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AUSZÜGE

 aus diversen aphoristischen Werken von Christa Schyboll:

Nachdenkliches und Humor, Spitzfindiges und Hintergründiges,

Überdenkenswertes und Provokantes, Banales, Fatales und Paradoxes,

Besserwisserisches und Dahingeworfenes, Ermutigendes, Großherziges und Infames, Verruchtes und Zerdachtes, Naseweises und Politisches, Unglaubliches und Spontanes Gutgemeintes und Kleinliches, Lapidares und Respektvolle... und natürlich so einiges Zum-hinter-die-Ohren-Schreibendes, das Sie hoffentlich hin und wieder  

nachdenklich schmunzeln lässt.

 

Ich wünsche viel Vergnügen...

 

Alle Sprüche (c) sind meinen bereits veröffentlichten oder in Arbeit befindlichen Büchern entnommen!

Vor Verwendung meiner Zitate für kommerzielle Zwecke ist wegen (c) des Urheberrechts eine schriftliche Genehmigung der Autorin einzuholen.

 

 

 

 

Auch Menschen außerhalb aller Gefängnisse leben einzig nur: lebenslänglich!

 

 

Auf ein emotionales Problem rein rational zu antworten, ist nur dann auch erfolgversprechend, wenn die Ratio die realistische Handlungsfähigkeit emotional vorher selbst begriffen hat.

 

Aus der Lebenslethargie nach der Schulzeit zu erwachen, bedeutet, den Raum für irreale Träume zu verlassen.

 

Beiläufig ausgesprochene Gemeinheiten unter jungen Menschen besitzen oft den Charme von Stacheldraht zwischen den Zähnen, wo doch eigentlich eine brave Zahnspange sitzen sollte.

 

Bekämen alle Menschen das, was sie wollten, wäre die Welt angesichts plötzlicher Wunschlosigkeit heillos überfordert.

 

Belauschen sich Feinde häufiger im rechten Moment, wird ihrer Feindschaft vermutlich jede Substanz entzogen.

 

Bevor ich bin, bin ich ein Gedanke meines Schöpfers, der mich willentlich aus Liebeskraft erschafft.

 

Brach liegender Geist nützt der Menschheit nichts, sondern die Talente sind es, die uns gemeinsam vorwärts bringen.

 

Da Disharmonie jeden Ort dieser Erde erreicht, sollte man seinen eigenen Schutzraum mit harmonischen Gedanken und Gefühlen bewehren.

 

Da Leute im Allgemeinen eh nicht richtig zuhören und es meist auch gar nicht so genau wissen wollen, ist das anschließende Streuen von Gerüchten quasi unvermeidlich.

 

Da wo ich meinem Feind stark, offen und fair entgegentrete, kann er mich nicht mehr wirklich hassen.

 

Dankbarkeit ist eine unökonomische Tugend, wenn der Nehmende von Natur aus geizig ist.

 

Das Abartige ist die Light-Version des Unmenschlichen.

 

Das äußere Auge des Menschen erfreut sich an der Schönheit der Details, die uns die Dinge spiegeln. Das innere Auge jedoch erfreut sich an der Ganzheit, die hinter den Dingen liegt und den Sinn des Seins zu offenbaren vermag.

 

Das Echo unseres eigenen Gewissens pfeift uns deshalb oft so stürmisch um die Ohren, weil der Gedankensturm im Kopf so oft die Richtung wechselt.

 

Das Endziel zwischenmenschlicher Kommunikation wird sein, keine Nachricht mehr zu versenden, sondern selbst die Nachricht zu sein, ohne sich dafür noch in irgendeiner Weise auf den Weg machen zu müssen.

 

Das Gefährliche an vielen Familienverbänden ist ihre psychische Unberechenbarkeit im Hinblick auf ihre charakterliche Vielfalt.

 

Das Kunststück, physisch auf der Erde zentriert zu sein, sich mental aber zugleich in parallelen Universen zu befinden, was keine Einigung über Banalitäten zulässt, ist für die Spezies Mensch eine Selbstverständlichkeit.  

 

Das Perfekte entsteht vor allem dort, wo der Mensch zunächst den Mut fürs Nicht-Perfekte aufbringt und zu diesem Zwischenergebnis auch authentisch steht.

 

Das Schweigen nach heftigem Streit, ist wie Seelenurlaub nach kurzfristigem Leid.

Das Unterbewusstsein ist der stumme Türsteher zum Unbewussten, während sich das Gewissen als lauter Quälgeist des Bewusstseins entpuppt.

 

Das Wissen um den eigenen Mangel an Charakterstärke ist für den Träger eines dummen Gehirns erträglicher als das Bewusstsein der Alternative, für die ihm aber das Talent fehlt.

 

Das, woran man sich nicht gerne erinnert, ist oft durch ein schlechtes Gewissen blockiert, das sich auf den Weg ins Unterbewusste geschlichen hat.

 

Deine Gefühle wandern durch die Labyrinthe deines Selbst und berauschen sich dort an ihrer Einzigartigkeit, die sich zu keiner Zeit wiederholt.

 

Den Eltern entwachsen zu sein bedeutet noch lange nicht, selbst auch schon erwachsen zu sein.

 

Den Fragen der Lehrer sollte man als Schüler mit kritischer Distanz begegnen, in dem man sich notfalls auf die Ursprünge der griechischen Demokratie beruft oder sokratisch zurückfragt, ohne zu antworten.

 

Den menschlichen Körper einzukerkern, mag ja angehen; aber wie bringt man diese Vergitterung ins Hirn?

 

Der Bauch ist nicht der Sitz des wahren Gefühls, sondern nur der Sitz der persönlichen Emotion.

 

Der blitzschnelle Rollenwechsel vom stotternden zum lügenden Schüler ist eine Kunstform, die uns zeigt, zu welch grandiosen Leistungen auch das Charakterlose in uns fähig ist.

 

Der Einzelne verhält sich zur Masse wie die Bombe zum Detonationsergebnis.

 

Der erste Schritt zu sich selbst ist deshalb der längste und weiteste von allen, weil man sich in Bezug auf die eigene Authentizität auf die Länge der Wegstrecke zumeist fatal irrt.

 

Der fromme Entschluss, mit dem Partner endlich Tacheles zu reden, stärkt enorm, wenn man vorher mit sich selbst Tacheles geredet hat.

 

Der Geduldige weiß am besten, wie ungeduldig man werden kann beim Bemühen um Erlangung von Geduld.

 

Der Gewinn an Erkenntnis über Menschen wird häufig teuer bezahlt mit dem Verlust an Vertrauen zu Menschen.

 

Der göttliche Anteil im Menschen ist seine Schöpferkraft, die die göttliche Schöpferkraft durch die Erfahrung des Menschseins befeuert.

 

Der häufige Gebrauch fanatischer Wortmalereien deutet nicht unbedingt auf einen Revolutionär hin, sondern oftmals auf einen unbehandelten Psychopathen.

 

Der Mensch hält auch deshalb Riesen für sehr groß, weil er um die Wirklichkeit von Zwergen weiß.

 

Der Mensch muss sich entscheiden: Wachstum in die Höhe oder die Breite im Raum - oder doch besser Wachstum in die Tiefe des Seins.

 

Der rosarote Blick Verliebter verblasst schnell in ein milchiges Grau, wenn das Tageslicht des Alltags die Eigenschaften des Partners genauer beleuchtet.

 

Der schlechte Mensch ist erst dann richtig gut im Schlechtsein, wenn er keine halben Sachen mit seinen krummen Dingern macht.

 

Der strengen und unerbittlichen Sturheit eines kleinen Trotzkopfes sind viele Erwachsene vor allem deshalb nicht gewachsen, weil sie fataler Weise an Vernunft, Mitgefühl oder Gerechtigkeit appellieren.

 

Der tiefste Ort, an dem der Mensch ankommen kann, ist der Ort der Ohnmacht.

 

Der Wahrheit über sich selbst sollte man sich sicherheitshalber mit einem Schutzanzug nähern.

 

Der Weg der Gradlinigkeit ist ein dünnes Seil auf dem breiten Weg alternativer Möglichkeiten, die sich nicht ständig von moralischen Bedenken blockieren lassen.

 

Der Wunsch zu Wünschen kann in manchen Menschen so lange von sich selber träumen, bis er sich in Wunschlosigkeit erschöpft.

 

Die Angst sucht sich ihre Wohnstatt in jenen Menschen, die ihr eine Kammer in ihrer Seele einräumen.

 

Die Anzahl der Menschen, die wir als Idioten empfinden, wächst sowohl mit dem Grad der eigenen Dummheit wie aber auch mit dem Fortschreiten der Intelligenz – jedoch in verschiedene Richtungen und unter entgegengesetzten Kriterien.

 

Die Anziehung der klugen Frau bedingt den klugen Mann, der diese Klugheit zu schätzen und zu genießen weiß.

 

Die Begeisterung für einen Menschen dämpft sich automatisch Richtung Permafrost, wenn man ihn erst einmal genauer kennen lernt.

 

Die Bilder, die sich die meisten Menschen von unserer umfassenden Wirklichkeit machen, haben oft das Niveau eines Comic-Heftchens.

 

Die Dummheit rächt sich an der Menschheit, weil die Menschheit die Dummheit einfach nicht ernst genug nimmt.

 

Die Fähigkeit zum Tarnen, Tricksen und Verstellen, ohne dabei von Gewissensbissen gequält zu werden, hat sich der Mensch vom Tier abgeschaut.

 

Die Gefangenschaft der Kindheit heißt: Erziehung zur Etikette.

 

Die Gnadenlosigkeit, die dir auf Schritt und Tritt begegnet, schießt aus dem Hinterhalt der Egozentrik.

 

Die größte Beleidigung gegen sich selbst begeht die Menschheit durch den Nichtgebrauch der Vernunft.

 

Die Intelligenz eines guten Humoristen kommt zumeist deshalb schneller bei Frauen als bei Männern an, weil die Frauen nicht den Umweg über das Denken nehmen.

 

 

Die Kombination nutzloser Hände, unausgegorener Gedanken und chaotischer Gefühle in einem einzigen Menschen vereint, zeigt uns auf, wie überaus menschlich sich Gott seiner göttlichen Schöpfung bediente.

 

Die Krisis der Menschheit läuft mit riesigen Schritten dem Chaos unsichtbar voran. Doch unsere Augen sehen nur das Chaos und nicht den Urgrund der Krisis. So flicken wir immer weiter nur am Vermeintlichen des wahren Problems.

 

Die Krone der Schöpfung verlor ihre Krone bei der verzweifelten Suche nach ihrer eigenen Würde.

 

Die lokale Bösartigkeit im einzelnen Menschen hat die innewohnende Tendenz, zur globalen Feindseligkeit auszuufern.

 

Die Nutzung des eigenen Schädels ist jedem Menschen auf vielseitige Weise möglich. Ihn jedoch lediglich immerzu nur an eine Wand zu rammen, beleidigt seine reichen Möglichkeiten.

 

Die philosophische Annahme, dass der Mensch ein »Ding an sich« nicht erkennen kann, hält ihn zum Glück aber keinesfalls davon ab, viele dieser unerkannten Dinge trotzdem zu genießen.

 

Die Qualität der Stille zwischen zwei Menschen unterscheidet sich darin, ob man sich nichts mehr zu sagen hat oder ob man sich schon wortlos versteht.

 

Die Sehnsucht nach Freiheit braucht zur Verwirklichung den Ungehorsam, den Zweifel und die Risikobereitschaft des Menschen.

 

Die Stärke des Feindes beruht letztlich immer nur auf der eigenen Schwäche.

 

Die Theorie des Humanismus ist der Praxis des menschlichen Handelns in diesen Fragen seit Jahrtausenden voraus.

 

Die Tragik einer jeden wahren Lichtgestalt ist es, dass sie sich nicht im Schatten verbergen kann.

 

Die unkonkrete Angst vor der Angst an sich, ersetzt vielen Menschen die konkrete Angst vor was auch immer.

 

Die Waffen eines klugen Menschen sind Poesie, Musik und Weisheit. Ihre Zerstörungskraft richtet sich machtvoll gegen Dummheit, Grobheit und Disharmonie.

 

Die Welt ist vor allen Dingen aus solchen Dingen gemacht, die dazu geeignet sind, dass sich Menschen früher oder später dafür gegenseitig die Schädel einschlagen.

 

Die Welt steht Kopf, wenn der Mensch erst einmal sicher mit seinen mentalen Füßen auf dem Boden der Weisheit landet.

 

Die Zuverlässigkeit meiner Vergesslichkeit ist so sicher, wie meine Erinnerungen unsicher sind.

 

Dreijährige, die nicht mindestens dreimal am Tag an allen möglichen Stellen ziemlich klebrig sind, stehen in Gefahr, eine wesentliche Entwicklungsperiode zu verpassen.

 

Ein Bewusstsein, das sich über seinen eigenen Charakter noch keine kritischen Gedanken macht, ist vergleichbar mit dem eines unschuldigen Kindes, das noch nichts vom Erwachsensein ahnt.

 

Ein emotionaler Sonnenuntergang muss keinesfalls den Beginn einer persönlichen Eiszeit bedeuten.

 

Ein grundehrlicher Mensch mit einer zugleich exzellent kriminellen Begabung ist gerade so, als hätte die Schöpfung Perlen vor die Säue geworfen.

 

Ein gutes Gewissen kann bei vielen Menschen durchaus auch bei bösen Taten hervorragend funktionieren.

 

Ein Team, das aus vielen Ich-en besteht statt aus einem satten WIR wird früher oder später in die Phase vielfältiger Individualisierungskrisen geraten.

 

Eine Begegnungsqualität hängt nicht allein vom anderen Gesprächspartner ab.

 

Eine Bitte ist dann gut vorgetragen, wenn der andere versäumt, aus lauter Schock nach dem »Warum?« zu fragen und sie stattdessen schnell und widerspruchslos erfüllt.

 

Einsamkeit ist exakt immer so tief, wie der Gipfelpunkt ihres Empfindens hoch ist.

 

Einschulungsfeiern sind immer wieder neu gegebene Versprechungen, aus kleinen Faulpelzen große Faulpelze heranzuzüchten, die es später ein wenig raffinierter und dezenter handhaben als die dummen Faulpelze vor ihnen.

 

Eltern, die starke und liebenswerte Autoritäten sind, statt familiäre Diktatoren oder Autokraten, werden mit leichter Hand ihre Kinder ins Leben leiten.

 

Emotionale Krisen sind unvermeidlich, wenn wir unsere wahren Gefühle durch den Mixer von Meinungen, Gedanken und Außenimpulsen zwingen.

 

 

Emotionale Verkrüppelung versucht die Spezies Mensch durch unsinnige technische Errungenschaften zu kompensieren.

 

Engherzige Menschen haben zwangsläufig auch keinen Raum für innere Größe.

 

Entschuldigen sich Menschen für Dinge, an denen sie selbst unschuldig sind, ist altes Karma im Spiel, das sich an der Auflösung alter Rechnungen probiert.

 

Erfolgreich angestachelte Gier, macht den Menschen zum gierigen Tier.

 

Erwischen wir wieder einmal den Schöpfer bei seinen Fehlern und Reinfällen im Kuriosen-Kabinett des Lebendigen, bekommt er sogleich fast schon wieder ein menschliches Gesicht!

 

Es gibt keine Dummheit, die nicht von einem Menschen bedient wird.

 

Faulheit ist die gesunde Gedächtnisabwesenheit aus einem maroden Schüler-Dasein.

 

Feinde sind Herausforderungen an die eigene Hinterfragung, wieso es zur Feindschaft überhaupt kommen konnte.

 

Feindschaft birgt die Chance an sich selbst, das Zerwürfnis notfalls einseitig zu beenden und damit als souveräner Sieger das alte Kampffeld zu verlassen.

 

Folterwerkzeuge gehören zu den effektivsten Erfindungen der Menschheit insofern, als man sie meist nicht einmal benutzen, sondern nur anschauen lassen muss, um bereits die gewünschte Wirkung zu erzielen.

 

Fragmente nächtlicher Albträume sollte man nicht schon zum Frühstück als Waffe gegen den Partner einsetzen.

 

Frauen, die sich zwischen dem Gelüst auf Kalorien oder einer Idealfigur entscheiden müssen, befinden sich in einem ähnlichen Dilemma wie ein Halbmond, der unschlüssig ist, ob er nun besser ab- oder zunehmen soll.

 

Frei durchatmen kann man nur, wenn das Gewissen nicht die Kapillaren erdrückt und die Lungenflügel flattern dürfen.

 

Freudigen Erwartungen stehen unvermeidliche Ent-Täuschungen nur dann gegenüber, wenn man sich in sehr überzeugender Weise in der eigenen Erwartung täuschte.

 

Führt heftiges Flirten zu magischen Kurzschlüssen, sollte man wissen, wo die Stromverbindung zum Verstand wieder zu finden ist.

 

Für die übersättigten Gourmets der reichen Welt könnte das Knabbern an einem antiken Keks unter Umständen der letzte Kick für die verwöhnten Geschmacksknospen sein.

 

Gefühle, die wie im Zackenmuster eines geöffneten Reißverschlusses durch das eigene Wesen verlaufen, zeichnen sich vor allem durch Ambivalenz und Disharmonie aus.

 

Genies und Idioten sind vermutlich die beiden einzigen Menschengruppen, bei denen man zuverlässig darauf vertrauen kann, dass sie beide ihre Ressourcen voll nutzen.

 

Genies unterscheiden sich von Begabten durch den Grad und die Art ihrer Exzentrik.

 

Gespräche zwischen Frauen, die sich selbstverständlich nicht ausreden lassen, können niemals bedeutungslos sein, weil sie viel zu komplex ablaufen, um von Männern beurteilt werden zu können.

 

Gott hat den Menschen nur deshalb mit so vielen Fehlern erschaffen, damit er an seinem Lieblingskunstwerk selbst auch weiterhin eine spannende Aufgabe hat.

 

Großeltern sehen in pubertierenden Enkeln oft nur eine haarige Rückentwicklung ihrer eigenen Gene, weil ihr Erinnerungsvermögen an die eigene Pubertät der Gnade des Vergessens anheimfiel.

 

Hass hat oft deshalb keine allzu lange Haltbarkeit, weil das Schüren des emotionalen Feuers eine anstrengende Angelegenheit ist.

 

Hass zerbröselt mit der Zeit an der Anstrengung, die man dafür aufwenden muss, um ihn lebendig zu halten.

 

Hat der Grad der Verschmelzung zwischen zwei Menschen die Ränder zum eigenen Sein zerfranst, liebt man nicht nur seinen Partner, sondern bereits auch sich selbst in ihm.

 

Hat jemand gewisse Ansichten und tut diese mit Absicht nicht kund, verstärkt damit die Aussicht auf eine ziemliche Unübersichtlichkeit seiner Persönlichkeit.

 

Hilfsbedürfte alte Menschen und kleine Kinder sind ständige Herausforderungen an die betreuenden Erwachsenen in der Gegenwart, die die Probleme von Zukunft und Vergangenheit gleichzeitig täglich neu im Schlepptau haben.

 

Hirn, Herz und Bauch kämpfen oftmals zugleich um die Vorherrschaft im Menschen.

 

Ich teile mit Milliarden von Menschen die Erde, aber mit niemandem meine Einzigartigkeit.

 

In jenem Augenblick, in dem ich mich selbst in meinem Feind erkenne, bekämpfe ich einen Teil meines eigenen Wesens.

 

Individuen leiden unter ihren eigenen kleinen Irrtümern heftiger als ganze Nationen unter den kollektiven großen.

 

Ist man dem Krampf des Kampfes zwischen Sympathie und der Antipathie enthoben, hat sich Transzendenz breitgemacht.

 

Kinder sind der brummende Motor für die Entwicklung ihrer Eltern; das Benzin dafür ist der kindliche Trotz, vor dem der elterliche Wille oft die Waffen streckt.

 

Kinder sind werdende Götter, sofern die verhinderten Götter, die nun erwachsen sind, sie jemals ernsthaft göttlich werden lassen.

 

Kinderlose Paare verpassen ständig neue Sternstunden des Erstaunens am eigenen Unvermögen, wenn es um die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Autorität geht.

 

Klassenarbeiten dienen zu Schwitzkuren für graue Restzellen, die bis bisher nur jungfräulich im Hirn herumlungerten.

 

 

Klassenlehrer können durchaus auch Vorbilder und zuverlässige Zukunftsweiser für problematische Persönlichkeitsreifung sein.

 

Klassenzimmer sind Vormittagsgefängnisse mit kurzem Freigang.

 

Klingt bei der Überprüfung des eigenen Gewissens das Echo der Zustimmung recht hohl, dann sollte man seine Entscheidung zum Ja oder Nein besser noch ein wenig vertagen.

 

Kommt sich der Mensch selbst sehr nahe, wird er oft von schierem Entsetzen über den bisherigen Irrtum seiner eigenen Person gepackt.

 

Körperliche Nähe und gleichzeitig mentale Entfremdung, schließen sich weder ein noch aus, sondern sind früher oder später eine Selbstverständlichkeit in vielen Paarbeziehungen; umgekehrt geht’s auch ganz gut.

 

Kunstlehrer, die Kunst nur allein auf dem Trockendock der Theorie lehren, ohne sie auch selbst zu handwerklich zu beherrschen, sind wie Neutronen mit viel Masse und keiner Ladung.

 

Langfristige Partnerschaften bieten größere Chancen zur Verfeinerung von Lebensinstinkten aufgrund der ständig neuen Herausforderungen durch den alten Partner als kurzfristige.

 

Langjährige Ehepaare, die alle Tiefen der Paarpsychosen überlebt haben, werden im Alter mit Gelassenheit und Lebenshumor belohnt.

 

Lass dich anstecken von der Menschlichkeit und infiziere gründlich deine Umgebung, auf dass der Virus der Nächstenliebe die Welt erobert, bevor es ein anderer Virus schafft.

 

Lassen wir uns schnell stark beeindrucken, so liegt das nicht unbedingt an der Größe des Eindrucks, sondern oft an der Kleinheit unserer bisherigen Sichtweise.

 

Lautes Schweigen deutet nicht zwangsläufig allein auf den Kenner hin, sondern manchmal auch auf den uninformierten Tölpel.

 

Leichtfertigkeit verträgt sich nicht mit der Leichte eines ernsten Spiels.

 

Lodert beim Blickduell zwischen zwei Augen der Argwohn auf, wird der Klügere seinen Blick in Richtung Herz senken.

 

Löst man seine Angst aus der Verstrickung seiner Blockaden, schafft man neue Freiräume für vertiefte Sensibilität.

 

Macht der Charakter Urlaub, balancieren Lüge und Verrat artistisch auf der Stange der Möglichkeiten.

 

Man gebe Feinden oft nur genauere Informationen über ihre Gegner und schon kann es passieren, dass der alten Feindschaft jedes Motiv entzogen wird.

 

Man kann etwas wollen, was man nicht kann. Man kann auch etwas nicht wollen, weil man es nicht kann. Der Unterschied liegt dabei zumeist nicht im Wollen, sondern im Können und dem Alibi vor sich selbst, es mangels Können auch nicht zu wollen.

 

Manche Heiratswillige sind Menschen, die in unverbrüchlicher Naivität daran glauben, dass Mann und Frau irgendwie zusammenpassen.

 

Manche Kinder brauchen weniger die Disziplin eines Klassenzimmers, als die einer nachahmungswerten Autorität.

 

Manche Männer starren Frauen ähnlich fasziniert an, wie den Zünder eines Blindgängers vor seiner Entschärfung.

 

Manche Menschen sträuben sich vor den verborgenen Schlupfwinkeln und Untiefen der eigenen Persönlichkeit. Das hängt auch damit zusammen, dass es für den suchenden Geist noch keinen sicheren Kompass für die innere weiße Landkarte gibt.

 

Manche Menschen suchen sich selbst, ohne zu wissen, wen sie denn da wo suchen sollen.

 

Manche Mütter sind Menschen, deren Kinder im Zoo eine vermutlich natürlichere Erziehung bekämen als unter der Fuchtel der Gesellschaftsnorm.

 

Manche Partnerschaften sind deshalb besonders gefestigt, weil sie vom goldenen Band gemeinsamer Neurosen umschlungen sind.

 

Manchmal muss man gehen, um sich nicht zu entfernen.

 

Menschen degradieren sich selbst zu Maschinen, indem sie Maschinen zu menschlichem Verhalten zu programmieren versuchen.

 

Menschen erfinden deshalb so gerne neue Gesetze, weil der kreative Vorgang des Brechens derselben das schöpferische Potenzial so erfrischend beflügelt.

 

Menschen mit Denkblockaden sollten sich dringend vor dem Versuch komplizierter Lösungen hüten.

 

Menschen sind sterblich; Talente nicht.

 

Menschen sind untereinander wie Kettenglieder, die ihre Sollbruchstelle im Augenblick der gemeinsamen Belastung offenbaren.

 

Menschen verkümmern zu Kretins, wenn man sie am schöpferischen Tätig-Sein hindert; hindert man sie aber nicht, erfinden sie Dinge wie Chemiewaffen und Atombomben.

 

 

Menschen, die Dinge absichtlich falsch verstehen, bereichern die Welt der Irrtümer um neue Varianten und tragen gleichzeitig zum mentalen Training für neue Erklärungsversuche bei.

 

Menschenkenner zu sein heißt nicht zwangsläufig auch, sich selbst gut zu kennen!

 

Minderwertigkeitskomplexe verschwinden weder durch falsche noch durch ernstgemeinte Komplimente.

 

Moral verhält sich zu Moralin wie die Liebe zur Verliebtheit.

 

Moralische Festigkeit gehört zu den Stiefkindern im Repertoire der bisherigen menschlichen Entwicklung.

 

Mütter und Töchter sind oft symbiotische Feindinnen, die sich als Freundinnen bezeichnen, um ihre heimliche Rivalität nicht öffentlich zu machen.

 

Nicht die Atomwaffen der Mächtigen bedrohen unser Leben, sondern ihre nicht gelebte Freude. Nicht die Chemiewaffen der Nationen gefährden unser Sein, sondern ihre nicht gelebte Sanftheit. Nicht Viren und Bakterien der Diktatoren werden töten, sondern tödlich ist die nicht gelebte Liebe.

 

Nicht nur der Mut ist eine Seelenkraft, sondern auch die Angst, die zum Motor für mutiges Verhalten werden kann.

 

Nur der eigene Charakter entscheidet darüber, ob man bei bösen Taten ein gutes, ein schlechtes oder gar kein Gewissen hat.

 

Nur jene Menschen suchen den Abgrund, die keine Vision vom Gipfel in sich entwickeln können.

 

Nur wer effizient genug in seiner Charakterlosigkeit ist, hat sich auch redlich eine ganze Schar von Feinden verdient.

 

Ob ein sauber geputzter Spiegel eher die Eitelkeit fördert oder doch mehr das Gute im Menschen reflektiert, hängt auch ein wenig davon ab, wie lüstern man in ihn hereinschaut.

 

Ohne die zuverlässige Routinearbeit aller Organe im Körper ist das Hirn des Menschen auch nur ein subalterner Zulieferer fürs Dasein.

 

Ohne Kompass für die weißen Flecken auf der inneren Landkarte wird ein tieferes Vorwagen in die verborgenen Schlupfwinkel der eigenen Persönlichkeit ein unkalkulierbares Unterfangen.

