!

Liebe Kinder. Geht ans Fernsehen und schaut auf euer Smartphone. Ihr habt sicher schon wieder viele neue Meldungen.

 

(c) Christa Schyboll

 

 

2.6.2023

 

Ein neues Logo! .... Warum denn nur?

 

nun ja, weil ich Lust auf etwas Neues hatte, das zugleich auch meine derzeitigen Gedanken ein wenig repräsentiert. Hierzu ein paar Assoziationen, die mir passend erscheinen:

 

Alles ist Schwingung.

Alles durchdringt sich, trennt sich, bildet Symbiosen oder verschmilzt miteinander.

Es gibt keine geschlossenen Systeme.

Was wir als geschlossen wahrnehmen, ist Trug.

Alles hängt voneinander ab und verändert beständig alles Sein.

Die Zusammenhänge all dieser Vorgänge verstehen wir erst in kleinsten Ansätzen.

 

Teil unseres fatalen Irrtums unserer Wirklichkeitsinterpretation ist zum Beispiel falsche Schlüsse zu ziehen:

  • Beim Realisieren der von uns beobachteten Vorgänge in der Natur
  • Bei der Einschätzung uns noch unzureichend bekannter Phänomene
  • Beim Begreifen physischer, psychischer, mentaler Gesetze und ihre Interpretation mit unserem begrenzten Verstand
  • Bei unserer Vorstellung, wie die Welten beschaffen sind und worauf alles gründet
  • Bei der Grundannahme, dass wir alles allein immer nur aus anthropozentrischem Blickwinkel verstehen (wollen)

 

Alles durchdringt sich und schafft mit jedem Prozess definitiv neue Wirklichkeiten. Auch solche, die noch unseren Sinnen verborgen sein müssen, weil diese auf vieles noch nicht ausgerichtet sind und sein können. Auch hier entwickeln wir uns noch weiter.

 

Und weil sich alles durchdringt, alles voneinander abhängt, beeinflusst und permanent verändert, ist jeder Gedanke, jedes Gefühl, das wir erzeugen, wichtig: Weil es wirkt! Auch dann, wenn wir seine Wirkung nicht direkt erleben.

 

Jede Wirkung, die von uns ausgeht, muss auch verantwortet werden. Denn wir sind ihre Schöpfer.

 

Schwingungen, die wir in Raum und Zeit nur zum Teil und meist auch nur  grob beobachten können, durchdringen mehr Dimensionen, als wir sie als Menschen (derzeit) erfahren können.

 

Jedes Atom schwingt. Jedes Quant in jeder Materie. Nichts ist unnütz, alles hat seinen Sinn, auch wenn wir ihn nicht immer gleich benennen können. Und alles ist werterfüllt! - Ob wir es schon erkennen oder nicht.

 

Die Wirklichkeit ist anders als wir sie in unserem scheinbar geschlossenen System annehmen. Auch sie wird durchdrungen von anderen Wirklichkeiten und durchdringt selbst umgekehrt auch diese.

 

Ein komplizierter Vorgang. Zugleich: Ein natürlicher Vorgang.

Ganz ohne jeden Mystizismus. Was uns noch fehlt, ist erweitertes Wissen, gesprengte Grenzen und feinere Wahrnehmungsorgane.

 

Was die Zusammenhänge, Interaktionen und die daraus entstehenden Folgen angeht, sind wir noch immer in einem embryonalen Wissenszustand - trotz der Fortschritte unserer Technik, die uns Gutes und Gefährliches beschert.

 

Irgendwann werden wir alles Sein besser verstehen.

 

Bis dahin müssen wir weiter Verantwortung übernehmen.

Für jedes Gefühl, jeden Gedanken, jede Tat.

 

Auch für die unterlassene Tat, die vielleicht durch unsere Entscheidung leben wollte.

 

Das alles und so viel mehr schwingt in mir. In meinen Gedanken, Gefühlen, meinem Bemühen ums richtige Tun.

 

Deshalb ein neues Logo, das dies bildlich ein wenig repräsentiert.

 

© Christa Schyboll

 

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