Ansichts-Sache

oder

Wie ich die Dinge so sehe ...

 

 

Hier stehen "Verschwindende Texte",

die aus Platzgründen immer nur für kurze Zeit sichtbar sind.

 

Für Interessierte, die meine Beiträge gern nochmals lesen möchten, erscheinen - sobald und falls ich dazu komme! - weitere Taschenbuch-Ausgaben unter dem Tiel "Verschwundene Texte" 

Nachtrag: Es laufen einfach zu viele Texte auf! Ich schaffe es vermutlich  also nicht.

Es sei denn, der Himmel schickt mir eine mitdenkende menschliche Korrekturhilfe!

Himmel! Du bist dran!

 

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1.12.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 9

 

Und wenn das alles nicht klappt?

 

 

Das Hohe Lied der Glaubenssätze und ihrer Wirksamkeit für die Gesundheit (und überhaupt alles im Leben) wurde nun ausgiebig hier gesungen. Dazu stehe ich auch.

 

Was aber, wenn das alles nicht klappt?

 

 

Denn offenbar gibt es ja viele Menschen, denen dies trotz positiver Glaubenssätze nicht gelingt. Was ist die mögliche Ursache? Wo muss man genauer hinschauen? Braucht man hier nicht ein tabuloses Denken?

 

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, warum das Richtige nicht greift oder falsch zu sein scheint. Einige – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – möchte ich hier anführen. Sie zeigen auf, woran es im Einzelfall haken könnte.

 

1. Der Klassiker: Fehlverhalten! Natürlich macht Fehlverhalten, wenn man es nur heftig und oft genug begeht, krank. Zu viel Fett, Zucker, Alkohol, Drogen, Fleisch, zu wenig Bewegung, Freude, Lebenslust, Sinnhaftigkeit, Tiefe – jedes Einzelne davon kann schon krank machen. Oft tritt es aber in reichhaltiger Kombination auf. Hierüber braucht nicht weiter gesprochen werden. Der Übeltäter ist man selbst.

 

2. Zentral wichtig: unsere  unbewussten und/oder unterbewussten Glaubenssätze. Die tragen wir alle in uns. Doch wir suchen zumeist nicht einmal nach ihnen, weil wir sie ja nicht einmal kennen, nicht einmal von ihnen wissen. Dennoch können sie so mächtige Verhinderer sein, dass wir in Zeiten von Krankheit (akut oder chronisch) länger als nötig in ihr gefangen bleiben. Hier können Traumatisierungen vorliegen, die quasi alles wie gelöscht haben. Dennoch ist diese Löschung eben nicht vollständig, weil zugleich Glaubenssätze mit einhergehen können, die qualvoll sind und uns schwächen, obschon sie uns nicht bewusst sind. Es sind dann Qualen unbekannter Herkunft, denen man erst einmal auf die Spur kommen muss. Man leidet und weiß nicht worunter. Abhilfe kann mit viel Glück und noch mehr durch eigene starke Mitarbeit professionelle Hilfe schaffen oder eine gewissenhafte und ernsthafte Arbeit an den eigenen Glaubenssätzen, die man nach und nach entdecken lernt. Das bedeutet viel Arbeit, die sich allerdings lohnt.

 

3. Oder denken wir an die sich widerstreitendem Glaubenssätzen, die sich blockieren oder aufheben können. Auch davor ist niemand gefeit. Auch sie können bewusst, unter- oder unbewusst sein. Je genauer wir uns unsere Glaubenssätze in der individuell zu erstellenden Tabelle anschauen, je eher lernen wir diese Widersacher in uns kennen. Kopf und Herz, Lust und Vernunft sagen uns eben nicht immer das gleiche, sondern können sich leicht gegenseitig aushebeln. Umso schwieriger wird die Sache, wenn wir diese Glaubenssätze nicht in uns entdecken, sondern beide ihres Amtes walten lassen. Wie soll da Harmonie entstehen, die zur Gesundheit führt?

 

4. Die Kraft des inneren Feuers. Wir können noch so positive und konstruktive Glaubenssätze in uns tragen und als richtig befinden, aber das nützt nichts bis wenig, wenn wir sie nicht auch gedanklich und gefühlt mit großer Inbrunst und Kraft begleiten. Sie nur einmal kurz anzudenken und für richtig zu halten wird kaum etwas bis nichts bewirken. Da braucht es dann eben auch Herzblut und sehr hohe Konzentration und Aufmerksamkeit. Da braucht es ein Sehnen danach. Das Wünschenswerte zu visualisieren wird es positiv verstärken. Es mit guten starken Gefühlen zu begleiten ebenfalls. An diesem nötigen Feuer der Veränderung fehlt es jedoch sehr oft!

 

 

5. Glauben, Beten, Meditieren?  Es gibt eine Menge wissenschaftliche Studien, die alle im Internet nachzulesen sind, die es bestätigen: Der Glaube kann "Berge versetzen"… Nun ja, er kann zumindest nachweislich helfen, schwierige Situationen zu verändern. Dann wirkt es fast wie ein Wunder. Man denke dabei auch an die Spontanheilungen vieler Pilger verschiedener Religionen zu ihren Pilgerstätten. Viele, die geheilt wurden, hatten inbrünstig gebetet, waren tief in ihrem Glauben an Heilung, Segnung verankert und wurden teils von schweren, manchmal lebensbedrohlichen Leiden geheilt. Umgekehrt schaffen dies dennoch die Masse der Pilger, die an schweren Krankheiten leiden nicht. Auch hier dürften das Maß und die Güte des Glaubens eine zentrale Rolle spielen. Denn je höher die innere Konzentration des Geistes auf Gesundheit und Heilung liegt, umso stärker werden all die nötigen Botenstoffe freigesetzt, die es im individuellen Fall zur Heilung braucht. Dennoch auch hier gilt: Niemandem wächst ein Bein nach, das einmal verloren ist. Andererseits sind von Ärzten aufgegebene Patienten, Todgeweihte, spontan gesundet. Da Spontanheilungen in aller Welt vorkommen, liegt es gewiss nicht etwa nur an einer bestimmten Religion, sondern auch an Faktoren, die den individuellen Geist betreffen.

 

6. Inneres Wachstum, für jeden Menschen unverzichtbar. Ob er will oder nicht – ob er lange braucht oder rasanter reift als Mitmenschen. Wenn der Mensch im außen wächst, gibt es häufig Wachstumsschmerzen. Sie sind notwendig, damit das Wachsen passieren kann. Man ist dann vorübergehend  aus der natürlichen Harmonie geworfen und kommt in disharmonische körperliche Zustände. Es dient dem Guten. Mit dem inneren Wachstum des Menschen, seiner vielfältigen Reifeprozesse, ist es ähnlich. Reift er, wird er nach und nach wissend und weise. Oft braucht er dafür aber radikale Erfahrungen, weil das Banale, Alltägliche diesen Boden nicht bietet. Solche schwerwiegenden Erfahrungen (meist unangenehmer Art, aber nicht nur)  wirken ebenso disharmonisch, wie die die Wachstumskräfte des Körpers, bevor dann wieder die Harmonie neu Einzug hält.

 

Diese geistigen Kräfte können so enorm belasten, das davon auch der Körper und die Gesundheit betroffen sind. Ist ein Mensch also krank, so ist es nicht immer nur Fehlverhalten, was ihn krank werden lässt, sondern häufig ist es sogar ein wertvoller Reife-Prozess. Oft wird dies aber erst im Nachhinein erkennbar. Auch deshalb ist Achtung und Respekt geboten, wenn man es mit kranken Menschen zu tun hat. Die Unterschiede zwischen beidem können konträrer kaum sein.  Spannend genug, auch darüber einmal nachzudenken.

 

7. Schicksalsfragen – für die Menschen noch zusätzlich interessant, die sich vorstellen können, mehr als nur EIN Leben auf der Erde zu leben. Geht man vom Reinkarnationsgedanken als Möglichkeit aus, erweitern sich die Gründe für Krankheiten ganz enorm… und auch die Gründe, die trotz richtiger Glaubenssätze die Gesundheit vorübergehend noch verhindern können. Hier geht es um unverzichtbare neue Erfahrungen, Begreifen von komplexen Zusammenhängen, vielleicht auch ein wenig um Ausgleich. Aber es geht nicht um Strafe! (nach meinem Verständnis zu diesen Dingen). Manchmal braucht ein Mensch bestimmte Schmerzerfahrungen, um etwas zu begreifen oder auch um eine neue Seelenkraft zu stärken. Zum Beispiel die der Geduld, der Duldung, der Ohnmacht, Erfahrung der Hilflosigkeit oder umgekehrt die Erfahrung der Nächstenliebe. Es kann auch sein, dass in EInzelfällen Krankheit eine Art Liebesdienst oder Opferdienst für Angehörige sind, die am Kranken und seiner Hilflosigkeit selbst viel zu erlernen haben. Hier könnte ein großer Katalog an Möglichkeiten aufgemacht werden, warum es für einen einzelnen Menschen - oder auch für seine mitmenschliche Umgebung - wichtig sein kann, krank oder auch behindert zu sein. Doch all diese Dinge sind so individuell, wie die Schicksale es sind. Und immer auch gibt es irgendwann dort ein Ende, einen Ausweg, einen guten Schluss, der letztlich wieder neu in die Harmonie führt.

 

Krankheit-Gesundheit, Harmonie-Disharmonie, Leben-Tod – es ist ein immerwährendes Wechselspiel, das sich gegenseitig braucht, abwechselt, befeuert. Und wenn manche Menschen lebenslang über eine bombig gute Gesundheit verfügen, sagt das nichts darüber aus, ob sie einem offensichtlich in Disharmonie lebenden Kranken schon weit in der Reife voraus sind oder erst hinterherhinken. Denn über diese Dinge hat kein Mensch einen sicheren Überblick. Allerdings gibt es auch hier Indizien, die zeigen, wer von beiden über welchen Reifegrad verfügt oder noch nicht.

 

Doch wo immer auch die Mitmenschen mit ihrer Weisheit und Reife stehen: Zentral ist die eigene Befindlichkeit, um die man sich zu kümmern hat. Ist man chronisch schwer krank oder lebenslang behindert, dann geht es vermutlich auch nicht immer um Gesundung, sondern darum, wie man das Leiden seelisch und geistig trägt. Guter Dinge, verzweifelt, entsetzt, frustriert? Kann man noch lachen oder gar mehr wie Gesunde? Ist man trotz Krankheit schöpferisch tätig oder ganzheitlich gelähmt? Tausend weitere Fragen wären zu stellen, die uns niemand mit Sicherheit beantworten kann. Aber man kann immer etwas tun. Etwas Gutes für sich und das Ganze. Doch dazu braucht man dann gute und starke Glaubenssätze.

 

 

 

 

 

 

 

30.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 8

 

Und was ist mit Beten, mit Meditieren, mit Fokussieren? Damit hat sich zum Glück die Wissenschaft in Bezug auf heilende Wirkung auch schon ausgiebig beschäftigt. Das "Wunder" ist dabei teil-enträtselt. Doch fertig ist sie damit noch nicht, weil das Unbegreifliche noch viel begreiflicher werden soll. In vielen Studien wurden Probanden dazu getestet mit entsprechenden Kontrollgruppen. Wieder und wieder wurde festgestellt, dass Menschen, die beten oder meditieren tatsächlich Substanzen oder Botenstoffe freisetzen, die heilende Wirkungen haben.

 

Es passiert also etwas im Hirn, wenn wir denken und fühlen. Je stärker wir das, was wir denken und fühlen auch zugleich glauben, gar zur inneren Gewissheit in uns erhoben haben, umso stärker die Nachweise der Wirksamkeit. Nicht nachgewiesen werden konnte, ob/dass auch das Beten für andere Menschen hilft. Das Gegenteil jedoch konnte auch nicht bewiesen werden, weil vermutlich die Methodik, die zur Verfügung steht, dies gar nicht messen kann. Wer interessiert ist, gebe in die Suchmaschinen nur die Stichworte "wissenschaftliche Studie und beten" ein – und schon kommt eine Fülle von Angeboten, die Auskunft geben.


Doch was ist überhaupt messbar: a) Hirnaktivitäten b) hormonelle und andere Prozesse, c) Krankheitsverlauf, d) Synapsenaktivitäten e) Gesundheitsverlauf – also alles das, was sinnlich erfassbar ist. Nicht messbar sind die Qualität der Gefühle, auch nicht die Qualität des Betens, auf die es gewiss auch ankommt. Denn hier greift mit Sicherheit auch das Maß der Inbrunst und inneren Gewissheit im Glauben. Ein Gebet auf Geheiß nur zu murmeln, wird gewiss nichts bewirken. Gedankenkraft und Gefühlstiefe sind bei allen diesen Prozessen ganz entscheidend. Nicht messbar ist die Intensität, die Fokussierung, das ganz individuelle Geschehen in solchen Prozessen. Deshalb bleiben Fragen offen, wenn man sich nicht nur allein hirnphysiologisch oder biochemisch diesen Dingen stellt, sondern ganzheitlich. Und dazu gehören dann auch noch die Frage des Bewusstseins und seiner Intensität.

 

Dennoch sind diese Ergebnisse sehr ermutigend, weil sie zeigen: Nicht nur gute Ärzte und wirksame Medikamente spielen eine Rolle bei der Gesundheit, sondern eben auch das Geistige im Menschen, sein Bewusstsein, seine Haltung und die dahinterstehenden Glaubenssätze, die alles nach allen Richtungen jederzeit verändern können.
Noch weiß man nicht, wie stark und in welchem Maße die eigenen Glaubenssätze das ganze Geschehen beeinflussen. Mehr und mehr Menschen halten es sogar für den ganz entscheidenden Prozess im Verlauf der Gesundung. Hier ist dann wieder das Individuum mit seiner Haltung am Zug, das Kranke, Negative ins Positive zu transformieren. Möglich ist alles. Doch viele wissen nicht oder noch viel zu wenig darum.


Kostbar ist es, dass es kostenlos allen Menschen als Möglichkeit zur Verfügung steht. Auch wenn sich ein Markt für solche Dinge bereits auch etabliert hat, wo man für teures Geld Kurse in Bewusstseinsschulung buchen kann, so sei an dieser Stelle gesagt: Das kann man auch ganz allein, ganz kostenlos, ganz frei, jederzeit… wenn man nur will und motiviert ist. Es ist jedem Menschen gegeben, sein Hirn und sein Herz, Bauch, Verstand und Vertrauen in sich selbst zu nutzen, um damit Krisen zu meistern, Ungemach zu lindern oder ganz zu verhindern oder gestärkt durch die Glut der Körper- oder Seelenkrise zu gehen.


Es ist ein radikaler Ansatz, den eigenen Geist als Hauptelement für Gesundung und überhaupt Problemlösung zu sehen. Radikal, weil es an die Wurzel eines jeden Menschen geht, wo gefragt wird: Wie stehst du zu dir und dem Leben? (radix=Wurzel). Wer begreift, dass wir den eigenen Geist viel mehr als nur für unsere beruflichen und alltäglichen Dinge nutzen können, wird sich über eine neue Lebensqualität in kurzer Zeit schon erfreuen können. Entscheidend ist, man lässt ihn neu und anders kommunizieren und beginnt auch selbst damit, ihn zu fördern und zu fordern.

 

Heilung (auch) durch den Geist. Der Geist eines Menschen ist nicht in der Lage, ein gebrochenes Bein zu schienen oder eine notwendige Transplantation zu übernehmen, um nur plakativ darzustellen, dass es eine Unmenge guter Gründe gibt, der modernen Medizin auch zu vertrauen.  Aber sie kann auch nicht alles, hat unter Umständen viele Nebenwirkungen und Mortalitätsraten zu beklagen und steht oft auch nur fassungslos vor bestimmten Problemen. Nehmen wir die noch ungenutzten Fähigkeiten des eigenen Geistes bei Krankheiten und überhaupt allen Krisen und Problemen in Anspruch, ergibt sich oft eine schnellere Besserung, gar Lösung.


Wer für sich selbst die Glaubenssatzarbeit leistet, weiß, was mit ihm selbst los ist und kann Hemmungen und Blockaden lösen – damit der Geist im Verbund mit dem natürlichen inneren Arzt voll zur Wirkung kommt… mit oder ohne die Segnungen der modernen Medizin.


Viel Freude dabei, sich endlich einmal selbst besser kennenlernen zu wollen!

 

Last not least hier noch die letzten Glaubenssätze aus meinem noch unveröffentlichten Buch "Geheimnisvolle Beziehungen", das sich nicht nur mit der Wirksamkeit der Glaubenssätze befasst, sondern dem Geheimnis der zwischenmenschlichen Interaktion auf die Spur kommt. Zum Beispiel, warum die Personenkonstellationen (Eltern, Kinder, Lehrer, Freunde, Nachbarn, Impulsgeber usw.) kein beliebiger Zufall sind, sondern ein Zu(gefallener-)Schicksals-Fall zum genau richtigen Zeitpunkt für die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Beteiligten.

 


211.    Ich liebe mich.
212.    Ich geniesse die Freude in meinem Leben.
213.    Ich bin frei, das bestmögliche Ich zu werden.
214.    Ich bin erfolgreich
215.    Ich betrachte mich und was ich tue mit Augen der Liebe.
216.    Ich bin frei, das Leben zu lieben und zu genießen.
217.    Ich bin erfolgreich
218.    Ich bin dankbar für alles gute in meinem Leben
219.    Ich bin frei.
220.    Ich bin erfolgreich in allem was ich unternehme
221.    Ich bringe Harmonie, Frieden und Freude zum Ausdruck.
222.    Ich bin Freude
223.    Ich bin erfolgreich, was immer ich auch tue
224.    Ich empfange und zeige Freude.
225.    Ich bin Frieden
226.    Ich bin es mir wert Geld zu verlangen
227.    Ich empfinde meinen Körper als harmonisches Ganzes.
228.    Ich bin ganz in meiner Mitte und lebe in Frieden.
229.    Ich bin es mir wert mir alles zu leisten
230.    Ich entdecke jetzt, wie wunderbar ich bin. Ich bin genug
231.    Ich erkenne meine eigene intuitive Fähigkeit.
232.    Ich bin glücklich wohlhabend zu sein
233.    Ich bin mein Gehalt wert
234.    Ich erlaube der Liebe in meinem Herzen, alles zu heilen, was ich sehe.
235.    Ich bin glücklich, ich selbst zu sein.
236.    Ich bin mein Geld wert
237.    Ich erlaube meinem Körper dem Rhythmus von Ebbe und Flut zu folgen.
238.    Ich bin göttlich.
239.    Ich bin reich
240.    Ich erlaube mir, mich gesund zu ernähren
241.    Ich bin gut
242.    Ich bin reich und wohlhabend
243.    Ich erschaffe mein Leben selbst.
244.    Ich bin gut genug so, wie ich bin.
245.    Ich bin stark und fähig
246.    Ich erzeuge nur Gutes in meinem Leben.
247.    Ich bin heil und gesund
248.    Ich bin wertvoll
249.    Ich esse gut und gewissenhaft
250.    Ich bin und jetzt glücklich.
251.    Ich bin wertvoll und einzigartig
252.    Ich esse, wenn ich Hunger habe
253.    Ich bin ich
254.    Ich habe Erfolg
255.    Ich freue mich über meine Ausdrucksform des Lebens.
256.    Ich bin im Fluss mit dem Rhythmus meines Körpers.
257.    Ich bin unendlich reich
258.    Ich freue mich über meine Weiblichkeit/Männlichkeit.
259.    Ich bin im Frieden mit dem Leben.
260.    Ich darf Geld verlangen
261.    Ich freue mich, die/der zu sein, die/der ich bin.
262.    Ich bin im Frieden mit mir selbst und mit dem Leben.
263.    Ich entscheide mich für Fülle
264.    Ich fühle mich gesund
265.    Ich bin im Frieden, wo ich gerade bin.
266.    Ich entscheide mich für Fülle in meinem Leben
267.    Ich fühle mich in jedem Augenblick mit meinem Körper verbunden.
268.    Ich bin in Frieden mit dem Leben.
269.    Ich gehe sorgfältig mit Geld um
270.    Ich gehe auf eine weitere Dimension meines Daseins zu.
271.    Ich bin in meinem Körper zu Hause.
272.    Ich genieße es mir alles leisten zu können
273.    Ich gehöre nur mir.
274.    Ich bin in Sicherheit, geborgen und verstanden.

 

Konzentrierte Glaubenssätze, die nicht von
Zweifeln geschwächt werden, sind perfekte
Treiber für den kreativen Geist

 

 

29.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 7

 

Seit Jahrzehnten sprechen viele Ratgeber immer wieder vom positiven Denken und wie wichtig das ist. Das ist auch so. Allerdings ist es völlig nutzlos, wenn man an dieses positive Denken dann zugleich gar nicht glaubt, weil man so viele Fakten an der Hand hat, dass es wie ein Akt der Verzweiflung wirkt.


Redet man sich all jene Fakten positiv, die de facto aber negativ sind, belügt man sich. Damit kommt man nicht weiter. Denn das wirkt  fatal auf die ganze innere Glaubenssatzmaschinerie ein, weil von falschen Voraussetzungen ausgegangen wird und zugleich Widersprüche zementiert werden, die sich später blockieren.

 

Anders ist es, wenn man sein Denken, ohne sich oder den Rest der Welt zu belügen, anders greift, anders formuliert. Nämlich so, dass Hoffnung wachsen kann und soll, und so, dass durch eine andere Haltung zur Problematik neue Möglichkeitsfelder geschaffen werden, die allen Grund zur Zuversicht geben. Dazu braucht es eine Problemanalyse und einer (inneren) Sprache, die die Wahrheit und die Wirklichkeit mit Zuversicht und Hoffnung zugleich bedient. Wissen wir beispielsweise um eine Problematik, dann wird uns das Leugnen oder Schönreden nicht viel helfen. Was aber hilft ist die Kombination, von Akzeptanz des Ist-Zustandes,  der Wille, diesen Zustand zu verändern, weil man grundsätzlich an Veränderung von Zuständen (noch) glaubt und die Kraft, damit in die konkrete Umsetzung wiederum in der Tat zu kommen…. Sprich, nicht angstvoll zu lamentieren, zetern, bibbern – sondern etwas tun. Diese Haltung bewirkt, dass man das Negative nicht verdrängen, gar verleugnen muss, sondern dass vom negativen Ist-Zustand her das Positive, Gesunde, Heilende tatkräftig angegangen wird.


Es gibt manchmal jedoch Situationen, wo die Tat, das Tun, gar nicht möglich ist. In diesem Fall ist trotzdem die Haltungsänderung entscheidend. Denn TUN kann auch denken und fühlen sein. In einem solchen Fall sollte man sich bemühen, bei aller Ehrlichkeit sich selbst und dem Problem gegenüber nun die Kraft des neuen Vertrauens zu üben. Das wäre sehr viel und sehr gut getan. Hier wird dann das Positive - aber ehrliche! - Denken dann keine inneren Widersprüche erfahren, sondern alles wird sich auf das neue Ziel ausrichten. Unsere Wirklichkeit folgt unseren Gedanken und Gefühlen! Immer wieder neu entscheidet neu unsere innere Haltung darüber, wie wir sie sehen, wie wir sie angehen, wie wir sie dann auch meistern und lösen lernen, was wir letztlich dann auch erleben.


Solange der Mensch lebt, hat er Möglichkeiten der Veränderung eines Zustandes. Das Problem ist nur, dass viele Menschen ganz viele ihrer Möglichkeiten entweder nicht sehen, oder sie sind zu schwach, daran zu glauben, weil ihnen die mentalen Werkzeuge fehlen, dass dieser Glaube an die Veränderung kein Traum bleiben muss, sondern faktische Alltagsrealität werden kann, wenn man nur beginnt. Je konzentrierter, je wirkungsvoller.


Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung, Optimismus sind Schlüsselbegriffe, die umso tiefer greifen, je mehr wir uns ehrlich damit verbinden.  Menschen, die sich in einem gesunden Urvertrauen noch aufgehoben fühlen, ahnen oder wissen, dass immer wieder auch neue Möglichkeiten  am Horizont erscheinen. Manchmal ist es eine Idee, ein Impuls, ein anderer Mensch, eine unerwartete geldliche Zuwendung, Glück, eine großherzige Hilfestellung, womit man alles nicht fest rechnen konnte, aber sich dennoch so oft im Leben ereignet.