 

Optimisten sind Menschen, die den ärgsten Pessimisten fröhlich ignorieren können.

 

Paare, die der nackten Ohnmacht im Leben noch nicht begegnet sind: sind kinderlos!

 

Paare, die es nach langen Jahren noch immer miteinander können, verfügen offenbar über ein Geheimnis, das den gescheiterten Paaren vorenthalten bleibt.

 

Permanentes Lächeln kann manische Züge tragen, wenn man es zu traurigen Anlässen benutzt.

 

Qualitäten und Quantitäten streiten sich um die Vorherrschaft bei jenen Menschen, die noch abwägen, ob sie sich für das Gute oder das Viele entscheiden wollen.

 

Rechter Trost ist ein Meisterstück der Mitmenschlichkeit.

 

Reichtum, Erfolg und Macht machen nur dann richtig Spaß, wenn man auch genügend Menschen findet, die einen darum beneiden und sich tief davon beeindruckt zeigen.

 

Rücksichtslose Menschen schlagen sich weder mit Vorsicht noch mit Nachsicht herum, womit sie mangelnde Weitsicht zeigen, was wiederum kurzsichtig ist.

 

Säe die Antwort, ernte die Frage. Säe die Mutkraft, ernte das Risiko. Säe das Sehen, ernte das Hören. Säe die Denkkraft, ernte das reine Gefühl. Säe den Tod, ernte die Ewigkeit.

 

Schaut man sich die globale Wirklichkeit an, ist nur festzustellen, dass die Menschheit ihre eigenen Psychosen geradezu leidenschaftlich liebt!

 

Scheidungen sind keineswegs immer ein Scheitern, sondern manchmal ein Siegen über wen oder was auch immer auf einer anderen Ebene.

 

Scheidungen, die noch schmerzen, sollte man wohlwollend aus der eigenen Zukunft betrachten und stolz darauf sein, welchen seelischen Gipfelpunkt man da wieder einmal im Leben bezwungen hat.

 

 

Schlägt einem der häufige Partnerwechsel aufs Gemüt, ist alternativ ein Wechsel in der eigenen Gemütshaltung zu erwägen.

 

Schlechte Lehrer sind manchmal echte Intelligenzbestien, deren sozialer EQ auf der Messskala der letzten Eiszeit steht.

 

Schulen sind Erinnerungsstätten des Menschen im Alter, in denen Milde und Güte zu jeder Verzerrung bereit sind.

 

Schüler mit dem Nachweis eines absolvierten De-Eskalierungskurses befinden sich ganz oben auf der Liste potentieller Mobbing-Opfer.

 

Seitdem der Mensch den aufrechten Gang gelernt hat, haben seine Rückenprobleme massiv zugenommen.

 

Sind die eigenen Kinder unwägbar geraten, sollte man beim Verfassen des Testamentes Tinte mit einem begrenzten Haltbarkeitsdatum verwenden.

 

Sportlehrer gehören zu den Helden des Alltags, wenn sie es schaffen, auch die Zahl der Übergewichtigen ohne Notfalleinsatz über die Sportstunde zu retten.

 

Ständiger Beziehungskrach und Kampf bis aufs Messer: Vater Staat und Mutter Erde.

 

Starke Charaktere zeichnen sich durchaus nicht allein durch Intelligenz aus, sondern bauen auch auf untrüglichen Instinkt.. 

 

Stille ist der lautlose Herzschlag des Universums in deiner Seele.

 

Stumpfsinn macht deshalb so vielen Menschen auch viel mehr Vergnügen als Scharfsinn, weil Scharfsinn oft so entsetzlich anstrengend ist.

 

Teile unseres Denkvermögens verstecken sich auch deshalb so gern in der Nische mancher Hirnwindung, weil es sich mit suspekten  Gedanken vor dem Gewissen verstecken will.

 

Unsere Erinnerungen wirken manchmal wie ausgefranste Fragmente aus einem ehemals schön gestanzten Erlebnisblock.

 

Verdiente Kollegen mit lebenslanger Berufserfahrung sollten nicht als geistiger Sanierungsfall im Altbau ihres alternden Ichs betrachtet werden, sondern eher als zu hebenden Tempelschatz und alternative Erweiterung zur Frische unerfahrener Neulinge.

 

Verliebtheit ist das Sprungbrett; der gemeinsame schnöde Alltag die Vorbereitung; aber die Bedingungslosigkeit erst ist später einmal die Kür für die reife Form der Liebe.

 

Verstehen wir erst einmal, wie der eigene Partner tickt, warum er überhaupt tickt, und nehmen wir dann noch sein Ticken als authentischen lebendigen Anteil wahr, haben wir beste Chancen auf Minimierung unnötig lästiger Missverständnisse.

 

Viele Menschen sind allein unter anderen Menschen einsamer als mit sich selbst.

 

Vielen Menschen reichen allein schon solche Sprüche aus, die nur klug klingen, auch wenn sie letztlich nichts aussagen.

 

Vielleicht verließen die ersten Menschen auch deshalb gern das Paradies, weil es dort einfach nichts mehr zu tun gab.

 

Warum unterwirfst du dich nicht endlich der Bescheidenheit der Frage, statt unbescheiden nur auf Antworten zu hoffen, die mangels Fragen nicht einmal schwanger werden konnten.

 

Was Menschen am meisten von einander innerhalb ihrer Spezies unterscheidet, ist das individuelle Maß an Mitmenschlichkeit.

 

Was moralisch, unmoralisch, amoralisch oder moralinsauer ist, entscheidet allein das ausgeprägte Feingefühl eines zur Differenzierung befähigten Individuums.

 

Was vermögen Freunde? Die eigene Einsamkeit zu steigern! Was vermag der Allerliebste? Die Einsamkeit auf ihren letzten Höhepunkt zu treiben!

 

Weil die älteste Vereinigung aller Menschen die Familie ist, verfügt sie aufgrund ihrer endlosen Erfahrungen im Zwischenmenschlichen auch über die subtilsten Foltermethoden.

 

Weil die Menschheit so schrecklich zerstreut und vergesslich ist, erfindet sie viele Dinge doppelt und dreifach zur gleichen Zeit.

 

Weil die Stille für viele Menschen schwerer zu ertragen ist als Lärm, erschrecken sich die Menschen vor leisen Geräuschen auch stärker als vor lautem Krawall.

 

Weil nur das Gemeinte das Entscheidende in einer guten Kommunikation ist und keineswegs etwa das Gesagte, sprudeln die Missverständnisse unter den Menschen fröhlich weiter wie unversiegbare Quellen.

 

Weil sich das Gute erst durch das Böse definiert und zeigt, tun Menschen so oft das Böse, um damit dem Guten eine Chance zu Wachstum und Reife zu geben.

 

Weil sich Dicke unter noch Dickeren dünn fühlen, tun sie gut daran, die Dünnen zu meiden, wenn sie sich ihren Status der relativen Vollschlankheit bewahren wollen.

 

Weil sich die Lüge meist angenehmer an den Menschen heranzuschleichen beliebt als die oft unangenehme Wahrheit, wird die Lüge auch häufiger benutzt.

 

Weil wir für Großkatastrophen nicht genügend belastbare Gefühle freisetzen können, regen wir uns über die Kleinigkeiten im Alltag gern besonders heftig auf.

 

Wenn arme Nachbarn sich neben reichen Nachbarn viel ärmer vorkommen als neben anderen armen Nachbarn, zeigt dies doch klar, dass es sich bei »reich« und »arm« nicht nur um Fakten oder Zahlen handelt.

 

Wenn das eigene Gewissen eine plötzliche Attacke verspürt, von dort zum Hirn wandert und auf aufmerksame Gedanken trifft, ist Handlung im Verzug.

 

Wenn das Wort schärfer ist als ein Schwert, ist ein Satz dann potenter als ein Heer? Und sind Seiten weiser Sätze dann gefahrvoller als entfesseltes Atom? Wenn das Wort aber nur ein Schatten ist vom wahren Gefühl, ist das wahre Gefühl, dann nur ein Schatten einer ersten Idee? Fühlte sich die Idee ins Sein oder dachte sich das Sein ins Gefühl und schuf dabei das Wort, das schärfer ist als ein Schwert?

 

Wenn die Ehe lange hält, ist es zweifach um gute Nerven bestellt.

 

Wenn die familiäre Atmosphäre so dicht geworden ist, dass Eisen darin schwimmen kann, ist es an der Zeit, die emotionalen Zimmer zu lüften.

 

Wenn die Krankheit »Hass« Folge eines bösen Verletzungsschmerzes ist, kann die Therapiedosis nur aus Vertrauen, Erkenntnis und Liebe gemixt sein.

 

Wenn du mit deinem Partner haderst, dann schau in den Spiegel und sieh durch seine Augen einmal neu dein eigenes Sein.

 

Wenn du unzufrieden mit dir selber bist, schau in die Augen derer, die sich selbst nicht lieben können. Und schon siehst du dich im neuen Lichte.

 

Wenn Feinde zu Freunden werden, haben beide einen langen Weg von Schmerz, Hindernissen und Missverständnissen überwunden.

 

Wenn jeder all das verwenden würde, was an Gutem und Klugen unbenutzt im eigenen Kopf noch herumliegt, wäre die Welt um sehr viele Dummheiten ärmer.

 

Wenn Menschen das Richtige nicht nur meinen, sondern auch sagen, können andere Menschen dem oft deshalb nicht folgen, weil sie diese Korrektheit nicht gewohnt sind.

 

Wenn unüblich üble Ereignisse nichtüblen Menschen zustoßen, müssen nichtübliche Ereignisse deshalb nicht zwangsläufig den Übelsten passieren.

 

Wenn Worte versagen, müssen die inneren Sinne des Menschen in die Bresche springen.

 

Wer als Erwachsener weiter Richtung Weisheit reifen will, soll sich nur ausreichend lange Zeit mit kleinen Trotzköpfen oder pubertierenden Jugendlichen umgeben.

 

Wer das böse Tier in sich unterdrückt, mästet es nur noch mehr in seiner Boshaftigkeit.

 

Wer das Falsche richtig macht, ist wenigstens gründlich in seinen Fehlern!

 

Wer die Chancen nicht nutzt, ist es nicht wert, dass das Risiko ihm eine Einladung schickt.

 

Wer die Erfahrung des Sturzes noch braucht, sollte tüchtig an seinem Ast sägen, auf dem er sitzt.

 

Wer die Menschen mit all ihren Schwächen liebt, ist zumeist sehr unerfahren im konkreten Erleben dieser Tatsache.

 

Wer einen einzigen Feind hat, braucht mindestens zehn Freunde zum Ausgleich für die Seele.

 

Wer geliebt werden will, muss zunächst selbst mit dem Lieben beginnen.

 

Wer glaubt, dass durch den Trauschein die Ehe so unzerstörbar ist wie eine Wasserstoffbrückenbindung, der kennt noch nicht die Halbwertzeit von Liebesatomen.

 

Wer häufig seine Sätze mit »Ich« beginnt, zeigt allen, dass er das »Du« noch nicht ausreichend im Repertoire seiner Mitmenschlichkeit trägt.

 

Wer Menschen auspeitscht, schlägt damit Täter in die Zukunft.

 

Wer nachahmenswert ist, braucht keinen Kraftaufwand für Erziehung.

 

Wer nicht emotional verhungern will, sollte intellektuell einmal ein wenig Diät einhalten!

 

Wer sich im Lärm der Klasse einen Hort der beständigen Stille zu verschaffen mag, hat Lebenskunst bereits während seiner Schulzeit zum Blütezustand getrieben.

 

Widersprüche lösen sich dort auf, wo sich verklemmte Gedanken mittels klarer Gefühle entwirren.

 

Wie krank einen die Wahrheit machen kann, wissen alle Menschen, deren Partner das Damoklesschwert mit den Worten schwingt: Wir müssen reden!

 

Wie unkompliziert der Mensch mit sich selbst umgehen kann, zeigt sich daran, wie schnell er bei Peinlichkeiten auf den Humormodus umzuschalten weiß.

 

Wird jemand tief gehasst, so muss er auch dafür eine entsprechende Leistung erbracht haben; denn Hass wird nicht einfach so zum Nulltarif verschenkt.

 

Wirken die Eigenschaften der alten Götter vielleicht deshalb so menschlich auf uns, weil wir uns insgeheim göttlich fühlen?

 

Wo ein Kindskopf auf einen ebenso sturen Erwachsenen trifft, hält die Welt für Augenblicke den Atem an, bis sich einer von ihnen aus der Trotzphase herauslöst.

 

Zersplittert das Ich in seine kleinen Selbstsphären, lässt es in der Kommunikation mit dem Du oft eine gewisse Irritation zurück.

 

Zeugnisnoten sind die völlige Unmöglichkeit, eine großartige Schüler-Innen-Persönlichkeit hinter sehr kleinen Zahlen zu verstecken.

 

Zeugnisse sind Testate über das Vermögen der Lehrer, die nachweisen, was sie welchem Schüler alles nicht beizubringen vermochten.

 

Zu viel Zurückhaltung und Demut sich selbst gegenüber schädigt die egoistischen Eigeninteressen.

 

Zwanghafte Menschen stehen oft unter dem Zwang, jenen Zwang auf keinen Fall verlieren zu dürfen, damit sie sich nicht zwanghaft einen neuen Zwang aufzwingen müssen, zu dem sie zwar keiner zwingt, aber mit dem sie zwanghaft verbunden sind..

 

Auch schwere Zeiten haben die Verpflichtung, ihre Minuten im Sechzigsekundentakt ordentlich einzuhalten.. 

 

 

Bäume, die es miteinander treiben, treiben später einzeln aus.

 

Beschleunigte Gesetzgebungsverfahren haben oft kräftig zahlende Lobbyisten im Zeitgepäck.

 

Da Zeitlosigkeit unsere ursprüngliche Heimat ist, können wir mit dem Faktor Zeit großzügig umgehen.

 

Das Pendel der Uhr warnt die Zeit jede Sekunde vor der Ewigkeit, die sie zu schlucken droht.

 

Das, was wir Zeit nennen, darf seinen eigenen zarten Hauch in die Ewigkeit atmen.

 

Der Herbst ist jene Zeit, wo es die Natur nicht nur manchmal einfach zu bunt treibt, sondern auch noch ihr eigenes Werk heftig zerzaust.

 

Der Moment einer plötzlichen Skepsis sich selbst gegenüber sollte genutzt werden, um sich auch selbst einmal besser kennen lernen zu wollen.

 

Der Raum diktiert die Zeit.
Die Zeit diktiert das Verstehen.
Das Verstehen diktiert den Fortschritt.
Der Fortschritt diktiert den Konsum.
Der Konsum diktiert die Abhängigkeit.
Die Abhängigkeit diktiert die Schwächung.
Die Schwächung diktiert den Niedergang.
Der Niedergang diktiert den Zerfall.
Der Zerfall diktiert den Tod.
Der Tod diktiert das Leben.
Das Leben diktiert den Raum.
Der Raum diktiert die Zeit.

 

Der richtige Zeitpunkt für eine Sache sollte nach dem ersten Gefühl auch die Kontrolle eines zweiten Gedankens passieren.

 

Der Un-Sinn einer Uhr ist es unter anderem, den Blick der Menschen aufs wichtigtuerische Ziffernblatt zu bannen, statt auf die innere Achtsamkeit im einzigartigen Gegenwartsmoment..

 

Die Blaupausen der Zukunft irritieren nur dann den Blick in der Gegenwart, wenn dieser nicht das Erleben des Vergangenen im Erinnerungsgepäck trägt.

 

Die Ewigkeit ist das Sammelbecken zaudernder Zeit, die einfach nicht enden will.

 

Die Fiktion ist immer eine alternative Wirklichkeit, die wir zeitlich und räumlich nur noch nicht genau orten können.

 

Die Gegensätze in mir selbst zu vereinen, bedeutet, dem Absurden in mir einen neuen Raum zu gewähren.

 

Die Geschichte der Menschheit ist vor allem die Geschichte einer kuriosen Unzulänglichkeit, die sich in berechenbarer Unberechenbarkeit äußert und uns in den Genuss des immer wieder neuen Staunens über uns selbst bringt.

 

Die Kriege der Gegenwart zeugen von der Pathologie unserer globalen geistigen Verkümmerung, die sich längst auf den Weg zur Selbstauslöschung aufgemacht hat.

 

Die Luft in allen aufgeblähten Zeitgenossen ist ein Gasgemisch an bedenklicher Konzentration von Angeberei.

 

Die Menschen streuen Metastasen der Unvernunft in ihre eigene Biosphäre und wundern sich zugleich über den Anstieg der weltweiten Krebsrate.

 

Die Nichtwiederholbarkeit eines jeden Augenblicks lässt die Verlustangst im Menschen oftmals einen doppelten Salto rückwärts schlagen.

 

Die Tatsache, dass das Jetzt ewig lange dauert, sollte uns nicht ungeduldig werden lassen.

 

Die wahre Bedeutung einer Zeitepoche zeigt sich auch daran, wie viele ihrer Genies man nicht rufmordete oder wegschloss, sondern ihnen Handlungsfreiheit und Unterstützung für ihre Talente zubilligte.

 

Die Zeiger einer Uhr interessieren uns vor allem dann, wenn Unheil droht.

 

Die Zeit, die man damit vertrödelt, über das eigene Unglück nachzudenken, fehlt am Ende für das Erleben des Glücks.

 

Die Zeitspanne zwischen einer Sekunde und der nächsten ist völlig unerheblich in ihrer Dauer, wenn sie allein von der Gefühlsqualität dominiert wird – wie z. B. von Liebe oder Angst.

 

Die Zukunft denkt im Traum nicht daran, sich nach dem gewohnten Ablauf der Gegenwart zu richten, wenn wir mit unserem Blick ständig nur in die Vergangenheit schielen.

 

Die Zukunft rast ungebremst in die Vergangenheit, wenn man in der Gegenwart lediglich an Erinnerungen festklebt.

 

Diesseits und Jenseits sind die untergeordneten Örtlichkeiten des Allseits aus dem Blickwinkel des Menschen.

 

Drängelt die Zukunft allzu schnell in die Gegenwart hinein, sollte diese weit ihre Pforten öffnen, damit die Zukunft schnell zur Vergangenheit wird.

 

Ein Universum ist erst dann ausreichend perfekt organisiert, wenn auch Brillen und Schlüssel endlich kapieren, wo sie zu liegen haben, wenn man sie wieder einmal Hände ringend sucht.

 

Eine der sonderbarsten menschlichen Schöpfungen ist die Erfindung der Langeweile, die die hoffnungsvolle, wenn meist auch unbewusste Weisheit in sich trägt, dass Zeit endlos durch die Ewigkeit zur Verfügung steht.

 

Entspricht das Expandieren des Raumes am Ende einer zusammen gepressten Zeit, dann kann darf die Ewigkeit gern ein wenig länger dauern.

 

Erst auf dem Höhepunkt der Einsamkeit befindet sich der Raum, an dem man sich selbst in reinster Form begegnen kann.

 

Fragezeichen, die unschlüssig und irritiert im Raum herumstehen, kann man mit Spekulationen zumindest vorübergehend beruhigen.

 

Für die Ewigkeit ist der Umstand der Zeit eine ständig erneuerbare Ressource.

 

Gelegentliche Gedankenlücken sollte man dazu nutzen, um auch einmal dem Staunen Raum zu geben.

 

Hat die Zeit es nicht mehr sonderlich eilig, ist dies ein erstes Indiz dafür, dass sich im Raum die Trägheit ausbreitet.

 

Im Gewordenen liegen die Erfahrungen deiner Vergangenheit. - Im Werden liegen die Chancen deiner Zukunft. -  Im Sein liegt deine Ewigkeit.

 

In den Stunden des nackten Entsetzens tropfen die Sekunden wie langsam fließender Honig in die Gegenwart.

 

In der höchsten Blütezeit einer jeden geschichtlichen Epoche sitzt im Blütenkelch die Dekadenz und läutet den Untergang ein.

 

In Momenten verdichteter Verwirrung sollte man von wichtigen Analysen Abstand nehmen.

 

In überlebten Konzepten hängen oft die Irrtümer der Jahrtausende fest, die sich nur deshalb so zäh am Leben erhielten, weil das menschliche Hirn sie aus guter Gewohnheit gern weiter glauben wollte.

 

In Zeiten der Totalüberwachung dürften sich die Fragen nach einem Alibi erledigen.

 

Jugend und Alter sind keineswegs allein nur durch den Faktor Zeit getrennt, sondern auch durch die Faktoren: Intelligenz, Dummheit, Erfahrung oder Neugierde – wobei sich all dies nach beiden Seiten hin heftig verschieben kann.

 

Krisen kommen zwar immer zum falschen Zeitpunkt, allerdings räumen wir ihnen freiwillig ja auch keinen Platz in unserem Terminkalender ein.

 

Liegen Steine hundert Tausende von Jahren ohne zu murren am gleichen Fleck, müsste es doch möglich sein, fünf Minuten Verspätung ohne Gejammer zu ertragen.

 

Manch eine Persönlichkeit ist mental so stark präsent, dass man geneigt ist, ihr gleich zwei Stühle im Raum zu reservieren.

 

Meine dunkle Vergangenheit wird licht, wenn das Licht aus dem Dunkel der Zukunft in die Gegenwart bricht.

 

Menschen, die in der Gegenwart keine Zeit für ihre eigene Zukunft investieren möchten, sollten sich nicht wundern, wenn die erwünschte Zukunftsversion sich verweigert, weil sie ja keine Chance auf Gegenwart bekam.

 

Mit den Floskeln der Alltäglichkeit baggerst du Worte in deine Zeit hinein die den reichen satten Mutterboden deiner Seelensprache ins Schuttloch der Beliebigkeit entsorgen.

 

Mit stürmischem Elan werden die letzten Tabus gebrochen. Die Erde zittert dabei in ihren Festen und gibt dabei zum Besten, wie sie zurückschlägt und lässt dabei Stürme toben, Eisberge schmelzen und Vulkane kochen.

 

Nachdenken ist dann schlecht, wenn es im entscheidenden Augenblick ums Vorausdenken geht.

 

Neue Zeiten dämmern in neuem Verstehen heran, neues Verstehen ersehnt neue Formen der Liebe. Neue Liebe erkennt die Formel, die altes Sein in Leid gewandete. Das neue Gewand ist die Weisheit, mit der sich die Zukunft kleiden will.

 

Öffnet die Zeit ihren schwarzen Rachen, tut man gut daran, im Raum der eigenen Gedanken schon einmal das Licht anzudrehen.

 

Plötzliche Stille ist manchmal ein Hinweis darauf, dass die Zeit für weitere Überlegungen längst abgelaufen ist und die Sache verpatzt wurde.

 

Reife Früchte, die man nicht erntet, verfaulen nicht nur an Bäumen, sondern oft auch in Hirnkammern.

 

Scheinheilig blickende Augen bergen manchmal schwarze Sonnen, die für den Augenblick betören können.

 

Sieht ein Hellseher schwarz für die Zukunft, legt sich ein verdunkelnder Dämmerschein bereits über die Gegenwart.

 

Sind besondere »Momente« jene Augenblicke, die Kürze suggerieren und Ewigkeiten meinen?

 

So manches, was der Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen dient, ist deshalb nicht vermarktbar, weil es zu perfekt war für seine Zeit.

 

Sobald man einen Moment als perfekt erlebt, kann der nächste Moment nur ein Rückschritt sein.

 

Sonnen, die nachts scheinen, hängen zumindest während dieser Zeit nicht tatenlos in unserem Planetensystem herum.

 

Starke Winde sind die Hüte-Hunde der Wolken, die sie auf die Himmelswiese treiben.

 

Über »Zeit« sollten wir ernsthaft nachdenken, wenn es uns als möglich erscheint, dass die Unendlichkeit nur im Plural zu fassen ist.

 

Unsere Gegenwart riecht nach Untergang und sehnt sich nach dem Wohlaroma einer duftenden Zukunft, die die Natur mit dem Menschen versöhnt.

 

Viele Menschen sind unentwegt damit beschäftigt, die Bilder der Vergangenheit den Perspektiven der Gegenwart anzupassen, statt mit den inneren Bildern schon einmal die Zukunft im Jetzt zu verändern.

 

Volksdummheiten aus der Vergangenheit, die niemand je korrigierte, nennt man im Laufe der Zeit: Tradition.

 

Während wir oft in Sekundenschnelle mental von einer Rolle in die andere hüpfen, ist unser träger Körper gezwungen, bei diesem schnellen Spiel der Veränderung optisch außen vor zu bleiben.

 

Walnussernte im März und Krokusblüte im November? - Könnte es sein, dass auf der Erde etwas schiefgelaufen ist?

 

Warum das Messen der Zeit, wenn nicht einmal zwei Menschen auf die gleiche Weise ticken?

 

Was in der Gegenwart wächst, wurzelt in der Vergangenheit und lässt in der Zukunft die Früchte gedeihen, sofern die Akausalität nicht die gewohnte Zeitabfolge ablöst.

 

Was pervers oder obszön ist, bestimmen die Meinungsmoden verschiedener Epochen höchst unterschiedlich.

 

Was soll das Denken in die Zukunft hinein, wenn das Hirn nicht einmal mit der Gegenwart klarkommt.

 

Weil mein Fernweh der Gegenwart gehört, konnte mir die Zukunft schon in der Vergangenheit gestohlen bleiben, weshalb ich meine einzige Reise ins immerwährende Jetzt fortsetze.

 

Weil sich die eigene Angst in den Sekunden der Not nicht einfach ertränken lässt, sollte man frühzeitig mutig das Schwimmen in den hohen Wellenbergen von Problemen und Gefahren trainieren.

 

Weil wir das Vergangene nicht durchschauen, gestalten wir unsere Zukunft weiter so gefährlich dilettantisch in der Gegenwart.

 

Weil zwischen Idee und Tat der Faktor Zeit geschaltet ist, bleibt so manche Idee tatenlos und manche Tat ideenfrei.

 

Wenn das Jetzt altert verjüngt sich das Später um seine Zukunft und bleibt niemals im Vergangenen stehen.

 

Wenn die Uhren so schnell zu laufen scheinen, dass die Konturen der Zeiger verschwimmen, ist es an der Zeit, zu entstressen.

 

Wenn sich die Brennpunkte der Zeiten überkreuzen und dabei ein neues Auge bilden baden wir im Pool zeitloser Raumenergie.

 

Wer die Perlen seiner Gegenwart auf Schnüre ziehen will, erhält als Lohn nicht Ketten der Vergangenheit, sondern ein Lichtgeschmeide der Erinnerung, das auch vom Anblick aus der Zukunft her sich immer ändern lässt.

 

Wer eigentlich hat unsere gute alte Erde wie einen fetten Braten nur mit so viel Absurdität gespickt?

 

Wer in den Vordergrund seiner Gegenwart treten will, sollte nie vergessen, dass der Hintergrund seiner Vergangenheit in seinem Schatten gespeichert bleibt.

 

Wer nicht mit seiner Zeit Schritt halten kann, sollte einen Anschlag auf die Unruh der Uhr erwägen.

 

 Wer sich nicht mehr um die lächerlich kurzen Zeitspannen einer tickenden Uhr schert, kann innerhalb einer Stunde viel Raum für anderes gewinnen.

 

Wir verschleudern die Zeit, als stünde dieses Sonderangebot des Lebens uns zeitlos zur Verfügung.

