Ansichts-Sache

oder

Wie ich die Dinge so sehe ...

 

 

Hier stehen "Verschwindende Texte",

die aus Platzgründen immer nur vorübergehend sichtbar sind.

 

Für Interessierte, die meine Beiträge gern nochmals lesen möchten, erscheinen - sobald und falls ich dazu komme! - weitere Taschenbuch-Ausgaben unter dem Tiel "Verschwundene Texte" 

Nachtrag: Es laufen einfach zu viele Texte auf! Ich schaffe es vermutlich  also nicht.

Es sei denn, der Himmel schickt mir eine mitdenkende menschliche Korrekturhilfe! -  Himmel! Du bist dran!

 

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21.2.2024

 

Es ist kompliziert!

 

Navalny, Assange und die vielen Namenlosen in aller Welt...

 

Es ist kompliziert. Der Lieblingssatz zur Einleitung in zwischenmenschliche Beziehungen. Völlig schnurz, ob es sich dabei um Paarbeziehungen handelt, Eltern und Kinder oder Chef und Untergebene, die sich als solche nicht sehen.

 

Es ist komplizierter,  wenn es ums Menschliche in der Politik geht und um Instrumentalisierung für die eigene Sache. So kompliziert, dass ich selbst nicht so klar darüber schreiben kann, dass es nicht zu Missverständnissen kommen könnte. Denn dazu kommt es schnell und oft. Der Grund: Lesende sind in der Regel ja schon innerlich mit ihrer eigenen Sichtweise festgelegt. Manchmal mit leichten Schlingen von Öffnungen, wenn die Argumente stark genug sind, oft aber so festgezurrt, dass jedes Gespräch nur abenteuerlich anmutet.

 

Man nehme den Fall Nawalny. Ich war – wie Millionen andere Menschen auch – natürlich schockiert vom Tod. Charismatischer Typ… Und ich gehe – innerlich, noch ohne Beweis – auch von einer Tötung, sprich von politischem Mord aus. Alles spricht nach menschlichem Ermessen dafür.

 

Ein Mann, der sein Leben für seine Sache opferte. Der damit rechnen musste, dass man ihn bei seiner Einreise verhaftet, was auch geschah. Der damit rechnen musste, dass man ihn folterte. Was auch geschah. Der mit seinem baldigen Tod zu rechnen hatte. Was auch geschah. Natürlich ein Märtyrer aus eigenem Beschluss. Ein weiterer politischer Mord in Russland. Einer von wie vielen?

 

Und nun das andere. Was mir nicht bekannt war. Nawalnys Politik im Genaueren. Im Einzelnen. Nachzulesen auf vielen Seiten im Internet. (auch hier: siehe Link unten) Das hatte ich bisher versäumt. Ich war auch mal wieder – obschon in der Regel kritisch unterwegs – vom Mainstream erwischt worden. Warum? Weil mir einfach die Zeit fehlt, alles und alles und alles immer noch und nöcher nachzurecherchieren. Das war in diesem Fall auch nicht nötig, weil ich in der Sache nicht öffentlich engagiert war. Dennoch der zweite Schock nach seinem Tod, der vermutlich Mord war: Er war offensichtlich auch nicht unproblematisch mit dem, was er anstrebte und wollte. Man lese selbst.

 

Aber "dem Westen" – Synonym für die komplette westliche Machtallianz – reichte es offenbar aus, dass er gegen Putin war. Der Rest, den man durchaus sehr genau kannte, wurde in Kauf genommen. Hauptsache gegen Putin. Und gegen Putin zu sein ist angesichts dessen, was er alles auf dem Kerbholz seines Sündenkontos angesammelt hat, legitim. Zu viel. Zu viele Tote, die er zu verantworten hat und dennoch gar nicht verantworten kann. Unermessliches Leid: Von ihm befohlen. - Aber darf jede Gegenreaktion auch blind instrumentalisiert werden? Können wir uns immer wieder neu so viele Einseitigkeit leisten? Tja, es bleibt kompliziert.

 

So. Nochmals zu Nawalny, Charismatiker, Todeskandidat auf Abruf. Diesen Mut muss man erst einmal für seine eigene Überzeugung aufbringen! Ein Held im Sinne jeder Selbstüberwindung, die wir sonst nur von radikalen Moslems usw. kennen, die wir allerdings für ihren Todesmut eher verachten würden, oder halt für verrückt erklären. Oder die Selbstmordattentäter oder Schläfer. All das war  Nawalny nicht, auch wenn es für ihn letztlich ebenfalls final endete. Und Putin kommt ungeschoren davon. So lange schon. Wie lange noch? Lebenslänglich ungeschoren? Kann passieren.

 

Hier also Nawalny der Held, der sich für seine Sache umbringen lässt. Dort Nawalny mit teils bedenklichen politischen Zielen? – Hier die Selbstmordattentäter, die ebenfalls für ihre Überzeugung sterben, die aber nicht die unsere ist – und deshalb dann natürlich keine Helden sondern nur Verrückte sind? Und dann noch die vielen ungenannten Heldinnen und Helden, die von politischen Kräften missbraucht, gefoltert und umgebracht werden? Nicht nur in Russland, China oder Korea, sondern auch in westlichen Demokratien.

Man gedenke vor allem Julian Assange, dem so viel Unrecht angetan wurde. Dem jetzt nach den Jahren der Isolation 175 Jahre Gefängnis in den USA drohen, weil er eine schmutzige Wahrheit des Westens ans Licht brachte. HIer ist politische Stille. Wegschauen. Es geht um den Westen, bzw. die USA und seine Geheimdienste.

 

Der Westen versagt hier. Schon lange, schon oft.

Die Sündenböcke aus dem Osten werden - wichtig und zu recht - bekannt und bekämpft. Richtig so. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun? Echt? Doch, hat es. Man muss es nur tief genug durchglühen.

 

Will sagen: Die Sache ist kompliziert. Ich schrieb es ja schon.

 

20.02.2024

 

Schwer reich

 

 

Ich kenn da einen. Ist reich. So richtig reich. Nicht so 'n paar blöde Milliönchen. Was willst du heute noch damit. Hat doch schon der Mittelstand. Hundert Millionen. Mindestens. Also schwer reich sozusagen.

 

Das Reichsein findet er schön. Aber das Schöne macht ihm dauernd Ärger und Stress. Den hat er schon mal ans Herz ausgelagert. Aber dafür gibt’s Herzspezialisten. Und Privatkliniken. Doch Peanuts. Er lebt ja noch.

 

Er lebt gut. Schwer Reich. Stressig. Denn er muss ja ständig aufpassen. Aufpassen, dass er niemals unter die 100 Millionen-Grenze rutscht. Denn dann ist er nur noch reich. Peinlich. Passt nicht zu ihm. Sein Privatjet kostet. Seine Yacht kostet. Seine Geschiedene kostet. Seine Berater kosten. Verdammt noch mal, alle wollen was von ihm.

 

Und er selbst? Ackert sich zu Tode. Muss morgens schon gegen 8.00 Uhr raus. Blödes golfen. Konnt er noch nie leiden. Muss aber hin. Geschäftspartner sind da. Also raus aus den Federn. Zum Glück stehen Wagen und Chauffeur parat. Frühstück im Club. Heißt hungrig aus dem Haus. Das hasst er wie die Pest. Aber früher aufstehen war nicht drin. Heiße Nacht. Nee, nix mit Weibern. Bilanzen durchgesehen. Schlafprobleme. Zeugs eingeschmissen, damit er wenigstens 4 Stunden Schlaf bekam. Aber das bekommt ihm nicht in seinem Alter. Das ist zu wenig. Reich sein ist doch Scheiße.

 

Aber er ist es nun einmal gern. Und seine Yacht liebt er auch. Und seinen Jet. Manchmal auch ein bisschen ein paar von seinen Kindern. Das uneheliche besonders. Aber das darf keiner so genau wissen, obschon es ja alle wissen. Das mit dem Testament wird noch ein Hickhack werden. Zerreissen werden sie sich wie die Wölfe. Die Mäuler dazu. Das freut ihn. Gierige Brut. Er hat sich alles erarbeitet. Sie wollen doch nur das Sahnehäubchen zum Nulltarif.

 

Gut, dass er jetzt endlich frei ist. Frei von Allem. Und von Allen. Na ja, nicht so ganz. Seine Berater. Seine Mitarbeiter. Keinem ist wirklich zu trauen. Er weiß doch genau, was die wollen. Reich werden. So richtig reich werden. Am besten schwer reich werden. An ihm vor allem. Gauner, alles.

 

Immer muss er jedem auf die gierigen Finger schauen. Immer muss er aufpassen, wie hoch der Grad der Bereicherung an seinem Vermögen ist. Das ist Arbeit. Schwerstarbeit. Denn verprellen darf er sie ja auch nicht. Sie wissen zu viel. Zu viel von Schlupflöchern, Schattenhaushalten und noch so manch anderes. Schwamm drüber. Sollen sie ein bisschen reicher werden. Ist okay. Aber mit Maßen. Bitte mit Augenmaß. Und dieses Maß muss er selbst im Blick halten. Kein Wunder, dass ihm ständig die Augen tränen.

 

Und dann die Banken, und die Aktien, Beteiligungen, Neuinvestitionen, Abschreibungen, und dann noch Cindy zwischendurch. Nörgeltante. Schöner Body. Jung. Und dann noch die neuen Asiengeschäfte, die Kameltreiber, die neuen Umweltvorschriften und überhaupt. Scheiß Politik. Leute wie ihm werden nur immer Knüppel zwischen die Beine geschmissen. Dabei sorgt er für Wachstum. Ja, auch fürs eigene. Das ist schon schwierig genug in diesem Polit-Clown-Laden ohne jede Berechenbarkeit.

 

Wenn er so auf der Fahrt zum Golfplatz über all das so nachdenkt, fühlt er sich elend. Reichsein ist schwer. Schwer Reichsein ist aber noch viel schwerer. Aber davon haben all diese Schwachmaten von Habenichtsen ja nicht die Nanospur von Ahnung. Eigentlich müsste er die Milliarden anpeilen aufgrund des Stresses, den er ständig aufbringt. Aber dafür reicht es noch nicht. Hier spielt noch eine ganz andere Liga. Die Albrechts und so. Aber nicht die blöden Trumps.

 

Obschon! Trump… irgendwie imponiert er ihm. Er machts richtig. Er gibt den globalen Clown. Hat die Lacher immer auf seiner Seite. Dahin muss er selbst erstmal kommen.

 

Ob der eigentlich keinen Herzkasper hat, fragt er sich. Doch sie sind schon am Golfplatz.

19.2.2024

 

Gewaltphantasien

oder  ...

Vom Einbruch in die Stille der Idylle

 

Sonnensonntagmorgen. Spaziergang im Wald. Wir hängen unseren Gedanken nach. Ruhig, idyllisch. Atemfrisch die Luft, so jung der Tag. Alles gut. Sehr gut sogar. Stille.

 

Schau mal, wer dahinten kommt, sagt mein Mann. Ich schaue. Ich schließe die Augen. Och nein! Bitte nicht! Aber da sind sie schon. Sie haben den gleichen Weg wie wir, sie wohnen im gleichen Viertel. Man kennt sich. Flüchtig. Freundliches Hallo. Was auch sonst an einem so schönen Sommersonntagmorgen, diesem unschuldigen Ding, das es gut mit uns meint.

 

Hallo. Na, ihr seid aber früh unterwegs. Na, ihr aber auch. Smalltalk.

 

Da der Weg zu schmal ist, um zu viert nebeneinander zu gehen, verzweifachen wir uns nach dem üblichen Muster. Mann zu Mann. Frau zu Frau. Die Männer drei Schritte hinter uns. Mein Gedankensalto sagt mir schnell: Das sind 3 km bis nach Hause. Drei endlos lange Kilometer, die wir in Frieden und Stille verbringen wollten. Und nun das!

 

Und nun hebt das an. Die Kinder, die Enkelkinder. Sie schwatzt mich voll. Nach langen Minuten sage ich ihr vorsichtig nebenbei, dass wir mittlerweile auch Enkelkinder haben. Kein: Ach was! Kein Erstaunen. Warum auch. Wir sind doch gerade bei ihren Kindern und Enkelkindern. Und dabei bleiben wir jetzt auch schön. Ich fühle: Das zieht sie voll durch. Jetzt muss ich wachsam sein.

 

Nicht, dass man nicht vortrefflich über Kinder und Enkelkinder plaudern könnte. Kann man alles, wenns denn nur gerade auch passt. Wenn es nicht einseitig ist, wenn es beide gleichermaßen interessiert, wenn es spannend oder lustig erzählt wird und wenn es sich nicht darin allein erschöpft. Die Kinder und Enkel, das Menschheitsthema ever. Aber das tut es. Wie die Enkel welches Bild gemalt haben, was auf dem Bild zu sehen ist, wie sie gerade Fahrradfahren lernen und überhaupt.

 

Die Waldlichtung haben wir hinter uns. Jetzt säumt ein kleiner Bach unseren Weg. Freundlich, plätschernd, mit eher wenig Wasser. Der Bach sieht mich. Sieht meine Not. Sieht mein tapferes Zusammenreißen und raunt mir zu. Komm, schmeiß sie doch in mein Bett. Dann wird sie pitschenass und hält endlich ihren Mund. Heilsamer Schock! Worauf wartest du? Sie wird schon nicht ertrinken. Stell ihr ein Beinchen. Und schon habt ihr eine spannende Situation. Das liebst du doch so.

 

Ich schüttele den Kopf. Warum schüttelst du denn den Kopf, fragt sie, also die Begleiterin meine ich, nicht der Bach.

Aha. Das also hat sie doch mitbekommen. Ach nichts. Und schon geht die Litanei weiter. Die Stützräder am Fahrrad und wann man sie abmontierte. Auch noch so ein Weltenthema für sie. Mein Gott, was führt sie doch für ein spannendes Leben!

 

Ob sie auch nur ahnt, aus welchen kreativen Gedanken sie mich vorhin herausgerissen hat? Das gleicht einem Attentat auf meine Ganzheit. Am frühen Sonntagsonnenmorgen. Kanaille. Du! Nein, sieh ahnt es nicht. Wie auch. Solche Gedanken sind ihr vermutlich so fremd, wie dem Faultier ein freiwilliger Salto mortale.

Wut gegen eine Unschuldige? Darf ich das?

 

Komm, hol mich, flüstert ein Zaunpfahl. Dort, wo die Kühe weiden, da steht er und wackelt ein wenig. Er blinzelt mir zu. Komm nur, ich bin locker genug, das schaffst du. Und dann? - frage ich? Dann haust du ihr eins über die Rübe, damit sie endlich ihre Gosche hält. Soll ich sie etwa erschlagen? Nein, das nicht, nur eine über die Rübe hauen. Davon muss man nicht sterben, raunt der Kerl aus Holz. Aber ich bekomme dann eine Anzeige wegen Körperverletzung. Ne, lass mal, das fehlt mir gerade noch. Obschon! Die Idee ist gut, sehr gut. Etwas in mir entflammt. Ich glaube, ich werde dir jetzt noch etwas länger zuhören Holzi. Plan B? Ohne drohendes Gerichtsverfahren?

 

Derweil plappert sie weiter. Keine Frage an mich. Ein endloses Statement. Nun sind die Freunde der Enkelkinder dran, die ich ebenso wenig kenne. Und sie redet und redet. Und noch immer sind wir einen Kilometer von zuhause weg.

 

Was passiert nun? Wenn ich dem Zaunpfahl weiter zuhöre, komme ich vielleicht bald auch ins Gefängnis.  Denn wenn die Körperverletzung am Ende doch unbeabsichtigt tödlich endet, bin ich eine Mörderin. Dann allerdings werde ich ihr für lange Zeit nicht mehr begegnen. Doch das war nicht das Ansinnen des Tages. Dieses so friedlichen taufrischen Morgens mit den singenden Vögeln.

 

Hilfe. Ich brauch einen Ausweg. Noch einen Kilometer halte ich das nicht aus.

 

O Gott! Ich stöhne plötzlich gequält auf! Wir müssen zurück. Ich hab meine Sonnenbrille im Wald vergessen. Mein theatralischer Aufschrei erschreckt sogar die Männer. Deine teure etwa? Ja, meine teure. Ich muss schleunigst zurück. Komm schnell… und tschüss ihr beiden.

 

Lügen ist infam.

Lügen kann aber auch Leben retten.

Das meines Opfers zum Beispiel. Und meines zugleich.

 

Das potenzielle Opfer sollte mir dankbar sein, dass ich nicht dem Wink des Zaunpfahls folgte.

Aber davon ahnt es ja nicht einmal. Schlimmer noch: Es droht mir und fragt!

Sollen wir uns nicht einmal privat treffen?

 

 

 

 

 

nichts geht zur Zeit!

 

 

16.02.2024

 

Putin und co...

völlig zerlumpt, verletzt und traumatisiert

in den Trümmern von Gaza, Charkiv oder  Deir ez-Zor

 

Träume können Schäume sein. Manchmal sind sie nicht, manchmal nur in Fetzen erinnerbar. Die Botschaft bleibt unerkannt, die Wirkung geht gegen Null.

 

Kollektive Träume können durchaus auch wirklichkeitsverändernd sein. Dafür müssen sie hochkonzentriert auf unser Wesen einwirken können, von sehr vielen Menschen erinnerbar, und möglichst gewollt und mit heißem Herzen bewusst (tag)-geträumt werden und eine konstruktive Impulskraft erzeugen, die ein neues Handeln, Denken, Fühlen und Verantworten möglich macht.

 

Die Welt zeigt sich an mehr und mehr Orten derzeit nur noch albtraumhaft. Was die Menschen in all den vielen Kriegsgebieten mitmachen müssen, kann sich niemand wirklich vorstellen, der es nicht selbst mit allen Fasern von Schmerz und Leid durchlebt.

 

Träumen wir doch gemeinsam mal einen "bösen" Traum, der vielleicht am Ende nur Gutes bewirkt.

Träumen wir doch zunächst als Tagtraum-Vision mal folgendes:

 

Alle derzeitigen und in den Startlöchern stehenden Machthaber mit der typischen Portion von Egomanie, Weltmachtstreben, Landhunger, Unsterblichkeitsphantasien usw.  werden gemeinsam für drei Tage und drei Nächten in ihren eigenen Träumen z.B. in den Gaza-Streifen verfrachtet.  Doch nicht allein, sondern alle diese Übermächtigen mit ihren jeweils allerallerliebsten Lieben (wer immer das im Einzelfall sein mag). Mit Menschen, mit denen sie trotz ihrer politischen Eiseskälte emotional verbunden sind und bleiben, weil auch in ihnen noch ein Sehnsuchtsfunke von Menschlichkeit lebt - jenseits ihres kriegspolitischen Agierens.

 

Nun laufen sie in den Trümmern herum. Verletzt, blutend, traumatisiert. Die Kleidung teils zerfetzt, sie selbst hungrig, frierend und ohne Wasser. Keine Hilfe weit und breit. Einige der Angehörigen sind schon tot, andere liegen schwerverletzt unter den Betonklötzen der eingestürzten Gebäude,weinend, wimmernd. Die wenigen Hilfskräfte, die sich bemühen, haben aber für ihre Belange keine Zeit. Zu viele Menschen sind zu versorgen.

 

Sie begegnen sich also in diesem visionierten Albtraum, diese Mächtigen, die sich kaum noch erkennen. Jenem Albtraum, den sie für Millionen real erlebbar machen - und selbst in komfortabler Sicherheit sitzen. Nun sind sie ohnmächtig, schwach, hilflos, verzweifelt. Haben keine Macht mehr, irgendwem Befehle zu erteilen. Erleben, wie es ist, dass niemand mehr auf sie hört. Spüren den heißen Atem der Verwesung. Fühlen die Gebrechlichkeit ihres geschundenen eigenen Körpers. Der eine hat eine schwere Kopfwunde, der andere gleich beide Beine gebrochen, oder der Rücken ist verletzt… was auch immer. Sie erleben, dass sie nicht mehr und weniger wert sind, als all die anderen Verletzten und Toten um sie herum. All die Schreienden, Weinenden, Ohnmächtigen, denen ebenfalls nicht geholfen werden kann. Stundenlang stolpern sie herum. Sind desorientiert. Niemand mehr kennt sich aus. Alles ist nur noch Blut und Zerstörung. Die Hölle.

 

Dieser Traum, so meine friedliche Vision, ganz ohne Blut und Zerstörung,  sollte sich in drei aufeinanderfolgenden Nächten so oder so ähnlich für alle Kriegsverantwortlichen wiederholen. Mit immer wieder kleinen neuen Wendungen, was Schmerzzonen, Angst, Hoffnungslosigkeit angeht, damit eine realistische Bandbreite dessen erlebbar wird, was Millionen von Menschen tatsächlich real physisch und psychisch durch ihr Tun erleben müssen.

 

Rollentausch... - wenigstens in der Nacht, im Kopf, im Herzen, im Nervenkostüm... Sie erleben die Folgen ihres eigenen Tuns am eigenen Körper und dem ihrer Liebsten...

 

Dann eine Woche Pause. Denn sie müssen ja arbeitsfähig bleiben, werden noch gebraucht. Zum Beispiel für einen baldigen Friedensprotest.

Dann eine dreitägige Wiederholung dieses schieren Albtraums. Wieder eine Pause. Das Ganze mindestens in sieben Abfolgen.

 

Das dürfte vielleicht reichen, bis dahin tief genug ins eigene Schmerzbewusstsein vorgedrungen zu sein und sich mit einem gänzlich neuen und bisher unbekannten Verantwortungsgefühl im Wesen neu zu verbinden.

 

Die große erste Frage stellt sich ein: Was machen wir hier bloß! Und wozu eigentlich, angesichts der sonstigen großen Weltprobleme für die Menschheit? Wieso all diese Höllenerfahrungen für Menschen, die nichts als in Frieden leben wollen? Was machen sie alles dank unserer Untaten mit!?

 

Erkenntnisprozesse könnten beginnen! Mit etwas Glück greifen sie. Die Sehnsucht von Frieden keimt auf, angesichts des erlebten Albtraum-Traumas in gleich siebenfacher Wiederholung.

 

"I have a Dream!" – Ich habe auch einen. Nämlich mittels dieser unblutigen und vielleicht hochwirksamen Traum-Traumatisierung eine innere Umkehr jener Verantwortlichen zu erhoffen, in dem sie körperlich mit allen Sinnen fühlen müssen, was ihr Denken und Tun in Mitmenschen bewirkt, die sie brutal für ihre eigenen Ziele opfern.

 

Ab einem bestimmten Maß an Leid stirbt der Mensch entweder – oder er verändert sich. - Wäre da eine Chance, wenn schon sonst alles scheitert?

 

Träumen wir gemeinsam?

 

15.02.2024

Manipulation…

 

Und du selbst? -

Opfer oder Täter?

 

 

 

Ich doch nicht! Ich manipuliere nicht und niemanden. Never ever! Was soll also der Titel? So manch einer mag das zu Recht oder Unrecht fragen, wenn er ihn liest – im Zusammenhang mit "Du".

 

Die Sache ist komplizierter als sie aussieht. Denn Die Grenzen sind grausig ineinanderfließend. Wenn wir von Manipulation sprechen, haben wir meist einen Negativbegriff mit im Gefühlsgepäck. Hier wird eine Art von mentaler "Gewalt" ausgeübt, zumindest jedoch einen Einfluss, den wir eigentlich nicht möchten.

 

Doch die Manipulation hat viele Brüder und Schwestern im großen Clan vortrefflicher Verführer. Zarte, brutale, direkte, unbemerkte… Sie kurz und unvollständig aufzuzählen zeigt zugleich eben jene fließende Grenze, die es oft schwierig macht, das Ganze auch du qualifizieren oder moralisch zu gewichten. Als Beispiele taugen: Trick, Intrige, Machenschaft, Kunstgriff, Schachzug, Schliche, Winkelzug, Propaganda, Agitation, Reklame, Indoktrination, Beeinflussung, Suggestion, Verführung, Einwirkung, Lenkung und noch eine Reihe mehr von Möglichkeiten, auf Geist, Seele, Charakter eines anderen Menschen einzuwirken... ihn eben zu manipulieren.

 

Wir alle werden in diesem Sinne manipuliert. Darüber können wir uns empören, wie wir wollen, wir werden es gar nicht ausschalten können. Aber wir können all dem etwas entgegenhalten, wenn es uns nicht passt. Unseren eigenen Geist, unseren eigenen Willen. Voraussetzung ist dabei: Wir müssen diesen Akt der Einflussnahme auf uns erst einmal realisieren. Wir müssen nicht nur bemerken, dass er stattfindet, sondern auch wie und von wem und aus welcher Motivation heraus.

 

Das alles ist deshalb sehr umständlich und auch zeitaufwändig, weil es zu viele Einflussfaktoren auf zu vielen Gebieten des Lebens gibt, die uns ständig bombardieren. Politik auf ganzer Ebene, Mainstream-Kultur oder oft auch Un-Kultur, Gesundheitsfragen, spirituelle oder religiöse Fragen, Konsum, Werbung, Umgang miteinander, Einfluss auf die Erziehung unserer Kinder, Einfluss aller Orten auf alles, was uns irgendwie betrifft. Besonders stark seit ca. fast einer Generation: Der Einfluss der sogenannten Sozialen Medien, die sich oft aus dem asozialen Sumpf der Gesellschaft hocharbeiten und wirkmächtig werden, wenn wir uns dem unkritisch aussetzen.

 

Das Problem Nr. 1: Wir realisieren es meist oder oft nicht einmal. Es geschieht leise, untergründig, unterbewusst. Meinungsbotschaften können sehr subtil daherkommen. Sind sie dazu auch noch sympathisch verpackt, packt es uns oft noch schneller, weil das Sympathische uns ja öffnet. Auch das oft unbewusst; es reicht ein inneres JA-Gefühl zu etwas, das gar nicht verstanden und durchdrungen wurden und schon sind wir: im Sack!

 

Wir können uns wehren. Gegen alles. Es braucht nur unsere volle Aufmerksamkeit. Es braucht auch den Willen, all das sehen und verändern zu wollen, was mit uns geschieht. Eine hellwache Selbstbeoachtung ist  unverzichtbar. Wir sind trotz der enormen Einflüsse keineswegs machtlose Marionetten.

 

Wir sind zudem auch: Täter!- Oha! Das hören wir weniger gern.

 

Denn natürlich manipulieren wir auch. Vermutlich tagtäglich. Den Partner, die Kinder, die Kollegen, den Chef, den eigenen Clan, die Freunde… und schlimmstenfalls uns sogar noch selbst. Wie wir das machen, wissen wir schon ganz genau. Dafür braucht es keinen tiefenanalytischen Blick, sondern lediglich ein bisschen selbstkritische Ehrlichkeit. Wir selbst arbeiten mit Charme, Verführung, Über- oder Untertreibung (je nachdem, was gerade gebraucht wird), wir arbeiten mit Drohungen und Komplimenten, arbeiten mit treuem Augenaufschlag oder auch mit der Lüge, mit Betteln, Flehen oder Versprechen…

 

Auch das ist nur ein wenig aus unserem reichhaltigen Werkzeugkasten, mit dem wir alle uns auch gegenseitig manipulieren. Denn auch wir haben Interessen. Berechtigte Interessen, wie wir selbst finden. Denn auch wir brauchen nicht nur Überlebensstrategien fürs Existenzielle, sondern auch Herzerfrischendes fürs Gemüt (Lebensfreude und co.), ausreichend Geld auf dem Konto (Gehalt, Karriere, Chef usw.) und auch einen befriedigten Geist, der lebenslang fit bleiben soll und sich mittels so mancher Manipulation aufs Denken unserer Mitmenschen sogar enorme Vorteile verschaffen kann.

 

So manch banale Manipulation auch aus dem eigenen Kreis der Lieben kennt man schon: Man wird zu irgendeinem Anlass beschenkt und der Schenker preist noch vor Öffnung des Geschenkes den enormen "Wert" des Geschenkes an. Nein, nicht, was es gekostet hat, das wäre primitiv. Aber wie ungeheuer toll das Geschenk ist, und was es ihm selbst schon gebracht hat usw… Mit anderen Worten: Vorsicht beim Öffnen! Es ist völlig klar, dass man bei dieser lautstarken Vorrede nun kein enttäuschtes Gesicht zu ziehen hat, sondern freudig in diesen bereits manipulierenden Jubel des Schenkers über sein "fantastisches Geschenk" mit einstimmen soll, damit man dem Schenker nun umgekehrt aus Höflichkeit diese Freude zum Geschenk macht, auch wenn der zu Beschenkende heimlich denkt: "Das Zeug brauchte er wohl selbst nicht mehr!… Ich brauch's auch nicht… Aber das kann ich unmöglich jetzt sagen." -

 

Eine kleine, häufige, typische Alltagsmanipulation. 

Wir werden in großen und kleinen Dingen ständig damit traktiert, wie wir etwas zu finden haben, was wir zu lieben haben, was wir unbedingt brauchen, wen wir auf gar keinen Fall wählen dürfen, was uns glücklich macht und was absolut unverzichtbar für ein gutes Leben ist.

 

Was also ist zu tun? – Eigentlich das, was immerzu zu tun ist: An der Wirklichkeit erwachen!

 

Weg mit unserem romantisierenden, verharmlosenden Blick an der falschen Stelle des Lebens! (An der richtigen, dürfen wir ihn gern behalten!)  Es ist zu realisieren, was mit uns selbst passiert und was wir mit anderen Menschen machen. Kritik und Selbstkritik sind weiter auf eine konstruktive Spitze treiben. Also auf keine, die uns etwa als Opfer oder als Täter lähmt, sondern auf eine die uns um Besten aller und unser selbst umformt.

 

Egal, wie alt oder jung wir sind. Wir sollten formbar bleiben. Doch das nicht unter der Knute eines anderen Willens, sondern allein durch uns selbst.

 

 

 

 

 

14.02.2024

 

 

Mir ist nach Jammern!

Eigentlich ist es ja nicht so mein Ding: Die Rumjammerei. Das Selbstmitleid. Das Elendigfühlen als Botschaft an die Welt.  - Lächerlich! Und trotzdem habe ich das Gefühl, es hier und jetzt und heute mal kurz zu dürfen. Schon wieder ein neuer Virus. Oder lass es eine Sturzflut von Bakterien sein. Wer weiß das schon so genau. Und Labore, die von der Krankenkasse bezahlt werden, suchen auch nur nach wenigen Kriterien. Insofern kann es ja sein, dass mich längst ein neuer Alaska-Virus im Griff hat. Oder Bakterien aus der immer schneller auftauenden Tundra mit unseren genetischen Urahnen-Spezis, gegen die kein Antibiotika und auch kein Kraut der Welt hilft. 

 

Seit Anfang Dezember läuft das Spielchen hin und her. Gesund, krank, halbgesund, halbkrank, neu krank, heftig krank, bisschen gesund, besserfühlen, Rückschlag, heftig, und wieder neu krank. Seltsam. Seltsam zuverlässig, dass es einfach nicht endlich mal in eine vollständige Gesundheit übergeht, die wenigstens mal 3 Wochen anhält.

 

Gestern las ich (wenigstens lesen kann ich noch, wenngleich mein Schreiben aufs Minimum runtergefahren ist), dass in der braven reichen Schweiz angeblich auch die Bude brennt. Überübervolle ärztliche Wartezimmer, wo man sich erst gar nicht mehr blicken lassen muss, um sich nicht noch 20 weitere Virus-Bakterien-Stämme zusätzlich einzufangen. Warum also sollte es mir besser gehen.

 

Dennoch mache ich mir so meine Gedanken: Erkältungssymptome, die harmlos bis erschreckend sein können, kennt jeder von uns und viele auch mehrfach im Jahr. Soweit normal. Nicht normal  scheint aber auch jenseits meiner Person die Tatsache zu sein, dass es sich mehr und mehr um langlebige aggressive Stämme zu handeln scheint, die offenbar immer schwerer zu bekämpfen sind. Wäre ich noch im normalen Arbeitnehmerstatus, dann hätte ich mittlerweile ein echt massives Problem wegen ständigem Ausfall. Ein Glück also für mich, dass mich dieser Zirkus auf der Immunschwächungsebene im Rentenalter als Freiberuflerin erwischt.

 

Nun kamen zu den geschilderten Symptomen zusätzlich noch eine Nierenbeckenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden musste, weil nicht ganz ungefährlich, wenn man das verpatzt. Zudem noch weitere Entzündungsherde, die Rücken und Knie beeinträchtigten, was dem Ganzen dann die Krone aufsetzte. Doch immerhin bekam ich das Antibiotika, was ja längst nicht mehr selbstverständlich ist, wie wir seit einigen Jahren wissen. Fast alles kommt aus China. Auch so'n Ding des wirtschafts-politischen Versagens oder Verschlafens. Denn nicht nur ICH schwächele hier herum, sondern zunehmend mehr auch das wirklich Wichtige: Unsere Infrastruktur der Versorgung mit mehr und mehr lebenswichtigen Medikamenten - mit dem Zusatz, dass zugleich immer mehr antibiotikaresistente Bakterien die schöne neue Welt erobern. Was wird das erst werden, wenn die Abermillionen Keime dank des ungebremsten Methanausstoßes aus dem Tundragürtel der gesamten Erde ihren Marsch in unsere Atemluft antreten?

 

Mein Kranksein? Ist zu vergessen! Ich bin nur einer von fast 9 Milliarden anderer namenlosen Individuen. Aber das Kranksein der Erde, des kollektiven Geistes in seinem Dauerversagen, all der Verrückten auf dieser Welt, die Macht und Krieg und Krieg und Macht wollen: Das kann zum bösen Debakel werden... und das ist dann mehr als nur eine ungewöhnlich lange Erkältungsphase.

 

13.02.2024

 

Karneval-Nachlese

 

Obszön? Ja.

 

Richtig? Ja.

 

Es waren die Düsseldorfer am Rosenmontag, die vor allem politisch-kritisch  zulangten. Sie schufen jenen  besonders krassen Mottowagen, der mal wieder alle Tabus hinter sich ließ. Gut so. Denn es ist wichtig, dass sich die Volksseele hin und wieder Luft gegen die Übermächtigen schafft, die die Welt in ihrem tödlichen Atem gefangen halten.

 

Putin zum Beispiel. Hier dann im Karneval die Kombination von Putin und Kirche. Diesmal nicht die Katholiken, sondern die Orthodoxen mit ihrem Patriarchen Kirill. Jener "Gottesfürchtige" kniet vor Putin in eindeutiger Pose und besorgt sein "Geschäft"… - Orale Befriedigung, die man jetzt auch noch tiefenpsychologisch auslegen könnte. Und das natürlich im Angesicht und Namen Gottes, versteht sich. (siehe unten Link zum Bild) - Doch Hand aufs Herz, was genau ist obszön? Der Motivwagen? Nein, es ist die Wirklichkeit hinter dem Bild an sich!

 

Krasser geht's nicht. Klarer allerdings auch nicht. Wahrer wohl ebenfalls nicht, was dem Ganzen dann allerdings dann tatsächlich die Krone aufsetzt. Denn in seinem tödlich-politischen Handwerk auch noch von Gott durch einen seiner (wie vielen?) Stellvertreter auch noch "gesegnet" zu sein, lässt einem kranken Hirn noch mehr Spielraum für ausufernde Machtphantasien. Und das ganze jetzt auch noch im Doppelpack mit Trump, der ihn auffordert, uns alle nur einzukassieren, wenn wir nicht willig sind...

 

Es kommen immer härtere  Zeit auf uns zu. Ist der Aufruf zu neuen Kriegstüchtigkeit da sinnvoll, richtig, alternativlos? Wollen wir ernsthaft so etwas wie den 3. Weltkrieg, der uns mehrfach offen oder versteckt angedroht wird, zur Wirklichkeit werden lassen? In 6 bis 7 Jahren wären wir angeblich ja so weit, wenn wir es jetzt ernsthafter als bisher mit der Aufrüstung betreiben. Schöne Aussichten!

 

Aber was bleibt uns übrig, denn die Verhältnisse nun einmal so sind, wie sie sind?

 

Es gibt viele Überlegungen. Aufrüstung ist zum Glück nur eine davon, aber nicht die einzige Alternative. Ob die anderen jedoch eine ernsthafte Chance haben, weniger blutig, weniger zerstörerisch, weniger tödlich sind, ist die Frage, die noch unbeantwortet im Raum steht. Denn was macht man, wenn man angegriffen wird? Man will sein Leben retten… seine Freiheit…

Manchmal stellt sich die grausige Frage: Lieber tot, aber frei… - wobei die Freiheit des Toten dann auch zu reflektieren ist.

 

Oder lieber unfrei, aber lebend und mit der Option auf Veränderung durch eine neue Form der zivilen Verweigerung? Kann ein Mensch wie Putin (derzeit 72) beispielsweise ganz Europa in die Knie zwingen und einen Sieg erringen, wenn doch die Schlacht gegen die Ukraine allein schon militärisch offenbar so schwierig ist?

 

Und haben nicht alle Menschen nicht wirklich alle genug Sorgen, Ängste, Nöte, als dass uns diese primitive Barbarei auch noch zugemutet werden muss?

 

Karnevalsmotivwagen haben leider vieles auf den Punkt gebracht. Lösen jedoch müssen wir die Probleme ganz jenseits jeden Spaßes.

 

(leider liegt mir kein Bild des Motivwagens zur freien Verwendung zur Verfügung; deshalb dafür dieser Link)

https://www.ksta.de/panorama/rosenmontag-duesseldorf-karneval-zug-zoch-wagen-motive-jacques-tilly-putin-trump-scholz-wagenknecht-737582

 

 

 

12.02.2024

 

 

Ich habs verpatzt!

Sorry, ihr Jecke... et is Karneval und ich schreib hier seit Tagen ernstes Zeug. 

 

Warum? Ich habs verpennt... dat Karneval is...

 

Dat jibbet net? Doch! Leider doch!

 

Ich weiß, man mag so'n Quatsch doch gar nicht glauben, so mittenmang im Rheinland. Is abba so!

 

Nächstes Jahr kümmt dafür eine Satire zur richtigen Zeit.

Oder was ganz Blödsinniges...

 

Also noch viel Spaß beim Feiern... geht ja noch  morgen weiter. Jedenfalls bei uns in der Gegend...

 

12.2.2024

 

Fremde Gedanken im eigenen Kopf

 

oder

 

Was nicht in uns schweigt, ist unser Neugierde

 

Jeder kennt es. Doch nicht jeder beobachtet es auch genauer. Manche nehmen es hin, gleich so wie man einen Regenschauer hinnimmt oder die Begegnung mit irgendeinem Fremden. Jeder kennt es: Es springen fremde Gedanken in den eigenen Kopf.

 

Was daran ist fremd? Es hat nichts, aber auch gar nichts mit uns zu tun. Es kommt wie aus dem Nichts. Und manchmal verschwindet es auch gleich wieder. Es kann Bruchteile von Sekunden dauern. Es kann sich aber auch festsetzen, wenn man es einlädt, sich doch bitte im eigenen Geist kurz niederzulassen. Komm, setz dich hin, du fremder Gedanke! Sei mein Gast! Vor allem sag mir, was du von mir willst!

 

Der Gast bleibt still. Man selbst ist es, der das Gespräch mit ihm beginnen muss, will man Kontakt zu ihm aufnehmen. Einzig was er mitbrachte war: sich selbst. Ein Gedanke nur. Ein Gedanke, es kann auch ein Begriff oder ein Gefühl sein, an etwas, mit dem wir eigentlich wenig oder nichts anfangen können.

 

Kein Wunsch steckt dahinter. Wie beispielsweise der Gedanke an eine exotische Urlaubsreise, die man sich nicht leisten kann. Keine Sehnsucht wird angesprochen. Nicht einmal eine Sorge, die lastet. Was angesprochen ist, ist oft so entsetzlich banal, dass diese Frage nach dem Sinn zu quälen beginnt. Dabei kann der Inhalt so verschiedenartig sein, wie die Dinge des Lebens halt so sein können.

 

Unerfindlich also, was da kurz in uns Platz genommen hat. Unergründlich und rätselhaft. Dabei so unspektakulär, so ich-fern und kaum geeignet, miteinander überhaupt in Beziehung zu treten. Also so von Gedanke zu Gedanke. Vom eigenen einladenden Gedanken an dieses neue Kuckucksei im Kopf, das tatsächlich irgendein komischer Vogel da hineingelegt hat.

 

Was soll das Ganze? Es bleibt ja unerklärlich, weil der Fremdgedanke schweigt. Was nicht schweigt, ist unsere Neugierde. Sie will's nun wissen. Was hat es mit dir auf sich, du stummer Klotz, du Holzkopp zwischen meinen Synapsen? Schleichst dich bei mir ein, aber äußerst dich nicht. Was willst du von mir. Los, erkläre dich!

 

Natürlich bleibt er still. Er spricht sich nur dadurch aus, dass er eben ein kurzer Gedanke ist. Keiner, der schon reflektiert ist, keiner der sich lautstark kritisch zu Wort meldet, keiner, der an mir rummäkelt oder an anderen, nichts fordert, sondern einer, der einfach kurz da ist, zum Verschwinden jederzeit bereit.

Merk-würdig!

 

Ist er tatsächlich würdig genug, dass ich ihn mir merke? Ist er Botschafter einer baldigen Zukunft, deren Möglichkeit ich noch nicht kenne. Ja, kommt er mir aus einer fernen Zeit entgegen und ist gar nicht rätselhaft, weil es doch nur an meiner Erinnerung liegt, den Zusammenhang zwischen ihm und mir neu zu erkennen. Auch die Zukunft birgt Erinnerungen, wenn wir die Akausalität der Zeit nur einmal kurz auf den Kopf stellen. Und schwupps ist die Vergangenheit veränderbar, auch wenn wir es noch nicht so ganz verstehen, wie wir das bewerkstelligen.

 

Was genau war es, womit du dich bei mir eingeschlichen hast? Dieser seltsame Gedanken:  "Übermorgen spielt Musik".

 

Ich muss lächeln. Ich selbst spiele keine Musik. Bedauerlich. Höre leider auch viel zu wenig, weil ich beim Schreiben und Lesen zwingend Stille brauche. Denn Konzentration und Intensität beleben sich in mir nur dann, wenn Stille meinen inneren und äußeren Raum füllt.

 

Übermorgen spielt immer irgendwo Musik! Klaro... Heute, gestern, morgen auch. Immer spielt Musik. Was willst du? Was soll das?

 

Hallo Gedanke. Du bleibst rätselhaft. Aber schön, dass wir uns kennenlernten.

Und was übermorgen dann tatsächlich ist: Ich werde es aufmerksam beobachten.

11.2.2024

 

Und dann war plötzlich

alles doch

ganz anders ...

 

 

Ich schrieb gelegentlich schon einmal darüber: Eine meiner Literatur-Vorlieben gilt neben Fachbüchern besonders auch guten Biografien. Reizt mich eine (meist schon verstorbene) Persönlichkeit, mehr und noch genaueres über sie zu erfahren, lese ich in der Regel Biografien verschiedener Autoren über diese Person. Weiß ich doch selbst, wie jeder Schriftsteller auch immer ein stückweit sein Subjektives, sein Persönliches mit einbringt, wie bewusst oder unbewusst auch immer. Und das ist auch gut so, natürlich und letztlich fast unumgänglich, weil sich das Individuelle als Prägestempel und Interpretationsnotwendigkeit in solchen Zusammenhängen nicht ganz verhindern lässt.

 

Gleichzeitig kann es im Sinne eines realistischen Bildes dabei zur Schmalspur werden. Denn man kann – vor allem wenn es dazu noch richtig gut geschrieben ist –  in eine Meinungs-Richtung oder zu einer Sichtweise ge- oder ver-führt werden, deren allzu subjektive Färbung man doch vermeiden wollte. Denn wir alle sind beeinflussbar. Vor allem dann, wenn unsere Gefühle im Guten, wie im Bösen angesprochen sind. Da bricht sich dann schon einmal öfter Sympathie oder Antipathie Bahn.

 

So erging es mir jetzt auch mit gleich verschiedenen Rilke-Biografien, die ich in letzter Zeit las. Je mehr ich las, umso mehr brauchte ich neue Vergleiche zum eigenen inneren Bild, das bisher in mir selbst entstanden war. Letzteres jedoch zuvor noch ohne Hintergrundinformation, denn mit Rainer Maria Rilke als Mensch hatte ich mich niemals beschäftigt. Mir reichte es bisher, mich an seinen wunderbaren und teils wundersamen Texten zu erfreuen… ja zu ergötzen. Denn sein Stil mit der innewohnenden Kraft der Berührung ist zu Recht Weltliteratur.