 

Je genauer man sich in der Meisterung der eigenen Probleme aus früheren Zeiten zurückerinnern kann, werden auch immer wieder Situationen klar, die schwierig oder unmöglich erschienen und dann doch zu einer guten Lösung wurden. Hat man solche Beispiele an der Hand, wird sofort das eigene Vertrauen schon wieder neu gestärkt, dass doch alles gutgehen kann. Oder aber man nimmt Anleihe an den gelungenen Beispielen anderer Mitmenschen, wie "durch ein Wunder" plötzlich alles wieder gut wurde. Auch das kann stärken und zu Recht Hoffnung vermitteln, ohne die Probleme zu verdrängen oder sich selbst zu belügen.


Positives Denken ist überall dort gut, wo es auf Ehrlichkeit basiert und vor allem voll Vertrauen in die vielfältigen Möglichkeiten der Veränderung von Zuständen greift. Sich etwas einzureden, dass man selbst auf keinen Fall glaubt, aber unbedingt glauben will (was meist eben nicht funktioniert) ist wenig sinnvoll. Sich aber positiv grundsätzlich einzustellen, ist eine Sache des Herzens und der Haltung, die sofort eine heilende Wirkung hat – ohne dass dabei die Wirklichkeit verleugnet wird.


Diese feinen Unterschiede beim positiven Denken sind zu beachten, weil sie im Falle von Nichtbeachtung unbemerkte sich widerstrebende Glaubenssätze erzeugen, die sich gegenseitig blockieren. Mit Unehrlichkeit uns selbst gegenüber stellen wir uns eine ganz fiese Falle. Dies geschieht häufiger als wir wissen. Und das ist auch einer der Gründe, warum Glaubenssatz-Arbeit dann gründlich schief gehen kann, wenn wir an die tieferliegenden Glaubenssätze nicht rankommen, sondern nur damit an der Oberfläche unseres Bewusstseins bleiben.

 

Weiter mit möglichen Glaubenssätzen:

 

141.    Das tut man nicht
142.    Die anderen wollen immer nur mein Bestes – mein Geld.
143.    Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.
144.    Ohne Partner kann ich nicht glücklich sein.
145.    Macht bringt das Schlimmste im Menschen zum Vorschein.
146.    Wenn man Nähe zulässt, dann wird man verletzt.
147.    Geld ist Energie
148.    Ich bin wertvoll
149.    Meine Umgebung liebt und achtet mich
150.    Gesundheit ist die Harmonie von Körper und Seele
151.    Ich brauche Schokolade nur ansehen, schon ist sie auf meinen Hüften.
152.    Ich mache immer alles falsch.
153.    Ich hätte nie geboren werden sollen.
154.    Ich finde einfach nicht meinen Platz im Leben.
155.    Dazu bin ich nicht cool genug.
156.    Heute ist nicht mein Tag.
157.    Freiheit gibt es doch gar nicht mehr.
158.    Ich sollte mir ein dickeres Fell zulegen.
159.    Ich darf keine Fehler machen.
160.    Ich kann einfach nicht „nein“ sagen.
161.    Das kann ich mir nicht leisten.
162.    Man kann tun, was man will, immer wird gemeckert.
163.    Erst wenn es allen anderen gut geht, darf es mir auch gut gehen.
164.    Mein Wert ist der Wert meiner Arbeit.
165.    Mit Fremden spricht man nicht.
166.    Liebe muss man sich erarbeiten.
167.    Ich glaube, dass mein Partner mich aus tiefem Herzen ehrlich liebt.
168.    Ich bin frei, auch anderen Menschen als meinem Partner meine Liebe zuteil werden zu lassen.
169.    Das Universum unterstützt mich mit unendlicher Liebe
170.    Ich liebe mich und meinen Körper wie er ist.
171.    Ich bin ein fähiger und wertvoller Arbeiter
172.    Auch als xy kann ich reich werden
173.    Alle Details ergeben sich von selbst, ich vertraue darauf.
174.    Es besteht großes Verlangen nach meinen Fähigkeiten und Talenten
175.    Das Leben begeistert mich und erfüllt mich mit neuer Energie.
176.    Es ist gut, die/der zu sein, die/der ich bin.
177.    Es ist gut für mich, Erfolg zu haben.
178.    Geld ist etwas Angenehmes
179.    Egal wo ich hinkomme ich finde immer einen Grund mich mit den Menschen verbunden zu fühlen
180.    Ich bin begnadet.
181.    Geld ist etwas Schönes und Gutes
182.    Es ist gut für mich, zu leben.
183.    Ich bin der Ausdruck vollkommener Freiheit
184.    Geld ist Freiheit Es ist gut, am Leben zu sein.
185.    Ich bin des Weges, den ich eingeschlagen habe, würdig
186.    Geld ist mein Freund
187.    Es ist gut, dass ich  voll Freude bin.
188.    Ich bin die schöpferische Kraft in meiner Welt.
189.    Geld ist reine Energie
190.    Es ist gut, zu fühlen.
191.    Ich bin die vollkommene Reflexion Gottes.
192.    Geld ist verbriefte Freiheit
193.    Es kann mir nichts passieren
194.    Ich bin ein göttlicher Ausdruck des Lebens
195.    Geld macht sexy
196.    Für alles, was ich tun will, sind Zeit und Raum vorhanden.
197.    Ich bin ein liebender mitfühlender Mensch
198.    Geld zu verdienen ist einfach
199.    Grenzenlose Energie strömt durch meinen Körper.
200.    Ich bin eine Oase des Friedens, der Liebe und Freude.
201.    Gute und intelligente Menschen sollten immer vermögend sein
202.    Gutes ist für mich überall, und ich bin sicher und geborgen.
203.    Ich bin eine unendliche Quelle der Liebe.
204.    Ich akzeptiere mich
205.    Meine Entscheidungen sind richtig für mich
206.    Ich achte auf meine Ernährung
207.    Ich bin eins mit allem Leben.
208.    Ich betrachte das Leben als ewig und freudvoll.
209.    Ich bin es, die alle meine Erfahrungen erschafft.
210.    Ich bin die Macht.

 


 

 

Fortsetzung folgt...
 

28.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 6

 

Wir denken, was wir denken, weil wir geprägt und beeinflusst sind. Natürlich auch, weil wir selbst bestimmte Erkenntnisse errungen haben, die wir für richtig halten. Unabhängig davon, ob wir sie zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder verwerfen. Denken wir uns die Welt problematisch, wofür es immer auch handfeste Gründe gibt, dann fühlen wir eine Unsicherheit, die wir auch benennen können.


Konkretes Beispiel: Wer beispielsweise könnte als Einzelner etwas an den globalen Folgen des Klimawandels so beeinflussen, dass dieser nicht in der erwarteten Größenordnung stattfinden wird? Niemand! Weil wir alle wissen, dass dies nur als kollektive Aufgabe gelöst werden kann. Die Sorgen um die Zukunft sind also keine eingebildeten Probleme in diesem Beispiel, sondern aufgrund erhärteter Fakten und der erlebbaren Wirklichkeit eine faktisch nicht zu leugnende Tatsache. Hier hat man es also nicht mit Einbildung zu tun, sondern mit einem Glaubenssatz, der auch auf Wissen basiert.


Nützt es nun etwas, dieses Wissen so zu behandeln, als sei es nicht da, nur weil es unangenehm ist? Das wäre Verdrängung, die sich früher oder später wieder einen anderen Ausweg sucht. Verdrängung kann nicht das Mittel der Wahl sei. Oder ist es sinnvoll, stattdessen ständig wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, weil die Schlange (hier: bedrohte Zukunft) ja nun einmal Fakt ist? Nein, das würde lähmen, die Sorgen noch vergrößern, ohne das etwas Positives passiert.

 

Was also wäre der dritte, der Königsweg? Einer, der auch letztlich nichts festes versprechen kann, aber den Keim einer Hoffnung und Zuversicht in sich trägt? Der dritte Weg bestünde meines Erachtens aus der Kombination von Handeln und Vertrauen. Handeln, wo immer es jedem einzelnen persönlich möglich ist, mit all seinen Kräften. Allein schon deshalb, weil man dann in der Gewissheit lebt, zumindest nicht zur weiteren Eskalation der Sache beizutragen und alles Menschenmögliche zu versuchen. Aber auch Vertrauen ist wichtig, weil niemand genau die Kipp-Punkte einer Eskalation kennt und es immer noch sein kann, dass die Menschheit mit einem blauen Auge aus der Situation herauskommt. Nicht leicht, vielleicht auch nicht komfortabel, aber immerhin möglich.


In dem wir handeln beweisen wir uns selbst, dass wir nicht ganz ohnmächtig sind. Wer in welchem Maß dann handelt, wird auch davon abhängen, wie gut er über die Problematik schon informiert ist, wie stark sein Vertrauen in die Zukunft trotz schlechter Karten nun erst recht ist und wie tief auch andere Gründe greifen, die mehr unserer Ethik entspringen. Je verantwortungsfähiger ein Mensch ist, umso selbstverständlicher werden ihm bestimmte Handlungsmuster werden.


All dies beeinflusst seine eigene Gesundheit... oder auch Krankheit. Menschen, die sich nicht ohnmächtig fühlen, weil sie etwas tun und dieses Tun auch faktisch und ethisch zugleich begründen können, tun es sowohl aus dem Herzen und mit Verstand heraus. Das setzt Botenstoffe frei, die unser Gesamtsystem positiv mit befeuern und auch das Immunsystem stärken. Hier greifen Krankheiten weniger.

 

Tut der gleiche Mensch all dies aber aus einer Sichtweise der Verzweiflung heraus, ist beim gleichen Tun die positive Wirkung auf den eigenen Organismus vermutlich wesentlich schwächer, weil: Hier spielen nun die (meist un- und unterbewusst wirkenden) Glaubenssätze wiederum eine entscheidende Rolle. Wer aus positiver Überzeugung etwas tut, reagiert auch biochemisch anders als derjenige, der das gleiche (Richtige) aus Angst, Panik oder Verzweiflung tut.


Auch hier ergibt sich also ein neuer Widerspruch dahingehend, dass gleichermaßen Handelnde zugleich eine entgegengesetzte Wirkung in sich hervorrufen können, weil die Glaubenssätze, aus denen heraus sie handeln (aufgrund ihres Fühlens und Denkens) diametral sein können.


Umgekehrt ist es ähnlich kompliziert: Wer aufgrund seiner Sichtweise und Glaubenssätze beispielsweise die Zukunftssorgen negiert, überzeugt ablehnt, wird vermutlich auch nicht durch sie (zunächst, vorübergehend) belastet, weil er diese Belastung nicht "annimmt". Er schützt sich tatsächlich evtl. so lange davor, bis ihn die harten Fakten höchstpersönlich einholen. Da diese aber in der Zukunft liegen, kann es sein, dass er sie auch gar nicht erleben muss und sein Leben nach wie vor so leben kann und wird, wie ihm danach zumute ist.


Es scheint ungerecht zu sein, dass immer wieder Menschen mit ihrem gefühlt un-ethischen Verhalten davonkommen und vom Schicksal verschont werden, während andere, die sich Mühen, früher oder hart getroffen werden können, weil sie sich schon im Vorfeld sorgen und ums Bessere bemühen. Auch hier greifen unter anderem Glaubenssätze, doch dazu später mehr. Hier die Fortsetzung meiner Liste möglicher Glaubenssätze:

 


71.    Das Universum liebt mich und sorgt für mich.
72.    Alles in meiner Welt ist gut.
73.    Das Universum (Gott, höhere Kraft) unterstützt mich auf allen meinen Wegen
74.    Erfolg ist fester Bestandteil meines Lebens.
75.    Alles ist gut.
76.    Egal was passiert, ich fühle mich frei und sicher
77.    Ich muss mich anstrengen.
78.    Ich muss die Zähne zusammenbeißen.
79.    Ich beuge mich Gottes Gesetz der Fülle
80.    Ich lasse die Fülle in mein Leben.
81.    Ich baue auf die göttliche Weisheit und Führung.
82.    Ich bin eins mit Gott.
83.    Ich bewundere die Reichen
84.    Ich begebe mich gerne in den Fluss neuer Erfahrungen, Richtungen und Veränderungen.
85.    Ich bin es mir wert
86.    Ich bin das Zentrum der Macht
87.    Ich bekomme genug
88.    Ich bin es wert geliebt zu werden
89.    Ich bin der Schöpfer meines Wohlstandes
90.    Ich muss tapfer sein.
91.    Indianerherz kennt keinen Schmerz.
92.    Ich trau mich nicht.
93.    Warum passiert mir sowas ständig?
94.    Was soll die Scheiße eigentlich?
95.    Kann das nicht einmal klappen?
96.    Kann ich nicht auch einmal Glück haben?
97.    Was habe ich falsch gemacht, dass mir so etwas passiert?
98.    Wofür das Ganze eigentlich?
99.    Lohnt sich eh nicht.
100.    Ich brauche es gar nicht erst zu versuchen.
101.    Womit habe ich das verdient?
102.    Ich bin ein wahrer Pechvogel.
103.    Ich bin ein Freak.
104.    Ich kann nicht… (bitte selbst ergänzen)
105.    Ich bin nicht… (bitte selbst ergänzen)  …genug.
106.    Ich bin zu… (bitte selbst ergänzen)
107.    Männer und Frauen verstehen sich einfach nicht.
108.    Die da oben… (bitte selbst ergänzen)
109.    Ständig blamiere ich mich.
110.    Ich finde nie einen Partner.
111.    Freu dich nicht zu früh
112.    Erwarte nicht zu viel, sonst wirst du nur enttäuscht.
113.    Trau keinem.
114.    Männer sind Schweine.
115.    Männer wollen nur das eine.
116.    Frauen gehören in die Küche.
117.    Der Ehrliche ist der Dumme.
118.    Frechheit siegt.
119.    Früher war alles besser.
120.    Reiche Menschen sind arrogant. / Reicher Schnösel
121.    Ich bin im Frieden.
122.    Ich entscheide mich für Reichtum
123.    Ich fühle mich sicher, ich selbst zu sein.
124.    Ich bin im Universum zu Hause.
125.    Ich erklimme die Karriereleiter mit Leichtigkeit
126.    Ich fühle mich von innen heraus wohl
127.    Ich bin immer in Sicherheit und geborgen.
128.    Ich fühle mich wohl mit viel Geld
129.    Ich fühle und ich weiß, daß ich in jeder Hinsicht vollkommen bin.
130.    Geld macht nicht glücklich.
131.    Lieber arm und gesund als reich und krank.
132.    Ich habe Angst vor Neuem.
133.    Auf mich hört ja eh keiner.
134.    Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
135.    Ich werde immer hintergangen.
136.    Alles muss ich alleine machen.
137.    Andere dürfen nicht mitbekommen, wie schlecht ich bin.
138.    Schuster, bleib bei deinen Leisten.
139.    Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
140.    Über Geld spricht man nicht.

 


Fortsetzung folgt ...
 

27.11.22

 

Warum ich Meckerliese Fussball schaue!

 

Gut, ich denke, ich bin mit vielen Menschen einig: Es gibt massenhaft Gründe, die Sache mit der Fußball-Weltmeisterschaft kritisch zu sehen. Und dazu habe ich mich ja auch schon mehrfach geäußert.

 

Nun schaue ich mir aber trotzdem ein paar Spiele an. Ja, nu! Wieso denn das? Einfach weil vor und hinter all dem merkantilen Korruptionszirkus, wo es letztlich um Macht und Milliarden geht, dennoch etwas zu finden ist, das trotz allem auch authentische Momente hat. Freude, Emotionen. Tränen, Verzweiflung, Hoffnung - echte Gefühle (die an anderer Stelle im Leben oftmals herzzerreissend fehlen!)

 

Lässt man all die großen und kleinen Schweinereien um diesen Milliarden-Zirkus einmal kurz beiseite und konzentriert sich nur einmal auf die Freude der Fans, Menschen, Nationen, so schlagen übergroße Wellen von Emotionen uns allen entgegen. DAS ist das, was mich am Fußball sogar primär begeistert: Dass er das vermag! Mir ist klar, dass echte Fußballfans dies eher als unvermeidliches Kollateralergebnis der Spiele selbst sehen - für mich aber bleibt es echt ein Phänomen, das ich immer wieder neu anschauen und studieren muss. Es bannt mich oftmals vor dem Bildschirm.

 

Ich kenne keine Sportart - und es gibt immerhin ganz fantastische! - wo Massen von Menschen dermaßen infernalisch zu begeistern sind, als Fußball. Doch, Handballer, Eishockey und ein paar andere können das auch ebenso gut - aber sie bringen niemals diese Massen zusammen, wie es der Fußball eben tut. Und hier gehen dann Qualität und Quanität eine Symbiose von besonderer Stärke ein.

 

Frauen, die von Natur aus oft recht offen ihre Gefühle zeigen, das ist eine Sache. Aber Männer, die - so man Frauen zuhört - so oft emotional privat nicht oder kaum größere Anfälle von Gefühl, ja, sogar echtes Mitleiden-können, zeigen, die flippen beim Fußball vor Freude oder Trauer dermaßen krass aus, dass es für mich immer wieder neu eine beeindruckende Inszenierung ist. Eine echte,  die spontan aus dem Fußballherz kommt, das im Takt mit seiner Mannschaft schlägt.

 

Jeder Schwenk der Kamera aufs Publikum, egal welches, ist ein Brennglas auf ein so seltenes Schauspiel. Der Mann, das scheue Reh, dreht durch! Sehenswert, absolut sehenswert. Und jeder ein Trainer, ein Schiedsrichter, ein wahrhaft Besserkönner, der den Ball auf jeden Fall selbst getroffen hätte. Ansteckend das Ganze.

 

Und wenn dann noch die Nationahymnen erklingen (weiß der Teufel, warum ich die alle gerne höre!), kommt ein so feierlicher Ernst im Stadium auf, als handele es sich um einen Gottesdienst zu Ostersonntag. All den Infantinos, Blatters und co. zum Spott.

 

Heilig, heilig, dreimal heilig bist du Herr, du Fußballgott.

 

Es gibt für mich also gute Gründe, mir doch ein paar Spiele anzuschauen. Auch heute Abend. Deutschland spielt. Ich gönne ja allen den Sieg, aber der Jubel in Deutschland würde mich dann auch schon freuen.

27.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 5
 

 

Ich habe für mein noch unveröffentlichtes

Buch "Geheimnisvolle Beziehungen" um die 280 Glaubenssätze zusammengetragen. Sie dienen einer ersten Übersicht, was wir im Allgemeinen so denken und fühlen. Viele Menschen werden sich mit vielem dort identifizieren, anderes muss individuell noch hinzugefügt werden. Die Glaubenssätze haben zum Ziel, sich selbst viel besser als bisher kennenzulernen. Damit hat man die Möglichkeit, sich selbst an jenen problematischen Stellen zu ändern, die uns als Hemmschuh schon allzulange begleiten - oft aber bisher nicht einmal bewusst oder bekannt waren.

 

Kaum etwas fällt Erwachsenen schwerer, als die Änderung der eigenen Gewohnheiten, die nicht nur das Handeln betreffen, sondern im noch stärkeren Maß das Denken und Fühlen, das zumeist dem Handeln vorausgeht. Das, was wir als Erwachsene denken und fühlen, haben wir lange und tief in uns integriert. Das war in der Regel keine bewusste Aktion, sondern etwas, das wir zumeist auch stark emotional aufgenommen haben. So stark, dass es "glaubhaft"  wurde. Im Guten wie im Bösen! Es ist in vielen Fällen bereits zu einem festen, oft unbewussten Wesensbestandteil geworden.

 

Dort, wo es uns nützt und hilfreich für die eigene Persönlichkeitsentwicklung ist, ist es perfekt. Dort, wo es uns hemmt, hindert, blockiert, ja krank macht, ist es schlecht. Wir kommen ihm nur ganz individuell auf die Spur. Sind wir motiviert genug, sich dieser Aufgabe ernstaft, gewissenhaft, ehrlich und tabulos zu stellen, wird es infolge unsere Gesundheit enorm beeinflussen. Es wird lindernd, gar heilend wirken. Es wird uns stärken, selbstbewusster, klüger machen.  Der innere Arzt in uns wird in dem Maße mit aktiviert und neu in die Pflicht genommen, je mehr es uns gelingt, die psychischen und mentalen Blockaden zu beseitigen. Doch dafür muss man sie erst einmal so genau wie möglich kennen.

 

Deshalb beginne ich mit diesem Kapitel mit der Auflistung, die in Folge weiter fortgeführt wird. (Immer am Ende des Kapitels).


Es sind einfache Sätze und Aussagen. Manche sind neutral, manche problematisch, andere hilfreich. Wieder andere widersprechen sich, überlagern sich oder unterscheiden sich nur in Nuancen. Manche sind uns eingeredet, gar eingebleut worden. Andere fühlen oder ahnen wir bloß. All diesen hier (und später) noch eingefügten Glaubenssätzen sollen gern noch eigene Glaubenssätze hinzugefügt werden, so sie hier fehlen. Die nächsten Kapitel werden also jeweils um 70 weitere Glaubenssätze ergänzt werden.


Was fängt man damit an? Man beginnt zu bilanzieren. Was trifft auf mich zu, was nicht!? Wo denke ich beispielsweise selbst widersprüchlich? Hier gilt es besonders aufmerksam zu sein, weil das der Punkt sein kann, warum so manches einfach nicht im Leben funktionieren will, obschon man sich doch bemüht. Wo denke ich negativ über mich selbst oder andere, obschon ich doch positiv eingestellt bin?  Ein neuer Widerspruch, der sich auftut und vorher nicht wirklich bekannt war. Ein nächster Hemmschuh, der einem begegnen kann.

 

Zur Praxis: Man kann sich eine Liste machen, kann farblich sortieren oder kleine Tabellen erstellen, wo man neutrales, positives oder negatives Gedanken- und Gefühls-Gut einträgt. So manch einer wird staunen, wie sich seine eigene Tabelle dabei entwickelt. Besonders kompliziert kann es jedoch werden, wenn man das eine denkt, aber das Gegenteil fühlt. In diesem Falle, der gar nicht so selten ist, sollte man den gleichen Glaubenssatz zunächst in beide oder gar drei Tabellen eintragen und später ein wenig darüber brüten, wie man in Zukunft mit den bisher unerkannten Widersprüchen in sich selbst umgehen möchte. Viel Spaß beim ersten Experimentieren

 

1.    Wer nicht jammert wird nicht ernst genommen
2.    Allen anderen geht es besser.
3.    Keiner mag mich.
4.    Das Leben ist anstrengend.
5.    Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.
6.    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
7.    Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
8.    Die anderen meckern immer.
9.    Ich bin nicht gut genug.
10.   Ich bin es mir wert reich zu sein
11.    Ich entspanne mich und erlaube meinem Denken, Frieden zu finden.
12.    Ich bin gesegnet.
13.    Ich bin es wert das man mich gebührend bezahlt
14.    Ich erfahre Anerkennung von allem Leben.
15.    Ich bin gesund und schlank
16.    Ich bin gut darin, Wohlstand zu erzeugen
17.    Ich erhalte jeden Tag neue Möglichkeiten
18.    Ich bin gewillt, das Leben zu erfahren.
19.    Ich bin in meinem Beruf ein Ass
20.    Das schaffe ich sowieso nicht
21.    Das Leben ist gefährlich.
22.    Ich werde es nie schaffen.
23.    Alle lachen über mich.
24.    Keiner nimmt mich einst.
25.    Ich werde nie glücklich werden.
26.    Undank ist der Welt Lohn.
27.    Ich bin zu dick.
28.    Ich bin zu ungeduldig.
29.    Ich bin immer zickig.
30.    Ich bin dumm.
31.    Keiner versteht mich.
32.    Ich bin an allem Schuld.
33.    Keiner kann mir helfen.
34.    Keiner hat mich lieb.
35.    Meine Eltern sind an allem Schuld.
36.    Wenn ich keine Angst habe, passiert etwas Schlimmes.
37.    Ich habe keine Zeit.
38.    Ich habe kein Geld.
39.    Das Leben liebt mich.
40.    Es ist mein Recht, voll, ganz und frei zu leben.
41.    Es ist gut wenn ich Geld erhalte
42.    Das Leben wird immer für mich sorgen.
43.    Es ist wunderbar, eine Frau / ein Mann zu sein.
44.    Es steht mir zu.
45.    Das Universum gibt mir volle Unterstützung.
46.    Ich achte auf die Botschaften meines Körpers.
47.    Für alles, was ich brauche, ist immer gesorgt.
48.    Das Universum sorgt liebevoll für mich
49.    Das Universum lässt mich  links liegen
50.    Ich achte auf mein Denken und wähle bewusst gesunde Gedanken.
51.    Geld bewirkt viel Gutes
52.    Die Energie und Liebe meiner Beziehung stärkt mich
53.    ich fühle mich aufgehoben bein meinem Partner
54.    Ich atme frei und tief.
55.    Geld gibt mir viele Möglichkeiten
56.    Die Liebe erfüllt mich und strahlt von mir aus.
57.    Ich atme tief, ruhig und entspannt.
58.    Geld ist Energie
59.    Die Welt ist sicher und freundlich.
60.    Ich bewege mich jederzeit bewusst.
61.    Ich weiß nicht, was ich eigentlich will.
62.    Immer verliere ich.
63.    Ich habe nie Glück.
64.    Glück im Spiel, Pech in der Liebe.
65.    Ich bin ein schlechter Mensch.
66.    Ich bin böse.
67.    Alles was ich tue wird ein Erfolg
68.    Das Geld liegt auf der Straße, ich muss es mir nur holen
69.    Alle meine Beziehungen sind harmonisch
70.    Andere Menschen lieben und respektieren mich so, wie ich bin

 


Fortsetzung folgt...