 

Wir wären unser komplettes demographisches Zukunftsproblem auf einen Schlag los, wenn wir nicht wie paralysiert auf Blutfettwerte und Übergewicht starren, sondern endlich einmal unsere eigene Dummheit absenken würden.

 

Zeit muss nicht erst beerdigt werden, bevor die Ewigkeit aufersteht.

 

 

Zukunft kann nur dann geschehen, wenn die Gegenwart höflich zur Seite tritt, ihr Platz macht und sich selbst in die Vergangenheit verabschiedet.

 

Zyklen im Zeitenlauf haben eine tröstliche Komponente für Menschen, weil das Alte und Bekannte nach einer gewissen Zeit wieder an seinen ursprünglichen Platz 

 


 Alle Möglichkeiten verbleiben Dunkel, wenn du sie nicht bewusst in das Helle ziehst. Alle Wahrheit bleibt nur Funke wenn du sie nicht umsetzt, lebst und auch liebst.

 

 

Alle Weisheit, die nicht auch lehrt, wie man sie alltagstauglich leben kann, ist vergleichbar mit einer Köstlichkeit, die unter Berührungsverbot steht.

 

 

Aphorismen, die keinen Esprit besitzen, sollte man als das benennen, was sie sind: Lediglich ein Satz.

Appetit: Eigentlich sollte der Geist der Eigentümer des Körpers sein; stattdessen degradieren ihn die Begierden des Körpers zum eigenen Untermieter.

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Auf dem Weg ins Abseits rutscht man dann besonders leicht, wenn der Geist auf den eisglatten Bohlen der Erkenntnis keine Spikes trägt.

 

Augenscheinliches und Offensichtlichkeiten gehören mit zu den größten Hindernissen des Denkens und Erkennens, weil unsere Augen bereits bestimmte Gegebenheiten längst mit anderen Vorstellungen besetzt haben.

Befinden sich verworrene Gedanken in einer Endlosschleife ohne Ausweg, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass man es mit dem Bedenken von Alternativen maßlos übertrieben hat.

 

Befindet sich jemand mit seiner Intelligenz auf der Überholspur der Schöpfung, sollte er auf gut funktionierende mentale Bremsen achten.

 

Beginnt man mit dem Analysieren der eigenen Gedanken, sollte das Herz-Kreislauf-System stabil sein.

 

Bei geistiger Blindheit nutzen auch scharf sehende Augen nichts.

 

Bei so manchem Gedanken würde ich mir gerne heftig widersprechen - allein mir gehen die Argumente gegen meine realen kritischen Wahrnehmungen aus.

 

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man den Frequenzabgleich zwischen Hirn und Sprechorgan nicht versäumen.

 

Beim Schlendern durchs eigene Innenleben begegnen wir manchmal Gedanken, die sich laut darüber beschweren, bisher keine Beachtung erhalten zu haben.

 

Da auch die  Wahrheit zwischen besten Freunden sehr unterschiedlich ausfallen kann, stoßen Freundschaften schnell an Grenzen der Offenheit.

 

Da man alles, was denkbar ist, auch vielfältig falsch ausdrücken kann, lieben wir die Wiederholung bereits gedachter Gedanken so sehr.

 

Da sich alle Religionen gern als die einzig wahre verstehen, entsteht im Vorhof der Wahrheit ein massives Gedränge.

 

Da sich unsere multiplen Anteile ständig um die Vorherrschaft im Ich streiten, geht die Hauptperson oft leer aus.

 

Da, wo der Narr zum Weisen wird, macht sich der Weise nicht zum Narren.

 

Dank, der von Herzen kommt, ist eine starke Wellenbewegung im geistigen Feld.

Das Entführen von Sätzen oder Sinnzusammenhängen durch geistiges Kidnapping aus den Werken anderer Autoren nennt man: PLAGIAT.

 

Das Gedächtnis behält alles, jedoch erinnert sich der Mensch meist nicht daran.

 

Das Gegengewicht zum blanken Unsinn der Welt ist die Sinngebung durch das Individuum.

 

Das Gehirn spielt sich zwar gern als Chef im Menschen auf, stößt aber schnell an seine Grenze, wenn es um so etwas Schlichtes wie ein Verdauungsproblem im Körper geht.

 

Das große Erschrecken vor der eigenen inneren Leere kann erst dann eintreten, wenn man eine Ahnung von der tatsächlich erreichbaren Fülle bekommt.

 

Dass es in schwierigen Situationen mit Denken allein nicht getan ist, zeigen uns die wiederholt schwierigen Situationen, wo es mit Denken erfolglos probiert wurde.

 

Dem Namenlosen geben wir Namen, den Göttern eignen wir Eigenschaften zu, den fernen Welten verordnen wir unsere Gesetze, doch uns selbst kennen wir nicht.

 

Den Schlüssel zum Gefängnis der Logik findest du im offenen Schrank der Akausalität.

 

Denken Sie nicht darüber nach! Dann verstehen Sie schneller!

 

Denkt ein Hirn tiefer nach, als sein ursprünglicher Auftrag lautete, macht es sich mit seinem Ergebnis oft sogar beim eigenen Besitzer unbeliebt.

 

Der Sinn aller Philosophien liegt vielleicht auch darin, dass man das Einfache nur deshalb in die Unendlichkeit der Komplexität überführt, um die sich daraus ergebenden Fragen am Ende wieder mit einfachen Wahrheiten zu beantworten.

 

Der Wert einer Antwort bemisst sich für einen Fragenden an der Höhe des eigenen Verständnislevels.

 

Die Abhängigkeit ist zumeist viel gemütlicher als die Freiheit; während die Freiheit die Abhängigkeit aber zugleich nicht vermisst.

 

Die besten Humoristen sind oft jene gnadenlosen Beobachter des Zwischenmenschlichen, die der Absurdität ein Schmunzeln abringen können.

 

Die dünnen Falten, die sich in die Stirn der Denker fressen, bekamen nicht selten ihre Nahrung durch den Zweifel.

 

Die Eintrittskarte ins umfassende Bewusstsein erhält man nicht nur über die Förderung der Intelligenz, sondern durch die Qualifizierung mittels wissender Herzweisheit.

 

Die Enklave der Dummheit ist ständig überbevölkert; aber kaum jemand stellt dort einen Ausreiseantrag.

 

Die Gedanken fremder Menschen prallen oft heftiger und schneller aufeinander, als ihre Körper.

 

Die Gnade der Freiheit fordert die Beherrschung des Willens um der Verantwortung wegen.

 

Die Grenzen des Wissens zu erweitern bedarf völlig anderer intellektueller Voraussetzungen, als die Grenzen des Unwissens zu erweitern.

 

Die größte Apokalypse sind nicht die sich häufenden Katastrophen in der Welt sondern sie steht unter dem Zeichen einer mangelnden Erdenliebe die in Dummheit gealtert ist.

 

Die größte Ressourcenverschwendung auf der Erde findet im ungenutzten Raum des menschlichen Hirns statt.

 

Die in jedem Kopf vorhandene Hirnmasse sagt noch lange nichts über ihre Funktionstüchtigkeit aus.

 

Die Kombination von Freundschaft und Vertrauen zeigt erst dann ihre Belastbarkeit, wenn Unangenehmes auf der Tagesordnung steht.

 

Die klügsten Köpfe im Volk begehen aus Konkurrenzneid seit Jahrtausenden die Dummheit der Uneinigkeit als Bremse des wahren Fortschritts.

 

Die Nichtigkeit ist vom Nichts noch so weit entfernt, wie das Jein vom Nein.

 

Die Psyche ist ein glattes Parkett, auf dem die Argumente oft nur hilflos rutschen können.

 

Die Sommerfrische der Nachdenklichen besteht darin, sich einmal ein paar Wochen Gedankenlosigkeit zu gönnen.

 

Die Vererbbarkeit von geistigem Rost ist nicht nur in einzelnen Kulturen zu beobachten, sondern tritt mittlerweile generationsübergreifend als flächendeckendes globales Phänomen auf.

 

Die Wahrheit ist ein Grundpfeiler unserer menschlichen Spezies, die auch für unsere geistige Evolution unverzichtbar ist.

 

Die Welt besteht aus einer Ansammlung evolutionärer Missverständnisse, die sich im Zuge ihrer Entwicklung so komplex ausgeformt haben, dass sie oft als Missverständnis nicht mehr zu erkennen sind.

 

Die Welt verkommt, weil sich die Gedankenlosigkeit viral verbreitet.

 

Die Wirkung von Würde ist viel zu zweifelhaft, um sich ihrer in brenzligen Situationen zu bedienen.

 

Drückt man ungefilterte Twitter-Nachrichten nicht durch den Verdauungstrakt der Vernunft, drohen geistige Darmverschlingungen.

 

Dummheit kann dann zum Höhepunkt einer Intelligenzleistung werden, wenn sie so perfekt eingesetzt wird, dass sie Geniales dabei bewirkt.

 

Dunkle Gedanken an einem lichten schönen Morgen, sind wie schwarzer Tau auf neuen Knospen.

 

Echte Freiheit ist weniger schön, als schwer. Schön wird sie dann, wenn man sie und sich beherrscht.

 

Ein Heiliger kann nur werden, wer eine kryptische Botschaft hat, über ein strahlendes Charisma verfügt und möglichst ganz viele Wunden aufweisen kann.

 

Ein Hirn, das die Fähigkeit besitzt, blitzschnell in die Gedanken des Gegenübers zu springen, erspart sich eine Menge unnötiger Diskussionen ums Gemeinte und Gesagte.

 

Ein Sprichwort ist nicht automatisch mit Weisheit getränkt, nur weil es viele benutzen.

 

Ein Verstand, dessen Fassungsvermögen schon bis zum Rand gefüllt ist, droht mit der nächsten Weisheit zu platzen.

 

Eine blockadefreie Bewegung der Gedanken im Kopf, braucht zur Entfaltung die Stille im Außen.

 

Eine harte Nuss knackt man nur dann, wenn man mit der Hammermethode nicht gleich auch den Kern mit erschlägt.

 

Eine Impfung mit Widerspruchsgeist bewirkt Antikörper gegen Dummheit.

 

Eine Ironie der Weltenweisheit ist es, dass die Intellektuellen der Erde oftmals so haarscharf an ihrer Intelligenz vorbeidenken.

 

Eine langweilige Freundschaft ist ermüdender als eine heiße Feindschaft.

 

Eine unserer größten mentalen Behinderungen ist die Voreingenommenheit.

 

Eine unvollständige Wahrheit unterscheidet sich von der vollen Wahrheit unter anderem auch durch die Faktoren Neugierde, Nachfrage und Zeitaufwand.

 

Entlässt jemand ungelenke Gedanken unzensiert in die Welt, sollte mit einem Bußgeldbescheid für geistige Umweltverschmutzung bestraft werden.

 

Entscheidungsträger ohne geschliffenes Denkvermögen sollten sich dauerhaft mit einem gewieften Juristen verbünden, der ihnen zugleich als Pressesprecher dient.

Entzündet man sich an seinen eigenen tiefen Gedanken, steht man unter Umständen später verlegen in der eigenen Glut herum.

 

Erfinder betrügen die Menschheit um ihren eigenen Fortschritt, wenn sie ihre Ideen nicht wenigstens ausprobieren.

 

Erinnerungen, die der Vergesslichkeit anheimfallen, sind wie Tatsachen, die nicht richtig stattgefunden haben.

 

Erkenntnis bringt dann am Ende Gewinn, wenn man die Verluste, die man zunächst dafür zu erleiden hatte, am Ende gut wegsteckt.

 

Ernüchternde Gedanken sind in manchen Fällen vergleichbar mit Drogenentzug.

 

Erst die Nuancen verschaffen geschärftes Bewusstsein für das was ist. Sie zu missachten, heißt sich für vertiefte Erkenntnis zu disqualifizieren.

 

Es gibt Menschen, die sich lange Zeiten nur in Meditationen versenken. Dann gibt es Menschen, die unentwegt Gebete oder Mantras murmeln. Auch gibt es Menschen, die stundenlang die Kirchen und die Tempel füllen. Doch gibt es auch noch Menschen, die einfach da sind, wenn der Nächste sie so dringend braucht. Vielleicht sind diese Menschen dem Himmel in so mancher Stunde näher.

 

Es ist klug, den Mund erst dann zum Sprechen zu öffnen, wenn sich das Gehirn zuvor gründlich für die richtigen Worte entschieden hat und diese eine zweite Kontrolle durch die Herzweisheit bestanden haben.

 

Es ist schon ein gewisser mentaler Fortschritt, wenn man zunächst einmal fühlt, dass man noch lange nichts versteht.

 

Es ist vernünftig, der Vernunft einen hohen Stellenwert beizumessen, weil Verstand und Emotion häufig einen ruhigen Vermittler brauchen.

 

Falsche Gedanken sollten hin und wieder gemäht werden, damit frische schöne Gedankenblumen eine Chance auf Erblühen haben.

Falsche Rücksichtnahme aus Sorge vor dem Bruch einer Freundschaft, überlastet schnell jede sensible emotionale Verbindung.

 

Feinsinniger Humor zeichnet sich auch oft durch Tiefenschärfe aus.

 

Feindschaften brauchen weniger Mut für unangenehme Wahrheiten als Freundschaften.

 

 

Fliegen die eigenen Gedanken einmal wieder auf einer exzentrischen Bahn ins Leere, sollte man den Autopiloten für Herzweisheit einschalten.

 

Frei kann nur werden, wer sich klar denkend aus dem Bannkreis rationaler Intellektualität und egoistischer Gefühle befreit.

 

Freundschaft ist nur dann von Wert, wenn es keinen Mut braucht, zu warnen, zu widersprechen, zu verneinen und etwas abzusagen.

 

Freundschaften erzeugen  oft Erwartungen auf intensives Verständnis, was im Falle einer komplexen Problemlage auch den besten Freund überfordern muss.

 

Für einen verstellten Blick braucht man kein Augenleiden.

 

Galle und Bauchspeicheldrüse arbeiten in ihren jeweiligen Bereichen meist deutlich kompetenter als das menschliche Hirn.

 

Gedanken können tief, stark, klug oder flach sein. Sie können auch gestern, jetzt oder später auftauchen oder folgerichtig, dumm oder mies sein, weshalb ihnen letztlich nicht wirklich zu trauen ist.

 

Gefühlvolles Denken kommt aus dem Herzen, das vorher in Konferenzschaltung mit Hirn und Vernunft tagte.

 

Geistesgegenwärtiges Handeln braucht häufig viel mehr Instinkt als Nachdenken, weil für Letzteres oft die Zeiteinheit zu klein ist.

 

Gesellschaftliche Diagnose: Die Entgeisterung über den alltäglichen Wahnsinn ist abhanden gekommen!

 

Gewisse Gedanken, die man in sich abtötet, feiern ihre Auferstehung oft im grummelnden Bauchgefühl.

 

Glaube ist ein Zustand des Nichtwissens, der sich stark genug fühlt, auch ganz ohne nüchterne Argumente im Bewusstsein Anker zu werfen.

 

Glaubhafte Lügen und bitterböse Gerüchte brauchen eine gute Portion Nachdenken, bevor man sie wirkungsvoll in die Welt entlässt.

 

Gläubige, die phasenweise ordentlich zweifeln und kritisch nachdenken, sind auf dem besten Weg zum inneren Wissen, das mehr Sicherheit gibt, als der bloße Glaube.

Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit sind oft das Zünglein an der Waage, wenn eine Sache auf Messers Schneide steht.

 

Gleitet das Annehmbare leise ins Ungute über, ohne dass jemand die Alarmglocken läutet, kriecht die Unaufmerksamkeit gerade leise über eine gefährliche Grenze.

 

Große Gedanken haben nur eine Chance auf Selbstverwirklichung, wenn sie von anderen halbwegs großen Gedanken schon zumindest in ihrer Potenz erahnt werden.

 

Große Geister brauchen zwar keine großen Köpfe, aber zumindest doch ein gut strukturiertes Gehirn.

 

Große Ideen, die kleine Menschen verkünden, verkleinern sich deshalb so schnell, weil die kleinen Menschen unbedingt so schnell wachsen wollen, wie die Ideen schon groß sind.

 

Große Träume in kleinen Hirnen bestehen deshalb nicht auf Verwirklichung in der Realität, weil sie ihrem eigenen Träumer misstrauen.

 

Guten Ideen, die nicht alltagstauglich auf die Erde kommen, fehlt oft die Willenskraft ihrer geistigen Eltern, weil sie im Tun  nicht den Sprung vom Hirn in die Hand schafften.

 

Haben sich die Gedanken erst einmal so verdreht, dass man damit edlen Wein entkorken könnte, ist nicht mehr ernsthaft damit zu rechnen, dass der Gedankenanalyse noch hieb- und stichfest zu vertrauen ist.

 

Halbfertige Gedanken gehören so wenig auf die mentale Menükarte, wie ungekochte Nudeln in die Spaghetti-Soße.

 

Hat jemand gewisse Ansichten und tut diese mit Absicht nicht kund, verstärkt damit die Aussicht auf eine ziemliche Unübersichtlichkeit seiner Persönlichkeit.

 

Hat man die Dominanz eines zarten Gefühls in sich erst einmal zugelassen, sollte man dennoch nicht vollständig auf die Kontrolle durchs Gehirn verzichten.

 

Hauchdünn wie Parmaschinken hängt so manche Erkenntnisfähigkeit in dünnen Lappen zwischen schweren Gedanken und pendelt gefährlich in Richtung Trugschluss.

 

Hinter dem Horizont in so manchem Gehirn geht die Sonne des Bewusstseins deshalb niemals unter, weil sie ihren eigenen Aufgang verpasste.

 

Hinter dem Schleier der menschlichen Angst haust die drohende Erkenntnis aller Zusammenhänge. Wehe erst, wenn wir verstehen!

 

Hirnmasse, die ihrem Volumen nach Platz auf einem Teelöffel hat, sollte man nicht mit ernsthaften Fragestellungen in gefährlichen Situationen belästigen, sondern sich lieber auf seine Instinkte verlassen.

 

Humor in schwierigen Situationen besitzen nur solche Persönlichkeiten, die im Falle von Fehler oder Blamagen ihre volle Souveränität behalten und um ihre anderen Stärken wissen.

 

Humorlose Menschen bleiben zumeist von großen und tiefen Gedanken verschont.

 

Ideen, die keine mutigen Umsetzer finden, zerfallen bereits vor ihrem Start.

 

Informationen, die nur im Kopf bleiben und nicht den Weg zur tätigen Hand finden, sollten mit Magensäure konfrontiert werden, damit im Gehirn Platz für Sinnvolles entsteht.

 

Intellektueller Snobismus zeugt zwar nicht von Klugheit, aber ist immerhin nicht ganz so dumm, wie unwissender Snobismus.

 

Intelligenz und Weisheit müssen sich keineswegs ausschließen, wenn Kopf und Herz zu Friedensverträgen bereit sind.

 

Irren kann jeder, aber Einsicht braucht innere Größe.

Ist das Schicksal im Spiel, braucht man niemanden und nichts zu suchen, sondern wird gefunden.

 

Ist der Geist so trocken und leer wie eine Wüste, sollte sich der nächste Gedanke schleunigst auf den Weg zu einer metaphysischen Oase aufmachen.

 

Ist die Seele des Menschen der Weizen und sind die Körper die Spreu, dann ist der alles überschauende Geist eine Art universelle Schrotmaschine.

 

Konzentrierte Glaubenssätze, die nicht von Zweifeln geschwächt werden, sind perfekte Treiber für den kreativen Geist.

 

Konzentriertes Nachdenken ist oft die letzte der aufgebauten Barrieren, die es verhindert, dass man versteht, worüber man gerade konzentriert nachdenkt.

 

Krisen sind vorübergehende Regengüsse des Geistes, die das Wachsen klarer Gedanken nähren.

 

Macht sich die Nachdenklichkeit auf die Suche nach einem neuen Ziel auf, sollte sie sich nicht von Selbstzweifeln aufhalten lassen.

 

Macht sich im Bauchhirn große Empörung breit, sollte man dem höhnisch grinsenden Kommentator im eigenen Kopf nicht zu viel Aufmerksamkeit einräumen.

 

Man kommt der Wahrheit der Realität recht nahe, wenn man die Irrealität unserer Realität zum Ausgangspunkt des Begreifens nimmt.

 

Man sollte ehrliche Aussagen nicht mit wahrhaftigen Aussagen verwechseln, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Denn auch der Ehrliche kann irren.

 

Man überschaut auch dann seine eigene Größe nicht deutlicher, wenn man sich reckt und auf die Zehenspitzen stellt.

 

Manch ein Gedanke stürzt sich wieder zurück von den Klippen des Bewusstseins ins Meer des Unbewussten, wenn ihm klar ist, wie unfertig er ins Leben entlassen werden soll.

 

Manch eine Frage kann überhaupt nur deshalb gestellt werden, weil sie bereits mit der Antwort deckungsgleich ist.

 

 

Manch einer glaubt, dass er versteht, dass das, was er glaubt, er noch besser verstehen würde, wenn er es erst gar nicht glauben müsste, sondern schlicht und einfach weiß.

 

Manche Dichter suchen, manche Dichter finden, manche Dichter stehlen frech… ein geistiges Werk.

 

Manchmal ist die Wahrheit so beeindruckend schlicht, dass diese Schlichtheit wahrhaft beeindruckt.

 

Mangel an geistigem Ehrgeiz verschwindet, wenn vorher der Magen sein Existenzminimum erhalten hat.

 

Massen begeistern sich deshalb so gern für substanzlose Gedanken, weil die Politik dann plötzlich für sie verstehbarer wird.

 

Mäßigen Sie bitte Ihre Intelligenz! Sie wollen es doch noch zu etwas bringen – oder?

 

Mein Sein bestimmt durch mein Nichtsein das Muss der Wahl als Qual.

Meinungsaussagen ohne Urteilskompetenz, entsprechen Wunschvorstellungen ohne eine Spur von Geist.

 

Menschen mit einem besorgniserregend gut ausgestatteten Intellekt sind in der Regel nur zu bremsen, wenn man sie emotional überrumpelt.

 

Menschen, die nicht in der Lage sind, die Flut ihrer Gedanken zum ordentlichen nacheinander Anstehen zu animieren, sollten sich nicht darüber beschweren, wenn sie im Hochwasser des Hirns ertrinken.

 

Nachdenken ist nicht zwangsläufig eine Sache der Klugheit, wenn es ständig mit falschen Inputs genährt wird.

 

Neunmalkluge Menschen sind vor allem für eine besondere Intelligenzleistung zu loben: Wenn sie es schaffen, irgendwie bis zu ihrer eigenen Verwirrung vorzudringen.

 

Nicht einmal die reinste Wahrheit sagt etwas Genaues über Maß oder Grad der Unwahrheit aus.

 

Nicht jede gute Idee schafft auch den Sprung in die Wirklichkeit.

 

Nichtwissen, Nichtkönnen und Dummheit sind probate Eigenschaften für Faulheit und Bequemlichkeit.

 

Nichtzweifelnde sind nicht etwa näher an der Wahrheit als Zweifelnde, sondern zumeist nur näher am unbemerkten Irrtum.

 

Nimmt man den Begriff der Ver-zwei-flung mathematisch genau, ist man zumindest mit sich selbst in diesem Zustand nicht so ganz allein.

 

Nur weil das Hässliche nicht zwangsläufig auch dumm ist und das Schöne nicht unbedingt intelligent sein muss, muss das Dumme nicht zwangsläufig schön sein oder das Hässliche nicht unbedingt intelligent.

 

Nur wer den Kontrollverlust freiwillig wagt, hat das Zeug zum Genie. Ist man aber dem Kontrollverlust erlegen, hat man das Zeug zum Wahnsinn.

 

Ob es tatsächlich die Freunde sind, die versagen, wenn wir uns unverstanden fühlen, oder ob es die eigene Psyche ist, ist ergebnisoffen zu hinterfragen.

 

Ob Schweigen dumm oder intelligent ist, zeigt sich auch an der Mimik des Schweigenden.

 

Offenheit ist ein Luxus der Freiheit, den sich nur derjenige leisten kann, der genug Stärke nicht nur für die Folgen hat, sondern auch für den eventuellen Missbrauch.

 

Potemkinsche Dörfer hat mancher um sein Sein gebaut, damit ein jeder sieht, wie seine Scheinmacht strahlt.

 

Prallen scharfe Gedankengeschosse auf ein mitdenkendes Hirn, detonieren manchmal neue Ideenkapseln und zerschmettern dabei den alten Kerngedanken.

 

Ratlosigkeit ist ein Zustand, der eine Leere fühlen lässt, die vor Fülle zu bersten droht.

 

Ratlosigkeit, die erste Spuren von Verzweiflung trägt, ist motiviert, sich selbst zu überwinden.

 

Religionen haben das Zeug, Gläubige sowohl zur Mitmenschlichkeit und Humanität wie auch zum tödlichen Terrorismus zu verführen.

 

Religionen, die man erst einmal verstehen muss, bevor man sie glauben kann, führen sich selbst ad absurdum.

 

Rollt der Geist mit einer Lawine schwerer Gedanken durch den Kopf, droht nicht selten eine Kernschmelze zwischen den ungekühlten Synapsen.

 

Scharf zu sehen bedeutet keinesfalls, auch automatisch immer durchzublicken.

 

Scharfsinn ist das schneidende Messer des Intellekts, der zwar alles messerscharf trennen kann, jedoch keinem seiner Schnittobjekte nach der Denk-Sezierung wieder Leben einhaucht.

 

Schlau ist derjenige, der schlau genug ist, nicht dumm zu sein.

 

Schlechtes ist insofern nicht immer grundsätzlich schlecht, weil es ja die Möglichkeit zum Guten bietet, das eben noch nicht ist.

 

Schöngeister, die sich voller Optimismus ständig an Euphemismen bedienen, verursachen bei Klardenkern häufig geistiges Erbrechen.

 

Segeln die Gedanken vom Sturzflug der Verzweiflung wieder in den Aufwind der Hoffnung, sollte man den Intellekt bloß nicht mit zu viel Zweifeln verwirren.

 

Selbst Einfaches kann unendlich kompliziert sein, solange man es noch nicht begriffen hat und es allein durch Denken zu ergründen sucht. Hat man aber dieses Komplexe des Einfachen tief begriffen, ist es das, was es ist: Einfach!

 

Selbst Evolutionsepochen im Stadium geistiger Verwirrung gebären irgendwann dann doch wieder einmal einen klugen Gedanken, der Fortschritt bedeutet.

 

Selbstbetrug ist der stille Höhepunkt der eigenen Ent-Würdigung.

 

Selten begangene Irrtümer sind in ihrem Wert ähnlich einzuschätzen wie Sonderbriefmarken in kleinster Druckauflage.

 

So der Wandel edler ist als die Stetigkeit, so ist die Bewegtheit einer Ruhe vorzuziehen. Schöpft man dann aber wieder aus der Ruhe die Kraft für den notwendigen Wandel, so bleibt die Stetigkeit eine Voraussetzung für die Bewegtheit.

 

So lange Einsicht noch Elemente von Verblüffung enthält, ist sie in der Regel noch nicht fest zentriert, sondern noch zart und schwankend in ihrem Werde-Prozess.

 

Spricht jemand ständig in Metaphern, empfindet er die Realität offenbar als beleidigend langweilig.