 

Und nun ändert sich zwangsläufig mein Bild von ihm. Denn das Bild, das ich vorher hatte, war doch nur reines Gefühlsprodukt meiner Fantasie, die beim Lesen seiner Werke entstand. Natürlich stach dort die Tiefe und die Sensibilität all seiner hellwachen Sinne hervor. Vielleicht auch jener natürlichen Übersinne, die in vielen Menschen noch nicht erwacht sind und bei ihm jedoch schon eine Wahrnehmungstiefe erreichten, die später vielleicht einmal eine neue Menschheit zieren wird. Denn auch die geistige Evolution schreitet in kleinen Schritten voran; … langsam, aber sie schreitet. Und auch kann man beim Lesen ahnen, dass seine Texte nicht nur aus Freude, sondern auch aus schwerem inneren Kampf oder Verzweiflung an so mancher äußerer Realität entstanden. Der Anfang der ersten Duineser Elegien weiß vom "schrecklichen Engel"…

 

Doch welch ein Exzentriker er dann im wahren physischen Leben war, welche ganz anderen Schwächen er neben seinem Sprachgenie hatte, wie er mit Menschen umging, was ihn anzog, was ihn verletzte, wo er wie bei wem um etwas betteln musste, was ihn weiter und weiter trieb, unruhig werden ließ, um die innere Ruhe zu finden,  was ihn faszinierte, abstieß und was ihm Einsamkeit bedeutete, selbst oder auch trotz seiner vielfältigen Beziehungen, wurde mir erst durch die verschiedenen Biografien klar. Staunenswert klar.

 

Das Ergebnis war ernüchternd und wertvoll zugleich. Ich lese ihn jetzt anders. Realitätsangemessener. Das ist wichtig, weil es seiner Wirklichkeit ein klein wenig näherkommt als mein falsches inneres Bild, dass ich mir vor jeder konkreten Information innerlich intuitiv geformt hatte.

 

Seit wirklichkeitsgemäß!  - Das ist einer meiner eigenen Leitsprüche, die ich zum Wachsen weiterhin brauche. Das gilt auch für alle inneren Bilder, die ich mir von den Menschen, den Dingen, dem Sein an sich mache. Das Träumen muss ich deshalb nicht aufgeben. Und auch die Kräfte meiner Fantasie werden dadurch nicht heruntergebremst. Eigentlich werden sie durch solche Korrekturen nur erweitert… wirklichkeitsgemäß erweitert um weitere Wirklichkeiten, die mir die bisher Fantasie versagte. Und ist es nicht immer noch so, dass die Wirklichkeit die Fantasie oft um Längen schlägt? Doch für dieses Erleben braucht man besonders viel Fantasie und dazu ein tiefes Eintauchen in die immer vorhandene erweiterte Realität.

 

Schön, dass es Rilke gibt.

Einer der bleibt, auch wenn er tot ist.

 

Gut, dass es auch viele gute Biografen gibt.

10.02.2024

 

Heute sind die Kinder dran!

 

Gleich kommen die Kinder.

Kinder pfeifen auf meine Texte! Gut so.

Sie brauchen mein Lachen, meine lustigen Ideen, meine Liebe. Mein Herz.

Sollen sie haben. Steht ihnen zu.

Schöne Stunden mit den Enkelkindern. Freude auch für mich.

 

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Die anonymen Überraschungen an ganz andere Kinder sind verschickt... - siehe Beitrag vom 8.2.24

Möge ihr Staunen ins Lächeln übergehen... und eine schöne Erinnerung bleiben.

 

09.02.2024

 

 

 

Treibholz, ich.

 

 

 

Treibholz bin ich im Strom meines Lese-Flusses, der mein Leben belebt. Zu anderen Zeiten bin ich Fluss, Meer, Stille, Sturm. Woche für Woche ein neues Buch. Es braucht Sorgfalt, den großen Bedarf zu organisieren. Denn nie ist es die Menge, die mich reizt, sondern immer die Wucht des Stromes, den ein Buch an die Gestade meines eigenen Lebens spült. Eine Wucht, die Größe von Tragik und Kleinheit birgt, die Genies und Gescheiterte mir gleichermaßen vors innere Auge stellt.

 

Ich lebe, während ich selbst ganz anders lebe, ein Teil ihres Dramas mit, das sie erlitten. Meine Gefühle fürs Geschehene sind tief, meine Gedanken konzentriert. Ich liebe es, nachträglich an ihrem Glück, ihrem Erfolg teilzuhaben, als gehöre er der Menschheit an sich. Ich trauere um die, die mit all ihren unendlich schönen Talenten und starken Bemühungen dennoch zu Lebzeiten nie zum Ziele kommen durften. Was sie alles erlitten!

 

Dort, wo sich das Authentische zeigt, wo es mit Sorgen und Mut, Verzweiflung und ungebrochener Zuversicht immer wieder neu das Leben erobert, leben Elemente in mir auf, die die Kraft einer Brandung in sich tragen. Ich lasse sie gegen mich toben, als ginge es um mein Leben. Dabei ist es das Leben der anderen, derweil mein eigenes Leben in völlig anderer Weise zwischen Stille und Sturm sein Eigenwesen erprobt.

 

Kein Stellvertreterleben also! Dafür ist meines selbst zu spannend und intensiv, wie äußerlich scheinbar unspektakulär. Aber was heißt das schon, wenn man noch nicht den inneren Blick in jene Abgründe zu tun wagt, den doch die meisten Menschen meiden, weil sie um ihre innewohnenden Himmel und Höllen ahnen. Und auch spüren: Dieser Kraft meiner eigenen Unauslotbarkeit bin ich noch nicht gewachsen. Ich bin mir selbst noch nicht gewachsen!

 

Der Tiefenblick birgt immer auch den Verlust der Unschuld. Er weiß genauer als je zuvor um das Gute und das Böse und all die Facetten dazwischen, die uns anspringen, uns selbst zu entdecken. Besonders reich kann man an diesem üppig gedeckten Tisch der Menschwerdung teilnehmen, wenn man sich den Biografien zuwendet, die es wert sind, gelesen, ja seelisch inhaliert zu werden.

 

Das Staunen ist groß über all das, was so viele Gescheiterte und Genies gleichermaßen als Faustpfand ihrer Bemühungen zu zahlen hatten. Nicht selten das Leben selbst. Sei es auf dem Scheiterhaufen, der Folterbank, dem Kerker.

 

Was reizt mich so sehr an Biografien all dieser Helden und Antihelden? Die Frauen auch gern vorne weg…sie bilden eine besondere Klientel der Ungerechtigkeit und Verhindung. Nein, ach, es ist nichts geschlechterspezifisches der Biografien, sondern etwas das von der Größe eines Menschen inmitten einer ganz anderen Menschheit, die davon zeugt, was einzelne Individuen oft unter unsäglichen Bedingungen dennoch zu erreichten vermochten... oder auch nicht.

 

In dieser teils tödlichen Vergangenheit liegt ja unsere lebendige Zukunft. Die, von denen ich spreche, waren die Protagonisten von Vision und Mut, von Verlangen, Sehnsucht und dem Zeugnis, das wir selbst die Schöpfer unserer Wirklichkeit sind. Künstler, Wissenschaftler, Namenlose, Pioniere, Abenteurer, Unbekannte, Genies...

 

Wie Treibholz im Fluss lass ich mich mitziehen durch diese vielen unvergleichlichen Lebensdramen. Stoße immer wieder neu an Ufer, die nicht die meinen sind. Die Ufer der anderen, die, die mich riefen: Komm schau dir mein Leben an!... und wachse daran!

 

Ich verweile gern an solchen Ufern. Und oft sehnt es mich nach solchen Plätzen zurück, wo sie lebten, liebten, litten, starben, während die Wucht meines eigenen Stromes längst weiterfließt, seinem eigenen Meer entgegen. Einem Meer, das mir noch fremd ist, doch näher und näher kommt.

 

Treibholz hat alles Wesentliche verloren, was es ehemals als Baum war?

Man kann es auch anders sehen: Es hat sich auf das Wesentliche hin konzentriert. Es offenbart seine letzte eigentümliche Schönheit und Stärker im Authentischen. Wohl dem, dessen Sinne dafür offen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

08.02.2024

 

 

Überraschung

 

 

Überraschungen sind nicht immer willkommen. Jedoch sehr wohl, wenn sie Angenehmes enthalten, das mit Null Verpflichtung verbunden ist. Zum Beispiel ein völlig anonymes Geschenk. Von irgendwoher. Wie oft bekommt man das im Leben? Vermutlich bekommen es die meisten Menschen: niemals!

 

Ist doch eigentlich schade, dachte ich mir heute Morgen nach dem Aufstehen. Auch wenn man die vor Überraschung blitzenden Augen nicht persönlich sehen kann, so kann man sie sich doch vorstellen. Und auch wenn man  - wegen der Anonymität des Schenkers – dann natürlich auch keinen Dank zurückerwarten kann: klar, das ist mit eingepreist in die eigene Freude, selbst der Schenker zu sein.

 

Schön sollte es sein, was man schenkt. Oder brauchbar für den Alltag – in jedem Fall  Herz und Sinne erfreuend. Um Letzteres geht es mir. Eine Überraschung an drei Kinder. Kein Ostern ist schon angesagt, kein Weihnachten oder Geburtstag stehen an. Kein Fest, keine Einschulung, kein Abschluss. Es steht nur ein ganz normaler Tag an. Einer, von dem man eigentlich nichts erwartet.

 

Und dann kommt eine kleine BüWa. Eine sogenannte Bücher-Waren-Sendung der Post. Ohne Absender. Aber mit einem kleinen Brief – ohne Unterschrift. Darin ein kleiner Edelstein. Oder sagen wir: Halbedelstein, mal schauen. Noch habe ich ihn nicht ausgesucht. Ein kleiner Talisman für die Tasche, der Glück bringen soll.

 

Soll man Kinder etwa anonym schon mit Aberglaube traktieren? Nein, aber man soll sie erfreuen, überraschen, was sie vielleicht lebenslang nicht vergessen werden. Mit etwas Glück im Erinnerungsgepäck erinnern sie sich dann als Erwachsene später einmal daran, wie der Talisman zu ihnen kam… und sie vielleicht und bestenfalls an "ihn" glaubten…

 

Ein Glaube an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten. Es wird in das Kinderbriefchen auch so hineinformuliert, auf dass innere Kraft und Freude zugleich entzündet werden kann. Ob das Steinchen dann mit zum Spielplatz geht oder in ein Kästchen im Kinderzimmer aufbewahrt wird, ist völlig unwichtig. Wichtig ist: Der kleine "Wunderstein", der die Kinder immer an Kraft und Mut erinnern wird, ist der ihre. Ganz persönlich… und wird immer seine Kraft behalten.

 

Ich freue mich schon selbst auf diese geheime Aktion. Auch wenn es schade ist, dass ich die Freude nicht sehen kann. Aber dafür ist dann das Geheimnisvolle gewahrt, das wichtiger ist als meine Schenkfreude daran. Und wer weiß es schon: Vielleicht entzündet dieser kleine Akt sogar eine Form des Selbstvertrauens, das bis tief ins Leben hineinwächst und sich entfalten wird.

 

Ich hoffe, mir bleibt Zeit und Muße, es in ein ganz neues Märchen einzubinden.

 

07.02.2024

 

Aus der Nacht:

Wurzeln

 

 

Ich erwachte mitten in der Nacht. Es ist nicht ungewöhnlich. Gedanken sprangen in meinem Kopf hin und her. Hatte ich von Wurzeln geträumt? Ich weiß es nicht. Aber der Begriff forderte mich nun in der Dunkelheit heraus. Der müde Körper musste dem hellwachen Geist die Bahn für eine kurze Zeit freigeben.

 

Mit Wurzeln assoziiere ich lange, starke sich windende holzige Gebilde, die sich Zentimeter für Zentimeter in das Erdreich vorschieben. Dünner werdend in ihren immer feineren Spitzen und dennoch aufnahmefähig für alles Lebensspendende, das die Erde bietet. Zum Schutze ihrer Ganzheit, die ein Baum sein mag oder ein Strauch. So das erste Bild.

 

Es überlagerte sich noch während des nächtlichen Visionierens durch die Möglichkeit, Luftwurzeln zu bilden. Gebilde eines Wuchses, eines lebenden Wesens, dass sich nicht im Erdreich das Nötige zum Wachsen und Gedeihen nimmt, sondern aus der Luft. Erstaunlich, was da offenbar alles zu finden ist.

 

Das Bild war noch nicht zu Ende gefühlt, da kamen schon die Wasserwurzeln. Feine, weiße Dingelchen, die das dritte Element des Wassers optimal auszunutzen wissen.

 

Und was ist mit Feuerwurzeln, fragte ich mich? Die kenne ich nicht. Doch dann musste ich an die Urwälder in Oregon denken. Nein, keine Feuerwurzeln, aber das Feuer als dennoch lebensspendes Element, ohne das nichts möglich ist. Brennen müssen sie, damit der Samen aufgeht. Mächtige Feuersglut, unbändige Hitze, die alles andere zerstört, ist ihr Lebenselexier: Die Küstenmammutbäume, die Sequoias.

 

Aber ging es um Bäume? Nein. Es ging um Wurzeln. Um Pflanzenwurzeln? Nein, nicht wirklich. Nur im Bild. Im Nachtbild, aus dem Schlaf kommend. Es ging um meine Wurzeln. Vielleicht auch um Deine, die Du gerade hier mitliest? Wer weiß es schon. Denk, wenn Du magst, darüber nach.

 

Wir sind bestenfalls gesund mit der Erde verwurzelt. Dennoch sind wir Entwurzelte, weil dort, wo wir herkommen, wir zumeist unser Heimatgefühl nicht erinnern, es vergessen haben. Darüber ein Schleier, den wir oft nicht aufzudecken wissen. Aber wir fühlen die vier Elemente in uns, die uns dem näherbringen können.

 

Die starke Verbindung zur Erde, die wir brauchen, um als Mensch eine ausreichende Bodenhaftung zu bekommen. Die Realität zu durchdringen, die nur vorübergehend eine von vielen ist?  Unsere Luftwurzeln greifen in die Höhe, nach dem Geistigen, nach dem uns Fremdgewordenen, das sich wieder mit uns verbinden will. Ahnen wir es? Glauben wir es oder ist es ein Luftgespinst?  Entspricht vielleicht die Stärke und Tiefe einer gesunden Erdenwurzel auch dem Vermögen des Himmelergreifens? Vielleicht geschieht es in Symbiose und Solidarität.

 

Unsere Feuerwurzeln? Sollen wir sie dem feurigen Geist oder dem feurigen Temperament unseres Wesens zuordnen? Was in uns muss so befeuert werden, das wir mit diesem Wurzelwerk das Wesentliche erreichen: Unsere Schöpferkraft. "Der Heilige Geist wird über euch kommen". Eine Pfingstbotschaft, die als Synonym vielleicht passt. Mit Feuerzungen werdet ihr sprechen.

 

Und was ist mit dem Wasser des Lebens für uns Menschen? Was ist es, dass ein Fließendes in uns den immerwährenden Gang aller Veränderung in sich birgt? Unser Blut? Unsere Lebenssäfte --- sie sie der körperliche Ausdruck für unsere fließende Gedankenkraft, die sich von keinem Wehr aufhalten lassen sollte, wenn es ansteht, uns zu überfluten? Ist nicht das Schwemmland der großen Flüsse die größte Ansammlung einer reichen Muttererde, die uns die Früchte des Lebens bringt?

 

Weiter kam ich in dieser Nacht nicht. Ich schlief wieder ein.

 

Traumlos.

 

06.02.2024

 

 

Schleichende Vergiftung

 

 

 

Liest man gute Bücher, so haben diese nicht selten eine Wirkkraft, die uns vom Lesen kurz Abstand nehmen lässt. Man taucht aus dem Gelesenen wie aus einer Tiefe auf, schöpft neu Atem und gleitet über in die Realität des eigenen Seins, der Gegenwart. Oder auch in die anderer Menschen, die zwangsläufig erinnert werden.

 

So erging es mir beim Lesen der Lou Andreas-Salomé-Biografie im Hinblick auf ihr Liebesleben mit Rainer Maria Rilke.

 

Auch da war es so, wie in vielen Beziehungen zwischen Menschen offenbar unvermeidlich, nur eine gewissen Zeitspanne, wo der Honeymoon des Lebens leuchtete. Dann zerbröselte das, was einst die Himmel verhießen. Sie war genervt. Von ihm, seiner Art zu sein, brauchte neue Luft zum Atmen, wollte frei sein. Frei sein - warum? Wozu?

 

Die Schriftstellerin und frühe Intellektuelle begriff wohl tiefer als die meisten Menschen, dass der eigene Innenraum nicht mit einem Partner (Liebes-Objekt-Subjekt) gefüllt werden sollte oder darf, sondern letztlich doch mit sich selbst. Nicht im narzisstischen Sinne, nicht aus krudem Egoismus, sondern als Möglichkeit des Ganzwerdens, des inneren Wachsens, des Heilens an allem, was uns im Leben anficht. Eigenfülle als schöpferisches Akt des Werdens, wenn bestimmte Ziele oder Anforderungen noch nicht erreicht sind. Das mag nicht für jede zwischenmenschliche Beziehung gelten, jedoch vermutlich für alle, die den eigenen Innenraum authentisch durch sich selbst schmücken möchten und nicht durch und mittels eines Surrogates eines anderen Menschen. Hat das noch mit Liebe zu tun. Aber ja. Sehr... doch es gibt viele Lesarten, über die zu schreiben, nachzudenken und zu fühlen wäre.

 

So, wie ich es hier schreibe, hat Lou Andreas-Salomé es nicht gesagt. Es ist meine Interpretation des Gelesenen. Sie war wohl auch deshalb so stark und heftig, weil ich sehe, wie viele Menschen um mich herum noch in dieser Toxizität ihrer Beziehungen gefesselt sind. Nicht bereit, sie zu lösen, gar wenigstens zu entwirren, um zu sehen, wo in wie die Lebensfäden des anderen sich längst so gefährlich verworren und unheilsam verknotet haben, dass eine innere Eigentständigkeit im Keim erstickt wird. Der andere soll den Mangel füllen, den man nach und nach, in homöopathischer Dosis, nach ersten Fülle, die manchmal Überfülle sein kann, nun mehr und mehr verspürt.

 

Die Beziehung nervt. Der andere nervt ausgerechnet damit, was man vorher so anziehend fand. Zu viel des Guten, das nun zum Hemmschuh wird? Jeder Fall liegt ein wenig anders. Doch in vielem liegen allzu viele Fälle gleich: Die schleichende Vergiftung des falschen Ansatzes wird nicht erkannt. Oder zu spät… bis einer geht... gehen muss... oder daran stirbt.

 

 

 

 

 

 

 

5.2.2024

Erinnerungen

 

Zwischen Flucht und Zuflucht

 

Wer kennt es nicht. In fast jedem größeren Familienclan, meist 3-4 Generationen umspannend, gibt es immer mal wieder Krach, Zoff, Uneinigkeit und Disharmonie. Nicht zwischen allen Beteiligten, aber zwischen einigen. Manche machen auch Dauerbrenner daraus, wenn die Konstellationen der zusammenwohnenden Charaktere zu ungünstig ausfallen.

 

Als Kinder, noch jung an Jahren, steht man oft fassungslos dazwischen. Weder kennt man die Ursache, noch die Hintergründe, noch die Motivation. Und dann soll man damit paratkommen, dass sich so einige der Erwachsene nicht verstehen. Es kann zu einer großen Verunsicherung führen, die selbst für Kinder schon früh die Frage der Gerechtigkeit aufkommen lassen, ohne das sie beantwortet würden. 

 

Ob es die klassische Mutter-Schwiegermutter-Konstellation ist, die besondere Schwierigkeiten macht oder  ganz andere  Eifersüchteleien, Missgunst oder das Gefühl der Benachteiligung, ist erst einmal unerheblich, wenn man als Kind sowieso nicht versteht, warum sich die Streithähne nicht verstehen.

Im Grunde ist es normal und kommt in den meisten Großfamilien vor. Heftigkeit und Häufigkeit mögen sich unterscheiden, nicht aber die Tatsache der Ohnmacht, die man als Kind dabei fühlt. Nicht selten wird man sogar aufgefordert oder dahinmanipuliert, eine Seite der anderen vorzuziehen, um die Kräfteverhältnisse erst recht aus der Waage zu bringen.

 

Wir waren lange zu Zeit zu acht. Drei Generationen unter einem Dach. Vier Kinder, Eltern, Großeltern. Auch hier, wie bei fast allen, die so lebten wie wir, gab es natürlich hin und wieder: Streit. Oder eine merkwürdig schlechte Stimmung, die uns in Hab-Acht-Stellung gehen ließ. Am besten sich unsichtbar machen!

 

Mir graute davor. Mir machte das Angst. Um was es ging, wusste ich nicht. Und das, was ich wusste, konnte ich nicht verstehen, weil es doch so harmlos klang. Irgendeine Kleinigkeit. Auch wenn Kinder noch nicht Großes und Kleines an Disharmonie überblicken, gar fein gewichten können, so war es dennoch so, dass wir auf einer nonverbalen Ebene begriffen: Es ist gar nichts Schlimmes passiert, aber es fühlt sich so an. Warum eigentlich? - Keine Antwort von Niemandem! Keine Erklärung. Aber das Gefühl von: Gefahr.

 

Dann brauchte ich Trost. Mein Trost waren Gedichte. Nicht die von echten Dichtern, gar von literarischen Größen – so etwas kannte ich nicht. Ich liebte die Gedichte meiner Oma über alles. Sie war meine Dichterin. Die Einzige für lange Zeit. Und was sie dichtete, erfreute mein Herz über so viele Kinderjahre. Denn sie dichtete von mir und über mich. Natürlich machte sie das auch von und über meine Geschwister. Jedes Kind bekam gleich eine Fülle von Gedichten zugeordnet. Immer gerecht und gezielt nach der inneren Bedürftigkeit.

 

Sobald also irgendeine nicht so gute Stimmung im Haus war – wer gegen wen auch immer, egal – flüchtete ich zur Dichterin. Hier war ich dann die Hauptperson. Ungemein wichtiges Erlebnis, das mich später prägte. Und nicht nur das. Auch unsere Haustiere waren es. Katze, Hund, Igel, Hase, die Vögel im Garten  -  alle Tiere, die sich irgendwie bei uns einstellten oder mit uns lebten. Sie hatten nicht nur alle Namen, sondern sie waren vollwertige Familienmitglieder. Sie konnten selbstverständlich auch sprechen. Und wie…! Beredt ohne Ende... in feinsten Reimen.

 

In den Gedichten meiner Oma sprachen sie also mit mir. Sie riefen mich, sie brauchten mich, sie sehnten sich nach mir. Und war ich einmal in den Kinderferien (ohne Eltern, Kinderheimverschickung oder wie man das in den 50er Jahren nannte), so waren sie auch im Urlaub nah. Denn meiner Oma war es wichtig, uns ständig Postkarten mit Tierbildern zu schicken, die wiederum liebe Gedichte-Grüße in die Ferne sandten, damit ich dort nicht einsam bin. Damit ich mich wohl und zuhause fühle, soweit es irgend möglich ist. Das war ein Trost. Denn in der Ferne war es meist überhaupt nicht schön. Denn auch damals wurde schon gemoppt. Eine böse Erfahrung für jedes Kind.

 

Doch ich hatte ja meine Tiere dabei. Und die Oma. Und die Gedichte. Es war der schönste Trost, daheim und in der Ferne, den ich als Kind genießen durfte, wenn die Welt um mich herum mich ängstigte und verunsicherte.

 

Die Dankbarkeit darüber konnte ich zu Lebzeiten meiner Oma niemals richtig zeigen.

 

Das ist bedauerlich. Hoffentlich kann ich es irgendwie wieder gutmachen.

 

04.02.2024

 

Gelungenes

 

Misslingen

 

 

Zählt es einer? Sein eigenes Misslingen in was auch immer? Vermutlich eher nicht. Was soll man sich noch zusätzlich mit einer Negativbilanz belasten, die eh schon unschöne Flecken in den Lebensplan platziert.

 

Rachemanegement, Hasstiraden, Gier nach Vergeltung gegen all die Übeltäter, die einem immer und immer wieder Knüppel zwischen die Beine schmeißen? Man kann so viel, lautstark oder martialisch herumwüten wie man will, mit solch erbärmlichen Feldzügen erreicht man nur eines: Die Fortsetzung einer Pechsträhne, deren Urheberschaft oft auf einen selbst weist.

 

Oha! Selbst schuld? Das musste ja wieder mal kommen. Immer ist man an allem schuld, auch dann wenn man die Unschuld vom Lande und der City zugleich ist. Misslingen kann zum Programm werden, zum Lebensprogramm, sofern man sich nur entsprechend selbst programmiert hat. Es gibt diese Typen. Zum Glück jedoch nicht flächendeckend. Doch zu allem Unglück: Das wissen die Unglücklichen meist nicht, also das mit der Selbstprogrammierung. Mehr noch, sie können es nicht einmal glauben. Denn ihre Glaubenssätze beruhen auf der eigenen Unschuld.

 

Wie also kommt man aus dem Programm des Pechsträhnentrottels nur wieder heraus?

 

Lass dich fragen, Trottelchen! Willst du denn überhaupt heraus? Oder ist es dir nicht längst zur Gewohnheit geworden, deine Miesepetrigkeit des Wesens gleich nach dem Erwachen der Welt zur Schau zu stellen, nur um zu erfahren: Ich sag's ja: alles idiotisch, das mit dem Leben. Falsche Inkarnation, falsches Jahrhundert. Falscher Planet. Zum ko...en!

 

Und unschuldig bist du ja immer, wie man hört? Ja. Bin ich. Ich bin doch nur von Vollpfosten umgeben, deren Gedankenkraft nicht einmal Nanospuren eines Amöbenhirns ausweist. Wie soll man da noch erwarten, dass irgendwas klappt: Außer all dem kriminellen Zeugs, das mir ständig begegnet und merkwürdiger Weise aber immer klappt.

 

Und hast du trotzdem Lust, dich zu verändern? Ich? Wieso denn ich? Nein. Und nochmals nein! Mit mir ist alles in Ordnung. Die idiotischen Mitmenschen sind die, die sich endlich einmal ändern müssten. Ich bin der falsche Ansprechpartner. Aber das hättest du schon eh von vornherein wissen müssen. Allein schon die Fragen zeigen doch, wo du selbst stehst: Voll auf der Seite meiner hirnlosen Feinde. Und wenn ich das Trottelchen bin, dann bist du mal unter Garantie der Obervolltrottel, der eingewiesen werden müsste.

 

Wir lesen: Unser Pechling will Pechhansel bleiben. Er hat es sich so ausgesucht. Er hat es kultiviert und zu großen Höhen in der Fähigkeit gebracht, die Welt als verhasstes Dauerdesaster innerhalb seiner Lebensspanne zu begreifen.

 

Weil er die Welt und ihre Bewohner durchschaut, durchdrungen hat bis in die tiefsten Winkel ihrer dunklen Seele, die voll ist von Spott, Neid, Niedertracht und eine Unmenge Dummheit. Unser Pechhansel wird also weiterhin das erleben, was er erwartet. Geradezu gierig ist er darauf, dass sich alles tagtäglich bestätigt, weil er weiß: Ich bin im Recht. So ist die Welt - und nicht anders.

 

Recht so! Es passt schon. Die Wirklichkeit richtet sich bei perfekter Programmierung doch gern nach unseren Vorstellungen. Leider vergessen wir das alle nur allzu oft.

 

Würden wir es öfter erinnern: Wir würden Meister der Umprogrammierung auch fürs eigene Leben werden.

 

03.02.2024

 

Wovon träumen Verliebte?

 

Und wann beginnt der furiose Ritt in die eigenen Möglichkeiten?

 

Die Liebe. Ein Weltenthema. Darüber zu schreiben, kann immer nur heißen, ein wenig drum herum zu kreiseln. Einige Aspekte erfassen; mehr nicht. Denn wer würde sich erdreisten, die Größe und innewohnende Dynamik mit einem Federstrich zu erfassen. Außer man sagt: Liebe ist. – Aber was heisst das denn schon, wenn man sowohl die vielen Formen der Liebe wie auch den Zustand des "ist" nicht vollkommen durchdrungen hat.

 

Wovon träumen Verliebte? Na, vom Glück, will ich mal meinen. Von jenem, das sie als Frischverliebte gerade erleben und das doch bitte ewig dauern soll.

 

Hat man diesen Prozess mehrfach im Leben durchmachen müssen, ist den meisten klar: dieser Wunsch ist ein flüchtiger. Sonst hätte er ja wohl schon beim ersten Mal seine Erfüllung gefunden. Aber noch ist Hoffnung.

 

Wovon träumen Verliebte denn sonst noch so? Davon, dass sie um ihrer selbst willen geliebt werden. Nicht weil sie vielleicht schön, reich, erfolgreich sind. Nicht weil sie schlau, fröhlich, gewitzt sind, sondern weil sie sind, wie sie sind. Weil sie liebens-wert im ursprünglichen Wortsinn sind: wert, geliebt zu werden. Und das wollen sie spüren, erleben, mit jeder Faser. Lebenslang.

 

Und schwupps ist die Eingrenzung da. Denn so wie sie sind, sind sie ja "irgendwie"… also eventuell doch schön, reich oder gewitzt. Oder zwar arm, aber dafür höchst attraktiv, oder wenig klug, aber mit einem äußerst fröhlichen Gemüt, oder sozial, gewinnend, wenngleich auch etwas naiv.  Die charakterlichen Kombinationen mitsamt allen äußerlich denkbaren Varianten sind unendlich…

 

Will sagen: Mann oder Frau können sich quasi in jeden Typus verlieben, weil er ist, wie er ist. Aber liebt man ihn deshalb denn um seiner selbst willen? Oder liebt man ihn eben letztlich doch, WEIL er gewisse innere Eigenschaften oder äußere Attribute besitzt, die man besonders gern mag? Dann wiederum würde man ihn ja wegen dieser speziellen Eigenschaften lieben, die er nun einmal hat und die zum eigenen Wesen perfekt zu passen scheinen. Also liebt man ihn letztlich ja doch aufgrund von Gegebenheiten – und nicht etwa bedingungslos.

 

So ist es in der Regel auch. Man liebt eben einen Menschen, weil er ist WIE er ist und keineswegs nur: Weil er ist! Sondern das WIE entscheidet darüber, ob der Funke zwischen beiden zündet oder nicht. Ob es Dauerbrenner oder Strohfeuer wird. Und schon ist es aus mit der Mär, man würde einzig um sich selbst willen geliebt. Nein, es ist eben eine individuelle Bedingtheit, das den Magnetismus der Liebe zunächst entfacht.

 

Wachen wir also an dieser Realität auf!  Denn nun kommt nach der ersten rosaroten Phase der Verliebtheit die zweite Phase des langsamen Erwachens aneinander. Nennen wir es zunächst blaßrosa. Die erste Farbe blättert ab. Bei manchen mag es auch schneller gehen, je heller sie die Wirklichkeit ungeschönt zu erblicken wagen. Mutige Augen sind gefragt. Nun gesellen sich weitere spezielle Eigenheiten dazu, die man zunächst kaum wahrnahm oder glattweg im rosarot getrübten Blick leicht übersah. Jene Eigenschaften, die nun wiederum nicht so gut zum eigenen Wesen passen, dafür aber die Nerven strapazieren können. Manchmal endet es Krankheit, manchmal in Mord.

 

Phase drei: Verliebtheit baut sich langsam ab. Es  färbt sich gräulich ein, mit Schlieren eines Altrosa. Hat man miteinander Glück, können diese wesensfremden Scharten am und vom anderen vielleicht ja ausgewetzt werden. Glattgefeilt durch die Priorisierung des doch so angenehm Passenden, das den Funken entzündete. Das kann durchaus gutgehen, so lange man sich nicht täuschen lässt, oder ärger: sich gern weiter selbst täuschen will. Denn es war doch so ein wunderbares Gefühl, um sich selbst willen geliebt zu werden (hoffte man). Ohne Wenn und Aber. So wie man nun einmal ist. Nur: So war es ja nie. Eine schöne Einbildung.

 

Träume müssen gar keine Schäume sein. Denn sie zur Wirklichkeit zu formen, ist uns als schöpferische Wesen durchaus gegeben. Dazu braucht es Durchblick über die Phasen von Verliebtheit und Liebe und auch die Bereitschaft, sich selbst umzuformen, wenn eine gelingende Partnerschaft das braucht. In der Regel gilt das für beide. Das braucht zudem auch Talent und Einsicht in gewisse Notwendigkeiten. Denn durchaus ist möglich, für den Partner auch zukünftig einen sogar noch größeren Reiz von sich selbst zu erzeugen, wenn man denn weiß, was er will, was man selbst will, warum man es will und ob man es auch mit allen Fasern seiner eigenen Persönlichkeit bejaht… weil es erfüllend ist.  Es sind also schon eine ganze Menge Voraussetzungen, die zum gewünschten Ziel führen könnten. Aber tut man das tatsächlich "nur" für den Partner - oder ist es nicht das eigene innere Ziel einer im besten Wortsinne "Selbstoptimierung" (die nichts mit der heutigen  Modeerscheinung narzisstischer Auslegung gemein hat).

 

Wird man also tatsächlich um sich selbst willen geliebt? Nein, natürlich nicht. Denn wird man nach allen erfolgreichen Bemühungen tatsächlich weiter, tiefer, heftiger geliebt, dann wiederum doch genau wegen dieser Fähigkeit, jenes Wunder vollbracht zu haben, dass die negativen Eigenschaften des eigenen Wesens doch weiter hinter dem Glanz der wahren Persönlichkeit verschwinden, weil sie lediglich nur sekundär sind.  

 

Peanuts des Seins sind all diese kleinen zu vernachlässigenden Schwächen, die die Stärken des Geistes und der Seele nicht dominieren können. Wird dann eben jene Patina von innerer Schönheit nach außen gewebt, indem der Glanz des Inneren alles Äußere überstrahlt, steht lebenslang Liebenden nicht viel im Wege. So die Theorie. Die Praxis des Lebens ist um einiges  profaner.

 

Vom Verliebten zum Liebenden braucht es auch den Faktor Zeit und eine Reihe von Prüfungen, die erst jene Reife dann hervorbringt, die das Gefühl des tieferen Glücks, der Dankbarkeit und Zufriedenheit auf eine ganz neue Stufe des Erlebens stellt und sich dort auch konkret auswirkt. Man ist verändert. Größer, generöser, sicherer, autarker, freier… weil eine solche Liebe keine Knebelung verträgt. Doch die Zwischenstufen sind Dunkelheit, Tiefen, Zweifel, Einsamkeit...

 

Verliebte wissen das in der Regel nicht. Jetzt dominiert Gefühl. Rosarot. Und das ist gut so. Eine wichtige Vorphase zur Liebe.  Es ist meist eine eh überschaubar kurze, aber wundervolle Zeit.

 

Und Liebende, was machen sie? Auch sie können in aller Regel nicht 24 Stunden Tag und Nacht unentwegt lieben. Denn sie sind noch immer Menschen aus Fleisch und Blut, mit eigenen Bedürfnissen, Verpflichtungen, vielleicht auch Sorgen. Sind sie wahrhaft Liebende, in welchem Stadium dieses schwankenden Zustandes auch immer, dann werden sie denken, fühlen, bilanzieren, analysieren, sich bemühen, und vor allem werden sie ihren Partner ebenso wie sich selbst fördern. Doch sie sind übergangsweise meist auch noch Bedürftige, Wachsende im eigenen Werde-Raum, Menschen, die ebenfalls Hilfe brauchen und Förderung all des Besten in ihnen, das noch nicht voll zum Zuge kommen durfte.

 

Und im Fördern liegt vielleicht das größte Geheimnis des Gelingens. Fördert man das geistige und seelische Wachstum des anderen und auch das eigene zugleich, bleibt nicht nur Respekt erhalten, sondern er wächst. Es bilden sich neue Züge des Wesens heraus, die man auf ganz wunderbare Weise gegenseitig befeuern kann. Eifersüchteleien und Konkurrenzdenken ist für Hasenherzen – nicht für jene Mutige, die tiefere Formen der Liebe erproben wollen. Sie scheuen weder die Arbeit noch eventuelle Misserfolge auf diesem Weg. Ihr Ziel ist klar: Gemeinsames Wachstum in die Tiefe.

 

Dieses Wachstum hat kein Ende. Aber es sollte unter wahrhaft Liebenden einen ersten und ernsten Anfang bekommen.

 

Ich stütze dich! Wachse! --- Und du stütze auch mich in meinen Talenten, damit auch ich mich weiterentwickle.

 

Seien wir uns gegenseitig beste Steigbügelhalter für einen furiosen Ritt in die eigenen Möglichkeiten.

 

Vielleicht ist es die größte Aufgabe im Leben überhaupt; auch dann, wenn sie ganz unentdeckt bleibt, sich in aller Stille vollzieht.

02.02.2024

 

 

Ich fürchte,

was ich begrüße

 

 

Und natürlich begrüße ich auch sehr, was ich fürchte. Ich, der Normalfall. Früher…: 42 Stundenwoche, dazu natürlich unbezahlte Überstunden. Normal.  Krank zur Arbeit erschienen: unendlich oft, auch normal. Die anderen auch, na ja, nicht alle waren aus diesem Hartholz geschnitzt. Ich leider schon. Ein Fehler. Dennoch auch normal. Mit starken Kopfschmerzen kann man durchaus noch das eine oder andere am Arbeitsplatz tun. Auch mit starken Blutungen. Man muss  sich halt geschickt organisieren. Und wegen leichtem Fieber schon am ersten Tag daheimbleiben? O du fröhliche! Nie und nimmer. Frühestens am nächsten Tag, wenns dann dick die 38 Grad höherklettert. Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Hat man doch xmal im Jahr. Soll man ernsthaft deswegen zuhause bleiben?- Früher NEIN – heute JA.


Dazwischen liegen nur wenige Jahrzehnte an Umschwung, Umdenken und neuem Handeln. Davor war es oft noch schlimmer.  Jetzt wird die Viertagewoche erprobt. Mein Gott! Wie hätte ich mir so etwas gewünscht!!!

 

Dieser Wunsch war jedoch noch so unendlich fern meiner realen Berufswirklichkeit, dass niemandem die Vision dafür in der Seele entstanden wäre. 4-Tage-Woche hätte ja konkret für mich bedeutet: an drei Tagen kann ich meine Gesundheit etwas mehr pflegen, um dann wieder schneller fit zu sein für die restlichen vier Tage. In solchen Kategorien hätte ich wohl gedacht, wenn ich dann jemals so weit gedacht hätte. Hab ich aber nicht. Habe funktioniert, in einem üblen System.

 

Für die arbeitende Bevölkerung wäre eine Vier-Tage-Woche ein großer Schritt in Richtung noch mehr Lebensqualität, von der man letztlich niemals genug bekommen kann.Da setzt sich dann doch schnell das neue gierige in uns durch. Selbst dann nicht, wenn man sie nicht einmal halbwegs sinnvoll zu fülllen weiß. Immerhin muss man in dieser Zeit ja nicht unbedingt kreativ, sozial oder sportlich sein, sondern könnte auch zocken, saufen, debil in den Seilen hängen. Man hat ja mehr Zeit jetzt dafür. Für die Wirtschaft  ist es zu Recht ein Schreckgespenst. Für mich jedoch leider auch, so sehr ich mir genau diese Sitauation gern früher für mich selbst erträumt hätte.

 

Derzeitige Realität: Die Wirtschaft schrumpft. Die Weltwirtschaft trudelt brandgefährlich herum, auch dank der übermächtigen Wirtschaftsführer mit haarsträubenden An- und Aussichten, die schneller wechseln als die Unterwäsche. Schon lange muss man auf Handwerker-Termine warten, Lieferkettenengpässe und Lieferkettenneugesetze schlagen sich gegenseitig die Probleme um die Ohren, es sind nicht genügend Fachkräfte zu bekommen, der Staatshaushalt überschuldet, die Renten nicht sicher, die Kriege kommen näher, die Bürgergeldempfänger mehren sich gar wunderbar, die Armut schreitet mit mächtigen Schritten voran, die Schwellenländer drängen konkurrenzlos billig nach  -  und wir wollen uns die 4 Tage Woche leisten, bei vollem Lohnausgleich versteht sich.

 

Wunderbar. O Wirtschaftswunderland. Du bist eines der Besten! Ich liebe dich!

 

Doch kannst du auch rechnen? Ich meine, na ja, mit dem Rechnen in den vergangenen Jahrzehnten ist ja trotz der Wirtschaftsweisen, die auch akademisches Rechnen gelernt haben, ziemlich viel auf dem Schuldenzettel zurückgeblieben. Unendlich viel Unerledigtes...Altlasten, die uns jetzt nachlaufen, nachhinken, nachbrüllen: Warum erst jetzt!? oder: Komme ich nun endlich auch mal dran?!    - (Nein, kein Geld da, wie immer!)

 

Die Bilanz ist keineswegs ausgewogen. Grund genug, sie bitte nochmals schnell zu verschlimmern? Warum politisch heiliger sein als die unheiligen Vorgänger? Schlimmer geht immer? Klar doch. Nur zu!

 

Aber, aber. Das neue Arbeitszeitmodell bringt doch mehr Arbeitsplätze, unken die einen. Zumal durch die neue Form der Krankschreibung per Telefon ja auch die Krankheitsstatistik in luftige Höhen geht. Da braucht man doch noch mehr Personal (das aber offenbar nicht zu bekommen ist, obschon die Bevölkerungskurve extrem angestiegen ist). Mehr Personal verteuert natürlich die Produkte. Nicht gut für eine Exportnation. Das treibt die Inflation an. Ein Rumgekreisele zwischen Lohnerhöhungen und Preiserhöhungen. Es tanzt sich offenbar perfekt ins wirtschaftliche Chaos hinein. Aber warum wird der Mittelstand dabei immer ärmer? Eine Art Zufalls-Pech-Produkt? Oder einfach nicht klug gerechnet und überlegt?

 

Doch, für den Einzelnen wäre es famos: Mehr Zeit für Kinder, Familie, Freunde, Hobbys. Kreativ ohne Ende werden – mit was auch immer. Oder noch sportlicher, noch mehr Sportstudios, Waldläufer, Laientheaterspieler, Leserinnen, Maler, Pilzezüchter und was das menschliche Handeln in Freizeit noch sonst alles so hergibt. Wer will so etwas denn ablehnen!

 

Leute, das kostet. Der immaterielle Gewinn für viele mag unbestreitbar und löblich sein. Aber man muss ihn sich leisten können.

 

Können wir das?

Nein!

 

Ist die Idee trotzdem gut? Ja. Aber derzeit völlig unrealistisch, weil unbezahlbar.

 

Ich bin also dagegen, obschon ich heißen Herzens dafür bin.

Das ist kein Widerspruch, sondern Ergebnis von Denken und Fühlen.

01.02.2024

 

 

Deine Realität –

 

Geheimnisvoller Wachs in deinen Händen

 

Eigentlich wissen wir es alle: Wir formen tagtäglich unsere eigene Realität. Damit auch das Gute und Böse, das Glückliche und das Schreckliche, das uns begegnet. Doch halt! – rufen da gleich die Skeptiker: Das Böse kommt von außen. Ich persönlich mache keinen Krieg, auch keinen Wirtschaftskrieg, und die Folgen des Klimawandels habe ich auch nicht auf dem Kerbholz. Und schon ist die Theorie, dass wir unsere eigene Realität gestalten für manch einen schon wieder perdü.

 

Und dennoch ist es so: Wir gestalten, ob wir wollen oder nicht, ob wir es leugnen oder einfach nicht glauben können, unsere eigene Realität in einem enormen Ausmaß selbst! Klar, immer gibt es auch Faktoren, die von außen querschießen oder etwas positiv befördern können. Doch ein sehr großer Anteil ist  jener Wachs in unseren eigenen Händen namens Lebensgestaltung, den wir einfach nicht kunstvoll zu verarbeiten wissen.

