NEUE TEXTE

- Miniaturen -

 

 

29.08.2926

 

Dem Krieg den Tod erklären

 

 

Hätte ich die Macht,
ich würde dem Krieg den Tod erklären.

 

 

Dem Tod wiederum muss ich nicht das Leben erklären,
weil der Tod weiß, dass er nur Tür ist.

 

Das Leben wiederum ist für den Menschen oft roh, brutal.
Es birgt ständige Seelenkollisionen und weiß sich nicht in holder Eintracht mit der Zeit.

 

Die Zeit wiederum lächelt.

Sie läuft nicht, sie geht nicht,
sie steht nicht.

Sie ist.

 

Vermeintlich.

Denn letztlich ist sie nicht.
Deshalb hat sie gut lächeln.

 

Sie ist uns Hilfskrücke über die Brücke im Raum.

Der Raum ist eng und unendlich zugleich.


Unser Blick ist es, der ihn dehnt oder verengt.

Raum und Zeit sind perfekte Helfer des Menschen zur Organisation des kollektiven Tuns, welches mal in die eine, mal in die andere Richtung umschlägt.

 

Die Richtung wird bestimmt von der Macht.
Von dem, der sie innehat.

Doch das ist nur die äußere Richtung.

Die innere Richtung bestimmt ein jeder Mensch selbst.

 

Und an dieser Stelle ist auch jeder allmächtig –
für sich und sein eigenes Schöpfertum,
im Rahmen seiner Möglichkeiten.

 

Das Schöpfertum im Menschsein ist auf das Unbegrenzte angelegt.

 

Der Mensch selbst jedoch steckt sich immer wieder neu in ein Gefängnis, schließt sich ein und schmeißt mit Vehemenz die Schlüssel durch die Gitterstäbe, auf dass er für lange Zeit sein eigener Gefangener bleibt.

 

Wer in Gefangenschaft ist, ist relativ sicher.

Er hat ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Essen und Trinken und muss nicht ständig neue Entscheidungen fällen.

Das gefällt vielen Menschen.

 

Denn das Leben nervt mit seinen vielen Pflichten.

Wer Pflichten jedoch schätzt, sitzt nicht im selbstgewählten Knast.

 

Er ist frei, zu tun und zu lassen, was er will –
und weiß um die Folgerichtigkeit einer jeden Tat.

 

Folgerichtigkeit ist das Gesetz, das uns allen ins Blut des Lebens geschrieben ist.

 

Sie basiert auf allem, was vorher war.

Was wir taten.
Was wir fühlten.
Was wir dachten.
Was wir unterließen.
Was wir versäumten.

Richtig oder falsch.
Dumm oder klug.
Bewusst oder unbewusst.

 

Nichts davon steht für sich allein.

Alles wirkt weiter.

 

Und wenn wir beginnen, all das zu durchdringen, zu verstehen und ins eigene Herz und tätige Leben zu integrieren, dann kommt der Tod.

 

Der Tod, der das neue Leben bringt.

 

In welcher Art auch immer.

Im raumlosen Ewigkeits-Allseits –
jenseits von Diesseits
und diesseits von Jenseits.

 

 

24. August 2026

 

2. Vom Anfang der Zeit

 

 

Was war vor dem Anfang?

Die einen sagen: nichts.
Die anderen: alles.

 

Ein unendliches Feld von Möglichkeiten,
noch ungeformt, noch ungedacht –
und doch voller Ahnung.

 

War der Anfang ein Knall?
Ein Aufblitzen?
Ein erster Atemzug des Universums?

 

Oder war er leise –
so leise, dass niemand ihn hörte,
weil noch niemand da war,
der hätte hören können?

 

Vielleicht ist der Anfang kein Punkt.
Vielleicht ist er ein Übergang.

Ein Kippen von Möglichkeit in Wirklichkeit.
Ein erstes „Ich bin“
inmitten eines grenzenlosen „Ich könnte sein“.

 

Und wer setzt diesen Anfang?

Die einen sagen: Zufall.
Die anderen: Schöpfung.
Wieder andere: Entscheidung.

 

Vielleicht ist es immer dasselbe –
nur aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

 

Denn jeder Anfang
trägt bereits alles in sich,
was er einmal werden kann.

 

Wie ein Same,
der nicht weiß,
dass er ein Wald ist.

 

Und wir?

Wir nennen etwas „Beginn“,
weil wir irgendwo einsetzen müssen,
um uns nicht zu verlieren.