 

Spricht man gegen eine Flutwelle von Zorn an, sollte man das Surfbrett der Argumente geschickt steuern können, um nicht vom Wellenmaul entfesselter Wut verschlungen zu werden.

 

Sprudeln während des Brainstormings perlende Gedanken wie Kohlensäure, sollte man darauf achten, keinen mentalen Blähbauch im Gehirn zu bekommen oder an der falschen Stelle mit seinen Synapsen zu rülpsen.

 

Stark verankerte Glaubenssätze sind Beschleuniger auf dem Weg vom Wunschtraum zur Realität.

 

Starkes Selbstbewusstsein ist unvermeidlich, wenn man erst einmal seine Schwächen durchdrungen und bezwungen hat.

 

Staunen bedingt die Fähigkeit des Erkennens des Besonderen im Einfachen, welches durch Schlichtheit dennoch beeindruckt.

 

Stimmungen, die man klar aus den Augen des anderen ablesen kann, muss man nicht unnötiger Weise auch noch aussprechen.

 

Stimulierende Gegenargumente können dazu führen, dass die Ursprungsargumente von den ehemaligen Befürwortern nun vehement verneint werden.

 

Teuflische Eigenschaften erhöhen die Chancen zur Macht nur so lange, wie himmlische Eingebungen nicht dazwischenfunken.

 

Toleranz ist die gutmeinende Vorstufe von Erkennen; denn erkennt man, ist Toleranz entbehrlich geworden.

 

Trifft eine scharfe Bemerkung auf einen durchbohrenden Blick, kann man davon ausgehen, dass die Warnung begriffen wurde.

 

Tritt jemand endlich einmal aus seinem eigenen Kopf heraus und steht wie plötzlich neben sich, ist das Verwundern über die eigene Person nicht selten ein Schock.

 

Unausgegorene Gedanken sind ein mutiger Versuch kleiner Hirne, sich zu neuen geistigen Höhen aufzuschwingen.

 

Unmoral erübrigt sich von selbst, wenn wir erst einmal in der Transparenz der Transzendenz leben.

 

Unsinnigen Dingen, die sich nicht dagegen wehren konnten, von einem menschlichen Gehirn erfunden zu werden, sollte man Asyl auf dem Schrottplatz gewähren.

 

Unvernunft und Unverstand sind zänkische Zwillinge, die sich zum Glück nicht ständig durchsetzen.

 

Vernunft im richtigen Augenblick, erspart so manchem ein böses Geschick.

 

Vernünftig ist es, der Vernunft zwar einen großen, jedoch nicht den einzig großen Stellenwert einzuräumen, damit auch Verstand und Gefühl sich frei entfalten können.

 

Verrat übst du an dir selbst, wenn du dein inneres Wissen billig gegen deinen äußeren Intellekt missbrauchst.

 

Vertrauen in Freundschaft findet dann oft seine Grenze der Belastbarkeit, wenn Sichtweisen, Haltung und Charakter trotz gegenseitiger Sympathie einfach nicht kompatibel sind.

 

 

Vor dem ernsthaften Versuch einen Gedanken querzudenken, sollte man seinen Verstand erst einmal gründlich aufwecken.

 

Wächst der Geist, dreht der Körper oft durch.

 

Wagt jemand zwischen kurzzeitigem Ernst und blitzartiger Konzentration auch noch ein Lächeln, hat er vermutlich die Komplexität seiner Gedanken bereits sauber durchdrungen.

 

Wahre Geistesmanieren zu besitzen, bedeutet, einen jeden Gedanken taktvoll zu behandeln. Auch dann, wenn er nicht unserer eigenen Sichtweise entspricht.

 

Wahrheit unterliegt keinem Verfallsdatum!

 

Was alles wird uns nur zur zweiten Natur auf der Zielgeraden zur Unabhängigkeit!

 

Was man im Kopf nicht zur Verfügung hat, lässt Hände und Beine etwas mehr schaffen.

 

Was man will, aber nicht genug tut, tut man nicht, weil man es einfach nicht genug will.

 

Was nützt es, hier und dort und überall die Wahrheit zu verbreiten, wenn sie ja doch jeder mit völlig anderen Inhalten und Interpretationen besetzt.

 

Was sich nicht auch in sein Gegenteil verkehren lässt, ist im Dualismus nicht wirklichkeitsgemäß.

 

Was wäre denn der Mensch so ganz ohne Gedanken? – Etwa ein sexbesessenes Karnickel?

 

Was wir durch die Vernunft noch nicht lernen können, lernen wir aus den Konsequenzen unserer Fehler.

 

Wegweiser an Kreuzungen sind auch Warnschilder für zaudernde Entscheidungsfreiheit.

 

Weil Dummheiten viel häufiger Begeisterung auslösen als vernünftige Planungen, unterbleiben die Letzteren ja leider so oft.

 

Weisheit, die nicht auch lehrt, wie man sie alltagstauglich leben kann, ist vergleichbar mit einer Köstlichkeit, die unter Berührungsverbot steht.

 

Wenn Chaos Gottes eigen-sinniger, unergründlicher Wille ist - ist Ordnung dann vielleicht Gottes menschenfreundliche Zugeständnis an unseren kleinen Verstand?

 

Wenn das Gute eintritt, ist es durchaus sinnvoll, das noch Bessere in Betracht zu ziehen.

 

Wenn du dich jetzt auf der Höhe deines Verstandes glaubst, hast du keine Vorstellung von der Tiefe deines Nichtwissens.

 

Wenn du dich schon wieder unverstanden fühlst, tröste dich damit, dass ein umfassendes Verstehen deiner selbst den Nächsten immer überfordern muss.

 

Wenn du hungrig nach Erfahrung bist, dann werde still und höre, wie die Erfahrung deiner eigenen Stille dich in ungeahnte innere Abenteuer führt.

 

Wenn Dummheit mit Raffinesse paktiert, hat das Dreamteam Weisheit und Würde einfach keine Chance!

 

Wenn eine Wahrheit ziemlich unvollständig ist, kann sie es mit ein wenig Anstrengung fast schon mit einer Lüge aufnehmen.

 

Wenn Leute, die nicht für ihren Humor bekannt sind, plötzlich scherzen, ist Gefahr im Verzug im Hinblick auf ihre Zuverlässigkeit und Kontinuität.

 

Wenn schon die Gedanken häufig entfesselt sind, tut man gut daran, wenigstens seine Zunge im Zaum zu halten.

 

 

Wenn wir unsere Begrenzung außer Kraft setzen, sprengen wir Fluttüren für neue Weisheiten. Weil wir uns aber vor der neuen Flut fürchten, setzen wir unsere Begrenzung nicht außer Kraft.

 

Wer beim vielen Denken nicht rechtzeitig den 6. Gang einlegt, sollte sich nicht wundern, wenn es zum Getriebeschaden im Frontallappen kommt.

 

Wer bereits am Rand der Welt steht und dabei mit klarem Blick in den Abgrund schaut, entdeckt nicht selten dann auch den Sinn des absichtslosen Spieles allen Seins.

 

Wer das Unmögliche zu seiner eigenen Norm erhebt, hat eine größere Chance, wenigstens das Mögliche dann auch tatsächlich umzusetzen.

 

Wer das versteht, was eigentlich nicht gemeint war, meint am Ende, das Richtige falsch verstanden zu haben, sofern er keine Bestätigung über die Richtigkeit seines Denkumweges erhält.

 

Wer der Wahrheit nicht vertraut, sollte um Himmelswillen auch nicht nach ihr trachten.

Wer eine Paradoxie als absurd einstuft, zeigt jedermann klar damit auf, dass er ihrem Sinngehalt noch nicht gewachsen ist.

 

Wer es schafft, in Fällen von Denkblockaden wenigstens zum Anfangspunkt der eigenen Verwirrung vorzudringen, eröffnet sich bessere Chancen für den Einstieg in den Ausstieg aus dem Denkchaos.

 

Wer für Freunde keine Zeit hat, darf sich nicht wundern, wenn sie mit der Zeit abhanden kommen und im dunklen Rachen der Alterseinsamkeit verschwinden.

Wer im richtigen Augenblick Zeit für falsche Gedanken verschwendet, betrügt damit die besten Chancen um ihr Erscheinen und Wirksamwerden in der Wirklichkeit.

 

Wer jemanden in seinem Weg zur höheren Erkenntnis fördern will, sollte ihm niemals in Missachtung auch kleiner Leistungen je begegnen.

 

Wer nicht über die Gabe einer feinen Beobachtung verfügt, wird vermutlich auch keinMeister des feinsinnigen Humors, sondern nur einer des derben Witzes.

 

Wer sein Prismenglas auf die Inspiration und auf die Imagination einstellt, statt allein auf den Intellekt, wird mit Visionen beschenkt, die im Falle des Versagens noch mindestens fünf weitere Alternativen anbieten.

 

Wer sich Gedanken über die Gedankenlosigkeit macht, schafft letztere durch dieses Tun ab.

 

Wer so große Gedanken denkt, dass er für deren Beendigung mehrere Leben bräuchte, tut gut daran zur Schlichtheit seiner ersten Gedankenfäden zurückzukehren.

 

Wer unvernünftig ist, bekommt meist eine vierte und fünfte Chance, weil der Himmel um unsere Experimentierfreudigkeit weiß.

 

Wer zwischen kurzzeitigem Ernst und blitzartiger Konzentration noch ein Lächeln wagt, hat vermutlich die Komplexität seiner Gedanken schon sauber durchdrungen.

 

Werden Offensichtlichkeiten wortreich erklärt, misstraut man zutiefst der Intelligenz der Zuhörer.

 

Wider die Vernunft zu handeln kann dann sinnvoll sein,  wenn der Mensch noch die Konsequenzen aus dieser Erfahrung leibhaftig erleben muss, um klüger zu werden.

 

Wie agil und behende der Geist, wenn der Intellekt auch etwas weiß.

 

Will man etwas vom Göttlichen erfassen, muss der Intellekt komatös ruhen.

 

Wo sich im Verstand nicht Spiel und Disziplin in der richtigen Mischung treffen, wird sich auch kein genialer Gedanke entwickeln.

 

Wringt man Bücher geistig aus, bleiben oft nur ein paar Tropfen geistiger Substanz von echtem Wert zurück.

 

Würden sich die klugen Gedanken aller Menschen zusammenschließen, wäre zwar die Welt gerettet - doch wozu, wenn es dann nichts mehr an ihr zu verbessern gibt?

 

Zwanzig gut durchdachte, anspruchsvolle Aphorismen schnell hintereinander zu lesen, entspricht auf der Körperebene dem Verzehr von etwa zwanzig kalorienreichen Pralinenbomben, was in beiden Fällen leicht zu physischem oder mentalem Erbrechen aufgrund von Übersättigung oder Gier führen kann.

 

Zündende Ideen verbrennen nicht.

 

Zweifeln ist eine unverzichtbare Form von Intelligenz, die sich noch nicht so ganz für die Richtung entscheiden mag.

 

Zwischen Bauchwahrheit und Herzenserkenntnis liegt in der oberen Etage auch noch der nüchterne Verstand, der mitmischen will.

Zwischen Wahrheit und Lüge pendelt die Erfindung nicht immer schwindelfrei.

 

Zwischen wissendem Schweigen und unwissendem Schweigen pendelt der Intelligenzquotient eines Menschen oft unentschieden zwischen den Fronten hin und her.

 

 

 

Alle Menschen sind Schauspieler, auch wenn die Bühnenreife bei den meisten dabei sehr zu wünschen übrig lässt.

 

An manchen Fotos klebt der Blick länger, als die Augen Argumente dafür haben.

 

Aufbauende oder zerstörerische Kritik ist auch eine Frage on eigener Kompetenz und moralischer Verantwortung.

 

Autoren mit einem ordentlichen Mangel an Fantasie nennt man: Sachbuchautoren.

 

Autoren stehen vor ihren veröffentlichten Werken oftmals in ähnlicher Verzweiflung, wie Eltern vor ihren pubertierenden Kindern.

 

Bildhauer nehmen vom Vielen, um uns dann das essenziell Wenige des Verborgenen  künstlerisch vors staunende Auge zu stellen.

 

Bis zu dem Grad, wo man Kunst noch erlernen kann, ist es noch keine Kunst. Kunst beginnt erst nach der Grenze der Erlernbarkeit.

 

Bücher mit gefährlich guten Ideen entgehen nur deshalb der Vernichtung, weil die Obrigkeit genau weiß, wie unglaublich wenige Menschen sich für bedrohliches Gedankengut interessieren, wenn die Umsetzung persönliche Anstrengung erfordert.

 

Das Komponieren von Musik entspricht dem Schreiben eines Buches mit angenehmeren Hintergrundtönen.

 

Das Niveau der Kritik spricht sich auch über das Niveau des Kritikers aus.

 

Denken ohne Wissen dürfte schwierig sein; Wissen ohne Denken jedoch ist die Kunst, den Schein als Sein zu behaupten.

 

Der Mangel an Fantasie kommt nur dann kultiviert herüber, wenn sich eine sehr dumme Ausrede wenigstens vornehm anhört.

 

Der Traum von der eigenen Wichtigkeit führt nur dann zu einem realen Ziel, wenn im Alltag auch reale Talente für diesen Traum zur Verfügung stehen.

 

Der zuverlässigen Unbeständigkeit der Dingwelt steht die zuverlässige Beständigkeit endloser Schöpferkräfte gegenüber.

 

Die freiwillige Isolationshaft der schreibenden Zunft hat oft einen Level von Einsamkeit erreicht, der vergleichbar ist mit einem lang andauernden Inselsyndrom.

 

Die Kontraste zwischen Kritik, Urteil und Meinung erfordern einen scharf denkenden Geist für feines Unterscheidungsvermögen.

 

Die Kunst des Maskenbildners erfordert häufig den Drahtseilakt, das Authentische optisch  so zu zerstören, dass das Nichtauthentische  beim Publik absolut authentisch ankommt.

 

Die Luftschlösser der Realisten unterscheiden sich von den Luftschlössern der Fantasten meist dadurch, dass die Realisten über ein reales Budget verfügen, welches sich die Fantasten lediglich wünschen.

 

Die Lüge im Traum braucht man im Wachzustand nicht zu beichten.

 

Die Nacht versteckt sich vor dem Tag nur deshalb im Dunkeln, weil sie sich ihrer Schönheit im Lichte beraubt sieht.

 

Die Natur ist die Künstlerin, aber der Mensch der Erkennende!

 

Die Realität ist oft absurder als die Fiktion, was allerdings die Fantasie beleidigend findet.

 

Die schöpferischen Kräfte nervöser Energien ohne wirkliches Ziel bündeln sich oftmals im Überbegriff: Kunst.

 

Die Wirklichkeit der Träume erlebt man häufig dramatischer als die schlimmste Fantasie im Wachzustand.

 

Ein Albtraum freies Nachtleben haben zumeist nur jene Menschen, die sich den realen Albträumen des Alltags bereits am Tag offen stellen.

 

Ein zu wenig an Kommunikation bedeutet keinesfalls, deshalb auch schon die hohe Kunst des Schweigens zu beherrschen.

 

Eine Reihe schlechter, aber dennoch gut verkaufter Bücher steht häufig deshalb auf Bestsellerlisten, weil man ihre Qualität ja nicht vor dem Kauf, sondern erst nach dem Lesen erkennt.

 

Fehlen einem Schriftsteller die Worte, sollte er seine Berufsbezeichnung überdenken!

 

Fotografen ohne den Blick für die innere Substanz eines interessanten Objekts, verpassen im Foto Schönheit, Sinn und Zweck.

 

 

Glaubt man nicht an die Verwirklichung seiner eigenen Träume, sollte man sich nicht darüber wundern, wenn diese ihn beleidigt meiden.

 

Gute Komiker sollten über das Talent verfügen, tränenreich über die Tragik lachen zu können.

 

Im Tiefschlaf gegen Albträume zu kämpfen ist ähnlich erfolglos, wie in Friedenszeiten gegen einen möglichen baldigen Krieg zu protestieren.

 

In der Monogamie erlernt man die Kunst der Kompromisse, in der Polygamie die Kunst der Raffinesse.

 

Ist die Fantasie schon entfesselt, tut die Vernunft gut daran, nicht auch noch aus den Schranken ihrer Möglichkeiten auszubrechen.

 

Jedes kluge Wort-Bild, das fantasievoll den Geist anregt, wird von der Seele als Perle im Schatzkästchen des Seins verbucht.

 

Kreative Differenzen eignen sich hervorragend dazu, im bestehenden Chaos erste zarte Ordnungsstrukturen zu 

 

Kritik dürfte eigentlich nur dann erlaubt sein, wenn der Kritiker die kritisierte Sache selbst auch nachweislich besser kann.

 

 

Kritiker ohne Kompetenz und Sachverstand haben für ihre Kritik nichts wirklich fachkundig an der Hand.

 

Künstler und Kritiker befeuern sich gegenseitig durch die Kritik an der Kunst, die wiederum oft wenig kunstvoll und gekonnt sich zur Freude des Künstlers selbst entlarvt.

erkennen.

 

Kreative Menschen denken in Bildern und zaubern durch ihre Imaginationen Kunst und Kultur in das Wachsen der Menschheit.

 

 

Kunst kann missbraucht werden und heilen. Sie einzusetzen und der Welt zu schenken bedarf eines lauteren Charakters, der wissen sollte, was er tut.

 

Kunstlehrer, die Kunst nur allein auf dem Trockendock der Theorie lehren, ohne sie auch selbst zu handwerklich zu beherrschen, sind wie Neutronen mit viel Masse und keiner Ladung.

 

Maler unterscheiden sich zwischen Klecksern, Könnern und Anstreicher nicht etwa durch die Raffinesse der Farbwahl, sondern vor allem durch die Faszination der Beschauer.

 

Man sollte Kritiker mit ihrer Kritik an einem Werk exakt auf dem gleichen Niveau kritisieren, das sie selbst als Maßstab für ihre Kritik einsetzen.

 

Manche Schauspieler sind Menschen, denen die Bühne das Leben an sich ist, währen das Leben an sich ihnen einfach keine Bühne schenkt.

 

Musik ist die Kunst, die göttliche Ordnung mittels Klangfarben an den Himmel zu malen.

 

Mut ist auch die Fähigkeit, den Traum zu leben, wenn der Trauminhalt noch im Nebel der Zukunft liegt.

 

Nichts ist peinlicher als die Kritik eines Kritikers, der den von ihm kritisierten Zusammenhängen selbst nicht intellektuell gewachsen ist.

 

Nichts tönt nachhaltiger im Ohr als das Ende eines Musikstückes, das man gerne immer weiter hören möchte.

 

Nur wer seine eigenen Regie- Anweisungen im Inneren seiner Psyche gleichzeitig in aller Dramatik miterlebt, kann als Regisseur motivierend seine Darsteller fördern.

 

Ob ich von meinen Gedanken träume oder meine Gedanken von mir, macht nur dann einen Unterschied, wenn einer den anderen nicht ernst nimmt.

 

Öffentliche Kritik ist wunderbar geeignet, auch öffentlich den Grad des eigenen Unverständnisses vorzuführen.

 

Fantasie, Ideen, Impulse und Tatkraft sind das Brennholz für ein feurig gelebtes intensives Leben.

 

Plagiate: Gestohlene Gedanken, damit sich ein Dieb auf Kosten fremder Einfälle schneller profilieren kann.

 

Poesie bedeutet, einen schönen Gedanken in einen harmonischen Rhythmus zu kleiden und damit Gefühle in tanzende Schwingung zu versetzen.

 

Schauspielkunst ist die Fähigkeit der Seele, dem Sag- und Denkbaren eindrücklich gefühlsstarken Ausdruck zu verschaffen.

 

So manche kreative Einfälle werden bei Modedesignern zu stofflichen Abfällen, wenn die figürlichen Voraussetzungen für den Ausfall des Wegfalls modisch stimmen.

 

Staunen ist die Kunst der feinen Beobachtung am Außergewöhnlichen, das im Durchschnittlichen steckt.

 

Teure Kunstwerke unterscheiden sich von manch großartigen Kunstwerken nicht aufgrund des Preises, sondern aufgrund von Talent.

 

Themen, die uns des Nachts verfolgen, denen haben wir am Tag das Etikett »wichtig« angeklebt.

 

Träumt jemand und glaubt dabei er sei wach, ist er nicht immer automatisch besser dran als jemand, der im Wachzustand glaubt zu träumen.

 

Traumtänzer mögen zwar ihren Traum tanzen, aber sie tanzen sich nur selten ins Zentrum der realen Erfüllung ihrer Wünsche.

 

Überschreitet die Logik ihre Grenzen, braucht sie vor der Visa-Erteilung ins Land der Fantasie einen mentalen Virenscan.

 

Ungewissheit hat immer dann eine kreative Komponente, wenn sie nicht mangelnden Ideen unterliegt, sondern die Last der Fülle als Herausforderung noch vor sich hat.

 

Unser Spektrum, unser ganzes Leben über zu schauspielern, erweitert sich mit jeder weiteren Rolle, die wir auf der Bühne des Lebens glaubhaft zelebrieren.

 

Verfügt jemand über viel Fantasie und Vorstellungskraft, vervielfacht er schon zu Lebzeiten seine Wirklichkeit(en).

 

Verschlüsselt und verschleiert man das, was man beschreiben möchte, so erweitert man es um die Fantasie des Zuhörers und stellt es damit näher an seine vielen Wirklichkeiten, die es von jedem Individuum neu empfängt.

 

Viele potenzielle Sänger halten nur deshalb ihren Mund fest verschlossen, weil sie einfach zu gut hören.

 

Vielfältiger Lärm, der zum Ende einer Stunde manchmal auch schon recht angenehm klingt, nennt man: Musikunterricht!

 

Wahre Künstler können die innenwohnende Schöpferkraft des Erhabenen im Kunstwerk nach außen sichtbar machen.

 

Weil Kunst Können voraussetzt, können so wenige Kunst.

 

Wenn das Ideenhafte die Basissubstanz der Wirklichkeit ist, sollte die Fantasie ihre schönste Garnierung sein.

 

Wer an seine Träume glaubt und dabei das Denken blockiert, bleibt ein ewiger Traumtänzer. Wer aber seine Träume benutzt, um das eigene Denken zu fördern, kann die Meisterschaft in gleich zwei Realitäten erringen.

 

Wer es schafft, sich sicher durch seine eigenen Albträume zu navigieren, braucht vor der Realität im Wachzustand auch keine Angst mehr zu haben.

 

Wer nachts mit den Zähnen knirscht, hat sie am Tag zu wenig gezeigt.

 

Wer nichts weiß und dies offen kundtut, zeigt neben seinem Nichtwissen auch einen eklatanten Mangel an Raffinesse und Fantasie.

 

 


Beschreibt man das Besondere mit Worten, stiehlt man ihm bereits seinen lebendigen Anteil.

 

Am Leben zu erwachen, heißt, sich über immer weniger zu wundern, ohne dabei das Staunen zu verlernen.

 

Auf dem Glatteis des Lebens rutscht nur der ohne Brüche, der ein Korsett trägt mit Stäben aus geistiger Frische.

 

Begreift erst der Mensch einmal, wie groß der Anteil seines Denkens und Fühlens an seiner Krankheit ist, wird er vor allem zuerst seine Lebenshaltung ändern.

 

Bevor man Leben versteht, muss Leben in möglichst vielen Facetten erfahren werden.

 

Bist du durch deinen langen Lebenskampf gegangen, wird dir weder Sorg noch Angst anhangen.

 

Blamagen im Leben sind die Zuchtmeister für immer mehr Mut, sich dem zu stellen, was ist, sofern man an ihnen nicht vorher schon seelisch zugrunde geht.

 

Das eigene Lebensziel mit den Lebenszielen anderer Menschen zu vergleichen, ist ähnlich sinnvoll, wie Sonne und Mond gleichschalten zu wollen, nur weil sie uns beide am Himmel als hell erscheinen.

 

Das Komplizierte im Leben ist jene unverstandene Einfachheit der Dinge, die sich aber erst recht nicht dann erschließt, wenn man sie analysiert und mental seziert.

 

Das Leben ist vor allem dann voller Spannung, wenn man sich seiner eigenen multiplen Anteile nicht nur bewusst ist, sondern sie auch kreativ einsetzt.

 

Das Leben vergeht? Nein! Das Leben bleibt, der Tote vergeht.

 

Das Misstrauen der Alten gegen die kreativen Ideen der Jungen ist vergleichbar mit dem Misstrauen der Jungen gegen die Lebenserfahrung der Alten.

 

Das wirklich Schlimme an manch bösartigen Ideen ist die Tatsache, dass sie sich oft schon seit Jahrtausenden bewährt haben und deshalb keine Chance zum Aussterben bekommen.

 

Dass die Totenruhe nicht gestört werden darf, hat doch für alle Toten etwas sehr Beruhigendes.

 

Der Mangel an Illusion lässt jede Menge Platz für ein Füllhorn von gesundem Realitätssinn.

 

Der Tod ist im Leben für die meisten Menschen so lange bedeutungslos, bis er nicht deutlich fühlbar am eigenen Bett steht und nervös auf die Uhr schaut.

 

Der Tod stirbt dann, wenn das Leben so lebendig geworden ist, dass seine Vitalität sich nicht mehr erschöpft. Der Tod stirbt dann, wenn wir die Gottesdurchdringung im Herzen erfahren.

 

Die dunkle Seite des Lebens ist die Pflicht, die man tut, obschon man sie nicht einsieht.

 

Die Feuerleiter des Schmerzes kann zugleich der Notausgang sein, der zur Gesundheit führt.

 

Die Geburt der Kunst begann erst nach der Vertreibung aus dem Paradies, da zuvor dort keine kreative Handlungsfreiheit herrschte.

 

Die hinteren Lieferanteneingänge des Lebens sollte man meiden, wenn über dem Haupteingang »Herzlich willkommen« steht.

 

Die Lebens-Rückfahrkarte, die man mit der Geburt in die Hände gedrückt bekommt, gilt nicht für jeden Menschen für die Erste Klasse; viele Menschen sind schon dankbar, einen Stehplatz mit Haltegriff zu ergattern.

 

Die menschliche Natur endet dort, wo das Unmenschliche seine Geburt beginnt.

 

Die Verrücktheiten der Welt bündeln sich in einer Art Spaß, dessen Ernst und Gefahr uns vor lauter Freude am Spaß entgeht.

 

Die Zeit, die einem beim Sterben oft fehlt, hat so mancher in den Wartezimmern der Ärzte zuvor unnütz vertrödelt.

 

Dort wo die Pflanzen der Todsünden sprießen, tummeln sich die Scheinheiligen zum Düngen und Gießen.

 

Dort, wo ich mir selbst paradox entgegentrete, öffnet sich die Schleuse zum Erleben meiner Ganzheit.

 

Droht beim Empfinden von Freude Verlustangst, geht die Falltür zur Sinnlosigkeit auf.

 

Ein körperliches Schwergewicht macht sich sein Leben umso leichter, je leichter es mental an seiner körperlichen Schwere trägt.

 

Eine Krankheit kann der beste Wegweiser aus dem Dschungel eines langgehegten Lebens-Irrtums werden.

 

Es gibt Formen menschlicher Schönheit, die ihre Eigentümlichkeit durch die Patina eines unauslöschlichen Schmerzes strahlen.