 

Eher kneten wir daran etwas gelangweilt herum, wenn überhaupt. Meist lassen wir laufen, wie es kommt. Wie sieht das aus? Beispielsweise so: Wir stehen auf, Toilette, Frühstück, der Weg zur Arbeit. Dann der Alltag unserer persönlichen Routine. Bei manchen durchaus vielleicht ein wenig spannend, so man kreativ oder forschend unterwegs sein darf. Bei vielen, vermutlich den meisten,  aber versunken im Automatismus des Alltäglichen. Das kann im Einzelfall sowohl gemäßigte Ruhe, wie auch dauerhafter oder gelegentlicher Stress bedeuten. In jedem Fall aber ist es insofern "normal", als wir es kennen, uns irgendwie angepasst und dran gewöhnt haben. Besonderheiten finden kaum, höchst selten mal statt.

 

Das normale Leben scheint uns wenig Spielräume zu bieten, sofern man in viele Verpflichtungen eingebunden ist. Vor allem Eltern mit Kindern und Berufen zugleich, die zeitlich nebst der Gesamtversorgung gemanagt werden wollen. Wie also soll man da die Realität zum Kunstwerk , wie den Wachs der Möglichkeiten zum eigenen Glück formen?

 

Es beginnt im Kopf. Besser im Geist, in den Gedanken, die Visionen gebären müssen, damit sie sich entzünden. Es endet im Erleben, das wiederum Lust zur Auferstehung hat, wenn es ein geglücktes Unternehmen wird. Eines, das uns zeigt: Es geht auch anders als bisher, als schnöde, als nur der Routine hingegeben. Aber wann damit beginnen und wie vor allem?

 

Natürlich sofort! Nie ist ein anderer Zeitpunkt richtig, wenn man begriffen hat, was man will und wozu man es will. Der Kraftpunkt liegt immer in der Gegenwart! Dieser Salto mortale des Geistes ist zu nutzen, auf das neue Sprünge unser Leben dauerhaft bereichern können.

 

Die Fragen, die der eigene Geist bewegen könnte, sind vielfältig und höchst attraktiv. Wie kann ich mein Leben spannender und erfüllender machen, obschon ich doch eigentlich gar keine Zeit habe? Obwohl ich mich quasi aufgefressen fühle von der Fülle der Ansprüche, die ständig an mich gestellt werden? Wie soll da noch etwas Weiteres dazukommen, das mich noch mehr Zeit kostet?

 

Zeitlücken suchen! Zum Beispiel gibt es sie: Auf dem Weg von oder zur Arbeit. Es gibt sie kurz vor dem Einschlafen, es gibt sie in Wartezimmern oder an Bahnhöfen, in Zügen, während Autofahrten. Es gibt sie auch auf der Toilette oder bei Tätigkeiten, die kaum oder wenig Geist in Anspruch nehmen (z.B. Kartoffel schälen, Unkraut jäten, im Wald joggen, Windeln wechseln, Wäsche aufhängen).

 

Jeder Mensch hat solche Zeiteinheiten. Sie verstecken sich im Automatismus des Alltags und bleiben in aller Regel un- oder falsch genutzt. Schade drum. Aber das ist leicht zu ändern, wenn man begriffen hat, wie fantastisch die Nutzung sein kann, wenn man nur erst einmal damit beginnt. Das braucht als erstes eine kritische Selbstbeobachtung und danach eine gedankliche Disziplin.

 

Denn was geschieht bisher in der ungenutzten Zeit in der Regel? Man ist "irgendwo" mit den Gedanken… aber in der Regel nicht dort, wo man sie tatsächlich sinnvoll und gezielt fürs eigene Leben einsetzen könnte. Man hält sich mit Klatsch oder Belanglosigkeiten auf, macht sich schon mal über den nächsten Urlaub oder die nächste Einladung Gedanken, denkt an diesen oder jenen, was einem so in den Sinn kommt. Lässt schweifen, schweifen, schweigen... Aber man gestaltet diesen durchaus möglichen neuen Sinn nicht. Das ist der Punkt.

 

Man lässt sich also in der Regel treiben (was hin und wieder auch schön und gesund ist). Lässt man sich aber quasi unentwegt treiben, vor allem weil man es so und nicht anders gewohnt ist, und nutzt keine dieser lockeren Pausen, die wir alle haben, verpuffen gleich viele Chancen, das eigene Leben durch den eigenen Willen und eine neue Struktur spannender zu machen. Viel spannender als bisher. Viel kreativer, viel erfüllender…

 

All das sind keine Geheimnisse, sondern eine für jeden Menschen kostenlos nutzbare Chance, die man lediglich nur ergreifen muss. Ist man sich über diese Chance im Klaren, wird man sie zukünftig mehr und mehr nutzen wollen, weil man die innewohnende Qualität selbst sofort erleben kann.

 

Man kann seinen Alltag sprengen durch neuen Gedankenflug – in welche Richtung auch immer. Man kann sich selbst und anderen jede Menge Überraschungsmomente einbauen, die es vorher so nicht gab. Man wird danach sofort von den Mitmenschen anders wahrgenommen… vielleicht offener, lustiger, fröhlicher, gedankenreifer, weiser, kreativer, was auch immer.

 

Sehen einen die Mitmenschen nun anders als vorher, hat man sich in der Regel bereits verändert. Macht man es richtig, so kann es nur zum Vorteil sein. Aus diesem Vorteil erwächst neue Kraft, neue Lust am Sein und am Spiel der Mögichkeiten.

 

Der Spieler in uns, sollte in vollem Ernst seiner Verantwortung, mehr Raum bekommen. Mehr WERDE-RAUM, Raum, um sich vielfältig zu testen, zu erfahren und immer wieder neu über sich staunen lernen, was sonst noch alles so in uns steckt.

 

Wir sind uns selbst noch das größte Geheimnis. Das könnte man ändern, wenn man dem geheimnisvollen Zauber, den wir alle in uns tragen, einfach viel mehr Raum, Werde-Raum, lässt.

 

 

 

31.1.2024

 

Nein,

schlecht geht es uns noch nicht...

 

 

Wer so etwas schreibt, schreibt es nur aus seiner eigenen Perspektive. Und im Plural dabei zu sprechen verbietet sich, sofern man sich dabei nicht auf statistische Durchschnittswerte beruft. Noch haben wir keine Slums am Rande der großen Städte. Dennoch wächst die Armut auch bei uns. Nicht nur zu sehen an der wachsenden Zahl obdachloser Menschen, sondern auch jenen, die dringend auf Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen sind. Bereits zu viele, um alle zu befriedigen.

 

Und dann gibt es Hunderttausende offene Jobs und ein Heer von Bürgergeldempfängern. Da kommt offenbar vieles nicht zusammen, was eigentlich zusammengehört. Eine schwierige Lage. Erst recht wenn man es vom individuellen Standpunkt aus betrachtet. Denn manch einer ist mit 30, 40, 60 Jahren sportlich top fit und könnte durchaus seine Kräfte statt im Fitnessstudio auch auf einer Arbeitsstelle zur Verfügung stellen. Und so manch ein junger Mensch, der topfit aussieht, ist dennoch krank – ganz ohne Wenn und Aber.

 

Fakt: Das Heer der Bedürftigen wächst  und wächst. Und das immer kleiner werdende Heer der Arbeitenden muss mehr und mehr Mitbürger finanzieren. Teils sogar vollfinanzieren. Rentner, Pensionäre (besonders teuer) Kranke, Gefangene, Kinder, arbeitslose Arbeitswillige und -Unwillige, Geflüchtete mit teils auch großen Familien, nicht wenige Analphabeten, Menschen ohne Bildung und Berufe, die sie nie ergreifen konnten -  und und und…

 

Wie lange hält dieser Deal zwischen den Generationen, zwischen den Arbeitenden und den Nichtberufstätigen aller Coleur?

 

Die neue Streiklust ist jetzt auch einmal im braven Deutschland aus- und aufgebrochen. Sie wird machtvoller, fordernder, unnachgiebiger. Mit sehr vielen Forderungen zu Recht – aber auch mit viel Zündstoff für viele andere Bereiche, die davon abhängig sind, global konkurrenzfähig zu bleiben. Wandern sie ab, gibts neue Probleme.

 

Der einst so famose Wirtschaftsstandort Deutschland knickt mit seinen alten arthritischen Knieen mehr und mehr ein. Das Laufen fällt zunehmend schwerer angesichts der Zündkraft der Schwellenländer, die mehr und mehr zu Wellenländern werden. In Riesenwellen spülen sie schon seit Jahren ihre neuen Strategien über die Ozeane und wir Wirkung ist verblüffend "unschön" für die alte Wirtschaftsmacht. Da nützt es wenig, wenn von Sklavendiensten, Patenteklau, staatlichen Subventionen usw. die Rede ist. Was allein zählt, ist immer nur der äußere Erfolg. Zumindest eine zeitlang. Und das zieht beim eigenen Volk, das nicht das unsere ist.

 

Noch sind wir wer! Das reiche Deutschland. Dieser kleine Superstaat, der sich anschickt, eine Art Suppenstaat zu werden. Ein Suppenküchenstaat, der mehr und mehr seine hausgemachten Probleme endlich mal ent- und daufdeckt, die schon lange bekannt waren und liegen blieben. Immer war anderes wichtiger.

 

Das nennt man falsche Prioritätensetzung. Und es betrifft mehr als eine Generation der von uns gewählten Politiker. Im Nachhinein hat man gut reden oder meckern… aber wusste man es nicht vorher? Doch. Vieles zumindest. Jedenfalls war und ist es noch immer nachzulesen. Aber es war unbequem. Denn immer kostet es Wählerstimmen, wenn man dem Wahlvolk unschöne Wahrheiten zumutet, sie gar zur Kasse bittet. Darauf wartet doch jede Opposition, um schnell mit Feuer und Schwert in die Lücke der "Gemeinheiten" zu stoßen, die eine gesunde Gemeinschaft eigentlich gut verkraften könnte – wäre da nicht die Gier auf mehr.

 

Wer hat, möchte nicht nur behalten. Wer hat, möchte gern mehr, wenn das möglich ist. Das ist ist Natur fast jedes Menschen. Die kleine Ausnahmegemeinschaft jener, die sich bescheiden können, die sogar abgeben können, weil sie weniger bedürftig sind (ohne dabei reich zu sein!), ist so klein, dass sie in der Masse verschwindet und kein zuverlässiger Indikator für eine politische, gar gesellschaftliche Transformation ist.

 

Reset. Der Punkt wird kommen. Er kam noch immer in der Geschichte der Menschheit. Aufgang und Niedergang aller Hochkulturen. Ausnahmslos. Aufstieg, Dekadenz, Untergang. … Alles im Wechsel. Auch der Untergang kann nach einer Phase der Besinnung durchaus zum neuen Aufstieg werden. Doch das dauert. Es braucht Zeit, neue Kräfte zu sammeln. Und es ist auch gerecht. Den anderen wird es früher oder später genauso ergehen, weil sie vermutlich die alten Fehler wie im Hamsterrad wiederholen.... Aufstieg - Dekadenz - Abstieg.  Aufstieg und bleiben? - das hat bisher noch kein Volk und keine Kultur geschafft. Forscht man daran nicht? Könnte das nicht einmal überwunden werden?

 

 

Dieses Untergangsgerede! Sind wir denn schon so weit?  Es kommt auf den Blickwinkel an. Wenn man bedenkt, dass vor wenigen Jahrzehnten selbst ein ungelernter Arbeiter es schaffte, eine Familie mit mehreren Kindern ohne staatliche Unterstützung zwar arm aber ehrlich über den Monat zu bringen, kann man sich nur noch die Augen reiben, was es heute dafür braucht. In diesem Punkt wären wir schon mitten im Untergang. Denn welch ungelernter Arbeiter, mit 2-3 Kindern und Frau würde das mit Miete und allen Kosten heute noch schaffen? Das war einmal normal… in ärmeren Zeiten, die dennoch hoffnungsvoll waren. Für Massen war es normal und machbar.

 

Heute ist das alles anders. Die Ansprüche sind anders, die Hilfen einerseits enorm hoch, andererseits niemals ausreichend für viele, die nicht über zwei Akademiker-Gehälter monatlich verfügen. Und werfen wir einen Blick auf die Gesundheit in einer Zeit, wo Krankenkassen flächendeckend Gesundheitskurse, Ernähungskurse, Sportkurse, diverse Heilmethoden und und und anbieten: Höchste Krankenstände! Dazu besonders beunruhigend: enorm viele psychische Erkrankungen, die wachsen und wachsen. Wieso eigentlich?

 

Die beunruhigenden Zahlen werden von den Krankenkassen ja regelmäßig unters kranke Volk gestreut – doch sinken sie deshalb auch? Nein, sie steigen!

 

Das ist eine Art "Untergangsszenario" auf der Ebene von Psyche und Geist. Von Belastung und Sinnlosigkeits-Empfinden in einer glitzernden Welt eines der reichsten Staaten der Erde. Sollte diese seltsame, wahre, kurze, nur angerissene Bilanz nicht ganz neue Fragen aufwerfen?

 

Noch sind wir nicht im Untergang. Doch wenn wir so weitermachen, ist das Ziel nicht mehr allzu weit.

30.1.2024

 

Robert und Carmen,

 

Amira und Oliver,

 

Kate und William…

 

 

Mehr braucht es nicht. Diese Paare stehen als Synonym für Trash, zur Belustigung des Volkes. Tut man ihnen damit Unrecht? Zum Teil gewiss, denn sie sind auch Privatmenschen mit eigenen Gefühlen. Zum anderen Teil sind es auch gewollte Inszenierungen um den eigenen Marktwert hochzuhalten.

 

Lohnt es sich darüber zu schreiben? Ja. Und Nein.

 

 Ja, weil es taugt, daran zu erwachen, mit welchem Schwachsinn privater Marotten Menschen ihre Zeit verschwenden, wenn sie sich ernsthaft diesem Klatsch gierig und neugierig zugleich zuwenden, und zwar auf Kosten des wirklich Ernsthaften, das eigentlich Aufmerksamkeit braucht... aber untergeht. Denn mehr verträgt manch ein Hirn einfach nicht, wenn man durch den Dschungel süsser Skandale erst einmal durchgeschlittert ist.

 

Nein, weil man weiß: Ein verrücktes Spiel, das alles. Ego-Gedöns mit Unterhaltungsgeflitter. Je problematischer, je schöner. Je reißerischer, je erfüllender. Je tränen- oder skandalreicher, umso beglückender für alle Medien und Menschen, die sich wie Saugnäpfe am jeweiligen Thema festkrallen.

 

Only bad News are good News. Das gilt seit allen Zeiten. Selbst vor der Inauguration der Massenblätter; denn Flüsterpropaganda über Tratsch und Klatsch war längst vor dem Buchdruck empfunden. Man frage bei den ersten Sesshaften der Steinzeit nach.

 

Gönn ich den Leutchen nicht ein bisschen Unterhaltung? Ach, was… soll jeder, wie er mag und kann. Darum geht es doch nicht. Auch nicht ums moralinsaure Empfinden, dass bei einer Massenvera…sche gern doch Pate steht und das beliebte Cäsarenspiel Daumen hoch, Daumen runter täglich neu generiert. So ein bisschen moralische Übermacht über die Skandalgebeutelten bringt doch gleich neuen Schwung in den eigenen tristen Alltag ohne ausreichende Höhen und Tiefen.

 

Was steckt dahinter? Die Sehnsucht nach der eigenen Bedeutung, die nicht erfüllt wird? Oder vielleicht auch der blanke Neid, wenn mal wieder einer der gefühlt hundert wichtigsten Paare des Planeten  (in oft schnell wechselnder Besetzung) mal wieder bei irgendwas erwischt wird? Fremdgehen ist dabei das absolute Lieblingsthema – gefolgt von Katastrophen, Krankheiten, Unfällen oder schweren Sorgen. Dann ist die Welt in Ordnung. Dann fühlt man endlich sicher: Es ist doch nicht so schön, reich und berühmt zu sein. Ist doch anstrengender als man meint. Oder man fühlt vielleicht mit: Ach,diese armen Sklaven der Papparazzi, all diese Opfer auf dem medialen Altar öffentlicher Kreuzigung. Oder man denkt: Ein Glück, dass ich nicht Kate oder Carmen bin, weil…

 

Zuschauer am Flitter und Leid eines anderen als Lebensinhalt? Durchaus für manche eine Art Surrogat für die eigene Bedeutungslosigkeit, der man weder Sinn noch Inhalt einzuhauchen vermag. Ergötzen wir uns doch gern an anderen, die gerade die Schlagzeilen bestimmen. Immerhin bedeuten die Schlagzeilen: Ich bin im Gespräch, also muss ich bedeutend sein!... Und Geld bringt es meist auch noch dazu.

 

Leben im Schein. Wie vielen Millionen mag es so ergehen? Braucht man dafür nicht einfach nur die wöchentlichen Auflagen der Trash-Gazetten zusammenrechnen? Am besten weltweit? Denn es ist gewiss keine deutsche Erfindung. Hat man dann nicht schnell jene geheimnisvolle Zahl, die den Jibber nach Klatsch und Tratsch nüchtern auf den Faktentisch knallen? Hat man dann zugleich auch jene breite Masse erwischt, die eigentlich nie so richtig wissen, welches Kreuzchen sie eigentlich wieso auf irgendeinem Wahlzettel machen, weils mit dem kritischen Denken und der Vernunft halt nicht so weit her ist? Denn der Geist war einfach zu sehr mit anderem beschäftigt, als langweilige Parteiprogramme zu lesen, die nur eines gemeinsam haben: Sie bleiben unerfüllt!

 

Man könnte es vermuten... Aber die Wirklichkeit ist oft noch überraschend anders. Denn manchmal wird einem bewusst, dass plötzlich aus solchen Kreisen Wahrsprüche zu hören sind, die unverbildet und ehrlich das aussprechen, was die geistige Creme de la Creme von Politikern, Wirtschaftsweisen, Schlaumeiern aller Art nur in komplizierte Formeln packen, die keiner versteht und auch um Himmelswillen nicht wirklich verstehen soll, weil es gilt, bestimmte Fakten vor dem Eindringen ins Massenbewusstsein zu schützen.

 

Tja… dann lieber doch Trash? Oder…?

 

Die Alternative gibt es immer. Aber sie für sich selbst zu finden, braucht eine Sehnsucht danach…dem Bemühen zu folgen hat.

 

 

29.01.2024

 

Erwartungen

 

Fallen, Fesseln, Fehlverhalten

 

Erwartungen? Haben wir alle. Na ja, fast alle. Weil wir glauben, dies und das stehe uns im Leben zu. Und dann kommen die Enttäuschungen, die leider keinesfalls auch zugleich der Täuschungen Ende bedeuten. Denn nach einer Vielzahl von Enttäuschungen keimt immer wieder neu die Hoffnung auf neue Erwartungen auf.

 

Tja… Einsicht, Durchblick, Transformation ist eine langwierige Geschichte im Leben eines Menschen.

 

Zurück zu den Erwartungen. Natürlich werden sie geschürt. Von allen Seiten und nicht selten feurig. Vor allem die Hirnwäsche der Konsumindustrie mit ihren Verführungsmechanismen lässt uns freudig zappeln: Kauf dies. Gönn dir das. Sei es dir wert. Das steht dir zu. Ist doch bezahlbar. Nur ein kleiner Kredit. Schnell abbezahlt. Und schon bist du im paradiesischen Reich der Wunscherfüllung. Was will man mehr?

 

Na ja, der eine oder andere doch vielleicht etwas mehr an wirklichkeitsgemäßem Sein, statt in den Fängen einer regelrechten Erwartungsindustrie dauerhaft versumpft? Und es ist ja nicht nur die Befriedigung der äußeren, materiellen Wünsche, die Erwartungen erzeugen und uns die Fesseln nicht abstreifen lassen. Erwartungshaltungen verschonen auch Seele und Geist nicht: Sei freundlich zu mir. Achte und ehre mich. Liebe mich. Sei gut zu mir. Schau, ich bin ein feiner Mensch, habe es verdient, dass man mir "dient". Ich bin etwas ganz Besonderes. Richtet euch alle danach. Und außerdem erwarte ich eine Gehaltserhöhung, einen Karrieresprung, eine Bevorzugung beim Arzt meines Vertrauens oder… was weiß ich.

 

Endlos die Möglichkeiten für uns alle, Erwartungen an Menschen oder das Leben schlechthin zu stellen. Fallen über Fallen, die zum Reinstolpern ganz wunderbar von uns selbst angelegt werden. Doch glaube man bloß nicht, dass ein Reinfall in die selbstgegrabene Grube allen Ernstes sofort ein Umdenken bewirkt. Das wäre zwar gut, ist aber selten. Denn oft begreift man die geheimen Zusammenhänge von Erwartungen und Enttäuschungen nicht im Geringsten, was geradezu zu Wiederholungen zwingt. So oft, bis jeder Einzelne begriffen hat: Erwartungen sind von Übel, falls… wenn…. – die Bedingungen für die Erfüllung nie und nimmer stimmen.

 

Ach! Es gibt Bedigungen? Mag so mancher ausrufen. Soll man sich denn etwa nicht aufs Positive ausrichten? Was ist denn mit dem berühmten Magnetismus zwischen Gedanken und Ereignis? Es soll ihn doch geben. Dieses geheimnisvolle und höchst komplizierte Zusammenspiel zwischen Wunsch und Wunscherfüllung mittels Geist.

 

Ich bin sicher: Genau das passiert auch! Es passiert immer – wenn die Bedingungen stimmen. Ob die Bedingungen stimmen, bedarf der eigenen Fähigkeit, die Zusammenhänge tiefer zu verstehen.

 

Wann "qualifiziert" man sich für die eigene Wunscherfüllung? Keine leichte, wohl aber eine ernste Frage, der man durchaus näherkommen kann. Wann ist die Zeitqualität so perfekt, dass Wunsch und Wunscherfüllung keiner Erwartung mehr zuwiderlaufen?

 

Vielleicht wäre es für viele Menschen ein erster Schritt, wenn sie den Begriff der Erwartung herunterdämpfen oder ganz ersetzen würden. Nicht nur als Sprachvokabel, sondern als gefühlte innere Haltung. Wie wäre es, wenn man mehr von Hoffnung (… auf etwas), von Sehnsucht, von tiefer Bitte sprechen, fühlen, denken würde – statt von "Erwartung", die etwas Forderndes, etwas Zwingendes im Gepäck trägt. Eine Stufe tiefer würde eine positive Offenheit zeigen, ohne dass eine egoistische Begierde das Gedankenmuster stört.

 

Vielleicht ist dies nachdenkenswert?

 

28.1.2024

 

 

Dunkelheit

 

 

 

 

Zurückgeworfen auf die eigene Ohnmacht – oder Wertzuwachs durch Vertiefung der inneren Sinne?

 

Es dämmerte leicht. Ich wurde wach und dachte zuerst an die Dunkelheit. Dafür brauchte ich eine gewisse Helle im Kopf, die sich erst nach und nach einstellen wollte.

 

Warum, so fragte ich mich, braucht es überhaupt die Dunkelheit? Warum so viele Stunden im 24-Stunden-Rhythmus? Und warum sehnen sich manche Menschen danach, während andere vor der Dunkelheit am liebsten fliehen möchten?

 

Bekannt ist uns allen, dass Menschen, Tiere, Pflanzen die Stunden der Dunkelheit gleich aus einer Reihe verschiedener Gründe brauchen, um zu wachsen, zu gedeihen, zu leben. Dazu gehören unter anderem gewisse Lebenszyklen, die auch zur Orientierung und Fortpflanzung beitragen und vor allem auch Ruhephasen bescheren, ohne die wir nicht überleben würden. Dunkelheit ist wichtig, um den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht aufrechtzuerhalten, was wiederum das Gleichgewicht in Ökosystemen unterstützt. Wir Menschen vor allem brauchen die Produktion des Schlafhormons Melatonin, für das die Stunden der Dunkelheit die beste natürliche Basis schaffen. Melatonin ist wichtig für unsere innere Harmonie, Ausgeglichenheit, Glücksgefühle und vieles andere, das unserem Leben eine positive Stütze gibt. Gesunder Schlaf baut zudem Stress ab, beruhigt unsere Nerven und schenkt vielen von uns eine Fülle von kreativen Ideen, die uns im Laufe des Tages immer bewusster werden.

 

Doch vergessen wir nicht den seelischen Aspekt der Dunkelheit, der uns allein die Faszination des Sternenhimmels erschließt, der mehr ist, als "nur" ein romantischer Anblick in ferne Welten, sondern in individueller Tiefe auch die Inspiration und die Imagination fördert, die wir als Menschen fürs schöpferische Tun  immer wieder neu brauchen.

 

Warum aber haben so viele Menschen Angst vor der Dunkelheit? Warum meiden sie diese, wo immer sie können? Haben wir ein falsches, gar ein krankhaftes Verhältnis zu dieser Kehrseite des Lichts, das uns Transparent, Klarheit und Wissen symbolisiert?

 

Ist es die Undurchschaubarkeit, die Undurchdringlichkeit, die uns Ängste beschert? Ist es das Gefühl der Ohnmacht, dem wir uns hilflos überlassen fühlen, wenn wir in der Dunkelheit nichts mehr sehen? Ist es vielleicht auch eine erschreckende Metapher, wie viel Wissen und Macht uns letztlich in allen möglichen Situationen fehlt und wir auf unsere eigene Kleinheit zurückgeworfen werden? Wird uns erst im Dunkel auch überdeutlich, wie mager unsere Erkenntnisse in so vielem noch sind? Haben wir moralische Klarheit? Befinden wir uns auch gegen unseren Willen noch in einer uralten Abhängigkeit eines gewissen Aberglaubens, den wir auch mit Vernunft nicht ganz auszumerzen vermögen?

Ist es vielleicht das Unvorhersehbare, dass uns so quält?

 

Als Mensch lieben wir doch das Gefühl einer Sicherheit auch dann, wenn wir wissen, dass letztlich nur der Tod das einzig sichere im Leben ist. Doch diesen Gedanken kann man deshalb gut am hellen Tag verdrängen, weil wir mit den Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten des Seins zu spielen vermögen. Je kreativer, je weniger Angst. Und in der Dunkelheit scheint uns diese Klarheit weniger zur Verfügung zu stehen, als mit einem tageswachen Geist voller Aufmerksamkeit.

 

Die meisten Menschen kennen es doch: Man liegt im Bett. Nachts. Schlaflos. Sorgen über dieses und jenes plagen uns. Man wird unruhig, kommt zu keinem befriedigenden Ergebnis. Wälzt sich hin und her. Die Gedanken schweifen ab. In der Dunkelheit neigen sie vielfach dazu, das mögliche Böse zu imaginieren, das doch nur immer ein Teil einer alternativen Möglichkeit ist. Doch im Dunkeln scheint es uns näher zu sein als am Tag. Das sind normale Zustände, die fast jeder Mensch im Laufe des Lebens immer und immer wieder kennenlernen muss. Wo eine Zäsur geschieht, wo Entscheidungen anstehen, deren Bedrohlichkeit mit dem Weichen der Dunkelheit ebenso weichen kann. Welch ein Glück, wenn es dann heller wird und man aus dem Albtraum der bedrohlichen Kreiselbewegung endlich erlöst wird.

 

Selbstbesinnung. Auch das geht in der Dunkelheit oftmals ruhiger, tiefer vonstatten als in der Hektik des Tages. Selbstbesinnung ist entscheidend wichtig, um als Persönlichkeit zu wachsen, wozu das ehrliche Bilanzieren des eigenen Verhaltens unentbehrlich ist. Nur wenn wir es schaffen, ehrlich auf uns selbst zu schauen, finden wir auch die Kraft zur notwendigen Veränderung.

 

Kurz vor dem Einschlafen Bilanz über den gerade endenden Tag zu ziehen ist sinnvoll für eine gesunde Verarbeitung aller Eindrücke, Impulse des vergangenen Tages und auch für  die

 Aufgaben und Pflichten, die wir weiterhin wahrnehmen wollen und müssen. Die verschiedenen Phasen des Tiefschlafes sind vermutlich die wertvollsten Stunden. Dunkelheit kann also viel mehr Klarheit in tiefen Schichten erfahrbar machen, als wir auch nur ahnen.

 

Rainer Maria Rilke schrieb ein wundervolles Gedicht:

 

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden

 

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.
Und manchmal bin ich wie der Baum,
der, reif und rauschend, über einem Grabe
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

 

27.01.2024

 

 

The End von was?

 

 

Na ja, von meinem hoffnungsvollen Versuch, heute morgen an dieser Stelle gern etwas länger schreiben zu wollen. Aus. Nixo. Termine und Verpflichtungen hindern mich. Also muss die Kreativität des Geistes warten. Wie lange? Na ja... ich weiß nicht. Aber ich beeile mich, wieder ins Schreiben zu kommen. Worüber? Keine Ahnung. Sehe ich dann, wenn ich lese, was ich gerade schreibe. Ist fast alles immer sehr spontan. Also bis später... wann immer das ist.

25.1.2024

 

Woher

kommt nur diese Sexbesessenheit

 

 

Auch die Evangelische Kirche sollte endlich aufräumen. Mit ihren unseligen Missbrauchsfällen. Das misslang offenbar gründlich, wie die Forschenden der neuesten Studie bescheinigten. Überall nur Spitzen des Eisbergs eines Eisbergs… Gleich ein Doppelwumms an Versagen, und ein Dreifachwumms an befürchteten hohen Dunkelziffern. Schnell die Tücher drüber! Kein Personal für Aktenaufarbeitung vorhanden. Zu viel Aufwand für solch eine umfassende Aufklärung. Wer soll denn das bitte leisten? Unmöglich!... Was verlangt ihr? Ihr Opfer….ihr!

 

Und bitte, bitte: Das Thema schnell wieder raus aus der Presse. Sonst hagelt es wieder Austritte. Können wir nicht gebrauchen!

 

Nicht nur bei  Katholiken, Sportvereinen, anderen Kirchen, Sekten, was auch immer, sondern: ÜBERALL. Überall wird man fündig werden, wenn man nur endlich gründlich genug hinschaut. (Was man meist lieber nicht will). Gewiss auch in Polizei- und Justizkreisen und sehr vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen. Überall sexueller Missbrauch. Fast immer begehen ihn die Männer an den Frauen, immer aber gehen  die Machtvollen gegen die Ohnmächtigen brutal in Stellung.

 

Ist der Genuss der Macht dabei die Nummer eins oder ist es der Trieb ? – Oder ist es für die Perversen oder Verführer die offenbar teuflisch schöne Kombination von beiden, die noch immer und immer weitere Opfer fordert? Auch deshalb, weil Täter unglaublich oft viel zu sehr juristisch geschont werden, wenn sie erst einmal entdeckt sind. Warum so viele Bagatell-Strafen für schwerste Verbrechen? Denn jeder Mensch weiß doch, dass eine lebenslange Traumatisierung nie und nimmer mehr gutzumachen ist… Wer zählt die armen Kinder, die infolge des Missbrauchs schizophren werden oder als multiple Persönlichkeiten ein enorm schweres Leben später leben müssen. Umso schlimmer, wenn Täter billig davonkommen. Man wünscht ihnen von Herzen das Leid ihrer Opfer selbst lebenslang spüren und ertragen zu müssen. Doch das bleibt in der Regel ein frommer Wunsch.

 

Gewiss gibt es viele Studien, warum die Sexbesessenheit von Tätern ungebremst fortschreitet. Trotz  oder wegen des wahnwitzig leichten Zugangs zu Pornografie durch alle Medien 24 Stunden am Tag, gekauftem Sex als Konsumware? - Reicht es immer noch nicht aus, was es gibt? Oder ist es umgekehrt so: Weil es soviel gibt, ist die weitere Befeuerung für schlimmste Taten an Kindern, Jugendlichen und Frauen so enorm? Eine in weiten Teilen tabulos gewordene Weltgemeinschaft, die sich trotz des Überangebotes von Sex noch ständig weiter aufpuschen muss?

 

Warum? Ich habe diese Studien zum Sexualverhalten der Täter nicht recherchiert, nicht gelesen und kann deshalb an dieser Stelle nur wissensdumm das Fragezeichen hinterlassen. Doch Verdachtsmomente kommen mir immer wieder hoch!

 

Wird mit der gewollten und bewusst inszenierten Dauersexualisierung durch alle möglichen Medienkanäle eben auch immer ein großer Teil des Volkes "beschäftigt" gehalten – abgelenkt von anderen Problemen? Abgelenkt vor allem von echtem Niveau, das sie auf eine andere Stufe des Seins tragen könnte, wo völlig andere Qualitäten erfahrbar sind?

 

Aber sind solch veränderte Menschen dann noch leicht regierbar? Sind kritische Zeitgenossen, die sich über diese Trieb-Macht-Spielchen emporheben, davon emanzipieren, weil sie eigene wunderschöne Wege finden, Erotik zu genießen,  vielleicht am Ende eine nur viel schwerer regierbare Masse?

 

Es ist jedenfalls erstaunlich, wie leicht die Justiz sich die Sache macht, wenn man sich die Not der Opfer ansieht, sie ernstnimmt, sich hineinfühlt. Es ist auch erstaunlich, wie wenig von ALLEN Parteien gegen den Menschenhandel der Sexsklaverei in Deutschland unternommen wird, wie man es zulässt oder eben wegschaut, wie allerjüngste Mädchen aus Not auf den Strich gehen, sich vergewaltigen lassen müssen, weil man ihnen Pässe, Geld und alles entzogen hat.

 

Die Politik als Schutzmacht ist hier ein ganz, ganz großer Versager. Da kann nur noch Scham hochkommen, vor soviel Unmenschlichkeit.

24.1.2024

 

Stimmungsfluten

 

Eine ganz schöne Gemengelage

 

Wie oft eigentlich schaut man bewusst und gewollt in das Gesicht fremder Menschen? Und wenn ja, was entdeckt man da? Klar, den deutlichen Unterschied jeder Individualität. Ob hässlich, schön oder sympathisch usw. Nun hat ja jeder Mensch ein Gesicht, wie immer es ausfällt. Nennen wir es Neutralgesicht.  Aber es stimmt ja nicht. Jeder Mensch hat so viele Gesichter, dass einem schwindelig werden könnte, würde er sie alle in kurzer Folge hintereinander benutzen.

 

Beim Nachdenken über die Verschiedenheit eines Einzelgesichtes, riet ich so vor mir hin: Komme ich mit zehn Gesichtern pro Person im Wesentlichen aus? Gleich machte ich die Probe und zählte auf: ein motziges Gesicht, ein freundliches, ein nachdenkliches, ein trauriges, ein entsetztes, ein albernes, ein todernstes, ein berechnendes, ein lachendes, ein weinendes – und merkte, da kommt noch mehr. Also weiter: ein bitterböses, ein strenges, ein brutales, ein naives, ein sanftes, ein hässliches, ein gewinnendes, ein stoisches, ein grobes, ein schlaftrunkenes, ein überhitztes, ein gelangweiltes, ein erregtes, ein verliebtes, ein verlassenes, ein hungriges, ein vereinsamtes, ein grinsendes, schmunzelndes, konzentriertes…. Jetzt sind wir schon bei 30 völlig verschiedenen Gesichtern, die fast jeder Mensch "aufsetzen" kann… oder muss, weil seine innere Stimmung ihm gar keine andere Wahl lässt.

 

Nase und Augen verschieben sich in aller Regel nicht, die Augenbrauen und Mundwinkel schon. Aber die Augen schauen "anders", obschon sie scheinbar statisch festgezurrt sind. Dabei müssen sie keine akrobatischen Rollbewegungen vollziehen, sondern befördern hast zauberhaft eine innere Befindlichkeit nach außen, die physisch kaum oder nicht messbar ist. Aber wir sehen es trotzdem, erleben es.

 

Das oben Aufgeführte ist gewiss nicht das Ende der Fahnenstange, sondern nur der Schnellimpuls meines Gehirns beim Nachdenken über die Verschiedenheit. Denn es gibt zu alldem noch zahlreiche Facetten, die wir beispielsweise symbolisch mit einem "lachenden und weinenden" Auge bezeichnen und in der Tat dazu in der Lage sein können, mitten im Heulen plötzlich zu lachen und trotzdem weiterzuheulen. Erstaunlich. Das wiederum können Tiere nicht. Oder wenn doch, sind wir jedenfalls blind dafür.

 

Jetzt stelle man sich das mal vor. Da laufen derzeit mehr als 8 Milliarden Menschen auf der Erde so mit ihrem Gesicht herum. Und jeder hat die Möglichkeit, sein Gesicht mindestens in ca. 30 Variationen jede Minute zu verändern. Was wäre, wenn auf ein Kommando hin plötzlich alle zusammen in den Zustand eines traurigen Gesichtes versetzt würden? Würde das etwas bewirken? Zum Beispiel bei Demos? Würden dann Politiker beispielsweise, die nicht nur mit Hirn, sondern auch mit Sehfeld und eigenem Gesicht anwesend sind, dann den Forderungen der Demonstranten viel schneller und offensiver entgegenkommen, als bei tausend wütenden Protestgesichtern? Ich finde schon, dass es eine interessante Frage wäre, weil es zeigen würde: Aha, sind ungenutzte Möglichkeiten, weil niemand bisher je dran dachte, dass das Wirkung haben könnte…

 

Wie oft wechselst du selbst täglich deinen Gesichtsausdruck?

 

Nachzählen wäre spannend, was bedeutet: Sehr aufmerksam auf sich selbst mit seiner Stimmung zu sein. Wann neigt sich dein Normal- oder Neutralgesicht dem Schmunzeln zu? Wann wird es konzentriert, gelangweilt, mürrisch? Mit jedem Wechsel wechselst du die Stimmung im Raum. Jeder andere bemerkt fast immer nur unbewusst und reagiert auch meist nur unbewusst darauf. Aber er reagiert, was wir jedoch in der Regel nicht bemerken. Das verändert alles, ohne dass die Beteiligten es mitbekommen. Denn sie sind "woanders" mit ihrem Gesicht. Bei der Arbeit, bei den Sorgen, bei den Hoffnungen, Wünschen, Flüchen…

 

Doch wären sie hin und wieder auch bei dem Gedanken der Tatsche, dass Gesichtsausdruck und Mimik alles jederzeit mit verändern, würden sie diesem interessanten Phänomen vielleicht nicht nur viel mehr Aufmerksamkeit schenken, sondern es auch mit seinen Möglichkeiten der Veränderung besser nutzen zu wissen.

 

Wir nutzen noch so wenig von der enormen Klaviatur, die uns auch die Physiognomie beschert... Warum eigentlich?

 

 

 

 

23.1.2024

 

Die Sonne bricht ein wenig durch

 

 

Guten Morgen. Es geht langsam wieder bergauf. Ob ich schon täglich schreiben kann - wie gewohnt? Warten wir es ab. Aber die Welt geht auch ohne jeden Kommentar von mir ihren Gang und scheint in einer flüssigen Zeit zu erstarren... Flüssig dabei der Fluss aller ablaufenden Geschehnisse im scheinbar immer wiederkehrenden Hamsterrad. Erstarrt die Strukturen des Immergleichen, das sich vollzieht. Stürme auf allen Ebenen, nicht nur auf den Höhen der Eifel, sondern auch Trump bläst nun DeSantis in die Wüste, der ihn nun brav unterstützt. Gegen Deal?... egal... nicht wirklich wichtig, weil das Wichtige dabei überhaupt nicht einmal im Ansatz vorkommt.

 

Was wäre wichtig? - Nicht für die USA, sondern für die Menschheit an sich?

Mit meinen Worten: Wir sind in einer Übergangsphase, deren Inhalt und Länge entscheidend wichtig ist: Nämlich die Zusammenhänge unserer menschengemachten globalen Probleme nicht nur endlich auf einer tieferen Ebene zu kapieren, sondern die Kraft zu generieren, daraus auch Schlüsse zu ziehen und sie umzusetzen. Doch nationales, persönliches, privates Ego, massiv gebündelt, steht dagegen. Das ist die Brandmauer. Sie ist in Köpfen, Herzen, in Gier, Abhängigkeit, Denkfaulheit usw. Es braucht keinen Seher, keinen Propheten, um nicht auch aus dem Blickwinkel des normalen menschlichen Verstandes zu wissen: Das kann nur in einer Katastrophe enden, wenn all diese gebündelten Macht-Egos der  wichtigsten machtpolitischen Akteure ihre Uneinsichtigkeit zementieren. Und das tun sie leider, und ihre Völker durchschauen es nur ungenügend. Warum? Weil sie mit Nebensächlichkeiten betäubt werden - egal, ob es Brot oder Spiele sind oder die  (falsche) Angst vor den "falschen" Bedrohungen.

 

Gibt es falsche Bedrohungen? Damit meine ich jene Ablenkungsmanöver auf durchaus ernstzunehmende Probleme, die aber vor allem im Sinn haben, das Hauptproblem zu kaschieren, indem man den Fokus vor allem durch mediales Interesse auf Nebenprobleme zu lenken weiß. Man kann es auch schlicht: Manipulation nennen.

 

Ich bin sicher, was ich hier schreibe, empfinden viele Menschen. Aber leider nicht genug. Insofern sind wir gut beraten, uns auf Sturm einzustellen, der noch zum Orkan werden kann... und schlimmer. Weltweit.

 

Wir sind vielleicht aber noch besser beraten, wenn wir gleichzeitig die Hoffnung nicht fahren lassen, dass noch ein "Wunder" geschieht und massenhaft Einsicht vom Himmel in jene wichtigen Hirne geschmissen wird, auf dass sie gar nicht anders können, als einlenken, umlenken und menschlich anders handeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ich hier sang- und klanglos ohne jede Ankümdigung verschwinde, bin ich sehr schmerzhaft erkrankt oder hatte einen Unfall...

16.1.2024

 

K.-O.-Tropfen, Scharia, Schönheits-operationen...

 

und die Verbindung zwischen diesen Dingen

 

Ein Tunnelblick?

 

Die Überschrift hätte genauso gut lauten können: Iran bombardiert Irak, Trump gewinnt Iowa, Arme Menschen werden immer ärmer ... oder ... Trinkwasser immer stärker mit Medikamenten belastet, Bruttosozialprodukt im Sinkflug, Kirchenaustritte enorm oder … oder… oder ...

 

Es macht alles keinen Unterschied. Auf den ersten Blick hat da nichts mit dem anderen zu tun. Auf den zweiten Blick alles. Denn was derzeit abgeht in der Welt, ist mehr haarsträubend. Fast so chaotisch wie eine Fönfrisur im heranbrechenden Tsunami. Die Welt trudelt mal wieder heftiger als je zuvor.

 

Hat sie das nicht schon oft? Und wie oft im Zuge der Menschheitsgeschichte wurde die Apokalypse beschworen, ohne dass sich einer der apokalyptischen Reiter zeigte? Zwar fühlte man zu jedem Jahrhundert, erst recht zur Jahrtausendwende, das Dampfen der Nüstern, den aufgewirbelten Staub der wütenden Hufe, angetrieben von jenem Bösen, dass die Menschheit das fürchten lehren sollte. - Aber dann ging es doch immer wieder weiter. Und nach einem Absturz kam wieder ein Aufschwung. Als wären wir eine Art Marionettenpendel.

 

Fürchten tun sich eh schon jede Menge Menschen genug. Dafür brauchen wir nicht die Johannes-Apokalypse der Bibel zu bemühen. Die Kriege, gefährliche Ideologien, der Wahn und die Macht der wenigen Reichen, die nun schon am privaten Billionen-Vermögen kratzen, tun alles dafür, dass sich das Chaos mehrt. Über Werte ist man sich uneiniger denn je in der Spezies der Menschheit. Deshalb ist es auch leicht, die jeweils anderen Werte eines Andersdenkenden vom Verhandlungstisch zu wischen. Schwapp, schwupp, weg. Was gehen mich deine Probleme an? – Nichts, in der derzeitigen Gemengelage von Wertezerfall.

 

Schönheitsoperationen bei eh schon sehr schönen jungen Mädchen nehmen auch Fahrt auf. Noch schöner muss ich sein! Bis zur Unkenntlichkeit schön. Die Avatare machen es uns vor, wie wir zu sein haben. Und der idiotische Teil der Menschheit macht begeistert wie hirnlos mit. Während sich viele fleißige Menschen unter schwierigsten und gefährlichen Arbeitsbedigungen weltweit um die notwendige Existenzsicherung bemühen, streichen Influenzer/innen Hunderttausende, gar Millionen für schieren Irrsinn ein. Das ist keine Neiddebatte um schnell verdientest Geld, sondern es ist ein Krankheitssymptom, das als solches offenbar nicht mehr erkannt wird.