 

26.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 4

 

Gestern Zahlen und Fakten. Jetzt wieder zurück zu den Softskills des Themas. Jenen "weichen" Begriffen und Wirklichkeiten, die einerseits schwer fassbar, oftmals nicht einmal messbar sind, andererseits unser Leben und unsere Gesundheit existenziell betreffen und beeinflussen. Damit sind sie entscheidend.


Das Stärkste, das wir alle in Bezug auf die Gestaltung unserer eigenen Lebenswirklichkeit in uns tragen, sind ganz gewiss unsere Glaubenssätze. Also dasjenige, von dem wir glauben, dass es wahr ist, wirklich, real. Unabhängig davon, ob es immer richtig, überprüfbar ist oder nicht. Denn sonst wären es keine Glaubenssätze, sondern wissenschaftliche Beweise. Doch wissen wir alle, dass Letztere aufgrund vieler Unmöglichkeiten (noch) gar nicht zu  erbringen sind, weil auch die Wissenschaft mit ihren Möglichkeiten noch sehr begrenzt ist.


Die Glaubenssätze, die in uns leben, sind in der Regel so stark, dass wir ihnen auch unbewusst oder unterbewusst folgen. Sie bestimmen also unser Handeln, Denken und Fühlen. Teilweise kennen wir sie ganz gut, viele aber auch nicht, weil wir sie zu selten hinterfragen. Sie haben sich mächtig in uns eingenistet. Das vor allem Dank intensiver Wirksamkeit in Kindheit und Jugendalter, wo wir sie in irgendeiner Form erfuhren durch Elternhaus, Schule, Gesellschaft, Religion. In der Regel laufen ihre Wirkungen  unbemerkt und automatisch ab und wir machen uns darüber keine großen Gedanken. Das ist deshalb so, weil sie einen  festen Verbund mit unserem Wesen, unserem Charakter, Denken und Fühlen irgendwann eingegangen sind und danach meist auch gar nicht infrage gestellt werden. Infrage werden sie meist erst dann gestellt, wenn sich negative, böse, ungute Ereignisse passieren, die uns selbst direkt belasten oder betreffen. Dann tauchen unter Umständen Fragen auf, die wir sonst nicht stellen. Wir hinterfragen Geschehnisse, Personen, Verquickungen oder auch unser eigenes Verhalten. Oft aber geschieht nicht einmal dies. Geschieht es doch, können neue Erkenntnisse greifen. Das wiederum auch nur, wenn wir die komplexen Zusammenhänge verstehen oder fest "glauben" sie zu verstehen.


Man sagt: Unser Handeln folgt dem, was wir fühlen und denken. Was und wie wir fühlen und denken ist demnach entscheidend für das, was wir später tun oder lassen. Damit stellen wir automatisch Weichen. Über die Folgen, die daraus erwachsen, denken wir zumeist auch nicht näher nach, sondern lassen geschehen, wundern uns, freuen, staunen oder ärgern uns. So als sei das, was uns dann infolge passiert, Glück oder Pech. Tatsächlich ist es das aber nicht, sondern es ist vor allem unsere unbewusste innere Ausrichtung, die sich durch Motivation, Tun oder Lassen ihr Ereignisfeld sucht. Diese Weichen können also ideal justiert sein oder sich fatal auswirken, wenn man sie – un- oder unterbewusst – falsch oder ungünstig stellt.


Die Medizin und Psychosomatik weiß über diese Dinge schon sehr viel und hat in zahlreichen Studien herausgefunden, dass eine positive Lebenshaltung sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. Umgekehrt gilt das gleiche. Denken wir negativ, sind wir belastet mit Ängsten, Sorgen, Problemen, stellt sich unser Immunsystem mal blitzschnell mal mit Verzögerung um, wird schwächer und stellt die Einfallstore für Störungen aller Art dar.


Wir müssten uns also unbedingt fragen: Fühlen wir, was wir denken – oder denken wir, was wir fühlen? Und wie unterscheiden wir dies. Vor allem aber: Warum denken wir was wir denken? Und warum kommen wir aus bestimmten Gefühlsmustern so schwer oder gar nicht heraus?

 

Denn die Antworten daraus ist immer das, was wir erleben. Ist es gut, aufbauend und konstruktiv, braucht es diese Fragen nicht so dringend. Überall aber dort, wo etwas schiefläuft, belastet, ungut ist, sollte der un- oder unterbewusste Zustand langsam in die Helle des Bewusstseins gezogen werden. Das braucht jedoch Beschäftigung mit sich selbst. Die Zeit dafür aufzubringen kann höchst lohnend werden.


Fortsetzung folgt ...

 

25.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 3

 

Manchmal  braucht man Zahlen, um einer exakten wissenschaftlichen Genauigkeit das Feld zu bereiten. Manchmal braucht man Zahlen, um ein feineres Gefühl für die Wirklichkeit zu bekommen. Ich habe in Sachen Gesundheit gestern ein wenig aktuelle Zahlen recherchiert. Vielleicht stellt sich mittels dieser etwas leichter das  Gefühl für das ein, was zu begreifen ist: Nämlich warum angesichts des Siegeszuges der modernen Medizin mit ihren Impfungen, Antibiotika, Vorsorge, Aufklärung und Behandlungsmöglichkeiten, die Menschheit eigentlich nicht viel gesünder ist, als sie es doch sein könnte. Zumindest doch in den reichen Nationen der Welt.

 

Auch die mittlerweile hohe Steigerung der psychischen Erkrankungen ist doch bemerkenswert in einem Land (hier Deutschland), das als eines der reichen Länder mit hervorragender Versorgung und hohem Wohlstand gilt… Auch das sollte zu denken geben. Doch erstmal ein paar Fakten -  aktuell aus diversen Statistiken u.a. von Krankenkassen und stat. Instituten aus dem Internet:


Laufendes Jahr 2022 - weltweit:
Tote durch übertragbare Infektionen: 11,6 Millionen
Verstorbene Kinder: 6, 8 Millionen
AIDS/HIV infizierte Menschen: 44, 1 Millionen
Todesfälle durch Krebs: 7,3 Millionen
Todesfälle durch Malaria 353 Tds.
Todesfälle durch Zigaretten und sonst. Rauchen: 11,8  Millionen
Todesfälle durch Alkohol: 2,24 Millionen
Selbstmorde: 962 Tausend

 

Die durchschnittliche weltweite Lebenserwartung liegt derzeit bei 73,3 Jahren. Das ist im Verhältnis zu früheren Zeitaltern fast schon biblisch. Die häufigste Todesart ist die ischämische Herzerkrankung, gefolgt von Schlaganfall und Lungenerkrankungen.

 

40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben eine oder mehrere chronische Erkrankungen und 30 Prozent leben 20 Jahre oder länger mit ihrer Erkrankung. - (Es nähert sich der Hälfte!)

 

Was ist das gesündeste Volk? - Die Tsimane, ein indigenes bolivianisches Volk, gelten als die gesündeste Menschenpopulation auf der Welt. Sie lebten jahrzehntelang abgeschottet und ernährten sich nur von Lebensmitteln, die sie selbst angebaut, gejagt oder gesammelt hatten.

 

Hier die fünf gesündesten Länder der Welt in 2020 laut Bloomberg Global Health Index:
•    Spanien
•    Italien
•    Island
•    Japan
•    Schweiz

 

Wann ist man wirklich krank? - Jemand ist arbeitsunfähig, wenn er so krank ist, dass er seinen aktuellen beruflichen Aufgaben nicht nachkommen kann oder sich die Krankheit verschlimmern würde, wenn er weiter arbeiten würde.


Wo lebt es sich am gesündesten in Deutschland? -  Danach sind die Menschen in Hamburg die gesündesten Bürger Deutschlands. Ihre Krankheitslast liegt bei 0,87 (der Bundesdurchschnitt ist 1,0), gefolgt von den Einwohnern Baden-Württembergs (0,88) und Bremens (0,88). Thüringen stellt im Gesundheitsranking das Schlusslicht dar (1,31)

 

In welchem Alter sterben die meisten?- Der größte Anteil der Gestorbenen entfällt heute auf die Altersgruppe der 80-Jährigen und Älteren. Bei den Männern sind knapp die Hälfte der Gestorbenen mindestens 80 Jahre und älter, bei den Frauen fast 70 Prozent.

 

Psychische Erkrankungen
In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 17,8 Millionen betroffenen Personen, von denen pro Jahr nur 18,9 % Kontakt zu Leistungsanbietern aufnehmen..
Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Angststörungen (15,4 %), gefolgt von affektiven Störungen (9,8 %, unipolare Depression allein 8,2 %) und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum (5,7 %).Psychische Erkrankungen zählen in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bösartigen Neubildungen und muskuloskelettalen Erkrankungen zu den vier wichtigsten Ursachen für den
Verlust gesunder Lebensjahre. Menschen mit psychischen Erkrankungen haben zudem im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine um 10 Jahre verringerte Lebenserwartung. Im Jahr 2020 nahmen sich in Deutschland etwa 9200 Menschen das Leben [7]. Zwischen 50 % und 90 % der Suizide lassen sich auf eine psychische Erkrankung zurückführen. (Basisdaten psych. Erkrankungen dgppn 2022).

 

Diese Aufstellung kann aufgrund aller erhobenen Meßdatenflut nur unvollständig sein. Doch wer es genau wissen will, kann es ja leicht gern nachrecherchieren. Sie zeigt allerdings zweierlei: Einerseits ist die Lebenserwartung der Menschheit insgesamt aufgrund auch der modernen Medizin gestiegen, andererseits ist die Zunahme vor allem auch der pychischen Erkrankungen weltweit erstaunlich hoch und weiter im Steigen begriffen vor dem Hintergrund, wie sich die Lebensverhältnisse doch verbessert haben. Was läuft schief? Und was alles ist neben medizinischer Versorgung, sauberem Wasser, Hygiene und Lebensmitteln dennoch so schwerwiegend, dass so viele Menschen so krank sind? Eine einfache Antwort ist nicht möglich, aber eine Annäherung schon interessant. Auch dann, wenn sie - wie hier - nicht wissenschaftliche Kriterien erfüllen kann (und muss), aber dennoch zum Denken anregt, und die nachfolgende Thematik vielleicht tiefer zu verstehen hilft.

 

Fortsetzung folgt...

 

24.11.22

 

Heilung (auch) durch den Geist, 2

 

 

Wann wird der Mensch krank?


Die moderne Medizin sagt:  Wenn er beispielsweise von Viren oder Bakterien angegriffen wird. Oder wenn Zellen entarten und Krebszellen wuchern. Oder wenn eine allzu ungesunde Lebensführung das Gesamtsystem überlastet! All das stimmt natürlich.


Die spirituell Heilenden sagen:  Er wird vor allem krank, wenn er aus seinem natürlichen Gleichgewicht fällt. Wenn Harmonie in Disharmonie umschlägt.  Auch das stimmt und widerspricht dem oben Gesagten nicht, obschon es eine andere Lesart ist.


Tatsache ist beides und das eine die Ursache bzw. die Folge vom anderen. Nur warum fällt der Mensch denn immer wieder neu aus dem Gleichgewicht? Wieso können Winzlinge wie Viren oder Bakterien uns zu Folteropfern machen, im Zweifelsfall auch sterben lassen?


Das mit dem Gleichgewicht ist ein sensibles Dingelchen. Ist es erst einmal gründlich gestört, haben wir Einfallstore für vieles. Viren und Bakterien, Krebszellen, Stoffwechselprozesse, Blutdruck, Kreislauf und vieles weitere werden sofort elementar beeinflusst, wenn wir "ungesund" leben. Dennoch ist es immer wieder zugleich erstaunlich, wie gesund ungesund Lebende sein können. Ich kenne erstaunliche Beispiele. Jahrelange Exzesse und dennoch propper gesund und sogar noch fit.

 

Gleichzeitig ist es spannend zu sehen, wie geradezu unglaublich gesund Lebende auf vielfache Weise dennoch krank sind oder werden. Manche sogar sehr lange, trotz dieser vorbildlichen Lebensführung. Auch dafür sind mir persönlich konkrete Beispiele bekannt. Menschen, die sportlich sind, ideal im Gewicht, unschlagbar in gesunder Esskultur, jenseits von irgendwelchen Lastern: und dennoch krank oder kränklich. Das schlägt eigentlich dem Fass den Boden aus. Sind es immer nur die berühmten Ausnahmen von der Regel oder spielen eben noch weitere entscheidende Dinge hier eine Rolle?


Ich denke, vor allem das Letztere ist der Fall, auch wenn es darüber gar keine Statistik geben kann, weil diese Dinge noch nicht ausreichend erforscht sind. Doch alles beginnt halt mit Fragen!


Wir haben es also sofort schon wieder mit Widersprüchlichem zu tun, das aufgelöst werden will. Es ist eben nicht so, dass gesund Lebende auch garantiert gesund bleiben oder dass ungesund Lebende garantiert erkranken. Entscheidend ist dabei nicht nur die Körperebene, sondern der Gesamtzustand des Menschen, der auch Geist und Seele umfasst.


Nun haben viele Menschen zu diesem Umfassenden, das wir Geist und Seele nennen, ein etwas schwieriges Verhältnis, weil die Definition auch schwierig bleibt. Denn es betrifft nun einmal  das Immaterielle, Nichtsichtbare, schwer Nachweisbare, Ewige, manche auch sagen Göttliche in uns. Man kann es in keinem Labor untersuchen oder erfassen, allerdings durchaus gewisse Ergebnisse, die unter bestimmten Voraussetzungen erzielt werden. Also Folgewirkungen von bestimmtem Verhalten.


Geist und Seele "zeigen" sich bei uns Menschen durch psychische und mentale Prozesse. Dazu gehört unser Denken und Fühlen, unsere Haltungen zu uns selbst und zum Leben, unsere Ängste, Sorgen, unser Flow, unser Glück. Sind wir auf einer psychisch-mentalen Ebene, beispielsweise durch Sorgen, belastet, so wirkt sich dies früher oder später auch auf unseren Gesamtorganismus aus. Der Grad der Belastungsschwere muss halt nur groß genug sein. Das wiederum ist keine feste Größe, sondern ein ganz individueller Maßstab, der ein extrem breites Spektrum bei Menschen haben kann. All das macht die Sache schon unfassbar, weil man nicht von Mittelwerten, irgendwelchen Konstanten oder festen Basisdaten ausgehen kann.


Wir erleben: Die moderne Medizin hilft uns häufig bei vielen Leiden. Wir erleben ebenfalls: Man kann dennoch auch mit den besten und teuersten Mitteln sterben oder man kann durch die Mittel, die das Leid lindern schwere Nebenwirkungen bekommen. Dennoch ist es so, dass die meisten von uns (ich gehöre auch dazu) nicht auf die moderne Medizin verzichten wollen. Dahinter steht ein gewisser Glaubenssatz des Vertrauens, den wir trotz mancher Bedenken zu bestimmten Zeiten, Indikationen oder Leidensdruck dieser Medizin schenken. Auch wissen wir um das Leiden früherer Menschengenerationen, die noch mit mittelalterlichen (oder noch älteren) medizinischen Werkzeugen traktiert wurden. Das wird niemand mehr wollen.


Aber warum eigentlich gibt es weltweit trotz dieser Segnungen der modernen Medizin so viele kranke Menschen? Und warum unter ihnen auch noch so viele, denen dennoch nicht geholfen werden kann? Pech? Zufall? Schicksal? Oder kommen da noch mehr Dinge in Betracht?

 

Fortsetzung folgt

Intermezzo

 

Manchmal kann man sich auch ganz schön selbst verwirren!

 

Meine gestrige Titelüberschrift lautete: Heilung durch den Geist

Dann dachte ich: falsch! neu: Heilung (nicht nur) durch den Geist

Dann dachte ich: falsch! neu: Heilung (auch) durch den Geist

Heute denke ich: Alles falsch!  neu: Heilung (vor allem) durch den Geist

Morgen denke ich: falsch! Immer alles falsch,

weil immer alles  davon auch stimmt,

je nach Blickwinkel, den ich präferiere

 

Bitte also nicht verwirren lassen,

wenn ich gerade unschlüssig bin,

wie und was ich da noch so schreibe.

23.11.2022

 

Heilung (nicht nur) durch den Geist

 

Derzeit verbringe ich notgedrungen viel Zeit in Wartezimmern. Um dort nicht tatenlos herumlungern zu müssen, lese ich. Gestern griff ich blind in meinen Bücherschrank und  entdeckte mir Stefan Zweig neu. Ich griff sein Buch "Heilung durch den Geist" heraus. Ein Zufallsgriff - oder es fiel gerade zu, weil ich es einmal wieder neu lesen sollte?

 

Das Thema der Heilung durch geistige, mentale und psychische Prozesse begleitet mich seit vielen Jahrzehnten. Es gehört mit zum Spannendsten für mich überhaupt. Vor allem deshalb, weil wir hier Einfluss haben. WIr können steuern lernen. Das versuche ich und habe für mich selbst auch Teilerfolge zu verbuchen, die sehr ermutigend sind. Lange noch nicht bin ich mit meinen Talenten dort, wo ich einmal hinkommen möchte und könnte. Doch es ist deshalb auch kein leichter Weg, weil er vieles abfordert: starke Konzentration, hohe Disziplin, gepaart mit Vision, Lockerheit, Vertrauen in sich selbst und vielem anderen, das ich nicht immer aufzubringen schaffe. Doch meine Motivation ist stark.

 

Ich lerne in kleinen Etappen und freue mich über jeden Fortschritt.  Hätte ich in all den Jahren nichts erreicht, wäre das Thema für mich "gestorben". So aber bleibt es hochaktuell und lebendig.

 

Ich bin dankbar, dass es (auch) die moderne Medizin gibt, die auf andere Art Wundersames zu leisten vermag. Bald werde ich einmal wieder von der minimalinvasiven Operationstechnik profitieren. Der Ansatz ist hier ein anderer, wenngleich das Ziel in allen Varianten immer die Heilung ist.

 

Ich habe mir vorgenommen, darüber nun noch öfter zu schreiben. Für mich ist die Kombination von beidem höchst erfreulich. Doch das Thema wie auch meine ganz persönlichen Erfahrungen sind so komplex, vielschichtig, auch erklärungsbedürftig, dass es nur in einer kleinen Serie zu verwirklichen ist. Insofern ist das hier nur der Auftakt zu jenem abenteuerlichen Thema, vom dem  alle Menschen, die einmal krank werden, mehr oder weniger stark tangiert sind.

 

In loser Reihenfolge hier also später noch mehr darüber. Ich freue mich selbst auf das Thema. Ein Herzensthema.

22.11.2022

 

 

Katar. Blitzeinschlag der Begriffe

 

 

Fans in aller Welt wollen eigentlich nur sportlich schönen Fußball sehen. Wollen sich freuen dürfen, wollen genießen, miteinander wetteifern und sich am Ende in den Armen liegen. Denn Fußball kann wirklich sehr schön sein, wenn man sein Herz dafür erst einmal aufgeschlossen hat – trotz des Wissens um so vieles.

 

Diesmal wird den Fans jedoch etwas zugemutet, das für viele die Grenzen jedes menschlichen Anstandes sprengt. Immoralität auf glänzendster Stufe, sofern man dafür schon ein Bewusstseinsorgan entwickelt hat. Doch, hat man das? Und wer ist dabei unschuldig, wer nicht? Wer hat selbst genug Dreck am Stecken oder steckt dabei bei ganz anderen Sachen tief moralisch im Sumpf? Schwierig, schwierig, wenn man jede Einseitigkeit zugleich vermeiden will.

 

Aber ich spare mir heute nun weitere Sätze und sortiere alphabetisch im Hirn einfach nur ein paar Begriffe, die ganz automatisch in mir halt leider doch mit hochsteigen, weil ich kein Verdrängerpotenzial habe. Was  davon prioritär, was sekundär ist, entscheidet ebenso jeder Leser selbst, wie auch was skandalös oder bitter nötig ist… Wer für was steht oder auch nicht und was ist, das nicht sein dürfte. Heraus kommt hier ein stark verkürztes Potpourri eines Begriffsmix, das infolge dann wieder auf die Stimmung beim Zuschauen oder Seinlassen wie ein Blitz einschlägt. Die richtige Zuordnung der Personen darf dann jedes mitdenkende Hirn als Tagespuzzle selbst versuchen, falls es genug davon kennt.


Bestechungen
Betrug
Bier(Verbot)
Boykott
Dekadenz
Diversität
Einknicken
Empörungsgetue
Energieirrsinn
Ersatzkriegsschauplätze
Fifa
Freude
Geldkick(er)
Gewinner
Gewissen
Glutofen
Handgeld
Infantino
Inkonsequenz
keineEntschädigung
KönigDerSchmierer
Korruption
kriminelleSysteme
Menschenrechte
Millionäre
Nachhaltigkeitsgerede
Nationalstolz

Nepal
Ökowahnsinn
Operettengedöns
Pommes
Promi-Ranking
Selbstgerechtigkeit
Senderechte
Siege
Skandale
Sklaven
Sportler
Staatengemeinschaft

Subsubsubunternehmer
Superreichtum
Tore, Tore, Tore
Tote, Tote, Tote
UEFA
Uneinigkeit
Unterwerfungsgesten
Verlierer
Wanderarbeiter ...

... nicht zu Ende, aber genug davon!

21.11.22

 

Sharm el-Sheikh
COP 27

 

Ich ahnte es. Nein, ehrlich gesagt: Ich wusste es vorher. Es war ja auch nicht schwer zu erraten. Denn wir kennen unsere Global Player ja nun lange genug mit ihren Tricks, leeren Versprechen, Verweigerungen. Irgendwann mal ein Hurrikan-Fördertopf! Hach! Na, dann ist ja alles in Butter!

 

Frustrierendes Ergebnis. Genaugenommen gar kein Ergebnis. Ein paar weitere Absichtserklärungen, die selbstverständlich nicht von allen unterzeichnet wurden. Typisch. Wie immer. Mahnende Worte, wütende, verzweifelte Reden. 1,5 Grad? Lachhaft!

 

Es nützt alles nichts. Die Welt als Gesamtheit bekommt es nicht hin, weil sie eben keine Einheit in Einigkeit ist und sich auch nicht als solche fühlt... und es auch nicht mehr rechtzeitig werden wird! Das Nicht-Handeln ist dann nur folgerichtig gemäß des Charakters, der eben herrscht!  Und enorm stark und dominant ist. Bleibt! Es unterbleibt im Sinne einer hoffnungsvollen Kooperation. Der Planet wirds nicht nur überleben, sondern letztlich wird er daran gesunden. Doch dafür muss die Menschheit mal eine Zeitlang weg. Nicht alle, aber die allermeisten. Darauf steuern wir zu. Wird es am Ende einfach nur ein natürlich-folgerichtiger Reinigungsprozess, weil  wir alles für diesen Erfolg letztlich getan haben? Brrrr...

 

Keine Einigkeit, keine Gerechtigkeit, keine gemeinsamen Ziele. Und was in 20, 30 oder 40 Jahre ist bzw. alles nicht mehr ist, ist tatsächlich für die meisten im Kopf viel zu weit, weit weg. Weil: Eine Reihe von ihnen sind dann eh tot, andere, die dann durchaus noch eine Zeitlang leben könnten, verdrängen erfolgreich die dann desaströsen Zustände. Sie sind schon oft beschrieben worden. Das reinste Chaos zwischen Gluthitze, Überschwemmungen, Hungersnöten und Völkerwanderungen. Und dazwischen dann noch oberbescheuerte Kriege, damit es noch etwas spannender wird, wie schnell es am Ende geht.

 

Ja, geht’s denn noch!?

 

Nein. Ging nicht, geht nicht, wird nicht klappen!