 

Fasst man die Welt in zehn groben Oberbegriffen zusammen, kann man sich über ihr Wesen schlüssig, global, kulturübergreifend schnell verständigen: Leben, Sex, Geld, Macht, Konsum, Krieg, Sehnsucht, Frieden, Tod, Gott.

 

Freude ist die Belohnung, die am Ende einer Kette vieler Bemühungen steht, welche sogleich mit dem nächsten Kettenglied wieder an den nächsten Zyklus angebunden wird.

 

Gedankenlosigkeit ist eine Krankheit, die leider nicht blutet.

 

Gefühle, gegen die wir uns ganz besonders heftig wehren, sind oft jene, die ziemlich genaue Auskunft über unser Wesen und unsere Haltung zum Leben geben.

 

Geringfügigkeiten im Alltag regen uns meist stärker auf als die Toten auf den täglichen Schlachtfeldern aktueller Kriege.

 

Gesunder Menschenverstand tut manchmal gut daran, unsichtbare Barrieren gegen zu viel Nachdenken zu errichten.

 

Gesundheit ohne schöpferisches Tun gleicht einer Krankheit ohne klare Symptome.

 

Glück und Unglück sind verbrüderte Antagonisten,  die auf Dauer ohne einander nicht können.

 

Glück zeichnet sich vor allen durch eine Flüchtigkeit aus, der wir immer wieder neu hinterher jagen.

 

Gute Gewohnheiten sind sehr schlecht, wo schlechte Gewohnheiten das Überleben sichern könnten.

 

Gute Ideen zu gebären kann ein ebenso schmerzhafter Akt werden, als ein Kind zu gebären.

 

Helden werden nicht geboren, sie werden auch nicht geschubst - sie schmeißen sich selbst ins Wasser!

 

Humor und Lebensfreude ist häufig mit Ernst und Mühen gedüngt.

 

Im Kuriosen-Kabinett des Lebens ist ausgerechnet der Tod der einzige, der einfach nicht ausstirbt.

 

Ist das neue Argument totsicher, hätte man mit dem alten Argument vielleicht ein wenig länger leben können.

 

 

Je höher man sein eigenes Feingefühl entwickelt, umso mehr drangsalieren einen die Grobheiten des Lebens.

 

Jene Ereignisse bekommen am Ende des Lebens  wahres Gewicht, die nicht mit dem falschen Gewicht von vergänglicher Oberflächlichkeit belastet sind.

 

Knusprige Antworten auf nicht gebackene Fragen ungefragt zu servieren, hat schon manchem selbsternannten Rat-Schläger anschließend Magenschmerzen bereitet.

 

Kranke, die ihre Krankheit nicht allzu wichtig nehmen, entziehen so mancher von ihr damit den Daseinsgrund, was sie schneller gesunden lässt.

 

Kranke, die sich gesund fühlen, sind oft gesünder als Gesunde, die sich krank fühlen.

 

Kritik mit zersetzendem Charakter ist sinnvoll dort, wo ein schlechtes Werk seinen letzten Todesstoß braucht.

 

Kummer kümmert sich nicht um rationale Argumente, wenn er sich ausleben will.

 

Kummer und Sorgen lassen sich leichter ertragen, wenn man den Verstand nach der unangenehmeren Alternative befragt.

 

Lebensfreude und Anstrengung gehen oft Hand in Hand, wo Tätigsein geliebte Arbeit ist.

 

Legenden überleben deshalb so lange, weil sich ihre Inhalte durch ungenaue Übertragung flexibel verändern.

 

Liegt jemand bereits in der Pfütze seines Lebens, ist es unfair, ihm auch noch Blitz und Donner hinterher zu schicken!

 

Manche Krankenschwestern sind Menschen, die es mit beharrlich penetranter Durchführung ihres Organisationsplanes schaffen, dass sich die Patienten nach der Entlassung krankenhausreif fühlen.

 

 

Manche Melancholiker sind Menschen, die nur noch als Clown in dieser Welt eine Überlebenschance haben.

 

Manche Talkmaster sind Menschen, die Menschen nur dazu benutzen, um anderen Menschen zu zeigen, wie sie selbst niemals leben möchten.

 

Menschen im Leid freuen sich besonders an der nächsten Freud‘ an der Freud‘.

 

Mit jeder neuen Erkenntnis findet die Geburt eines göttlichen Impulses in der Menschheit statt.

 

Mut zeigen häufig besonders jene Menschen, denen die Fantasie für Gefahr, Schmerz oder Tod fehlt.

 

Nervöses Herumzappeln in der Warteschlange zum Tod ist überflüssig, da niemand vom Sensenmann vergessen wird.

 

Neue Erkenntnisse sind Aufwachmomente, die die Prioritäten des Lebens verschieben.

 

Nicht nur am Morgen ist das Aufwachen angesagt, sondern lebenslang jede Sekunde.

 

Nicht nur der Tod hält seine terminlichen Verpflichtungen ein, sondern auch das Leben selbst, das sich nicht vor seiner Zeit beenden lässt.

 

Nur dort, wo ich mir selbst paradox entgegentrete, öffnet sich die Schleuse zum Erleben meiner Ganzheit.

 

Nur jene Ereignisse bekommen am Ende des Lebens wahres Gewicht, die nicht mit dem falschen Gewicht von vergänglicher Oberflächlichkeit belastet sind.

 

Nur weil man gesund auf zwei Beinen steht, ist man nicht krank, wenn man liegt.

 

Nur wenige Augenblicke sind mir in meinem Leben gnadenvoll vergönnt, in dem ich Wesentliches vom Unwesentlichen in der Schärfe aller Klarheit vollbewusst zu unterscheiden vermag.

 

Ob das Wesentliche als Echo in einem selbst widerhallt, ist nicht nur eine Frage des gesunden Gehörs.

 

Ob Henker ein Job fürs »Leben« ist, ist nicht nur eine grammatikalische Frage.

 

Ob man unter einer Krankheit leidet oder während einer Krankheit auch schöpferisch tätig werden kann, hängt nicht allein von der Schwere der Krankheit ab, sondern auch von der Leichte einer sinnstiftenden  Lebenshaltung.

 

Obschon die menschliche Lebenserfahrung mit vielerlei Schrecken und Schmerz aufwartet, kleben wir an unserem Leben wie ein Bär am Honig, weil wir ahnen, dass es so einzigartig ist wie wir selbst.

 

Qualität setzt sich nur dann und dort gegen Quantität durch, wo die Wertbeständigkeit zur Voraussetzung des Überlebens oder Überdauerns wird.

 

Risiken mit möglicherweise tödlichem Ausgang lohnen sich dennoch auszuprobieren, wenn das Wissen darüber wichtiger ist als das eigene Überleben.

 

Schmerzen sind häufig auch unsere wertvollen aber ungeliebten Warner zur Änderung der eigenen falschen Lebensweise.

 

Schultafeln sind Schwarze Löcher, aus denen das drohende Nichts lauert, welches mit Geist gefüttert werden will.

 

Sterben Menschen meist deshalb am Ende so wortlos und still, weil sie sich bereits bei ihrer Geburt mit Geschrei verausgabt haben?

 

Sterben will genauso gekonnt sein wie Leben.

 

 

Ungesunde und falsche Gedanken wirken wie infektiöse Keime, die ganze geistige Landstriche lahmlegen können.

 

Unseren Lebenskomödien sind auch deshalb Fäden von Tragik eingewebt, weil wir Sorge haben, dass zu viel Lachen am Ende noch den Ernst des Fortschritts untergräbt.

 

Unsterblichkeit und Verwesung schließen sich übrigens nicht aus, sondern ein.

 

Vielen Menschen schmerzt ihr Hals deshalb so oft, weil der Durchlass von Kopf zu Herz mit zu viel Gedankenmüll blockiert ist.

 

Vieles, was der Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen dient, ist deshalb noch nicht vermarktbar, weil es einfach zu gut und zu früh war für seine Zeit.

 

Von allen lebenden Spezies hat sich der Mensch die größte Inkompetenz fürs eigene gute Überleben erworben.

 

Weil die meisten Leute noch immer die falschen Dinge glauben, warten die richtigen Ereignisse noch immer auf ihren Kopfsprung ins Leben.

 

Weil man Bleibendes oft nicht den eigenen Kindern fürs Leben verpassen kann, hofft man so sehr auf passende Enkel.

 

Wenn der Tod eines Menschen ein kleines Loch ins Gewebe des Seins reißt, ist eine nächste Geburt eines Menschen wohl die Stoffmamsell, die es schnell wieder flickt. 

 

Wenn historische Strukturen zerbrechen, kann die Zukunft ihre Geburt in der Gegenwart feiern.

 

Wer am Leben erwachen will, sollte vor allem lernen, wann er am besten die Augen rechtzeitig schließt.

 

Wer am Streit bitter erwacht, hält zukünftig besser seine Zunge im Schach.

 

Wer das Zitat »Man stirbt nur einmal« in die Welt gesetzt hat, zeigt einen eklatanten Mangel an Reinkarnations-Erfahrung.

 

Wer die schwierigen Wege im Leben bevorzugt, ist vermutlich zu wenig intelligent und begabt für die leichten Wege.

 

Wer hinter den Horizont mancher Mitschüler schaut, erschreckt vor der unleugbaren Tatsache, dass dort die Erde tatsächlich eine Scheibenwelt ist.

 

Wer mit gleich vielen Talenten geboren wird, hat vor seiner Geburt einfach länger und geschickter mit Gott gedealt.

 

Wer nicht genug praktisches Wissen für dieses Erdenleben hat, lebt grenzgängerisch. Wer allerdings ausreichend viel Unwissen für dieses Leben besitzt, ist bereits im Absturz begriffen.

 

Wer sich abhärtet sollte dennoch auf eine überlebensnotwendige Biegsamkeit achten.

 

Wer sich vom Leben ständig ausgebremst fühlt, sollte seine Geschwindigkeit zum Lebensziel hin gründlich hinterfragen.

 

Wie ist es eigentlich mit dem Schwangerschaftsabbruch eines Gedankens geregelt und wo wird die Fehlgeburt einer Idee bestattet?

 

Will ein Lebender einem Mitmenschen die Sache mit dem Tod erklären, so ist das ähnlich erfolgreich, wie wenn ein Nichtschwimmer einem Ertrinkenden erste Anweisungen ins offene Meer hinausruft.

 

Zum Glück braucht das Glück nicht das Unglück, um als kurzfristig real erlebt zu werden.

 

Zwischen Geburt und Tod schlagen sich viele Menschen vor allem auch mit nichtigen Sorgen herum, die sie irrtümlich für wichtig halten.

 

Zwischen Kummer und Trost spielt die Vernunft oft den Schiedsrichter.

 

 

Akten werden deshalb so umfangreich angelegt und archiviert, damit der Staat einen ständig handfesten Beweis hat, warum er so viele  Beamte braucht.

 

Am Wochenende wurde wieder mit Schlagstöcken und Tränengas der Frieden verteidigt.

 

Angesichts finanzieller Verlockungen schleicht sich das Denken vorübergehend selbst aus klugen Köpfen heraus.

 

Archivierte Akten sind wie wertlose Aktien, die ihren Zeitwert verloren haben.

Auf den hitzigen Debatten meist erfolgloser Klimakonferenzen nützt zur Abkühlung der Gemüter nicht einmal ein Schlückchen letztes Gletscherwasser.

 

Ausgerechnet die dekadenten Güter sind es häufig, die die besten Werte generieren.

 

Banken und Börsen sind  langsam zerfallende Kathedralen einer postmodernen Gesellschaft, die sich neuen Nachhaltigkeitswerten verschreibt.

 

Beamte haben zwar kein Streikrecht, aber jede Menge Möglichkeiten, im Falle einer inneren Verweigerung in den enggeflochtenen Maschen des Sozialstaates wohlbehütet zu überleben. 

 

Brave Bürger brauchen überschaubare Politikerpersönlichkeiten, die eine Identifikation mit dem ihnen  menschlich Gewohnten leicht machen.

 

Da Politiker fast nie halten, was sie versprechen, aber uns schenken, was wir nicht wollen, betrachten wir sie als familiär zugehörig.

 

Da sich das Grausame auch von unstillbarer Unzufriedenheit nährt, kann es mit dem Mittel der Wunschbefriedigung eben auch nicht allein aus seiner Gier-Falle erlöst werden.

 

Das »Recht des Stärkeren« ging in die Rechtsprechung durch legale Deals mit der Staatsanwaltschaft ein.

 

Das absurde Theater zwischen Regierung und Opposition in Wahlkampfzeiten ist zu manchen Zeiten reif für den Satirepreis.

 

Das Credo der Erfolgreichen: Meine Schwächen sind zu schwächen in dem ich meine Stärken stärke!

 

Das Fazit aus den bilateralen Konferenzen: Wildes Hornissengebrumm!

 

Das Gutgemeinte für das Richtige ist leider nicht immer das Beste für das wirklich Wichtige.

 

Das Hochgeschwindigkeitsdenken eines schlecht bezahlten Beamten führt in der Regel nicht zu überhasteten bürokratischen Aktionen, die Bürger fürchten müssen.

 

Das intensive Benutzen von Physikräumen mit wenig kompetenter Handhabung bietet gute Möglichkeiten, bei der Landesregierung neue Renovierungszuschüsse zu bekommen.

 

Das lüsterne Spiel mit der Macht ist besonders fein gewürzt, je genauer man weiß, was alle anderen nicht wissen.

 

Das Schlagen nach einer Fliege ist ähnlich albern, wie das hoffen auf den Abbau von Bürokratie.

 

Das spannende an den Prioritäten ist ihr Drängeln um Vorherrschaft und ihre Dominanz über alles Sekundäre.

 

Das verbale Glatteis auf dem gebohnerten Flur der Vorstandsetagen lässt vor allem jene Mitarbeiter in eine Rutschpartie schliddern, die ihre Konversation nicht der Ebene anzupassen wussten.

 

Demokratieverhalten in Bezug auf Aggressivität ist nur dann gegeben, wenn jeder im Falle von Massenprügel dann auch die gleiche Menge von Keile abbekommt.

 

Den Schatten, die eine vakante hohe Position manchmal voraus wirft, entpuppt sich manchmal als großes schwarzes Loch, das die angesaugte Energiemenge des Unternehmens niemals mehr hergibt.

 

Der durchschnittliche Nicht-Wähler nimmt sein Wahlrecht deshalb nicht wahr, weil er die zur Wahl stehenden Abgeordneten für zu durchschnittlich hält.

 

Der Fortschritt der Welt wird oft ausgebremst durch den Rückschritt moralischer Bedenken dem Fortschritt gegenüber.

 

Der Fusionierungszwang großer Banken weist Börsenzocker nur bedingt in die Schranken.

 

Der Lobbyismus ist in seinen gierigen Auswüchsen ein Krebsgeschwür der Demokratie.

 

Der Mensch steht zur Technik wie das Vieh zum Futtertrog; allzu große Abhängigkeit kann tödlich enden.

 

Der Platzwechsel der Macht läuft oft über Konten, statt übers diplomatische Parkett.

 

Der Rat eines Narren mit gutem Bodenkontakt kann klüger sein, als die Voraussage eines Analysten im Flieger zwischen London und Brüssel.

 

Der Staat, der sich vor einzelnen Individuen ängstigt, zeigt damit die wahre Potenz seiner Ohnmacht.

 

Der Unterschied zwischen dem Mächtigen und Ohnmächtigen steckt in der Handhabung unseres Lebenskäfigs. Der Ohnmächtige kommt  nicht auf die Idee, nachzuschauen, ob seine Käfigtür überhaupt verschlossen ist.

 

Der Unterschied zwischen Helden und Feiglingen ist nicht immer das Maß des real aufgebrachten Mutes, sondern oft eine Frage der zufälligen Anwesenheit der Presse.

 

Der Verlust demokratischer Freiheiten stört viele Bürger weniger, als eine Reduzierung des Wohlstandes.

 

Der Versuch, Politiker heute noch mit Petitionen zu beeindrucken, wirkt ähnlich hilflos, wie mit zwei ausgebreiteten Handflächen die Regenmassen eines Taifuns aufzuhalten.

 

Der Weise weist das Machtgelüst als für ihn unverdaulich ab und nährt sich lieber mit Bescheidenheit.

 

Die Abschaffung der friedlichen Vernunft beschert der Rüstungsindustrie satte kriegerische Gewinne.

 

Die Attraktivität des Defekten, Unvollkommenen, Hässlichen ist so ungebrochen groß, dass die menschliche Sucht nach Bad News mit nichts zu toppen ist.

 

Die Aufblähung von Vorstandsetagen macht Sinn, wenn man sich zukünftig an Verschlankungsbeschlüssen profilieren möchte.

 

Die Ausuferung der globalen Märkte wird weniger in ein flexibles, in sich rundes System wirtschaftlicher Ausgewogenheit münden, als eher in eine globale Deformation, die zu einem Polsprung an den Börsen führt.

 

Die Beständigkeit des Wechsels führt dazu, dass Starre und Stagnation nur kurze Übergangsprozesse sind, die uns nicht beunruhigen müssen.

 

Die besten Beobachter sind jene, die während des Vorgangs der Beobachtung von niemandem dabei beobachtet werden, deren Beobachtung sie nur ablenken würde.

 

Die Chance, heiliggesprochen zu werden, wächst mit dem Maß des öffentlich zelebrierten Martyriums durch die Presse.

 

Die Dekadenz schlendert im Gewand einer gierigen Lust durch die Straßen der Illusion, derweil ein innerer Ernst im Weltenwerden sich schüchtern nur durch Nebengassen drückt.

 

Die deutsche Schwermut in Bezug auf Konsumverhalten in Rezessionszeiten hat die Leichte von schwimmendem Blei erreicht.

 

Die erfolgreich angestachelte Gier nach mehr und mehr Konsum und das gleichzeitige Verschwinden der menschlichen Wertschätzung werden uns einmal besonders teuer zu stehen kommen.

 

Die Fäden, an denen die Marionetten des Staatsapparates lebenslang kleben, sind aus wertstabilen Alterspensionen gewebt.

 

Die Freiheit der Presse ist mehr in den gesetzlichen Statuten des Berufsstandes zu finden, als in den Kommentaren der alltäglichen Arbeit, die von Anzeigenkunden mit dominiert wird.

 

Die gesetzliche Regelungswut in Brüssel hat seinen nächsten Fieberschub auf die Temperatur glühender Grillkohle erhöht.

 

Die konsequente Nichtbeachtung von Regeln und Vorschriften führt relativ schnell zu ihrer Abschaffung, weil die konsequente Verfolgung ihrer Nichtbeachtung zu teuer würde.

 

Die Konsequenzen, die aus Korruptionssümpfen gezogen werden, ist oft nur eine gesteigerte Raffinesse beim nächsten Betrug.

 

Die Kreativität von Bürokraten zeigt ein erstaunliches Können, wenn es mal wieder um neue Vorschriften und Regelungen geht, die niemand versteht.

 

Die Kunst, Geld auszugeben, das man nicht besitzt und auch nicht bekommt, wird mit gewissen Anleihemodellen immer häufiger verführerisch verfeinert.

 

Die Megageschwindigkeit der Abwicklung von Börsen- und Warentermingeschäften ähnelt oft dem drangvollen Herum-Geschubse während einer Massenpanik.

 

Die politischen Diktatoren der Welt erkaufen sich ihre Macht durch Unterdrückung. Die wirtschaftlichen Diktatoren der Welt unterdrücken ihr Volk durch seine Käuflichkeit.

 

Die raffiniertesten Körperprothesen werden meist in jenen Ländern entwickelt, in denen auch die Rüstungsindustrie die Nase vorn hat.

 

Die Satire hat fast alles so ausgereizt, dass es langsam schwer wird, noch weitere politische Dummheiten extra für sie zu planen.

 

Die schöpferische Akte einer verbeamteten Bürokratie sorgen dafür, dass es niemals dazu kommt, den Beamtenstaat nachhaltig zu verschlanken.

 

Die Selbstverständlichkeit unseres ständig verfügbaren Luxus, macht uns zu Marionetten der Konsumabhängigkeit.

 

Die Unfähigkeit der Leute, visuell auch dasjenige bewusst wahrzunehmen, was sie tatsächlich sehen, ist ein interessantes Phänomen für Psychologie und die Wissenschaft der Optik.

 

Die Unzuverlässigkeit von Wähleraussagen vor einer Wahl hat einen Grad von Freiheit erreicht, dem man endlich mit gesetzlichen Sanktionen begegnen sollte.

 

Die Verschwörungs-Theorie-Befürworter klatschen laut Beifall, wenn sich  die Verschwörungs-Theorie-Praktiker gegen die Verschwörungs-Theoretiker verbünden, um  den Verschwörungs-Theorie-Gegnern ein gelungenes Beispiel von Verschwörung-Theorie-Leugnung gegen die wahren geheimen Verschwörer zu geben, die man ja allzu gut kennt, während der Rest der verschworenen Gemeinschaft hoch und heilig schwört, niemandem und nichts mehr zu glauben, vor allem aber nicht einmal sich selbst.

 

Die Verwahrlosung der Gedanken findet ihre Hochkonjunktur in den Fake News und überbietet sich selbst dort, wo die angeblichen Fake News dann doch wieder der Wahrheit entsprechen. 

 

Die Waffe des modernen Krieges ist das inflationäre Wort, vor dem sich niemand retten kann!

 

 

Die wahrhaft gefährlichen Löcher in Staatszäunen werden nicht von Schmugglern geschnitten, sondern von Doppelagenten.

 

Die Wissenschaft von der Naivität der Mitmenschen hat ihr dreigeteiltes Headquarter in der Psychologie, der Werbewirtschaft und Religion zugleich aufgeschlagen.

 

Diktatoren, die sich demokratisch benehmen und wählen lassen, betrügen ihr eigenes Volk um einen wahren Despoten.

 

Dinge zu verkaufen, die niemandem gehören und nicht einmal existieren, ist mittlerweile üblich in Börsengeschäften.

 

Donald Trump: Twittersturm im Wasserglas der Geschichte!

 

Ein besonderes Zeichen wahrer politischer Macht ist es, alle Macht jederzeit zur Verfügung zu haben, sie voll nutzen zu können und dennoch so weise zu regieren, dass ihr Gebrauch niemals nötig wird.

 

Ein Karrieresturz eröffnet neue Möglichkeiten, die Bedingungen der Arbeitswelt von einer anderen Warte aus neu zu beurteilen.

 

Ein Narr ohne Sinn für Humor gleicht einem Manager ohne Gefahreninstinkt für Bestechung.

 

Ein wohlig warmer Kaskadeschauer aufgrund hoher Gewinnausschüttungen kühlt sich rasch unangenehm ab, wenn dies gleichzeitig neue Sozialansprüche im Schlepptau hinter sich her zieht.

 

Eine gute Presse, ist eine kritische Presse, die mit Esprit und Sachverstand das Komplizierte so vereinfacht, das man motiviert ist, die scheinbare Einfachheit nun gern in ihrer Kompliziertheit selbst tiefer zu hinterfragen.

 

Entsetzen über die Umsatzzahlen kann sich nur dann breit machen, wenn man vorher gründlich nachlässig war.

 

Erreicht die bilaterale Verständigung der Völker einmal ein Maß, das dem des bilateralen Warenverkehrs vergleichbar ist, erübrigen sich teure militärische Bündnisse.

 

Es braucht keine besondere Güte, wo die Quantität zum Hauptfaktor des Gebrauchten wird.

 

Es schadet der Karriere, wenn man seinem Chef ständig beweist, dass man intelligenter ist als er selbst.

 

Finanzverbrechen im großen Stil sind nur dann gut vom Volk zu ertragen, wenn die Höhe der Betrugssumme das Vorstellungsvermögen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers sprengt.

 

Freiheit für die Wissenschaft braucht eine Wirtschaft mit vorzüglichem Budget.

 

Früher wurde die Welt mit Feuer und Schwert erobert. Heute erobert man sie am schnellsten mit Warentermingeschäften. Die Chance zum Siegen und Verlieren ist so ziemlich gleich geblieben.

 

Genießen sollte genauso gekonnt sein, wie Verdrießen.

 

Gentechniker und sollten sich vor weiteren Experimenten am Erbgut des Menschen formaljuristisch auch schon einmal über das Copyright der göttlichen Schöpfungskreation aufklären lassen.

 

Gerüchte im politischen Betrieb sind wie Explosionsgeschosse, die die Kraft haben, selbst die Fragmente ihrer eigenen Detonation nochmals nach zu zünden.

 

Gerüchte im politischen Betrieb sind wie Explosionsgeschosse, die die Kraft haben, selbst die Fragmente ihrer eigenen Detonation nochmals nach zu zünden.

 

Gewinnankündigungen können das Strahlen einer Supernova auf den Gesichtern der Aktionäre auslösen. Revolutionäre Forderungen haben in Zeiten friedlicher Gestimmtheit die Kraft einer Fehlzündung.

 

Glühen die Drähte zwischen echtem Wissen und vagen Vermutungen wieder einmal heiß, sollte man sich beim öffentlichen Statement sicherheitshalber auf emotionale Äußerungen verlassen, die eine beruhigende Wirkung entfalten.

 

Hätten unsere Universitäten den Mut, »Lehrstühle für unbestimmte Ereignisse« einzurichten, bestünde die Chance, durch freies Forschen auch endlich Lösungen in jenen Bereichen zu finden, wo gar keine gesucht wurden!

 

Häufen sich wieder einmal Regeln und Gesetze, ist anzunehmen, dass sich die Menschen hinter den Mauern der Angst vor der Freiheit verbarrikadieren.

 

Hohle Politikerworte bekommen besonders dort gut an, wo hohle Wählerköpfe Ihresgleichen erwarten.

 

Im Schatten der Macht ist oft deshalb so stickige Luft, weil die Tür zum Gegner nicht geöffnet werden darf.

 

Im Spiel der Mächtigen darf nur derjenige mitspielen, der nicht von unnötigen moralischen Hemmungen drangsaliert wird.

 

In Zeiten des rasanten technischen Fortschritts ist zu fragen, ob eher Maschinen oder eher Menschen schneller zum alten Eisen gehören.

 

Ist die Wirtschaft erkrankt, braucht es die Bank. Den Steuerzahler jedoch braucht die Bank, ist sie selbst erkrankt.

 

Je größer der Finanzspekulations-Skandal im multinationalen Konzern, umso kleiner die Gefahr, als lächerlicher Ölfleck unter der Dampfwalze der Konzerngeschichte zu verschwinden.

 

Je mehr Bürger unter Steuerlasten ächzen, umso elitärer die Gruppe, die ihre Gewinne daraus generiert.

 

Keimfreie Politik verträgt nur laborgeprüftes Wählerpublikum.

 

Konsum wird zur Plage, ist die Qualität des Genusses einfach nur fade.

 

Korruption führt zu Gewinnmaximierung ohne die lästige Zensur des Gewissens.

 

Krieg bedingt: Ein individuelles JA zur Waffe. Frieden bedingt: Ein individuelles NEIN zum Krieg.

 

Lässt jemand in seinen Vorschlägen absichtlich jede Menge Platz für Missverständnisse offen, signalisiert er damit seine Sehnsucht nach mehr Kommunikation.

 

Luxus sollte vor allem jenen Genießern vorbehalten bleiben, die sich durch die Ästhetik des Geschmacks als Kenner erweisen – arm oder reich sollten dabei nicht die entscheidenden Kriterien sein.