 

So geht es auch an den Börsen, wo Schrott – der noch nicht einmal das ist! – verkauft wird und Menschen wissendes und sehendes Auge um ihre kleinen Ersparnisse bringt. Schön blöd, sich drauf einzulassen? – Oder sollte man sagen: Schön blöd, dass man noch die alte Eigenschaft des Vertrauens besitzt, welche brachial ausgenutzt wird. Vertrauen, das man einst zum Überleben brauchte, wird zum großen Risikofaktor. Betrug ist die Normalität schlechthin.

 

Kirchenaustritte. Sicher nicht das denkbar Schlimmste. Schlimm ist eher, dass die Zustände eben so sind, dass es auch noch gerechtfertigt erscheint. Das ist der Skandal. Nicht die Austritte. Oder man schaue in die Suchtliga Sport. Eigentlich eine schöne und bis zu einem gewissen Grad auch gesunde Sache. Doch was wird daraus? Big Business in immer höheren Hundert-Millionen-Deals, die längst nichts mehr mit der Realität normaler Menschen zu tun hat – obschon es genau und ausschließlich diese Gruppe der Durchschnittsmenschen ist, die das Ganze finanzieren. 

 

Kriege. Man scheint darauf zu brennen, mehr und mehr davon an allen Ecken der Welt zu entfachen. Überall wird gezündelt, gebombt, als hätten wir keine anderen Notfälle in unserer derzeitigen Überlebensgeschichte.

 

Die Sache ist verfahren. Ist sie auch aussichtslos? Ich weiß es nicht. Aber ich sehe tatsächlich nirgends so starke Strömungen der Vernunft, der Menschlichkeit und zugleich des rationalen Verstandes, die derzeit sowohl willens als auch in der Lage sind, die Sache des menschlichen Wahns auf allen Ebenen umzukehren.

 

Sehe ich die Sache falsch? – Dann bitte ich gern darum, mir mit nachweisbaren Argumenten die Augen zu öffnen.

 

Nichts hätte ich lieber, als begründeten Widerspruch, der bei mir Herz, Hirn und Bauch zugleich erreicht!

15.1.2024

 

Vorsicht! – Leserinnen und Leser

 

Ich, eine Abergläubige?

 

ZUR HOMÖOPATHIE

 

Glaube – an der richtigen Stelle im Leben, wo es z.b. an letztem Wissen noch mangelt - kann Leben retten, Not linden. Aberglaube kann Alpträume, Traumatisierungen oder Tod bedeuten, wenn man gewissem Irrsinn nur "gläubig" genug nachgeht.

 

Nach dem Pressemainstream ist es nun endlich klar: Ich bin demnach offenbar eine Abergläubige. Ich gehöre ganz offensichtlich zu einer esoterischen Sekte, vor der dringend zu warnen ist. Insofern ist alles, was aus meiner Feder kommt, mit allerhöchster Skepsis zu betrachten und zu bewerten. Oder man kann mich auch gleich ins Absurde stellen. Ins Reich der Märchen und Legenden für Leichtgläubige, unkritische Konsumentin einer obskuren Verschwörung gegen was auch immer. 

 

Bin ich eine, vor der man ernstlich warnen muss…, weil sie ihren eigenen leibhaftig gemachten Erfahrungen vertraut?-  Fragen Sie sich das bitte alle ernsthaft, wenn Sie meine Beiträge lesen.

 

Ich brauche es mich zum Glück ja nicht zu fragen, weil ich mich seit 71 Jahren und ein paar Monaten doch schon recht gut kennengelernt habe. Ein letztes umfassenden Wissen um seine eigene Ganzheit hat zwar niemand, aber der selbstkritisch aufmerksame Mensch darf sich durchaus doch in gewissen Erfahrungen vertrauen.

 

Grund meiner kritischen Vorrede: Die Diskreditierung der Homöopathie

 

Dass Gesundheitsminister Lauterbach sie aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung herausnimmt, ist dabei noch das kleinere Übel, weil die meisten Nutzer sie sowieso seit Jahr und Tag privat bezahlen  - und sie zum Glück auch bezahlbar geblieben ist. Ich selbst bin froh, dass es sowohl die Allopathie/klassische Pharmakologie wie auch die Homöopathie und auch die Naturheilmittel (das ist noch ein anderer Heilungsansatz) gibt, um von Fall zu Fall selbst entscheiden zu können, was mir am ehesten hilft. Das kann ich vor allem aufgrund meiner individuellen Erfahrungen mit allen Mitteln über nun 7 Jahrzehnte.

 

Wie wirkt Homöopathie?

 

Völlig  anders als die allopathischen Mittel, die vor allem auf die Stofflichkeit einer Krankheit zielen und damit auch entsprechend behandeln. Homöopathie arbeitet völlig anders, warum sie selbstverständlich auch nicht wissenschaftlich mit den gleichen Methoden sinnvoll untersucht werden kann, weil schon allein dieser Ansatz irr-tümlich ist. Homöopathie arbeitet feinstofflich, bis fast ins Geistige hinein (je nach Potenz). Sie arbeitet auf Basis einer "Information", die in den Zellkern gegeben wird. Dafür braucht es die hohe Potenzierung, die von der Wissenschaft als Placebo-Effekt (Glaube an die Wirkung) falsch verstanden wird. AUch Placebo-Effekte gibt es natürlich, die tatsächlich auf reinem Glauben (nicht Aberglauben!) funktionieren, und erstaunlicher Weise auch bei vielen (nicht allen) Menschen wirken. Allein schon das zeigt, wie unterschiedlich kranke Organismen auf alles mögliche positiv, negativ oder neutral reagieren können.

 

Diese Unterschiede sind erst einmal zu verstehen und bei allen untauglich vergleichenden Meßmethoden als Erstes zu berücksichtigen. Äpfel und Bananen - beides Obst! Dennoch unvergleichlich.

 

Information: Die Psychologie, wie aber auch der grundgesunde Menschenverstand weiß es schon lange: Wir alle reagieren nicht nur psychisch, sondern evtl. auch körperlich auf Informationen aller Art... mit Schwitzen, Röte, Magengeschwüren usw. Diese Auslöser können "im" Stoff sein, aber auch im Ereignis, wie wir wissen: Siehe Verliebtheit, siehe Unglücklichsein, siehe Sorgen, siehe Ängste, gar Traumatisierungen... Unstoffliche Vorgänge, die eine Masse stofflicher Veränderungen im Körper bis hin zu schwerer Erkrankung oder Tod führen - aber auch zur Heilung, wenn es sich um positive Beispiele handelt. Mit anderen Worten: NICHTstoffliches kann das Stoffliche im Körper extrem beeinflussen. Umgekehrt auch! Feinstoffliches, ja auch geistiges - wie Gedanken, Bewusstsein, Meditation -können als Unstoffliches das Stoffliche im Menschen harmonisieren und gesunden lassen.

 

Das können teils die klassischen Medikamente auch, siehe Hustenmittel oder Psychopharmaka. Und das kann die Homöopathie ebenfalls. Hier als nicht- oder feinstoffliches Mittel, jedoch mit einem anderen Heilungsansatz, der über die Information an die kranken Zellen oder den Zellkern geht.  Nach Aussagen (bzw. Anwendung aufgrund der gemachten Erfahrungen!) von Millionen Patienten, die weltweit seit dem 19. Jahrhundert (Hahnemann) damit Erfolge erzielen, wirkt also dieser andere Informationsansatz - ganz ohne Nebenwirkungen auch "oft". Nicht immer, wie auch eine Unmenge von üblichen Medikamenten (viele mit teils starken Nebenwirkungen) ja ebenfalls nicht immer wirken. Doppelblindstudien werden übrigens bei beiden gemacht, aber das Individuum ist nun einmal ein geheimnisvolles Unikum, was uns nicht immer verrät, warum das eine oder andere hier und dort nicht wirkt, obschon es bei anderen Menschen erfolgreich ist. Das gilt für ALLE Arten aller medizinischen Behandlungen per se.

 

Das Deutsche Ärzteblatt schreibt: "Eigentlich befinden sich die Homöopathen in einer für viele beneidenswerten Position: Eine in der führenden europäischen Medizinfachzeitschrift publizierte und methodisch sehr gut aufbereitete Meta-Analyse auf der Basis von 89 randomisierten, kontrollierten Doppelblindstudien zur Wirksamkeit der Homöopathie (Lancet 1997; 350: 834–843) kommt zu dem Schluss, dass sie im Ergebnis nicht mit dem Vorwurf vereinbar ist, die homöopathischen Effekte beruhten nur auf Placeboeffekten." Quelle: Dtsch Arztebl 2001; 98(30): A-1942 / B-1826 / C-1555

 

Einzig was zählt sind die Erfolge. Wer heilt hat Recht!...

 

Fazit: Heilt denn Homöopathie immer? Nein. Heilen die anderen Medikamente denn immer? Nein. Aber sie haben sehr oft den Nachteil, dass sie unter Umständen starke negative Nebenwirkungen haben, die so schlimm werden können, das daraus sogar wieder neue Krankheiten entstehen. Dennoch kann auch beides incl. der Naturheilmittel heilen.

 

Differenzierung in der Bewertung aller verschiedener Heilmethoden und ihren oftmals völlig unvergleichlichen Ansätzen ist also das Gebot der Stunde. (Klassische Medizin, Homöopathie, Naturheilkunde, Placebo-Effekte, weitere alternative Heilmethoden)

 

Wie Homöopathie wirkt, ist in diesem Link mit Professor Dr. Harald Matthes (Ärztlicher Leiter des Krankenhauses Havelhöhe in Berlin)   zu entnehmen, den ich gern empfehle:  

https://info3-verlag.de/dezember-2019-2/wie-homoeopathie-wirkt-und-warum-der-mensch-kein-mechanischer-apparat-ist/

 

Alles davon hier wiederzugeben, ist zu umfangreich. Aber einige Kernsätze (die jedoch nicht das Lesen des Artikels überflüssig machen!)  greife ich gern schon einmal heraus, die offenbar mit dafür verantwortlich sind, warum mir manche (nicht alle!) homöopathischen Mittel schon so oft geholfen haben:

…. "Und wenn wir jetzt zur Homöopathie zurückkehren, dann ist es so, dass wir dort immer von den Stoffen ausgehen. Jeder Stoff hat bestimmte Eigenschaften. Und diese zunächst stofflichen Eigenschaften sind es nun, die wir versuchen in der Homöopathie anzuwenden, indem wir sie nicht stofflich, sondern dynamisiert, das heißt potenziert nun als ein Wirkprinzip dem Organismus zur Verfügung stellen. Es geht daher um Informationsübertragung, bei der die Regulation des Organismus beeinflusst wird.

Geht es in der Homöopathie um Regulationsbeeinflussung, so in der Naturheilkunde um eine Reiz-Reaktionsbeeinflussung, indem wir einen Reiz setzen und die Reaktion die Heilung bewirkt. In der Homöopathie versuchen wir dem Organismus dadurch zu helfen, dass das der Pflanze beziehungsweise der Substanz innewohnende Bildeprinzip in dynamisierter Form zur Information im Medium – Wasser – transformiert und so Einfluss auf die Selbstregulationsprozesse des Menschen nimmt.

 

Das bedeutet also, wir haben es in der Homöopathie mit einem Wirkmechanismus zu tun, der nicht über den physischen und damit materiellen Teil auf den Menschen wirkt, sondern auf die Regulationsprozesse mittels Information und damit regulativ auf das Lebendige und Beseelte des Leibes. …

 

… Herr Professor Matthes, können Sie uns schildern, wie Homöopathie wirkt?

 

Diese Frage zielt darauf ab, dass wir – wie heute üblich – in der Pharmakologie gern einen Wirkmechanismus haben möchten. Dahinter steht jedoch eine Theorie: nämlich, dass erstens die Medizin eine Naturwissenschaft ist und dass zweitens in der Medizin nur ein Ursache-Wirkungsprinzip, eine Kausalität, wirkt.

Nur ist dem leider nicht so. Die Medizin ist keine Naturwissenschaft, sondern eine Handlungswissenschaft. Das ist übrigens auch Konsens in der Bundesärztekammer. Daher ist Medizin eine Wissenschaft, die empirisch belegt werden muss, das heißt, wir müssen einerseits fragen: Gibt es Studien, die empirisch belegen, dass Homöopathie wirksam ist? Dann kann man sagen: Ja. …. "

 

Wer also in der Lage ist, den Unterschied zwischen der klass. Pharmakologie und der Homöopathie zu begreifen, begreift auch, dass sie auf ganz verschiedenen und deshalb eben nicht vergleichbaren Methoden bestehen – einerseits die Kausalität – andererseits eine Handlungswissenschaft, die über eine Informationsübertragung erfolgt, wie wir sie auch in der Meditation usw. kennen. Nun wird dieser "Glaube" an die Möglichkeit der Heilung noch immer irrtümlich verwechselt mit der Leichtgläubigkeit (im negativen Sinne einer Kritikunfähigkeit und mangelnden Urteilskompetenz) viele Menschen. Diese wiederum wird auch schnell absurd, wenn man bedenkt, dass auch in der Tiermedizin und der Kindermedizin (wo keinerlei Art von "Glauben" vorliegen kann) hilfreich und wirksam angewendet wird.

 

Es ist eine Art Kulturkrieg, der hier entbrennt. Ganzheitlich denkende und handelnde Menschen gegenüber jenen, die in ihrem noch engen Konzept einer "Wissenschaftlichkeit" verbleiben, die in bestimmten Bereichen leider noch nicht über ihren Tellerrand deshalb hinausblicken kann, weil ihr bestimmte Methoden noch fehlen oder der völlig andere, nämlich der unvergleichliche Ansatz noch nicht begriffen wird.... Vergleichbar wären letztlich nur die Heilungen selbst!

 

Vielleicht helfen uns die Klugen unter den Physikern irgendwann einmal weiter, wenn man über die Wirkungen von Schwinungen auf ALLES und JEDES bessere und treffsichere Aussagen machen kann. Die Schwingungen eines jeden Atoms im Zellkern braucht eine bestimmte Harmonie, um als gesund oder krank zu gelten. Kommt da etwas aus der Balance, muss es neu gerichtet werden. Die Hauptwirkung kommt vermutlich dabei dem "inneren Arzt" im Menschen zugute, der es durch vielerlei Einflüsse und Methoden letztlich wieder bewirkt. Dass der "äußere Arzt" (so er ein guter ist) mit den verschiedensten Mitteln hilfreich mitwirken und eingreifen kann, ist ein Segen. Geht es um die Information, die an die Schwingung der Atome weitegegeben wird, hat die Homöopathie viele Vorteile vor allem deshalb, weil sie die Nebenwirkungen dabei außer Acht lassen kann. Da wiedersprechen nicht einmal die Pharmakologen, auch wenn sie den Ansatz anders sehen (müssen?), weil sie allein noch auf das Kausalitätsprinzip von Ursache und Wirkung allein vertrauen.

 

Heute nennt man es Quanten-Medizin, die langsam Fahrt aufnimmt, aber noch lange nicht im Bewusstsein der meisten Menschen angekommen ist. Eine noch junge Wissenschaft, die aber vielleicht die Erfolge der Homöopathie irgendwann auch anders als durch Heilung nachweisen kann. (Heilung allein reicht ja offenbar nicht aus!)

 

Wohl dem, der offen allen Methoden ist und in der Lage ist, von Fall zu Fall für sich selbst zu entscheiden, welchen Weg der Gesundung er selbst gehen möchte.

Der Kulturkrieg um die Homöopathie ist politisch gewollt. Ein weiterer unsinniger Krieg, der für mich persönlich leider zeigt: Wir sind weiter auf dem Rückweg! Wie segensreich könnte es sein, wenn eine Zusammenarbeit aller Disziplinen mit der Offenheit für alle Möglichkeiten gewährleistet würde, um das Optimum für Gesundung nach und nach herauszufinden.

 

13.1.2024

 

Von den

Habenichtsen

der Menschlichkeit

 

 

"Trägheit des Herzens" - Ich weiß nicht, ob diese Wortschöpfung von Stefan Zweig stammt, wo ich sie schon öfter gelesen habe. Aber immer wenn ich es las, wurde es mir selbst schwer ums Herz. Wegen dieser Trägheit, die mir wie eine bitterböse Krankheit erscheint. Eine Krankheit, die Fahrt aufnimmt. Wird sie epidemisch, gar pandemisch?

 

Trägheit des Herzens -  man kann darunter Verschiedenes verstehen. Ich verstehe sie vor allem als eine unterkühlte, ja kalte Gleichgültigkeit Ereignissen und Personen gegenüber, die Wärme, Hilfe, Beistand oder Trost gebraucht hätten – und sie nicht bekamen.

 

Doch wer bekommt schon immer, was er sich wünscht? Fast niemand. Und wenn er alles bekäme? Wäre er dann am Ende nicht schreckliches Opfer einer Scheinwirklichkeit, obschon er sie persönlich als Ausnahme  real erlebt? Kann ein Mensch, dem immer alle Wünsche erfüllt werden, ernsthaft wachsen, gedeihen und sich zur Reife entwickeln? Ich würde es bezweifeln.

 

Daraus folgt: Brauchen wir diese unangenehme, manchmal gar widerlich daherkommende Trägheit der Herzen von all jenen Menschen, die sie leicht und selbstverständlich bewerkstelligen. Also brauchen wir diesen unangenehm unterkühlten Typus auch fürs eigene Gedeihen, um daran zu lernen? Einer, der desinteressiert am anderen ist, gleichgültig gegen Angst, Schmerz, Panik oder Not der Mitmenschen…?

 

Wäre es nicht besser, sie würden sich doch lieber als Samariter, mitfühlende Freunde erweisen und allen Opfern vom Guten zu geben, das vielleicht noch in ihnen lebt, aber bisher nicht zum Zuge kam?

 

Hier kommt wieder die berühmte Perspektive ins Spiel, die man aus verschiedenen Positionen einnehmen kann. Zum Wohle des Gesamten, wie auch des Einzelnen kann nämlich tatsächlich beides richtig sein, auch wenn diese Herzensträgheit des anderen dabei äußerst unangenehm erlebt wird. Denn die Frage ist ja immer auch: Was bewirkt was? Eine Gretchenfrage des Seins, wenn es darum geht, nicht das direkte Ziel des Wohlbefindens im Auge zu haben, sondern ein höheres Ziel, das mehr bewirkt als nur das Wohlbefinden im Augenblick.

 

Umgekehrt kann es auch sein, dass wegen dieser Trägheit, dieser Gleichgültigkeit – sei es aus Faulheit, Bequemlichkeit oder aus Stumpfsinn des Gemütes – Leben gerettet werden könnte. Oder große Not nur abgemilderter erfahren würde, was ebenfalls andere Auswirkungen hat, als die maximale Brutalität, die auch als Möglichkeit im Raum steht.

 

Ist man selbst auch manchmal schwach mit der eigenen Herzenskraft? Träge, weil man einfach keine Lust mehr hat auf noch mehr Mitgefühl als bisher, mit wem auch immer? Hängt uns allen nicht manchmal die Masse des Leidens so in den Kleidern, dass man einfach nur noch daraus flüchten möchte? Wie viel Empfindsamkeit können oder wollen wir uns ganz persönlich  leisten? Und was passiert, wenn der Abstumpfungsprozess in unserer Gesellschaft eine weitere Dynamik erhält? Wann werden wir selbst zum Opfer? Wie oft wurden wir selbst schon zum Täter und erinnern es noch nicht einmal – weil es uns einfach nur gleichgültig war!?

 

Jeder kann sich nur selbst die Antwort darauf geben. Aber diese kann nur gefunden werden, wenn das Herz nicht zu träge, zu gleichgültig, zu unempfindlich ist, sie überhaupt ernsthaft, nüchtern und ehrlich zuzulassen.

12.1.2024

 

Bitte Stein,

 

komm nicht ins

 

Rollen...

 

 

Ist es eine gute oder eine falsche Bitte? Denn die Gefahr wird leider greifbarer, dass der Stein des Anstoßes ins Rollen kommt: Verfehlte Politik an allen Ecken und Enden!  Und dann? … Erst Stillstand, dann Chaos, dann Anarchie?

 

Na, na. Von Anarchie sind die Deutschen zum Glück weit entfernt. Das können Franzosen und andere besser, früher, schneller, effektiver. Anarchische Verhältnisse zu schaffen, liegt uns nicht nur nicht im Blut, sondern auch nicht im Sinn.

 

Dennoch scheint es so, als würden sich mehr und mehr Berufsgruppen den Bauernprotesten anschließen wollen oder müssen. Eine erste Dynamik hat Fahrt aufgenommen. Vor allem jene können sich am besten wehren, auf die man unbedingt angewiesen ist. Die Streikbereitschaft wächst mit jedem irrsinnigen Beschluss, den die Ampel von sich gibt.

 

Gestern mal wieder: Lauterbach würgt die Homöopathie ab. Von den Krankenkassen darf sie nicht mehr bezahlt werden, obschon sie mit 20-50 Millionen im Nullkommabereich der 290 Milliarden Jahreskosten der Krankenkassen liegt. Die meisten Menschen bezahlen sie eh schon lange privat – auch weil sie sowohl kostengünstig wie zudem wirksam ist. Alle ein Heer von Leichtgläubigen, die sich ihre Krankheit ebenso eingebildet haben, wie anschließend ihre Gesundung? Allein schon das wären die "paar Euros" wert.

 

Aber reale Wirksamkeit als erlebte Erfahrung wird schlicht und einfach von der Wissenschaft bestritten, wenn sie selbst mit ihrer begrenzten Methodik es nicht nachvollziehen kann. Und was nicht nachweisbar im Sinne der Empirik ist, ist eben keine Realität! Egal wie gesund man sich danach fühlt oder ist. Alles nur Placebo… Und die Erde war vorher ja auch laut damaliger Wissenschaft eine Scheibe.

 

Lauterbach lenkt ab. Er weiß das. Er will sich mit einem Nebenthema lieb Kind machen, weil er kein einziges seiner wirklich wichtigen Themen auch nur ansatzweise in der Gesundheitspolitik gelöst bekommt. Er begreift die Homöopathie nicht, er hört einseitig auf jene Gruppe, die der chemischen Keule unbedingt nicht nur den Vorzug, sondern die Alleinherrschaft einräumen. Ich kann nicht aufzählen, wie oft und wie sehr mir neben der Allopathie, die ich natürlich auch  verwende, aber eben auch die Homöopathie so hilfreich beim Gesunden war. Sie ist nicht für alles und jeden einsetzbar, aber für Vieles und sehr Vieles. 

 

Würde ich jetzt im Einzeln auf die vielen falschen Argumente eingehen, die das Verbot angeblich begründen, müsste ich weit ausholen und müsste auch von der Wirksamkeit von Schwingungen berichten, die nicht nur letztlich ALLE Stoffe auf den menschlichen Zellkern haben, sondern sogar Klänge und Töne, die einmal Teil unserer Zukunftsmedizin sein werden. Eine sanftere Medizin, die hochwirksam sein wird, weil man das Zusammenspiel völlig neu verstehen lernt. Für andere Teile der menschlichen Krankheits-Problematik gewiss auch der Einsatz intelligenter Technik, die sich ergänzen werden. Alles kann sinnvoll sein. Es wird einmal eine ganz natürliche Sache des Zusammenspiels aller Faktoren werden, die bis auf die Zellebene  heilend wirken können, wenn wir das nur noch alles besser verstehen und die guten Ansätze nicht schon ausgrenzen. Homöopathie ist eines davon.

 

Wieder eine große Menschengruppe wird also völlig unnötig verärgert, die jetzt auch gleich noch mit zu Aberhunderttausenden auf die Straße zum Protest raus müssten. Sämtliche Heilpraktiker, Ganzheitsmediziner und ihre Millionen Patienten. Dabei steht nicht einmal die Kostenfrage im Vordergrund, sondern der gesundheitliche Ansatz und die irrsinnige Diskreditierung eines Medizinzweiges, an den man keineswegs glauben muss, um Wirksamkeit zu erleben.

 

Welche gesellschaftlich relevante Gruppe ist als nächstes dran? Viele und immer mehr haben Grund, wütend auf die derzeitige Regierung  zu werden. Unter Umständen hat die Politik gerade nur Glück, dass es kalt und Winter ist und die Deutschen im aktiven Widerstand noch nicht ganz so wetterfest sind.

 

Rollt der Stein bereits? Bremst jemand ab? Womit? Wenn nicht, wie mächtig donnert er zu Tal? Wer steht da gerade? Das Volk? Oder die Regierung? Oder letztlich wir alle? Wenn nicht bald sehr gute praktikable Lösungen gefunden werden, sehe ich vorübergehend: schwarz

 

Aber auch das wird sich irgendwann und hoffentlich zu meinen Lebzeiten dann nochmal ändern! Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

(Wie oft werde ich diesen letzten Satz noch schreiben müssen?)

 

 

11.1.2024

 

Nicht gut gebrüllt, Löwe!

 

Da muss schon noch was kommen!

 

Nicht jeder hat Lust, sich in die Niederungen der allgemeinen Tagespolitik thematisch einzuklinken. Kann ich gut verstehen. Immerhin will man sich nicht schon morgens den Tag versauen. Ähnlich ist es mit der Wirtschaftspolitik, weil dieses Anhängselchen der Tagespolitik ja ebenfalls mehr als gebeutelt ist, wird und wohl noch länger bleibt.  Wer von den beiden jedoch mehr vom anderen abhängt, ist dabei auch noch fraglich. Schöne Aussichten.

 

Liest man sich durch den Gazetten-Wald, kommt nur eine Stimmung hoch: Mehr und mehr Menschen haben die Schnauze voll. Dass diese scheinbar unlösbaren Probleme auf wirklich allen Ebenen nicht allein der derzeit unseligen Ampel allein zu verdanken sind, wissen wir ja. Zu  viele Altlasten auf zu viele Neulasten gehäuft. Der Misthaufen wächst. Der ehemals deutsche Wirtschafts-Löwe, ein mittlerweile zahnloser Tiger?

 

Absichtlich macht es vermutlich niemand, weil ja auch die Ampel sehr gerne erfolgreich wäre. Ich unterstelle also nichts Böses, wie es Verschwörungsliebhaber am liebsten tun, sondern unterstelle nur: Talentfreiheit… was leider nicht bedeutet: Freiheit ZUM Talent, sondern Freisein VON Talent. Also das Gegenteil von dem, was wir uns wünschen.

 

Man soll nicht immer alles schlechtreden. Jupp, sehe ich auch so. Immer wächst irgendwo noch ein Grashälmchen im Trockenen oder eine Sumpfblüte im Verborgenen. Aber reicht das? Und wenn ja wie lange. Warum nur kommt es einem so vor, als lache mittlerweile selbst die ehemals "Dritte Welt", die heute auf modern Sprech Schwellenländer genannt werden, über Deutschland und seine Ideologien und hüpft uns munter davon? Weil sie es können. Und weil wir es eben nicht mehr können.– Weil es fast schon zum Lachen ist. Für uns jedoch eigentlich zum Weinen.

 

Kein Staat ist perfekt. Und die, wo es derzeit glitzert und glänzt, haben auch viel Dreck am Stecken. Reich, aber korrupt. Technisch super fortgeschritten; aufgrund von massenhaftem Ideen- und Patenteklau. Oder wie steht es oft mit Freiheiten und Bürgerrechte? Mau, mies, mieser. Sollen wir uns etwa daran ein Beispiel  nehmen? Never ever.

 

Was dann? Tja… mit dem kritischen Denken und umsetzen von neuen Ideen, die dann auch zeitlich schnell gehen, hapert es ja schon seit 20-30 Jahren mehr und mehr. Deutschland ist ein alter Greis geworden. Und wer ihn noch den reichen Mann in Europa nennt: spinnt. Verdrängt die Wirklichkeit und schaut nur einseitig hin. Ein Blick aufs Rentenniveau vieler Menschen, die nicht in den Genuss eines Beamtenstatus kamen, spricht traurige Bände.

 

Unsere frühere Hauptressource: Der menschliche Geist. Intelligenz, die auch klug eingesetzt wurde. Oft jedenfalls  - sieht man mal von so einigen merkantil erfolgreichen, aber auch bedenkenswerten Waffensystemen und ähnlich tödlichem Zeugs ab. Aber nun kommt die KI. Man sagt uns: Ihr braucht keiner Denker mehr. Ihr seid ausgebootet. Die KI kann das besser als all eure Wissenschaftler. Also futsch der schöne Vorteil, den wir ehemals hatten: ein recht erfolgreiches Denkervölkchen.

 

Es ist müde geworden, das Denkervölkchen. Es will eigentlich nur noch schlafen. Aber es kommt nicht zur Ruhe. Denn wenn es schlafen will, gibt’s nirgendwo ruhige Schlafplätze. Dauernd stören Brummis, Traktoren und von der ehemals guten alten Deutschen Bahn mal ganz zu schweigen. Und weil die lauten Proteste beginnen Spaß zu machen und Vorteile versprechen, wird es vermutlich demnächst noch mehr davon geben. Das ist, so fürchte ich, erst der Anfang der neuen Unruhe.

 

Na ja,  so ganz am Anfang sind wir ja nicht. Orakelt wird es schon lange. Aber es dauert eben ein Weilchen, bis kluge Orakelsprüche auch den letzten Deppen am Verschlafen hindern.

 

Also, du müdes deutsches Völkchen: Was willst du?  Weiter schlafen? Dann nur zu! Bist ja schon gut im Training und verschläfst schon lange die Zeichen der Zeit.

 

Oder willst du nicht doch aufwachen? Tja, dann müssen andere Politiker her. Aber woher bekommt man sie nur? Wo verstecken sich die Talente, die es braucht, um Deutschland wieder anzubinden, bevor die KI infolge zusammen mit verfehlter  Wirtschaftspolitik tatsächlich im Sinkflug eine Bruchlandung für lange Zeit landet?

 

Mutige, mit Talent und fröhlichem Gemüt, integer, visionär, mit starken Nerven und Liebe zum Leben: Zeigt euch!

Wir brauchen euch!

 

10.1.2024

 

Drei nächtliche Aussagen

 

Eventuell nicht lesenswert…

 

 

… und dennoch 

niedergeschrieben, weil es zu diesem halbprivat-halböffentlichen Tagebuch als Randbemerkung mit hinzugehört.

 

Diese Nacht. Kurzes Aufwachen in der Nacht ist für fast alle Menschen normal und nicht weiter erwähnenswert. Dass man eventuell dann auch Träume oder Traumfetzen erinnert, ist ebenso normal. Manchmal ist es aber noch ein wenig anders, wie heute Nacht. Beim dreimaligen Aufwachen war jedes Mal keine Traumerinnerung, auch kein Traumbild, sondern immer nur ein einzelner Satz da, der hellwach durch meinen Geist wanderte, bevor der sich dann wieder in die nächste Schlafphase verabschiedete.

 

Folgende drei Sätze standen also ohne Kontext klar vor meinem geistigen Ohr und meinem kurzfristig hellwachen Bewusstsein.

  1. Die Flöte muss nüchterner werden!
  2. Was kostet  der Kölner Dom?
  3. Wie teuer ist eine Fissler-Bratpfanne?

 

 

Hä?... Jo, genau das. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin als Kind bereits am Blockflötenunterricht gescheitert und habe Null Bezug zur Flötenmusik, die ich im übrigen auch nicht musikalisch präferieren würde. Ich habe keine Absicht auf den Kölner Dom als Immobilie. Ich brauche keine neue Bratpfanne, habe sogar noch eine unbenutzte in Reserve.

 

Mit anderen Worten: Nichts von diesen drei Aussagen, die mir ums nächtliche Hirn geschlagen wurden, haben also einen Bezug zur Realität, wie ihn so manche Träume durchaus ja haben können.

 

Aber was soll das Ganze? Gewiss, die Traumforschung steckt noch tief in Babyschuhen. Mag so manche Symbolik auch schon relativ gut entschlüsselt sein, so ist es bei vielem doch ein ziemliches Wirrwarr von Spekulationsmöglichkeiten, die sich auftun.

 

Doch gerade deshalb ist es manchmal auch besonders spannend, all dem mal kurz hinterherzusinnen. Ist mit der Flöte etwa meine innere oder meine äußere Stimme gemeint? Aber wieso dann "nüchterner werden", wo ich Nüchternheit eh schon liebe und in den allermeisten Fällen im Leben anderen Betrachtungen bevorzuge (außer in der Kunst). Noch nüchterner?... hm, das bleibt mir noch ein Rätsel.

 

Was der Kölner Dom wert ist, vermag ich nicht zu beziffern. Das wurmte mich und google beglückte mich mit einer Antwort: "Der Dom sei zwar unfassbar wertvoll, aber er sei unverkäuflich und hätte deshalb auch keinen Marktwert, so das Erzbistum damals weiter. Auch andere Kirchengebäude seien oftmals ohne Wert. Auch in den Folgejahren gab das Erzbistum den Wert des Doms daher immer mit den symbolischen 27 Euro an."

 

Ich könnte ihn mit also locker leisten. 27 Euro. Das ist kein Witz. Das ist offiziell so ausgewiesen. Man lese es nur nach.Doch steht zu befürchten, dass sich das Erzbistum weigert, ihn mir zu verkaufen. Zudem hätte ich ihn ja Instand zu halten. Das wiederum überfordert mich. Und dann noch die Domplatte. In bester Kölner Innenstadtlage. Ist sie in den 27 Euro mit einbegriffen? Es bleiben Fragen offen. Vor allem aber die: Warum sollte ich ihn kaufen wollen?

 

Und dann die Sache mit der Bratpfanne. Nebulös. Es war zudem ausdrücklich von Fissler die Rede. Wie viele Marken es sonst noch gibt, weiß nur der Himmel. Ich nicht. Sollte ich etwa etwas verbraten? Vielleicht den Deal mit dem Kölner Dom, der vielleicht ja doch noch gelingt, wenn ich mich nur genug anstrenge? Und sind die Flötentöne vielleicht himmlischen Ursprungs, dass mir die Erzengel da etwas ins Ohr geflötet haben mit dem Versprechen: "Kauf den Kölner Dom für27 Euro, verscherbele ihn für ein paar Millionen weiter und verbrate das Ganze in einer luxuriösen neuen Pfanne in gewollter Dekadenz?"

 

Tja, vielleicht sind ja die himmlischen Heerscharen mittlerweile mit einer neuen KI ein Bündnis eingegangen und versuchen mit mir die ersten nächtlichen Beeinflussungstest nach dem Motto: Wollen wir doch mal sehen, wieviel Verrücktheiten wir der menschlichen Spezies so verkaufen können.

 

Ich, das kleine Kaninchen?

9.1.2024

Unselige Warterei

 

oder

 

Was Warten mit Denken zu tun hat

 

Morgen beginnt der nächste Bahnstreik. Angesichts der Raffgier der Bahnvorstände, die sich selbst üppig bei miesem Gesamtbahnmanagement für die eigenen Gehälter bedenken, ist dieser Streik verständlich. Vor allem die unteren Lohngruppen verdienen zu wenig. Man könnte sich stundenlang über diese Details auslassen.

 

Wozu führt das alles bei den Nichtbetroffenen, die die Bahn dringend täglich brauchen: Frust! Dazu in wintergemäßen Minusgraden, wo immer man nun zu warten hat: In Schlangen zum Anstehen, an Bahnhöfen, an Taxiplätzen, Auskunftsschaltern oder wo auch immer. Die Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.

 

Zudem gibt es viele Ausfälle durch Gleisarbeiten über Wochen, Monate, Jahre, wo vor allem die arbeitende Bevölkerung wiederum auf hohe Nervenbelastung, Umwege, Zeitverlust usw. eingestellt sein muss. Das wäre auch zu vermeiden gewesen, wäre nicht immer am falschen Punkt gespart worden.

 

Die Bauern, Brummifahrer, Teile des Einzelhandels, Gastronomie und Hotels: Auch im Streik. Schlecht für die Bahnfahrer, die über Nacht keinen Zug bekommen und nun evtl. auch vor knappem Hotelangebot stehen. Alles schlecht. Wie immer. Wie gehabt. Die endlose Leier des Stillstandes, der sich in immer neuen Floskeln erschöpft. Dumpfbackenrepublik? Es scheint mehr und mehr und auch immer schneller der Fall zu sein.

 

Warten wird also für den heutigen Zeitgenossen zur unablässigen Meditation des Alltags, der eigentlich auch so schon stressig genug ist. Warten auf Weiterfahrt, Warten auf Besserung, Warten auf intelligente Entscheidungen an allen Ecken und Enden – ressort- und fachübergreifend auf fast alle Belange.

 

Wie nutzt man die Zeit? Jeder anders. Der eine regt sich verständlicher Weise noch mehr auf. Der andere liest mehr, andere daddeln mehr als sonst am Smartphone rum, seltener spricht man miteinander. Erst recht nicht, wenn man sich noch nicht einmal kennt. Auch so'n Ding.

Nutzt man sie gut? Das muss sich jeder selbst beantworten. Nicht wenige arbeiten auch einfach in dieser Zeit (falls es technisch möglich ist).

 

Aber nicht nur Bahn, Verkehr und co., sondern auch Medikamente sind oft nicht zu bekommen, was zwar scheinbar mit dem Bahnstreik erst einmal nichts zu tun haben scheint, aber dennoch eben ein typisches Symptom unserer Zeit ist. Es läuft nicht. Jedenfalls nicht so, wie es früher mal lief. Vorbei. Für wie lange? Etwa für gefühlt "immer"? ("Immer" im subjektiven Sinne, so lange man selbst noch lebt.) Etwa, weil jetzt einmal andere Cleverlis als die Deutschen am Ruder des Weltpulses sind und das Kommando vorgeben? Haben wir zu lange geschlafen?

Eindeutig ja.

 

Was macht man nun in der Wartezeit, wenn man schon nicht arbeiten kann und auch nicht schon wieder sinnleer am Handy rumspielt? Nachdenken wäre gut. Und da das nicht reicht, sollte man vielleicht mal ein wenig schlauer als bisher zugleich auch vorausdenken. Querdenken ist ebenfalls für kreative Köpfe angesagt, die diesen wichtigen Vorgang nicht nur wieder dösbaddelig einer gewissen Gruppe zuordnen, die zudem weder quer noch queer und dazu auch schrecklich uneinheitlich war und ist.

 

Aber die Politiker, die letztlich mit ihrem Beamtenkoloss im RÜcken heftig wichtige Entscheidungen treffen, haben ja keine Zeit. Keine Wartezeit. Sie werden vor sich selbst hergetrieben. Na ja, oder mehr vor den Problemen, die sie selbst ständig neu in Massen erzeugen. Darin sind sie wahrhaftig kreativ, wenn man sich die Liste der Unzulänglichkeiten nur genau genug anschaut.

 

Keine vernünftigen Vorabsprachen und Abstimmungen, grausig schlecht durchdachte Gesetzesvorlagen, die zu oft gar von ihren Erzeugern höchst persönlich schon wieder eingestampft werden müssen, eine große Nachlast oder Nachlässigkeit als Erbe der Vorgängerregierung, an der man selbst auch mit beteiligt war. Mit anderen Worten: Die, die Warten müssen, weil nichts mehr läuft, können ja schon mal vordenken. Die, die zu entscheiden haben, haben dafür offenbar ja keine Zeit, weil die Probleme schließlich auch verwaltet werden müssen. Auch nicht zum Zuhören bringen sie auf, gar zum feineren Hinhorchen auf die Stimmungen, die sich aufbauen. Gefährlich, gefährlich für die, die an der Macht sind. Für den Rest auch. Nur anders.

 

Dumm gelaufen? – Das wäre ja schon das Ende.

Sagen wir lieber: Läuft derzeit dumm! Und wenn es so weiterläuft, dann gute Nacht (am frühen Morgen)!

 

 

 

8.1.2023

 

Und wieder eine neue Partei!

 

BWS

 

Die AfD, nicht mehr so ganz neu, aber noch relativ jung, schafft es mehr und mehr, die Etablierten das Fürchten zu lehren. Und sie sind mächtig stolz auf sich. Dass ihr Erfolg vor allem dem Misserfolg der Regierenden (derzeit und einst zuvor) zu verdanken ist: geschenkt! Wissen wir alle. Spüren wir alle. Deutschland ist im Sinkflug. Und das hat die AfD derzeit nicht zu verantworten.

 

Psst! Das darf man nicht sagen, nicht einmal denken. Nur denken es viele Menschen auch ganz ohne journalistische Hetze. Es reicht, wenn sie am Monatsende aufs Konto schauen. Es reicht, wenn sie sich die Perspektiven einer nahen und sehr ungewissen Zukunft realistisch betrachten. Da braucht es nicht viel politisches Brimbramborium, wenn man sieht, wie mit welchen Steuergeldern – die man hat oder noch nicht einmal das!- umgeht, verschleudert, versickern lässt, irrsnnig einsetzt oder nicht einmal im Mindestmaß investiert. Da kann einem schon anders bei werden.

 

Und würde es denn die AfD besser machen? Glaube ich nicht. Aber was heißt schon Glauben im Big Business der Politik mit seinen facettenreich schillernden Politiker aller Lobbyisten-Coleur.

 

Und Glauben braucht es auch für unseren Youngster, der heute quasi das Licht der Welt offiziell erblickte. Die Geburt der BSW-Partei … Bündnis Sahra Wagenknecht. Keineswegs nur auf diese eine Person zugeschnitten, dessen Trägerin des Namens sie notwendiger Weise und zu Recht  vorübergehend jetzt wurde, gar werden musste.

 

Ich habe mir eben die Bundespressekonferenz angeschaut, wo die Parteiprogrammatik vorgestellt wurde. Noch nicht ganz ausgefeilt, aber immerhin ausreichend umrissen, dass man sehr gut entscheiden kann: Damit kann ich (zunächst, als Versuch) leben – oder damit kann ich nicht leben!

 

Was am Ende daraus wird, wird die Wirklichkeit selbst zeigen. Nach meinem kritischen Blick auf vor allem die kritischen Punkte bekommt sie von mir eine Chance. Nicht aus schierer Begeisterung, sondern mehr aus schierem Entsetzen, was denn mit allen anderen "Alternativen" incl. der Etablierten so los ist.

 

Nur so zum Beispiel: Russlandfreundin, Putin-Versteherin und all das? Tja, ich lese zu viel und zu oft nach zu vielen Seiten, um mich von diesen Floskeln ernstlich beeindrucken zu lassen. Da vertraue ich mehr auf mein eigenes Urteil. Nur weil man möglichst bald (?!) eine Friedenseinigung auf politisch-diplomatischem Wege zwischen Russland und der Ukraine will, ist man laut Mainstream sofort schon wieder eine Putin-Versteherin. Lächerlich. Wie schwierig ein solcher Weg wird – wenn er von beiden Seiten eh gegangen werden kann und wird – ist sonnenklar. Aber immer weitere Waffenlieferungen mit immer mehr Toten, immer mehr Zerstörung, Elend und unbezahlbaren Schäden kann es ja wohl auch nicht sein, gell ihr Falken?

 

Pro und Contra zu allen notwendig zu besprechenden politisch-programmatischen Punkten kann hier natürlich in einem kleinen Beitrag nicht analysiert und erörtert werden, weil der Umfang zu groß und die Sachlage zu kompliziert ist, um sie in wenige Sätze zu packen.

 

Gut, zugegeben, der globale Star-Rhetoriker Trump könnte es ja vielleicht… und würde von seinen Dumpfbacken dann auch so verstanden, wie er verstanden werden will. Ich beherrsche dieses Metier auf diese Weise nicht - und bin froh darum. Wer weiß, sonst würde man am Ende noch gar zur Demagogie verführt. (Na ja, nicht wirklich, dafür fehlt mir das Demagogen-Gen im Blut)

 

Also zurück in die Wirklichkeit. Sahra mit Frauen und Mannen tritt an. Meine Stimme bekommen sie erst einmal. Ein zweites Mal gibt es sie nur, wenn sie sich das dann auch tatsächlich verdient haben. Das aber liegt noch in der Zukunft. Ich kann es nicht voraussehen, nicht einmal wirklich ahnen, weil wir ja wissen, mit welchen Tricks überall und immer gearbeitet wird. Der Skeptiker in mir jault immer schnell auf, aber er bekommt nicht das alleinige Sagen.