 

Und die "Letzte Generation", ihr Aktionismus? Nicht, dass ichs gut finde, aber ich verstehe es total. Sie haben im Kern der Sache vollkommen Recht. Und sie brechen wesentlich harmloser Recht als alle die regierungsamtlichen  Rechtsbrecher, die ihre unterzeichneten Klimaziele nicht einhalten. Man bedenke die Verhältnismässigkeit der Sünden! Beides illegal, gesetzeswidrig  - doch bei den Amtlichen weltweit geht es mal eben um Milliarden von Menschen und ihre Lebensgrundlagen, die zerstört werden - und die anderen stören etwas rum! Man lasse sich die Unterschiede auf der Zunge zergehen.

 

Aber die Letzte Generation kommt ihnen mit ihren ungeliebten Events wunderbar entgegen: Nun haben sie einen Ersatzteufel, der ach soooo böse bitterböse  Dinge tut. Damit  präsentieren sie den Ver-Sagern noch leichter einen höchst willkommenen Nebenschauplatz der Aufregung, die an eine ganz andere Stelle gelenkt wird. Clever!?

Ich fürchte, die Demonstranten rechnen nicht mit so viel real existierender Dummheit.

 

Tja, Letzte Generation! So kann man sich dann leider, bei aller Sympathie, dennoch auch ein eigenes Bein stellen, weil genau das Verhasste besonders herrlich willkommen ist. Auch das muss durchschaut werden!

 

Käme doch nur einer zu mir, der mir leise raunt: Du spinnst! Das geht. Das kriegen wir hin. Weil: ich hab da einen Plan. Da machen alle mit. Du wirst es sehen. Wirst es erleben!

 

Und plötzlich macht mich meine eigene Fantasie, dass so etwas passieren könnte, nur noch unglaublich müde.

 

20.11.22

 

 

Ewigkeitssonntag

 

Ewigkeitssonntag? Ich lese soeben den Begriff zum ersten Mal. Nun ja, vielleicht müsste ich dafür öfter in die katholische Kirche gehen. Gemeint ist der "alte" Begriff des Totensonntags, der mittlerweile einen doch angenehmeren Titel erhalten hat. Der hört sich in der Tat besser an. Oder anders: Vielleicht ist es am Ende sogar wahrhaftiger - weil: der Tod doch nur Übergang ist? Ich lasse es offen, präferiere für mich selbst jedoch eher das Letztere, für das ich viele Gründe habe. Über die schreibe ich irgendwann hier auch.

 

Also: Die Evangelischen Christen begehen den "Totensonntag" (heute!) im Gedenken an die im Jahr zuvor Verstorbenen und die Katholiken begehen den Gedenktag an die Auferstehung und das ewige Leben. Zwei ziemlich verschiedene Dinge für den gleichen Tag.  Bemerkenswert!

 

Ich gedenke jetzt einfach mal das hiesige handfest physische Leben und zugleich alle denkbaren oder undenkbaren Leben, die es sonst noch so geben könnte. Ich will da nichts ausschließen und auch nichts behaupten. Aber Leben ist etwas Gutes, selbst dann, wenn es schwer und herausfordernd ist. Aber das ist es in der Regel auch immer nur für die Phasen des Wachsens und Lernens, das wir alle individuell irgendwie und irgendwann brauchen.

 

 

19.11.22

 

Als raube man mir die Atemkraft

 

Teil 2

 

 

Das noch. Wozu viele Worte? Wozu überhaupt noch Schreiben angesichts des Dschungels von inflationärem Geschwätz, Fake News oder was auch immer? Denn das ist gefragt. Jeder neu anbrechende Tag zeigt es erbarmungslos klar.

 

Wer widmet dem Anspruchsvollen denn noch freiwillig Zeit, wenn er nicht dafür bezahlt wird? Wo, in wem, wie oft kommt die Freude, Lust, Sehnsucht an geistiger Qualität noch vor, wenn man selbst erst einmal die Vorlage dafür schaffen muss? Wenn man Zeit investieren muss, die an anderer Stelle natürlich immer fehlt...

 

 

Mehr und mehr Menschen ernähren ihren Geist mittlerweile aus Schlagworten, Überschriften, Titel. Vieles unwahr, halb wahr, hohl,  reißerisch. Wenig inspirierend, dennoch oft emotional aufgeheizt. Absicht! Kalkül! Denn das bedient eine innere Instanz. Voyerismus, Geilheit gibt es auch unter Lesern. Und damit ist jetzt nicht pornografische Literatur gemeint (die hin und wieder sogar durchaus auch gekonnt sein kann), sondern das Bedienen eines Teils in uns allen, das nicht den Kräften des Aufbaus dient, sondern der Zerstörung.

 


Wir alle haben das in uns. Ob wir es wollen oder nicht: Es gehört zu unserer Natur des Menschen. Gut und Böse kommen ebenso in jedem Menschen als Gegensatzpaar vor, wie krank, gesund, geboren werden und sterben. Die Frage ist, für wen oder was oder wem wir die Tür öffnen. Verführt, gewollt, freiwillig, unbewusst, voll naiv? Die Tür des Herzens, Geistes und Verstandes… Das allein zählt am Ende in der Bilanz, die dann nicht von der guten Absicht bestimmt ist, sondern von den konkreten Taten, die tatsächlich geleistet werden.

 


Geistiges Fastfood. Nein, sorry, oft Junkfood. Kommt oft schon auf dasselbe hinaus. An allen Ecken und Enden. Trash des schnellen Genusses. Das sättigt. Fesazu, wie es einmal so schön Marc Uwe Kling in Qualityland beschrieb. Dieses herrlich unwiderstehliche  Gemisch aus Fett, Salz und Zucker.  So ist auch das Fastjunkfood der Sprache mittlerweile aufgebaut. Minderwertig, aber für den Moment sättigend auf einer Ebene, die schnell befriedigt werden will und auch kann.

 


Die Seele bleibt meist hungrig. Halt die Klappe, Seele! Der Geist bleibt hoffnungsvoll unterfordert. Schnauze!  Aber das Ego ist erst einmal satt. Gut so! Und so schön müde und träge. Jetzt noch was hinterher? Etwa etwas zum Denken? Nachdenken, quer- oder vorausdenken? Etwas, das Wesentlich sein könnte, mich fordert, am Ende noch quält, weil es lästig und wichtig zugleich ist?

 

 

Um Himmelswillen! Kein Platz mehr vorhanden! Die Synapsen mit der fetten Mayonese der Billiggazetten verkleistert. Egal auf Papier oder oder. Maßloses Schreibgewäsch aller Orten. Dazu noch das Schreib-Gebrabbel am Smartphone mit Whatsapp. Bei manchen im Sekundentakt. Kommt fünf Minuten nichts rein: Alarm! Irgendwas Schwerwiegendes muss passiert sein. Denn hier wird der Süchtige niemals mehr satt. Er klebt zuverlässig an der Nadel der Smartphone-Industrie mit ihren hypergeilen Produkten. Jede Minute die Werte des Blutzuckers, Puls, Herzschlag. Na bitte!

 


Und wenn ich nun mein Gemeckere über den nahenden Tod der Schreibkultur jetzt selbstkritisch hinterfrage? War das mal wieder nötig? Ja. Und? Bringt es was? Nein. Was bleibt nun übrig nach diesem abscheulichen Ausstoß über kulturelle Widerwärtigkeit, die doch nur hier im Ansatz minimalistisch gestreift ist. Was wäre, wenn ich jetzt auch noch über die korrupte Kunstmafia spräche, die irrwitzige Machwerke als Kunst verhökert und alle klatschen wie blöd Beifall. Ja, der Kaiser trägt keine Kleider mehr. Ist nackt. Doch wer sieht es?

 

Sind darunter Wenige, die am Ende hier noch mitlesen? Wieso überhaupt liest hier noch jemand mit? 

 

Erstaunlich, erstaunlich.

 

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Ich weiß gar nicht, ob ich das alles schreiben wollte. Ich hatte es nicht vor. Aber nun kam es so raus. Ich lasse es stehen. Soll jeder, der liest, selbst entscheiden, ob darin ein Körnchen traurige Wahrheit zu finden ist. Vielleicht aber, so meine Hoffnung, erschlägt Quantität ja nicht Qualität. Irgendwann.

 

 

 

 

 

18.11.22

 

 

Als raube man mir die Atemkraft

 

 

Komme ich aus Schmerz- oder Termingründen nicht täglich zum ausgiebigen Schreiben, ist mir als raube man mir die Atemkraft. Atemluft füllt nicht nur die Lungen, sondern ist elementare Basis für unseren ganzen Organismus, der sich immer wieder neu verlebendigt. Und dies erlebe auch ich beim Schreiben. Wir werden eins.

 

Wieso schreibe ich auch öfter über mich selbst? Es gibt doch genug wirklich wichtigere Themen;  Sachthemen. Weil ich hoffe, dass Leser auf diese Weise noch tiefer zu sich selbst finden. Dass sie im Abgleich mit meinen Gedanken und Gefühlen eindrücklich auf sich selbst zurückgeworfen werden. Denn nicht ich mit meinen individuellen Aussagen habe irgendeine tragende Bedeutung, sondern nur sie für sich selbst. Im Spiegel der anderen sieht man oft auch die eigenen vielfältigen Gesichter.

 

Insofern verstehe ich mich mit dem, was und wie ich es schreibe, nur als Wegweiser hin zur eigenen Bedeutung. Bedeutung hat alles. Jedes Leben. Doch wir haben es für uns zu erschließen. Nur dann finden wir die Antwort darauf.

 

Dort angekommen, ganz bei sich, geht das Abenteuer Leben erst richtig los.

 

 

17.11.22

 

 

Krankheitsbedingt

leider einmal wieder kurze Pause ...

16.11.22

 

 

 

Personenkult

 

 

 

Über dieses Thema habe ich merkwürdiger Weise noch nicht geschrieben. Es ist umso bemerkenswerter, als es mich doch schon lebenslang beschäftigt, ja immer wieder neu zum Staunen bringt.

 

Da stehen die Mitmenschen nun im Regen, Wind, Hitze oder Eis und Schnee an Straßen, in Stadien, Stränden, Friedhöfen, Schloßgärten oder vor überfüllen Kirchen und warten auf jemanden. Jemanden, den sie immerhin so schätzen, gar verehren, dass sie ihm nicht nur persönliche Zeit widmen. Nein, sie sind leidensbereit, scheinbar ohne Ende. Ja, das bringt mich zum Staunen. Denn dazu bin ich nicht bereit. Für niemanden!

 

Ist da bei mir selbst etwas falsch?

 

Nun denn, das Fazit zuerst für die, die nicht gern lange lesen wollen : Ich lehne seit jeher jede Form von Personenkult ab. Doch ich musste mir selbst erst auf die Sprünge helfen, warum das eigentlich so ist. Denn nichts geschieht ohne Grund. Dennoch sind uns die tieferen Motive unseres Handelns oft lange verschlossen.

 

In meinem Fall hängt mein Nein zum Personenkult zugleich zusammen mit einer großen Achtung vor jeden echten Leistung. Nun denn, diese Leistung allerdings erbringt jedoch eine Person, also scheint dies auf den ersten Blick doch widersprüchlich.  Auf den zweiten Blick jedoch nicht.

 

Da ist zum einen dieser übertriebene Hype um einen Star. Sei es ein Guru, ein Papst, ein Rocksänger, Fußballstar, Schlagerstar oder sonst wer. Den größten Anteil an diesem meist überzogenen Hype haben jedoch die Medien, die die Sache manipulativ steuern und anfachen, wo es nur geht. Fallen Menschen vor schierer Personenkultbesoffenheit gleich gar reihenweise in Ohnmacht, zerreissen sich Blusen oder Tshirts, ist die Schlagzeile im Kasten. Es lohnt sich also, Öl ins Feuerchen der sehnenden Herzen zu gießen. Selbst mit Anteil haben am Glimmerglanz vorübergehender Macht und Herrlichkeit. Mit dabei sein. Das ist es! 

 

Es sei denn, die Kultperson soll medial geschlachtet werden.  Dann kehrt sich das Blatt um. Dann beginnt die öffentliche Kreuzigung mit allen nur denkbaren Kreuzgängen, die möglichst lange herausgezögert werden müssen. Doch dafür muss man zuerst auch hoch genug in der Gunst gestiegen sein, damit sich so ein Sturz ins Nichts auch richtig lohnt.  Nicht umsonst bedeutet Hype eben auch eine publikumswirksam übertriebene Täuschung. Das macht Schlagzeilen und Massen von Menschen wollen gefühlt ein kleiner Teil davon sein, wenn sie es schon nicht selbst sein können, die da glänzen.

 

Ich nicht. Mir ist so ein Ansinnen nicht nur fremd, sondern es widert mich in vielen Fällen an. Überall, wo die Medien schon ihre manipulativen Finger von In und Out mit im Spiel haben, bekomme ich massive Fluchttendenzen. Ich  mache diesen Schwachsinn nicht mit. Zudem ist mir klar, dass all diese Superstars doch die gleichen Unter- oder Minderbegabungen haben wie wir alle in jeweils anderen Bereichen. Also der Status gefühlter Göttlichkeit bricht unglaublich schnell zusammen, wenn man nur genug von ihnen weiß. Sie sind eben auch nur Menschen. Wer will es ihnen verdenken!


Gleichzeitig zolle ich jedem Menschen – ausnahmslos – meine volle Hochachtung vor jeder Leistung zu, weil: wohlverdient, wenn tatsächlich auch selbst erbracht (auch da ist oft Vorsicht angebracht).  Denn so  manche hochgefeierte Leistung ist keine besondere, sondern nur eine durchschnittliche, was den Hype um den Personenkult dann zugleich zu einer Quasi-Lüge werden lässt. Es wird etwas hochgepuscht, das einfach nur durchschnittlich gut ist. Vor allem aus medialem Kalkül, das aber Fans und Beifallsspender braucht. Das zum anderen!  All das stört mich gewaltig. Es ist Irrsinn, was da in den Köpfen und Herzen der Massen teilweise los ist. Oder bin ich es, der da einmal wieder nur merkwürdig reagiert?

 

Was mich schon ärgert, aber leider auch nicht zu ändern ist, sind die Millionen, vielleicht sogar Milliarden von tapferen, begabten, gar hochbegabten Menschen, die Fantastisches leisten und keine Beachtung bekommen! Nicht einmal die geringste. Manche werden sogar aufgrund ihrer besonderen Begabungen regelrecht blockiert, gar verfolgt. In der Wissenschaft gibt es eine ganze Reihe von Forschern, deren genialer Geist verhindert werden musste, weil die besonderen Erfolge irgendwem nicht passten oder aus merkantilen Gründen verhindert werden mussten. Auch gibt es politisch kluge Köpfe, die einfach zu gut für ihre Zeit waren und kaltgestellt werden mussten. Und angesichts solcher Skandale, über die viel zu schreiben wäre, soll ich irgendeinem leicht überdurchschnittlichen Futzi die Ehre erweisen?


Doch gehen wir ins Einfache, Alltägliche über. Jeder Legastheniker, der doch unter größten Mühen noch halbwegs ordentlich Lesen und Schreiben lernt, erbringt damit gewiss eine wesentlich größere Leistung als so ein Schlager-Tralala-Kurven-Weiblein. Wird das die Massen beeindrucken? Niemals! Also kein Zuspruch, kein Lob, keine Ehre.

 

Fast jeder Mensch hat neben durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Begabungen meist auch irgendein bemerkenswertes Talent. Wenn er dies aber nicht öffentlichkeitswirksam präsentiert, bleibt es unerkannt, obschon es ausgelebt wird und so manchem Mitmenschen zu Gute kommt.


Hier ist meine Wachsamkeit gesteigert. Hier setzt dann auch so oft und immer wieder neu meine Bewunderung an, die keine blinde ist, sondern eine voll bewusste: Ich anerkenne Leistung jeder Art. Und wo sie mir begegnet, spreche ich diese Anerkennung auch laut, deutlich und sehr gern aus. Das ist meine Art der Hochachtung. Das geschieht jedoch meist im privaten Rahmen. Im Kleinen, so ganz ohne Presse und Gedöns. Aber es ist ehrlich und nicht etwa nur pädagogisch kalkuliert zur Motivation des so wenig Beachteten. Es ist meine aufrichtige Begeisterung für etwas, das ich in der Regel selbst nicht kann. Und davon gibt es eine ganze Menge.

 

Das sage ich dann den Menschen, die es betrifft. Meist freuen sie sich. In der Regel leise, weil sie zu den Bescheidenen gehören… und wie auch ich in der Regel nicht in Matsch, Regen, Schnee und Hitze an Straßenrändern auf die Topvorbilder ihres Lebens warten, sondern sich bemühen, selbst welche zu werden, ganz ohne Hype. Auch wenn sie unerkannt bleiben. Ihnen gilt meine Bewunderung fürs Tun, weil es so selbstverständlich für sie selbst ist.

15.11.22

 

Geisterhaft

 

Nun ja, vielleicht trifft der Begriff "gespenstisch" es noch genauer. Denn dem Geisterhaften könnten am Ende ja noch gute Geister in die Bresche springen. Bei Gespenstern ist das weniger der Fall.

 

Das was uns alle noch bevorsteht und das wir derzeit mehr vom Hörensagen kennen: Die Ankündigung des Unbezahlbaren!

 

Liest man aktuell die Gazetten rauf und runter, liegt die Teuerungsrate für Energie (vor allem Gas und Strom) derzeit zwischen 300 bis 600 Prozent monatlich höher als das, was wir bisher zahlten. Allein schon dieses Diskrepanz drohender Ankündigungen zeigt, wie merkwürdig die Dinge laufen. Wem ist zu trauen?

 

Noch sind die Zahlungen bei den meisten Menschen noch nicht voll durchgeschlagen und derzeit werden meist nur "etwas höhere" Abschläge gezahlt. Je nach Versorger, Verbrauch und Gegend. Aber das dicke Ende kommt noch für alle. Die ganz Reichen können es wegstecken. Sie haben dann immer noch genug. Doch der Teil der Nutzer ist relativ überschaubar. Die Reichen mit den mittleren bis etwas höheren Einkommen werden in jedem Fall ein Stück weit ärmer werden. Ärgerlich, ungerecht, aber je nach Fall wenigstens verkraftbar, solange es zeitlich überschaubar bleibt. Bleibt es dauerhaft so, dann auch hier: Gute Nacht!

Die schon an der Kante lebenden trifft es mit voller Wucht. Ihnen wird vermutlich auch noch das Letzte genommen. Es wird eine enorme Verarmung in den nächsten Jahren stattfinden, die sich natürlich auch auf alles andere niederschlagen wird. Wer hat noch Geld übrig für die schönen Dinge des Lebens? Gastronomie, Kultur, Kino, Tanz, Musik, Hobbys... Wenige und immer weniger. Doch das sind die Luxusfragen des Problems. Weniger luxuriös werden den die Dinge, wenn Kranke, Alte, Kleinkinder nicht jene Wärme brauchen, die zum Überleben und Gesundbleiben nötig ist. Es wird also für viele existenziell.

 

Die gewaltige Maschinerie der Arbeitsplatzvernichtung wird erst vermutlich im nächsten Jahr so richtig anlaufen. Wer soll diese immensen Kosten stemmen? Der Staat?... Ein Lacher! Von wem holt der sich denn Monat für Monat das Geld, wenn nicht von den Steuerzahlern?

 

Es ist immer wieder neu ein Possenspiel, wenn die Regierung sagt: "Jetzt müssen aber mal die Unternehmen ran. Die müssen auch zahlen" (für was auch immer). Dabei weiß jeder, dass so gut wie alle Kosten immer aufs Endprodukt umgelegt werden, was dann auch wieder der Verbraucher, der Steuerzahler, zahlt. Er zahlt alles. Das funktionierte im Wesentlichen ja auch. Aber nur deshalb, weil wir ein erträgliches Maß an Arbeitslosen/Nichterwerbstätigen hatten und immerhin noch genug, die brav ihre Steuern zahlen (ganz Reiche mal ausgenommen, weil unsere Regierungen über die Jahrzehnte genug Schlupflöcher für diese Klientel zugelassen haben). Nun ja, dies Rechnung geht bald nicht mehr auf, wenn aufgrund des Energiewahnsinns die Arbeitsplätze schneller wegbrechen, als die Gletscher bereits schmelzen.

 

Es braucht keine besondere Fantasie, wann dieser Irrsinn in Wut umschlägt. Und dann?

 

Haben wir damit dann eine Lösung? -- oder Schaffen wir dann Verhältnisse der Unregierbarkeit, die das Schlimme möglichst nochmal massiv verschlimmern? Schlimmer geht immer!, wie wir wissen!

14.11.22

 

November-Blues

und Ewigkeit

 

Der November-Blues ist mir fremd. Warum so viele davon reden, ist mir schleierhaft. Nun ja, ich bin weder wetter- noch jahreszeiten-fühlig. Und Launen gehören auch nicht in mein Repertoire.

 

Doch ich kenne etwas anderes. Es ist eine merkwürdige, fast schon denkwürdige Neutralität, die mich manchmal überfällt... und mich kurz staunen lässt. Dann sind plötzlich alle Gefühle fort. Wusch, weg… wohin auch immer. Dann bin ich nur sachlich bei meinen  Gedanken. Ich bewerte nichts, beurteile nicht, sondern schaue mir mit Abstand an, was ich da sehe, lese, höre oder sonst wie vernehme.

 

Tote beispielsweise. Tote, die ich nicht kenne. Tote in aller Welt.

Ich realisiere dann beispielsweise gerade einmal wieder durch die Medien, wo ein Amoklauf stattfand, Mordserien die Menschen aufscheuchen, tote Soldaten zu beklagen waren, Flüchtlinge im Mittelmeer ertranken, wie hoch die Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern ist oder wie viel Frauen als Opfer häuslicher Exzesse zu Tode kamen. Es sind nur Beispiele. Themen gibt es viele. Die Liste von allem ist jeden Tag ellenlang. Man muss nur genug Nachrichten hören oder lesen. Man wird immer fündig.

 

Etwas in mir sagt: Die armen Menschen. Aber ich fühle es nicht. Es ist zu weit weg. Unbekannt. Fremd. Es sind Zahlen, geht mich emotional nichts an. Das Gefühl ist kurz eine Theorie. Keine erlebte Wirklichkeit. Merkwürdig...

 

Natürlich stehen diesen mir unbekannten Toten auch entsprechend viele Geburten gegenüber. Kleine Menschlein, die ein neues Leben beginnen. Und niemand weiß, wann und wie es enden wird. Da die Menschheit derzeit noch wächst, sind die Geburten immer noch auf der Habenseite, einschließlich der natürlich verstorbenen Toten, sei es an Alter oder Krankheit.

 

Leben-Tod. Tod-Leben – geht es mir dann ganz ohne Gefühl durch den Kopf. Ich bilanziere es kurz und denke daran, wie schnell man auch selbst in diese namenlose Statistik eines Tages eingereiht wird. Und irgendwo in der Welt steht dann vielleicht jemand, der auch kurz an die Statistik der Toten denkt. Ein Fremder. Denkt das Gleiche. Aber nicht an mich. Denn von mir weiß er nichts.

 

So ist es für jeden.  Man lebt, man stirbt. Und dazwischen ist oft viel Aufgeregtheit, die so völlig unnütz war. So verzichtbar, dennoch belastend. Würde man das doch schon früher realisieren und sich nicht immer so verrückt machen! Und dann ist man plötzlich auch tot.

 

Es ist, als würde eine Meereswelle an den Sandstrand schwappen und man selbst sei nur eines der Milliarden Sandkörnchen, das Spielball der Wellen ist. Spielball des Schicksals, das auch die Wellen befiehlt. Eine Zeitlang an Land, dann wieder vom Meer auf lange Zeit verschluckt. Wer weiß, vielleicht auch für immer.

 

Aber wer weiß, vielleicht auch wiederkommend, auf irgendeine Weise. Irgendwann, nur ganz anders, weil das Individuelle eben seiner Natur nach so einzigartig ist und bleibt, weil es eben das Individuelle ist.

13.11.22

 

Kurzformel

 

 

Ich habe ja schon einiges zu den allseits bekannten Verschwörungstheorien geschrieben und habe es in "Zündende Ideen verbrennen nicht" einmal auf eine Kurzformel gebracht, die nicht zu widerlegen ist und das Dilemma auch keinesfalls löst:

 

Die Verschwörungstheorie-Befürworter klatschen laut Beifall, wenn sich die Verschwörungstheorie-Praktiker gegen die Verschwörungstheorie-Theoretiker verbünden, um den Verschwörungstheorie-Gegnern ein gelungenes Beispiel von Verschwörungstheorie-Leugnung gegen die wahren geheimen Verschwörer zu geben, die man ja allzu gut kennt, während der Rest der verschworenen Gemeinschaft hoch und heilig schwört, niemandem und nichts mehr zu glauben, vor allem aber nicht einmal sich selbst.