 

Machen Politiker in Wahlkampfzeiten neue soziale Versprechen, so kommen sie damit nicht selten so warmherzig herüber, wie ein gezogenes Stilett.

 

Man fragt sich: Hat der Staat ein Hirn und wenn ja, warum versteckt er es denn schamhaft vor seinem Volk?

 

Manche Banker sind Menschen, deren geistige Diät darin besteht, den Börsenkurs für eine Stunde zu vergessen.

 

Manche Chefs sind Menschen, deren Cholerik sich schon satt im Cholesterin angereichert hat.

 

Manche Erfinder sind Menschen, die Dinge erfinden, die niemand braucht und die auch niemand jemals haben wollte.

 

Manche Erkenntnistheoretiker sind Menschen, die theoretisch erkennen, was sie praktisch nie zu leisten vermögen.

 

Manche Ingenieure sind Menschen, die mit ihrem technischen Verstand niemals über die Hürde eines Legobaukastens gesprungen sind.

 

Manche Wissenschaftler sind Menschen, die ihre Lehrformel nach kurzer Zeit selbst zur Leerformel erklären.

 

Manchmal ist der Preis fürs Geld so hoch, dass der Zugewinn zum Minus wird.

 

Menschen degradieren sich selbst zu Maschinen, indem sie Maschinen zu menschlichem Verhalten zu programmieren versuchen.

 

Menschen, die für sich selbst denken, an sich selbst denken und überhaupt selbst denken sind der Horror eines jeden Umfrageinstitutes, vor allem in Wahlkampfzeiten.

 

Mentale Ausweichmanöver werden dann zu Fehlleistungen, wenn der Frontalcrash in der Auseinandersetzung einzig sinnvoll gewesen wäre.

 

Mit dem ersten Blick in die Morgenzeitung surfen kundige Augen bereits auf dem Wellenkamm des Grauens.

 

Mit entsetzter Faszination liest du in den News der Welt, dass diese sich dem Untergang verschrieben hat und diesen Crash bilateral auf Konferenzen bürokratisch zu den Akten legt.

 

Nach der neuen Arbeitszeitverordnung hat das Nachdenken über die eigene Tätigkeit mit dem Stempeln der Stempelkarte unverzüglich auszusetzen.

 

Neue Steuererhöhungspläne sollte man dem eigenen Wahlvolk nur mit Dopamin fördernden Ausschüttungen weiterer Versprechen verkünden.

 

Nicht der Luxus des Preises sollte Kaufanreiz sein, sondern der Luxus des nachhaltigen Genusses, den man nicht mehr missen möchte.

 

Nicht die Atomwaffen der Mächtigen bedrohen unser Leben, sondern ihre nicht gelebte Freude. Nicht die Chemiewaffen der Nationen gefährden unser Sein, sondern ihre nicht gelebte Sanftheit. Nicht Viren und Bakterien der Diktatoren werden töten, sondern tödlich ist die nicht gelebte Liebe.

 

Ob die Automatisierung des Menschen auch die Individualisierung von Maschinen beschleunigt, muss noch abgewartet werden.

Ob sich die Weisheiten einer bestimmten Epoche auch schon für die Historie qualifizieren, hängt auch von der Entwicklung der neuen Sichtweisen ab.

 

Politiker verkaufen so manches ihrer schwachen Argumente nur deshalb als fraglose Gewissheit, damit ihnen selbst die Kraft erwächst, an die eigenen Worte selbst nach und nach zu glauben.

 

 

Probleme, die man zuhause im eigenen Land zur Genüge bereits hat, muss man sich nicht auch noch unbedingt global politisch antun.

 

Qualität birgt als Voraussetzung das Erleben von Niveau und Güte.

 

 

Qualität ist ein Zustand, der nur dann wahrgenommen werden kann, wenn die Sensoren für Wertmaßstäbe entsprechend entwickelt sind.

Qualität lebt von der Güte der Idee und des Materials.

 

 

Qualitätsmerkmale in politischen Entscheidungen zahlen sich selbst für steuermüde Bürger aus.

Quantität kann zur Sucht werden, wo die Qualität niemals ihr Basislager aufschlagen durfte.

 

Quantität vereinigt sich dort mit der Qualität, wo es darum geht, dass die Menge zum Hauptfaktor wird.

 

Quatschmacher sind in der Politik nicht seltener zu finden als in der Komik, jedoch mit dem Unterschied, das Letztere ausdrücklich dafür bezahlt werden, weil es zu ihrer Aufgabe gehört.

 

Regierungen, die ständig Euphemismen verwenden, verbergen die realpolitische Wirklichkeit hinter den Worten.

 

Reicher Konsum heuchelt uns eine Qualität des Wohlergehens vor, doch führt sie uns vielleicht in die Sattheit des Verderbens.

 

Richtig ist das Falsche nur dann, wenn es so gründlich falsch ist, dass wirklich nichts Richtiges mehr daran zu erkennen ist.

 

Sammelt sich zu viel geistige Potenz in einem Sitzungssaal an, besteht die Chance, dass diese sich selbst durch die Faktoren: Zeit, Langeweile und Müdigkeit neutralisiert.

 

Schwindelerregend schnell ist die Anpassungsfähigkeit an das Diktat einer Terrorwirtschaft die sagt, was gesund ist und schmeckt, was richtig ist und falsch, was in ist und out. Und in stillen Augenblicken ahnst du die dünnen Fäden, an denen du schon lange klebst und funktionierst zu Glück und Freude vieler Wirtschaftszweige.

 

Sind sich die Werktätigen als Schmiere im Achslager der globalen Märkte erst einmal ihrer wirklichen Macht bewusst, können sie ihre Forderungshebel völlig neu ansetzen.

So manche Aktie verbrieft Werte, die keine Werte-Kommission mehr ethisch absegnen würde.

 

So manche massive Verteidigung ist ein versteckter Angriff, der zuvor eine listige rhetorische Untermauerung hatte.

 

So mancher Irrweg führte schon zu genialen Erfindungen, indem das Glück des Dummen oder der pure Zufall dem Erfinder günstig in die Hände spielte.

 

So wie die Flüsse der Erde nicht über die Ufer treten, um die Städte neugierig zu erforschen, betreten Vorstände auch nicht die Werkhallen, um realistische Arbeitseindrucke zu sammeln, sondern haben dort dann in der Regel einen Pressetermin mit Foto-Shooting.

 

Solange die Spezies Mensch feindliche Gedanken hegt, wird sie auch weiterhin zu Abrüstungsverträgen wegen beständiger Aufrüstung genötigt sein.

 

Solange die Tradition große Bedeutung hat, verbleibt die große Bedeutung in den Fesseln der Geschichte.

 

Staatsgeschäfte prosperieren nicht selten in Zeiten kreativer Anspannung vor allem im Militärsektor.

 

Stürzen Aktien aufgrund emotional gesteuerter Börsenneurosen einmal wieder in den Keller, hat sich so etwas wie eine trockene Verdunstung ereignet.

 

Taucht die Rückenflosse der »Bad News« auf dem See der Neuigkeiten auf, stürzen sich Reporter wie Haie selbst auf völlig harmlose Bürger.

 

Tauwetter in der politischen Krisen-Diplomatie erfreut nicht die Rüstungsindustrie.

 

Trifft das journalistische Auge auf eine Ansammlung unbedeutender Konturen, so handelt es sich meist um eine Parteiversammlung in der Provinz.

 

Tut der, der die Gewalt mit friedlichen Mitteln verteidigt, der Welt Besseres an, als der, der den Frieden mit Gewalt verteidigt?

 

Twitter: Ein Raunen im Sprachgewirr der Menschheit, die sich nichts mehr wirklich zu sagen hat.

 

Tyrannen verzichten auch deshalb so gern auf die Segnungen der Freiheit, weil sie mit Gewalt recht gut parat kommen.

 

Um ein Sachverständigengutachten zu prüfen, braucht es noch bessere Sachverständige, die das Gutachten sachlich, verständig, verständlich und vollständig in der Sache neu bewerten.

 

Umgarnung eines Vorgesetzten kann zum peinlichen Knäuel respektloser Anbiederung verfilzen.

 

Umstürzler, die sich an die Macht putschen, tragen im Zukunfts-Gepäck häufig auch schon ihren eigenen tiefen Fall.

 

Unbewachte Grenzen sind Orte voll von tiefem Vertrauen.

 

Ungebremstes Wachstum und Gigantomanie führen an der langen Leine die Dekadenz, die sich nicht abschütteln lässt.

Ungeplante Gewalt, die binnen drei Sekunden eskaliert, hat beste Chancen, juristisch noch als Affekthandlung durchzugehen.

 

Verbrechen in der Großfinanz unterscheiden sich von den Verbrechen im Kleinkriminellen-Milieu meist nur vom Strafmaß des Richters in der jeweils umgekehrten Richtung.

 

Vielleicht erkennen wir die Tyrannei der Welt auch deshalb so leicht, weil eine uralte Erinnerung an die Tür unseres Gedächtnisses klopft.

 

Vorgesetzte sind gut beraten, wenn sie zielstrebige Aktivitäten fein zu unterscheiden wissen von wichtig daherkommendem Aktivismus.

 

Vorgesetzte, die geistig abwesend wirken, kontrollieren ihr Personal dadurch besonders raffiniert.

 

Vorstände sollten einen feinen Blick darauf haben, wann eine Führungspersönlichkeit aus den eigenen Reihen zur Verführungspersönlichkeit mutiert, damit die Mutation nicht zu unerwünschten DAX-Verlusten in Folge führt.

 

Wahlprogramme ohne Finanzierungssicherung sind zu vergleichen mit durchgelegenen Matratzen bei Wirbelsäulenschäden.

 

Während das Eis der Gletscher mehr und mehr schmilzt, türmt sich der Eisberg des knallharten Ressourcenpokers der Großmächte immer höher auf.

 

Während das Minimum des Maximus bei Null anfängt, ist das Maximum des Minimums unbegrenzt.

 

Während die Pandemie das Innere des menschlichen Leibes ergreift, spielt sich das Pandämonium an den Außengrenzen der EU ab.

Während ihr eure Kernwaffen mit Plutonium bestückt, bewaffne ich meinen Kern mit einem klaren NEIN!

 

Wände existieren so wenig wie Werte, wenn man erst einmal die Beschränkungen der Konventionen im Kopf bei Seite lässt.

 

Wann Fortschritt Rückschritt bedeutet, ist auch eine delikate Frage des Blickwinkels aus der Sicht von Moral, Finanzen oder Macht.

 

Wäre der Titel »Weltmeister der Reglosigkeit« zu vergeben, so hätten Menschen aus dem Ressort »Bürokratie« beste Siegerchancen!

 

Weil alle Völker den Frieden so lieben, ziehen sie immer wieder neu in den Krieg, da sie fest daran glauben, dass der Frieden nur allein mit Krieg zu erhalten ist.

 

Weil das durchschnittliche Niveau unserer Politiker dem Niveau des durchschnittlichen Wahlvolkes entspricht, dürfen sich nur die über- und die unterdurchschnittlichen Wähler über das Ergebnis beschweren.

 

Weil der Finanzadel zum eigenen Überleben das kleine Volk in großen Massen benötigt, hat die große Masse des kleinen Volkes in seinen Ausbeutern zugleich die besten Beschützer.

 

Weil die Völker den Frieden so lieben, ziehen sie immer wieder neu in den Krieg, weil sie glauben, dass der Frieden nur allein mit Krieg neu zu erringen ist.

 

Wendet sich im Land die kreative Wirtschaftsstimmung in eine kriegerische, so zieht damit tiefer Frieden in die Waffenlobby ein angesichts der neuen vielversprechenden Entwicklungen.

Wenn das Fach Geschichte über Geschichten vermittelt wird, hat die Fantasie wieder einmal über die Wirklichkeit gesiegt.

 

Wenn das Wahlvolk mit den verschiedenen Partei-Programmen ähnlich gut vertraut ist wie mit den Feinheiten der subatomaren Nuklearphysik, kann politisch nichts mehr wirklich schief gehen.

 

Wenn deine ausgebuffte Rhetorik so in die Dialektik übergeht, dass keiner mehr etwas versteht, dürfen deine Argumente ruhig auch ein wenig irre sein.

 

Wenn es ein Atom schafft, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, was sollte meine Gedanken dann daran hindern, etwas gleichzeitig zu bejahen und zu verneinen?

 

Wenn sich die Leere im Kopf auf die Jagd nach der Nachdenklichkeit macht, sollte man sich auch von zaudernden Chefs nicht aufhalten lassen.

 

Wenn sich Terror in Politik wandelt, sind Politiker nicht automatisch alle abgedankte Terroristen.

 

Wer alles ständig taxiert, zahlt für diese Eigenschaft einen hohen Preis durch den Mangel an Unbeschwertheit.

 

Wer dem Regierungssprecher nicht glaubt, kommt ins Umerziehungslager des nachmittäglichen Privatfernsehens.

 

Wer den Begriff der Ehre großzügig interpretiert, kann unbeschadet ein Leben lang Politiker bleiben.

 

Wer die Zeichen der Dekadenz früh genug erkennt, kann vor dem unvermeidlichen Niedergang bereits den neuen Aufschwung in Angriff nehmen und zur frühen Blüte treiben.

 

Wer es schafft, ein Problem zu durchschreiten, ohne auf der Schwelle der Lösung festzukleben, öffnet neue Türen für die Entwicklung der dazugehörigen theoretischen Grundlagen.

 

Wer gesetzestreu, pflichtbewusst und pünktlich seine Steuern zahlt, hat sie ganz offenbar verdient!

 

Wer Grenzen niederreißt, zerstört die Lebensgrundlage der Schmuggler.

Wer heute Herrscher über den Bankensektor ist, hat automatisch auch die meisten Abgeordneten mit in der Geiselhaft.

 

Wer keine Aktien besitzt, braucht sich auch nicht vor Börsenschwankungen zu fürchten.

 

Wer mit einer kreativen Arbeit beauftragt ist und seine Fantasie lediglich auf Pigmentpünktchen erweitern kann, sollte sich um einen neuen Job in der Buchhaltung bewerben.

 

Wer Probleme vor allem als Gelegenheiten und Chancen sieht, erleichtert sich die Lösung derselben.

 

Wer Regeln verletzt, ohne sie besonders gründlich dabei gebrochen zu haben, ist in gewisser Weise ein Dilettant.

 

Wer schweigt, antwortet oft detaillierter als jemand, der nur herum labert.

 

Wer seine großen Gedanken in kleine Abschnitte aufteilt, kann sich selbst besser folgen.

 

Wer‘s zu genau liebt, macht sich oft unbeliebt. Wer‘s großzügig hält, dem dankt die Welt.

 

Werte verschwinden, weil das Preiswerte dominieren darf.

 

Wichtige Akten zur Aufklärung öffentlicher Skandale verschwinden heute weder allein im Archiv, noch im Reißwolf, sondern vor allem im dunklen und unzugänglichen Kellergewölbe des eigenen Gewissens.

 

Wild entflammt für den Euro, begierig auf goldenen Schein, lädt die Illusion des Machbaren, auf die Fahrt zur finalen Talsohle ein.

 

Wird das Wesentliche nicht begriffen, gibt es auch keinen triftigen Grund, aus Kriegszuständen dauerhaften Frieden zu zimmern.

 

Wirtschaft und Wissenschaft beißen sich gegenseitig in die Hacken, wenn die Vorfinanzierung einer technischen Vision zum finanziellen Debakel mutiert.

 

Wissenschaftler stehen manchmal verlegen in der Glut ihrer eigenen Gedanken, wenn es da keine Banker gibt, die mit neuem Geldsegen die weiteren Finanzierungssorgen löschen.

 

Wo Gewalt auf dilettantische Weise auftritt, kann sie ihr Unheil durch Verlängerung noch verschärfen.

 

Wo Presse gründlich aufklären will, überfordert sie viele Leser. Wo Presse die Sachlage verständlich erklärt, unterfordert sie andere Leser.

 

Wo sich eine Problematik bereits vor Entwicklung ihrer eigenen Theorie zeigt, sollte man zuerst die Lösung in der Praxis anstreben, damit sich später die Theorie darüber auch als tauglich erweist.

 

Zwischen Aktendeckeln lebt oft unerkannter Frust - dezent versteckt im Tausend-Seiten-Wust

 

 

 

Am Rande einer guten Idee gähnt oft der Abgrund, an dem die Zauderer Spalier stehen.

 

Archipele der Gleichmütigkeit in einem Weltmeer der Gleichgültigkeit sind Inseln der Glückseligkeit zwischen den Schollen eines psychischen Eismeeres.

 

Auch eine Gefahr verspürt ihre eigene Würde und wendet sich beleidigt ab, wenn niemand vor ihr Angst hat.

 

Begierden aller Art haben die Angewohnheit, ähnlich gemein und hinterlistig auf der Lauer zu liegen wie spitz-zahnige Gartenharken, die man irgendwo im hohen Unkraut vergessen hat.

 

Das Barmherzigste, was man so manchem Prügelknaben schenken kann, ist ein imaginärer Radiergummi für seine schlimmsten Erinnerungen.

 

Das Internet ist der Weltstaubsauger für alle Partikel vom Wahnsinn bis zur Genialität.

 

Der Gipfel der Verlogenheit sind treu schauende Augen eines Lügners, denen man weder einen Gegenbeweis noch einen Zweifel entgegenzubringen vermag.

 

Der subtile Genuss am Zweifel hat nicht selten etwas von jener Bittersüße, die der vermeintlichen Sicherheit so gern ein Schnippchen schlägt.

 

Die Brüchigkeit von Knochen wird vom alternden Sprunggelenk ebenso oft unterschätzt, wie die Willenskraft eines Menschen von seinem gutmeinenden Gehirn.

 

Die Freiheit des Appetits setzt sein Ja oder Nein höchst kreativ beim Wiegen ein.

 

Die Frucht der Brut wird bestimmt durch die Qualität der Zelle!

 

Die Funktion der Hülle entspricht im Wesentlichen der Aufgabe des Kerns.

 

Die goldene Mitte des Ideals unterscheidet sich von der lauen Mitte der Mittelmäßigkeit dadurch, dass sie nicht nur in der Horizontalen ihre Wirkung entfacht, sondern auch in der Vertikalen.

 

Die kurzen Beine der Lügner sind von Vorteil beim Verkriechen vor der Wahrheit.

 

Die Menschheit überlebt sich selbst nur mit einem langen Atem!

 

Die Nachahmungsmanie eines Schattens scheint zwanghaft zu sein.

 

Die Qualität der Stille zwischen zwei Menschen unterscheidet sich darin, ob man sich nichts mehr zu sagen hat oder ob man sich schon wortlos versteht.

 

Die Regelmäßigkeit unserer unregelmäßigen Treffen ist so wenig planbar geworden, dass sie damit fast schon wieder zu einer fest kalkulierbaren Größe wird.

 

Die Tatsache, das Wichtige vom Montag am Mittwoch für nichtig zu erklären, deutet nicht zwangsläufig auf eine sprunghafte Natur, sondern unter Umständen auf die geniale Fähigkeit schneller Erkenntnis, die spontan Prioritäten verschieben lässt.

 

Die universelle Einheit im Chaos der Welt findet sich in jeder Küchenschublade, wo Gummiringe, Bankauszüge, Flaschenöffner und eingetrocknete Klebstoffreste das feine Zusammenspiel der Dinge beweisen, um dort genau das zu finden, was man gerade nicht suchte.

 

Die Verbannung ist ein Ort, wo einer sein muss, der woanders unerwünscht ist, während er dort, wo er gern erwünscht sein möchte, aber nicht den Status des Verbannten erhalten kann.

 

Die Wunden aus der Realität näht der Metaphysiker mit dem Zwirn transzendenter Heilsversprechungen.

 

Differenzierte Diagnosen zu stellen ist häufig vergleichbar mit einem deftigen Eintopf-Gemisch, der aus gleich vielen Fleisch- und Gemüsesorten besteht.

 

Dilettanten, die ihren Ruf verdienen, haben darauf zu achten, dass ihre Fehler auch offensichtlich für jedermann erkennbar sind.

 

Dreht man vorhandene Fakten in neue Richtungen und hat den Mut, sie auf den Kopf zu stellen, ergeben sich die Lösungen oft von der gegenüberliegenden Seite der Betrachtung aus.

 

Ein kleines fettes Kichern unterscheidet sich vom kleinen mageren Kichern durch die Drastik und Schärfe eines bitterbösen Witzes.

 

Eiskalte Standpunkte können an angenehmen wärmenden Wahrheiten langsam abschmelzen.

 

Entweicht aus unseren falschen Vorstellungen einmal pfeifend die Luft, ist mit einem vorübergehenden Smog zu rechnen.

 

Es ist ein selbstloser Schritt der Angst, wenn sie beschließt, sich selbst zu überwinden und sich damit auch selbst abzuschaffen.

 

Fallen die Wände des Seins auseinander, entsteht in der einen Welt ein großes Staunen und in der anderen Welt ein hämisches Grinsen.

 

Finsternis, die sich geräuschlos aus dem anbrechenden Tag schleicht, hat oft etwas Entscheidendes zu verbergen: nämlich sich selbst.

 

Flieh die Stillen vor allem dann, wenn sie nicht wissend schweigen, sondern schlichtweg tatsächlich nichts zu sagen haben.

 

Frühzeitig angelegten, nicht unerheblichen Vorrat an Ärger und Wut sollte man dann erst geballt herauslassen, wenn man dabei weder die Figur des Helden noch die des Schwachkopfes anvisiert, sondern lediglich die eigene Authentizität.

 

Geiz gräbt seine Spuren nicht nur in Bilanzen, sondern vor allem auch in Gesichter und Gemüter.

 

Genugtuung ist der kleine Bruder des befriedigten Rachegelüstes.

 

Geplante Verbrechen, die unterbleiben, schlagen schwarze Löcher in die Kriminalstatistik.

 

Gewehrläufe können auch Sprachrohre sein, wenngleich: oft final!

 

Gute Fotografie kann auf Glück beruhen. Künstlerische Fotografie jedoch beruht auf dem unbestechlichen Auge.

 

Handschellen fesseln die Hände;
Maulschellen aber nicht das Maul.

 

Hausmeister sind die personifizierte Drangsal nach ewiger Sauberkeit und Ordnung, die dennoch niemals nachhaltig zustande kommen.

 

Hegt jemand Zweifel gegen sich selbst und traut sich selbst nicht über den Weg, sollte er mit einer Selbstanzeige vorsichtig umgehen.

 

Helden sind Menschen, die schneller reagieren, als ihr Hirn zu denken vermag.

 

 

Hinter so manchen Augen lauert eine Art von verzweifelter Boshaftigkeit, die einfach kein Opfer findet.

 

Kämpfen Wortkargheit und Einsilbigkeit noch gegeneinander, haben sie noch keine blasse Ahnung vom scharfen Schwert der Macht der Stille.

 

Knetmasse zu sein und sich einer vorgegebenen Form dennoch zu verweigern ist eine spezielle Variante von Freiheit.

 

Kompliziertes so schlicht auszusprechen, dass es jeder versteht, ist in solchen Fällen dumm, wenn es darum geht, mit komplexen Denkvorgängen punkten zu wollen.

 

Längere Assoziationen sind regelrechte Stadtstaaten, wo die ursprünglichen Ideen die City repräsentieren.

 

Lästige Fliegen, die für einen gelungen Mordanschlag einfach zu schnell sind, verführen durch ihre penetranten Angriffe zum ersten zarten Nachdenken über den eigenen Selbstmord.

 

Lernt man Worte und Sätze über Kommunikationsinhalte hinaus zu begreifen, ist man nicht nur sprachlich im Vorteil.

 

Manche Affen sind Menschen, die statt Fell protokollwidrig frech einen Anzug tragen.

 

Manche Diebe sind Menschen, die nur deshalb stehlen, weil sie den Eigentumsbegriff ganz strikt verneinen.

 

Manche Menschen sind so unscheinbar in ihrem Sein, dass man sich fragt, ob sie schon die Grenze des Potenziellen bereits überschritten haben – oder ob wir uns sie nicht schlicht und einfach nur einbilden.

 

Manche Menschen spalten das Atom. Andere Menschen spalten die Wahrheit. Welche Halbwertzeit des giftigen Abbauprozesses wirkt sich letztlich verheerender aus?

 

Mangelerscheinungen sind an solchen Stellen heilend, wo der Überfluss zuvor seine zerstörende Wirkung entfaltete.

 

Maskiert sich das alltägliche Chaos neuerdings in Ordnung, sollte man weniger die neue Ordnung als vielmehr den Maskenbildner hinterfragen.

 

Mehr Transparenz über Geheimdiensttätigkeiten für echte Spionagearbeit zu fordern, ist so sinnvoll wie die Heiligsprechung des Teufels für die Kirche.

 

Melancholie ist die notwendige Grundstimmung für die Arbeit guter Humoristen.

 

Mit einem rhetorischen Würgegriff verhindert so manch einer eine vorzeitige Antwort auf eine noch nicht gestellte Frage.

 

Mittels der eigenen Begeisterung einen Stoiker zu begeistern, gleicht dem Versuch, eine Wüste ohne Wasservorrat zu durchqueren.

 

Möchte die eigene Erinnerung aus Scham über Vergangenes am liebsten Selbstmord begehen, sollte sie als Notarzt die Macht der Verdrängung mit SOS anfunken.

 

Moderne Wanzen legen ihre Nistplätze besonders gern in Machtzentralen an.

 

Mythen, Märchen und Legenden erwärmen unser Herz auch deshalb so sehr, weil hier niemand auf Wahrheit oder Beweise besteht.

 

Nahrung, die nicht vor dir wegläuft und die dich nicht angreift, ist vermutlich gut verdaulich.

 

Neid ist der stinkende Dünger für Missgunst.

 

Nervensägen, die man zu gewissen Gelegenheiten noch braucht, sollte man nicht damit verärgern, dass man sie als das bezeichnet, was sie sind.

 

Neue Schlagwörter leben zumeist nicht von ihrer Realität, sondern ziehen ihr Faszinosum aus der oft hohlen Begrifflichkeit: »neu« und »Schlag«.

 

Normalgewichtige brauchen wir der Anzahl nach nur so viele in der Welt, dass die Balance zwischen Unter- und Übergewichtigen gehalten werden.

 

Nur Brennbare, die durchs Feuer gehen, sind auch als tapfer zu bezeichnen.

 

Nur für diejenigen, die auch wirklich tief genug fallen, lohnt sich doch letztlich ein Sprungtuch.

 

Nur mit einem unbestechlichen Blick erschauen wir in der Mimik unseres Gegenübers die Wirkung unserer eigenen Worte.

 

Nur wer auf den Punkt kommt, hat auch die Chance, das Zentrum im Kreis zu erreichen.

 

Ob Angst gut oder schlecht ist, ist weniger interessant als die Frage, wann, wie und womit sie zu meistern ist.

 

Ob beim ersten olympischen Marathonlauf auch Feuer unter dem Hintern mit im Spiel war?

 

Ob ein Aphorismus bedeutend oder unbedeutend ist, hängt auch davon ab, ob ein Hirn ihn als bedeutend oder lächerlich erkennt.

 

Ob man seinen Schatten von vorne oder von hinten einholt, hängt nicht von der Laufgeschwindigkeit ab.

 

Ob man unter seinem Gewicht leidet oder nicht, hängt auch davon ab, ob man in Sachen Selbstbewusstsein eher ein Schwer- oder ein Leichtgewicht ist.