 

Sich eine bessere Zukunft zu wünschen, als die, die uns bisher/derzeit  visionär droht, steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Weniger für mich selbst (allein aus Lebenszeitgründen) als für die Kinder, Enkelkinder, die nächsten Generationen, die es nicht verdient haben, dass wir ihnen am Ende nur Mist hinterlassen. Nämlich ein ziemlich heruntergewirtschaftetes Deutschland, das nicht müde wird, sich mit Gender-Themen auseinanderzusetzen und dabei an zu vielen entscheidenden Stellen versagt, versagt, versagt.

 

Aber immer wieder gibt es auch neue Chancen. Vielleicht ist es ja eine!?

 

 

6.1.2024

Nachts, wenn es dunkel ist.

 

oder

 

Manchmal überkommt es mich:

… diese tiefe Sehnsucht nach: Sicherheit.

 

 

Dieses Gefühl, wie es wäre, wenn wir doch halbwegs gewiss sein könnten, dass unsere Pläne, Bemühungen, Vorhaben auch zum Ziel führen. Dass wir behütet, geschützt, geliebt und geborgen sind und auch bleiben.  Dieses tiefe Bedürfnis nach einem Zustand, der uns Schutz gewährt und uns vermittelt: Du bist aufgehoben. Dir wird nichts geschehen. Sei ganz ruhig. Vertraue.

 

Was soll denn schon geschehen? Nun ja, die Möglichkeiten sind für uns alle – ausnahmslos – reichlich gesät: Unfälle, schwere Erkrankung, plötzlicher Tod der Liebsten, Naturkatastrophen, "am falschen Ort zur falschen Zeit" = Attentat, Mord, Überfall…? Vergiftung durch Dritte, absichtlich oder  unabsichtlich,  Tierbiss mit schwerwiegenden Folgen wie Wundstarrkrampf, spontan auftretendes Aneurysma und so weiter…

 

Es reicht schon dieser kleine Überblick um klar zu sehen: Jeden von uns kann es jederzeit mit irgendwas erwischen, das eigentlich in unserem Lebensplan nicht wirklich vorhersehbar war. Auch können wir uns nicht prophylaktisch vor alldem und mehr  schützen, weil wir um eine konkrete Gefahr unter Umständen nicht einmal ahnen können.

 

Und da ist es dann wieder. Dieses Wirrwarr der Gefühle, das immer damit endet: Du bist nicht sicher! Es gibt keine Sicherheit! Für nichts und niemanden! Auf immer! Solange du lebst. Sicher ist einzig dein Tod.

 

Und da diese Erkenntnis für alle Menschen gilt, gilt es selbstverständlich auch für dich... sprich: mich! In diesen Dingen ist die Schöpfung doch sehr gerecht. Da hilft weder Reichtum, noch Schlauheit, noch strotzende Gesundheit voller Kraft und Leben. Jeden kanns erwischen! Gewöhn dich dran!

 

Natürlich ist man längst daran gewöhnt. Das Leben ist nun mal tödlich. Und das sogar totsicher. Man weiß halt nur nicht, wann die eigene Sterblichkeit ansteht, wann Freund Hein schon nervös auf die Uhr schaut oder auch anderes Pech oder Unbill uns nun endlich mal so richtig das Fürchten lehrt. Und wenn man es eh nicht weiß, dann braucht man sich auch keine Gedanken darum zu machen.

 

Nun ist das aber mit den Gedanken nicht ganz so einfach. Denn sie kommen ja keinesfalls nur gerufen, sondern auch ungerufen, können lästig sein, drängen sich auf, betteln um Wahrnehmung. Oft zu unmöglichen Zeiten. Die schlimmsten Zeiten sind dabei die Nächte. Da liegt man wach und gerät in die Gefahr einer Endlosschlange von fiesen Gedanken. Es dreht und wendet sich und will nicht verschwinden. Dazu ist in der Dunkelheit – im Regelfall – die ganze Sache emotional auch scheinbar noch bedrohlicher als am hellen, lichten Tag, der so viel mehr an Ablenkung bietet.

 

Was also ist zu tun, wenn solche Gedanken ungerufen kommen? Was, wenn man sie nicht billig verdrängen kann (oder will), sondern sie einen zwingen, sich damit nun für eine kleine Weile auseinanderzusetzen?

 

Allgemeine Ratschläge verbieten sich ja meist. Insofern kann man nur auf die eigenen Erlebnisse mit solchen Dingen zurückgreifen. Schauen: Was hat geholfen, was nicht?

 

Bei mir zum Beispiel ist jede Form von Verdrängung untauglich. Das klappt nie, weil es nicht zu meinem Wesen passt, vor Unangenehmen die Augen zu verschließen. Oder schlimmer: den Geist abzuschotten, der gewohnt ist, voll von fröhlicher Neugier die Welt der Erscheinungen unter die Lupe zu nehmen, um immer wieder tiefer in diese komplizierten Gesetzmäßigkeiten von Abläufen einzutauchen.

 

Also braucht es die Konfrontation, wenn "es" schon einmal (ungerufen) da ist. Gründlich zu Ende denken, heißt das konkret für mich: Noch einmal die Wirklichkeit Revue passieren lassen, wie es denn 1. um die tatsächliche Sicherheit steht, 2. das subjektive Sicherheitsgefühl zu anlysieren und zu fragen, wie es um die realistische Statistik bestellt ist, dass ich von diesem oder jenem erwischt werde.

 

Gleiche ich allein schon diesen Dreierschritt ab, wird mir sofort wohler. Weil die Statistik mir dann doch irgendwie lebensfreundlich gesonnen scheint. Treulich, hilfreich, wohltuend. Denn sie ist auf meiner positiven Seite. Dass sie dennoch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, ist klar. Auch ist klar,  dass es mich trotzdem mit diesem und jenem Unglück oder Pech  treffen kann, weil ja auch die Ausnahmen in der Statistik Menschen wie Du und ich sind. Also kann auch ich es sein, den es letztlich trifft.

 

Also nächster Denkvorgang: Wenn es mich trifft, kann es eventuell hart werden, aber kann genauso gut glimpflich ausgehen. Ich kann plötzlich Schutz von was und wem auch immer erhalten, kann Glück haben, kann vielleicht sogar eine Geschicklichkeit anwenden, von der ich nicht wusste, dass ich sie beherrsche. Das Böse, so es mich erwischen sollte, kann also trotzdem noch gut ausgehen. Geradezu himmlisch gut. Nicht nur allein statistisch. Das aber eben auch noch dazu.

 

Worst Case. Ich sterbe. Nein, falsch. Das ist es nicht. Es muss heißen: Ich leide zu lange, zu sehr (durch welche Umstände auch immer). Dann habe ich die Hoffnung, dass die Interaktion von Körper und Geist hoffentlich so gut funktioniert, dass sich der Geist (Bewusstsein, Wahrnehmung in diesem Fall) "rechtzeitig ausklinkt". Das passiert oft; öfter als wir ahnen. Aber wann hat man es schon einmal mit solchen Dingen zu tun. Wenn man Glück hat, statistisch: Niemals.

 

So geht meine Bilanz zu Ende. Der Morgen graut bereits. Alles halb so schlimm. Die Wirklichkeit ist statistisch vermutlich doch auf meiner Seite. Vielleicht ja auch gute Mächte, die ich nicht kenne, aber auch nicht ausschließe, dass es sie gibt. Vielleicht haben sie ja ein hütendes, liebendes Auge auf mich?

 

Das ist doch ein schöner Gedanke.

 

 

 

 

5.1.2024

Vom Würgegriff des "entweder – oder"

in die Freiheit von "sowohl-als-auch"

 

Die Welt ist einfach, wenn man sie schlicht schwarz-weiß betrachtet. Dann gibt es die Guten und die Bösen. Die Dummen und die Schlauen. Die Reichen und die Armen. Jeder hat schön seinen Platz in unserer Wahrnehmung und hat sich dem möglichst so zu fügen, damit wir ihr Tun und Lassen auch schnell verstehen.

 

Natürlich ist das Quatsch, wie wir wissen. Denn Tatsache ist, dass es ein kunterbuntes Chaos von allen möglichen Zuständen gibt, die vor allem eines gemeinsam haben: sie sind hoffnungslos instabil, wechseln schneller, als unser Denken die Richtung wechseln kann, fordern uns heraus und ärgern uns, weil wir letztlich nie wissen wo wir dran sind.

 

Letzteres jedoch ist mehr ein Problem jener, die beim Denken nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern auch in Motive hineinschauen und kompliziertere Zusammenhänge, die sich oft erst nach dem zweiten oder dritten Blick offenbaren.

 

Denn wir erleben vor allem: Eine groteske Ambivalenz zwischen Denken und Fühlen – auch zwischen Denken und Tun.

 

Denn meist verhält es sich so: Da gibt es einen Übeltäter (von was auch immer), der als solcher durch Beweise auch leicht überführt ist, und schon wissen wir: Der ist böse. Der hat etwas falsch gemacht. Der muss bestraft werden. Denn die Sache scheint eindeutig. Entweder ist er schuldig (und das ist er in diesem Beispiel!) oder er ist unschuldig. Punkt.

 

Die andere Seite der Wirklichkeit schaut anders drauf. Sie sieht nicht nur Täter und Tat, sondern auch so genau wie nur möglich das Umfeld, die Vorgeschichte, das Motiv, die Ereignisdynamik. Dann kann der Täter zwar immer noch der Täter sein, ist es nun aber aus völlig anderer, weil zunehmend verständlicher oder sogar verständnisvoller Sichtweise. Denn er hatte "gute" (verstehbare) Gründe für seine Tat, weil das "sowohl als auch" nun harmonisierend dazwischen greift.

 

Fürs Denken und Handeln ist es oft unbequem. Denn man wird im Automatismus des gut-böse oder richtig-falsch Denkens massiv gestört. Man muss nun Umstände mit in Betracht ziehen, die ein typisches Schnellurteil von Schuld oder Unschuld uns nicht mehr leicht in den Schoß werfen. Man kann selbst ungerecht dabei werden, wenn man nun voreilig ein Urteil fällt. Nicht selten entsteht dabei ein komplizierte Dilemma-Situation.

 

Doch das gilt keineswegs nur für die gut-böse oder richtig-falsch-Problematik, sondern auch für viele andere Kategorien des Lebens, die ebenfalls so häufig völlig falsch gesehen werden.

 

Zum Beispiel wenn man krank ist. Ich kann selbst mit starken Schmerzen krank sein, unter diesen naturgemäß  wie jeder Mensch leiden, und dennoch zugleich ein zufriedener, gar glücklicher Mensch sein. Manche verstehen das. Andere überhaupt nicht. Ich kann trotz der unschönen Umstände also glücklicher und zufriedener als andere es selbst bei minimalen Schmerzen oder leichtem Unwohlsein es nicht mehr schaffen. Beispiele dafür habe ich massenhaft im Leben erlebt!

 

Der Unterschied: Hier gilt für mich persönlich ein "sowohl-als auch" als Realität – während andere Menschen im "entweder-oder" verharren und darin gefangen bleiben. Frei nach dem Motto: Entweder bin ich krank (und habe evtl. sogar starke  Schmerzen) und dann bin ich auch  unzufrieden oder unglücklich … oder ich bin gesund, dann bin ich glücklich und zufrieden (was übrigens in der Regel bei vielen auch nicht stimmt!)

 

Wer im "sowohl-als-auch-Modus" lebt, hat in iedem Fall die besseren Karten, denn er hat viel mehr Optionen und Möglichkeiten, sein Sein zu gestalten. Es braucht mehr und intensiveres Denken und Fühlen, aber es bringt auch mehr Zufriedenheit, Glück, Dankbarkeit, weil man in der Lage ist, die Dinge und Ereignisse des Lebens an sich in einem viel bunteren Spektrum zu sehen und zu erleben.

 

Was wir sehen und erleben, ist unsere Wirklichkeit. Wie wir unsere Wirklichkeit gestalten, hängt vor allem und in erster Linie von uns selbst ab. Von der Haltung, die wir zur  eigenen Wirklichkeit einnehmen. Ist sie vorwiegend negativ, wird sich das Negative gemäß unseren Glaubenssätzen viel öfter verwirklichen als das Positive. Umgekehrt gilt das gleiche. Leben wir im Entweder-Oder im Denken und Fühlen, entgeht uns jene erweiterte Wirklichkeit, die für die Menschen, die im Sowohl-als-auch leben, angenehme Normalität ist.

 

 

 

4.1.2023

Mentale Parasiten

oder

Wie  andere Menschen einen mit ihrem Geschwätz in Grund und Boden stampfen können

 

 

Jeder, der sie kennt – oder meint zu kennen – zählt sich in der Regel selbst nicht dazu. Und wenn doch, dann wäre er schon ein Exot, bei dem noch nicht Hopfen und Malz verloren ist: Unangenehme Gesprächspartner! Nein danke, will man selbst nicht sein!

 

Man mag mit ihnen verwandt, befreundet, verfeindet oder sonst was sein. Das Muster ist immer das gleiche, das abläuft: Wir tauchen – gewollt oder ungewollt – mit einem anderen Menschen in ein Gespräch ein und erleben immer wieder neu: Parasiten! Sie zehren uns nach und nach auf. Es beginnt zunächst harmlos. Und wenn man dann nicht aufpasst, sitzt man in ihrer Falle.

 

Sie kleben an uns, benutzen uns, tun unschuldig dabei. Und grausamer Weise sind viele es sogar auch, weil sie noch nicht über ausreichende Selbstreflektion verfügen, die ihnen offenbart: Hey, du nervst, du langweilst, du stiehlst anderen die Zeit. Sie öffnen den Mund für Smalltalk, der sinnlos oder sinnbefreit ist, talentfrei sowieso, regelrecht langweilig, dabei keinesfalls kurzatmig, sondern häufig so herausfordernd lang, dass man am liebsten am Ende des Gesprächs eine Anzeige wegen Körperverletzung erwägt. Nun ja, es ist zwar mehr der Geist, der dann leidet, aber dieser oft so heftig, dass der Körper zu schwitzen  beginnt und bereits alle Anzeichen von gefährlicher Unruhe zeigt.

 

Wieso passiert das immer und immer wieder? – Weil man das Pech hat, auf ein unbefriedigtes Bedürfnis eines anderen Menschen zu stoßen und das aber nicht rechtzeitig genug vor einer noch möglichen Flucht realisiert?

 

Geschwätz überfällt uns. Über dieses und jenes. Über all das, was solche Menschen interessant und spannend finden und ihren Opfern leider nur ein schrecklich tiefes Gähnen entlockt. Egozentriker, die Null Ahnung haben, wie egoistisch sie sie gerade benehmen. Im schlimmsten Fall denken sie sogar das Gegenteil der Realität und meinen: Ich bin unterhaltsam!

 

O, o… wie fatal eine solche Sichtweise. Wie fatal, dass sie nicht in der Lage sind, ihr Gegenüber auch nur halbwegs richtig einzuordnen. Wie fatal und gemein, dass sie auch jedes kleine Zeichen eines freundschaftlichen Hinweises zur Änderung des Gespräches hoffnungslos überhören (können). Ja, vermutlich können sie es auch noch nicht anders, weil ihr stumpfer Blick mit ertaubtem Ohr mit voller Begeisterung auf sich selbst geheftet ist. Wie traurig, wie wahr, wie häufig.

 

Dabei könnte es doch bereichernd miteinander werden. Man müsste nur zu Wort kommen und die Gesprächsfäden auch einmal in eine andere Richtung lenken dürfen als jene, zu der der Gesprächspartner einzig nur in der Lage ist. Niente…

 

Jeder Versuch eines interessanten Dialoges wird mit stoischer Mentalgeste in Grund und Boden gestampft! Ich bin wichtig, heißt die schreckliche Botschaft. Ich habe Spannendes zu erzählen (gähn)… Ich, ich… ich…

 

Es passiert zu oft nach meinem Geschmack. Und dieser Geschmack bleibt bitter im Mund zurück, weil wir eigentlich doch in der Zeit des Erwachens leben sollten. Wir sollten das Ohr an der richtigen Stelle öffnen… und schließen. Wir sollten uns nicht unsere kostbare Zeit stehlen lassen, die diese Zeitdiebe einfach nicht begreifen können.

 

Oder liegt es an uns? Den immer wieder neu Geschädigten des langweiligen Geschwätzes? Sind wir es vielleicht, die endlich und lange schon in der Pflicht sind, schneller, gezielter und hellwacher diesem Irrsinn zu begegnen? Liegt es nicht an uns, nach spätestens 10 Minuten glasklar zu fragen: Was soll unser Gespräch? Wo führt das hin? Merkst du nicht, dass du bereits 10 Minuten einen ziemlich langweiligen Monolog zwischen uns stellst?

 

Auweia… Das gibt Ärger. Solche Wahrheiten spricht man nicht offen aus. Man deutet sie, eventuell, nur vorsichtig an. Aber mit Vorsicht erreicht man in der Regel ja keine Nachhaltigkeit, weil die Antennen dafür noch gar nicht ausgefahren und empfangsbereit sind. Also deutlich muss man es schon sagen.

 

Nun birgt unsere Sprache zum Glück viele Möglichkeiten, sich diesen mentalen Parasiten auch wieder freundlich zu entziehen. Etwas schonender, dafür aber bitte auch früher, klarer, deutlicher als bisher.

 

Mag sein, dass dann noch ein Grummeln im Bauch zurückbleibt. Sei es drum. So ein Grummeln birgt die Chance, auch darüber nachzudenken, was da gerade schiefgelaufen ist. Und das wieder um ist eine gute Basis, dass sich die chronischen Langweiler endlich mal ein bisschen mehr anstrengen und sich vorher bitte auch solche Menschen aussuchen, die genau auf ihrem Level "unterhalten" werden wollen.

 

Es wäre eine Hommage an Zeit-Qualität, sondern auch eine Form von gesteigerter Nächstenliebe. Sie kommt doch letztlich allen Menschen und dem Erdball zugute, wenn man es nur konsequent weiterdenkt.

3.1.2024

Geplauder über das Nebensächliche des Lebens

 

 

Wenn man, wie ich, fast täglich über ein Thema schreibt, ist es immer wieder neu eine Herausforderung zu entscheiden: Was steht an? Oft sind es die Katastrophen des ganz normalen Alltags. Leider seltener das Schöne, Gute, Wahre, das dennoch auch immer wieder gern von mir aufgegriffen wird, wenn es mir begegnet. Ich versuche mich hier hellwach zu halten und nicht in negative Einseitigkeit zu verfallen.

 

Und dann gibt es die Dinge des Lebens, die wir als nebensächlich betrachten. Existenziell sind sie nicht wirklich wichtig, oft aber untermauern sie unseren Alltag oder unser Sein durch eine stille Permanenz, an die wir uns irgendwie gewöhnt haben und eigentlich kaum noch beachten. Dazu gehören auch unsere speziellen Marotten, die uns manchmal wie eingebrannt sind.

 

Eine zum Beispiel ist mein unwiderstehlicher Drang, Bücher zu beschreiben... beschreiben im wörtlichen Sinne... nicht im Sinne einer Rezension. Sprich: Meine Marotte, in das bereits sauber gedruckte Werk anderer Autoren massenhaft viele Anmerkungen und Fragen hineinzukritzeln, was das Zeugs hält. Dafür allerdings muss sich der Autor auch qualifizieren. Oft lohnt es sich nicht, dafür auch nur einen Stift zur Hand zu nehmen. Und ist es so, dann stehen die Chancen eher schwach, dass ich es tatsächlich zu Ende lesen. Spannende Romane ausgenommen, die in Reinform durch Hände und Geist bei mir wandern... weil es eine andere Art von Genuss ist, als Sachbücher, die ich auch so sehr schätze.

 

Nun also, ich beschreibe und bekritzele viele meiner Bücher. Danach sind sie unverkäuflich, weil unzumutbar. Es sei denn, es gäbe da jemanden, der auf Spurensuche meiner Denkimpulse ist :-)...

 

Die Ästheten unter den Lesern würden sich schier entsetzen über diese meine Unart, die dazu noch darin gipfelt, dass ich mir jeden erdenklichen Stift nehme. Selbst Filz, wenn es nötig ist und kein anderer zur Hand ist. Es sieht in der Tat anschließend schrecklich aus. Und warum mache ich das trotzdem? - Aus purer Begeisterung! Spontan, freudig erregt. Dann sind mir Äußerlichkeiten einfach nur noch schnuppe.

 

Aber warum mache ich das konkret? Was begeistert mich? Es ist verschiedenes. Mal ist es der geniale Stil des Schreibens, selbst dann, wenn die Inhalte mir längst bekannt sind. Hier gibt es Formen von Schönheit, vor denen ich nur noch in die Knie gehen kann. ALlerdings: Es sind die Ausnahmen! Dann sind es diese zweifachen Heureka!-Erlebnisse des Erkennens oder des Wiedererkennens. Mal sind es völlig neue Erkenntnisse (eher jedoch seltener) und oftmals sind es jene Momente, wo etwas Altbekanntes "tiefer" rutscht, sich stärker verankert, umfassender verstanden wird und das Sichtfeild trotz des bereits Wissens darum dennoch erweitert. Das sind wahre Glücksmomente. Hier wird man Zeuge eines lebendigen Vorgangs in sich selbst: Nämlich wie die Vertiefung zur Erhöhung wird. Wunderbar.

 

Tiefgründigkeit ist eines der schönsten Gefühle, die man sich selbst bescheren kann, wenn man sich nur darum bemüht. Es ist preiswert (Buchpreis oftmals nur - oder ein Bruchteil davon, wenn gebraucht gekauft). Die Tiefgründigkeit selbst kann man jedoch nicht kaufen. Sie gehört zu jenen feinen Errungenschaften, für die man sich im Laufe des Lebens durch Lernen (-wollen) qualifizieren muss. Das macht ein jeder auf seinem Niveau. Je bewusster er damit umgeht, umso erfüllender kann ein nächster Niveauschritt erreicht werden. Anleitungen dazu sind schwierig, weil ein jeder Mensch seinen eigenen Level hat und auf diesem dann auch selbst fortschreiten muss.

 

Was passiert bei solchen Vorgängen?

 

Ich kann natürlich nur von mir selbst sprechen. Das jedoch aus bereits lebenslanger, jahrzehntealter Erfahrung heraus: Es ereignet sich jene sprühende Lebendigkeit in meinem Geist, die ich als köstlich empfinde, würde man es auf die Geschmacksebene symbolisch übertragen wollen. Es ist wie eine Frischzellenkur des Bewusstseins, dass Freude an sich selbst entdeckt - wohl wissend, wie gering die Erkenntnisse noch sind, wohlwissend auch darum, dass es noch eine Unmenge zu lernen und zu entdecken gibt. Wohlwissend dass das sokratische: "Ich weiß, das ich nichts weiß", durchaus hoch inspirierend ist und eine Nachhaltigkeit von Freude birgt.

 

Das wiederum gipfelt in dem Gefühl: Du lebst richtig, weil du sinnerfüllt lebst. Mögen all die vielen Widrigkeiten, die zu recht thematisch auch immer wieder aufgegriffen werden können, ihre Berechtigung haben, aber darüber steht noch etwas viel Höheres: Nämlich die Sinnstiftung. Sie unterbindet jedes gelangweilte Herumdümpeln im Automatismus des Lebens, sondern spendet vom wärmenden Feuer einer unendlichen Erkenntnis(fähigkeit), die wir nach und nach in uns gemäßen Schritten erobern können.

 

Es ist ein gutes Leben, wenn und solange man es so führen darf. Da bleibt dann nur Dankbarkeit für diese große Chance der Ehrung alles Lebendigen.

 

02.01.2024

 

Menetekel – oder

 

Das Leben will vorher gelebt werden

 

Die Erde bebt in Japan. Ein weiterer Riss im Gewebe der Erde. Ein dramatischer Riss im Gewebe des Seins für die, die dabei sterben.  Das neue Jahr ist jung. Doch Erdbeben halten sich nicht an Kalender oder Daten, sondern formen nach ihren eigenen Gesetzen die Erde um. Seit 4,5 Milliarden Jahre. Wieder und wieder. Kontinente verschieben sich, bilden neue Allianzen, trennen sich wieder. Das kostet Leben. Was in dieser Todeszone lebt, ist gefährdet. Die Hauptzonen sind bekannt. Und dennoch kann es jeden Menschen jeden Tag auch aus ganz anderen Gründen erwischen. Sicher ist einzig der Tod (der für andere jedoch ein Übergang in neues Leben ist).

 

 

Das Jahr beginnt also dramatisch. Ist das ein Menetekel für die nächsten 12 Monate? Ich habe keine Glaskugel, die mir das orakelt. Und dass darüber hinaus mein Gefühl für vieles nicht das Allerbeste ist, ist keiner negativen Haltung geschuldet, sondern den Fakten der Realität.

 

 

Was, wenn es weiter und heftiger bebt? Vor allem dort, wo Kernkraftwerke stehen? Werden dann  Milliarden verseuchten Kühlwassers auch wieder ins Meer gepumpt? Wundern wir uns überhaupt noch über eine Katastrophe oder sind wir bereits so geeicht, dass wir sie geradezu angesichts möglicher natürlicher und dazu menschengemachter Gefahrenquellen "erwarten"?

Und ist unsere ungewollte, halb- oder unbewusste "Erwartungshaltung" schon ein Teil des Problems, das es noch wahrscheinlicher macht?

 

 

Es ist schwierig, mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen. Statistisch ist immer alles möglich – also demnach auch theoretisch un-möglich. Das schließt sich logischer Weise ja ein, wenn alles möglich ist.

 

Denk positiv! – Aber verdränge nichts. Ein gordischer Knoten im Gehirn? Zerschlägt ihn die Vernunft oder zerschlägt ihn das Gefühl? Oder bleibt er lebenslang als unverdauliches Etwas in unserem Magen liegen und bereitet uns immer wieder neu Bauchschmerzen?

 

 

Mittlerweile sind wir nun gut über 8 Milliarden Menschen. Ich erinnere mich noch gut, wie wir bei 4-5 Milliarden standen. Das bedeutet in diesem Zusammenhang: Die Menschheit vermehrt sich trotz der vielen Kriegs- und Katastrophentote unvermindert weiter. Gute Meldung oder schlechte Meldung? Eine Frage der Perspektive und ihren Folgen.  Alle brauchen mehr Land, Nahrung, Wasser, Luft zum Atmen. Wer Glück hat und auf dem Land wohnt, der bekommt diese Dichte nicht so mit. Wer in den Ballungszentren wohnt, ist Fülle und Enge zugleich eh schon gewohnt. Auch bei 15 Milliarden wird sich der Mensch vermutlich weiter anpassen… Wir sind halt Gewohnheitstiere. Es ist erstaunlich, wie sehr wir das auch im Negativen sind.

 

 

Wie richtet sich nun jeder einzelne Mensch aufs neue Jahr aus? Vielleicht ja überhaupt nicht? Lässt laufen. Weil: Es reicht ja schon aus, die eigene Existenz weiter so zu sichern, dass das Lebensnotwendige da ist und man die eigenen Probleme halbwegs noch im Griff hat. Da braucht es für die meisten nicht noch Sonderthemen. Reines Überleben steht für mehr und mehr Menschen an, die sich weiter in Massen auf uns zu bewegen.  Gut überleben – immerhin eine Steigerung mit Lebensqualität, die man auch empfindet, erlebt -  ist das Ziel der meisten Menschen. Verständlich. Wollen wir alle. Geht aber nicht, weil... Hier kommt nun vieles ins Spiel des Lebens mit dem Tod.

 

Ein Ziel auf Zeit. Manch einer stirbt jung. Er hatte also wenig Zeit. Meist weiß er es vorher nicht. Auch so ein Segen der Schöpfung (im Regelfall). Manchmal stirbt man alt, ist müde, es ist Zeit zu gehen. Und manchmal ist einem nicht einmal das vergönnt und man wird uralt, leidet noch viele Jahre im hohen Alter, bis man endlich die Augen schließen darf.

 

Tod kann also auch Trost sein. Doch das Leben will vorher gelebt, geliebt und ausgekostet werden. Deshalb sind wir als Menschen geboren. Um zu sein… wie kurz oder lang auch immer. Je bewusster, wacher, klarer… umso mehr werden wir die Schätze, die Leben bietet, achten und lieben lernen.

 

In diesem Sinne ein intensiv gelebtes neues Jahr.

1.1.2024

 

Wenn du nicht…,

dann musst du eben…

 

Vom weisesten aller Ratschläge

 

So, liebe Leser, die Nacht der guten Vorhaben ist vorbei. Die Umsetzung der Vorhaben nicht. Wer klug ist, hat sich erst gar keine vorgenommen. In diesem Fall ist die weitere Leserei hier an dieser Stelle eh zwecklos.

 

Wer sich doch wieder einmal etwas Gutes vorgenommen hat: Na ja! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Vielleicht ja zunächst einmal ein kräftiges Katerfrühstück?Ach, man wollte ja weniger essen. Passt nicht zum Katerfrühstück. Aber man kann ja auch Anfang Februar damit beginnen. Mit dem Abnehmen und so.  Das Jahr ist jung. Das Jahr ist frisch und unschuldig. Wie man selbst! (Ja?)

 

Und für die Raucher: Ein kleines letztes Zigarettchen nach dem Frühstück? Vielleicht zum Abgewöhnen? Täte doch gut. Übermorgen kann man ja immer noch mit dem Rauchen aufhören. Oder es halt reduzieren. Ist doch easy. Wie mit allen guten Vorsätzen, die man sich (nüchtern oder halb besoffen?) sich so in Feierlaune vornimmt.

 

Doch was wäre denn mit einem der Exoten unter den Plänen? Man trägt es ja schon so lange in sich. Aber konnte sich irgendwie nie entscheiden. Zum Beispiel den alten Ärger, der Frust über eine bestimmte Person. Es wird Zeit, dass jetzt endlich was passiert.

 

Also dieser oder jenem mal endlich so richtig die Meinung zu geigen. Längst über-über-überfällig. Aber nie bot sich die Gelegenheit. Egal ob Chef, Partnerin, Freunde, Eltern oder Nachbarn: Raus damit. Endlich mal. So ein stiller Ärgerfraß in allen Poren des Seins, der sich wie Schimmelpilz ausbreitet, braucht man doch nicht ein weiteres Jahr mit sich rumschleppen.

 

Warum eigentlich ist das so schwer? Warum hat man nicht längst schon einmal mit der Faust auf den Tisch gehauen? Oder am besten gleich auf den Kopf des Ungetüms?

 

Ja, warum eigentlich nicht? Ist man vielleicht ein bisschen feige? Ist der andere, der unausgesprochene und ganz inoffizielle "Feind" etwa stärker, brutaler, gemeiner als wir es je sein können?  Oder warum zögern wir schon so lange, hier mal endlich reinen Tisch zu machen?

 

Es können Tausende gute und weniger gute Gründe vorliegen, warum ein solches Vorhaben so schwierig ist. Tausend gute oder schlechte Gründe, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen, weil da so ein alter Konflikt nicht bereinigt ist. Dabei wäre jetzt die beste Gelegenheit. Frisches neues Jahr, starke Vorsätze fürs Allerbeste in uns!

 

Doch bevor der Wüterich das Kommando unternimmt, kann man ihn vielleicht ja noch mit ein paar klugen Fragen zuvor füttern. Zum Beispiel: Ist gerade der richtige Zeitpunkt? Für ihn, für mich? Nicht  unwichtig für Erfolg. Oder: Habe ich genug innere Ruhe, starke Argumente, ein gefestigtes Auftreten? Nicht unwichtig für Erfolg? Treffe ich den richtigen Ton? Kann ich ihn beeindrucken? Eventuell sogar mit meinem Anliegen berühren? – Das wäre ja schon eine Meisterleistung. Denn immerhin hat man es ja mit einem (vermeintlichen) Grobian zu tun.

 

Allerdings: Bei manchen Zeitgenossen ist Hopfen und Malz echt verloren. Da geht dann gar nichts mehr. Charakterlich ungeeignet. Noch. Hier hilft dann nur der weiseste aller Ratschläge: Wenn du die Situation (Menschen, Ereignis usw.) nicht ändern kannst, dann ändere dich selbst. Ändere deine Haltung zu den Dingen!

 

Meisterleistung ist möglich. In übrigens beiden Fällen! Denn Meister sind wir alle, wenn wir es nur werden wollen. Und Zeit, Ort, Ansprache usw. stimmen... oder die Änderung unserer Sichtweise.

 

Nur Mut! Und ganz viel davon fürs kommende Jahr.

Ich rufe es jetzt mal zum Jahr des inneren Mutes auf.

Warum sollen nur die Chinesen sich auf Jahresnamen verständigen, die jetzt dann im Februar mit dem Jahr des Drachen beginnen?

 

Also beginnen wir am 1. Januar mit dem Jahr des inneren Drachen-Kämpfer-Mutes! Ran an den Feind. Vielleicht besiegen wir ihn und er wird zum: Freund!... oder befrieden uns ganz tief mit uns selbst!

 

Viel Erfolg

 

30.-31.12.2023

 

Finger weg!

 

Untersteh dich

bloß nicht!

Zur grotesken Situation der geistigen und materiellen Müllentsorgung

 

 

Ich bin grundsätzlich ein freundlicher Mensch. Grüße gern zuerst und meine es auch so nett, wie ich es sage. So bin ich zu jedermann. Auch zu meinen Mülltonnen. Vier an der Zahl, weil ich keine Babywindeln brauche und keine Extra-Tonne für Medikamente. Also voll normal.

 

Guten Morgen, sage ich freundlich auch zu ihnen. Zurück kommt nichts. Oder nur ein Knurren. Immer von der gleichen Tonne. Der grauen. Jener, die sich permanent darüber beschwert, sie hätte keine Farbe, sondern wäre ein Zustand. Ein grauen-voller Zustand sozusagen. Nur dazu nütze, den allerletzten Dreck zu schlucken, die ihre anderen Geschwister ablehnen.

 

Und in der Tat. Da gibt es schon eine Menge Knatsch. Denn die Sache ist nicht so einfach, wie sich das die Damen und Herren Mülltonnen so vorstellen. Angeblich gibt es ja klare Vorschriften. Aber das Unklare am Klaren sind halt jene Zwitterwesen, die man so oder so betrachten könnte. Büroklammern aus Plastik zum Beispiel. Sauber, durchaus recyclebar und dennoch nicht für die gelbe Tonne. Und schon schreit mein Gräuling rum: Finger weg! Untersteh dich bloß nicht!  Was soll der Scheiß! Welcher Idiot benutzt denn heute noch Büroklammern? Und das in Zeiten der Digitalisierung? Druckst du ernsthaft noch Papier aus und schädigst den Regenwald. Und klemmst dann die verarbeiteten traurig gemeuchelten Bäume ernsthaft noch unter Plastiksticks? Ja spinnst du denn?

 

Ja. Tu ich. Ich spinne. Ich brauche hin und wieder Büroklammern. Und Papier!  (Die Papiertonne stöhnt auf!) Und ja, nach solchen Ansprachen traue ich mich nicht mehr, sie zu entsorgen. Ich sammele sie. So wie ich aus Not mittlerweile sehr vieles sammele. Denn nicht nur meine Graue motzt rum, sondern auch meine Gelbe, meine Braune, meine Blaue. Jeder von ihnen hat ihre Empfindlichkeiten, die mir stark auf den Keks gehen.

 

Aber apropos gehen: Ich habe ihnen mittlerweile das Laufen beigebracht. Ich muss zum Glück jetzt nicht immer auf den Kalender starren und Termine mit ihnen vereinbaren, sondern sie machen das jetzt allein. Endlich. Wie kleine Kinder, die auch irgendwann mal allein zur Schule gehen, sofern sie nicht unter Helikopter-Eltern-Bedrohung stehen.

 

Also meine laufen. Jede zu anderen Zeitpunkten. Manchmal auch zu zweit. Dann halten sie Schwätzchen. Stimmt nicht: Sie tratschen. Natürlich über mich. Über wen sonst. Die Idiotin, die immer alles falsch macht. Na ja, auch die Restfamilie, die sie hin und wieder bestückt und besucht. Ähnliches Kaliber! Auch sie können offenbar nur alles falsch machen. Egal, wie sie es machen.

 

Wenn sie sauer sind, bummeln sie beim Laufen. Extra, versteht sich. Sie wollen mich ärgern. Wollen mir zeigen, wer hier das Sagen hat. Wollen, dass ich meine Abhängigkeit von ihrem Wohl und Wehe anerkenne und sie morgens nicht nur freundlich, sondern am besten auch unterwürfig begrüße. Immerhin sind sie am längeren Hebel. Herr und Hund. Ich = Hund. Ich warte im Übrigen auf die erste Fluggenehmigung. Denn das mit der Lauferei zur nächsten Deponie ist schon auch zeitaufwendig.

 

Doch darüber hinaus fehlen mir weitere Mülltonnen. Beispielsweise eine zur Entsorgung von Krankheiten. Weg mit dem Müll! Viren, Bakterien, Entzündungen, Stürze, Wunden, Erkältungen, ach was weiß ich. Ich bin begabt in der Vielfalt der Möglichkeiten, mir irgendwas an Land zu ziehen. Will offenbar alle Schmerzarten mal ausgiebig kennenlernen. Und dann? Wohin damit? Einfach keine Mülltonne da. Aber über Büroklammern habe ich nachzudenken.

 

Oder die Sache mit dem unnützen Wissen. Trash, Müll, Schiss… sorry, aber so ist es doch. Was sammelt sich nicht alles in einem freundlich gesinnten Hirn an Müll im Laufe des Jahres an? Was an all dem Wissen und den Neuigkeiten, mit denen man überhaupt nichts anfangen kann. Und schlimmer noch: Ein Teil von diesem elenden Müll setzt sich so fest, dass ich Schreianfälle bekommen könnte. Statt mir das Wesentliche zu merken, merke ich mir: geistigen Müll. Zeugs, das ich nicht brauche. Wo, um Himmelswillen, ist dafür die richtige Tonne?

 

Ich plädiere dafür, eine neue Gesetzesinitiative einzubringen. Geistige Müllentsorgung sollte den gleichen Stellenwert bekommen, wie die materielle. Ich bin dafür, dass ein jeder Mensch gesetzlich dazu verpflichtet werden müsste, täglich sein Hirn auszukehren. Bilanz zu ziehen, mit welchem Blödsinn er sich mehr als fünf Minuten pro Tag völlig sinn- und zwecklos auseinandergesetzt hat und das am Ende noch behält. Aber die Frage, wo Brillen, Schlüssel oder Hörgeräte liegen?- Niente! Das große Loch. Im Kopf. Im Nichts. Angefüllt mit Müll. - Und dann keine Tonne! (c)

 

Frohes neues Jahr

Christa Schyboll

 

29.12.2023

 

Und dann ist da noch der Aberglaube...

 

 

Na ja, er ist hartnäckig. In allen Kulturen. Er lässt sich nicht mal eben aus unserem genetischen Programm herausoperieren. Der Aberglaube. Vieles davon jedoch ist auch noch keineswegs gesichert im Hinblick auf eine "andere" oder "erweiterte" Wirklichkeit, die wir nicht verstehen. Sicher ist aber, dass Aberglaube auch schon viel Unglück den Menschen bescherte.

 

Sein Ursprung ist leicht zu verstehen: Die Menschen waren und sind seit allen Zeiten immer wieder neu mit Phänomenen konfrontiert, die sie nicht verstehen können. Was man nicht verstehen kann, muss also etwas "Höheres" sein, als man es selbst in seiner kleinen, überschaubaren Welt ist. Ob das "Höhere" nun göttlichen oder teuflischen Ursprungs ist, ist dann noch eine zweite Frage. Und eine dritte wäre logischer Weise, ob das "Teuflische" nicht zwangsläufig auch göttlichen Ursprungs sein müsste - und damit auch gewollt und bewusst in unsere Wirklichkeit transferiert.

 

Vieles, was dem früheren Aberglauben zugeordnet werden konnte, ist längst wissenschaftlich untersucht und geklärt. Anderes jedoch auch nicht. Vor allem das, was in unserer geistigen Software steckt - was mit unserem Bewusstsein zu tun hat oder mit unseren noch unerforschten Anlagen, die im Einzelfall zu gigantischen Höchstleistungen neigen können, die schon nicht mehr "menschlich" wirken. Dazu gehören bei den besonders Begabten unter Umständen tatsächlich nachweisbare Hellseher-Fähigkeiten, besondere Formen der Heilung, psychokinetische Akrobatik oder Lichtnahrungs-Menschen, die schon in allen Kulturen zu allen Zeiten das normal-menschliche des Überlebens sprengten. Von den Scharlatanen, die immer im Windschatten eines Ereignisses mitsegeln, spreche ich jetzt nicht. Auch die bleiben uns zuverlässig erhalten.

 

Dann gibt es noch eine alte Mär über die Rauh-Nächte. Jene 12 Tage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar - von Weihnachten bis zum Dreikönigstag. Die nächtlichen Träume während dieser Zeit sollen besondere Beachtung bekommen. Sie sollen der Legende nach die Ereignisse der nächsten 12 Monate durch den Trauminhalt symbolisieren. Sie sollen Rückschlüsse auf etwas geben, das noch in unserer Zukunft liegt. Sie sollen uns auch warnen - oder freudig erwartungsvoll stimmen.

 

Auch wieder einmal so ein Aberglaube? Vielleicht. VIelleicht auch nicht. Denn wer weiß schon so genau, ob wir in unseren Träumen nicht eben auch Zeit und Raum "überwinden" und Einblicke in das ewige Jetzt haben, dass uns vom Standpunkt der Gegenwart noch als Zukunft erscheint und aus anderem Blickwinkel schon vergangen ist.

 

28.12.2023

 

Zufall - Zu-Fall - Determinismus - Kausalität - Akausalität

 

 

Und weiter ...

In Anknüpfung an die gestrigen Gedanken zu Zufall und freiem Willen gehört natürlich der Determinismus. Er geht von der Auffassung der kausalen (=Ursache-Wirkung-Prinzip) Abläufe aller Geschehen aus. Sprich: Alle Ereignisse, die passieren, sind demnach durch die entsprechenden Vorbedingungen bereits festgelegt. Er widerspricht damit auch der Willensfreiheit des Menschen. Ja oder Nein kann er zwar sagen, aber auch das folgt dann schon bestimmten Vorbedingungen durch Prägung, Erziehung, Situation usw.

 

Und weil die Welt spannend eingerichtet ist, gibt es auch die Gegenseite, die behauptet: Es gibt Ereignisse, die eben nicht durch Vorbedingungen determiniert sind – und in diesem Rahmen ist auch Willensfreiheit möglich.

 

Man kann all das jetzt kompliziert tiefenphilosophisch betrachten oder sich auch mit ganz einfachen, gut nachvollziehbaren Gedanken der Sache nähern. Da wir hier nicht im philosophischen Pantheon sind, benutzen wir doch nur unseren gesunden Menschenverstand.

 

In unserer "normalen" Welt, wie wir sie erleben, scheint in der Tat ja immer alles kausal abzulaufen. Es gibt eine Ursache, es gibt eine Wirkung. Damit folgt die Wirkung linear der Ursache zuvor.

 

Beispiel: Ein Mensch betritt die Straße, schaut nicht ausreichend genau nach rechts oder links und wird angefahren oder gar überfahren. Ursache 1: Er hat beim Betreten der Straße nicht aufgepasst. Ursache 2: In diesem Moment nähert sich ein Auto. Eventuell war es zu schnell - oder der Bremsweg war zu kurz. Wirkung: Unfall - evtl. auch Tod. Alles schön der Reihenfolge nach geschehen. Also kausal.

 

Was aber, wenn Akausalität nun mit hinzukäme. Sie zu beweisen wird zwar meist nicht oder nur selten gelingen, was aber nicht dagegen spricht, dass sie sogar entscheidend mit richtig sein kann. Akausalität bedeutet:  Es geschieht etwas OHNE erkennbaren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung (bzw. die Sache ist noch ganz anders als wie sie zunächst aussieht).