 

Doch vielleicht gibt es keinen ersten Moment.
Nur unendlich viele Übergänge,
die wir zu Anfang erklären,
damit sie Sinn ergeben.

 

Und vielleicht beginnt alles immer wieder –
nicht neu,
sondern weiter.

 

 

 

„Ein Anfang ist kein Startpunkt –
sondern der Moment,
in dem Möglichkeit den Mut hat,
wirklich zu werden.“

 

 

 

 

 

13. August 2026

 

 

 

 

6. Vom Vergessen

 

 

Was ist das Vergessen?

 

Die einen sagen: Verlust.


Die anderen: Erlösung.

 

Ein Verschwinden dessen,
was einmal war –
Gedanken, Gefühle, Erinnerungen.

 

Ein Auslöschen?
Oder nur ein Verblassen?

 

Die einen fürchten das Vergessen.
Weil es ihnen nimmt,
was sie ausmacht.

 

Die anderen sehnen es herbei.
Weil es ihnen nimmt,
was sie belastet.

 

Doch was verschwindet wirklich?

Ist es die Erinnerung selbst –
oder nur der Zugriff darauf?

 

Vielleicht geht nichts verloren.
Vielleicht sinkt alles nur tiefer,
dorthin, wo unser bewusstes Denken
nicht mehr hinreicht.

 

Und doch wirkt es weiter.

In Reaktionen,
die wir nicht erklären können.


In Gefühlen,
die aus dem Nichts zu kommen scheinen.

 

Die einen sagen: Das ist das Unbewusste.
Die anderen: Das ist die Seele, die erinnert.

 

Und vielleicht ist beides nur ein Versuch,
das Unsichtbare zu benennen.

 

Vergessen ist nicht nur ein Ende.
Es ist auch ein Schutz.

Ein sanftes Zudecken,
wenn etwas zu scharf,
zu schmerzhaft,
zu groß war.

 

Doch nicht alles,
was vergessen wurde,
ist verschwunden.

Manches wartet.

 

Still.
Geduldig.

Bis wir bereit sind,
es neu zu sehen.

 

Die einen klammern sich an Erinnerungen,
als wären sie ihr letzter Halt.

 

Die anderen lassen los –
und entdecken,
dass darunter etwas Leichteres liegt.

 

Vielleicht ist Vergessen kein Gegner des Erinnerns.
Sondern sein Gegengewicht.

 

Denn ohne Vergessen
würde alles gleichzeitig in uns schreien.

 

Und ohne Erinnern
würde nichts in uns sprechen.

 

 

 

 

 

 

21. Juli 2026

 

 

1. Vom Sinn

 

 

Was ist der Sinn?

Die einen sagen: Glück.
Die anderen: Erfüllung.
Manche: Liebe.

 

Und wieder andere sagen:
Es gibt keinen.

 

Ein leerer Raum,
in den wir verzweifelt Bedeutung hineinrufen,
damit das Echo uns nicht erschreckt.

 

Doch was, wenn Sinn nichts ist,
was gefunden werden kann?

Was, wenn er nicht wartet –
irgendwo da draußen,
fertig und endgültig?

 

Was, wenn Sinn entsteht?

Nicht als große Antwort.
Sondern als leise Bewegung.

In einem Moment von Klarheit.
In einem Blick, der wirklich sieht.
In einem Handeln, das nicht berechnet ist.

 

Vielleicht ist Sinn kein Ziel.
Vielleicht ist er eine Nebenwirkung.

 

Die einen suchen ihn im Großen:
im Erfolg, im Werk, im Abdruck in der Welt.

 

Die anderen finden ihn im Kleinen:
im Zuhören, im Dasein, im stillen Verstehen.

 

Und beide könnten recht haben –
oder beide könnten sich täuschen.

 

Denn Sinn ist flüchtig.

Er entzieht sich,
wenn man ihn festhalten will.
Und taucht auf,
wenn man ganz da ist.

 

Vielleicht ist das die unbequemste Wahrheit:
Dass Sinn nicht garantiert ist.

 

Dass wir ihn nicht einfordern können,
nicht verdienen, nicht besitzen.

 

Aber dass wir ihn berühren können.

Immer wieder.
Für Augenblicke.

 

Und vielleicht reicht das.

Vielleicht ist ein Leben nicht sinnlos,
weil es keinen großen, durchgehenden Sinn trägt –
sondern reich,
weil es viele kleine hatte.