 

Ob sich Adverbien oder Präpositionen endlich einmal gegen die Substantive, die immer das Sagen haben wollen, gewerkschaftlich organisieren, damit ihre Rechte im Satz gestärkt werden?

 

Ob wir eine Umgebung als hell oder dunkel empfinden, hängt auch von der eigenen inneren Strahlkraft ab.

 

Propheten, denen man nicht glaubt, sind nicht unbedingt falsche Propheten, sondern nur am falschen Platz, zur falschen Zeit, im falschen Volk mit der falschen Botschaft.

 

Pseudo-moralische Mäntelchen bieten keine adäquate Bekleidung fürs Paradies.

 

Quartiere ohne einen Hauch von Gemütlichkeit sind Orte, die den Wechsel der Bewohner beschleunigen sollen.

 

Quellen, die versiegen, brauchen jemanden, der nach tieferen Schätzen schürft.

 

 

Quittungen erhält man nicht nur aufgrund geleisteter Zahlungen, sondern auch aufgrund vergangener Irrtümer.

 

Reiter setzen sich auf ein Pferd, Pferderennen-Wettende setzen auf ein Pferd, Trojaner setzen sich in ein Pferd, während sich das Pferd nicht hinsetzen will.

 

Scheinbar Unmögliches erreicht man nur dann, wenn man es paradoxer Weise mit der gegebenen Realität weise zu verknüpfen weiß.

 

Scheitern ist kein Gesetz, aber ein häufiger Zustand auf einem langen Weg.

 

Schlafstörungen in der Nacht sind oft eine Mahnung für die verdrängten Sorgen am Tag. 

 

Schlimme Ereignisse sollten uns nicht verführen zu denken, es könne nicht noch viel schlimmer kommen. 

 

 

Schwere Migräne-Anfälle haben den positiven Effekt, dass für einige dunkle Stunden all die anderen Sorgen des Alltags nur noch lächerlich klein wirken.

 

Sei wirklichkeitsgemäß und behaupte den Kaiser nackt, wenn er es ist!

 

So manch einem tapferen Vorsorger ist die Überdosis von Entsetzen ins Gesicht gezeichnet, wenn er bei der Nachsorge feststellt, dass die Sorgen nun erst richtig beginnen.

 

So wenig schlichte Sätze immer wahr, geschickt oder klug sind, so wenig sind komplizierte Sätze immer nur schräg, beschwerlich oder subtil.

 

Speckringe um den Bauch sind ein untrügliches Signal, dass dem Appetit zu viele Freiheiten eingeräumt wurden.

 

Spieler haben auch deshalb die besseren Karten im Leben, weil sie im Zinken geübter sind.

 

Übergewicht ist die lustvolle Torpedierung jeglicher Askese.

 

Unsere Realität hat viele Formeln und Gleichungen; sie nur als linear oder kausal zu betrachten, beleidigt ihre reichen Spielvarianten.

 

Unsere Wahrnehmung von Tiefe und Höhe wird nicht nur durch den Blickwinkel über Länge und Breite mit beeinflusst, sondern auch durch die eigene Kleinheit oder Größe sowohl im Innen wie im Außen.

 

Untergewicht ist der Protest gegen eine Lust, auf die man nun einmal keine Lust verspürt.

 

Verdachtsmomente ohne Beweise sind so unbrauchbar wie Eunuchen ohne Harem.

 

Verfolgungswahn könnte seine Ursache auch darin haben, dass man zu viel Misstrauen gegen sich selbst hegte und gezwungen war, sich selbst zu verfolgen.

 

Verrückte verhalten sich außerhalb geschlossener Anstalten wie absolut normale Durchschnittsbürger, was den Schluss zulässt, die Grenzziehung zwischen diesen Gruppen toleranter handhaben zu sollen.

 

Versteht man einen Witz nicht, muss es nicht immer der Witz sein, der dabei der Dumme ist.

 

Versucht jemand Wortkargheit mit Einsilbigkeit niederzumetzeln, hat er noch keine blasse Ahnung vom messerscharfen Schwert der Stille.

 

Vielleicht ist das größte Chaos in der Mathematik ja die zuverlässige Berechenbarkeit, dass das Wesentliche eben nicht berechnet werden kann?

 

Von seinen gefährlichen Erfahrungen kann nur derjenige berichten, der sie überlebt hat. Hat man sie jedoch überlebt, ergibt sich die Problematik, sie anschließend noch als wirklich gefährlich darzustellen.

 

Vor seinem eigenen Schatten wegzulaufen, ist ebenso töricht, wie hinter ihm her zu rennen oder zu versuchen, ihn an die Wand zu nageln.

 

Weil das Herz links am rechten Fleck schlägt, ist die rechte Seite dieser Tatsache keinesfalls linkisch zu betrachten.

 

Weil das Unerwünschte nicht immer das »Falsche« ist, ist das Erwünschte deshalb auch nicht immer das »Richtige«.

 

Weil eine gewisse politische Psychopathologie den Nimbus der Normalität hat, wundern sich Bürger ja letztlich auch nur, wenn einmal etwas Gutes beim Regieren passiert.

 

Weil eine Oberfläche auch eine Unterseite besitzen muss, sollte niemand behaupten, heute sei alles nur oberflächlich.

 

Weil Pythagoras schon bewiesen hatte, dass Harmonie ein Ergebnis der Mathematik ist, müssen disharmonisch wirkende Pubertierende nicht dauerhaft mathematischen Nullen sein.

 

Weil sich nur das Sagbare sagen lässt, ist das Unsagbare nicht weniger wirklich, wenngleich aber nicht besprechbar.

 

Weil wir so vieles nicht verstehen, behaupten wir oft stur das Gegenteil und verzichten großzügig auf den Nachweis unserer Behauptung.

 

Wen das Brummen einer Fliege noch stört, hat bei seiner Meditation noch nicht das Brummen von zwei Fliegen in verschiedenen Ecken eines Zimmers gleichzeitig gehört.

 

Wenn alles zwei Seiten hat, muss man sich fragen, ob sich nicht die restlichen Seiten-Zahlen diskriminiert fühlen, weil sie nirgends in Erscheinung treten dürfen.

 

Wenn du dich am sicheren Ufer fühlst, kann es sein, dass der Strom sein Bett schon wieder verändert hat.

 

Wenn es auf Autobahnen heftig kracht, ist so mancher Fahrer endlich aus seinem Sekundenschlaf am Steuer erwacht.

 

Wenn in hingebungsvoll gepflegten Gärten Gärtner nichts Unerwünschtes am falschen Platz wachsen lassen, kann es passieren, dass an anderem Platz das Unerwünschte spontan ins Kraut schießt.

 

Wenn selbst der Zufall mit entfällt, ist es schlecht um ein Schicksal bestellt!

 

Wenn sich der Zwerg zum Riesen reckt, der Riese in der Klemme steckt, weil sich sein Knie nicht beugen kann, zum tapferen kleinen Zwergenmann.

 

Wer alles nur oberflächlich betrachtet erspart sich den Blick auf die verschmutzte Unterfläche.

 

Wer auf eine Oder-Frage mit »Ja« antwortet, verneint damit das Nein als mögliche Zustimmung.

 

Wer bereut, was er tun will, bevor er es tut, beweist neben seiner Reuefähigkeit auch einen erstaunlichen Weitblick.

 

Wer die kleinen Freiräume des Alltags noch verteidigen muss, mag sich zwar in kleinen Räumen befinden, die jedoch nie wirklich frei waren.

 

Wer etwas sagt, wo es nichts zu sagen gibt, noch wo er was zu sagen hat, sagt damit sehr viel über sich aus.

 

Wer ist eigentlich ist für die Erfindung von Tabus verantwortlich zu machen und wer für ihre Abschaffung.

 

Wer meint, »etwas oder jemand« sei nicht an seinem richtigen Platz, übersieht zumeist die Akausalität im Motiv des Platzhalters.

 

Wer mit seinem Schädel durch die Wand gerannt ist, sollte sich umschauen, ob er sich nicht längst im Schädel eines anderen Idioten befindet, der ihm entgegenkam.

 

Wer nach den Spuren nicht begangener guter Taten sucht, findet nicht selten dabei Spuren begangener nicht guter Taten, die eigentlich zur Folge haben müssten, gute Taten aufgrund dessen endlich zu begehen.

 

Wer nach unten tritt und nach oben lächelt, disqualifiziert sich keineswegs nur nach unten!

 

Wer nur an sich selber denkt, statt an den Nächsten, der sollte daran denken, dass er im Nächsten sich dann auch selbst vernachlässigt.

 

Wer ohne Ehrerbietung spielt, spielt sich selbst gegen die Wand; selbst dann, wenn er sein eigener Gegner ist.

 

Wer sich ins Einvernehmen zu seinen eigenen Schwächen setzt, öffnet sofort eine neue Tür, die Zugang zu den eigenen Stärken schafft.

 

Wer sich selbst auf die Schliche kommt, zeigt ein kriminalistisches Recherche-Talent für moralische Schwächen.

 

Wer sich selbst schon nach kleinen Sünden tief schämt, hat vermutlich zu viele von ihnen in ziemlich kurzer Zeit auch begangen!

 

Wer so verrückt ist, dass selbst eine geschlossene Anstalt ihn abweist, lebt unter »Normalen« zumeist unerkannt.

 

Wer ständig nach Ausreden für Verspätungen sucht, sollte weniger sein Timing als vielmehr seinen Charakter hinterfragen.

 

Wer Überflüssiges überflüssig nennt, sollte sich mit dem Wesen der Maßlosigkeit näher beschäftigen.

 

Wer unter den kleinen Konflikten mit sich selbst nicht mehr leidet, hat genug Platz für die großen Konflikte, die ja auch jemanden brauchen, der sich über sie aufregt.

 

Wer Wind sät, erntet keinesfalls immer Sturm, sondern oft nur Trockenheit.

 

Wer zu feige oder zu dumm für das Böse ist, ist leider alternativ noch nicht automatisch auch schon qualifiziert für das Mutige und das Gute.

 

Wessen Ohr man nicht erreicht, dessen Herz pausiert vermutlich.

 

Wie machtvoll oder machtlos ein Wort ist, entscheidet sich auch durch die Art und Weise, wie nuanciert man es ausspricht.

 

Wie unförmig und missraten eine Idee auch sein mag, es findet sich meist doch jemand, der sich mit ihr identifiziert und sie tatsächlich verwirklicht.

 

Will man die Zustimmung zu seinem eigenen Vorschlag erreichen, ist man gut beraten, gewisse Argumente kursiv auszusprechen.

 

Wirft man seine beiden Augen ständig auf Banales oder Ärgerliches, hat man keinen Blick mehr für schöne Alternativen frei.

 

Wollen dich die Pechsträhnen nicht verlassen, dann dreh den Spieß um und verlass selbst die Pechsträhnen.

 

Worte sind die Hilfskrücken, wenn man nicht mehr in den Augen des Gegenübers das Wesentliche lesen kann.

 

Zahlen sind emotional neutral; auch wenn man sie beliebig kombiniert. Buchstabenkombinationen jedoch sind oft gemein.

 

Ziele, die sich im Nachhinein als Irrweg herausstellen, haben im Vorfeld aber zumindest eine Zeit lang Hoffnung vermittelt.

 

Zögern und Zweifel sind nicht nur die Eltern der Unentschlossenheit, sondern auch die Wächter für manch drohende Fehlentscheidung.

 

Zorn, der authentisch, hemmungslos, stark und ehrlich hervorbricht, wird oft mit dem Attribut »heilig« geschmückt.

 

Zuchtmeister für mehr Disziplin sind die Blamagen, die wir ungewollt produzieren.

 

Zündelt ein ehrgeiziges Morgenrot schon früh an einem brandneuen Tag, steht zu befürchten, dass für das Abendrot nur noch Asche übrig bleibt.

 

Zwei Feinde zu haben ist deshalb besser als nur einen zu haben, weil es die eigene Bedeutung steigert und die scheinbar eigene Gefährlichkeit nach außen erhöht.

 

 

Eiskalte Standpunkte können an angenehmen wärmenden Wahrheiten langsam abschmelzen.

 

Zündende Ideen verbrennen nicht.

 

Das Internet ist der Weltstaubsauger für alle Partikel vom Wahnsinn bis zur Genialität

 

Moral verhält sich zu Moralin
wie die Liebe zur Verliebtheit.

 

Die Verwahrlosung der Gedanken findet ihre Hochkonjunktur in den Fake News und überbietet sich selbst dort, wo die angeblichen Fake News dann doch wieder der Wahrheit entsprechen.

 

Die Feuerleiter des Schmerzes kann zugleich der Notausgang sein, die zur Gesundheit führt.

 

Ideen, die keine mutigen Umsetzer finden, zerfallen bereits vor ihrem Start.

 

Was tut man eigentlich noch im Leben,
wenn man alle seine Ziele erreicht hat und
sich keine neuen mehr setzen mag?

 

 

Die klügsten Köpfe im Volk begehen seit Jahrtausenden die Dummheit der Uneinigkeit als Bremse des wahren Fortschritts.

 

Humorlose Menschen bleiben zumeist von großen und tiefen Gedanken verschont.

 

Was alles wird uns nur zur zweiten Natur
auf der Zielgeraden zur Unabhängigkeit!

 

Die Eintrittskarte ins umfassende Bewusstsein erhält man nicht nur über die Förderung der Intelligenz, sondern durch die Qualifizierung mittels wissender Herzweisheit.

 

Hass hat oft deshalb keine allzu lange Haltbarkeit, weil das Schüren des Feuers eine anstrengende Angelegenheit ist.

 

Gewisse Gedanken,die man in sich abtötet,
feiern ihre Auferstehung oft im grummelnden Bauchgefühl.

 

Wagt jemand zwischen kurzzeitigem Ernst
und blitzartiger Konzentration auch noch ein Lächeln, hat er vermutlich die Komplexität seiner Gedanken bereits sauber durchdrungen.

 

Unmoral erübrigt sich von selbst,wenn wir erst einmal in der Transparenz der Transzendenz leben.

 

Schlafstörungen in der Nacht sind oft eine Mahnung für die verdrängten Sorgen am Tag.

 

Wer alles ständig taxiert, zahlt für diese Eigenschaft einen hohen Preis durch den Mangel an Unbeschwertheit.

 

Selbst erlebte Peinlichkeiten und Blamagen sind vorzügliche Lehrmeister fürsnobistische und arrogante Menschen.

 

Dummheit kann dann zum Höhepunkt einer Intelligenzleistung werden, wenn sie so perfekt eingesetzt wird, dass sie Geniales dabei bewirkt.

 

Für einen verstellten Blick
braucht man kein Augenleiden.

 

Der Mangel an Illusion lässt jede Menge Platz für ein Füllhorn von gesundem Realitätssinn.

 

Ob Angst gut oder schlecht ist, ist weniger interessant als die Frage,
wann, wie und womit sie zu meistern ist.

 

Manche Gedanken schaffen es, die Kreise ihrer eigenen Umlaufbahn so eng zu ziehen, dass sie schon bei der Ankunft im Bewusstsein eine entschleunigte Beschleunigung erfahren.

 

Es ist klug, den Mund erst dann zum Sprechen zu öffnen, wenn sich das Gehirn zuvor gründlich für die richtigen Worte entschieden hat und diese eine zweite Kontrolle durch die Herzweisheit bestanden haben.

 

Der beste Master-Abschluss garantiert noch lange keinen Karrieresprung, sofern eine Barriere aus fataler mentaler Trägheit im Vorstellungsgespräch dominant hervorprescht.

 

Schlägt einem der häufige Partnerwechsel aufs Gemüt, ist alternativ ein Wechsel in der eigenen Gemütshaltung zu erwägen.

 

Wer es schafft, sich sicher durch seine eigenen Albträume zu navigieren, braucht vor der Realität im Wachzustand
auch keine Angst mehr zu haben.

 

Die Zeit, die einem beim Sterben oft fehlt, hat so mancher in den Wartezimmern der Ärzte zuvor unnütz vertrödelt.

 

Weil zwischen Idee und Tat der Faktor Zeit geschaltet ist, bleibt so manche Idee tatenlos und manche Tat ideenfrei.

 

Ungeplante Gewalt, die binnen drei Sekunden eskaliert, hat beste Chancen, juristisch noch als Affekthandlung durchzugehen.

 

Die Lüge im Traum braucht man im Wachzustand nicht zu beichten.

 

Menschen degradieren sich selbstzu Maschinen, indem sie Maschinen
zu menschlichem Verhalten zuprogrammieren versuchen.

 

Unverfrorene Menschen verfügen für sich selbst über eine Sonderportion von Eigen-Wärme, die sie ihre Verantwortung für soziale Kälte an anderen Menschen gemütlich aussitzen lässt.

 

Man überschaut auch dann seine eigene Größe nicht deutlicher, wenn man sich reckt und auf die Zehenspitzen stellt.

 

Prallen scharfe Gedankengeschosse auf ein mitdenkendes Hirn, detonieren manchmal neue Ideenkapseln und zerschmettern dabei den alten Kerngedanken.

 

Blutrünstige alte Damen, die Jahrzehnte lange Ehen überlebt haben,
sollte man als pädagogische Ziehmütter für schwere Jungs einsetzen.

 

Gedanken, deren negative Konsequenzen man schon vorwegnehmen kann, sollten schon vor der Geburt während ihrer Schwangerschaft im Hirn verändert werden.

 

Legenden überleben deshalb so lange,
weil sich ihre Inhalte durch ungenaue Übertragung flexibel verändern.

 

Ob sich die Weisheiten einer bestimmten Epoche auch schon für die Historie qualifizieren, hängt auch von der Entwicklung der neuen Sichtweisen ab.

 

Wer mit seinem Schädel durch die Wand gerannt ist, sollte sich umschauen, ob er sich nicht längst im Schädel eines anderen Idioten befindet, der ihm entgegenkam.

 

Belauschen sich Feinde häufiger im rechten Moment, wird ihrer Feindschaft vermutlich jede Substanz entzogen.

 

Sind die eigenen Kinder unwägbar geraten, sollte man beim Verfassen des Testamentes Tinte mit einem begrenzten Haltbarkeitsdatum verwenden.

 

Möchte die eigene Erinnerung aus Scham über Vergangenes am liebsten Selbstmord begehen, sollte sie als Notarzt die Macht der Verdrängung mit SOS anfunken.

 

Launen sind Nebelzustände des sich noch nicht formulierenden Ich. Launen sind Gefühlswahrheiten im Dunkel des Höheren Selbst. Launen sind Seelenäußerungen zwischen Depression und Ekstase.

 

Sammelt sich zu viel geistige Potenz in einem Sitzungssaal an, besteht die Chance, dass diese sich selbst durch die Faktoren Zeit, Langeweile und Müdigkeit neutralisiert.

 

Die Nacht versteckt sich vor dem Tag nur deshalb im Dunkeln, weil sie sich ihrer Schönheit im Lichte beraubt sieht.

 

Hohle Politikerworte kommen besonders dort gut an, wo
hohle Wählerköpfe Ihresgleichen erwarten.

 

Die Welt besteht aus einer Ansammlung evolutionärer Missverständnisse, die sich im Zuge ihrer Entwicklung so komplex ausgeformt haben, dass sie oft als Missverständnis nicht mehr zu erkennen sind.

 

Weil die Menschheit so schrecklich zerstreut und vergesslich ist, erfindet sie viele Dinge doppelt und dreifach zur gleichen Zeit.

 

Eine unserer größten mentalen Behinderungen ist
die Voreingenommenheit.

 

So mancher Irrweg führte schon zu genialen Erfindungen, indem das Glück des Dummen oder der pure Zufall dem Erfinder günstig in die Hände spielte.

 

Knetmasse zu sein und sich einer vorgegebenen Form
dennoch zu verweigern ist eine spezielle Variante
von Freiheit.

 

Die Theorie des Humanismus ist der Praxis des menschlichen Handelns seit Jahrtausenden voraus.

 

Die Tatsache, dass das Jetzt ewig lange dauert, sollte uns nicht ungeduldig werden lassen.

 

Ungewissheit hat immer dann eine kreative Komponente, wenn sie nicht mangelnden Ideen unterliegt, sondern die Last der Fülle als Herausforderung noch vor sich hat.

 

Der Geduldige weiß am besten, wie ungeduldig man werden kann beim Bemühen um Erlangung von Geduld.

 

Vielen Menschen schmerzt ihr Hals deshalb so oft, weil der Durchlass von Kopf zu Herz mit zu viel Gedankenmüll blockiert ist.

 

Das, woran man sich nicht gerne erinnert, ist oft durch ein schlechtes Gewissen blockiert, das sich auf den Weg ins Unterbewusste geschlichen hat.

 

Das Entführen von Sätzen oder Sinnzusammenhängen
durch geistiges Kidnapping aus den Werken anderer Autoren
nennt man: PLAGIAT.

 

Frauen, die sich zwischen der Appetitlust oder einer Idealfigur entscheiden müssen, befinden sich in einem ähnlichen Dilemma
wie ein Halbmond, der unschlüssig ist, ob er nun besser ab- oder zunehmen soll.

 

Ist man dem Krampf des Kampfes zwischen Sympathie und der Antipathie enthoben, hat sich Transzendenz breitgemacht.

 

Die Ganzheit gab ihren Einzelteilen die Freiheit der individuellen Veränderung mit dem Ergebnis, dass sich die Ganzheit mittlerweile nicht mehr im geschaffenen Übergangs-Chaos wiedererkennt.

 

Moralische Festigkeit gehört zu den Stiefkindern
im Repertoire der bisherigen menschlichen Entwicklung.

 

Entweicht aus unseren falschen Vorstellungen einmal pfeifend die Luft, ist mit einem vorübergehenden Smog zu rechnen.

 

Der rosarote Blick Verliebter verblasst
schnell in ein milchiges Grau, wenn das Tageslicht des Alltags die Eigenschaften des Partners genauer beleuchtet.

 

Nervöses Herumzappeln in der Warteschlange zum Tod ist überflüssig, da niemand vom Sensenmann vergessen wird.

 

Wenn das Jetzt altert verjüngt sich das Später um seine Zukunft und bleibt niemals im Vergangenen stehen.

 

Wächst der Geist, dreht der Körper oft durch.

 

Plötzliche Stille ist manchmal ein Hinweis darauf, dass die Zeit
für weitere Überlegungen längst abgelaufen ist und
die Sache verpatzt wurde.

 

Starkes Selbstbewusstsein ist unvermeidlich, wenn man erst einmal seine Schwächen durchdrungen und bezwungen hat.

 

Zögern und Zweifel sind nicht nur die Eltern der Unentschlossenheit, sondern auch die Wächter für manch drohende Fehlentscheidung.

 

Diesseits und Jenseits sind die untergeordneten Örtlichkeiten des Allseits aus dem Blickwinkel des Menschen.

 

Wer sich von seinen Sünden reinwäscht, sollte drauf achten, dass er sich nicht auch noch die letzte Unschuld mit abschrubbt.

 

Tut der, der die Gewalt mit friedlichen Mitteln verteidigt, der Welt Besseres an, als der, der den Frieden mit Gewalt verteidigt?

 

Der Mensch muss sich entscheiden: Wachstum in die Höhe oder die Breite im Raum - oder doch besser Wachstum in die Tiefe des Seins.

 

Hätten unsere Universitäten den Mut, »Lehrstühle für unbestimmte Ereignisse« einzurichten, bestünde die Chance, durch freies Forschen auch endlich Lösungen in jenen Bereichen zu finden,wo gar keine gesucht wurden!

 

Werte verschwinden,weildas
Preiswerte dominieren darf.

 

Grundsympathische Menschen müssen noch viel mehr dafür tun, uns unsympathisch zu erscheinen wie von Grund auf unsympathische Menschen.

 

Die Krisis der Menschheit läuft mit riesigen Schritten dem Chaos unsichtbar voran. Doch unsere Augen sehen nur das Chaos
und nicht den Urgrund der Krisis. So flicken
wir immer weiter nur am Vermeintlichen des wahren Problems
.

 

Sätze, die im Gehirn lange Schlange stehen müssen und plötzlich ungeordnet zum Kehlkopf drängeln, sind ursächlich verantwortlich für Stottern und Stammeln.

 

Der Unterschied zwischen dem
Mächtigen und Ohnmächtigen steckt
in der Handhabung unseres Lebenskäfigs.

 

Mut ist auch die Fähigkeit, den Traum zu leben, wenn
der Trauminhalt noch im Nebel der Zukunft liegt.

 

Das Wissen um den eigenen Mangel an Charakterstärke ist für den Träger eines dummen Gehirns erträglicher als das Bewusstsein der Alternative, für die ihm aber das Talent fehlt.

 

Wer die psychischen Grenzen zum Gegenüber nicht wahrt, hat meist zwei Möglichkeiten: Er zerschellt entweder an der Grenze des anderen oder er löst sich im anderen auf und es wird alles zu einem Gemeinschaftsbrei.

 

Zwischen Bauchwahrheit und Herzenserkenntnis liegt in der oberen Etage auch noch der nüchterne Verstand, der mitmischen will.

 

Das Misstrauen der Alten gegen die
kreativen Ideen der Jungen ist vergleichbar
mit dem Misstrauen der Jungen gegen
die Lebenserfahrung der Alten.

 

Hat der Grad der Verschmelzung zwischen zwei Menschen die Ränder zum eigenen Sein zerfranst, liebt man nicht nur seinen Partner, sondern bereits auch sich selbst in ihm.

 

Die Intelligenz eines guten Humoristen kommt zumeist deshalb schneller bei Frauen als bei Männern an, weil die Frauen nicht
den Umweg über das Denken nehmen.

 

Erinnerungen,die der Vergesslichkeit anheimfallen,
sind wie Tatsachen, die nicht richtig stattgefunden haben.

 

Wer häufig seine Sätze mit »Ich« beginnt, zeigt allen, dass er das »Du« noch nicht ausreichend im Repertoire seiner Mitmenschlichkeit trägt.

 

Guten Ideen, die nicht alltagstauglich auf die Erde kommen, fehlt oft die Willenskraft ihrer geistigen Eltern, die nicht den Sprung
vom Hirn in die Hand schaffte.

 

Das Echo unseres eigenen Gewissens pfeift uns deshalb oft so stürmisch um die Ohren, weil der Gedankensturm
im Kopf so oft die Richtung wechselt.

 

Geistesgegenwärtiges Handeln braucht oft viel mehr Instinkt
als Nachdenken, weil für Letzteres oft die Zeiteinheit zu klein ist.

 

Autoren stehen vor ihren veröffentlichten Werken oftmals in ähnlicher Verzweiflung, wie Eltern vor ihren pubertierenden Kindern.

 

Potemkinsche Dörfer hat mancherum sein Sein gebaut,
damit ein jeder sieht, wie seine Scheinmacht strahlt.

 

Wer dem Regierungssprecher nicht glaubt, kommt ins Umerziehungslager des nachmittäglichen Privatfernsehens.

 

Ein Narr ohne Sinn für Humor gleicht einem Manager ohne Gefahreninstinkt für Bestechung.

 

Auch eine Gefahr verspürt ihre eigene Würde und wendet sich beleidigt ab, wenn niemand vor ihr Angst hat.

 

Weil wir das Vergangene nicht durchschauen, gestalten wir unsere Zukunft weiter so gefährlich dilettantisch in der Gegenwart.