Sprich: In diesem Fall überschneiden sich Zeitpunkte-Ereignisse-Personen-Orte für ein neues Ereignis. Dieses läuft nach unserem Erleben durchaus evlt. zunächst in logischer Abfolge ab, kann dennoch "un-logisch" auf anderer Basis gründen. Beispielsweise einer schicksalhaften Verknüpfung einer Begegnung. Dann wäre es eben KEIN Zufall (siehe gestern), dass da zwei Personen plötzlich miteinander durch einen Unfall "verbandelt" sind – als Täter-Opfer, oder aber auch beide als Opfer – oder beide als Täter, je nachdem wie schnell der Fahrer raste, evtl. ebenfalls nicht aufpasste usw. usw. Hier wären sehr viele Handlungsoptionen noch zu beschreiben, die eine vortreffliche Gemengelage von Täter-Opfer-Beziehungen in gleich verschiedenen Konstellationen in nur einem einzigen Fall als möglich erscheinen lassen.

 

Hier wirken dann eben nicht nur die nachvollziehbaren kausalen Zusammenhänge (wie oben kurz beschrieben), sondern auch noch die uns unbekannten karmischen Zusammenhänge, die uns sogar sehr viel mehr angehen, als wir ahnen und wissen.

 

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! – So oder ähnlich werden nun viele Menschen darauf reagieren, wenn von Ereignissen die Rede ist, deren zeitlich-schicksalhafte Nachvollziehbarkeit für uns überaus schwierig ist. Manchmal – je nach Wachheitsgrad der Beteiligten – bekommt man aber im Nachhinein mit, dass dann der "Unfall"  bzw. das Ereignis/die Begegnung plötzlich Menschen unbeabsichtigt – wie per Zu-FALL! – zusammenbringt, die evtl. nicht nur eine "alte Rechnung" miteinander offen hatten, sondern diese auf die eine oder andere Weise vielleicht sogar "beglichen" – oder aber auch aus ganz anderen Gründen nun diesen Kontakt unbewusst suchten und wollten und so zusammengeführt wurden, weil es wichtig für beide war, ist oder wird.

 

Auch diese Beispiele sind nur zwei weitere von für mich ganz vielen denkbaren anderen Beispielen (alle aufzuführen, reicht der Platz nicht aus), die uns dazu veranlassen könnten, unsere Kausalität als angeblich einzige Wirklichkeit doch massiv zu hinterfragen.

 

Nichts anderes tu ich. Ich hinterfrage. Zu Behauptungen habe ich keine Kompetenz, allerdings wohl dazu, mir ein vorläufig eigenes Urteil in der Frage zu bilden, wie es um den Zu-Fall, den Zufall, den Determinismus, den freien Willen die Kausalität und die Akausalität in meinem Leben bestellt ist.

 

Vorläufiges Fazit nach meinen Erlebnissen: Den freien Willen im Denken gibt es durchaus. Ob wir ihn nutzen (können), hängt wiederum von vielen Voraussetzungen ab, die vor allem in uns selbst und unserer Entwicklung liegen. Der Determinismus hat für mich also nur Teilgültigkeit bzw. ist dort aufgehoben, wo die Akausalität sich zeitübergreifend in das Schicksal eines Menschen überdeutlich einmischt.

 

Vielleicht liegt unser Problem vor allem in der Linearität, die uns veranlasst, alles von A nach B in der gewohnten Reihenfolge der Abläufe zu betrachten, Zeit und Raum als unsere einzige Heimat anzuerkennen und zu vergessen, dass wir als geistige Wesen, die wir ja ebenfalls sind, all diesem nämlich auch enthoben sind. Denn das hat dann wiederum auch Folgen und Auswirkungen, die sich auch in Zeit und Raum manifestieren könnten. Was für den leiblichen Menschen in seiner Normalität gesetzmäßig gilt, gilt nicht gleichermaßen für sein Bewusstsein und sein Schicksal, dass diese engen Pfade immer wieder zu verlassen weiß.

 

Es ist eine spannende Sichtweise. Sie macht das Leben zwar zunächst ein bisschen komplizierter, aber auch sinnerfüllter, reicher und schöner!

 

27.12.2023

 

Vom größten

 

Geheimnis:

 

Würfelt Gott nun

 

oder lässt er es

 

sein?

 

Fast jeder kennt den berühmten Spruch Einsteins: "Gott würfelt nicht !" Einstein war und blieb überzeugt, dass es in unserer Welt keinen Zufall gibt, sondern alles von Gott durch ein Schicksal vorherbestimmt ist.

 

Einstein fand für sich gute Gründe, an diesem Glauben festzuhalten. Zu beweisen ist er nicht. Das Gegenteil ebenfalls nicht. Auch wenn eine Reihe der Herren Kollegen aus der Quantenphysik das teilweise anders sehen und begründen. Doch mit der hochkomplizierten Frage von Quantenverschränkungen und dem Zufall in der Physik ist hier weder Platz noch Kompetenz genug, um sich sachlich und ausführlich auseinanderzusetzen.

 

Dennoch geht uns alle diese Grundfrage der Menschheit viel an. Denn je nachdem, was man selbst in dieser Frage glaubt, ist das Weltbild ein ganz entschieden anderes. Dabei muss man nicht einmal gläubiger Christ oder Jude sein, sondern kann aus gesundem Menschenverstand diese Frage vielfältig stellen und spannend betrachten.

 

Einzig die einseitigen Materialisten, die den Menschen lediglich als biochemisch-zufällige Aufbau- und Zerfallsmasse auf Zeit sehen, sind schnell mit der Frage fertig: Wo es keinen Gott gibt, gibt es auch keine Würfelei um den Zufall. Alles quatsch. Wir sind Zellklumpen mit vorübergehendem Gehirn, solange es halt biologisch funktioniert. Schluss. Aus.

 

Wer sich dieser Anschauung nicht anschließen kann oder mag, wird sich also weiter mit dieser höchst spannenden und immer noch unbeantworteten Frage herumschlagen dürfen. Gibt es den Zufall und wie verschiedenartig ist denn der Begriff überhaupt zu verstehen?

 

Ich zumindest verstehe und interpretiere ihn so: Für mich ist nichts ist zufällig im Sinne der Beliebigkeit.

"Fällt etwas zu", dann ist das unzufällig, weil wir die Bedingungen des konkreten, speziellen Zu-Falls = Zufallens eben noch nicht ausreichend genug kennen (können) oder begriffen haben.

 

Was zu-fällt, hat seinen Grund, dass es passiert. Ob wir ihn immer auch wissen oder erst im Nachhinein oder auch nie kennenlernen, ist dabei erst einmal zweitrangig. Tatsache ist: Es passiert etwas, das wir vielleicht nicht erwartet haben. Es wirkt wie ein beliebiger Zufall. Oder ein sehr unliebsamer, wie: Zur falschen Zeit am falschen Ort – und schon passiert ein Unglück, ein Überfall, ein Ungemach, gar ein Mord. Demgegenüber stehen auch die wunderbaren Beispiele von sehr erfreulichen Ereignissen, die wir dann mit dem Wort "Glück" gehabt, bezeichnen.

 

Wie rein zufällig geraten wir also in Situationen, die uns Glück oder Pech bescheren können oder auch nichts von beidem, also neutral bleiben und dennoch höchst wichtig für  uns selbst sein können, weil sie uns nun "zufällig" etwas ganz entscheidendes lehren. Es fällt zu, weil wir dafür reif sind. Es sind Chancen, die wir nutzen oder auch verpassen können, wenn wir sie nicht richtig erkennen. Etwas steht an, das  endlich in unser Leben einzutreten vermag...

 

Es sieht in der Tat überaus vieles bei Zufällen so aus, als sei es einer chaotischen Beliebigkeit untergeordnet. Dauernd gibt es merkwürdige Dinge, die von niemandem gesteuert zu sein scheinen und wo wir auch selbst keine Finger mit im Spiel hatten. Da bleibt oft nur Staunen oder sich wundern übrig. Macht man sich aber die Mühe und geht in vielen Fällen den Dingen tiefer auf die Spur, so entpuppen sich mehr und mehr Zufälle nun plötzlich doch in einem anderen Licht. Nämlich einer geheimnisvollen Spur einer ersten Ordnung, die wir bis zu einem bestimmten Punkt oft sogar faktisch nachvollziehen können – wenn wir uns nur die Mühe damit machen. Das geschieht jedoch meist nicht,  gelingt allerdings auch nicht immer. Aber immer öfter, je mehr man diese Spurensuche aufnimmt. Oft ist es so, dass wir später erst merken, dass wir nach diesem bestimmten Zufallsereignis in gewisser Weise (unbewusst) gerufen haben. Das wir für irgendetwas ein Zeichen wollten oder brauchten - oder wir auf andere Weise in diese wundersame Form der Belehrung von Lebenskunst gestoßen wurden, auf das wir unseren ganz persönlichen Auftrag mehr und besser erfüllen.

 

Ich habe es schon so oft erlebt, dass das wie zufällig Wirkende am Ende mehr mit mir zu tun hatte, als ich zunächst überhaupt erkennen konnte. Impulse, Träume, Hinweise, Infos, Gedanken, Erinnerungen, Treffen, Telefonate, Briefe, Mails… ich weiß nicht wie oft es mir schon auffiel, dass ich bei meiner Spurensuche nach dem reinen Zufall auf Zusammenhänge stieß, die mir ein Heureka! entlockten. Es würde den Rahmen hier sprengen, die Beispiele im einzeln aufzuführen…

 

Was für mich gegen den reinen Zufall spricht, ist eine von mir erkannte Ordnung, die vermutlich nicht einmal ein Nanopartikelchen der wirklichen Ordnung beinhaltet. Wer oder was auch immer ein solches Multiversum (und keinesfalls nur Universum!) mit solch großartigen und überwältigenden Möglichkeiten einer Ordnungsstruktur geschaffen hat, lässt dem blinden-dummen Zufall keinen Platz mehr übrig. Wohl aber jeder Art von Zu-Fall, der sich dort niederlässt, wo Zeit, Ort und Personen stimmig sind – fürs: Unzufällige. Für die Begegnung, die Herausforderung, das Lernen, die Weiterentwicklung der Welt.

 

 

Ich unterscheide also zwischen dem beliebig-dummen Zufall und dem wunderbaren Zu-FALL des Richtigen am richtigen Ort mit den richtigen Menschen, auch dann, wenn die Beteiligten es vielleicht für längere Zeit noch nicht verstehen (können).Auch dann, wenn es uns im Ergebnis nicht immer gefällt und Massen von Fragen aufwirft.

 

Es gibt für mich also den Zufall – aber es gibt ihn bestimmt nicht in dem Sinne, dass "Gott" (was wer auch immer darunter verstehen mag) da hin und her würfelt, weil er sich nicht für das eine oder andere entscheiden konnte.Ein gelangweiligter Schöpfer, der zwischen seinen unmöglich vielen Möglichkeiten dümpelt. Es wäre eine groteske Schöpfung.

 

"Gott" lässt eben UNS entscheiden. Seine Geschöpfe, die er mit einem freien Willen (bei gleichzeitig notwendiger Begrenzung allein schon durch die biologischen Notwendigkeiten) ausstatte, jederzeit  zu allem Ja oder Nein zu sagen. Wie bewusst oder unbewusst auch immer. Wie scheinbar zufällig oder eben auch ganz unzufällig.

 

Die noch offene Frage des Zufalls geht jeden von uns an. Es tut gut, sich hier eine eigene Haltung zu erarbeiten, um dann allen Formen von Zufällen und Zu-Fällen, die uns begegnen, adäquat auch reagieren zu können. Das macht uns dann nach und nach zu Meistern des Zufalls. Welcher Art auch immer.

 

Vielleicht setze ich diese Gedanken noch fort... Muss drüber schlafen...

 

 

 

26.12.2023

 

Vom Gewinn des Verlustes

 

Genauer: Vom Gewinn des Verlustes des Verlustgefühls!

 

Wie ich schon schrieb: Nur Gutes bis zum Jahresende. Dank der Krankheitsruhe, die unvermeidlich wurde, kamen mir Gedanken hoch. Verlustgedanken. Normalerweise assoziiert man damit nicht unbedingt etwas Positives. In meinem Fall jedoch ist es außergewöhnlich positiv. Denn es kommt letztlich auf die Art des Verlustes an.

 

Sprechen wir also vom Verlust des Verlustgefühls. Das ist ein Gewinn. Ein immer stärker anwachsender, der nachhaltig zu sein scheint. Er  wiederum schleicht schon seit mehr als 15 Jahre um mich herum und zieht erfreulicher Weise immer engere Kreise. Manchmal, nein, immer öfter, erwischt es mich im Kern des Seins. Mittenmang. Da ist ein: Verlust! Und ich empfinde ihn nicht. Wie schön! – Verlust ohne Verlustgefühl = Gewinn. Eine gute Lebensformel, wenn man sie erreicht.

 

 Machen wir es der Verständlichkeit wegen an konkreten Beispielen fest. Weihnachten. Krank. Keine Besuche, keine Treffen, keine Plauderei. Vor allem auch keine Wahrnehmungen über das Feine, das sich nicht immer so deutlich ausspricht, mich selbst aber immer besonders tief anspricht. Denn nicht immer sind es die Worte, die gesagt werden, sondern manchmal sind es auch die Pausen dazwischen. Oder es ist das Nichtgesagte, das sich so beredt für mich ausspricht. Für akustisch Schwerhörige wie ich es bin, sind da die Antennen sehr fein justiert.

 

So viel Schönes kann und konnte ich also nicht mitmachen. Normale Reaktion: Na, wenn das mal kein Verlust ist! Ist es doch. Vor allem dann, wenn die anderen schön miteinander feiern, schmausen, lachen… . Da muss man sich doch zumindest ärgern! Doofe Krankheit oder so… Immer kommt auch was Blödes dazwischen.

 

So war es früher für mich zumindest normal. Jetzt nicht mehr. Und das ist ja das Interessante daran. Ich ärgere mich nicht in der üblich-normalen Weise, obschon es ja zum Ärgern ist. Ich leide tatsächlich Null darunter, obschon ich sogar benennen kann, wie viel Lachen und Fröhlichkeit ich verpasse. Und es ist auch nicht so, als könne ich mir diese allein aus dem Ärmel zaubern. Mitnichten. Und trotzdem habe ich kein Verlustgefühl. Das, so finde ich selbst, ist bemerkens-wert! Wert, es einfach einmal aufzuschreiben.

 

Und noch bemerkenswerter ist: Das passiert eben nicht zum ersten, fünften oder zehnten Mal. Das passiert seit Jahren immer und immer öfter. So oft muss ich irgendetwas absagen oder mir wird umgekehrt etwas abgesagt, versagt, genommen usw. Etwas, das man gern gehabt oder mitgemacht hätte. Und immer mehr lässt es mich: kalt.

 

Stopp! Ich muss mich hier korrigieren. "Kalt" ist ein Begriff, der jetzt Gefühlsarmut signalisieren könnte. So ist es keinesfalls! Denn an Gefühlsmangel habe ich noch niemals gelitten und rechne vor meinem Tod auch nicht mehr damit. Es ist die Kühle einer ruhigen Gleichmütigkeit, die einfach die Zustände so nehmen kann, wie sie sind. Kann ich einen Zustand – warum auch immer – nicht ändern, ändere ich meine Haltung zum Problem. Darin habe ich nicht nur viel Übung, sondern auch viel Bewusstsein hineingesetzt. Das kommt mir jetzt absolut zugute. Jahre der Übung, die jetzt Früchte ernten durch den Verlust des Verlustgefühls.

 

Ich kann immer mehr: lassen. Sein lassen. Loslassen. Auch vom Schönen. Von Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen. Ich kann sie loslassen, wenn ich sehe: es geht eben nicht. Dann geht es eben nicht. Damit habe ich mich abzufinden. Je schneller, umso besser.  Sich ärgern würde die alten Wünsche doch nur befeuern.

 

Doch das sagt sich so leicht mit dem Kopf. Entscheidend ist die Herzkraft dabei. Denn etwas zu denken, was man nicht zugleich auch fühlt, ist nicht besonders nachhaltig. Es ist letztlich kaum etwas wert.

 

Fühlen und denken in eine Harmonie zu bringen, ist für alle Menschen oft eine schwierige Aufgabe. Denn es gibt so viele Situationen, die ambivalent sind, wo der Kopf anders will als das Herz. Wo die Vernunft den Emotionen schon wieder Ketten anlegen will. Wo Sehnsucht runtergedämpft werden muss, statt visionär zu werden… und so weiter

 

Auch mir gelingt da sicher noch nicht alles. Aber ich kann mit Fug und Recht sagen, dass diese Harmonisierung von Gedanken und Gefühlen im Falle von Verlusten doch einen ganz erheblichen Sprung in die richtige Richtung gemacht hat. Das ist eine sehr schöne Meldung…

 

Wie, liebe Leser, sieht es bei Dir damit aus?

 

Wie stark leidest Du unter bestimmten Verlusten oder Absagen?

Ich spreche hier nicht von jenen existenziellen Verlusten, die oftmals eine heftige Trauerarbeit erfordern, wie der Tod eines lieben Menschen, sondern ich spreche vom Vorfeld des ganz normalen Alltags, der uns auch immer und immer wieder an diese Grenze führt.

 

Kannst du loslassen?

 

Nimm die Frage mit in den nächsten Schlaf.

25.1.2023

Raus

 

aus der Sackgasse

 

der Einsamkeit

 

Da aus Krankheitsgründen alle liebgewonnenen Familienfeste, Besuche usw. an diesen Weihnachtstagen leider ausfallen müssen und ich zudem schon gefühlt überlange Bettruhe hatte, kann ich auch ein wenig schreiben.

 

Mein Vorsatz, bis Jahresende nicht rumzumeckern, wird dabei beachtet. Egal, wie sich die Wirklichkeit für mich darstellt.

 

Aber sie stellt sich ja vielfältig dar. Man kann auch immer wieder neu den Blick auf da Positive werfen und ist ganz sicher gut beraten, auch das mit offenen Augen und staunendem Hirn zu tun. Das Herz darf dabei schon einmal hüpfen, solange es noch nicht in die Knie gegangen ist. Also hüpfen wir ein wenig!

 

Die Visionäre sind es einmal wieder, die die Zukunft retten könnten. Ihnen an die Seite gestellt sein müssen jedoch dann auch die Geldgeber, die zwar nicht die Visionen selbst hervorbringen, aber die Kohle dafür haben. Solange Leben lebt, ist auch noch gar nichts verloren… egal, wie man etwas betrachtet. Und sollte man angesichts der Weihnachtszeit nicht auch wieder einmal die intellektuelle Kühnheit besitzen, "Wunder" für möglich zu halten? Oder ist es Tollheit, gar Tollkühnheit? Dazwischen liegen ganze Welten, wenn man es sich auf der mentalen Zunge zergehen lässt.

 

Über die KI ablästern ist ja leicht, weil… (nächstes Jahr vielleicht mal wieder). Aber sie bietet in der Tat auch Chancen, wo des Menschen Hirn seine Funktion nicht so besonders dolle beherrscht. Noch ist man sich ja uneinig, wie viel Prozent der Hirnmasse wir überhaupt schon nutzen. Sicher ist jedoch, es ist minimal und bisher in jedem Fall zu wenig. Nutzen wir also mehr davon und unterstützen die jene Visionäre, die nicht zugleich als Spinner abgetan werden sollten.

 

Dorfgemeinschaften werden derzeit neu gedacht. Natürlich hat man dafür auch schon die Begriffe: Caring Communities und CoHousing. Orte, wo man füreinander da ist. Wollen wir das nicht alle gern? Füreinander da sein? Ohne dass es unbezahlbar oder schrecklich kompliziert wird? Vor allem dann, dann man wirklich Hilfe benötigt? Raus aus der Sackgasse der Einsamkeit. Später dazu mal mehr.

 

Oder Food-Mut für die Hartgesottenen? Noch lachen viele darüber, aber es könnte uns bald sogar im ganz großen Stil von der Problematik der Fleischproduktion erlösen und zugleich den Hunger der Welt bekämpfen helfen, von Tierwohl, Tierliebe mal ganz zu schweigen. Insekten essen. Klar, hört sich nicht so dolle an, aber wir sind Gewohnheitstiere. Und selbst der dröge Zug der EU hat schon Voraussetzungen geschaffen. Irgendwann sind wir umgestellt und werden uns eventuell davor ekeln, wenn man uns ein brutzelndes Brathähnchen servieren will. Das dauert noch etwas, ist aber schwer in der Mache.

 

Oder das gefällt mir zum Beispiel: Der heimische 3-D-Drucker bastelt einen essbaren Nährboden im Garten. Innerhalb weniger Tage wachsen daraus essbare Pilze und Kräuter…. Was immer man halt einsät. Gesundes Hightech-Fingerfood mit den eigenen Küchenabfällen. Super… Braune Tonne: ade!

 

Nur drei Ideen stellvertretend für massenhaft andere. Auch neue Ideen für die Folgen des Klimawandels (der vermutlich erst einmal ja nicht abwendbar, aber vielleicht ja doch nach und nach beherrschbarer wird), der Medizin, der Friedensprozesse, des Hungers, der Meeresverschmutzung sind weiter in Bearbeitung.

 

Also los, ihr Visionäre, die ihr euch aufmacht, eure weiße Landschaften im Dschungel eurer Synapsen nach erfolgversprechenden Überlebensmodellen zu durchforsten: Macht euch auf und nutzt, was bisher ungenutzt war… Es lungert noch genug davon unbenutzt in jedem Hirn herum und will endlich angesprochen werden!

 

 

 

 

22.12.2023

 

 

Frieden auf Erden

 

Die Welt bewegt sich weiter. Sie braucht Visionäre, die an das Unmögliche glauben. Deshalb möchte ich mich der Hoffnung anschließen, dass Einsicht in die Menschheit einkehrt und etwas mehr Frieden auf Erden nach und nach möglich wird.

 

Mein Versprechen, bis zum Jahresende nichts kritisches mehr zu posten, bleibt bestehen.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, die mich regelmäßig oder hin und wieder einmal besuchen, ein friedliches Weihnachtsfest mit ihren Lieben und vor allem Zuversicht, dass sich alles zum Guten wenden lässt.

20.12.2023

 

 

Machen wir uns doch nichts vor!

 

Weihnachten als Fest der Wahrheit, Reinheit und Liebe? Na ja,… wenn es nicht ganz so traurig in allen Ecken der Welt darum stünde, würde ich jetzt lächeln. Aber lassen wir jedem Menschen die schöne Stimmung und nehmen die individuellen festlich-schönen Gefühle mal hier und heute ganz heraus.

 

Wie sieht sie denn ohne Weinachten so aus, die Welt…? Fakt ist leider: Wir werden belogen. Nach Strich und Faden. Wir merken es aber oft nicht, weil vieles so wahr klingt. So einleuchtend, so glaubhaft. Vielleicht beleidigt es auch unser Sein, anzuerkennen, in wie vielem und wie oft und drastisch wir belogen werden. Man könnte auch sagen: Ausgetrickst, vorgeführt, hinters Licht geführt. Mit Worthülsen, Halbwahrheiten, Viertelwahrheiten, so dass man immer noch "etwas" Wahres davon erkennen kann.

 

Von wem? – Jetzt wird’s schmerzlich. Von allen Seiten. Und ja, leider auch von vielen unserer Politiker, Regierungen, Parteien, Konzernen. Offenbar auch nicht einmal selten von Ämtern, die schlicht und einfach gegen die Regeln handeln – ob aus Dummheit, Faulheit oder bewusst, liegt im Einzelfall verschieden.

 

Und dann sind da noch die Verschwörungstheoretiker, die Verschwörungspraktiker, die Verschwörungs-leugner, die Verschwörungsgläubigen und die Verschwörer mit ihren tatsächlichen oder erfundenen Verschwörungen an sich.

 

Wer ist das?

 

Tja, letztlich jeder der ein Interesse an einer Änderung bestimmter Zustände wünscht!

 

Und da findet sich eine gar holde Schar zusammen. Hauptverschwörer, man glaubt es kaum, weil es so offensichtlich ist: Die Geheimdienste, in aller Welt. Sie decken ja keinesfalls nur Verschwörungen auf, sondern inszenieren sie zugleich. Aufgedeckt wird – mit viel Glück  - : Der Feind. Die eigenen Schandtaten und die der Freunde bleiben unbesprochen, werden unter den Teppich gekehrt. Werden negiert. Nein, wir sind alle immer unschuldig, tönt es treuherzig von offizieller Seite. Der Böse ist immer der andere. Außer wiederum: man fragt den jeweiligen Feind.

 

Früher war er vor allem immer ein politischer Feind. Aber durch die aufstrebenden Märkte gibt es auch massenhaft wirtschaftliche Feinde, die sich als politische Feinde tarnen oder auch offen zeigen und mit ihrer jeweiligen anderen Ideologie zu jeder neuen Verschwörung bereit ist.

 

Gibt es Verschwörungen? – Massenhaft! Und es gab sie schon immer. Und wird sie auch immer weiter geben, weil das Böse eben gut implementiert ist und mittlerweile global systemimmanent. Das ist nicht nur zu begreifen, sondern auch zu realisieren. Denn es hat ja Folgen für uns alle. 

 

Und immer vor allem dann, wenn den jeweils Herrschenden etwas nicht in den Kram passt, dann kommt die Primitivkeule: "Vorsicht! Verschwörungstheoretiker sind am Werk". Glaubt bloß nicht, was ihr hört, lest, seht,…. Nicht einmal was ihr denkt!

 

Nein, dem eigenen Denken ist offenbar am wenigsten zu vertrauen, weil alles immer verworrener wird. Das ist Absicht. Je verworrener, um so besser lassen sich Geschichten erzählen. Je spannender, je lauter und schriller, je glaubhafter. Und wer es schafft, seriös daherzukommen, hat dann wiederum  die Mehrheit auf seiner (vorübergehenden) Seite, die sich doch so sicher wähnt und sich selbst als seriös empfindet.

 

 Man verlasse nur  ein klein wenig den Mainstream, weil man Lust und Neigung hat, eigene Beurteilungen abzugeben: und schwupps ist man in einer geradezu lächerlichen Verschwörungsecke verortet. Als Promi kommt man da schon gar nicht mehr raus. Da werden massenhaft Karrieren und Lebensentwürfe zerstört, wegen eines einzigen Satzes, der dann noch aus em Zusammenhang gerissen und absichtlich falsch interpretiert wird. Die Liste der Opfer ist lang.

 

Erst gestern kam eine neue Umfrage durch die Medien, die einen dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust der Politik  attestierte und aussagte, dass mehr und mehr Menschen sich nicht mehr trauten, öffentlich eine Meinung zu sagen (sofern sie nicht dem Mainstream entspricht).

 

Gleichzeitig wurde gekontert, dass das doch nicht sein könne, weil doch von rechts bis links alle Schreihälse unterwegs seien und laut herausbrüllten, wie sie die Dinge so sehen. Hier werden tatsächlich dumme Vergleiche angestellt, die klugerweise ganz anders sein müssten. Aber auch mit Dummheit lässt sich vortrefflich arbeiten. Das zieht noch immer, weil zu wenig kritischer Verstand unterwegs ist.

 

Es gibt die Gutgläubigen. Menschen, die reinen Herzens sind. Vielleicht manche davon etwas naiv, evtl. auch nicht so ganz umfassend informiert, aber dennoch mit bestem Willen und Wollen für die Allgemeinheit und mit durch und durch humanistischen Zielen. Die, die andere Menschen nicht belügen, weil sie die Lüge selbst als großen Irrtum ablehnen. Bürger, die ethische Maßstäbe haben, die alles richtig machen wollen. Gute Menschen.

 

Gute Menschen tun sich schwer damit, schlechten Menschen Böses zu unterstellen. Das Böse ist ihnen zwar nicht ganz fremd, aber sie haben es individuell im Wesentlichen doch überwunden. Mitgefühl ist für sie Normalität, Hilfsbereitschaft selbstverständlich. Der Glaube ans Gute ihre Haltekraft.

 

Diesen Menschen – und zum Glück gibt es schon eine Reihe davon – fällt es sehr schwer zu glauben, dass viele der offiziell auftretenden VIPs aus Politik, Finanz und Wirtschaft, sie eiskalt belügen. Oder wichtige Aussagen zurückhalten, mit Halbwahrheiten um sich schmeißen und oft ganz andere Interessen verfolgen als die, für die sie gewählt, bestellt oder erkoren wurden.

 

Und dann stehen sie bei Fuß, die Verschwörer, die kaum einer erkennt: Bloß keine schlafenden Hunde wecken. Lasst sie in dem Glauben, dass wir die Guten sind. Überfordert sie nicht mit der Wahrheit. Sie ist unschön und zudem unsicher dazu. Sagt nur so viel, wie es unausweichlich nötig ist. Nicht mehr. Und vor allem: Nutzt eure Feindschaften  zu eurem Vorteil. Verurteilt den anderen, der die Dinge anders sieht, weil es tausende Gründe geben kann, Dinge und Ereignisse verschieden zu sehen und zu gewichten. Halbwahrheiten sind perfekt. Dann kann man immer sagen: Ich habe doch die Wahrheit gesagt! Und an den Rest kann man sich beim besten Willen nicht erinnern. Wie sollte man auch! Manchmal geht es dabei um Millionen oder Milliarden. Wie sollte man sich da erinnern… Oder es geht um Tötungsversuche, Mord, Attentate… Erinnerungslücken. Nicht nur bei Attentätern, sondern auch bei Anstiftern.

 

Aber wir leben doch im System der Rechtstaatlichkeit (sollte man meinen). Nein. Jedenfalls nicht immer und zuverlässig. Es wird auch hier von offizieller Seite gelogen, getrickst, falsch abgerechnet, Wortbruch begangen, Gesetze werden auch von der Exekutive übertreten… Aber die Gerichte können doch dann wieder fürs Recht sorgen?! Schön wäre es, wenn das immer passiert. Ein frommer Wunsch. Zudem kommt dazu, dass Recht und Gerechtigkeit oft bitterböse Brüder sind, die sich nicht leiden können, sondern manchmal sogar bis aufs Messer bekämpfen.

 

Wer kann noch klar unterscheiden, wann Verschwörungen am Werk sind? Wer warum dahintersteckt. Wer andere vorschiebt, um die eigenen Ziele nicht kenntlich zu machen? Wer setzt sich damit tatsächlich kritisch auseinander?

 

Wer es tut: Ist gut beschäftigt!

Es kostet Zeit, Nerven, Lebenslust.

Und weil das so ist, tut man gut daran, immer wieder Fasten-Wochen einzuläuten, die das real existierende Böse zwar nicht negieren und verdrängen, doch auf den hintersten Platz auf der Prioritätenliste für ein gutes Leben setzen. Vielleicht eignet sich die Jahreswende mitsamt der friedlichen Weihnachtszeit doch am besten dafür?

 

Und das mach ich jetzt:

 

Bis zum Ende des Jahres also

KEIN KRITISCHES WORT mehr von mir.

 

Versprochen!

 

Ob mir Alternativen einfallen, weiß ich noch nicht.

Das wird dann hier stehen. Oder auch nicht.

19.12.2023

 

Weihnachtlich… ist mir nicht.

 

 

Liegt es daran, dass mir die Last des menschengemachten globalen Blödsinns zu sehr auf der Seele lastet? Oder ist es der immer wieder neue Versuch einer extrem konsummanipulierten Kaufverführung?  Weihnachten in der heutigen Form der Massenbeglückung durch Berge von Geschenken: widern mich an. Lange Jahre schon. Die Gedachte war etwas anderes. Wir wissen es. Und irgendwann einmal liebten es auch die meisten.  -  (Fast) futsch!

 

 Besinnlich jedoch ist mir oft. Das durchaus auch zu Weihnachten herum. Stille-Zeit. Jedoch keinesfalls darauf eingegrenzt. Dafür ist das Besinnliche, Ruhige, wohlige Gefühl des Urvertrauens viel zu wertvoll. Es ist für mich wie klare Luft, wie sauberes Wasser, wie heller Klang. Nur weihnachtlich im normalen Sinne der heutigen Gepflogenheiten ist es mir halt nicht.

 

Deshalb vermeide ich Weihnachtsmärkte, die doch alle so lieben. Und schön sind sie ja auch in der Tat. Sogar überaus reizvoll und staunenswert, was Menschen da kreativ auf die Beine stellen. Doch schön ist vieles. Festlich auch. Sternenhimmel im Wald. Festlich und schön. Märkte und Konsum: Heischend nach Geld ebenfalls auf andere Weise "festlich" geschmückt. Aber natürlich sollen die Händler verdienen! Sie leben doch davon. Und es ist gut, dass auch ihnen Geld in die Kassen gespült wird. Ihnen, die eh auch schon lange unter vielen Neuerungen leiden. Internetshops. Aber auch diese wollen leben. Die brauchen ebenfalls Weihnachten. Müssen ihre Existenz sichern. Müssen auch für ihre Renten vorarbeiten. Alles in Ordnung. Auch Konsum, Weihnachten, Märkte und die verführerischen Düfte und Klänge, die viele Menschen noch sehr ansprechen.

 

Es gibt also nichts zu meckern. Auch wenn es mich persönlich nicht so anzieht. Solche Dinge weiß ich genauestens zu unterscheiden. Persönliche Animositäten und existenzielle Notwendigkeiten, die trotzdem schön und  wichtig sind.

 

Was ist wichtig?

 

Geldverdienen zu Weihnachten? Durchaus. Siehe oben. Existenzsicherung durch Wirtschaftskraft. Muss sein!

 

Und was ist darüber hinaus wichtig?

 

Also das, was ich zum Beispiel mache. Nicht nur zu Weihnachten. Besinnlichkeit. Ruhe, Konzentration aufs Wesentliche, Rückzug.

 

Kann man nicht beides haben?

 

Selbstverständlich. Vielleicht ist das am Ende sogar das Beste hier die Goldene Mitte zu finden? Aber fürs Laute, Schrille, Konsumüberladene fehlt mir einfach ein Mitmach-Gen. Das ist schon alles. Dann doch lieber Wald und Ruhe. So bin ich nun einmal!

 

Sonst ist alles gut. Jeder soll sich freuen, wie es ihm ins Blut geschrieben ist.

 

Auch das ist Weihnachten!

 

Mögen wir alle es noch lange friedlich erleben dürfen!

 

 

 

 

 

18.12.2023

 

Tschau, wir

 

vermissen dich

 

nicht!

 

 

Noch einige Tage, dann ist es zu Ende. Dieses kriegerische Jahr 2023.  Oder sollten wir sagen: Tot? So tot, wie die vielen Toten, die es zu beklagen gab?

Kurz noch, dann erledigt, vorbei. 

 

Das neue Jahr steht in den Startlöchern und verrät uns nicht wirklich, was wir zu erwarten haben. Große Hoffnung auf Besserung braucht viel Fantasie. Es kommt zudem auch ganz darauf an, wo wir leben, wie wir leben, unter welchen Bedingungen.

 

Viele Menschen im Gaza-Streifen werden schon froh sein, wenn sie nicht verhungern müssen und bei schwersten Verletzungen eine ärztliche Mindestversorgung erhalten. Das aber sind dort dann schon die Glücklichen. Die Menschen in Israel sind auch in ständiger Bedrohung, erst recht die in der Ukraine und in leider vielen anderen Staaten der Erde, wo Bomben fallen, Terrorangriffe verübt werden oder sonstige tödliche Ereignisse mal wieder zuschlagen werden. Jahr für Jahr schlagen sie zu. Unnötig oft. Meist durch Menschen verschuldet, die andere Mitmenschen opfern, um ihre irrwitzigen Ziele durchzusetzen. Als wären wir hirnlos. Als hätten wir niemals je Kontakt zur Mitmenschlichkeit, zum Mitgefühl, gar zur Nächstenliebe aufgenommen. Angesichts dieser Realitäten sind die Fortschritte der Fortschrittsgläubigen letztlich nur lachhaft, wenn der Preis immer wieder neu: TOD (für allzuviele) heißt.

 

Gestern hörte ich ein Interview mit Oskar Lafontaine im Zusammenhang des Ukraine-Krieges, der vom der Möglichkeit des sozialen Widerstand dort sprach, wo sonst nur tödliches Kriegshandwerk allein die Regie führt. Eine denkbare Alternative? Ja. Unbedingt sogar. Eine Alternative, die von den Medien vollkommen negiert wird, damit man den Leute bloß keine Friedenshoffnung als Floh ins Ohr setzt, solange andere Interessen vorherrschen: Machtpolitische. Nicht nur von Putin, sondern von allen Großplayern der Welt wie China, USA und all den vielen Vasallenstaaten, zu denen auch Deutschland leider gehört.

 

Viel wäre dazu zu schreiben und zu sagen. Aber nichts ist dabei, dass von den willfährigen öffentlichen Medien nicht direkt wieder in die Kiste der Verschwörungstheorien hineingepackt würde, weil es ihre Pläne nur stört.

 

Sozialer Widerstand dort, wo kriegslüsterne Machthaber ansonsten alles plattmachen. Vor allem Menschen. Junge, Alte, Behinderte, Männer, Mütter, Väter, lebenshungrige Jugendliche, die doch ihr einzigartiges Leben ebenso verdient haben, wie sich die bodyguard geschützten Befehlshaber der Kriege es sich auch leisten. Da steht keiner in der ersten Reihe und kämpft! Nein, man lässt töten! 

 

Man schaue sich doch nur die unendlichen Verwüstungen in all den aktuellen Kriegsgebieten an. Man versetze sich in die Trauer der Menschen, die ihre Liebsten verloren haben. Wofür nur! Allein für machtpolitischen Irrsinn, dem wir alle folgen - aktiv oder passiv.

 

 Man tut es aber nicht: das Hineinversetzen in die Trauer! Es ist zu unschön, zu anstrengend und wird zudem auch nicht wirklich funktionieren, weil keine Stellvertreter-Trauer möglich ist. All diese Menschen hätten nicht tot sein müssen.

 

Wenn Krieg das scheinbar letzte Mittel ist, dann sollte das allerletzte Mittel eben doch lieber der soziale Widerstand gegen in der Regel vorübergehende  Besatzer sein, ohne dass auf allen Seiten so viele Menschen geopfert und soviel an lebenswichtiger Substanz zerstört wird. Denn letztlich wird es so oder so eh wieder auf einen schmerzhaften Kompromiss hinauslaufen, den man auch ohne die Tötung Abertausender junger Menschen hätte erreichen können. Man denke an die Friedensverhandlungen in Istanbul und wie sie untergraben wurden! Auch das ein Skandal, der hier medial "kleingehalten" wurde. Die Absicht ist klar. Jedoch, das ist nicht wieder gutzumachen. Sozialer Widerstand jedoch hätte eine Chance und ist eine Hoffnung auf Änderung der Zustände mit friedlicheren Mitteln!

 

In 2023 gab es viel zu viele Tote. Aber auch in den Vorjahren und auch vermutlich in den nächsten Jahren noch. Nicht nur in den genannten Ländern, die medial favorisiert werden, weil uns die anderen Kriegsgebiete zu wenig interessieren. Soviel Mitleid ist zu anstrengend, zu überfordernd. 

 

Wer verantwortet das alles? - Niemand! Niemand persönlich!

Das ist ein Skandal! Denn es gibt sie, die Verantwortlichen!

 

Und es gibt sie Milliardenfach: die schweigen und sich nur traurig und ohnmächtig fühlen!

Und das ist traurig.

17.12.2023

 

Zukunft

 

 

Ein schönes Jahreswechselthema. Einerseits völlig offen, andererseits dermaßen vorprogrammiert, dass einem schwindelig werden könnte.

 

Offen ist sie insofern, als eine ganze Menge unbekannte Faktoren eintreten können, mit denen niemand rechnet. Oder wer hatte schon fest mit der Corona-Pandemie gerechnet? Wer fest mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine? Wer (außer den Terroristen selbst) mit dem Überfall der Hamas auf Israel, trotz kraft- und technikstrotzender Geheimdienste? – Never, never, Nobody…

 

Also bleibt sie offen, die Zukunft. Schlimmer geht immer. Leider. Besser ginge auch, wenn da die vielen Wenns nicht wären. Sie sind aber. Leider. Fakt. Wenn wir bessere Menschen wären,... wenn wir mehr Rücksicht aufeinander nähmen,... wenn wir die Natur sofort und nachhaltig mehr schonen würden, ...wenn wir nicht so gierig wären,... wenn wir nicht so an der Nadel des Konsums hingen… und so weiter. Die alte Leier. Also mit dem "besser geht immer" ist es deshalb noch eine Weile hin, weil die Menschen ethisch mit sich selbst und ihren Schandtaten eben nicht mithalten können. Und verrückter Weise wählen wir – sofern wir wählen können – alle zudem auch solche Politiker, die die Schandtaten eher noch vergrößern oder jagen sie schnell zum Teufel, wenn sie uns was zumuten. Das Leben ist Zumutung genug. Und eine unsichere Zukunft erst recht.

 

Mit der Offenheit der Zukunft ist es zugleich aber auch so eine Sache. Denn in Vergangenheit und Gegenwart wurden und werden ja die Weichen gestellt. Und der schwerfällige Zug namens Lebensbedingungen hat einen verdammt langen Bremsweg, will man dieses Monster stoppen oder umleiten. Wo einmal die Weichen falsch gestellt sind, ist die Zukunft tatsächlich noch eine ganze Weile mit all ihren falsch gestellten Weichen und ihren desaströsen Folgen zugange.

 

Klimawandel. Einzelheiten erspare ich mir. Jeder dürfte mittlerweile Bescheid wissen. Auch darüber, dass noch massenhaft viel zu viele Emissionen in die Luft geschossen werden und viele noch nicht einmal  dort katastrophenwirksam angekommen sind. Sprich: Selbst beim sofortigen Stopp steigt das Unheil weiter. Ob und wie weit es auch zusätzlich durch nicht beeinflussbare Außeneinwirkungen (Sonne z.B.) ebenfalls befeuert wird? Ich weiß es nicht, halte aber alles für möglich, ohne deshalb die Untaten der Spezies Mensch zu verharmlosen oder zu negieren.

 

Noch immer ist das Thema Methan ein journalistisches Stiefkind. Ich weiß warum: Wenn das, was darüber schon längst bekannt ist, nämlich Wirklichkeit wird, dann sind all die anderen Bemühungen, die derzeit weltweit gemacht werden: Makulatur. Umsonst. Denn die Wissenschaft rechnet uns schon lange vor, um wieviel Hunderte von Prozenten Methan noch viel, viel giftiger ist und sich damit viel unheilvoller auf die Klimaentwicklung auswirkt, als alles andere. Lächerlich zu glauben, man könne das Auftauen der Abermillionen Quadratkilometer Permafrostböden in Kanada, Alaska, Grönland und Russland ernsthaft noch stoppen. Mit anderen Worten: Je mehr nun von diesen Böden auftaut, je schneller geht es in die Dynamik dessen, was unsere Lebensbedingungen in Gefahr bringt. Da werden die paar Methan-fröhlichen Kühe, Schafe und Schweine auch nichts dran ändern. Auch nicht der Flugverkehr, die Heizungsmarotten frierender Bürger oder die Pendlerpauschale…

 

Ab mit den Emissionen zurück in den Boden? Das Böse Co2 wird einfach in den Erdmantel gepackt. Wozu hat man den schließlich. Oder unters Meer. Ab damit und weg…. Tja, der Mensch und seine vorübergehenden schlauen Ideen. Nur alles eine Frage von Technik und Geld allein? Oder auch eine Frage der Ethik in Bezug auf den Organismus Erde? Oder hat der keine Ethik verdient, weil er uns eh ständig mit irgendwas massiv ärgert und schädigt: Vulkanausbrüche, Erdbeben, Tsunamis,  Dürren, Heuschreckenplagen, Starkregen, Hurrikans, usw. usw. – Sollen wir da etwa noch dankeschön sagen?

 

Schwierig, angesichts der Lage keinen Sarkasmus anzuwenden. Dennoch brauchen wir immer auch alle wieder Hoffnung, damit Leben Sinn macht, schön ist - wenigstens doch streckenweise. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die noch das ganze lange Leben vor sich haben, ist es wichtig, die Zuversicht auf eine lebbare und erlebbare Zukunft nicht zu verlieren.  Bisher hat sich die Menschheit ja in der Tat auch immer noch überlebt. Nicht selten mit vielen Opfern, aber auch das gehört zum ewigen Wechselspiel von Leben und Tod, wo sich das Leben über Jahrmillionen dennoch immer wieder durchgesetzt hat.

 

Unsere Zukunft heißt Leben. Auch für uns Sterbliche. Und wir haben Herz, Geist und Verstand mitbekommen, uns die Bedingungen fürs Gelingen immer wieder neu zu justieren.