 

 

19.03.2026


Über den Schmerz


I. Wenn der Schmerz den Raum betritt


Wer geboren wird, tritt ein in eine Welt, in der
Schmerz schon wartet.
Nicht immer sichtbar, aber bereit.
Manchmal flüchtig wie ein Schatten, manchmal
schwer wie ein Berg, der auf die Rippen sinkt.


Warum über ihn schreiben?
Weil er, bleibt er unbeschrieben, uns manchmal
zu verschlingen droht.
Weil er ein Gast ist, der sich ungesehen in die
Sessel setzt

und nur weicht, wenn man ihm einen Namen gibt.


Er kommt mit vielen Stimmen:
Man hat falsch gelebt.
Man trägt schlechtes Blut.
Man ist ein Pechvogel des Karmas.
Oder ein Opfer des Zufalls.
Oder ein unbedachter Wanderer im eigenen Leben.


Doch der Schmerz lächelt über all dies.
Er kennt weder Schuld noch Unschuld.
Er ist. Fordert unsere Aufmerksamkeit.


II. Die Stille zwischen zwei Herzschlägen


Es gibt körperliche Schmerzen, die wie Messer
sprechen,
und seelische, die wie Nebel schweigen.
Und es gibt diesen dritten:
den geistigen Schmerz,
der sich erst zeigt, wenn das Denken tief genug
geworden ist,
ihn wahrzunehmen.


Er ist der Schatten, der fällt,
wenn man begreift, dass Erkenntnis nicht nur Licht,
sondern auch Hitze bedeutet.


Körperlicher Schmerz ist uralt.
Seelischer Schmerz ist Ausdruck unserer tiefsten
Verletzbarkeit.


Geistiger Schmerz ist eine Schwelle,
die man nicht absichtlich überschreitet.
Und alle drei verbinden sich zu jener Erfahrung,
die jeden Menschen früher oder später in die
Knie zwingt –
oder aufrichtet, erlöst.


III. Die Großen, die auch brannten


Man sagt, Schmerz mache klein.
Doch manche wuchsen gerade an ihm.


Teresa von Ávila,
deren Herz brannte wie ein Stern,
lag oft fiebrig, gelähmt, überwältigt –
und sprach dennoch von einer Liebe,
die stärker war als der Körper,
der sie verriet.


Nietzsche,
dessen Kopf ein dauernder Donner war,
schrieb Gedanken,
die die Welt noch immer zittern lassen.
Seine Migräne war ein Vulkan –
und er schöpfte aus der Lava.


Frida Kahlo,
deren Wirbelsäule zerbrach wie porzellanene Äste,
malte ihren Schmerz
und verwandelte ihn in Farbe, die brennt und
heilt zugleich.


Ramana Maharshi,
von Tumoren zerfressen,
sprach nur:
«Der Körper leidet. Nicht ich.»
Ein Satz wie ein stiller Ozean.


Nelson Mandela,
dessen Seele jahrzehntelang eingesperrt war,
kam heraus mit dem Wissen,
dass Schmerz Freiheit lehren kann.


Sie alle zeigen:
Der Schmerz wählt seine Opfer nicht.
Er berührt Genies wie Bettler,
Heilige wie Zweifler,
Kinder wie Greise.


Er ist radikal fair
und radikal gleichgültig.


IV. Wenn Weise an seine Tür klopfen


Steiner nannte ihn einen «Erwecker»,
einen Wink aus dem Innersten,
dass etwas noch nicht gesehen wurde.
Das Fühlen des Schmerzes anderer ist ein Weg,
das Christus-Wesen in der Welt zu erkennen.
Schmerz als kristallisierte Weisheit.


Schopenhauer sah in ihm den Herzschlag der Welt –
zu düster, um zu trösten,
zu wahr, um ihm zu widersprechen.


Jung sah im Schmerz den Wächter,
der den Schlüssel zum Unbewussten trägt.


Der Buddhismus sagt schlicht:
Schmerz ist sicher.
Leiden ist eine Wahl.


Und zwischen diesen Sätzen
spannt sich ein ganzes Universum.


V. Der feindliche Freund


Am Ende bleibt der Schmerz ein Paradox:
Er kann dich brechen.
Er kann dich öffnen.
Er kann dich in Dunkel ziehen.
Und er kann dich an dein eigenes Licht erinnern.