12.11.22

 

 

Atomkraftwerke

 

Noch immer gehöre ich zu den Gegnern von Atomkraftwerken. Der Grund ist ein einfacher: Wir können - ob wir wollen oder nicht - die Gefahren einer nuklearer Verseuchung gar nicht verantworten, falls sie passiert. Tschernobyl und Fukushima haben uns deutlich gezeigt, wie sensibel die Sicherheitshochrechnungen sind. Von Harrisburg und anderen Fast- und Beinahe-Unfällen ganz zu schweigen. Das ist der erste Grund.

 

Der zweite und zunächst auch letzte ist der, dass wir für dieses hochgiftige Gemisch, das gleich aus vielen giftigen Komponenten besteht, keine Endlagerstätte finden. Auch hier also greift ganz tief eine Verantwortungsfrage!

 

Doch jetzt bin ich dennoch für den Weiterlauf der AKWs, die derzeit noch im Netz sind. Ich finde es falsch, sie aus politisch-ideologischen Gründen im März abzuschalten, angesicht des derzeitigen Energiedesasters.

 

Denn: Die Brennstäbe sind ja nun einmal vorhanden und in Betrieb. Und diese sollten dann auch so genutzt werden, wie es sinnvoll und nötig ist. Und dann natürlich marsch raus aus der Kernenergie, deren Risiken wir eben nicht beherrschen.

 

Das andere Länder, beispielsweise Finnland, Brasilien oder China das anders handhaben, widerspricht meinen Bedenken oben in gar keinem Fall, sondern sagt nur aus, dass sie diese Gefahren und Risiken eben leichter nehmen als wir in Deutschland. Denn alle haben das gleiche Problem: keine wirklich geeigneten Endlagerstätten, sondern nur solche, die man für geeignet dann erklärt. 

 

Und man muss sich fragen ob ihre Motivation des Weiterbetriebes und sogar Neuaufbaus weiterer Kernkraftwerke eben doch mehr egoistisch gesehen werden muss, weil es natürlich wirtschaftliche Vorteile bringt. Zunächst jedenfalls.  Es ist und bleibt für mich nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern letztlich der Ethik. Aber wo diese Kontrahenten aufeinanderstoßen scheiden sich eben die Geister.

11.11.2022

 

Korruption,

 

Kriegskasse,

 

Katar

 

 

 

 

 

 

Der 11.11. ist der Tag

 

der Jecken. Jeck sind

 

Menschen vor allem aber ganzjährig auf Fussball. Warum das so

 

ist, würde ein längers Essay mit psychologischem Fundament hier

 

brauchen. Halten wir es heute aber mal kurz jeck. So im

 

Stenogrammstil. Oder in Schlagwortmanier.

 

 

Wenn etwas erfreuliches im Raum steht, dass Millionen von

 

Menschen erwarten, sollten eigentlich eine ganze Reihe von

 

positiven Begriffen auftauchen, die Frohsinn, Sport, Gemeinschaft

 

und viele weitere im Gepäck tragen.

 

 

Diesmal ist es so ganz anders. Na ja, die Welt hat sich eh extrem

 

verändert. Warum also sollte der Fußball eine Ausnahme machen.

 

Deshalb kommt mir zur Weltmeisterschaft vor allem das hier in

 

den Sinn:

 

 

Katar, heiß, Korruption, Wüstenstaat, bedenkliches Wertesystem,

 

Ausverkauf des Sports, Vergabe-Gemauschel, korrupte Funktionäre,

 

FIFA, ungeeigneter Austragungsort, warum nicht gleich Antarktis,

 

wer ist noch zurechnungsfähig, Ironie des Schicksals, Fragezeichen,

 

Öl, Gas, unerschöpfliche Kriegskasse, Bin Hammam, steinreich, wer

 

wurde geschmiert, moderne Sklaven, tote Sklaven, Menschenrechte:

 

pfui, Schurkenstück das Ganze, Geldwäsche, Bestechungen ohne

 

Ende, Steuerbetrug, interessiert keinen, Hauptsache Spaß, noch

 

hauptsächlicher: Geld, Blatter, interne Rebellion, 160 Mio.

 

Schmiergelder, Schweizer Franken, stabil,  üppige Handgelder für

 

Delegierte, damit sie richtig abstimmen, Jack Warner, Netzwerke,

 

Gegenkandidaten, Geld, nicht Sport, Erfinder der modernen

 

Sportkorruption, Dassler, Beckenbauer, hat aber keinen Sklaven auf

 

der Baustelle gesehen, Brille auf!, wer ist noch glaubwürdig,

 

Widersprüche ohne Ende, und immer wieder Bestechung und Geld,

 

Geld, Geld, ist ja genug vorhanden, Australien kontra USA, wer

 

gewinnt die Stimmen der Delegierten, oder wer kauft wen,

 

Schwadroneure aller Orten, Tot, Tor, Tor, genug Dreck am Stecken –

 

überhaupt genug von all dem! Sch…-Vereine – was nur ist aus

 

diesem Sport geworden?

 

Genaueres hierzu: Siehe die lesenswerten:

 

Statusmeldung - 10.11.22

Da die Frage kam, wie es mir gesundheitlich mittlerweile ergeht, weil ich doch wieder etwas mehr schreibe, kurz dies hier:

MRT steht noch aus, Schmerzen noch sehr heftig, aber das Hirn klappt ja noch und lässt zumindest die Finger auf der Tastatur tanzen. Das lenkt etwas ab.

 

Ansonsten hatte ich gesundheitlich schon rosigere Zeiten im Leben...

Aber da muss ich jetzt eben durch.

Insofern: Das Schreiben muss eventuell auch wieder unterbrochen werden. Ich weiß es selbst noch nicht...

10.11.22

 

Das Luxusweibchen.

Ich. 

 

 

Sprechen wir ein wenig vom Luxus. Luxus ist definitiv auch eine Sache der Interpretation, des persönlichen Erlebens. Was mir lebenslang fehlte war vor allem Zeit für vieles. Aufreibender Alltag, gepaart mit viel Fleiß verunmöglichten so manches. Jetzt aber! Jetzt lege ich los und nehme mir die Zeit für mich selbst. Endlich. Und was tu ich? Oh, so einiges, was schön ist! Vor allem aber schätze ich mein neues Hobby: Im Bett herumlümmeln. Am hellichten Tag!

 

Hobby? Nun ja, ich habe auch ein paar normale, wie Lesen, Schwimmen usw. Aber dieses gesellschaftlich eher nicht anerkannte Hobby des Herumlümmelns im Bett mitten am Tag trifft meine Freude im Kern des Seins. Und wer jetzt mitlesend denkt: Die spinnt doch! hat keine Vorstellung davon, von welchem Genuss ich spreche, der zudem ohne jedes schlechte Gewissen genossen wird. Mir ist schon klar: Hier scheiden sich so manche Geister.

 

Der Tatort ist also jetzt schon bekannt. Die Tatzeit in der Regel zwischen halb zwei und drei am Nachmittag. Wer dann klingelt, hat Pech. Die Frau des Hauses, hier auch Täterin genannt, ist dann nicht ansprechbar für den Rest der Menschheit. Sie ruht. Manchmal schläft sie auch. Beides ist gleichermaßen schön.

 

Nun ist so ein kleines Mittagsschläfchen ja auch durchaus gesund, sagen uns Medizin und Psychologie, aber ich betreibe es 1,5 bis 2 Stunden. Bei sochen Zeiteinheiten wiederum könnten mahnende Zeigefinger winken. Ich nehme mir also nicht die gesunden 20 Minuten Kurzschlaf, gar einen antrainierten Sekundenschlaf, sondern nehme mir dafür: Richtig viel Zeit! Ich ziehe sie sozusagen von meinem eigenen Lebenskonto ab.

 

Wie gesagt, ich ruhe. Mal tief schlafend, mal sinnend, nachsinnend. Während der Schlafenszeit arbeite ich natürlich. Nicht nur, indem ich träume, sondern auch, indem ich mich erhole, regeneriere und sehr vieles verarbeite. Und zu verarbeiten gibt es für mich immer sehr viel. Sage mir also niemand: Mein Ruhen sei inaktiv. Im Gegenteil ist höchst aktive Scheinpassivität.

 

Nach jedem Schlaf und nach jedem halbwachen Herumlümmeln bin ich immerzu voller Ideen und auch voller Tatendrang. Ich liebe es, gleich danach wieder richtig loszulegen – mit welcher Arbeit auch immer. Denn ich bin erfrischt und eben nicht tageserschöpft, wie all die Menschen, die nun schon seit 6 Uhr morgens auf den Beinen sind und wie halbe Gespenster müde durch den Resttag torkeln. Ich kenn das ja.

 

Manchmal bin ich so tief weg, dass ich beim Aufwachen gegen 15.00 oder 16.00 Uhr denke: Wow, was für ein schöner Morgen! Es dauert oft ein paar Minuten, bis ich begreife, dass sich die Nacht noch gar nicht hat sehen lassen…. Ah, schön! Es ist so, als hätte ich an einem Tag zwei Tage geschenkt bekommen. Zweimal richtig gut erfrischt und bester Laune. Und somit werden meine Tage nicht verkürzt erlebt, sondern eher verdoppelt erlebt. Ich nutze die Zeit zur Dehnung meiner Erfahrung.

 

Das ist Luxus! Vom Feinsten für mich und voll von großem Genuss! Kostenlos dazu. Auch ich konnte mir den erst leisten, als ich meine beruflichen und elterlichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen musste. Es hat also ein Leben lang gebraucht, bis ich mir diese Form von Wohlstand erfüllen konnte. Jetzt aber!... Besser spät als nie!

 

Aufgrund der heute flexiblen Arbeitszeiten in vielen Berufen könnten sich das auch andere Menschen leisten.  Sicher, ich weiß: nicht alle, aber doch all die, die ein gewisses Maß an Einteilungsfreiheit besitzen und keine Kinder, Hunde und sonstiges zu versorgen haben. Hatte ich ja auch...

 

Und was mache ich, wenn ich nicht schlafe, sondern "nur" wach herumliege?  Ich sinne nach, lasse meine Gedanken schweifen, denke an viele Menschen, lasse Bilder hochkommen und wieder verschwinden, erinnere mich an Schönes und Schreckliches, schaue mir das sehr genau an, erinnere  Spannendes, Blamagen, Glück und Erfolge. Und immer arbeite ich schon imaginär an Texten, Büchern. Ich bewerte, lache, grüble, lasse wieder ganz los, schmunzele oder schüttele den Kopf über mich selbst oder so manche Zeitgenossen. Dafür brauche ich ein warmes Bett. Auf Stuhl, Sessel oder Sofa klappt das alles nicht. Das Bett ist ein Muss in meinem Fall.

 

Kopfkino. Es läuft oft spannend wie ein Krimi ab, meist aber eher wie eine göttliche Komödie. Ich bin offenbar keine schlechte Regisseurin, denn ich langweile mich niemals damit. Ich gestalte mein Spiel, bin mein Zuschauer, meine Hauptakteurin, mein eigener Drehbuchautor! Ich bekomme gar nicht genug davon, wenn ich die meine imaginären Puppen tanzen lasse. Unglaublich, was sich da alles tut. Mitsamt mir selbst an seidenen Fäden der Fantasie.

 

Im Bett am Tag herumzulümmeln macht mir deshalb kein schlechtes Gewissen, weil ich um mein Arbeitspensum weiß. Das habe ich mir redlich verdient. Außerdem generiert mein Verhalten ja eine Reihe positiver Aspekte, wie ich sie oben beschrieb.

 

Es gibt Reiche, also echt Reiche, die sich diesen Luxus gar nicht erlauben (können). Verpflichtungen stehen an. Termine. Talkshows, Reisen, Termine beim Coiffeur, Nagelmodellage, überhaupt Beauty und so. Ein Muss. Außerdem trifft man sich sicher öfter mal mit dem Broker, dem Anwalt, dem Steuerberater, dem Coach, dem Mediator und dem Bodytrainer. Vor allem Letzterer würde spätestens jetzt sein Veto einlegen. Kontraproduktives Verhalten zu all seinen Bemühungen. Faulenzerei am hellichten Tag. Was soll das, Madam! - Tja, es gibt eben Luxus, der einerseits kostenlos ist und zugleich aber auch nicht käuflich. Das macht ihn so besonders.

 

Ein Glück, dass ich nicht reich bin und mir keinen Personaltrainer leisten kann, nicht zu unterfordernden Talkshows reisen muss und auch mit Börsenheinis und Beautygedöns nichts am Hut habe.

 

Doch, ich bin ein echtes Luxusweibchen, das seine tägliche Lümmelfreiheit genussvoll liebt.

 

PS:

Meine Laune, meine Stimmung ist durchweg hell.

Kein Wunder, ich tu ja auch was dafür!

Tatsächlich jedoch  kann sie eindunkeln, wenn jemand versucht, mich in diesem Luxus zu stören…

 

 

9.11.22

 

Zwischen Überdruss und  Langeweile

 


Mir ist so langweilig, mault da mal wieder jemand in meiner Umgebung. Zum Glück bin ich es nicht selbst. Wenigstens von diesem Leiden bin ich noch nicht befallen. Aber das ist kein Zufall, sondern ein unzufälliges Erkenntnisglück, an dem ich selbst auch gern arbeite.

 

Mir ist nie langweilig, weil meine natürliche Neugier auf alles Mögliche immer noch hellwach ausgerichtet ist. Selbst wenn ich krank bin und Schmerzen habe. Mich interessiert einfach ungemein viel. Deshalb schaue ich, beobachte, lese, höre – und nehme wahr, nehme teil, wo immer mir das möglich ist. Ich habe also trotz der sehr vielen Freizeit immer noch viel zu wenig davon angesichts dessen, was mich alles interessiert.

 

Vielen ergeht es anders. Und das nicht etwa, weil ihnen ein gewisses Maß an Geld fehlt, um interessante Dinge zu realisieren, sondern der Mangel ist ein anderer: Fantasie. Gepaart mit dem Verlust an Lebensfreude, Neugierde, Interesse, Abenteuerlust, Motivation, Sinnesschärfung usw.

 

Spannendes, Schönes, Erholsames oder Aufregendes kann man auch mit wenig oder ohne Geld erleben. Was man dafür braucht, sind halt die hellwachen Sinne, die das Verborgene erspähen und dabei nicht nur ins Staunen kommen, sondern zur Tat motiviert werden. Potenziell ist das jedem Menschen möglich. Doch was hindert Menschen daran, diese Möglichkeiten zu nutzen? Ich vermute dahinter neben oben erwähntem Fantasiemangel vor allem folgende Faktoren:  Bequemlichkeit, Faulheit, Reizüberflutung, Medien-Süchte, dadurch bedingt auch Erschöpfung, die wiederum andere Aktivitäten nicht zulässt oder jede Lust herunterbremst... sieht man einmal von Krankheit oder Depression ab.


Das in Kombination ergibt dann dieses individuelle Giftgebräu, das Unzufriedenheit, Langeweile, Frust oder  gar Einsamkeit hervorbringt.

 


Doch Langeweile kann auch in durchaus gesunder Form erlebt werden. Dann allerdings ist es ein Erholungsfaktor, der uns Kräfte schenkt. Dieses Nichtstun ist dann auch frei von Unbehagen oder Enttäuschung. Hier kann  auch eine bewusste oder noch unbewusste Weisheit die Feder führen, wenn man sein Gefühl oder seine Gedanken mit Ewigkeit und Unsterblichkeit verbindet. Das jedoch dürfte bei den meisten Menschen eher erst selten vorkommen. Doch oft ist  Passivität mit einem gewissen Frust verbunden, der einerseits Zeit für Schönes raubt und andererseits zugleich einen nötigt, die Zeit irgendwie totzuschlagen. Welch ein Frevel angesichts unserer Endlichkeit!

 

Keiner weiß, wie viel Zeit jedem Einzelnen von uns in diesem Leben geschenkt ist und wie kurz es unter Umständen sein kann. Da wir sterblich sind, könnte es uns bei etwas Pech auch jeden Tag ereilen. Warum also diese knappe Ressource so verschwenden?

Oder ist es am Ende auch wieder einmal eine Frage des Bewusstseins, dass nicht reflektiert genug ist und all das gar nicht bedenkt?

 

Wir sollten uns gut überlegen, ob wir unsere Zeit verschlafen und vertrödeln oder ob wir sie mit all unseren Sinnen wunderbar genießen. Faulenzen inbegriffen, wenn es ein vorübergehender Genuss ist.

 

 

 

8.11.2022

 

Raus damit, du Krieger!

 

Also die Sache mit meinem Bunker… Ihr wisst schon! Vorgestern habe ich es euch allen verraten. Ich bin vor einem Atomkrieg bald gesichert. Denn ich habe mir ein tolles Bunkermodell erwählt. Mit allem Pipapo. Nun erfahre ich, dass mein Standort problematisch ist. Hier im eigenen Garten. Nicht gut. Gar nicht gut. Weil… ach, jetzt müsste ich militärstrategisch ausholen. Ich erspare mir das.

 

 

Die schlechte Nachricht kam heute. Denn die wichtigen Milliardäre der Welt, sicher ebenso unschuldig an jedem Atomkrieg wie ich auch, unke ich leise, haben es mal wieder cleverer gemacht. Neuseeland ist der Ort, wo ich hinmüsste. Da haben sie sich alle massenhaft eingekauft, just zum selbigen Zwecke. Auch Peter Thiel. Ja, das Milliardärchen von Paypal, der nicht weiß, wohin mit seinem Geld. Jetzt hatte er endlich ein schönes Fleckchen Erde nahe am Südpol gefunden – und nun ist es schon wieder nichts!

Die neuseeländische Regierung hat es ihm verboten. Also die Untertunnelung von Auenland, Mordor und Bruchtal. So was aber auch. Also auch wieder nur ein Land von Kleinkrämern, die nicht einmal atomwaffenfreie  Maulwurfsuntertunnelungen genehmigen. Man kann sich aber auch so was von anstellen. Dabei wäre es doch schön für die Maoris, soviel Kapital auf ihren schönen Inseln zu beherbergen. Das schafft doch Arbeitsplätze im Luxusambiente. Denn solange es noch nicht knallt, geben sie ihre Penunsen doch dann fröhlich dort aus.

 

Was mag nur der Grund sein, warum man Peter Thiel so verärgert. Ich kann gut verstehen, dass auch er überleben will. Vermutlich hat er bei Musk kein Ticket ins Weltall mehr buchen können? Mir kommt ein Verdacht hoch: Es könnte an seiner Zunge liegen. Denn wir wissen doch alle, was und wie die Maoris ihre Zungen einsetzen. Kämpferisch!  Nämlich in dem sie sie bei allen wichtigen Mutmach-Ritualen rausstrecken und damit den Rest der Welt traumatisieren.

 

Hier musste Thiel vermutlich passen. Es langte einfach nicht. Seine Zunge war nicht schreckenserregend genug, um die Genehmigung zum Bau einer Atombunkeranlage zu erlangen.

 

Gut aber, dass es auch in Neuseeland so etwas wie Mindeststandards in Wehrhaftigkeit gibt.

 

Habe ich dort vielleicht eine Chance?

Ach was! Ich sprach doch von Milliardären und nicht von satirisch angehauchten Kleinrentnerinnen.

7.11.22

 

Angeschmiert und festgeklebt

 

Über Aktionen und Unterlassungen

 

 

Ich kann verstehen, dass sie sich festkleben. Ich kann auch verstehen, dass sie Kunstwerke versauen. Weil: Sie sind die, die zuerst angeschmiert wurden. Nämlich mit einer Zukunft, die extrem für sie werden wird. Da können wir Alten noch so aufstöhnen! In der Sache selbst haben sie recht.


Doch ist es auch gut, ist es sinnvoll, dass sie es tun? Ich fürchte: nein!  Denn natürlich wird das Nebenthema jetzt absichtlich medial zum Hauptthema gemacht. Der Aufreger ist nun nicht mehr die gestohlene Zeit oder der Frevel an der Kunst, sondern nur noch die Aktion als solche, ohne die dahinterstehende Motivation. Und das ist ärgerlich und der Sache nicht dienlich. Dass nun im Zuge der demonstrativen Radikalaktion kürzlich auch noch ein unbeteiligter Mensch ums Leben kam, ist tragisch. Dennoch ist dies nicht die Schuld der Aktivisten, wie auch die Staatsmacht feststellen musste. Doch für viele fühlt es sich so an, als ob sie eben doch zumindest eine moralische Schuld trügen. Doch den Rest der Geschichte kennen wir nun auch von allen Seiten.

 

Was ist das Problem? Die, die jetzt an den entscheidenden Hebeln der Macht sitzen, brauchen diese vermutlich sehr schwierige Zukunft selbst nicht mehr erleben. Im Gegenteil, die meisten von ihnen, oder doch schon ziemlich viele, sind in einem Alter, wo sie den fantastischen Wohlstand über Jahrzehnte, fast ihr ganzes Leben lang volle Pulle und sehr unbeschwert genießen konnten. Und  ihre eigenen letzten wenigen Jahre/Jahrzehnte wirds noch nicht so ganz schlimm kommen.

 

Wer aber jetzt jung ist, gar ein Kind, hat alle Gründe die Sache völlig anders zu sehen. Und zwar deshalb radikal anders, weil es an die Wurzel (Radix) ihres Seins geht. Da geht es dann nicht um einen toten Menschen (jeder ist schon einer zuviel!), sondern gleich um das Überleben der ganzen Menschheit. Jeder, der heute nur halbwegs informiert ist, weiß, dass dies kein apokalyptisches Hirngespinst ist, sondern von zahlreichen Wissenschaftlern in aller Welt bestätigt wird. 1,5 Grad sind quasi schon deshalb bereits gerissen, weil 1,2 Grad global bereits davon heute schon erreicht sind, in vielen Gebieten aber schon 2 plus. Man wird schneller als man das beabsichtigt, bald das 2 Grad Ziel als globale Messlatte ausrufen müssen.


Was das aber konkret heißt, welche immensen Flüchtlingswellen ins geographisch halbwegs günstig gelegene Europa strömen werden, weil auch sie nur überleben wollen, wissen diese Verantwortlichen sehr wohl - aber wollen es so doch bitte nicht öffentlich diskutieren! Die Jugendlichen aber schon mitsamt der Frage, wie das zu schaffen ist. Sollen wir da wieder Frau Merkel fragen? Immerhin beschäftigt sie noch 9 Menschen in ihrem Berliner Büro, die es gewiss ebenfalls wissen!   Das wird tabuisiert, obschon es kein Geheimnis ist. Doch wir wissen: Die Trägheit aller politischen und gesellschaftlichen Systeme ist desaströs gefährlich - die rasante Dynamik des Wechsels beim Klima ebenfalls.

 

Doch zurück zu den Aktionen. Autos bilden Schlangen. Sie haben sich schon wieder festgeklebt. Die Typen von der "letzten Generation". Das stört. Denn Zeit haben wir niemals. Wir brauchen Wachstum, damit der Kapitalismus nicht stirbt. Da will keiner will im Stau stehen. Ich auch nicht. Also ist es eine "böse" Aktion, die keinem Freunde bringt. Dafür sorgt auch die Presse ganz zuverlässig. Dabei ist es ein lächerliches Problem angesichts der Probleme, die wir der Zukunft unserer Kinder bescheren und womit sie sich dann herumschlagen müssen.

 

Sie wollen doch nur gehört werden. Werden sie? Tja... schon! Aber gehört werden reicht ja eben nicht aus, wenn nicht global Taten folgen, die noch etwas bewirken können. Da liegt der Hase im Pfeffer.

 

Und dann die Sache mit den Kunstwerken. Sauereien. Was können die Kunstwerke für den Klimawandel. Oder die Künstler. Oft schon lange tot. Nichts. Und warum das Ganze? Um Aufmerksamkeit zu bekommen, die man friedlich eben nicht bekommt. Friedlich wird schon lange versucht. Ja, ja, friedlich darf man alles. Man wird gehört und nichts (oder viel zu wenig und zu spät) passiert.

 

Also ist das mit den Kunstwerken gut? Vermutlich nicht. Denn wie auch mit den Straßenklebereien schafft man sich neue Feinde für ein durch und durch berechtigtes Anliegen. Wieder  die falsche Wahl? Vermutlich schon.