 

16.12.2023

 

Gedanken: Prächtig und muskulös

 

Sich Gedanken über die Gedanken zu machen, ist eine uralte Gewohnheit der Menschheit, seitdem sie sich zur Selbstreflexion aufgerufen fühlt und dies auch schon ein wenig vermag.

 

Wie viele Menschen es im Laufe ihres Lebens lernen, ihre Gedanken auch zu steuern, weiß ich nicht. Vielleicht kann man es am Grad des tatsächlichen Fortschritts festmachen, ob denn und wenn ja, wie gut die Steuerung der Gedanken bei Menschen schon funktioniert.

 

Vor allem aber: Was steuert denn die Gedanken? Sind es die Gedanken selbst? Ein sich selbst steuerndes System, wie wir es bald von der KI befürchten (müssen)? Oder gibt es noch eine andere Instanz, die jenseits dessen steht, was uns die Gedanken dann als Handlungsimpuls eingeben? Ist es das Bewusstsein, im oder gar außerhalb des Menschen verortet? Ein rein geistiges Etwas, dass sich das physische Hirn  eines Individuums als Schaltzentrale im Menschenkörper auserkoren hat?  

 

Oder sind es nicht auch unsere Gefühle, die uns Gedanken immer wieder neu und ganz anders denken lassen, wenn wir uns z.B.  besonders wohl oder unglücklich fühlen. Denken wir anders, weil und wie wir fühlen. Oder fühlen wir anders, weil wir dies oder das denken oder nicht denken? Oder beißt sich hier die Katze in den Schwanz und spielt ihr Lieblingsspiel?

 

Trotz vieler Fortschritte in der Bewusstseinsforschung bleibt vieles noch völlig offen. Auch dann, wenn man weiß, welche der verschiedenen Hirnregionen als Schaltstellen mit besonderen Aufgaben offenbar bei bestimmten Ereignissen oder Tätigkeiten reagieren. Das sind ja "nur" die physisch sichtbaren Auswirkungen eines bioenergetischen Prozesses, der wiederum vermutlich noch einen viel tieferen Hintergrund als Auslöser hat.

 

Wenden wir uns also lieber dem zu, was wir steuern können. Das sind die Inhalte der Gedanken. Wir brauchen dazu natürlich ein bewusstes Wollen zu einem Ziel hin. Der Wille des Menschen ist also stark an die Gedankentätigkeit gebunden. Setzen wir uns ein Ziel, können wir die Gedanken so formulieren und auch transformieren, dass unsere Handlungen beispielsweise auf Erfolg ausgerichtet werden. Stehen wir auch voll hinter unserem Ziel, dann spielen unsere Gefühle kräftig im Fight ums Gewünschte mit. Und schon wird aus einer vagen Idee, einem scheuen Wunsch plötzlich ein Gedanke: Groß, stark, muskulös. Machtvoll geht er voran und vernetzt sich mit seinen Gefühlen bestenfalls in eine unschlagbare Einheit, die das bekommt, was sie anstrebt.

 

Ach, wäre es doch immer so! Wäre es nur so leicht, wie es sich schreibt. Dass es das leider nicht ist, wissen und erleben wir immer wieder neu. Was schwächt also einen starken Gedanken? Beispielsweise ein Zweifel. Zweifel können in vielen Fällen sehr wohl angebracht sein, weil es gute Gründe dafür geben mag. Vertiefen wir den Zweifel, weil wir ihn als reale Möglichkeit weiterdenken, verwässern wir unser Ziel und schwächen den Grundgedanken. Ist er erst einmal geschwächt, dann folgen die Gefühle. Unlust stellt sich ein. Unbehagen, gar erstes Missfallen aufgrund von Unsicherheit und mangelhaftem Glauben ans Gelingen. Es ist zwar nicht alles verloren, aber der erste Drive ist raus. Die Sache wird schwieriger. Unschön. Anfängliche Begeisterung beginnt den Prozess des Verkümmerns. Das, was uns befeuerte, macht nun weniger Spaß. Die Motivation knickt leicht ein, obschon wir das Ziel durchaus noch vor Augen haben.

 

Und dann werden wir links überholt. Da kommt dann jemand, der sich nicht von seinen eigenen Zweifeln hat ins Abseits führen lassen. Der seinem Gedanken trotz Ein- und mancher Widersprüche so treu blieb, dass die Kraft für die Zielersetzung erhalten blieb.

 

Und da ist es dann wieder: Dieses muskulöse Ding ohne Körper und Struktur. Dieser Geist ist zwar nicht befreit von Bedenken, aber lässt sich dennoch nicht von ihnen unterkriegen nach dem Motto: Die Aufgabe zum Ziel ist groß, aber erreichbar! Es ist zu schaffen!

 

*** 

 

Und du? Der du hier liest? Wie sieht es mit Deinen Zielsetzungen aus? Sind welche angestrebt? Oder braucht es das nicht, weil der Alltag allein mit all seinen Verpflichtungen, Sorgen, Anforderungen schon anspruchsvoll genug ist?

 

Kein Platz mehr für zusätzliche Ziele? Und was machen deine Gedanken? Steuerst du sie – oder steuern sie dich? Kannst du es unterscheiden? Wie machst du das? Wann bist du Herr über deine Gedanken und deine Gefühle?

 

Es sind herausfordernde Jahresabschlussfragen, die das neue Jahr gleich prächtig einläuten könnten.

 

Vielleicht ist es ja ein sinnvolles Training, sich diesen Gedanken über die eigenen Gedanken zu stellen, auf das sie von uns alle souveräner gesteuert werden können!?

14./15.12.2023

 

Ich frage…

 

nach der Frage

 

Mittagsruhe. Nachdenken. Ein alter Konflikt kam hoch. Das konnte er nur deshalb, weil er noch nicht so ganz erledigt war. Da stand noch eine Antwort offen. Die Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Frage. Eigentlich ist das Wesen der Frage klar. Nämlich Unwissen durch Wissen oder Gewissheit abzulösen, gar aufzulösen. Das Ziel nennt man schlicht: Antwort! Man fragt etwas und wenn man Glück hat, kann die Antwort befriedigen.

 

Doch das war natürlich nicht der Konflikt. Sondern es hing sich daran auf, welcher Art und Weise die Qualität der Frage war und was sie in der Lage ist, damit anzurichten. Qualität sowohl im Hinblick auf Stil wie auch auf Inhalt.

 

Es gibt selbstverständlich dumme Fragen. Und wer das verneint, na ja… dem fehlt noch so einiges an Frage- und Antworterfahrung. Und es gibt selbstverständlich auf völlig überflüssige Fragen. Oder Fragen, die man nicht beantworten kann. Oder Fragen, die sich schon leicht selbst beantworten lassen, wenn man nur sein Großhirn ein wenig in der richtigen Region aktiviert; das wäre die linke.  Fragt man kreativ, sollte man den rechten Teil ebenfalls benutzen.

 

Würde man das Ganze nun auch noch wissenschaftlich genauer machen wollen, so müsste man noch eine ganze Reihe von Aufzählungen hinzunehmen, die auch mit zum Wesen der Frage gehören. Wie zum Beispiel die Kardinalsfragen, die sensitiven Fragen, die wissenschaftlichen, politischen, journalistischen, die naiven, Fangfragen, Alternativfragen, gar Menschheitsfragen… ich höre hier mal mittendrin auf und stelle fest: auch darum ging es nicht.

 

Es ging darum, was man mit der Frage bewirkt. Also nicht das klassische Ziel einer Antwort, sondern zum Beispiel eine neue psychische Situation. Diese heraufzubeschwören eignen sich Fragen recht gut, sofern man die Taktik durchschaut hat. Mit Fragen kann man nämlich unter anderem: verunsichern. Man kann gut Zweifel säen, kann Konflikte durch gezielte Fragen inszenieren, kann Missgunst oder Neid schüren, kann Angst einjagen, kann provozieren, kann sogar Rache üben. Ist schon ein fantastisches Spektrum, was man mit angeblich "harmloser" Frage bewirken kann.

 

Aber auch diese Aufzählung ist jetzt schnell und spontan von mir hingeworfen und längst nicht vollständig. Aber sie zeigt bereits ein breites Spektrum dessen, dass es bei der Frage eben NICHT immer um das klassische Ziel einer Antwort gehen muss, sondern sogar umgekehrt: Die Antwort zu verhindern, zu verschleiern und für den Moment vielleicht sogar verunmöglichen.Oder absichtlich eine falsche Antwort zu provozieren, weil auch das wiederum eine ganz andere Stimmung schafft.

 

Es ist erstaunlich, was also Fragen alles können, außer eben nur harmlos etwas nachzufragen. Sie können Dramen auslösen. Und wer weiß, vielleicht sogar Kriege?

 

Nun aber kommt es weiter darauf an, WIE die Frage stellt wird: leise, offen, leicht, drohend, entfesselnd, förderlich, unterstützend, abschätzig, albern, überheblich… usw. Denn mit jeder Form der stilistischen Anwendung wird sofort eine besondere Stimmung erzeugt. Von Unsicherheit, von Aufforderung und Zutrauen, über Ärger, Wut, Staunen oder Erröten, wenn sich die alte Tugend der Scham hin und wieder noch in einem Menschen zeigen mag.

 

Wenn nun jemand fragt, ist es entscheidend, wie er fragt und keinesfalls nur allein was er fragt und wen er fragt und wann er es tut. Auch ob Zeugen dabei sein sollen, dürfen, müssen … oder nicht, ist dabei die Frage, wenn es um etwas Entscheidendes geht.

 

Ob ein Vier-Augen-Gespräch angemessen ist oder gleich eine möglichst große Öffentlichkeit. Ob es um eine Antwort geht, oder um die Erfahrung einer Blamage des anderen, den man mit der Frage nur vorführen will in der Hoffnung, dass er keine Antwort hat.

 

Also kann die Frage selbst dazu dienen, auf keinen Fall eine Antwort bekommen zu wollen. Zumindest keine richtige oder treffsichere.

 

Auch gibt es Fragen, die so gestellt werden, dass sie bitte doch in einer Lüge gipfeln mögen. Fragen der Eitelkeit beispielsweise. Wie wunderbar ist es für viele, dann heftig belogen zu werden. Je fantasievoller die Lüge um so schöner die Antwort der Unwahrheit. Auch das lieben nicht wenige Menschen.

 

Wie viele Fragen wurden je von der Menschheit in toto gestellt? Sind es Billionen oder schon Trillionen seitdem die Menschheit zur Geburt der Frage fand? Ich weiß die Antwort nicht. Aber ich weiß durch die Beschäftigung mit dem Wesen der Frage, dass dieses Wesen ein höchst widersprüchliches, fragiles ist. Es birgt Chancen und Gefahren. Es birgt die Wahrheit und die Lüge. Und manchmal beides sogar im Doppelpack. Das nennt man dann Halbwahrheit, die oft noch schwieriger zu handhaben ist, als die Unwahrheit an sich.

 

Vielleicht stellt sich jetzt jemand auch die Frage, wie er es selbst mit den eigenen Fragen an andere und den Fragestellern um ihn herum so hält? Denn es gibt ja nichts, dass das Hinterfragen (selbst der Frage!) nicht noch auf eine weitere Spitze neuer Erkenntnis treiben könnte.

13.12.2023

 

"Sag die Wahrheit ganz, doch sag sie schräg"

 

 

Die bedeutende amerikanische Dichterin Emily Dickinson ist Urheberin dieses klugen und zugleich bedenklichen oder denkwürdigen Spruches. Ich finde, es ist ein ganz zauberhafter Spruch. Und zwar deshalb, weil die Wahrheit in diesem Spruch über die Wahrheit kaum wahrheitsgemäßer ausgedrückt werden kann. Man muss ihn aussagetechnisch nur ausgiebig zerpflücken und schon stieben tausendfach Gedankensamen aus dieser wundersamen Pusteblume des Geistes.

 

Fürs gefühlt Tausendfache ist hier weder der Platz noch die Leserschaft vorhanden, die so viel Geduld aufbringen müsste, um sich in Wendungen und Kehrtwendungen mental selbst wie eine Schlange immer wieder neu hin und her zu winden. Aber ein paar Gedanken dürfen es stellvertretend schon sein.

 

Wir leben in Zeiten von Fake News. Ganze Wahrheiten sind rar. Schräge Wahrheiten die Regel. Ganz und schräg gehen also nicht zusammen. Oder doch? Man könnte auch sagen, je schräger die Wahrheit, umso ganzheitlicher ist sie vermutlich, weil sie als schräge Wahrheit eh nicht als wahr anerkannt wird. Insofern kann sich die wahre Wahrheit hinter der ganzen Wahrheit verstecken, weil sie eben schräg daher kommt.

 

Dieser Gedankengang könnte als eine Möglichkeit nun wie weihnachtlicher Plätzchenteig schön ausgerollt werden. Und dann stechen wir zu: Mit den Förmchen der Halbwahrheit, des Missverständnises, der kleinen Ausrede oder großen Lüge, die wir als Würze hinzufügen. Dann kann die Wahrheit immer noch ganz sein, hat jedoch eine Zutat, die wir nicht bemerken, die sie wiederum dann äußerst unwahr macht. Viele Förmchen fallen mir dazu gleich ein. Denn es gibt ja da noch z.B. das Hirngespinst, die Fabelei, das Zerrbild, die Tarnung, der Schwindel, die Maske usw. usw.

 

Doch vermutlich hat Dickinson im 19. Jahrhundert an diese Variante von Fake News gar nicht gedacht. Vielleicht mehr ans Naheliegende? Ans Zwischenmenschliche, Private, Intime? Dort wo Wahrheit ebenso oft einerseits gefordert wie andererseits auch unwillkommen ist, sofern sie nicht den eigenen Erwartungen entspricht? Denn sagt man die ganze Wahrheit, steht man nicht selten in der Jauchegrube von … Missbilligung  - die auch bis Wut, Ärger, Hass ausarten kann, wenn sie nur hässlich und stark genug daherkommt. Schlimmer noch: eventuell sogar mit Beweisen und Zeugen. Dann doch bitte schräg, wenn es schon die ganze Wahrheit unbedingt sein muss und sie sich nicht zurückhalten lässt.

 

Wie sagt man sie aber so schräg, dass sie für alle Beteiligten erträglich wird?... Hmm, mit Humor? Kommt manchmal prima an oder kippt ins Säuerliche, quasi in den heimischen Essig hinein. Denn Ernst und Humor vertragen sich nur dann, wenn der Darsteller der Wahrheit über ein solches Talent an Schauspielkunst in seiner Darbietung verfügt, dass im denkbar schlimmsten Fall am Ende die Lachtränen rollen. Eine seltene, wiewohl gleich hohe Kunst. Wer sie vermag, hat einen Orden verdient.

 

Oder auch: Das gewollt Schräge dabei könnte auch abgemildert werden. Sprich: Die ganze Wahrheit auf den Tisch. Jetzt und gleich! Aber bitte doch mit einer schönen Erzählung verbunden, die in der Lage ist zu relativieren, Ecken und Kanten abzuschleifen, so dass die Wahrheit, so hässlich sie auch sein mag, am Ende ein richtig schönes rundes Ding wird. Noch so eine hohe Kunst, ähnlich dem Humor, aber inhaltlich völlig anders. Und schon wäre der nächste Orden fällig!

 

Die ganze Wahrheit – aber schräg. Mich hat es zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Weit über das, was ich hier schreibe, hinaus.

 

Ich hoffe, auch in der Leserschaft entsteht nun ein kollektives Schmunzeln angesichts der Tatsache, dass wir im Leben doch immer wieder genau mit diesem Problem konfrontiert sind: Wie sag ich's meinen Lieben?

 

Antwort: ganz, aber schräg und das alles auch noch wahr!

12.12.2023

 

Vom Nicht-so-guten, das man auch manchmal böse nennt

Oder

... bevor man unnötig aneinander verbrennt

 

Wir kennen es alle. Uns wird Unrecht getan. Oder wir werden seelisch, mental oder sonst wie verletzt. Der Übeltäter kommt wieder einmal ungeschoren davon. Wie so oft. Wie viel zu oft. Weil: Es ging ja nur um eine "Kleinigkeit" – eine Nachlässigkeit, eine Lächerlichkeit, gar um "Humor", zumindest aus der Sicht des Täters, sofern er überhaupt erste Spuren von Einsicht zeigen kann.

 

Man ist verärgert. Zu Recht. Man kann diesen "kleinen" Ärger es aber nicht immer und zu jederzeit äußern. Es brennt sich ein.

 

Warum kann man es nicht? - "Kleinigkeiten" (im Sinne von geärgert werden, verletzt zu werden)  zu ahnden, zu rächen, gilt als kleinkariert. Kleinkariert möchte niemand sein. Gar am Ende als Opfer auch noch beschimpft zu werden nach dem Motto: Du bist zu empfindlich! oder Du bist humorlos! oder Das war doch nicht so gemeint!

 

Es möchte aber auch niemand grob vom anderen behandelt werden. Im Stillen hoffen wir doch alle, dass wir zumindest doch auf dem Niveau behandelt werden, auf dem wir auch andere Menschen behandeln.

Aber so funktioniert die Welt des Zwischenmenschlichen oft nicht. Die Gründe dafür sind einfach zu benennen. Jeder steht auf einer anderen Bewusstseins- und Entwicklungsstufe, was der andere aber meist nicht einmal realisiert (sonst benähme er sich ja anders). Auch dann nicht, wenn man den gleichen IQ haben mag, die gleichen Schulen erfolgreich durchlaufen hat und sogar der Karriereposten vergleichbar ist. All das sagt nichts über die persönliche Reife aus, die trotzdem sehr unterschiedlich sein kann.

 

Eine seelische Entwicklung zur Sensibilität hin, geht oft andere Wege. Nicht selten über die von Schmerz, Leid und Not. Hat man genug davon erlebt, dann können sich zwei Hauptstränge herausbilden: Entweder man wird hart und greift aus der Not (oder aus der Erfahrung) nach und nach selbst zu härteren Mitteln im Umgang mit den anderen – Oder man sensibilisiert sich an diesem Vorgang, versteht andere Menschen nun viel besser, kann andere Rückschlüsse auf Kräfte und Kraftverlust erkennen und ist darum bemüht, sich das Konstruktive zu eigen zu machen, weil es doch allen viel besser dient. Die Facetten dazwischen, die Schwankungen zwischen den Polen kennt jeder Mensch ebenfalls, wenn er nur genau genug sich selbst und seine mitmenschliche Umgebung im Umgang beobachtet.

 

Was passiert, wenn uns das  Böse in den vielen "KLeinigkeiten" des Alltags begegnet? Und wie sollten wir ihm selbst begegnen? Gibt es etwa keinen Ausweg, keinen goldenen Mittelweg? Einer der durch Souveränität glänzt? –

 

Doch. Den gibt es. Aber er ist nicht leicht, weil der Faktor Zeit eine Rolle spielt. Denn meistens werden wir alle vom "Ärgerlichen", Verletzenden, ja spontan überrascht und sind ersteinmal "mundtot", seelisch wie paralysiert und müssen uns erst einmal fassen… bevor wir erwidern können. Das macht es oft schwierig, zeitnah klug zu agieren.

 

Zunächst einmal bin ich fest davon überzeugt, dass alles Böse (Schmerzliche, Destruktive usw.) nicht aus "dem Bösen" schlechthin entstammt, sondern in aller Regel aus: Dem Irrtum, dem Nichtwissen, dem Missverständnis, der noch mangelnden seelischen Sensibilität oder einer seelischen Grobschlächtigkeit, die sich selbst als solche noch nicht erkennt, weil ihr das Feine noch nichts ausreichend oft begegnet ist.

 

Fazit: Das Böse ist zumeist also nicht "das Böse", sondern "nur" ein Fehler, ein Irrtum, ein noch-nicht-besser-können.

 

Der kleinere Prozentsatz des Bösen, das tatsächlich aus einer bewussten und gewollten (!) bösen Absicht geschieht, ist eher gering – aber dennoch nicht ganz unwichtig, weil: Es sind zumeist ja die "Kleinigkeiten" im Leben, die es sauer oder gar zur Hölle werden lassen können (man denke auch an die unselige Mobbing-Unkultur, unter der so viele Menschen leiden). Und genau gegen diese Kleinigkeiten vorzugehen ist das Problem.

 

Man nehme beispielsweise die gar nicht seltene, aber die höllisch wirksame Rezeptur von Neid und Missgunst. Auch hier liegt natürlich ein Noch-nicht-besser-können, ein grundsätzlicher Irrtum in der Gesamtlage der Sache vor. Gleichzeitig steht aber genau ein solcher Schmerzvorgang doch auch mit einem Bein insofern im Bösen, weil es demjenigen durchaus bewusst ist, dass Neid (z.B. durch üble Nachrede gern dokumentiert oder durch Vertrauensmissbrauch) oder Missgunst (z.B. einen Menschen aktiv schädigen zu wollen, ohne selbst dabei erwischt zu werden) eine charakterliche Fehlleistung ist, die menschliches Wohlbefinden miteinander zerstört. Hier läuft oft etwas nur halbbewusst ab, wobei noch die negative Charaktereigenschaft die Dominanz in Händen hält… und böse agiert.

 

Man könnte nun viele "kleine" Sünden anführen, die zwischen Menschen und ihren ständigen Verletzungen passieren. Und immer wieder treffen Grobiane auf Sensible und umgekehrt. Allein aus dem Grund, um aus dem gemeinsamen Konflikt zu lernen. Täter und Opfer haben ihre unbewusste Liaison und Verabredungen miteinander: um zu lernen!

 

Der Sensible hat die Wehrhaftigkeit zu lernen. Der Grobian mehr an Sensibilität. Das braucht Übungen und immer wieder neue Gelegenheiten. Irgendwann mag es dabei dem einen oder anderen zu viel sein und er steigt aus. Das jedoch ist unnütz, wenn es tatsächlich ums Lernen und Entwickeln der eigenen Persönlichkeit geht. Denn im Falle eines Ausstiegs wird der Grobian auf den nächsten Sensiblen stoßen und umgekehrt.

 

Meist sind wir von so vielen Menschen umgeben, dass wir in unserem sozialen Umfeld quasi alle Typen vertreten sehen, von denen hier nur die beiden polaren kurz angerissen wurden. Der Grobian jedoch kann nichts und nimmer lernen, wenn man ihn nicht auf sein Fehlverhalten aufmerksam macht! Denn aus sich heraus erkennt er nicht, was er tut. WIE man es macht, ist dabei entscheidend. Es kommt dabei auf die Person und die Situation zugleich an, die beachtet werden muss.

 

Manchmal ist ein schneller Humorkonter genau das Richtige. Aber den muss man wegen der Verblüffung und des Erstaunens erst einmal drauf haben (schwierig, aber braucht Übung und vor allem Souveränität, die es zulässt). Oder man nimmt denjenigen zur Seite und spricht das Problem an. Kann sehr gut funktionieren und voll schiefgehen. Ein Restrisiko bleibt immer. Dennoch ist es besser, das Risiko auf sich zu nehmen, als nichts zu probieren. Bei manchen Menschen ist jedoch Hopfen und Malz verloren, sofern die charakterliche Entwicklung zu unterschiedlich ist.

 

 Umgekehrt hat der Sensible, dem jeder Streit in der Regel  schon zuwider ist, jene mutige Wehrhaftigkeit zu erlernen, dass auch er über seinen Schatten springen muss. Von einer Seite wird also der Mut herausfordert, von der anderen Seite die Feinheit. Für beide keine leichte Situation. Aber genau deshalb treffen diese beiden Typen bei allen möglichen Gelegenheiten auf- und gegeneinander. Jede Begegnung will uns sagen: Lern daraus!

 

Es dauert oft lange, bis man selbst erkennt, in welche Kategorie man wann und in welcher Konstellation selbst mit hineingehört. Denn oft ist es so, dass man noch in beiden Feldern durchaus zugleich beheimatet sein kann. Denn der Sensible kann durchaus auch noch einige unerkannte eigene Grobheiten haben, wie der Grobian durchaus auch zu manch einer liebevollen Handlung oder Zärtlichkeit schon befähigt ist.

 

Die Sache ist, wie immer, kompliziert. Je schneller und tiefer wir sie aber durchschauen lernen, wird sie nach und nach einfacher zu meistern.

 

Die Hauptwerkzeuge: Das mit-fühlende Herz, dass sich nicht von den Schnellschüssen des emotionalen Bauches aus der Fassung bringen lassen sollte und der klare Geist, der die Vernunft nutzt, ohne jene so überzustrapazieren, dass sie am Ende vor lauter pro und contra in der Sache verwässert.

 

Viel Glück bei diesem spannenden Spiel des Lebens und seiner Würze! - Auf dass sich niemand am anderen verbrennt!

 

11.12.2023

 

Erkenntnisse…

 

und Reichtum

 

Kein Mensch hat je all die Erkenntnisse zählen und gewichten können, die vom menschlichen Geist in seit Beginn der Menschheitsgeschichte gedacht wurden. Viele wurden weitererzählt, damit auch die Nachgeborenen daraus wieder neue Erkenntnisse ziehen könnten, sofern sie ihren Wert erkennen. Viele Weisheiten wurden auch in allen Kulturen der Erde niedergeschrieben und füllen viele Bibliotheken mit Geist.

 

Ob - grundsätzlich gesehen – überhaupt noch tatsächlich neue Erkenntnisse (sieht man von Naturwissenschaft und Technik ab) dazukommen, weiß ich nicht. Oft kommt es mir vor, als wäre das "Neue" nur ein Aufguss alter Weisheiten im neuen Gewand mit modernem Sprech. Doch auch das wäre in Ordnung, solange es nur nützt.

 

Auch wird niemand sagen können, wie viele Erkenntnisse aus dem Fundus des gesamten brach liegen. Unbenutzt in Tisch- oder Hirnschubladen. Unbeachtet, nicht gekannt, nicht erkannt, nicht umgesetzt, geschweige denn weiterentwickelt. Sieht man sich den Zustand der Welt an, so scheint es, als beträfe es die ganz überwiegende Mehrheit aller je gedachten Weisheiten.

 

Was nützen Erkenntnisse mir selbst?

 

Das ist für das Individuum insofern eine wichtige Frage, weil sich daran die gesamte Lebensqualität entscheiden kann. Nun kann man zwar einwenden: Aber es gibt doch auch genug Dumme oder Böse, die ohne Weisheit ein sehr zufriedenes und sehr erfülltes Leben führen, solange sie ihre Art von Befriedigung (z.B. Macht) mit ihren anderen Mitteln erreichen (und sei es durch Töten, Kriege usw.).  Und was nützen Erkenntnisse, die mich zugleich nicht glücklich machen?

 

Eventuell viel, würde ich antworten wollen. Denn ums Glück allein geht es nicht in der kurzen Lebensspanne, in der wir leben. Glück allein ist zumeist eh ein sehr flüchtiger Moment, der eher seltener auftaucht, jedoch wohl die entscheidende Köstlichkeit des Menschseins schlechthin ist. Zufriedenheit, innerer Frieden, Lebensfülle und Lebenssinn sind weitere Ziele, die man sich stellen könnte und die auch zum Empfinden von Glück gehören. Das ist meist langanhaltender, nachhaltiger und intensiver durch Steigerung und Wiederholung möglich als ein aufflammender Glücksmoment. Das jedoch fällt fast niemandem in den Schoss, sondern ist Arbeit. Eben auch Geistesarbeit, die bis zum Tod nicht enden sollte.

 

Erkenntnisse, die man irgendwo liest, mögen für einen Moment einen tiefen und schönen Eindruck hinterlassen, wenn sie zufällig zu unserer Lebenssituation und Befindlichkeit passen. Und doch scheinen auch sie oft nur ein Hauch im Wind zu sein. Man liest sie, ist evtl. erfreut oder betroffen – und vergisst sie wieder. Weil: Sie wurden eben "nur" gelesen, konsumiert. Da hat noch nichts an Substanz Wurzeln schlagen können, es sei denn, man greift sie bewusst auf und arbeitet mit ihnen in Gedanken und Gefühlen.

 

Die wertvollsten Erkenntnisse jedoch sind die, die wir selbst in uns erzeugen. Die wir persönlich erstmalig denken und jenes Heureka! - Erlebnis dabei bekommen, dass sie sich in uns einspeisen. Sie werden zu einem Teil von uns, haben wir sie erst einmal integriert. Dabei ist es völlig unwichtig, wie viele Menschen schon zuvor die gleiche Erkenntnis hatten oder wie oft sie schon von berühmten Persönlichkeiten niedergeschrieben und veröffentlicht wurden. Das zählt nicht. Was zählt, ist die eigene Urheberschaft für mich selbst dabei. Was man selbst herausfindet, strömt sozusagen tief in uns ein.

 

Hier besteht die Chance, dass sich Erkenntnis  in Erfahrung verwandelt. Wir wissen nun etwas neu und anders als zuvor und richten unser Handeln, Fühlen, Denken danach aus. Das verändert nicht nur uns selbst, sondern oftmals auch die Umgebung, das Ereignis oder die involvierten Personen. Vieles geschieht davon zunächst unbemerkt, weil Veränderungen sich oft erst nach einer gewissen Zeit und Häufigkeit zeigen können. Dass bei uns selbst aber viel passieren kann, spüren wir oft sofort.

 

Wir haben eine Erkenntnis und fühlen uns bereichert.

Dieser Reichtum ist real. Er ist entscheidend dafür, weitere Reichtümer zu erwerben.

 

Reichtümer aller Art können sich vom Geistigen bis ins Materielle entfalten. Und sind sie weise, dann kommen sie nicht nur uns selbst, sondern der Welt an sich auch mit zugute, die sich danach sehnt, von uns Menschen weiterentwickelt zu werden.

 

10.12.2023

 

Es geht auch ohne Entsetzen...

 

 

Gestern. Ein Rechenbeispiel aus der Weltklimakonferenz in Dubai.Unmöglich durchzusetzen, beim derzeitigen geistigen Stand der Menschheit. Wut, Entsetzen, Enttäuschung - weil es ja möglich wäre... hätte man nur mehr Menschenliebe und ein erweitertes Bewusstsein der Lage.

 

Und dann kommen wieder die "Wenns"... Aber die Wenns sind nun einmal derzeit nicht Realität. Also:

 

Da ich die Dinge nicht ändern kann,

muss ich mich selbst ändern.

Muss meine Haltung zu den Dingen ändern.

 

So einfach ist das. Und so schwer, es umzusetzen. Aber es ist machbar. Es braucht dazu jedoch eine bestimmte Sichtweise, die sich harmonisch in die eigenen Gedanken und Gefühle so einbinden lassen muss, dass es zu einer authentischen Einheit wird. Sonst wirkt es nicht.

 

Nicht Gleichgültigkeit ist angesagt. Nicht Verdrängung, keine Schönfärberei der Zukunft. Was es braucht ist: Gleichmut! Das Gegenteil von Gleichgültigkeit, aber auch das Gegenteil von Wut, Aggression oder was auch immer berechtigt hochkommen könnte. Ein drittes Höheres! Negative Gefühle zehren an einem selbst, sind  ungesund, unklug.

 

Woher bekommt man Gleichmut? Man muss in die Wiege des eigenen Urvertrauens zurückfinden. Der Weg kann lang oder kurz sein. Aber es ist ein wichtiger Weg. Denn dort herrscht Ruhe. Ein innerer Frieden, dem das laute Getöse einer verrückt gewordenen Welt zwar durchaus zusetzen kann, der aber dennoch mit soviel Kraft und Licht gefüllt ist, dass er widerstehen lernt.

 

Widerstehen vor der Gefahr der Angst, der Verzweiflung angesichts des Gesamtdesasters, das dynamisch Fahrt aufnimmt.

Widerstehen der Versuchung oder Verführung falscher Gedanken: Es gäbe überhaupt keine Chance auf irgendwas, nur weil gerade die Weichen ziemlich mies gestellt sind.

 

Es gibt Chancen. Ich weiß nicht, ob die Menschheit sie erkennt und nutzen wird, bevor es zu viele Opfer gibt. Aber es gibt sie immer. Opfer gibt es schon jetzt und es werden noch mehr werden. Jedoch gibt es auch immer wieder kluge Geschöpfe, die einen Ausweg weisen.

 

Möge uns allen das offene Herz und Ohr für solche Auswege dann auch zur Verfügung stehen, bevor wir auch diesen Hoffnungsfunken vertun.

 

Mögen wir alle wieder zurückfinden ins Urvertrauen, aus dem wir irgendwann im Leben herauskatapultiert wurden, um den Zweifel zu lernen und aus dem Zweifel eine neue Gewissheit zu ziehen: Alles wird gut. Früher oder später...

 

 

 

 

9.12.2023

Zahlen… und Emotionen

oder

Damit die Welt noch ein wenig menschlich bleibt

 

Zahlen sind gemeinhin nicht das, was man so braucht, um Emotionen auszulösen. Starke Emotionen wie Entsetzen, Wut, Verzweiflung beispielsweise. In der Regel wird das von Menschen und Ereignissen ausgelöst, die irgendwas mit uns zu tun haben.

 

Aber es gibt Ausnahmen. Dubai zum Beispiel. Da können Zahlen das durchaus. Ich habe mir ein paar Zahlen aus der 28. Weltklimakonferenz mal angeschaut. Und man braucht kein Mathematiker zu sein, um schlechthin das Grauen im eigenen Antlitz bizarr aufleuchten zu lassen. Die einzige Frage, die sich noch am Ende stellt: Was wollen die da? Warum bleiben sie nicht gleich zuhause!

Zumindest hätten sie tonnenweise CO² eingespart.

 

Zum Beispiel: Um einen Kubikmeter CO² mit 1,96 Kilogramm CO² zu gewinnen, müssen 2500 Kubikmeter Luft gefiltert werden. Für eine Tonne CO² sind dies 1,27 Millionen Kubikmeter Luft, rechnen die Forscher (im Heer von über 2400 Lobbyisten aus der fossilen Energie) vor.

 

Die Rechnung geht spannend weiter, wenn man nun noch weiß, dass bis zu 1000 Milliarden (kein Tippfehler!)  Tonnen CO²zwischen 2050 bis 2100 entzogen werden müssten. Dabei entsprechen 100 Milliarden Tonnen schon dem 2,5 fachen der jährlichen CO² Weltemission.

 

Das ist nur eines von ganz vielen Beispielen, die den Irrsinn nüchtern an Zahlen und Fakten dokumentieren. Es könnte lange fortgesetzt werden. Dazu schaue man nur in die Sachthemen des Internets.

 

Ganz ohne Rechnen: Man stelle sich die Dimensionen vor. Sowohl der Technik, des Aufwandes von Energie, um Energie zu speichern (!), wie der immensen Kosten in dieser kurzen Zeit, wo zudem weltweit mehr Kohlekraftwerke gebaut werden usw. usw.

 

Hat man Glück und hat mit Zahlen und Relationen nicht so viel am Hut, dann kann man solche Beispiele einfach in den Wind schlagen, weil man sie nicht versteht, was sie bedeuten. Dann hat man sich Ärger, Wut, Enttäuschung über die weltweiten Lobbyisten-Politiker-Versagen-Teams gespart. Dann kann man sich den schönen Dingen des Lebens widmen, so lange es sie noch gibt.

 

Hat man Pech und hat durchaus eine Vorstellung davon, wie unrealistisch zu erreichen dieses notwendige Ziel ist, muss man alternativ schauen, wie und wo man jetzt seine positiven Gefühle fürs Leben dennoch wach und aufrecht erhält, damit die Welt noch ein wenig menschlich bleibt….

 

PS: Für Kenner der chemischen Formeln: Die Tiefstellung der Zahl 2 beim CO funktionierte nicht. Der Fehler ist also keine Dummheit, sondern der Technik im Moment geschuldet. Jetzt winkt es von oben, was ebenso falsch ist, wie die verdammte Klima-Entwicklungs-Einschätzung seit vielen Jahren, von der man durchaus wusste!

7.12.2023

 

Wenn Himmlisches zur Hölle wird

 

Wie denn? Streben wir nicht alle heimlich das Himmlische an? Also denkbarer Höchstgenuss?  Dass wir es nur selten erreichen, liegt in der Natur der Dinge. Denn der Himmel ist weit, sehr weit für die meisten Menschen entfernt. Nicht oben, nicht unten, nicht rechts, nicht links – sondern vor allem in den individuellen Glaubenssätzen, die – wollte man sie örtlich ein wenig zuordnen – eher wohl dem Herz naheliegen müssten. Doch wer hat schon einen gesunden Schnellzugang zum eigenen Herz? Im besten Fall der eigene Blutkreislauf.

 

Mit anderen Worten: Himmlisches wäre schön, aber Gutes, eine Kategorie darunter, tut's auch, wenn es um unsere diversen Wünsche und Befriedigungen geht.

Nun kommt das "Himmlische" manchmal doch unverhofft. Am meisten wohl in Form von haptisch erfahrbarer Sinnlichkeit, seien sie taktil oder geschmacklich flankierend. Der Mensch kennt zum Glück ja viele Reize, die ihm höchste Wonne bescheren können.

 

Nehmen wir den Gourmand. Ein Feinschmecker der Sonderklasse. Unverdorbene Geschmacksknospen, feiner Geruchssinn und eine besondere Einstellung zum Essen. Er wird sich überlegen, was er zu sich nimmt und was nicht. Stellt man ihm nun  Köstlichkeit zur Verfügung, dann wird Himmlisches serviert. Ganz irdisch, profan und dennoch mit nichts zu vergleichen. Stellt man ihm die gleiche Speise mehrfach hin, wird er sie vermutlich noch eine Weile genießen, bis er ihr überdrüssig wird… und das Köstliche nur noch zum ko…en findet.

 

Ein normaler Vorgang, den wir alle kennen. Wir brauchen lediglich von einer Pralinenschachtel verführt werden. Und schwupps… nach der 10. Oder 20. Leckerei ist uns speiübel. Richtig so. Himmlisches verkehrt sich um. Es wird zur Last, zum Übel, zur Hölle, wenn es nur oft genug geschieht. Folter. Durch Köstlichkeit…! Hölle durch Himmlisches.

 

Übertragen wir es ins Geistige. Das gleiche geht ab. Man liest z.B.  einen gelungenen Aphorismus und kann Glücksgefühle bekommen angesichts der Perfektion von Kürze, Sinn, Inhalt, Aussage und eventuell sogar noch Identifikation. Hier hat dann ein Könner seinen Geist so auf die Spitze getrieben, dass er aufgrund der gigantischen Fülle zum Minimalismus befähigt wurde. Das muss man erst einmal können. Dazu braucht es vielfach lange Gedanken, komplizierte Wege in den Windungen des synaptischen Dschungels.

 

Liest man zwei, drei vier davon – gesetzt sie sind immer noch sehr gut – dann erfreut man sich weiter.  Ist man beim zehnten oder zwanzigsten angelangt, überfällt uns der Pralineneffekt. Es wird fade, was gut tatsächlich ist. Zuviel des Guten ist eben des Guten zu viel.  Wir sind geistig überfressen. Wir haben keine Lust mehr auf neue Weisheiten. Das Hirn macht zu. Das Herz hat schon länger seine Läden geschlossen. Und vorbei rauscht das Himmlische geradewegs hinein in die Hölle der Gleichgültigkeit und des Schulterzuckens… na und? Ein Satz halt. Egal, wie er zustande kam. Geht mich nichts an.

 

Binsenweisheit: Halte Maß. Jedes Überschreiten des Maßes bringt Unglück. Bringt dir die Hölle. Bleibe in der goldenen Mitte. Dann ergeht es dir gut. Dann kannst du genießen, dann bist du da, wo du sein willst: Im irdischen Paradies, das sich himmlisch anfühlt und nicht höllisch endet.

 

Tja… ich widerspreche! Aber nur halb. Denn für gewisse Dinge stimmt es genauso, wie es die Binsenweisheit schon immer wusste. – Aber es stimmt nicht immer. Denn hätten wir keine Grenzüberschreiter, würden wir in nichts vorwärtsschreiten können. Es würde nichts gewagt, nichts gefragt, nichts erfunden. Mut würde verkümmern. Kreativität und Fantasie wären wertloser Tand.

 

Wenn also die Frage des Maßes zwischen zu viel und zu wenig ansteht, dann ist nicht zu fragen, wie viel oder wie wenig darf oder muss es sein, damit es die goldene Mitte wird, sondern es muss gefragt werden:

Um was geht es eigentlich? Etwa um Genuss, um Paradiesisches … oder geht es darum, eine ganz wichtige Grenze mutig und absichtlich bewusst zu überschreiten, auch auf die Gefahr hin, dass Himmlisches und Höllisches in Turbulenzen geraten und man dabei eben auch Pech haben kann?

 

 Der Weg zum Wenigen ist oft sehr weit. Der Weg zum Richtigen ebenfalls.

 

Letztlich ist alles so weit wie der Himmel  zum eigenen Herz.

6.12.2023

 

Von der

 

gestohlenen

 

Zeit

 

 

Überall sind die Zeitdiebe zugange. Wer sie sind, weiß man nicht so recht. Dass sie aber sind, erleben wir täglich.

 

Der öffentliche Verkehr? Unpünktlich. Chronisch, zuverlässig. Einer der Zeitdiebe, die sich nicht namentlich erkennbar zeigen -  sei denn, man zitiere die Namen der Vorstände.

 

Autobahnen? Zeitdiebe. Egal, wie früh man losfährt: Man steht im Stau. Egal, warum. Es gibt tausend Möglichkeiten vom verschlafenen LKW-Fahrer, über Autorenn-Unfälle, Sonnenblend-Desaster, Baustellen, Baustellen, Baustellen, die nur eines gemeinsam haben: Sie werden gefühlt niemals zu eigenen Lebzeit fertig. Weitere Schuldige: die jeweilige Bundesregierung, die Schlamperten!

 

Ärztliche Wartezimmer! Voll, übervoll. Sind die Ärzte schuld? Oder sitzen die Zeitdiebe in der Vergabekommission für Arztpraxen? Oder sitzen sie in den Unis? Viele Möglichkeiten sind denkbar, nur eine nicht: Wir haben einen Termin und kommen dann dran.

 

Freunde, Familie, Bekannte… wer auch immer: Auch so ein Untier. Ein Zeitdieb. Die Verabredung steht. Sie wird nicht eingehalten. Jedenfalls nicht zeitlich, obschon sich einer der Verabredeten sehr ins Zeug legte, der Verabredung sehr hohe Priorität einräumte, der andere – wie fast immer – das ganze so lässig-nachlässig sah, dass gemeinsamer Ärger vorprogrammiert ist. Der eine ärgert sich über die chronische Unzuverlässigkeit, der andere darüber, dass auf Pünktlichkeit bestanden wird, die er nicht einsehen will. Was ist schon Zeit! – Tja, manchen eben die Basis für viel Lebensqualität, wäre zu antworten.

 

Zeitdiebe. Monster für alle, die gefühlt zu wenig Lebenszeit haben, egal, wie alt sie werden. Ich gehöre auch zu dieser Spezies. Ich bin immerzu pünktlich, genaugenommen fast immer überpünktlich und nehme sogar wegen der Pünktlichkeit umgekehrt schon freiwillige Wartezeit auf mich. Nicht immer klug für mich selbst, aber eine Hommage an die Verabredung, die mir lieb und/oder auch wichtig ist. Also Menschenfreundlichkeit! Oder zuverlässig sachliche Notwendigkeit. Und bin ich – selten im Leben – einmal unpünktlich, war es höhere Gewalt, gegen die niemand je gefeit sein kann.

 

Ich gehöre also zu den Wartenden. Zu jenen, die Geduld zu lernen haben. Und zwar gleich auf mehrfache Art. Zeitliche Geduld, psychische Geduld, körperliche, nervliche  Geduld, geistige Geduld… denn alles wird dabei herausgefordert, manchmal auf die Spitze getrieben.

 

Also muss ich mich fragen: Was stimmt mit mir nicht, dass ich so drangsaliert werde? Warum muss ich so oft auf irgendwen oder irgendwas warten? Weil ich zu ungeduldig bin? Oder gibt es da noch einen ganz anderen Grund? Zum Beispiel, dass ich Zeitmanagement viel intelligenter und klüger nutzen muss?

 

Nun ja, bei den bereits schon fest eingeplanten Geduldsproben, die das Leben mir ins Erinnerungsbuch wiederholt ärgerlicher Ereignisse schrieb, habe ich es ja schon recht gut gelöst: Ich lese.  Notfalls stehend. Und wenn ich Glück habe, habe ich so gutes Lesematerial, dass die Zeit "vergeht", quasi stirbt, nicht mehr vorhanden ist.