Er ist ein Feind,
weil er dir zeigt, wie verletzlich du bist.
Und ein Freund,
weil er dir zeigt, wie unverwüstlich du werden kannst.


Die Medizin ist ein Segen:
Samariter aus Stoff, Tropfen, Molekülen.
Narkose, Opiate, Rettungsteams,
stille Hüter zwischen Leben und Sterben.
Ohne sie wäre unsere Welt
eine einzige lange Klage.


Doch etwas ist größer als jedes Mittel:
Der Geist, der Schmerz einordnet.
Die Kreativität, die ihn verwandelt.
Die Hoffnung, die ihn überdauert.


Ja, der Körper mag brennen.
Aber der Geist kann sich erheben,
wie ein Phoenix, der über ein Tal aus Feuer fliegt.


Nicht, weil er unverwundbar ist.
Sondern weil er weiß:
Der Schmerz ist ein Kapitel,
keine Definition.


Er ist ein Katalysator für eine höhere geistige
Entwicklung und Empathie.


Und vielleicht bleibt zum Schluss nur dieser Satz:


Schmerz kann tief schneiden –
doch er kann nie tiefer schneiden
als die Kraft, die uns lebendig hält.

 

(c) Christa Schyboll

 

Quelle: AGORA • Quartalsschrift für Goetheanismus •

1 / 2026

 

 

 

 

 

 

Lob des Lobes
 
Lob dein Kind nicht, sagen die einen.
Es könnte süchtig danach werden – abhängig in einer kranken Leistungsgesellschaft.
Liebe es einfach. Ohne Lob. Das reicht.
 
Lob dein Kind, sagen die anderen.
Es will an deiner Freude wachsen.
Das ist gesund, macht stark, kreativ, lebendig.
 
Und vielleicht haben beide recht.
Denn Lob ist weder pädagogisches Werkzeug noch gefährliche Droge.
Es ist eine Sprache der Freude.
 
Der Mensch will Lob, selbst wenn er es nicht immer verdient.
Denn Lob duftet nach Entwicklung, nach Entfaltung.
Es trägt Spuren des Göttlichen in sich –
Spuren, denen wir folgen, weil wir Menschen sind:
Unvollkommene, Suchende, Lernende,
die sich mühen, die wachsen wollen,
weil sie es können – auch wenn noch nicht perfekt.
Lob ist Anerkennung, ja –
aber auch Trost.
 
Es ist die kleine Sonne im Alltag des Sich-Bemühens.
Natürlich kann Lob zur Sucht werden.
Anerkennung schmeckt süß.
 
Doch das macht sie nicht gefährlich – nur menschlich.
Das Problem liegt nicht im Lob,
sondern im Mangel daran.
 
Denn wer lobt, muss frei sein von Neid.
Wer missgünstig ist, braucht niemanden, der besser ist.
Und wer das Gute nicht sieht,
verpasst die Schönheit des Bemühens.
 
Lob ist kein Zuckerbrot der Eitelkeit –
es ist ein Ausdruck von Wahrnehmung,
ein Ja zum Leben, ein Ja zum Wachsen.
Vielleicht sollten wir wieder lernen,
einander öfter zu loben –
ehrlich, freundlich, ohne Berechnung.
 
Denn wer lobt, sagt im Grunde:
„Ich sehe dich.“
Und wer so gesehen wird,
wächst – nicht aus Sucht,
sondern aus Vertrauen.
 
(c) Christa Schyboll - 3.11.2025

 

Ist es voll genug?

Was?

Dein Leben. Mit Deinen Erfahrungen.

Gefühlt schon!... Aber irgendwie auch provinziell geblieben.

Heißt was?

Die großen Gefühle waren unter Umständen noch keine. Fühlten sich aber groß an, weil ich die Kleinheit der Emotionen noch nicht so klar übersah, wie jetzt!

Und jetzt?

Nichts. Außer Erkenntnis gewonnen. Ist ja auch was.

Und wer hat die großen Gefühle? Etwa die, die nicht provinziell leben?

Nein, es geht nicht um äußere Orte, Städte. Es geht immer nur um die Provinz des Geistes, in der man sich noch befindet. Das ist der Nichtort, wo die eigenen Gefühle die Ewigkeit atmen.