 

Aber was ist denn richtig? Was sollen sie denn - möglichst friedlich aber auch machtvoll zugleich - tun, um nicht nur gehört zu werden, sondern echten Einfluss zu gewinnen, damit das Nötige schneller passiert?

 

Es gibt schon noch ein paar friedliche und zugleich wirksame Dinge, die von der um die Zukunft betrogenen jungen Menschen  nicht probiert sind. Aber die werden vermutlich noch kommen.. Hoffentlich nur nicht zu spät und vor allem global, damit es dann auch zündet.

 

5.11.2022

 

Angst war gestern

 

 

Mein Gott. Angst! Angst vor einem Atomkrieg. Was hab ich mir da bisher nur für unsinnige Gedanken gemacht. Klar, Putin ist nicht zu trauen, wie, sorry mein Vertrauen in Politik grundsätzlich schwerst angekratzt ist. Aber eine Analyse, warum das so ist, würde jetzt zu weit führen. Bleiben wir bei der dummen Angst von gestern! Einem möglichen Atomkrieg.

 

Na und? Es gibt doch Schutzbunker. Also nicht für uns, den Normalo, sondern den dann mehr für die Vips. Aber, aber - gemach, gemach! Auch ich kann mir ja einen bauen. Ich muss nur genug Geld zusammenbekommen. Dann grab ich mir eine eigene Höhle. Und dann bin ich sicher. Dann kann mich die Politik endlich mal für alle Zeiten. Ich bin dann sicher! Sicher! Sicher!

 

Ich hab mich kundig gemacht. Es gibt da wunderschöne Modelle, wo es sich doch gut aushalten lässt. Ich kann ihn mir in Modulbauweise auch selbst konfigurieren. Wie kreativ: Vielleicht hänge ich mir dann auch noch ein Plakat von Banksy rein. Das ist doch gleich dann alles viel freundlicher. Natürlich muss ich meine persönlichen Bedürfnisse gut abwägen. Denn alles kann ich leider nicht mitnehmen. Schade. Aber nun ja, es ist ja auch nur für ca. 2 Millionen Jahre, wo ich ihn bewohnen muss. Dann sind einige der radiaktiven Verseuchungspotenziale ja schon wieder abgebaut. Vielleicht kann ich dann sogar schon Radieschen säen?

 

Hmm.. Aber wie viele Menschen müssen da mit rein? Man hat ja immerhin seinen Clan, der dann Ansprüche stellt. Jeder will gerettet werden, wenn so ein Ding erstmal in Familienbesitz ist. Das wird ein Problem. Am besten verschweige ich es. Ich mache es heimlich. Und wenn mich jemand besuchen kommt und den großen Aushub sieht, dann sage ich wahrheitsgemäß, na ja, fast wahrheitsgemäß, dass wir schon immer Probleme mit Maulwürfen hatten und dem Spuk jetzt mal ein Ende setzen.

 

So ein Bunker ist was Schönes. Ich kann auch darin urlauben, wenn draußen schlechtes Wetter ist. Oder wenn die Fluggesellschaften mal wieder streiken. Oder das Bodenpersonal. Oder die Zapfsäulen von der "letzten Generation" verklebt wurden. Dann gehe ich dorthin. Nehme mir aus meinem Bücherfundus was Spannendes und entspanne wohlig in der Gewissheit... mich wird kein Fallout je berühren!

 

Derweil können die Politiker machen, was sie wollen. Machen sie eh. Glauben sie zumindest. Natürlich machen sie das, was von ihnen erwartet wird. Nein, nicht vom Volk. Denn dann gäbe es keine Kriege mehr. Von anderen. Wie die heißen weiß ich nicht. Aber es gibt sie. Sie tragen keine ALuminiumhüte. Das weiß ich auch.

 

Frischgemüse wird mir fehlen. Aber man kann nicht alles haben. Ich nehme mir Samen mit, die im Dunkeln auch ganz gut keimen. Also Zeugs, das eh in der dunklen Erde wächst. Spargel, Möhren, Knoblauch und so...

 

Sonst aber fehlt mir wenig. Höchstens der Glaube daran, dass mit mir dann auch die richtigen Leute tatsächlich überleben, wenn wir wieder aus unseren Höhlen herauskriechen. Dann finden wir eine Welt wieder, die wir nicht kennen. Vielleicht gibt es dann auch merkwürdig mutierte Tiere. Doch das sind Themen, die mich nicht beschäftigen müssen. Hauptsache, meine Bunkerplanung geht jetzt erst einmal in eine entscheidende Phase.

 

 

 

 

4.11.2022

 

Flutwellen...

Anders.

 

 

Wer jetzt mit nüchternem Blick hier liest, kann vermutlich das Wesentliche nicht erfassen: Meine spontan ganz tiefe Dankbarkeit gegenüber anderen Mitmenschen.

 

Es braucht eine ganz eigene innere Stimmung, um diesem Gefühl so großen Raum in mir zu geben, wie es mich gerade im Moment des Schreibens flutet. Eine Flutwelle ganz anderer Art. Eine gute, die am Ende auch in die Tat kommt.

 

Eine warme Flutwelle voller Gefühl, voller Dank, voller Zuversicht, die mir keineswegs tagtäglich ins Gemüt geschrieben ist angesicht der Tatsachenwelt, in der wir heute leben. Kriege, Brutalität, Kriminalität... ohne Ende. Ich brauch es nicht weiter aufzuzählen, jeder weiß es. Viele, allzuviele aber erleben es, was noch schlimmer ist. Die härtere Stufe nach dem bloßen Wissen darum.

 

Doch immer wieder erfährt man dann von Mitmenschen, die sich von all dem nicht nur nicht unterkriegen lassen, sondern es auf eine Weise ignorieren, die geradezu göttlich ist. Heilig oder heilend in jedem Fall. Denn sie tun (so), als ob die Welt eine gute wäre. Und das ist sie auch in jenen Momenten, wo sie selbst das Gute tun. Und zwar nicht hin und wieder, sondern über Wochen, Monate, Jahre. Manche vielleicht sogar lebenslang. Sie opfern sich auf und empfinden dies nicht einmal, weil es für sie eine Selbstverständlichkeit ist.

 

Sie sind die mit dem andern Blick, mit dem anderen Tun. Sie sind stille Helden, sind nicht auf Ehrungen aus, sondern tun, weil es richtig ist. Sie tun es auf Straßen, in Kriegen, in Heimen, in der Natur, für die Kinder, Behinderten, Alten, Versehrten. Sie tun es weltweit und lassen den Rest der Welt staunen.

 

Doch staunt der Rest der Welt? Meist eher nicht. Hin und wieder wird ein Blick auf jene unverzichtbare Menschengruppe geworfen, die man dem Ehrenamt zuordnet. Hin und wieder gibt es darüber dann auch mal einen Bericht in einer Lokalzeitung. Oder auch, wenn potent und sichtbar genug, hier und da in den globalen Gazetten. Kurz erwähnt, Nebenmeldung, wieder vergessen. Nur für einen Moment wichtig. Und wieder vergessen! Das macht keine Schlagzeilen, die Auflagen verspricht.

 

Aber das macht ihnen nichts aus. Sie tun weiter, was sie tun müssen. Vorher, nachher, irgendwie immer. Und immer wachsen auch Menschen nach. Erstaunlich. Kürzlich erst sah ich einen Beitrag über ein Hundehospiz. Hmm.. dachte ich. Hunde. Hospiz... Dann sah ich uralte, sabbernde, hinkende, blinde, totkranke Hunde, die keiner mehr haben wollte. Um die sich niemand kümmert. Unschön. Die Dame, die sich rührend dieser gottverlassenen Kreaturen annahm,  kümmerte es nicht, dass es die anderen, die Vorbesitzer nicht kümmert. Es reicht ihr, dass sie selbst es tut. Unter erschwerten Bedingungen und viel zu wenig Zuwendungen. Nur ein Beispiel von zahllosen anderen.

 

Sich um das Gute, das Schöne zu kümmern, kann auch schon anstrengend sein. Wie aber erst recht um all das und diejenigen, die in Elend, Krankheiten, Schmutz, Trostlosigkeit und Erbärmlichkeit ihr eigenes Leben fristen. Ihnen werden manchmal menschliche Engel geschickt.

 

Zeit, wenigstens Geld zu spenden, wenn man schon selbst sich nicht für diese Art von Aufgabe berufen fühlt!

 

Nehmen wir diese stillen Helden also ernst, wahr:  Die, die der Flut des Elends durch die Flut ihrer tätigen Liebe Hoffnung und Zuversicht einhauchen!

3.11.212

 

Energie-Diebstahl

 

So etwas wird es in Zukunft vermutlich vermehrt geben. Strom, Gas, Benzin, vielleicht sogar noch Kerzen und Zündhölzer. Aber davon spreche ich nicht. Ich spreche von der Lebensenergie, die man uns allen stiehlt, wenn man jemanden ohne Not langweilt. Wenn man ihn irgendwie in soziale Geiselhaft nimmt, ihn nötigt, bestimmte Sachen zu lesen oder Links aufzurufen, die längst bekannt  oder schlecht recherchiert sind, falsch, unzureichend... oder oder oder.

 

Damit stiehlt man Zeit, Nerven, Kraft, Energie. Und sollten meine Beiträge auf dieser Seite auch dazu gehören, dann kann ich nur sagen: Finger weg von meiner Homepage! Es wäre geradezu unverantwortlicher Blödsinn, hier auch nur eine Sekunde Zeit seines eigenen begrenzten Lebens zu verbringen.

 

Muss es denn immer gleich was Neues sein? - Nein. Aber wenn schon der Reiz des Neuen fehlt, dann sollte man dennoch entweder lachen können, staunen, sich erfreuen, schmunzeln oder ein solch gerütteltes Maß an Empörung empfinden, dass daraus schon wieder eine neue Tat werden kann, die eine Situation zum Besseren ändert.

 

Mit anderen Worten: Es sollte Sinn machen, wenn man liest, hört, schläft, faulenzt, protestiert, isst oder Winterreifen wechselt. Sinn liegt in allem was gut tut, einem selbst, einem anderen,  einer Sache, der Gemeinschaft, der Gesundheit, der Freude usw. usw. dient.  Ist das aber nicht immer so? Nein. Ich kenne viele Fälle, die auch mir selbst schon passiert sind, wo nichts von alledem zutraf und ich mich auf Geheiß oder Wunsch eines Dritten mit etwas beschäftigte, dass mir anschließend die Haare zu Berge stehen ließ, weil: Unsinnig bis in den Kern. Langweilig, nervtötend... was man aber alles erst konstatieren kann, wenn man den Prozess durchläuft. Man kann es ja nicht von vornherein immer wissen!

 

Gut, das kann der andere ja nicht immer wissen, wo wir mit unserem eigenen Informationsniveau stehen. Deshalb sei ihm verziehen. Er meinte es nur gut, wollte dies oder das, Zustimmung oder Meinung oder auch einfach nur etwas weitergeben, weil er gern was weitergibt und sich dabei wichtig vorkommt, dass er das kann. Ein toller Akteur. Ein blinder Akteur mit hyperkinetischem Akteurverhalten. Ein wichtigtuerischer, gutmeinender Nervtöter.

 

Die schlimmste Sorte Akteure sind jene, die ungeprüft etwas weitergeben. Da platzt mir oft der Kragen. Sie fahren auf spannende Überschriften ab, lassen sich vom Oberflächenschein beeindrucken, ohne den Inhalt tatsächlich auch zu kennen. Sie reagieren auf Reizworte, die sie hochinteressant finden - und sind zu faul, es zu prüfen. Das würde ja Zeit und Nerven kosten. Die sollen bitte die Leser aufbringen, nicht man selbst! Aber weitergeben! Das muss sofort sein.... und damit anderen Zeit stehlen, weil diese wiederum ja - wie beispielsweise ich - höfliche Menschen sind, die eigentlich auch gern  reagieren, Rückmeldung geben, analysieren. Immer in der Hoffnung: Das lohnt sich ja eventuell!?

 

Schluss damit! Zuviel des Gutgemeinten, dass überhaupt nicht gut war oder ist. Ungeprüftes zu senden ist in Zeiten inflationärer Melde-Lawinen incl. dem Fakemüll eine der großen modernen Sünden. Wer beichtet sie wem? Keiner. Niemandem. Denn das Problem ist, dass man sich dieses Problems als Akteur des ungeprüften Weitergebens nicht einmal im Ansatz bewusst ist. Man wird nicht einmal dafür bestraft. Ungerecht.


 

 

 

 

 

2.11.2022

 

Teiles des Hamburger Hafens an die Chinesen - Der 24,9 % Anteil ist nicht so harmlos, wie er klingt - Man muss schon desinformiert sein, um das harmlos zu finden, weil ein unglaublich großes Mitsprache- und damit Gestaltungsrecht an die Chinesen übergeht - alle Ministerien protestieren, aber Scholz erzwingt es - Wieso eigentlich? - Neue Verstrickungen wie in der Warburg-Bank-Affäre - Wollen wir es gar nicht mehr so genau wissen, weil alle eh nur noch mit Milliarden um sich schmeißen?... Milliarden sind die neuen Millionen geworden, noch bevor die Inflation richtig los ging. Na denn, Prost! - Keiner blickt mehr durch, aber es wird getan.

 

Dafür wird an anderer Stelle nichts bis wenig getan. Aufzählung sprengt den Rahmen. Wer sich informiert hat, dem drohen jetzt Kopfschmerzen. Es sei denn, die Gleichgültigkeitspille wirkt. Dann Glück gehabt. Also mit den Kopfschmerzen. Mit dem Rest nicht, denn dafür zahlen wir alle. Früher oder später. Wie immer.

 

Meine Schmerzen. Oh. Nein. Darüber heute nichts. Sie kleben zuverlässig an mir. Wie Pattex. Ich hoffe, es ist kein dauerhafter Sekundenkleber höchster Qualität, sondern löst sich irgendwann ab.

 

 

29.10.22

 

Hierüber wird noch oft zu sprechen und lesen sein:

 

Die neue Bescheidenheit.

 

Täglich werden wir vorgewarnt:

Aus mit dem gewohnten Konsum, der immer schon Luxus war. Ja. Wissen wir.

Blackout steht euch bevor. Ja. Wissen wir.

Seid ihr auch vorbereitet?

Hach, worauf denn? Auf 1-2 Tage oder 3... das würden die meisten wohl stemmen können, sofern sie sich nicht gerade in Lebensgefahr befinden.

Eine Woche? Da wird es für die meisten schon eng. Weniger wegen der Lebensmittel, sondern mehr wegen der Angst, dem Chaos und dem Gesamtzusammenbruch einer Infrastruktur, die dann nicht einmal mehr unseren brav angeschafften Generatoren  Benzin hergibt.

 

Plünderungen, der Mob... wann würde das beginnen? Am Tag 3 oder 5 oder 7... Aber immerhin wissen jetzt auch die Letzten, dass dieses Szenario einsetzen könnte.  Es wird ja täglich ein mögliches Chaos vorgebetet... was vor Jahren nur eine äußerst spannende Romanvorlage war (Blackout). Nun ja, Literatur und Filmindustrie waren der Zukunft schon oft in der Gegenwart gründlich auf der Spur und haben seherische Fähigkeiten.

 

Gut, wenn man in diesen Zeiten keinen Arzt braucht, nicht Auto fahren muss, den Grill im eigenen Garten anschmeissen kann und sich auf seine Notvorräte ein paar Tage in Ruhe zurückziehen kann.

 

In Ruhe?... Tja... nach einer solchen Erfahrung hätten wir alle schon wieder eine neue Zeitenwende erlebt. Eine, die dann auch handfest gefühlt wurde, für manch einen traumatisierend. Dann wissen wir,  wie es sich anfühlt, in einer Ohnmachtssituation auf sich selbst gestellt zu sein.

 

Möge uns das allen erspart bleiben.

Es ist auch schon so schwierig genug.

 

 

 

 

 

 

 

 

28.10.22

 

Neue Betäubung wirkt.

Doch Betäubung ist keine Heilung.

Ein erträglicher Schmerz mahnt weiter: Täusch dich nicht!

 

Deshalb weiß ich nicht, wie es mir tatsächlich geht.

Vorübergehend ist es aber wohl wichtig,

obschon es sich nicht richtig anfühlt... kein Wunder!

 

Aber ein Wunder wäre willkommen.

Manchmal passieren sie ja...

 

 

Die gegenseitigen und propylaktisch in den kollektiven Gedächtsnisraum eingetrichteren Behauptungen, der jeweils andere würde an einer "schmutzigen" Bombe arbeiten, beschäftigen mich daneben auch sehr. -

 

Wobei die Bezeichung "schmutzig" geradezu kriminell verharmlosend ist. Wer hat diesen irren Begriff dafür geprägt... und sind die anderen tödlichen Bomben etwa "sauber", nur weil die "schmutzige" noch verheerender ist. Der politisch-militärische Sprechapparat scheint mir auch behandlungsbedürftig.

 

 

 

Werden wir eigentlich früher oder später alle einmal  darin getestet, wie es sich anfühlt, etwas nicht zu können, was man doch so gut kann und zugleich gern tut?

Lahmgelegt!

 

Ein merkwürdiges Erleben, dass in sich widersprüchlich scheint und dennoch einer geheimen Ordnung angehört. Man hat es auszuhalten, besser aber: zu meistern.  - 27-10-22

 

 

Rückfall.

Pause.

 

26.10.22

25.10.22

 

Drehen und trudeln

 

 

Liest man hier ein wenig mit, könnte man den Eindruck gewinnen, meine kleine eigene Welt drehe sich nur noch um mich selbst.

 

Dieser Eindruck ist falsch! Zugleich ist verständlich, wenn es sich auf den ersten Blick so liest.

 

Ich bin nach wie vor sehr stark mit all den anderen Problemen des Lebens, der Gesellschaft, des Seins und der Zukunft beschäftigt, aber finde derzeit noch nicht die Kraft, darüber länger zu schreiben.

 

Das wird aber wieder!

Es wird also kein dauerhaftes Getrudele und Gedrehe um meine eigene Befindlichkeit.

 

Zugleich gilt: Leider sehe ich bin Bezug auf alles Leben außerhalb meiner Selbst auch nicht so rosig, dass es derzeit Freude machen würde, darüber zu schreiben. Leider.

 

Meine Ausschau nach Positivem? Ja. Geschieht immer noch. Aber das Gleichgewicht ist massiv gestört.

24.10.22

 

Sisyphos

 

Er war ein Sohn des Aiolos, König in Korinth und  zeichnete sich durch große Weisheit aus.

 

 

 

Ich bin keine Königstochter und das mit der Weisheit würde ich eher als durchschnittlich bezeichnen. Darin also unterscheiden wir uns schon einmal.

 

Bekannt ist er vor allem auch als Schalk, gerissenes Schlitzohr und Urbild des Menschen und Götter verachtenden „Frevlers“, dem es durch skrupellose Schlauheit mehrfach gelingt, trickreich den Tod zu überlisten und den Zustrom zum Hades zu sperren, indem er den Todesgott Thanatos fesselt.

 

Auch diese Fähigkeit, Begabung und Erfahrung hat er mir voraus, wobei ich dem Schalk schon positiv zugeneigt bin.

 

Thanatos wird befreit und Sisyphos bestraft.

 

Mich bestraft niemand. Immerhin fessele ich ja auch keine mythologischen Götter. Aber nun beginnt die Gemeinsamkeit. Nämlich die Sisyphos-Arbeit:

 

Er muss zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt.

 

Wird es für mich mit meinen Bemühungen, nach nun erster vorsichtiger  Besserung, etwa auch eine ertraglose Schwerstarbeit ohne Ende? - Nein, ich glaube es (noch) nicht. Aber es fühlt sich gerade so an. Bitterkeit will sich einschleichen. Aber nein! Hier knalle ich die Tür noch einmal heftig zu.

 

So, wie Sisyphos,  fühle ich mich derzeit mit meinen scheinbaren Fortschritten, die sich nun schon wieder ins  dunkle Tal hinabbewegen. So wie der Fels des Sisyphos. Nur ist mein Fels meine Genesung.

 

Nach Camus wurde der Mythos des Sisyphos zu einer Leitfigur der Philosophie des Absurden. Verständlich.

 

Doch möchte ich selbst bitte nicht in diesen Fängen der Absurdität hängen bleiben.

Morgen ein neuer Versuch... in eine vielleicht andere Richtung. Ich hoffe, der Berg stellt sich auf den Kopf!

 

 

 

22.10.22

 

Der Elefant: Mein Schmerz

Das Rad: Mein Körper

Das Seil: Meine Gesundheit

 

Mein Ich: Rad, Elefant, Seil - über der blühenden Sonnenblumenwiese meines Lebens

 

Noch fährt der Elefant.

Er bestimmt das Gewicht der Last.

Noch hat das Seil Dellen, wo es doch stramm sein sollte.

Da fehlt also noch einiges, bis Harmonie erreicht ist.

Aber das Rad trägt das Schwergewicht.

Wie lastend auch immer.

Und es fährt.

Rumpelig, instabil, kippelig, unsicher, fragwürdig wankend.

Aber es fährt.

Immerhin ist es schon auf der Mitte des Weges.

 

Ob es die Strecke schafft?

Es ist noch nicht ausgemacht.

Dennoch: Die Sonne scheint

und die Erde geht blühend weiter ihren Gang.

 

Mit mir oder... ohne mich.

 

 

21.10.2022

 

Im Zweifel für den .... Zweifel

 

Je mehr man gezwungen ist, etwas an und bei sich selbst differenziert wahrzunehmen, umso heftiger werden zugleich die Zweifel an der eigenen Wirklichkeit. Den geht es, mal wieder, um so feine Nuancen der Eigenwahrnehmung, die unsere Sprache nicht zu vermitteln weiß. Wie auch, wenn es sich dabei um ganz subjektive Erlebnisse handelt, die auf niemanden zu übertragen sind, wie z.b. Glück, Schmerz, Wut, Zuversicht und was es sonst noch so alles im endlosen Universum unserer eigenen Erlebniswelt gibt.

 

Bei mir ist dies im Moment der Zweifel... am Zweifel über die leise Veränderung des chronischen Zustandes. Ich trage das Gefühl einer ersten Besserung in mir. Diese jedoch ist so zart, so wackelig, so unberechenbar, dass es ganz leicht sein kann, dass es in den nächsten Stunden, ach was schreibe ich, Minuten schon wieder kippen könnte. Feinste Nuancen eines sich zurückziehenden Schmerzes, allerdings unrhythmisch, noch zeitgebunden, völlig unkalkulierbar - und deshalb alles in allem so fragwürdig.

 

Vergleichen kann ich es lediglich mit jenen vorherigen - nun vielen Wochen langen - Zuständen, die diese Nuancen nicht aufwiesen, sondern allein in der Dunkelkammer des ganz zuverlässigen Schmerzes verblieben. So stark, so klar, so unbarmherzig, dass es über jeden Zweifel erhaben schien. Und nun wackelt dieses Gerüst. Gott sei Dank! Wenigstens schon einmal das. Das sind erste Lichtblicke, die mich hoffen lassen, dass da etwas passiert. Im Schneckentempo. Unter Umständen auch mit zwei Schritten vor und einem zurück... Oder drei Schritten vor und gleich vier zurück. Diese Art von Arithmetik würde jeden Mathematiker in den Wahn treiben. Mir schenkt er Hoffnung. Weil ich ja anders zähle, zählen muss, da meine Welt auf den Kopf gestellt ist.

 

Auf den Kopf gestellt. Damit kann man was anfangen. Das Hirn wird heftiger durchblutet. Der Blickwinkel verändert sich. Aber das ist jetzt nur mal eine vorsichtige Momentaufnahme. Vielleicht schreibe ich morgen vom Gegenteil. Oder gar nicht. Es bleibt unberechenbar. Damit auch mein Tun... und Lassen.

 

 

15.09.2022

 

Schluss!

Ende!

Aus!

 

Für immer? Nee, vermutlich nicht. Für wie lange? Keine Ahnung. Eine Woche, zehn Tage, zehn Wochen - ich weiß es noch nicht.

 

Nicht immer ist es der Geist, der in meinem Fall die Vorgaben macht, sondern schlicht und einfach der Körper, die Gesundheit und die vielen anderen drängelnden Dinge, sich selbst zur Priorität in mir selbst erklären. Ich habe dann zu vermitteln, weil die Streiterei um Lust und Pflicht eine lästige Sache ist. Denn Lust zum Schreiben habe ich Tag und Nacht. Und das ist schon ein Teil meines Dilemmas.