 

Es kann sogar zum Umkehrschluss kommen: Nämlich dass die Lektüre mich so in inneres Feuer und neue furiose Ideen versetzt, dass eine Unterbrechung dessen, was ich eigentlich doch wollte, zum Ärgernis wird. Ausgerechnet im spannendsten Augenblick muss nun die chronische Verspätung leibhaftig auftreten, der Stau sein Ende haben, meine Aufmerksamkeit nun anders gefordert sein, mein Name irgendwo aufgerufen werden oder die Bahn plötzlich anhalten, weil ich mein Ziel erreicht habe.

 

Habe ich alles richtig gemacht, dann habe ich zwei Ziele erreicht und werde also doppelt belohnt: Erstens das physisch-örtliche Ziel und zweitens das psychische Ziel: Ich habe die Zeit voll genutzt.Ich habe den Zeitdieb fies reingelegt.

 

Damit es möglichst "immer" klappt, nehme ich mir nicht nur ein Buch, sondern auch Stift und Block mit. Ganz altmodisch, als gäbe es keine Handys zum eintippen. Aber mit Steno bin ich halt schneller als mit dieser Tipperei, die zudem bei mir einen kreativen Abschwung generiert.

 

Typisch alte weiße Frau, will ich mal sagen. Und eine, die nie genug bekommt von den kreativen Zeiteinheiten, die Glücksmomente des Lebens sind.

 

 

 

5.12.2023

Nüchtern

und mit zögerlicher Zuversicht:

Die Welt … und wir!

 

Hin und wieder brauche ich es. Das Bilanzieren. Was ist los in der Welt? Was los in der persönlichen Umwelt und überall?

 

Obschon ich grundsätzlich keinen einseitigen Blick auf die Dinge wage, um mich nicht selbst einmal einer Betriebsblindheit überführen zu müssen, sind meine Augenlinsen – metaphorisch gesprochen – ziemlich getrübt.

 

Denn was ich sehe, ist vor allem: Mist.

Oder sollte ich sagen, schleichender Wahn, der sich nicht selbst entlarvt und wie ein unsichtbarer Virus unser Denken und Fühlen manipuliert, um es zu zerstören?

 

Gibt es denn tatsächlich "Fortschritte" innerhalb der Menschheitsentwicklung, die so erwähnenswert sind, das sie Zuversicht in der Masse verbreiten könnten?

 

Ja aber! Siehe mal die Frauenrechte in der Welt. Da tut sich doch seit Jahrzehnten viel, sagt so eine lispelnde Stimme in mir. Na und? Ich erwidere zurück: Gab es nicht schon vor Jahrtausenden auch immer mal wieder Matriarchate? Weise Frauen, die nicht nur in der Küche oder im Bett weise sein durften, sondern auch im Dorf und im Volk? – Taugt also nichts, das Argument, weil es auch hier diese schwappende Bewegung des emotionalen und geistigen Wellenmeeres ist, das mal das eine, mal das andere Geschlecht bevorzugt und derzeit eh auf Geschlechtsneutralität schlechthin setzt.

 

Und so geht es weiter! Bürgergeld. Ist das nicht schön? Das gab es doch noch nie? Doch, sage ich meinem Lispler, es gab sogar schon was viel, viel besseres: Nämlich ehrliche Arbeit, von der man tatsächlich auskömmlich leben konnte. Keiner lebte – warum auch immer – auf Kosten des anderen, sondern gab zurück und wurde ebenfalls versorgt, wenn er in tatsächlicher Not war. Taugt also auch nicht, das weitere Argument.

 

Und all die Krankheiten die besiegt wurden? Hach! Und all die Krankheiten die neu hinzukamen und weiterhin noch kommen? - werfe ich ein! Lasst erstmal den Permafrost auftauen mit seinen viralen Schätzen! Ihr werdet staunen, was alles noch nicht besiegt ist und mutieren möchte. Von den geheimen Labors der Welt ganz zu schweigen, die fleißig an biologischen Waffen basteln, die den jeweils anderen lautlos dezimieren könnten. Das Antiserum ist dann der eigenen Bevölkerung vorbehalten.

Und so weiter.

 

Dubai. Das nächste Versagen. Das 28. Versagen in Folge. Muss man auch erst einmal können. Aber man kann, wenn es um die Leistungen nach unten geht. Frei nach dem Motto: Schlimmer geht immer. Immerhin über 600 Lobbyisten der fossilen Industrie haben sich in den Flieger zur Weltklimakonferenz gesetzt. Ich frage mich: Dickes Scheckbuch dabei?

 

Und da wären wir schon wieder bei der Weltwirtschaft. Globalisierung. Psychisch labile Börse mit den entsprechenden Kokain-Junkies am Desk. Alles im Trudeln. Alles teils gewollt, teils Strategie, teils entglitten durch Gegenstrategie. Das Böse gegen das Böse ist zwischendurch ja auch mal spannend, so lange es sich noch nicht vereinigt hat.

 

Ich kürze ab: Letztlich ist tatsächlich kaum oder nichts besser geworden, zieht man eine Gesamtbilanz. Wo hier und da Weisheit als Fünkchen durchscheinen mag, hat sich an anderer Stelle das schwarze Lichtloch so tief und massiv ausgebreitet, dass es zur Zuversicht wenig taugt.

 

Zuversichtig kann eigentlich nur der sein, der entweder die Fakten ignoriert und sich mit der Gemengelage des schleichenden Wahns auf allen Gebieten doch recht wenig auskennt. Oder der, der einen völlig anderen Blick auf Menschheitsentwicklung und ihre unvermeidbaren Turbulenzen hat und gewohnt ist, in anderen zeitlichen Größenverhältnissen zu denken und dazu noch weitere spirituelle Gesichtspunkte hinzu nimmt. Oder der, der sich irgendeiner Religion verschrieben hat und auf Himmel, nachtodlich respekable Jungfrauen oder Nirwana hofft.

 

Wer also irgendeiner dieser hauptsächlich drei Großkategorien sein Eigen in seinen Glaubenssätzen hat, kann geistig und psychisch unbeschadet durchkommen. Wer das nicht hat, sollte sich frühzeitig um einen Therapeutenplatz bemühen. Denn davon gibt es selbstverständlich ebenso viel zu wenig, wie von Kinderkrankenhäusern, Obdachlosenunterkünften oder Straßen ohne Schlaglöcher.

 

4.12.2023

 

Pauli, Jung, die Synchronizität – und meine Leidenschaft fürs Thema

 

Wolfgang Pauli war: Quantenphysiker und Nobelpreisträger

Carl Gustag Jung war: ein bedeutender Psychoanalytiker

Ihnen gemeinsam war: Unkonventionelles Denken. Sie nahmen sich heraus, scheinbar Unmögliches als durchaus möglich anzusehen. Zum Beispiel die Sache des Zufalls im Hinblick auf eine akausale Abfolge der Ereignisse. Hier vor allem die Frage nach der Synchronizität, die mir im Leben schon so oft begegnete, dass es Gründe genug gibt, mich immer wieder einmal neu damit auseinanderzusetzen.

 

Über lange Zeiträume diskutierten sie das Phänomen. Das Thema ist komplex. Es ist auch bis heute nicht eindeutig beantwortet. Denn es geht nicht nur um Materie/Ereignis und Interaktionen mit dem Menschen, sondern eben auch und vor allem um den Anteil von Psyche und Geist, die eine gewichtige Rolle bei solchen Prozessen spielen. Aber welche? Und wie beweist man das? Und was vor allem folgt daraus, wenn es zu beweisen wäre?

 

Reine Zufälle scheiden aus, meinen die jene, die schon etwas weiter und kühner zu denken vermögen und nicht allein beim uns gewöhnten Kausalitätsprinzip von Ursache und Wirkung stehenbleiben. Reiner Zufall behaupten jene, die Letzteres nicht wagen, auch nicht einmal die Fantasie dafür aufbringen können. Sie schreiben sich eine leichte Antwort ohne Gegenbeweis auf die Fahnen ihrer Glaubenssätze.

 

Ich glaube (nein, erlebe!) : Kein Zufall, sondern  eben akausale "Logik" – geistige Logik, Psycho-Logik, eine Fortsetzung einer Naturgesetzlichkeit vom Geistigen übers Neuronale bis ins Materielle/Ereignis.

 

Was ich glaube, interessiert sicher niemanden mehr als nur mich selbst. Das ist deshalb für mich entscheidend, weil ein jeder Glaubenssatz massive Auswirkungen auf Denken, Handeln und Fühlen hat. Ob wir es merken oder nicht (ich z.B. merke es vielfach schnell und beobachte es schon mehrere Jahrzehnte).

 

Was meint Synchronizität zwischen Menschen und Ereignissen?

 

Ich will es populärwissenschaftlich probieren. Wer es quantentechnisch oder tiefenpsychologisch im Fachjargon lieber lesen will, der recherchiere oder Frage die KI (ich hoffe, sie ist schon darauf programmiert)

 

Synchron- (altgriechisch) bedeutet: gemeinsam, gleichzeitig

Synchronizität nach Jung: Das Zusammentreffen von Ereignissen, die nicht über eine Kausalbeziehung (Ursache-Wirkung) verknüpft sind, jedoch als miteinander verbunden, aufeinander bezogen wahrgenommen und gedeutet werden. Damit ist beispielsweise ein inneres Ereignis gemeint. Das kann eine lebhafte Idee sein, eine Vision oder ein Traum oder ein ganz starkes Gefühl sowie ein äußeres physisches Ereignis, das eine körperliche Spiegelung dieses innerseelischen Zustandes darstellt.

 

Mit noch anderen Worten: Ein starker innerer Zustand kann in der Lage sein, ein äußeres, physisch wahrnehmbares Ereignis zu bewirken.

 

Wer im Sinne der Religionen gläubig ist, hat dies als Selbstverständlichkeit gespeichert. Da spricht man oft von "Wundern", die sich später einmal eventuell als das darstellen könnten, dass dieses Zusammentreffen von Psyche/Geist—Materie/Ereignis eben eine (psycho-"logische") Fortsetzung desselben Prozesses ist, der vom Feinstofflichen bis hin ins Grobstoffliche sich über die verschiedenen Wirklichkeitsebenen verwirklicht.

 

Hört sich das nicht ziemlich "esoterisch" an? Ja und Nein. Es kommt darauf an, wie man Esoterik/Spiritualität/Glauben in reiferer und vor allem erweiterter Form schon erfassen kann, aber zugleich die durchaus damit korrespondierende subatomare Forschung (noch immer in den Kinderschuhen) bis hin in die Quantenphysik in einen Zusammenhang stellt.

 

Und Gott ist dabei out? – Ja. Und Nein. Je nachdem, was oder "wen" man unter diesem Begriff versteht und auch das anders zu denken vermag, als es die traditionellen Religionen tun. Denn wenn diese obige Frage gelöst wäre, ist noch immer nicht der Urgrund der Frage selbst gelöst!

 

Was ist mir selbst im Zusammenhang mit Sychronizität schon häufig im Leben passiert?

Ich denke etwas: und es passiert.
Ich träume etwas: Und es begegnet mir ein Teil davon am Tag.

Ich denke an einen Menschen, den ich lange nicht mehr gesehen habe: Und er ruft an oder steht vor der Tür

Ich wünsche mir was heftig: Früher oder später wurde es schon so oft Wirklichkeit.

 

Es gäbe noch viel mehr… aber es wird zu lang an dieser Stelle. Ich bin sicher, dass es jeder Mensch erlebt und es das Natürlichste der Welt ist. Es ist jedoch die Frage, wie aufmerksam man darauf ist, es beobachtet, gewichtet, sich vielleicht sogar daran erfreut.

 

Nichts davon ist für mich dabei beliebig wiederholbar. Nichts ist wissenschaftlich nachweisbar oder verifiziert.

Alles davon ist: erlebte Wirklichkeit, Wahrheit!

 

Und weil es so ist, vertiefe ich mich in diese Gedankenwelt, will Fährte aufnehmen, möchte gern mehr wissen, was da los ist zwischen meinem Denken, meinem Fühlen und der sich dann ereignenden Wirklichkeit.

 

Ich lese gerade: "Inzwischen behaupten mehr und mehr Wissenschaftler, Psychologen und Neuropsychologen, dass das Verständnis von Geist und Bewusstsein geradezu nach einem Ansatz schreie, der die Fachbereiche überschreitet. Selbst einige wenige Physiker — Roger Penrose oder Thomas Görnitz sind gute Beispiele — arbeiten am Versuch, solche Ansätze zu finden. "

Ich wünsche mir: werdet fündig!

Denn das würde unser Wissen um die Natur unserer Wirklichkeit verändern - und damit auch die Wirklichkeit selbst!

3.12.2023

 

BIST  DU  EIN GUTER MENSCH?

Das geht niemanden etwas an! Nur jeden selbst. Deshalb bleibt die Frage naturgemäß an dieser Stelle unbeantwortet.

 

Andererseits ist es vielleicht nicht ganz uninteressant, sich selbst im stillen Kämmerlein doch hin und wieder dieser Frage zu stellen. Denn immerhin verantwortet man sein Tun und sein Nichttun gleichermaßen. Vor wem? Vor der Welt, den Mitmenschen, Gott, dem Kosmos, den eigenen Glaubensanschauungen oder einer Ethik? Auch diese Frage ist nur individuell zu beantworten. Wer hier nun schon ins Strudeln gerät, wird vermutlich nicht weiterlesen (wollen). Alles zu kompliziert, unklar, unwichtig?

 

Dabei wissen wir sehr wohl, dass die Geschicke des ganz persönlichen Schicksals wie auch der Menschheit an sich elementar davon abhängen, wie viele "gute"  und "böse" Menschen um uns herum sind, uns unser privates Leben zur Hölle machen oder uns beglücken können (wie wir sie auch)  - oder welche Kräfte mit und durch was die lebenswerte Welt endgültig zugrunde richten. Die Zutaten für Letzteres sind ja bekannt und gipfeln in: Gier, Macht, Größenwahnsinn mit allen Unterkategorien negativer Eigenschaften, die fleißige Helfer fürs Böse oder Schlechte sind (wie z.B. Geiz, Eifersucht, Missgunst, Neid, Gleichgültigkeit, Hass, usw.)

 

Wann ist man denn ein guter Mensch? Das ist auch eine Frage der Religionen. Was hier erlaubt ist, ist anderswo verboten oder tabu. - Zum Beispiel Menschenopfer mit bestialischen Tötungszeremonien wurden schon seit Urzeiten als höchste Lobpreisung des jeweiligen Gottes veranstaltet. Grausamer Mord als zugleich höchste Form der Liebe durch das schrecklichste Opfer. Insofern könnten auch Mörder sogar allerbeste Menschen sein? Sind es nicht sogar besonders gute Menschen, wenn sie zu einem so großen Opfer bereit sind? Immerhin töten sie nicht aus Mordlust, sondern aus tiefster Achtung vor dem Höchsten, das für sie vorstellbar ist.

 

Allein schon dieses Beispiel zeigt, dass gut und böse überaus schwierige Kategorien sind, die zudem nicht nur unter den vielen Religionen verschieden definiert werden, sondern auch von Kultur und Zeitgeist bestimmt sind.

 

Kehren wir zur Aktualität, zum Heute, zurück. Zum Beispiel zur  potenziellen Massentötung per politischem Beschluss. Nicht Krieg ist hier gemeint, sondern etwas weniger Eindeutiges, das ähnlich dem Ritualmord eine gute Absicht hat, obschon man um das gleichzeitig unvermeidlich potenziell Böse (hier: tödliche Gefahr) weiß: Der weitere Ausbau der Kernkraft. Gestern in Dubai auf der Weltklimakonferenz neu unterzeichnet. Unter anderem von den USA, Frankreich und England. Trotz Tschernobyl, trotz Fukushima, trotz des Wissens darum, dass wir die hochgiftigen Abfälle, die wir teils für Jahrhunderttausende damit produzieren, nicht sicher werden lagern können. Weil: die Erde ist ein lebendiger Organismus, der auch unter dem Meer oder in Bergwerkstollen dieses hochgiftige Plutonium und co. nicht wirklich "verarbeiten oder abbauen kann". Sichere Endlager gibt es nicht. Und die angedachte spätere Auslagerung auf anderen Planeten: Typisch Mensch! Weg mit dem Müll… statt ihn erst gar nicht zu produzieren.

 

Du, ich, wir alle haben mit Dubai-Beschlüssen nicht viel zu tun (außer mit unserer Wählerstimme). Aber wir haben eigene Sorgen und Probleme, die immer wieder neu an die Grenze von Gut und Böse stoßen. Von leichten Verletzungen des Mitmenschen oder auch von groben Verstößen. Egal, wem sie von wem wann und warum zugefügt werden. Tatsache ist: Sie werden sekündlich massenhaft zugeführt. Sprich: Das Böse ist allgegenwärtig. In jedem Haus, in jedem Herz.


Das Gute auch. Und das ist das Gute daran! Wir können es stärken, jederzeit. Aber wir werden es nur dann stärken, verschenken und verströmen, wenn wir uns dessen überhaupt bewusst sind und es dann auch aktiv tun wollen. Willenskraft und Bewusstsein sind die ersten Trittstufen auf der Steigleiter von Liebe.

 

Wie oft bis du böse? Wie oft gut? Was ist das Gute, das von dir ausgeht? Wie oft geht es von dir aus? Befriedigt es, erfreut es, baut es auf? Geschieht es gezielt oder als Selbstverständlichkeit oder gar ziemlich selten? Wer bekommt genug von dir? Und was bekommst du zurück? Muss man immer etwas zurückbekommen… Nein. So läuft es meistens nicht. Man bekommt zurück, was man sät. Aber oft oder meist erst zeitversetzt. Aus gutem Grund, damit die Offensichtlichkeit nicht zum blinden Automatismus wird, sondern aus freiem Willen geschieht. Aus Einsicht. Aus Bedürfnis.

 

Wer aus Bedürfnis heraus ein guter Mensch ist, entzieht dem Bösen, das auch in uns allen wohnt, ganz automatisch den Platz.

Das ist eine schöne Nachricht.

 

 

 

 

 

 

 

 

2.12.2023

 

Verschmelzen

 

Denken die meisten Menschen beim Begriff des Verschmelzens an die Vereinigung von Mensch zu Mensch? Oder denken sie, kulinarisch affin, eventuell auch an einen Käseauflauf? Damit jedoch sind die Möglichkeiten der menschlichen Seele ja keinesfalls erschöpft, weil sie über zahlreiche Möglichkeiten dieses Prozesses verfügt, ist sie erst einmal dazu in Stimmung.

 

Man frage sich selbst! Wie oft gelingt es mir, mit einer Stimmung, einem Ereignis, einem Menschen, einem Impuls oder Idee so zu verschmelzen, dass eine neue gefühlte Einheit entsteht? Und sei es nur für kurze Momente. Oder sei es für die Ewigkeit, weil es so einprägsam war.

 

Ich weiß nicht, wie die persönlichen Bilanzen hier ausfallen, aber ich fürchte, dass die Tendenz des Verschmelzens mit zunehmendem Alter leider mehr und mehr abnimmt - bis sie - bestenfalls - im Alter auch wieder neu Fahrt aufnehmen kann.

 

Kinder verschmelzen oft. Sie sind dann jenseits von Zeit und Raum. Nehmen weder Krach wahr noch andere Dinge, wenn sie so spielen, wie ein gesundes Kind spielen sollte: Selbstvergessen. Zeit vergessend, Raum ignorierend. Umwelt ade. Nur das Kind und sein Tun. Oder sein Erleben, was immer da auch stattfindet oder nicht. Oft ist es nicht einmal sichtbar für uns.

 

Später, mit der Erweiterung und Verfeinerung unserer Sinne kommen noch vielfache Akte des Verschmelzens auf uns zu. Musik, Worte, Bücher, berührende Taten. Sex natürlich (zumindest für die meisten), Wolkenträumerei, Regenmeditation... unendliche Vielfalt ist uns geschenkt, Verschmelzung mit dem Moment zu erleben, der einzigartig bleibt und nicht wirklich zu beschreiben ist. Hat man Glück, gelingt das viele Jahre. Bewusste Menschen werden es vielleicht auch lebenslang pflegen und damit ihr emotionales Konto des Glücks selbst füllen.

 

Doch irgendwann im Leben kommen die Krisen. Auch sie können manigfaltig sein. Partnerschaft, Ehe, Kinder, Beruf, Karriere, Lebenssinnfragen, Ärger hier und da, Unwohlsein, Krankheit und co, geben sich gern die Klinke in die Hand. Irgendwas ist immer. Irgendwas aber fehlt. Zum Beispiel die Fähigkeit des Verschmelzens - mit was und wann und wo auch immer - die man doch schon einmal so schön entwickelt hatte.

 

Aber man hat sie nicht gepflegt. Und nun ist sie weg. Unter Umständen erinnern wir es noch nicht einmal. Fatal. Weil: Ohne Erinnerung kein neues Heraufbeschwören dessen, was uns gut tut.

 

Deshalb hier und heute an dieser Stelle die Erinnerung für und an alle, die es vielleicht vergessen haben. Aber alle Menschen hatten es einmal. Irgendwann... und deshalb ist es für alle reaktivierbar.

 

Sollte jetzt im Moment gerade nichts Wichtigeres anstehen, wäre es die GElegenheit, es kurz zu probieren: Augen zu... und hinein in den wunderschönen Prozess, der gleich mit einer Schwemme Glückshormone gern antworten will.

 

 

 

1.12.2023

 

FUNDSTÜCKE 1

Was hier unter der Überschrift "Fundstücke" steht, stammt ausnahmsweise NICHT aus meiner Feder. Ansonsten bleibt die Autorenschaft aller Texte auf meiner HP mit (c) bei mir.

 

Mir fehlt im Moment Zeit zum intensiveren Schreiben. Da ich aber vor wenigen Tagen auf Lustiges und Humorvolles stieß, gebe ich es hier als Fundstücke aus dem Netz (mit unbekannter Autorenschaft) wieder.

 

Wer es nur albern findet, soll wegdrücken. Wer vielleicht hier oder da schmunzeln will: Viel Spaß...

 

Heute aus den Kinderwitzen... die so manchem in Ungnade gefallenen Kinderbuch in nichts nachstehen, aber bisher noch nicht auf dem Index gelandet sind.

 

Alle Kinder trinken aus der Flasche, außer Annette,

die trinkt aus der Toilette.

 

Alle Kinder rennen aus dem brennenden Kino,

außer Abdul der klemmt im Klappstuhl.

 

Alle Kinder sammeln Holz für das Feuer, außer Bill, der liegt auf dem Grill.

 

Alle Kinder bekommen Schwimmwesten,

außer Bianca die kriegt den Anker.

 

Alle Kinder sitzen ums Feuer, nur nicht Brigitte,

die sitzt in der Mitte.

 

Alle Kinder bleiben bei Rot stehen,

nur nicht Clint, der ist blind.

 

Alle Kinder schlafen im Bett,

außer Conny, die schläft mit Johnny.

 

Alle Kinder schauen hoch zum Galgen,

nur nicht Gunther, der schaut runter.

 

 

Alle Kinder bewundern die Schrottpresse,

nur nicht Hagen, der sitzt noch im Wagen.

 

Alle Kinder spielen Metzger,

nur nicht Hein, der spielt das Schwein.

 

 

Allen Kinder hat´s geschmeckt,

außer Jürgen, der muss würgen.

 

Alle Kinder besichtigen Löwen im Zoo,

außer Jutta, die ist das Futter.

 

Alle Kinder rennen aus dem brennenden Haus,

nur nicht Klaus, der schaut raus.

 

Alle Kinder stehen vor einer Wand,

außer Marcel, der war zu schnell.

 

Alle Kinder singen Weihnachtslieder,

außer Marianne, die hängt an der Tanne.

 

Alle Kinder stehen an der Schlucht,

nur nicht Peter, der geht noch ’nen Meter.

 

Alle Kinder spielen zusammen,

bis auf Rainer, den mag keiner.

 

Allen Kindern steht das Wasser bis zum Hals,

nur nicht Heiner, der war kleiner.

 

Alle Kinder laufen weg,

nur nicht Renate, die fängt die Granate.

 

Alle Kinder fahren mit dem Zug,

außer Sabine, die liegt auf der Schiene.

 

 

Alle Kinder schmeißen mit Steinen,

nur nicht Steffen, den wollten sie treffen.

 

 

Alle Kinder spielen auf der Straße,

nur nicht Uli, der sitzt im Gulli.

 

Alle Kinder rennen übers Eis,

nur nicht Vera, die war schwerer.

 

30.11.2023

 

Die Zugvögel sind weg. Die Gedanken ziehen immer weiter und weiter. Lassen sich nieder, verweilen, brechen erneut auf. Glücklich wer auf humusgesättigen Boden eines gesunden Geistes steht, der aufnahmebereit für das Neue bleibt. Der nicht  im Gewohnten und dem Automatismus des Alltags erstarrte.

Geist, der Höhenflüge vollbringen  will

- und diese wie die Luft zum Atmen braucht. Der mit seinen Schwingen stark und mächtig genug ist,  das Zarteste zu berühren, das wir alle besitzen: Die Seele. Jene in keinem Körper eines Menschen ortbare Einheit des Geheimnisvollen, die doch unser gesamtes Leben bestimmt. Tag für Tag. Auch in der Nacht. Auch während wir schlafen.

 

Berühren sich Seele und Geist, so sehe ich das Meer vor mir. Ein Drängendes, das zum Ufer will. Mal sanft, mit leichtem Wellenschlag, mal wild und ungebärdig. Brüllend, tosend, Schleier starker Winde vor sich hertreibens. Scheinbar widesätzlich und dennoch in vollem Einklang mit aller Harmonie.

 

Vereinigung steht an. Wasser küsst Land. Verschmilzt für Momente mit dem weichen Sand und zieht sich wieder zurück. Rollt erneut an, vereinigt sich wieder und wieder und beeinflusst sich gegenseitig auf geheimnisvolle Weise.

 

So ergeht es uns auch mit Seele und Geist. Auch sie haben ihre Zyklen, die sich auf der Bühne unserer individuellen Lebenswelt abspielen. Mal als Drama, mal als unscheinbares Geschehens in einer Welt, die zum Staunen einlädt.

 

Doch das Staunen erstickt allzu oft, wenn es mit dem Entsetzen Hand in Hand die von uns selbst geschaffene Wirklichkeit erblickt, durchschaut, analysiert. Wir versagen...! Aus Bequemlichkeit, aus Gier, aus Verwöhnheit, aus Faulheit, Desinteresse, aus Abgestumpftheit.

 

Dazu waren wir niemals auserkoren. Wir wählten es, weil wir verführbar waren. Dennoch gibt es Grund für Zuversicht. Denn niemals verhält sich Lebendiges statisch. Immer ist ein Wechsel angesagt. Wie in den Gezeiten von Wasser, Land und Mond. So auch mit unseren Seelen, unserem Geist und jenem geheimnisvoll Übergeordneten, das uns irgendwann wieder auf den richtigen Pfad führen wird. So ist es immer. So wird es bleiben. Schade nur, dass es in den Zwischenzuständen allzu viel Leid, Not und Tod für so viele braucht.

29.11.2023

 

Und wir bemerken es noch nicht einmal…

 

Selbstverständlichkeiten: Täglich duschen, manche gleich zweimal. Wasser beim Zähneputzen laufen lassen – na und? Wasserverbrauch ohne Ende,…  um einen Apfel zu waschen, ein Spülbecken zu reinigen oder das Auto. Trinkwasser, versteht sich. Trinkwasser bei den meisten auch ins Klo (sofern keine Zisterne vorhanden ist), Trinkwasser für Industrieanlagen… Eine kurze Aufzählung unserer Selbstverständlichkeiten, über die sich nur wenige Gedanken machen, solange der Hahn noch tropft.

Verschwendungen - einer ziemlich debilen Spezies, die doch bestens um die endliche Ressource weiß. Nützt nichts.

 

Weiter die Sache mit dem Strom, der Heizung und, und, und… Letzteres wird nun über den Preis gedeckelt, weil es offenbar die einzige und letzte Möglichkeit ist, dass die Massen reagieren. Die Minderheit der Reichen muss es nicht. Es ist immer genug Kohle für alles da. Ob sie es dennoch tut oder nicht ist wohl eine Frage des ökologischen Bewusstseins, das bei reich und arm gleichermaßen entwickelt oder unterentwickelt sein kann.

 

Noch schlimmer als das: Die geistige Ressourcenverschwendung!

 

Und dieser Skandal ist noch viel größer, weil weitgreifender ins menschliche System eindringt und es bestimmt. Solange wir "nur" vor dem Kollaps stehen, schaffen wir es in der Masse, jenen bevorstehenden Black out (von was auch immer) noch zu verdrängen. Denn noch ist er ja nicht da. Vielleicht wartet er auch noch ein Weilchen. Bestenfalls bis wir selbst tot sind. Das wäre günstig für den Verstorbenen, weil er dann zu Lebzeiten dieses Ungemach nicht mehr erleben muss.

 

Nun hat aber ein jeder bevorstehende Kollaps die Eigenschaft, eine unberechenbare Dynamik vor seinem Eintreffen zu entwickeln. Gestern war noch alles gut – und am nächsten Tag ist – beispielsweise – das Ahrtal geflutet, zerstört, zermalmt. Elend, Traumatisierung, Tote. Solche Beispiele in allen Ecken der Welt wiederum sind mittlerweile auch wieder eine "Normalität", weil wir sie ständig hören.  Tja, schade, arme Leute, die es dann trifft. Aber zum Glück hat es uns ja nicht getroffen. Ab zur nächsten Meldung am nächsten Tag. Die Nachrichtenindustrie lebt davon.

 

Wo überall wird Geist verschleudert, verhunzt oder verunmöglicht?

 

Die Frage ist falsch: Wo eigentlich nicht? – müsste sie lauten.

 

Es fängt bei den Kleinsten an. Statt ihnen eine optimale gesunde Kindheitsentwicklung zu ermöglichen (was in Einzelfällen auch noch gelingen mag), sieht sich die Masse vieler Eltern in der Zwangsjacke von gleich vielen Zwängen: Beide Elternteile müssen arbeiten, um die Existenz überhaupt noch sichern zu können – unabhängig davon, dass sie es auch gern tun oder wollen. Es ist dennoch für die meisten ein Zwang, weil ein normales Durchschnittseinkommen für eine Familie von 3-5 Personen nicht mehr reicht. Folge: Die Kinder müssen früh in die Kita, die oft geschlossen hat, weil Personal an allen Ecken und Enden fehlt – oder es gibt erst gar keinen Platz.

 

Was das nun mit geistiger Verschwendung zu tun hat? –

Dauerstress für sehr viele junge Eltern, die oft keine (geistigen und sonstigen) Kapazitäten mehr für anderes haben, da sie im  Mahlstrom ständiger Organisation leben müssen, wie Arbeit, Kindererziehung und das ganze Leben noch auf die Reihe zu bekommen ist. 90 Prozent des Hirns (oder mehr) liegen brach.

 

Doch bleiben wir kurz bei den Kindern. Zur Unzeit Digitalisierung in der Kita. Zur Unzeit schon zu viele PC-Stunden von der Grundschule an, ein ständiges Handydilemma, neuartige Überwachungsmethoden, Verbote für kleine Taschenmesser zum Schnitzen von Stöckchen oder Tieren – aber schon in der Grundschule Gewalt- und Pornos auf dem Kinderhandy. Man schaue in die Statistiken der Krankenkassen und erlebe das schiere Entsetzen über all die ver- und massiv gestörten Kinder, die in einer Welt von allzu vielen gestörten Erwachsenen auch kaum eine Chance auf seelische und geistige Gesundheit haben.

 

Dealer, an fast allen Schulhöfen, die früh  ihre Melkkühe ziehen… unwissende Schüler mit noch mehr unnützem Wissen mit der Folge, dass massenhaft Berufsausbildungen, die früher normal waren, heute als überfordernd und nicht zu schaffen abgelehnt werden. So geht es weiter und weiter – bis immer mehr junge Menschen ins Erwachsenenleben starten, mit den falschen Erfahrungen, Erwartungen und ungenutzten Talenten.


Ausnahmen gibt es immer. Aber es geht um die Masse, die Tendenz. Und die ist schon lange mehr als erschreckend!


Die Menschheit verblödet auf eine merkwürdige Weise, die sie einerseits selbst beobachtet und gleichzeitig unfähig ist, dagegen etwas zu unternehmen. Das Kaninchen starrt auf die Schlange. Und die Schlange ist listig und klug.

 

Das Desaster, das bei den Kindern beginnt, setzt sich natürlich fort. Denn wo die Substanz schon nicht stimmt, die Basis ungesund angelegt ist, sollte man anschließend keine Wunder erwarten. Man schaue in die Wirtschaft und die Sorgen um qualifiziertes Personal. Allerorten. Dabei gibt es massenhaft Menschen, die gern arbeiten würden – wenn sie den Anforderungen nur gewachsen wären. Sind sie aber nicht !mehr!.... Die Leistungsfähigkeit in fast allen Gebieten nimmt ab. Sind wir dümmer oder fauler geworden? Oder was stimmt nicht mehr mit uns? - Und das ist keinesfalls nur ein Problem der Migration, deren Schwierigkeiten ja noch ganz andere sind.

 

Auch die Klugen unter uns, sind oft arm dran. Läuft dumm für die Klugen: Die Wissenschaftler. Vertreten sie nicht eine bestimmte Richtung, ist Schluss mit Fortkommen. An Karriere ist erst gar nicht zu denken. Es sind leise, unbemerkte Großskandale, die überall ablaufen – aber oft nicht einmal einen Funken Licht der Öffentlichkeit erhaschen. Totschweigen hilft. Oder verunglimpfen oder kaltstellen, wenn unbequeme Meinungen in der Forschung dem Mainstream zuwider laufen.

 

Doch wer bestimmt diesen Mainstream tatsächlich? – Offiziell müssten es eigentlich ja die Medien sein? Aber wer steckt dahinter? Wer verhindert, dass viele kluge Köpfe nicht mehr das leisten dürfen, was sie könnten? Wer ist es, der die Weichen stellt, dass die Sache mit der geistigen Ressourcenverschwendung auf allen Ebenen nach und nach ins Desaster fühlen. Die  Politik? Und wer wiederum agiert im Hintergrund?

 

Verschwörungstheorien? – Schön wäre es! Dann wären wir schnell mit dem Problem durch.   -   Doch man schaue sich nur detailgenau die Wirklichkeit mit ihren schillernden Facetten des Wahnsinns an. Spätestens dann, dürften Fragen auftauchen. Fragen, auf die ich leider auch keine Antwort habe.

 

Außer Frage steht nur: Wir steuern immer tiefer auf ein Dilemma zu, das wir sehen, von dem wir wissen und es dennoch nicht wahrnehmen (wollen)… denn dann müssten wir umsteuern. Und das  wiederum ist unbequem und sehr anstrengend.

 

27.11.2023

 

Kommunikation und ihre Tücken

oder

Wie einfach es doch ist, sich nicht zu verstehen, wenn man miteinander spricht

Wir alle kennen es: Man spricht miteinander - und vesteht sich unter Umständen nicht. Jede Muttersprache kann zur Fremdsprache unter Muttersprachlern werden. Es reicht, wenn der Geist schläft oder sich in anderen Themengebieten rumlümmelt. Und es gibt noch viele andere Gründe, warum Kommunikation echt schwierig sein kann.


Anlässlich der Frage einer Freundin, die es nicht zu Unrecht als Buch mit Sieben Siegeln bezeichnete, habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, was es verhindert, das Herzen und Hirne zugleich auf Verständigung eingestellt sind. Die Aufzählung ist gewiss noch nicht vollständig, gibt aber einen ersten Blick in die Schwierigkeiten, wenn es nicht klappt.

 

Andererseits klappt es ja irgendwie halbwegs, weil wir unsere Kommunikation nicht so sonderlich ernst nehmen; selbst dann nicht, wenn wir es ernst meinen. Das ist eine Art göttliche Vorsehung seiner Sonderspezies Mensch. Tiere können sich das übrigens nicht leisten. Das wäre tödlich.

 

Hier also meine Gedanken über eventuelle Schwierigkeiten, in kurzen Punkten zusammengefasst: (Ich benutze dabei "man", weil nicht jeder Mensch mit jeder Möglichkeit identisch sein kann):

 

Kardinalfehler (zwischen harmlos bis dramatisch pendelnd)

 

  1. Man geht davon aus, dass das, was einen selbst interessiert, auch den anderen interessieren muss. – oft falsch
  2. Man hofft oder erwartet, dass der andere die gleichen heißen, entsetzten oder tiefen Gefühle teilt oder teilen möchte, die man selbst bei diesem oder jenem Thema aufbringt. – ein häufiger Trugschluss
  3. Man erinnert sich nicht an seine eigenen Wiederholungen – problematisch für Aufmerksame
  4. Man erinnert sehr gut die zu häufigen Wiederholungen des anderen – gähn, seien wir sozial gestimmt
  5. Man hat zu wenig gemeinsame Interessen und kann deshalb nicht auf Augenhöhe über ein gemeinsames Thema sprechen, sondern muss zwangsläufig leider monologisch bleiben – Kann dann problematisch werden, wenn solch ein Thema dem anderen gerade nicht passt
  6. Man hat durchaus gemeinsame Interessen, ist aber so weit inhaltlich  und in der Beurteilungskompetenz voneinander entfernt, als lebe man gerade auf zwei verschiedenen Planeten – schwieriges Zusammenkommen
  7. Man will so gern geistig befruchtet und impulsiert werden, aber es zündet nicht – einfach schade
  8. Man möchte so gern den anderen geistig befruchten oder impulsieren, doch er springt nicht drauf an – ebenfalls schade, aber es war ja ein Versuch wert
  9. Man hat nicht den nötigen Aufmerksamkeitsgrad, um die Feinheit der wesentlichen Aussage herauszukristallisieren und spricht aneinander vorbei – unschuldiger Quatsch kommt raus
  10. Man fühlt sich missverstanden, weil das intuitive Einschwingen leider nicht gelingt – kleiner Frust, meist undramatisch, es sei denn es ging um etwas Bedeutsames für den anderen dabei
  11. Man fühlt etwas anderes, was man sagt, weil die richtigen Worte fehlen – siehe 10 und 8
  12. Man hat Null Anspruch aufs intellektuelle Zusammensein, will eben nur Gemütlichkeit – dann gelingt alles, weil es eh nicht drauf ankommt, ob Herz, Kopf und Mund verbunden sind.  – Da kann man dann nur hoffen, dass es aber genug zum Lachen oder beömmeln gibt, was unter Umständen die Krönung sein kann und das Gespräch nur Alibifunktion hat.
  13. Man hat sein Hörgerät vergessen und muss das Meiste erraten. -  Diese Person sollte man rausschmeißen oder mit Kuchen vollstopfen. Dann stört sie nicht im Raum
  14. Man ist selbst so intensiv übergeschnappt begeistert oder ätzend-mies drauf -  dass eine emotionale Überforderung den anderen in die Flucht treibt (Seele, Gemüt)
  15. Alternativ kann man auch so intensiv in seinen eigenen Behauptungen, Sichtweisen usw. sein, dass der andere kurz vor der Schnappatmung steht, weil es nicht jene Ruhe bekommt, die ein ruhiges Nachdenken und Behandeln aufgrund der inhaltlichen Festlegung keinen Sinn mehr macht – Die Frage der Offenheit ist dann stiefmütterlich, das Thema erstickt (Geist)
  16. Man kann es schaffen, die falschen Fragen zum völlig falschen Zeitpunkt zu stellen, ohne es zu bemerken. – Verkriechen ins Schneckenhaus der Seele beim anderen
  17. Man kann so bei sich selbst sein, dass man völlig vergisst, ganz wichtige Nachfragen zu stellen, die ein Gesprächsthema erst in die richtige Tiefe bringen könnten  - Zeichen von Desinteresse am anderen oder am Thema, oder auch die Botschaft nicht verstanden
  18. Man kann Pflichtbesuche absolvieren – dann sind Seele und Geist meistens noch im eigenen Zuhause geblieben. Lediglich der Körper erscheint, den man irrtümlich für das Ganze hält
  19. Man kann sich irre aufeinander freuen und dann vergessen, auf welch ein Unterfangen man sich tatsächlich einlässt, wenn man zuvor die 18 Punkte nicht wenigstens mal als Möglichkeit vorm Stammhirn vorbeiziehen lässt.
  20. Man kann auch alles übertreiben! wie das hier zum Beispiel, obschon es nicht einmal vollständig ist!

 

 

 

2.6.2023

 

Ein neues Logo! .... Warum denn nur?

 

nun ja, weil ich Lust auf etwas Neues hatte, das zugleich auch meine derzeitigen Gedanken ein wenig repräsentiert. Hierzu ein paar Assoziationen, die mir passend erscheinen:

 

Alles ist Schwingung.

Alles durchdringt sich, trennt sich, bildet Symbiosen oder verschmilzt miteinander.

Es gibt keine geschlossenen Systeme.

Was wir als geschlossen wahrnehmen, ist Trug.

Alles hängt voneinander ab und verändert beständig alles Sein.

Die Zusammenhänge all dieser Vorgänge verstehen wir erst in kleinsten Ansätzen.

 

Teil unseres fatalen Irrtums unserer Wirklichkeitsinterpretation ist zum Beispiel falsche Schlüsse zu ziehen:

  • Beim Realisieren der von uns beobachteten Vorgänge in der Natur
  • Bei der Einschätzung uns noch unzureichend bekannter Phänomene
  • Beim Begreifen physischer, psychischer, mentaler Gesetze und ihre Interpretation mit unserem begrenzten Verstand
  • Bei unserer Vorstellung, wie die Welten beschaffen sind und worauf alles gründet
  • Bei der Grundannahme, dass wir alles allein immer nur aus anthropozentrischem Blickwinkel verstehen (wollen)

 

Alles durchdringt sich und schafft mit jedem Prozess definitiv neue Wirklichkeiten. Auch solche, die noch unseren Sinnen verborgen sein müssen, weil diese auf vieles noch nicht ausgerichtet sind und sein können. Auch hier entwickeln wir uns noch weiter.

 

Und weil sich alles durchdringt, alles voneinander abhängt, beeinflusst und permanent verändert, ist jeder Gedanke, jedes Gefühl, das wir erzeugen, wichtig: Weil es wirkt! Auch dann, wenn wir seine Wirkung nicht direkt erleben.

 

Jede Wirkung, die von uns ausgeht, muss auch verantwortet werden. Denn wir sind ihre Schöpfer.

 

Schwingungen, die wir in Raum und Zeit nur zum Teil und meist auch nur  grob beobachten können, durchdringen mehr Dimensionen, als wir sie als Menschen (derzeit) erfahren können.

 

Jedes Atom schwingt. Jedes Quant in jeder Materie. Nichts ist unnütz, alles hat seinen Sinn, auch wenn wir ihn nicht immer gleich benennen können. Und alles ist werterfüllt! - Ob wir es schon erkennen oder nicht.

 

Die Wirklichkeit ist anders als wir sie in unserem scheinbar geschlossenen System annehmen. Auch sie wird durchdrungen von anderen Wirklichkeiten und durchdringt selbst umgekehrt auch diese.

 

Ein komplizierter Vorgang. Zugleich: Ein natürlicher Vorgang.

Ganz ohne jeden Mystizismus. Was uns noch fehlt, ist erweitertes Wissen, gesprengte Grenzen und feinere Wahrnehmungsorgane.

 

Was die Zusammenhänge, Interaktionen und die daraus entstehenden Folgen angeht, sind wir noch immer in einem embryonalen Wissenszustand - trotz der Fortschritte unserer Technik, die uns Gutes und Gefährliches beschert.

 

Irgendwann werden wir alles Sein besser verstehen.

 

Bis dahin müssen wir weiter Verantwortung übernehmen.

Für jedes Gefühl, jeden Gedanken, jede Tat.

 

Auch für die unterlassene Tat, die vielleicht durch unsere Entscheidung leben wollte.

 

Das alles und so viel mehr schwingt in mir. In meinen Gedanken, Gefühlen, meinem Bemühen ums richtige Tun.

 

Deshalb ein neues Logo, das dies bildlich ein wenig repräsentiert.

 

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