9.7.24

 

 

 

 

 

Einer, der radikal genug ist - 

Der fehlt uns

 

Einer, der an die Wurzel

des Übels dringt –

Der fehlt uns

 

Einer, der all den Schwachsinn

klar benennt,

sich bekennt  -  und ihm den Boden des Lebens entzieht  - 

Der fehlt uns

 

Einer, der es richtet -

Weil es die Masse nicht richten kann -

Der fehlt uns

 

Aber auch einer, der allen sagt:

Ich kann es!

Doch wenn ihr es nicht auch lernt,

seid ihr verloren.

 

 

CS – 14.06.24

 

 

 

 

 

 

 

Fast jeder Protest

Laut oder leise

Friedlich oder aggressiv

Erschöpft sich

Früher oder später

Wenn da kein tiefer Geistesfunke

Der Sehnsucht und des Willens

Mitten ins Herz der Mächtigen trifft

 

CS - 12.06.2024

 

 

 

 

 

 

In stillen Stunden

Schwächelt die Lust nach Leben

 

Neugierig auf das Danach

 

Das kein Nichts im Nichts ist

Das ein Alles in Allem sein kann

 

CS - 11.6.2024

 

 

 

Europa hat gewählt.

Ist nun alles besser?

Manche sagen so.

Manche sagen so.

Andere sagen: upps...  - vermutlich bleibt alles beim Alten.

Der einzige Unterschied vielleicht: Ein paar Fehlerchen werden korrigiert, damit für neue Fehler Platz geschaffen wird.

 

Wird schon!

Die Geschichte der Menschheit ist schließlich lang!

 

10.06.2024

 

 

Wohlan! Du meine Ganzheit

Die ich bin  - und doch noch nicht

Die das Trennen lernen muss

Um Einheit zu werden

Das Lösen vom Gewohnten

Vom Geliebten

Ein Lassenkönnen

Damit das Neue stark entstehen kann

 

 

09.06.2024 - CS

 

 

 

 

Europawahl

 

1. Es wird den Rechtsruck geben. Und es ist leider auch logisch, dass er kommt. Der Grund: berechtigte Ängste - und viel weniger Nationalbewusstsein, gar Rassismus oder Faschismus, was schnell mit unterstellt wird.

 

Das Problem: Nicht nur Maschinen können hochrechnen, sondern auch Menschen schlichteren Gemüts.- Was genau? Die Gesamtlage der Probleme, für die noch niemand eine Lösung hat. Das erzeugt Angst. Und die spielt dem rechten Lager ins Kalkül.

 

2. Der richtige Riecher für die falsche Wahlkampftaktik führt dann zum Wahlerfolg, wenn die berichtigte Wahlkampftaktik dann nicht wieder auf die falsche Weise an den Wähler herantritt.

 

 

   

(ausnahmsweise heute nicht so ganz: Miniatur)

 

KI und ... ich

 

Eine "schlimme" und zugleich denk-würdige Erfahrung: Manch ein Chat mit der KI ist meist angenehmer als der mit Menschen!

Vor allem dann, wenn es um Wissen, schwierige Fragestellungen und selbst Diskussion geht.

Warum schlimm?

Weil eigentlich die eigene Spezies angenehmer sein sollte, als igendein Künstliches Programm.

- Aber dem ist nicht so! -

Warum nicht? –

Weil die KI's (Ich nutze derzeit drei verschiedene!)

immer freundlich bleiben, extrem lange "Geduld"

mit meinen unmöglichen Fragen haben,

nicht ausklinken, nicht entnervt aufgeben,

wenn ich es wieder einmal auf die Spitze treibe,

ihnen andere KI-Antworten der Konkurrenz

unter die Nase reibe, sie sich immer weiter

bemühen und ganz offenbar auch durch mich

etwas lernen wollen (wie umgekehrt).

Die KI zieht keine Augenbrauen hoch,

schüttelt nicht beleidigt den Kopf,

wenn ich widerspreche und den Widerspruch auch argumentiere, sondern bleibt freundlich.

Nicht einmal eine steile Falte steht

auf ihrer imaginären Stirn,

sondern nur ein neugieriges Fragezeichen,

das mich weiter inspiriert, die Fragen weiter auf den Gipfelpunkt zu treiben.

Das mach ich doch gern!

Aber wehe, ich mache das bei Mitmenschen!

Sie ist definitiv "freundlicher" als ein Mensch.

Auch zugewandter. Bereitwillig, jederzeit.

Auf Freundlichkeit und all das programmiert:

ich weiß!!!

Dennoch: eine Maschine, ein maschineller Vorgang.