 

Im Zusammenhang mit meiner viel zu vielen Sitzerei - aufgrund meiner Schreiberei - ist es jedoch der Körper, der endlich und zu spät ein definitives Stopp! mir in meine eigene Vernunft hinein brüllt. Weit über 500 Aufsätze in nicht einmal 1,5 Jahren habe ich - neben meinen vielen anderen Schreibereien - alleine hier in den letzten 16 Monaten geschrieben. All das schaufelt meine sehr begrenzten Zeiteinheiten in seinen begierigen Rachen. Doch so viele andere Dinge warten noch auf mich. Und dabei spreche ich nicht einmal von den mittlerweile 6 inhaltlich fertigen Manuskripten, die für die nächsten Bücher gedacht waren. Aber auch diese brauchen noch eine aufwändige Korrekturarbeit - und auch das ist derzeit nicht drin. Vermutlich gehören sie, leider, leider, auch einmal zu den ungehobenen Schätzen, die nicht mehr das Licht der Welt, respektive der Leser-Augen erblicken und sich dort spiegeln könnten. So ist es nun mal. Zu viel von allem in zu kurzer intensiver Zeit. Das Leben ist für all das viel zu kurz.

 

Jetzt also doch ein vorübergehender kleiner Abschied von der hier gewohnten Regelmäßigkeit. Nicht vom Schreiben generell, jedoch vom fast täglichen Rhythmus, dem ich hier nun länger frönte. An Regentagen, Ruhetagen oder an Tagen unerwarteten inneren Drängens bin ich hier wieder bei Fuß, äußere mich, schreibe drauf los. Doch diesen selbsterzeugten Druck des täglichen Schreiben-Wollens lasse ich jetzt erst einmal hinter mir. Vielleicht lebe ich dann ja eine Woche länger am Ende :-)

 

Ciao, Ciao --- auf Irgendwann in diesem kleinen privaten Multiversum!

 

P.S.

1. Für die Home-Seite gilt das alles hier eher nicht, weil ich dort aus meinem bereits erarbeiteten Fundus schöpfe, was wenig zeitlicher Aufwand ist.

2. Ich werde gelegentlich neue Kurz-Texte  unter diesen Beitrag setzen. Kann ich wieder regelmäßig längere Texte schreiben, finden sie sich wie gewohnt oben wieder.

 

Insofern für Interessierte: Runterscrollen, wer Neues lesen will!

 

 

 

 

4.10.22

 

Es gibt viele Arten des Schmerzes. Auch der Schmerzempfindung, der Gründe, der Genese... auch der Genesung, wenn und wann es dann wieder einmal gut wird.

 

Schmerzen sind Prüfungen. Auch für sie gilt das Obige. Worin, woran, wozu werden Menschen im Schmerz geprüft? Von wem oder was? Vom Schicksal?

 

Die Antworten fallen individuell so unterschiedlich aus, wie Schmerzen schwach, stark oder unerträglich sein können.

 

Ich werde gerade am Unerträglichen geprüft.

Deshalb immer noch keine längeren und häufigeren Texte von mir... bis auf Weiteres

13.9.2022

 

Peng! Hexenschuss!

 

Das Bild bringt es auf den Punkt, wie ich mich seit einiger Zeit fühle: zerschossen, zerborsten... kaputt ... desolat, krank, weil ständg die  Schmerzen so schmerzen. Doch hiermit auch jetzt direkt wieder Schluss mit dieser elendigen Jammerei. Ich mag das nicht. Aber: deshalb auch weniger Textmengen als sonst. Weil: Schreiben bedingt Sitzen, was wiederum dem späteren Liegen (zum Beispiel zum Schlafen) als unmögliche Zumutung erscheint. Ich bekomm es seit Juli trotz der Therapien einfach nicht los. Es hat mich im Griff, während mein Griff versagt!

 

Ich bin nun mitten in der Nacht auf der Suche nach neuen Tipps, mit welchen Übungen es sonst noch irgend verbessert werden könnte. Auch dieses Muskelentspannungstablettenzeugs bringt nur für Stunden Erleichterung, ebenso wie die manuellen Therapien. Dann ist wieder alles beim Alten. O jemine!

 

Und was mach ich jetzt? Tapfer zwischen den Hexenschuss-Übungen lesen. Dumm im Bett lungern nützt ja auch niemandem etwas, wenn man eh nicht schlafen kann.  Wenigstens ist aber das Lesen interessant, obschon ich so müde bin.

 

Ich lese unter anderem gerade  über den Basiskommunismus indigener Völker in den North-West Woodlands in Kanada. Es ist hochinteressant, wie diese "Wilden" uns Europäer bereits im 18. Jahrundert als die wahren Wilden  entlarvten argumentativ scharfsinnig entlarvten und verdammt gute Beweise und Argumentationen dafür anführten.

 

Dabei geht es nicht nur um die Frage von Ungleichheit-Gleichheit, reich-arm, Belohnung-Bestrafung, Gesellschaftssysteme, spirituelle Vorstellungen, sondern vor allem aber auch die Freiheit, niemandem zu gehorchen als nur sich selbst. Das funktioniert nur bei hoch entwickeltem Bewusstsein. Es zeigt schmerzlich auf, dass wir bei unseren Gesellschaftsexperimenten als Menschheit in Teilen schon einmal viel weiter waren als die heutige Barbarei unserer modernen Gesellschaft. Ja, wir sind mit unseren Vorstellungen und de facto Gesetzen, Vorschriften, Übereinkünften und Verordnungen noch so weit von vielen (nicht allen!) sogenannten wilden Völkern qualitativ entfernt, dass uns ständig die Schamesröte übers Antlitz leuchten müsste. Damit sollten wir die demnächst immer dunkler werdenden Städten erhellen: Mit unserem Versagen auf so vielen Ebenen. Aber es ist tröstlich zu wissen, dass die Menschheit offenbar nicht in fantasieloser Dystopie in Zukunft versinken muss, wenn sie immerhin schon einmal weiter war und sich vielleicht auf so manches davon wieder besinnt.

 

Das mit meinem Hexenschuss jedoch ist ein anderes Thema. Und meine viele Schreiberei ist daran überhaupt nicht unschuldig. Was heißt meine Schreiberei: Nein, ich bin es selbst, die gerade über sich Gericht sitzt und dabei nicht gut wegkommt. Das nur der Wahrheit halber...

 

Deshalb auch gleich: Wenn es in meiner doch ziemlich zuverlässigen Regelmäßigkeit hin und wieder zu- oder auch unzuverlässige Unregelmäßigkeiten gibt, leide ich gerade so vor mich hin, dass ich eben nicht schreiben, sondern nur denken kann... Mit anderen Worten: Ich stehe mit mir selbst im Stau!

8.9.2022

 

Reset

Zurück auf Null -

im Kopf 

 

 

Nachdem ich mich jetzt einige Wochen mit den drohenden Dystopien auseinandersetzte, wird es Zeit, thematisch die Seiten zu wechseln. Zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft besser gestalten zu können.

 

Wer die Zukunft schon in der Gegenwart verändern will, sollte sich mit der Vergangenheit auch deshalb gut auskennen, um zu begreifen, was und ab wann etwas warum schiefgelaufen ist. Es dient, mit etwas Glück, der nächsten Fehlervermeidung.

Dazu verhilft mir ein neues Werk, ebenfalls fast 700 Seiten schwer und von Fachseite hochgelobt ob seiner wissenschaftlich ethnographisch, archäologisch und anthropologisch versierten Aufarbeitung: "Anfänge" von Graeber/Wengrow – Ein Sachbuch, erschienen bei Klett-Cotta. Auch das wird mich nun einige Wochen beschäftigen und dann werde ich nochmals zu RCE zurückkehren – aus anderem Blickwinkel. Ob mit einer anderen Bilanz für mich selbst, ist noch offen.

 

Es sind viele Fragen zu stellen. Als erste bewegt mich die Frage der Ungleichheit.

 

Welcher denn, wäre zu differenzieren. Denn natürlich sind wir alle ungleich, von genetischen Anlagen bis zu den charakterlichen Ausformungen. Von Statur, Gesellschaft, Religion, Prägung, Einfluss und so weiter… Ungleich ohne Ende. Vom Standpunkt des Individuellen geht es gar nicht anders. Aber was ist mit der rechtlichen Ungleichheit, die so oft ja auch die Ungerechtigkeit mit im Gepäck trägt? Sind beispielsweise in Demokratien alle Menschen gleich? Vor dem Gesetz wie auch nach Gesetz sollte es so sein. Doch dass die Wirklichkeit völlig anders aussieht, weiß jeder, der Gerichtsurteile verfolgt. Wie oft werden Kleinkriminelle verhältnismäßig hart bestraft, wie oft gehen Großkriminelle unglaublich sanft aus ihrem Verbrechertum heraus, um gleich wieder neue Sauereien zu begehen. Und so weiter… wissen wir doch alles.

 

Lassen wir die etwas komplizierten wissenschaftlichen Betrachtungen von Gini-Koeffizienten oder Dysfunktions-schwellen usw. heraus und hinterfragen das, was wir alle verstehen: Ist es sinnvoll, wegen all der Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die vor allem auf dem entscheidenden Bereich des Steueraufkommens herrscht, den Kapitalismus abzuschaffen?

 

Mit was überwindet man tatsächlich die Ungleichheit unter den Menschen, den Völkern, Nationen und Erdteilen so, dass dennoch ein komplexes Sozialsystem existieren und funktionieren kann?

 

Staatsgebilde, wo es um Abermillionen – und in der Masse bald 8 Milliarden – Menschen geht, haben völlig andere Voraussetzungen als jene überschaubar kleinen Gruppen, in denen die Urzeitmenschen lebten. Damals waren, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, wohl die meisten Menschen tatsächlich "gleichwertig" im Sinne der Gemeinschaft, wenn auch niemals gleichartig in Bezug auf die Persönlichkeit. Doch das änderte sich, nachdem die Gruppen größer wurden, zu Dörfern, Städten, Völkerschaften. Da mussten Strukturen her, die Führung brauchten. Führung braucht auch Führer ab einer bestimmten Größe. Allein schon aus organisatorischen Gründen. Aus Gründen der Machbarkeit.

 

Eine egalitäre Gesellschaft müsste sich also eigentlich wieder in Kleingruppen aufspalten, wenn wir diese neu beleben wollten. Lokal leben statt durch Globalisierung das Elend vergrößern - das ist das Zauberwort für viele, die wieder auf kleine, überschaubare, selbstverwaltete Gemeinschaften hoffen und damit experimentieren. Doch kann das eine Lösung für alle sein?

 

Vermutlich nicht. Weil: In diesen erst noch freiwilligen, experimentierenden Gruppen finden sich nur jene Menschen zusammen, die schon ein gereifteres Bewusstsein für neue Formen des Daseins haben und die Notwendigkeit dringender Reformen auch dann einsehen und mittragen, wenn sie persönlich zurückstecken müssen. 

 

Sie haben verstanden, warum das Alte nicht mehr das Wahre ist und das wahre Neue erst durch Menschen neu erschaffen werden muss. Sprich, die Homogenität solcher Gruppen entspricht nicht der Homogenität der Massen, dessen Bewusstsein noch völlig anders ausgerichtet ist.

 

Was ich hier schreibe, sind meine eigenen Gedanken. Teils impulsiert vom oben erwähnten Buch, überwiegend jedoch aus meiner subjektiven Sichtweise, die ich mir selbst beim Lesen erarbeite und auch überarbeite. Was aus dem Buch zitiert wird, wird entsprechend sauber gekennzeichnet.

 

Ich bin gespannt, ob das Autoren-Duo darauf eine Antwort findet, die mich selbst überzeugt. Denn viele wünschenswerte Utopien, die sich famos lesen, scheitern doch immer wieder neu am kollektiven Bewusstseinsstand, der erst einmal erreicht werden muss, wenn alles auch zukunftsfähig und tragbar sein soll. Dazu braucht es Wissen und Verständnis der Zusammenhänge, mehr denn je, weil die Welt immer komplexer wurde.

 

Ich werde weiter darüber berichten… aus eigener, aus fremder Sicht.

 

 

 

7.9.2022

 

Neofeudalismus

 

Eigentlich hofften wir doch alle, dass wir den Schrecken des Feudalismus für alle Zeit hinter uns gelassen haben. Dass wir jenem Zustand mit Vernunft und Verstand entwachsen sind, wo Feudalherren über das Leben und Sein ihrer "Untergebenen" herrschten – und sie damit vor allem auch beherrschten und wie Zitronen ausquetschten. Einfach, weil sie es konnten.

 

Doch immer häufiger taucht der Begriff des Neofeudalismus auf, der leider nicht ganz umsonst die Runde macht und sich mehr und mehr in der Wirklichkeit selbst zu etablieren scheint. Nicht in  alter barocker Form – obschon es auch heute noch prachtvoll ausgestattete Monarchien mit (etwas) Macht, aber mehr noch mit  ziemlich viel Reichtum gibt –, sondern in einer modern gewandelten Form, die ebenfalls durchaus zum Erschrecken taugt. Denn Auspressung und Erpressung finden weiter statt. Nur anders.

 

Erschrecken worüber? Über neue Formen der Unfreiheit und Ungleichheit, die ganz anders daherkommen, als die, die wir schon seit Jahrhunderten, nein, seit ein paar Jahrtausenden kannten. Im alten feudalistischen System arbeiteten viele Menschen, um wenigen einen sehr großzügigen Reichtum zu ermöglichen. Im Neofeudalismus ist es kaum anders. Doch die Feudalherren kommen anders daher. Modern, oft unerkannt, manchmal volksnah, nicht selten spendabel  mit großzügigen Spenden für wohltätige Zwecke, Kunst oder Bildung. Nicht wenige auch mit einem schnellen Du auf der Lippe, das suggeriert: Ich gehöre zu euch, der Masse. Ich bin wie du.

 

Pustekuchen! Fake…

 

Geschickt und wirksam oftmals ihr Auftreten. Die neuen "Monarchen" in Jeans und Sneakers, wenn's denn sein muss. Superreiche. Leger und mit allen Wassern gewaschen.

 

Irgendwann gab es gegen den alten Feudalismus der Ausbeutung Aufstände, Revolutionen, neue Gesetze. Alle legitimierte Ungleichheit wurde (scheinbar) abgeschafft.  Aber die Herren des Geldes sind pfiffig. Das, was man ihnen wegnahmt, holten sie sich wieder herein. Legal, illegal…. Sch…egal. Da gab und gibt es Tricks ohne Ende. Man braucht nur findige Berater, ein paar Konten in Steuerparadiesen wie Panama, Cayman Islands und co., von denen es genügend gibt… Halt Geld genug sollte man haben, damit sich das Ganze lohnt, um dort auch mitspielen zu können.

 

Die neuen Herrscher sind die großen Globalisten, gewiefte Börsenspekulanten, das Großkapital, dass in jeder Krise mehr und mehr dazu verdient. Egal, ob es sich um Kriege, Naturkatastrophen oder was auch immer handelt. Sie gewinnen. Immer. Die anderen verlieren. Immer. Und das immer schneller und öfter. Aber da es den anderen Mitbürgern ja auch so geht, scheint es normal zu sein, dass das eben so ist.

 

Wenige sind es, die ihre Hände auf den wertvollsten Ressourcen unseres Planeten machtvoll halten. Damit sind wir anderen in Geiselhaft, weil wir nicht mehr über Wohl und Wehe, Abbau oder Ressourcenschonung mitbestimmen können. Doch, können wir schon, aber im Nanopartikelbereich: Durch unseren Konsum, unser Verhalten. Dennoch fühlt sich der Einzelne ohnmächtig, wenn er erlebt: Ich verhalte mich richtig, aber die Masse eben nicht. Und so geht mein eigenes persönliches Opfer von Verzicht in der Gemengelange der Gesamtheit ohne Wirkung unter. Weil: Es sind bisher immer noch viel zu wenige, die mitmachen und die Verhältnisse ändern könnten… zum Wohle aller.

 

Demokratien sind schon lange in Gefahr. Auch ist die Demokratie im Hinblick auf ihren eigenen Wirklichkeits-anspruch überall und immer wieder neu zu hinterfragen. Was nützt mir eine demokratische Wahl, wenn die gewählten Abgeordneten am Ende doch jene Art von Lobbypolitik im Alltag machen, die genau wieder jene ist, die den Neofeudalismus aufleben lässt…

 

Demokratie ist oftmals nur eine Idee eines Gutgemeinten, dessen Wirklichkeit sich erheblich vom Traum einer gerechteren Welt unterscheidet.

 

Wie demokratisch ist eigentlich die Demokratie wirklich, wenn man alle Einflussfaktoren, die hier gezielt und oft auch manipuliert hochwirksam eingesetzt werden, mit in die Bilanz einspeist?

 

Die Sache ist kompliziert. Aber das ist kein Naturgesetz. Das könnte zum Wohle aller geändert werden. Doch dafür müssten sich alle erst über die Problematik so gründlich informieren, dass daraus auch ein gesundes Handlungsmuster erwächst.

6.9.2022

 

Höchstpersönliches...

 

und plötzlich bin ich

...siebzig

 

                                                                                                                                                                in der Morgensonne

 

Na, wie geht's dir denn so, Christa?

... öhm... jo... eigentlich... ganz gut...

Klingt etwas  unentschlossen...                         

Na ja, ein Leben zwischen Achterbahn und quasi Scheintod.

Ist das nicht etwas übertrieben?

Klar doch, aber trifft mein Gefühl.

Ok, ich erzähl es genauer.

Also die 60 fand ich nicht so dolle. Das war der Geburtstag, der mich zahlentechnisch definitiv Richtung Rentnerdasein katapultierte. Das sind Zäsuren, die die eigene Endlichkeit mit im Gepäck haben. Rentner, alt, Siechtum, Tod... und eventuell, wer weiß es schon, gehts dann schon wieder von vorne los: Neues Leben, neue Anstrengung, neues Lernen und das ganze Gedöns. Da wird man doch schon müde beim Nachdenken.

 

Der 50ste war anders. Noch irgendwie spannend. Nicht mehr so taufrisch wie 16, klar doch, aber reif  und fit und irgendwie noch mitten im Leben. Gefühlt zumindest. Auch wenn 16jährige das gruftig finden würden. Aber mit der Souveränität kann das junge Gemüse dann doch nicht mithalten. Reif und Schalk im Nacken. Massenhaft Fantasieüberschuss. Immer noch. Und steigerbar. Soll man sich da nicht hochlebendig fühlen?

 

Aber das mit den 70 ab jetzt tut nicht weh. Ist gar nicht schlimm. Es ist eigentlich ganz easy. Schlichtweg völlig egal. Die Zahl ist endlich und vollständig bedeutungslos geworden. Damit auch mein Alter. Und das ist famos. Meine Zeitlosigkeit hat nun definitiv begonnen. So zum Ende der eigenen Zeit.  Mit 67 konnte ich das noch nicht sagen, auch nicht gestern mit 69. Aber heute. Zeitloses Wesen, das ich war, bin und bleibe. Echt. Cool.

 

Und was machen Körper, Seele und Geist? Alles schön in Harmonie?

 

Nix da. Schön wär's. Immer noch Zoff im eigenen Laden. Der Körper macht, was er will. Und vieles will er nicht. Zumteufelnochmal. Hier knick ich oft ein. Der Geist mault rum, völlig zu recht, der Besserwisser, aber setzt sich nicht durch. Und meine Seele stöhnt ständig nur auf, weil sie die beiden Kontrahenten in mir nicht befriedet bekommt. Also alles wie immer. Durcheinander. Uneinigkeit, Wachstum... jeder in eine andere Richtung. Dann wieder Vollbremsung. Wie auf der Kirmes!  Achterbahnfahrt. Manchmal erschöpft, wie: Scheintod. Oder des Lebens müde. Und dann trumpft wieder alles auf. Energiegeladen. Immer noch neugierig, wissbegierig, schreibbegierig... und heiß auf Süßes.  Vielleicht auch manchmal zu oft. Nur nicht so begierig aufs Vollgesunde. Leider, leider. Das ärgert mich.  Zum Beispiel keine Lust auf richtig viel Bewegung. Das, was mir gut täte, aber Zeit klaut. Und das ist mein Makel! Mea culpa, mea maxima culpa.

 

Aber das liegt doch an dir selbst, das kannst du doch ändern.

 

Ha, ha... wie weise! Soll ich da ernsthaft drauf antworten. Diese Bemerkung unterfordert mich gerade!

 

Also das mit den Änderungen, die sinnvoll weil gesund wären,  ist so ein Ding. Mit 70, allerdings auch schon mit 50 oder mit 35 wusste ich schon ziemlich genau, was gut oder schlecht für mich ist. An Wissen mangelt es mir am allerwenigsten. Schon eher an der Umsetzung. Und das wiederum liegt an den sich widersprechenden Glaubenssätzen, weil, die Sache ist so:

 

Wenn mir etwas gut tut, ist es oft schlecht, weil ungesund. Aber es tut mir gerade so richtig gut. Und was gesund ist, hindert mich oft daran, mir all das Gute anzutun, wonach ich gerade strebe. Also muss ich mich zwischen Pest und Cholera entscheiden - oder zwischen Scylla und Charybdis. Und was mach ich? Ich entscheide mich nicht zwischen, sondern für beides. Und so bin ich dann krank und gesund, selbst dann gesund, wenn ich so richtig fies krank bin, bin fit und erschöpft zugleich, müde und hellwach... Alles im merkwürdigen Doppelpack. Versteht kaum einer. Ich erkläre es jetzt auch nicht näher!

 

Aber bisher habe ich mich in diesen Zuständen immerhin volle sieben Jahrzehnte überlebt. Chapeau!

 

Und hiermit beende ich dieses merkwürdige Selfie-Interview. Das Ganze gerät mir langsam ein wenig skurril.

 

 

 

 

 

5.9.2022

 

Was ist?

Blicken wir nicht (mehr) durch?

 

 

 

Ich greife meinen Gedanken von der HP-Titelseite  auf: "Von allen lebenden Spezies hat sich der Mensch die größte Inkompetenz fürs eigene gute Überleben erworben."

 

Wieso eigentlich? Wieso ist es so schwer, gemeinschaftsfähig gemeinsam zu überleben?

Was hindert uns, uns gegenseitig zu unterstützen? Die Menschen an sich wollen keinen Krieg. Es sind immer nur wenige, die das wollen. Und trotzdem macht die Mehrheit - wider Willen - mit. Das ist eigentlich merkwürdig in Zeiten, wo Menschenrechte in so vielen Ländern verankert sind, es Rechtsprechungen gibt, Demokratien und vieles mehr.

 

Wieso machen wir uns das eigene Überleben so unendlich schwer und führen darüber hinaus auch Krieg gegen unseren gesamten Planeten? Reicht nicht einmal der Krieg innerhalb unserer SPezies aus? Reicht es nicht aus, dass wenige Reiche viele Arme ausbeuten? Müssen auch noch die Arten vernichtet werden, die Böden und Gewässer verseucht, die Meere krank, die Luft verpestet werden?

 

Naive Fragen?... Greift kein "Wieso", weil es doch jeder weiß: Es ist die böse Natur in wenigen Menschen, die machtvoll genug ist, die anderen an der Gegenwehr für das Gesunde, das Gute, das Schöne, Wahre und Richtige zu hindern.

 

Es ist erstaunlich, was der menschliche Verstand charakterlich vermag und was er nicht vermag.

 

Wer eigentlich hat noch den Durchblick?

02./03.9.2022

Schwer genug beeindruckt, um gesteigert empört zu sein

 

Oder

 

Vom trainierten Schulterzucken…

 

 

Offener Brief an Kassandra Sibylle Berg

RCE

 

 

Hallo Kassandra,

 

diesmal hast du das Böse besonders gut gemacht. Chapeau!

 

Pardon, gemacht hast du es ja nicht, aber gut dargestellt, das realexistierende Böse.

 

Leider zu gut. Nämlich so gut, dass es vermutlich die Massen nicht erreicht. Da aber gehört es hin. Auch gehört es in den Bundestag, in das Europaparlament, wie infiltriert sie beide auch sein mögen. Fußfesseln her. Hände frei zum umblättern, zum heftigen hin und her blättern. Freiheit erst nach Begreifen des Textes. Lesen allein gilt nicht. Herz und Verstand haben eine Prüfung zu bestehen.

 

Ok. Vergessen wir es.

 

 

Ich bin auf Seite Fünfhundertnochwas. Ich weiß also nicht, ob deine Nerds es schaffen. Ich ahne mal: nicht. Aber egal, ob sie es schaffen oder nicht. Ich bin schwer genug beeindruckt, um gesteigert empört zu sein, was bei meinem Grundumsatz von Empörung schon was heißt. Steigerbar wäre es noch durch einen Fettdruck an jenen Stellen, die nicht Fiktion, sondern jetzt schon wahr, real, realisiert sind.  So zum Beispiel Barrosso für GoldmannSachs… Fett. Fett. Fett. All das.

 

Das ganze Buch in fett? Von mir aus. Na ja, die Nerds sind vermutlich erfunden. Mager.  Wie schade. Wie schade. Aber vielleicht wachsen sie noch nach… obschon, Assange und co. sind bitter gewordene Schmerzrealität und und

 

Es ist alles so traurig.

 

Deine Art, das Perverse beim Namen zu nennen und zu schildern, wird viele abstoßen.  Kann man verstehen. Es geht immerhin um eine globale Sauerei größten Umfangs, Inhalts und Bandbreite auf allen Ebenen. Dabei werden die Leute einmal wieder  vom Falschen abgestoßen, nämlich von der heran dräuenden Wahrheit, wenn es niemand stoppt. Die wahre Perversion ist die neue Normalität. Alles eine Gewöhnungssache. Und gewöhnen, auch ans Elend, ist uns ja irgendwie ins Blut geschrieben.

 

Komisch, gell, dass man sich so gern über das Falsche aufregt und da so viel irrsinnige Wut reinlegt. Wie beim armen Karl May, der einfach nur ein naiver, lieber Humanist seiner Zeit mit spannenden gut-böse-Ideen und Visionen war. Darüber regt man sich auf. Ich habe seine Geschichten, geliebt und gespielt. Mit Wonne. Mit Pistolen, Pfeil und Bogen, Messern...  denn ich war das Gute in Union der beiden Haupthelden. Mal Rot- mal Bleichgesicht, und niemand hat mir gezürrnt ob meiner Lust am Guten.

 

RCE wird nur am Rande und so…. wenn überhaupt wahrgenommen. Ein bisschen unter den Intellektuellen? Na ja, sie haben ein trainiertes Schulterzucken. 

 

Wer mag schon Kassandra-Rufe. Ich. Früh, laut, brüllend. Aber zu wenige, die es verstehen (wollen).

 

Du bist eine tolle Kassandra. Du siehst es. Du benennst es.

Du scheiterst, indem du es siehst und benennts.

Du lässt dich nicht bremsen …

Vom Schund und den Schundschreibern.

Dafür bekommst du von mir einen dicken fetten Orden!

 

Nichts ist schwieriger, als die Wahrheit zu ertragen.

 

Bin gespannt, was Du noch weiter orakelst.

 

 

Und jetzt gehe ich in meinen Garten.

Bienen füttern. Mit Wasser für die letzten Blüten.

 

Aber das darf ich vermutlich auch nicht mehr.

 

Wasser. Das neue Gold. Speziell für die börsennotierten Globalisten. Doch auch das nur als Randnotiz.

 

 

 

Christa Schyboll

 

 

 

 

 

 

 

28.8.2022

 

RemoteCodeExecution  - 5

Wer wird aktiviert

Wer wird demotiviert

Wer wird manipuliert

?

Jetzt brauche ich bald Themenwechsel. Ich kann mich schon selbst damit nicht mehr ertragen.  Es zeigt aber, wie es mich mitnimmt: 

 

Im Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag – Das Grauen, Never Ending – frage ich mich heute, welche Menschen  über eine positive Vision aktiviert werden können und wer über das Negative einer drohenden düsteren Zukunft, wenn nichts in der Gegenwart passiert, das sie aufhält?

 

Wer wiederum ist bereits schon so manipuliert, dass er es alles überhaupt nicht mehr wahr und noch weniger ernst nimmt?

 

Für alles gibt es gute Gründe. Wer gelähmt ist, vor Schreck, Schock, Entsetzen oder was auch immer, kann nichts mehr tun, ist kraftlos, gibt auf oder fängt erst gar nicht an. Er kann somit auch nicht an den Stellschrauben drehen, die die Weichen nochmals anders stellen könnten. Wer zu den Traumtänzern unserer Realität gehört, ist weder besorgt, noch informiert, wird vermutlich aber irgendwann eiskalt beim Staunen erwischt: Ach Gott, das kann doch alles nicht wahr sein! Kann? Ist! Lange angekündigt.

Positive Veränderungen von etwas, das in der Zukunft schwierig wird? All das ginge ja jetzt noch in der Gegenwart, falls eine Dunkelzeit droht.

 

Und wie sie droht, beschreibt nicht nur der Roman, sondern die Wirklichkeit aktueller denn je… Heute auch wieder in den Nachrichten: 5000 Euro pro Durchschnittshaushalt sind im nächsten Jahr als Mehrkosten alleine für Strom aufzubringen. Hat auch nicht jeder so zuhause herumliegen.... Drohende Verarmung der Menschen, weil Gewinne bei der Energie auf Teufel komm raus auf dem Weltmarkt gemacht werden müssen. Natürlich ginge es anders. Es drohen schwerste Einbrüche in der Arbeitswelt mit Massenarbeitslosigkeit, die sich vermutlich deshalb nicht so schnell erholt, weil die Menschen kein Geld mehr fürs Angenehme und Schöne haben, sondern, wenn überhaupt, nur noch fürs Lebensnotwendige. Reiche ausgenommen, wie immer.

 

Den Regierungen sind wegen EU, Handelsabkommen, Verträge, Weltmarkt, Abhängigkeiten natürlich die "Hände gebunden"… sagen sie. Andere machen es trotzdem: Übergewinnsteuer, Verbote. All das kann den Einzelnen lähmen.

 

Lähmung, Schock, Angst ist ganz und gar nicht gut.

Wegschauen, Verdrängen, Verharmlosen: noch schlimmer. Schlimmer geht immer, wie wir wissen.

Noch!

 

Aber geht auch besser? Ja.

 

Und durch wen? Durch die, die sich nicht lähmen lassen, informiert sind, hinschauen aber nicht stillsitzen, sondern sich einmischen, mitmischen in der Hoffnung, dass die Kraft zur Macht wird, die etwas bewirkt. Tatmenschen. Keine Chaoten, die machen alles schlimmer. Realisten mit Vision fürs Bessere. Aber nicht nur Vision, sondern auch Pläne, die kommunizierbar und umsetzbar  sind.

 

Menschen, die begreifen, was abgeht, dass gerade Deutschland, Europa dabei ist, überaus gründlich abgewickelt zu werden. Da werden sich so manche Marktgewinnler – auch eine Art "Krieg" – die merkantilen Händchen reiben. Denn ein paar gewinnen immer, wenn ein paar andere potente kaputt gehen. Egal, an welchen Kosten.

 

Aber die Gemengelage von Sozialkosten,  Aufrüstung Bundeswehr, Waffenlieferungen, Steigerung des Natobeitrages auf 2 Prozent BIP, Corona-Folgen, Energie-Desaster, immense Sozialunterstützungen, damit keine Unruhen ausbrechen, Rentendesaster, mangelnde Lehrer, Lehrlinge – nur keine mangelnde Leere, weil Probleme alles Denken füllen. Klimawandelkosten, Artenschutz, Umbau der Wälder, Deichschutz, Regenrückhaltebecken, Schul-Brücken-Bahn-Sanierungen… ach, es könnte seitenweise weitergehen, wofür dringend Geld gebraucht, aber nicht gezahlt werden kann, weil jetzt erstmal vor allem weiter Waffenanschaffungen, -Lieferungen und Verschrottungen oben an stehen…

 

Nein, ich vertrete hier weder rechte, linke noch sonstige politische Positionen, sondern vertrete nur meine Gedanken dazu – jenseits jeder Ideologie. Und bin dabei vom Thema abgekommen. Wer kann die Welt retten (außer den Reichen, die sich selbst vorteilhaft in die nächste Komfortzone retten?)

 

Klardenker, die das richtige tun. Die sich informieren, das Leben lieben aber nicht bereit sind, sich jeder Idiotie unterzuordnen. Sanfte Rebellen? Oder braucht es ab irgendeinem Zeitpunkt die Anarchie? Wer kann die wollen! Auch das wäre eine andere Art von Grauen. Nein, bleiben wir bei den Starken, den Hoffnungsvollen, die gute Projekte machen. Sei es im eigenen Garten, sei es bei der Pflanzung Millionen von Bäumen, die die Erde braucht. Sei es im Bundestag (ja, da soll es auch ein paar davon geben, die es ernst und gut meinen – obschon sie wissen, dass…)—sei es in der Forschung, Wissenschaft oder Kunst.

 

Noch gibt es viele Täter und Tatkräftige, die teils mit, teils gegeneinander arbeiten. Im Roman RCE ist das schon alles schiefgegangen. Wir sind im Vorfeld, das sich verdammt konkret realistisch anfühlt und auch ist. Es könnte auch in unserer heutigen Realität schiefgehen, wenn wir unsere Wachsamkeit nicht steigern.

 

Bei aller Kritik an den in RCE geschilderten Perversionen einer globalen Verlierergesellschaft könnte dieses Buch aber durchaus dazu beitragen, die eigenen Sinne für all diese Gefahren zu schärfen. Zum Beispiel all diese neuen Maßnahmen unter einem neuen Blickwinkel zu sehen und nicht nur treudoof darauf zu vertrauen, dass das immer doch alles nur zu unserem Besten ist.

 

Ich verstehe gut, wenn vielen Menschen die Fantasie und vor allem auch die Lust für so viel Böses fehlt, das sich so deutlich ankündigt. Und verstehe noch mehr, wenn sie sich dem nicht auch noch aussetzen wollen. Auch verstehe ich gut, wenn man sich lieber dem Schönen und Guten widmet und diesem Aspekt einen viel größeren Raum einräumt.

 

Dennoch muss  das klare Hinschauen auf die Tendenzen, die sich nach und nach verstofflichen, verwirklichen und uns mit Haut und Haaren dominieren werden,  ein Muss für jeden Menschen werden.

 

---

 

PS:

Die nächsten 300 Seiten gebe ich Ruhe.

Lese.

Nehme auf, warte ab.

Dann ziehe ich nochmals eine persönliche Bilanz.

Hoffe, dass bis dahin nicht Saporischja in die Luft fliegt.

Ist ja alles möglich, in diesem gesammelten Wahnsinn der Gegenwart.

Ob die Vernunft einen Asylantrag einreichen sollte? - Ich denke, sie wird an den Grenzen derzeit abgewiesen. Nicht willkommen!

 

 

27.8.2022

 

RCE – 4

Das Grauen –

Never Ending

 

Wenn man, sagen wir, am Stück 70 Seiten pures Grauen liest, was passiert dann? Entweder man ist emotional längst draußen, hat innerlich zugemacht, das Buch in die Ecke gepfeffert, ist mittlerweile gelangweilt, weil es so viel Grauen gar nicht geben kann… Wird da die scheinbare Übertreibung nicht zum Bumerang? - eigentlich schon...

 

 oder

 

Man staunt über die Tatsache, dass es nicht 70, sondern gleich 700 Seiten sind, die man trotzdem weiterliest und wo das Grauen nicht endet. Sich auch nicht steigert, sondern immer nur in seinen verfeinerten Variationen von Möglichkeiten zeigt. Vielleicht ist es das? 

 

Das ist ein für mich selbst auch hochinteressanter psychologischer Umstand. Trotz innerer Empörung noch weiterzulesen.

Trotz des Warnrufes: He, he! Cassandra ist wohl auf Droge. Oder so ähnlich.

 

Fazit: Man liest weiter ...

 

weil es sich leider irgendwie dann doch schlüssig anhört, denn es baut auf der Logik des Bösen auf

weil man es nun doch noch genauer wissen will, trotz der inneren Ablehnung

weil es die eigene Zukunft betreffen könnte und mit zarten Tentakeln ja auch schon hier und da die Gegenwart ergriffen hat

weil man hofft, vor lauter Grauen, das man da liest, trotzdem allein schon deshalb ungeschoren wegzukommen, weil es doch Menschen geben muss, die das ganz bestimmt verhindern – was da mehr und mehr aufblitzt.

 

Black Rock und Konsorten. Lobbyisten und das vereinigte Geld der Welt, die sich im vereinigten Wahn bündelt und sich einig ist, dass es nur einige wenige Sieger und ganz, ganz viele Verlierer geben darf. Verrückte, die sich heimlich nach Unsterblichkeit sehnen, obschon ihnen ihr Verstand doch hier schon Einhalt gebieten müsste. Tut er nicht.

 

Den Gefallen tut uns auch Sibylle Berg mit RCE nicht. Sie haut drauf. Und es ist verwunderlich, ja schon Respekt einflößend, mit welch brachialer Fantasie, die sich so schrecklich realistisch anfühlt, das alles passiert.

 

Ich bin jetzt bei 347 Seiten. Quasi die Hälfte. Ich lese immer noch. Und obschon sich sozusagen von Anfang an das gleiche Grauen in der Romanrealität  abspielt, sich also nichts irgendwie steigert (man beachte das!, es ist ungewöhnlich) oder bisher inhaltlich dynamischer zeigte, lese ich weiter.

 

Wenn sich in anderen Buchformaten so wenig ereignet, haben sie keine Chance auf meine Aufmerksamkeit. Hier ist es umgekehrt der Fall. Weil sich (derzeit) noch quasi fast nichts ereignete, sondern auch weiterhin nur die Zustände und Menschen beschrieben werden, verweile ich, lese langsam und weiß schon jetzt: Nicht zum letzten Mal.

 

Bin ich begeistert? Nein.

Bin ich beeindruckt? Schwer.

 

Würde ich das Buch denn mittlerweile nun endlich weiterempfehlen: Nur einem ausgewählten Kreis von Lesern, den ich jedoch nicht kenne. Gute Nerven, viel, viel Liebe zum Leben und noch viel mehr Stärke an Hoffnung, dass all das bitte nur ein bitterschlimmer Roman bleiben möge und nicht das Leben der Zukunft wird...

 

Doch sehe ich mir viele heutigen Zustände genauer an, zweifle ich, ob es auf der Ebene der Fantasie bleibt, ein Roman oder nicht doch das Orakel einer modernen Cassandra ist...

 

Quelle: Aus meiner literarischen Intention

 

26.8.2022

 

Wer versteht die Sprache des anderen so, wie sie der Sprechende auch meint? Ist es die manchmal unzureichend genaue Wortwahl, die das Hindernis des Verstehens aufbaut oder ist es nicht oft auch unser Desinteresse am Gesagten der anderen, weil unser Interesse mehr unseren eigenen Gedanken und Worten gilt?

 

In Gesprächen fällt mir so oft auf, wie das Lauern auf das Ende des Sprechenden vor allem jenem Bedürfnis dient, das darauf aus ist, jetzt aber sofort selbst zu sprechen, seine eigene Meinung oder Sichtweise darzulegen, obschon das doch erst der zweite Schritt sein müsste. Der entscheidend wichtige Zwischenschritt bleibt aus: Nämlich die Aufnahme des Gesagten, das erst kurz erfasst und bewegt werden will. Es unterbleibt wegen der Gier, sein eigenes schnell rauszuhauen, das einem wichtiger erscheint als in einen ruhigen und wohlbedachten Dialog zu kommen.


All das geschieht meist völlig unabsichtlich. Ohne Bös und Arg. Es geschieht jenseits unseres klaren Denkens, allein beflügelt von der Lust, sich selbst, seine Meinung oder seine Haltung nun gern in den Mittelpunkt zu stellen. Es geschieht, ohne dass es in der Regel überhaupt realisiert wird, dass es passiert.

 

Ein absichtsloses Versagen. Eine verpasste Chance, sich tiefer ins gedanklich Klare einzufinden, um daraus eine neue Essenz zu machen. So bleibt es oft laut und fruchtlos zugleich, vielleicht durchauch auch temperamentvoll, aber innerlich leer.

 

Die Missverständnisse sind oftmals vorprogrammiert. Oder aber man bleibt bei diesem Tun auf einer Ebene, wo sich nicht einmal ein Missverständnis entfalten kann, weil  zwei Sprechende im Monolog sich wieder einmal vollständig verpassten.

 

Aber sie wurden los, was sie sagen wollten.

Um mehr ging es halt nicht.

 

22.8.2022

 

RCE – 3

Willkommen

im Cyberspace

 

Jetzt geht es schneller mit dem Lesen der dunklen Zukunftsperspektive. Und das nicht etwa, weil sich bis auf Seite 187 schon wesentlich mehr ereignet, sondern weil die Autorin es schafft, reine Personen- und Zustandsbeschreibungen im Vorfeld aktiver Ereignisse so ungemein dicht, atemlos, vor allem aber  auch "denkbar" zu schildern. Ist da nur die Fantasie auf Achterbahnfahrt? Schön wäre es. Nein, all das ist auch gespickt mit zugleich realen Daten, Hintergründen, Personen, dunklen Geschäften der Gegenwart, die eben eine solche Zukunft denkbar erscheinen lassen. Konjunktiv. Möglich. Auch wenn sich das Herz verschließt, der Verstand sich zappelnd wehrt und das Buch am liebsten in eine Ecker feuern würde. Blöde Menschheit! Wie geht’s weiter?

 

Nun lasse ich mich dennoch nicht zu schnell ins Bockshorn jagen und vergesse nicht: Es ist ein Roman. Allerdings würde ich den Zusatz "nur" dabei nicht verwenden, weil die leider doch umfangreichen Recherchen in der Sache nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Weit über 100 Wissenschaftler und ihre Papers waren ebenso daran beteiligt die die zahlreichen Hintergrundgespräche mit den Nerds… Und das kommt voll rüber.

 

Ich weiß schon jetzt, dass ich das alles mindestens zweimal lesen werde – lesen muss. Nicht nur wegen der Dichte des Informationsgehaltes, sondern auch als Trigger fürs eigene Gedächtnis, dass auch immer einmal gern wieder in den Schonmodus schaltet, um ein klitzekleinwenig ungestörter im Hier und Jetzt noch leben zu können. Das hat Vorteile, das hat Nachteile. Vorteil: Eine noch halbwegs angenehme Gegenwart, wenn man die Gefahren verdrängt oder erst gar nicht kennenlernen will. Nachteil: Mit diesem Vorteil versauen wir den Nachgeborenen die Zukunft noch gründlicher als wir es eh schon lange tun, wenn wir nicht wachsam genug sind.

 

Auch ich muss hier Mea culpa sagen. Allein meine eigene Homepage gibt so viel von mir preis, dass sich natürlich alle Datensammelwütigen wunderbar ihre Fäustchen reiben können. Diese Idiotin!, mag mancher denken! Wie kann man nur so naiv sein!  Mir ist das bewusst. Ich bin also nicht naiv.  Andererseits erscheine ich mir selbst ausreichend harmlos und bedeutungslos zugleich, dass ich mir sagen: Mein kleines langweiliges Leben gibt doch nichts her… Nichts zu verheimlichen, nichts zu verstecken, ich gehöre weder den Nazis, der Mafia, dem Underground an, bin nicht vorbestraft, hacke nicht beim CIA, habe keine Panama-Papers, Finger weder in cum noch ex drin, falle noch nicht durch irgendwelche Löcher in den Fangnetzen der postkapitalistischen Machenschaften und bin insofern geradezu lächerlich statistischer Durchschnitt, worüber selbst Algorithmen ins Lachen kämen,  wenn man sie denn lachen ließe.  

 

Doch auch darum geht es nicht. Das Grauen klärt sich nach und nach auf, ohne sich dabei auszulöschen. Schade. Wäre das doch wenigstens eine Option!

 

Richtig und falsch sind wie immer Blickwinkelfrage. Aber, so frage ich mich, angesichts des modernen Literaturorakels: Habe ich nicht auch ein klein wenig Einfluss, wenn ich mich hier äußere? Kann ich nur einen einzigen Menschen ein klein wenig impulsieren, die ganze Sache doch kritischer als bisher zu denken und zu sehen, als sie uns vorgegaukelt wird?

 

Und würde dieser Einzelne es vielleicht an einen anderen Einzelnen weitertragen? Würde der andere eine neue Habachtstellung vor all diesen Dingen bekommen, die mit und ohne unser Wissen passieren – und wir sie nur deshalb passieren lassen, weil es erstens bequemer für uns ist und zweitens wir die Dimension der Gefahr einfach nicht realisieren und noch weniger personalisieren? Und je weniger alle wir darüber wissen, umso weniger regen wir uns auf, protestieren oder verlangen Änderungen.

 

Ablenkung, Verdrängung, Verharmlosung. Zielvorgaben. Bezichtigung der Panikmache. Alles Nazis. Alle, alles. Die Saat geht auf! Die Rechnung auch. Die Manipulierbarkeit auch durch Nichtwissen und jede Menge hübscher Ablenkung klappt. Trash! Zieht! Mehr denn je!  Leute, hört hin und lest zwischen den Zeilen.

 

Wer Zukunftsängste hat, sollte das Buch nicht lesen. Dabei bleibt es schon einmal. Aber in diesen Dingen habe ich bisher noch ganz gute Nerven, obschon ich das Kommende schon auch als Möglichkeit mit einschätze. Andererseits: Würden es genug Menschen lesen, verstehen usw., dann wären ja auch jetzt noch die Weichen anders zu stellen.

 

Vertagen wir es!

 

Doch hier ist es wie beim Klimawandel, beim Artensterben, beim Meere verseuchen, bei den völlig ungelösten Problemen weltweit mit Atomabfall und, und, und: Es wird vertagt, weil Lösungen zu teuer sind. Es wird vertagt, weil man weder einen Plan A noch Plan B dagegen hat. Es wird vertagt, weil man es nicht einmal kommunizieren kann, ohne dass schon wieder eine wütende Gruppe mit hassvollem Atem die verunsicherte Menge verseucht. Politik macht allen Machthabenden nur so viel Spaß, wie man davon auch profitiert. Egal, wer an der Regierung ist.

 

Auch um die Nerds geht es zentral in RCE von Sibylle Berg. Und um die Welt und die Armseligen, die mehr und mehr die Masse stellen. Ist das alles wirklich so abwegig?  

 

Was ist ein Nerd? Ein Nerd ist ein Spezialist. Ein intelligenter, aber sozial in der Regel isolierter Computerfan. Darunter viele Sonderlinge, Streber, Langweiler oder Außenseiter aus dem Blickwinkel der "Normalen"… Oft aber mit einem guten, ja besseren Gespür für Gefahren, vielleicht ja auch deshalb, weil sie selbst oft persönlich schon ziemlich viel Mist im Leben erlebt haben.

 

Die Nerds wollen aufräumen. Schaffen sie es? Und wenn ja, wie denn gegen diese gigantische Weltmacht der überschaubar wenigen, die zugleich Milliarden unter ihrer Fuchtel haben. Wieso wehren sich nicht Milliarden von Menschen  gegen ein paar Dutzend Milliardäre? Ist das nur selbstgestellte Aufgabe der Nerds? Ist das nicht Aufgabe der Menschheit?

 

Gut gegen Böse. Wie immer! Wie schon in uralten Märchen, wie schon im Paradies. Aber damals gab es wenigstens keinen Klimawandel, sondern eben nur die Guten und die Bösen, die ihren Gegenpart dennoch in ihrem eigenen Schatten mit herumschleppten.

 

Fortsetzung folgt

20.8.2022

 

 

EinWurf

RCE -  2

 

 

 

 

Ein kleines Ratespiel:

Wer ist der größte "Bauer/Farmer" in USA? … Na…?

 

Richtig, unser cleverer Bill (Gates). Er besitzt mittlerweile ca. 100.000 Hektar Land in USA – überwiegend gutes Agrarland. Das entspricht tausend Quadrat-K I L O M E T E R, die sein eigen sind.

Ein vortrefflicher Grundbesitz! Damit kann man was machen!

 

Ist es richtig, dass Einzelmenschen eine so große Macht-konzentration in Land-Agrar-Fläche in Händen halten dürfen, nur weil sie das Geld zum Einkauf dazu haben, der lange noch nicht abgeschlossen ist?

 

Der Hinweis kam aus  Bergs RCE und ich habe kurz nachrecherchiert. Bei Büchern ist es ja oft zweifelhaft, wo Fantasie und Wirklichkeit ihren merkwürdigen Mix eingehen. Also das mit den gigantischen Landeinkäufen von Bill Gates stimmt.

 

Und wem gehört "unser Wasser" …. ?

 

Na, immerhin 40 Prozent dieses für uns alle so bitter wichtige Überlebens-Mittels, auf das wir auf Gedeih und Verderb angewiesen sind, das teilen sich im Wesentlichen unsere vier Glückskleeblätter:   Nestlé (17 Prozent), Danone (14), Coca-Cola (5) und Pepsi (4)...

 

Wozu brauchen sie so viel Wasser?

Aber jeder weiß es! Das Gold der Zukunft!

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