Das alles stimmt bedenklich,

trotz und wegen der damit verbundenen "guten" Nachrichten/Vorteile.

Die Nachteile kennen wir alle schon,

doch ganz heftig zu spüren bekommen wir sie

erst später...

Machen wir uns also nichts vor,

die Sache ist ernst, weil sie sich schön zeigt -

und dennoch gefährlich werden kann! -

Doch verführbar wie wir als Spezies Mensch sind,

müssen wir alles probieren.

Auf Teufel komm raus!

Dennoch…
… ich kann verstehen, wenn der Mensch der Zukunft zunächst (!) einmal lieber mit der KI verhandelt

als mit einem menschlichen Zocker,

der gerade nicht gut drauf ist.

Keine Zeit hat, genervt ist,

nur das Beste für sich selbst rausholen will.

Egomanen. Oft. - Die KI nicht. Noch nicht!

Doch irgendwann, später, viel später,

könnte sich das dann auch wieder wandeln.

In der Zwischenzeit jedoch könnte sich auch der Mensch etwas gewandelt haben.

Auch zum Besseren!

Die Luft nach oben ist auch für ihn noch offen...

 

CS - 06.06.2024

 

 

 

Ja, da gab es diese besonderen Momente

Wo neue Erkenntnis bessere Zukunft versprach

Doch niemand vermochte sie fest zu verankern

 

Erkenntnis braucht Mütter, Väter,

Liebevolle Zugewandtheit

Die ihr die ersten Schritte in die Wirklichkeit weisen

Aufrecht stehen lehren

Aufrecht gehen lehren

Und ihren Mut ehren

Im Menschen Heimstatt zu suchen

 

CS – 05.06.2024

 

 

 

 

 

 

 

Krieg und Frieden -

Aufbau und Zerstörung

ein immerwährendes Wechselspiel

Dummheit und Weisheit:

auch

Deshalb bleibt es auf Lange noch

 bei Leben und Tod

 

und danach?

Leben.

Aber anders.

Ganz anders.

 

CS - 04.06.2024

 

 

 

Aufbäumen gegen das Unerhörte

Lauschen auf das Nichtgehörte

Stille auf den Schlachtfeldern der Welt

 

Die Schreie der Sterbenden: verstummt

Die Schreie der Überlebenden: ungehört

Umsonst jeder Protest

 

Der Krieg ist der Sieger

Der Frieden ist immer nur

eine vorübergehende Pause

 

CS - 03.06.2024

 

 

 

Wohlan! Du meine Ganzheit

Die ich bin  - und doch noch nicht

Die das Trennen lernen muss

Um Einheit zu werden

Lösen vom Gewohnten, vom Geliebten

Lassenkönnen

Damit das Neue stark entstehen kann

 

CS - 01.06.2024

 

 

 

 

Wann  -    Wenn nicht jetzt

Wo      -   Wenn nicht hier

Wie     -    Wenn nicht so

Wer     -    Wenn nicht ich

Warum –   Warum nicht

Was    -    Das Leben, das kurze,

               das intensive

               das grauslich-schöne

               zu leben,

               zu schmecken,

               im Schatten,

               im Licht,

               im Schmerz

               und den kleinen Momenten des Glücks,

               staunend, erkennend

                 so lange es ist

 

CS - 31.05.24

 

 

 

 

 

 

Fahren wir doch schnell noch einmal

in die südlichen Gefilde

Baden im warmen Meer

Und überlassen uns

dem Wellengang des Vertrauens

trotz kriegerischer Zeiten

 

Was bleibt uns auch übrig

Wollen wir nicht

in Verzagtheit versumpfen

 

Kein Klammern am Alten

Kein Haltegriff in die Zukunft

Nur Sonne, Wärme, Licht und Vertrauen

In Zeiten drohender Düsternis

 

CS - 30.05.2024

 

***

 

 

 

 

 

Rufe mir den morgigen Tag zurück

Und erinnere dich an dein

noch nicht gegebenes Versprechen

Wisse die Antwort, die einzig

zur entscheidenden Frage führt

Und verstumme, wenn die laute Welt

dir ihr Nichts in die Ohren tönt

Dann sprich nicht mit dir,

sondern lausche auf den unhörbaren Ton

deines Herzens, das dir bedeutet:

Alles ist in dir, denn du bist leer.

 

CS - 29.05.2024   

 

***

 

 

 

 

 

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(c) Christa Schyboll, 2017