 

Wer ständig nach Ausreden für Verspätungen sucht, sollte weniger sein Timing als vielmehr seinen Charakter hinterfragen.

 

Das Empfindlichste aller Etwasse ist die Zukunft, die sich einfach noch nicht entschieden hat, welche der vielen Möglichkeiten sie in der Gegenwart als Realität wahrzunehmen gedenkt.

 

Ein Bewusstsein, das sich über seinen eigenen Charakter noch keine kritischen Gedanken macht, ist vergleichbar mit dem eines unschuldigen Kindes, das noch nichts vom Erwachsensein ahnt.

 

Teile unseres Denkvermögens verstecken sich auch deshalb so gern in der Nische mancher Hirnwindung, weil es sich mit bestimmten Gedanken vor dem Gewissen verstecken will.

 

Steine, die man zum Steinigen missbraucht, sind zwar stumm, aber nicht so herzlos wie ihr Missbraucher.

 

Spricht jemand ständig in Metaphern, empfindet er die Realität offenbar als beleidigend langweilig.

 

Wer geht, obschon ernoch nicht einmal
richtig laufen gelernt hat, fliegt.

 

Manche Dichter suchen, manche Dichter finden, manche Dichter stehlen frech…ein geistiges Werk.

 

Massen begeistern sich deshalb so gern für substanzlose Gedanken, weil die Politik dann plötzlich für sie verstehbarer wird.

 

Die Zeiger einer Uhr interessieren uns vor allem dann, wenn Unheil droht.

 

 

Ein kleines fettes Kichern unterscheidet sich vom kleinen mageren Kichern durch die Drastik und Schärfe eines bitterbösen Witzes.

 

Zündelt ein ehrgeiziges Morgenrot schon früh an einem brandneuen Tag, steht zu befürchten, dass für das Abendrot nur noch Asche übrig bleibt.

 

Die Anzahl unserer Mitmenschen, die wir als Idioten empfinden, wächst sowohl mit dem Grad der eigenen Dummheit wie aber auch mit dem Fortschreiten der eigenen Intelligenz – jedoch in verschiedene Richtungen und unter entgegengesetzten Kriterien.

 

Themen, die uns des Nachts verfolgen, denen haben wir am Tag
das Etikett »wichtig« angeklebt.

 

Da jeder Strich aus einzelnen Punkten besteht, könnte ein Strich auch ein langgezogener Ball sein.

 

Wer sich abhärtet sollte dennoch auf eine überlebensnotwendige Biegsamkeit achten.

 

Die Ausuferung der globalen Märkte
wird in eine globale Deformation münden,
die in etwa der Kartoffelformung unserer Erdoberfläche entspricht.

 

Ein Verstand, dessen Fassungsvermögen
schon bis zum Rand gefüllt ist, droht mit
der nächsten Weisheit zu platzen.

Ein Karrieresturz eröffnet neue Möglichkeiten, die Bedingungen der Arbeitswelt von einer anderen Warte aus neu zu beurteilen.

 

Denken ohne Wissen dürfte schwierig sein; Wissen ohne Denken jedoch ist die Kunst, den Schein als Sein zu behaupten.

 

Tauwetter in der politischen Krisen-Diplomatie erfreut nicht die Rüstungsindustrie.

 

Vielleicht erkennen wirdie
Tyrannei der Weltauchdeshalb so leicht,
weileineuralte
Erinnerungandie
Türunseres Gedächtnisses klopft.

 

Macht sich die Nachdenklichkeit auf die Suche nach einem neuen Ziel auf, sollte sie sich nicht von Selbstzweifeln aufhalten lassen.

Wer bereits am Rand der Welt steht und dabei mit klarem Blick in den Abgrund schaut, entdeckt nicht selten dann auch den Sinn des absichtslosen Spieles allen Seins.

 

Menschen sind untereinander wie Kettenglieder, die ihre Sollbruchstelle im Augenblick der gemeinsamen Belastung offenbaren.

 

Wichtige Akten zur Aufklärung öffentlicher Skandale verschwinden heute weder allein im Archiv, noch im Reißwolf, sondern vor allem im dunklen und unzugänglichen Kellergewölbe des eigenen Gewissens.

 

Der tiefste Punkt,
an dem der Mensch ankommen kann,
ist der Zustand der Ohnmacht.

 

Wie machtvoll oder machtlos ein Wort ist, entscheidet sich auch durch die Art und Weise, wie nuanciert man es ausspricht.

 

Achten Sie immer auf die Haltung ihres Gegners und bücken sie sich niemals nach verführerischen Komplimenten.

 

Anspruchsvolle Menschen erreichen ihre besonderen Ziele umso früher, wenn sie sich den Luxus des Gefühlsmangels für andere Mitmenschen leisten.

 

Wer nicht genug praktisches Wissen für dieses Erdenleben hat, lebt grenzgängerisch. Wer allerdings ausreichend viel Unwissen für dieses Leben besitzt, ist bereits im Absturz begriffen.

 

Schwere Migräne-Anfälle haben den positiven Effekt, dass für einige dunkle Stunden all die anderen Sorgen des Alltags nur noch lächerlich klein wirken.

 

Wenn Menschen das Richtige nicht nur meinen, sondern auch sagen, können andere Menschen dem oft deshalb nicht folgen, weil sie diese Korrektheit nicht gewohnt sind.

 

Weil nur das Gemeinte das Entscheidende
in einer guten Kommunikation ist und keineswegs etwa das Gesagte, sprudeln
die Missverständnisse unter den Menschen fröhlich weiter wie unversiegbare Quellen.

 

Die Welt ist vor allen Dingen aus solchen Dingen gemacht, die dazu geeignet sind,
dass sich Menschen früher oder später
dafür gegenseitig die Schädel einschlagen.

Warum juckt es Menschen immer so gern ausgerechnet an jenen unerreichbaren Stellen des Körpers, für die die Evolution keine ausreichend langen Kratztatzen vorsah?

 

Unsterblichkeit und Verwesung
schließen sich übrigens nicht aus,
sondern ein.

 

Mit dem ersten Blick in die Morgenzeitung surfen kundige Augen bereits auf dem Wellenkamm des Grauens.

 

Lästige Fliegen, die für einen gelungen Mordanschlag einfach zu schnell sind, verführen durch ihre penetranten Angriffe
 zum ersten zarten Nachdenken über den eigenen Selbstmord.

 

Finanzverbrechen im großen Stil sind nur dann gut vom Volk zu ertragen, wenn die Höhe der Betrugssumme das Vorstellungsvermögen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers sprengt.

 

Schauspielkunst ist die Fähigkeit der Seele,
dem Sag- und Denkbaren eindrücklich gefühlsstarken Ausdruck zu verschaffen.

 

Hass zerbröselt mit der Zeit
an der Anstrengung, die man
dafür aufwenden muss,
um ihn lebendig zu halten.

 

Bei so manchem Gedanken würde ich mir
gerne heftig widersprechen - allein mir gehen die Argumente gegen meine realen kritischen Wahrnehmungen aus.

 

Beschleunigte Gesetzgebungsverfahren haben oft kräftig zahlende Lobbyisten im Zeitgepäck.

 

Wegweiser an Kreuzungen sind auch Warnschilder für zaudernde Entscheidungsfreiheit.

 

Seitdem der Mensch den aufrechten Gang gelernt hat, haben seine Rückenprobleme massiv zugenommen.

 

Wer sich selbst auf die Schliche kommt,
zeigt ein kriminalistisches Recherche-Talent
für moralische Schwächen.

 

Der Ohnmächtige kommt meist nicht einmal auf die Idee, einmal nachzuschauen, ob seine individuelle Käfigtür denn tatsächlich verschlossen ist.

Mangelnde Täuschungsabsichten gegenüber ihren Mitmenschen haben häufig jene,
die selbst noch völlig ahnungslos sind,
wie sie selbst auf andere wirken.

 

Rollen Gedankenlawinen schneller
über den Geist hinweg, als diesersie aufzuschreiben vermag, werdenviele
Gedanken erst gar nicht geboren.

 

Dreijährige, die nicht mindestens dreimal am Tag an allen möglichen Stellen ziemlich klebrig sind, stehen in Gefahr, eine wesentliche Entwicklungsperiode zu verpassen.

 

Mit dem Strom schwimmt auch
so mancher Gegner rückwärts,
wenn er von der nach vorwärts
drängenden Menge
mit fortgerissen wird.

Am Rande einer guten Idee gähnt oft der Abgrund, an dem die Zauderer Spalier stehen.

 

Da man alles, was denkbar ist,
auch vielfältig falsch ausdrücken kann,
lieben wir die Wiederholungbereits
gedachter Gedanken so sehr.

 

Nur weil man gesund auf zwei Beinen steht,
ist man nicht krank, wenn man liegt.

 

Hinter so manchen Augen lauert
eine Artvon verzweifelter Boshaftigkeit,
die einfach kein Opfer findet.

 

Ob ich von meinen Gedanken träume
oder meine Gedanken von mir,
macht nur dann einen Unterschied,wenn
einer den anderen nicht ernst nimmt.

Sieht ein Hellseher schwarz für die Zukunft, legt sich ein verdunkelnder Dämmerschein bereits über die Gegenwart.

 

Frei durchatmen kann man nur,
wenn das Gewissen nicht die Kapillaren erdrückt und die Lungenflügel flattern dürfen.

 

Wer am Leben erwachen will,sollte vor allem lernen,wann eram bestendieAugen schließt.

 

Die Regelmäßigkeit unserer unregelmäßigen Treffen ist so wenig planbar geworden,
dass sie damit fast schon wieder zu einer
fest kalkulierbaren Größe wird.

 

Was wäre denn der Mensch so ganz ohne Gedanken? – Etwa ein sexbesessenes Karnickel?

Krisen kommen zwar immer zum falschen Zeitpunkt, allerdings räumen wir ihnen freiwillig ja auch keinen Platz in unserem Terminkalender ein.

 

Ein gutes Gewissen
kann bei vielen Menschen
durchaus auch bei bösen Taten
hervorragend funktionieren.

 

Die Luft in allen aufgeblähten Zeitgenossen
ist ein Gasgemisch an bedenklicher Konzentration von Angeberei.

 

Entspricht das Expandieren des Raumes
am Ende einer zusammen gepressten Zeit,
dann kann darf die Ewigkeit gern
ein wenig länger dauern.

 

Unsere Realität hat viele Formeln und Gleichungen; sie nur als linear oder kausal zu betrachten, beleidigt ihre reichen Spielvarianten.

 

Kritik dürfte eigentlich nur dann erlaubt sein, wenn der Kritiker die kritisierte Sache selbst auch nachweislich besser kann.

 

Mütter und Töchter sind oft symbiotische Feindinnen, die sich als Freundinnen bezeichnen, um ihre heimliche Rivalität nicht öffentlich zu machen.

 

Ausgerechnet die dekadenten Güter sind es häufig, die die besten Werte generieren.

 

Die Selbstverständlichkeit unseres ständig verfügbaren Luxus, macht uns zu
Marionetten der Konsumabhängigkeit.

Die Stärke des Feindes
beruht letztlich immer nur
auf der eigenen Schwäche.

 

Am Leben zu erwachen, heißt,
sich über immer weniger zu wundern,
ohne dabei das Staunen zu verlernen
.

 

Feindschaften brauchen weniger
Mutfür unangenehme Wahrheiten
als Freundschaften.

 

Gläubige, die phasenweise ordentlich
zweifeln und kritisch nachdenken, sind auf
dem besten Weg zum inneren Wissen, das
mehr Sicherheit gibt, als der bloße Glaube.

 

 

Verdichtete Verwirrung

Handschellen fesseln die Hände;
Maulschellen aber nicht das Maul.

 

Großeltern sehen in pubertierenden Enkeln oft nur eine haarige Rückentwicklung ihrer eigenen Gene, weil ihr Erinnerungsvermögen an die eigene Pubertät der Gnade des Vergessens anheimfiel.

 

Die Megageschwindigkeit der Abwicklung
von Börsen und Warentermingeschäften
ähnelt oft dem drangvollen Herum-Geschubse während einer Massenpanik.

 

Galle und Bauchspeicheldrüse arbeiten in
ihren jeweiligen Bereichen meist deutlich kompetenter als das menschliche Hirn.

Sich vorzustellen, alle Wahlkampfversprechen würden erfüllt, weil sich am Ende alle einig sind, käme einem kollektiven Denkkollaps gleich,mit dessen Möglichkeit man nur deshalb soschön spielen kann, weil seine Realisierungniemand ins Auge fasst.

 

Die wahre Bedeutung einer Zeitepoche
zeigt sich auch daran, wie viele ihrer Genies man nicht rufmordete oder wegschloss,
sondern ihnen Handlungsfreiheit und Unterstützung für ihre Talente zubilligte.

 

Wenn es auf Autobahnen heftig kracht,
ist so mancher Fahrer endlich aus seinem Sekundenschlaf am Steuer erwacht.

 

So wenig schlichte Sätze immer wahr,
geschickt oder klug sind, so wenig sind komplizierte Sätze immer nur schräg, beschwerlich oder subtil.

Der Wahrheit über sich selbst
sollte man sich sicherheitshalber
mit einem Schutzanzug nähern.

 

Denkt ein Hirn tiefer nach, als sein ursprünglicher Auftrag lautete, macht es sich mit seinem Ergebnis oft sogar beim eigenen Besitzer unbeliebt.

 

Gutmütige Diktatoren mit einem leichten Hang zum Schwachsinn sind für Freiheitsliebende angenehmer als waschechte Demokraten, die im Lobbyismus verstrickt sind und die Presse längst vereinnahmt haben.

 

Der Un-Sinn einer Uhr ist es unter anderem, den Blick der Menschen aufs wichtigtuerische Ziffernblatt zu bannen, statt auf die innere Achtsamkeit im einzigartigen Gegenwartsmoment.

Die Kriege der Gegenwart zeugen von der Pathologie unserer globalen geistigen Verkümmerung, die sich längst auf den Weg zur Selbstauslöschung aufgemacht hat.

 

Minderwertigkeitskomplexe
verschwinden weder durch falsche noch
durch ernstgemeinte Komplimente.

 

Geht der Chef mit einem auffallenden Mangel an Mimik durch die Flure, braucht man keine psychologische Hochbegabung um schnell zu ahnen, dass man sich am besten unsichtbar macht.

 

Teure Kunstwerke unterscheiden sich
von manch großartigen Kunstwerken
nicht aufgrund des Preises, sondern
aufgrund von Talent.

 

Wer der Wahrheit nicht vertraut, sollte um Himmelswillen auch nicht nach ihr trachten.

 

Es schadet der Karriere,
wenn man seinem Chef ständig beweist,
dass man intelligenter ist als er selbst.

 

Dinge zu verkaufen, die niemandem gehören
und nicht einmal existieren, ist mittlerweile
üblichin Börsengeschäften.

 

Weil Pythagoras schon bewiesen hatte,
dass Harmonie ein Ergebnis der Mathematik ist, müssen disharmonisch wirkende Pubertierende
nicht dauerhaft mathematische Nullen sein.

 

Das Komponieren von Musik
entspricht dem Schreiben eines Buches
mit angenehmeren Hintergrundtönen.

Wirft man seine beiden Augen ständig auf Banales oder Ärgerliches, hat man keinen Blick mehr für schöne Alternativen frei.

 

Ein besonderes Zeichen wahrer politischer Machtist es, alle Macht jederzeit zur Verfügung zu haben, sie voll nutzen zu können und dennoch so weise zu regieren, dass ihr Gebrauch niemals nötig wird.

 

Der Staat, der sich
vor einzelnen Individuen ängstigt,
zeigt damit die wahre Potenz
seiner Ohnmacht.

 

Fliegen die eigenen Gedanken einmal wieder auf einer exzentrischen Bahn ins Leere, sollte man den Autopiloten für Herzweisheit einschalten.

 

Entschuldigen sich Menschen für Dinge, an denen sie selbst unschuldig sind, ist altes Karma im Spiel, das sich an der Auflösung alter Rechnungen probiert.

 

Ohne Kompass für die weißen Flecken
auf der inneren Landkarte wird ein
tieferes Vorwagen in die verborgenen Schlupfwinkel der eigenen Persönlichkeit
ein unkalkulierbares Unterfangen.

 

Länder mit hohen Verbrechensraten zeigen uns: Es gibt zu viele Reiche und dazu auch genug Intelligente, die clever durchschauen, wie man die Reichen um ihren Reichtum erleichtert.

 

Eine unvollständige Wahrheit unterscheidet sich von der vollen Wahrheit unter anderem auch durch die Faktoren Neugierde,
Nachfrage und Zeitaufwand.

Trifft eine scharfe Bemerkung auf einen durchbohrenden Blick, kann man davon ausgehen, dass die Warnung begriffen wurde.

 

Manch eine Persönlichkeit ist mental so stark präsent, dass man geneigt ist, ihr gleich zwei Stühle im Raum zu reservieren.

 

Die Gedanken fremder Menschen prallen oft heftiger und schneller aufeinander, als ihre Körper.

 

Engelsflügel knospen nur an jenen Menschen, die das Dunkle in sich derart niederringen, dass sie sich nach und nach dem Gesetz der Schwerkraft entziehen.

 

Öffentliche Kritik ist wunderbar geeignet,
auch öffentlich den Grad des eigenen Unverständnisses vorzuführen.

 

Die Sommerfrische der Nachdenklichen
besteht darin, sich einmal ein paar Wochen Gedankenlosigkeit zu gönnen.

 

Ob beim ersten olympischen Marathonlauf auch Feuer unter dem Hintern mit im Spiel war?

 

Geringfügigkeiten im Alltag regen uns meist stärker auf als die Toten auf den täglichen Schlachtfeldern aktueller Kriege.

 

Wer Banken statt Menschen rettet, sichert zumindest doch die Zuverlässigkeit weiterer Verelendung der Massen ab.

Weil sich das Grausame auch von unstillbarer Unzufriedenheit nährt, kann es mit dem Mittel der Wunschbefriedigung eben auch nicht allein aus seiner Falle erlöst werden.

 

Fasst man die Welt in zehn groben Oberbegriffen zusammen, kann man sich über ihr Wesen schlüssig, global, kulturübergreifend schnell verständigen: Leben, Sex, Geld, Macht, Konsum, Krieg, Sehnsucht, Frieden, Tod, Gott.

 

Nicht einmal die reinste Wahrheit
sagt etwas Genaues über Maß oder Grad
der Unwahrheit aus.

 

Die Menschen streuen Metastasen der Unvernunft in ihre eigene Biosphäre
und wundern sich zugleich über den
Anstieg der weltweiten Krebsrate.

 

Während das Minimum des Maximus bei Null anfängt, ist das Maximum des Minimums unbegrenzt.

 

Schmerzen sind häufig auch unsere wertvollen aber ungeliebten Warner zur Änderung der eigenen falschen Lebensweise.

 

Die Menschheit überlebt sich selbst
nur mit einem langen Atem!

 

Man sollte ehrliche Aussagen nicht mit wahrhaftigen Aussagen verwechseln,
wenn es um Glaubwürdigkeit geht.
Denn auch der Ehrliche kann irren.

 

Weil eine Oberfläche auch eine Unterseite besitzen muss, sollte niemand behaupten,
heute sei alles nur oberflächlich.

Vielen Menschen reichen allein schon solche Sprüche aus, die nur klug klingen, auch wenn sie letztlich nichts aussagen.

 

Während wir oft in Sekundenschnelle
mental von einer Rolle in die andere hüpfen,
ist unser träger Körper gezwungen,
bei diesem schnellen Spiel der Veränderung optisch außen vor zu bleiben.

 

Bekämen alle Menschen das, was sie wollten, wäre die Welt angesichts plötzlicher Wunschlosigkeit heillos überfordert.

 

Unsinnigen Dingen, die sich nicht dagegen wehren konnten, von einem menschlichen Gehirn erfunden zu werden, sollte man
Asylauf dem Schrottplatz gewähren.

 

Gedanken können tief, stark,klug
 oder flach sein.Sie können auch gestern,
jetzt oder später auftauchen oder folgerichtig,dumm oder mies sein,weshalb ihnen letztlichnicht wirklich zu trauen ist.

 

Die Gnade der Freiheit fordert
die Beherrschung des Willens
um der Verantwortung wegen.

 

In der höchsten Blütezeit einer jeden geschichtlichen Epoche sitzt im Blütenkelch
die Dekadenz und läutet den Untergang ein.

 

Bücher mit gefährlich guten Ideen
entgehen nur deshalb der Vernichtung,
weil die Obrigkeit genau weiß,
wie unglaublich wenige Menschen
sich für bedrohliches Gedankengut interessieren, wenn die Umsetzung
persönliche Anstrengung erfordert.

Aphorismen, die keinen Esprit besitzen,
sollte man als das benennen, was sie sind: Lediglich ein Satz.

 

Den Schatten, die eine vakante hohe Position manchmal voraus wirft, entpuppt sich manchmal als großes schwarzes Loch,
das die angesaugte Energiemenge des Unternehmens niemals mehr hergibt.

 

Mangelerscheinungen sind an solchen Stellen heilend, wo der Überfluss zuvor seine zerstörende Wirkung entfaltete.

 

Die Analogie zur universellen Einheit im Chaos der Welt findet sich in jeder Küchenschublade wieder, wo Gummiringe, Klebstoffreste oder Flaschenöffner das feine Zusammenspiel der Dinge beweisen und uns ausgerechnet dort dann das finden lassen, was man bisher noch nicht einmal suchte.

Der Mensch hält auch deshalb
Riesenfür sehr groß, weil er um die Wirklichkeitvon Zwergen weiß.

 

Die Tragik einer jeden wahren
Lichtgestaltist es, dass sie sich
nicht im Schattenverbergen kann.

 

Nachdenken ist nicht zwangsläufig
eine Sache der Klugheit, wenn es ständig
mit falschen Inputs genährt wird.

 

Das Abartige ist die Light-Version
des Unmenschlichen.

 

Ein grundehrlicher Mensch mit einer zugleich exzellent kriminellen Begabung ist gerade so, als hätte die Schöpfung Perlen vor die Säue geworfen.

Unser Spektrum, unser ganzes Leben über
zu schauspielern, erweitert sich mit jeder weiteren Rolle, die wir auf der Bühne des Lebens glaubhaft zelebrieren.

 

Löst man seine Angst
aus der Verstrickung seiner Blockaden,
schafft man neue Freiräume
für vertiefte Sensibilität.

 

Weil doch in jeder fremden Sprache alles falsch ausgesprochen wird, muss man sich nicht über die Unlust am Fremdsprachenlernen wundern.

 

Zuverlässige Miesepeter,die
plötzlich zu scherzen belieben,
können mit diesem Verhalten
Angst und Schrecken verbreiten.

 

Die Enklave der Dummheit ist ständig überbevölkert; aber kaum jemand stellt dort einen Ausreiseantrag.

 

Im Kerker des Reiz-Reaktions-Mechanismus
hat man kaum Chance auf Selbstentlarvung.

 

Wahre Geistesmanieren zu besitzen, bedeutet, einen jeden Gedanken taktvoll zu behandeln. Auch dann, wenn er nicht unserer eigenen Sichtweise entspricht.

 

Die gesetzliche Regelungswut in Brüssel hat seinen nächsten Fieberschub auf die Temperatur glühender Grillkohle erhöht.

 

Wann Fortschritt Rückschritt bedeutet, ist auch eine delikate Frage des Blickwinkels aus der Sicht von Moral, Finanzen oder Macht.

Wer sich ins Einvernehmen zu seinen eigenen Schwächen setzt, öffnet sofort eine neue Tür, die Zugang zu den eigenen Stärken schafft.

 

Drückt man ungefilterte Twitter-Nachrichten nicht durch den Verdauungstrakt der Vernunft, drohen geistige Darmverschlingungen.

 

In der Gesellschaft von öden Langweilern sich selbst nicht auch zu langweilen, beweist die hohe Kunst des Self-Entertainments.

 

Das Niveau der Kritik spricht sich auch über das Niveau des Kritikers aus.

 

Was in der Gegenwart wächst,wurzelt in der Vergangenheitund lässt in der Zukunftdie Früchte gedeihen,sofern die Akausalität nichtdie gewohnte Zeitabfolge ablöst.

Glaubhafte Lügen und bitterböse Gerüchte brauchen eine gute Portion Nachdenken,
bevor man sie wirkungsvoll in die Welt entlässt.

 

Rechter Trost ist ein Meisterstück der Mitmenschlichkeit.

 

Wie krank einen die Wahrheit machen kann, wissen alle Menschen, deren Partner das Damoklesschwert mit den Worten schwingt: Wir müssen reden!

 

Geplante Verbrechen, die unterbleiben, schlagen schwarze Löcher in die Kriminalstatistik.

 

Das Gefährliche an vielen Familienverbänden ist ihre psychische Unberechenbarkeit im Hinblick auf ihre charakterliche Vielfalt.

Träumt jemand und glaubt dabeier sei wach, ist er nicht immerautomatisch besser dran
als  jemand,der im Wachzustand glaubt
zu träumen.

 

Finsternis, die sich geräuschlos aus dem anbrechenden Tag schleicht, hat oft etwas Entscheidendes zu verbergen:
nämlich sich selbst.

 

Der richtige Riecher für die falsche Wahlkampftaktik führt dann zum Wahlerfolg, wenn die berichtigte Wahlkampftaktik dann nicht wieder auf die falsche Weise an den Wähler herantritt.

 

Nichtwissen, Nichtkönnen und Dummheit
sind probate Eigenschaften für
Faulheit und Bequemlichkeit.

 

Werden Offensichtlichkeiten
wortreich erklärt, misstraut man zutiefst
der Intelligenz der Zuhörer.

 

Brach liegender Geist nützt der Menschheit nichts, sondern die Talente sind es, die uns gemeinsam vorwärts bringen.

 

Ein Heiliger kann nur werden,
wer eine kryptische Botschaft hat,
über ein strahlendes Charisma verfügt
 und möglichst ganz viele Wunden
aufweisen kann.

 

Folterwerkzeuge gehören zu den effektivsten Erfindungen der Menschheit insofern, als man sie meist nicht einmal benutzen, sondern nur anschauen lassen muss, um bereits die gewünschte Wirkung zu erhalten.

 

Selbst Evolutionsepochen im Stadium geistiger Verwirrung gebären irgendwann dann doch wieder einmal einen klugen Gedanken,
der Fortschritt bedeutet.

 

Weil Dummheiten viel häufiger Begeisterung auslösen als vernünftige Planungen, unterbleiben die Letzteren ja leider so oft.

 

Mentale Ausweichmanöver
werden dann zu Fehlleistungen,
wenn der Frontalcrash
in der Auseinandersetzung
einzigsinnvoll gewesen wäre.

 

Steigt der Strompreis weiter,
sollte man sich keine zornigen Megawatt-Blicke mehr leisten, sondern nur noch eine kleine Kerze für sich selbst anzünden.

 

Das Hochgeschwindigkeitsdenken eines schlecht bezahlten Beamten führt in der Regel nicht zu überhasteten bürokratischen Aktionen, die Bürger fürchten müssen.

 

Die Wirklichkeit der Träume erlebt
manhäufig dramatischer als die
schlimmste Fantasie im Wachzustand.

 

Selbst Einfaches kann unendlich kompliziert sein, solange man es noch nicht begriffen hat und es allein durch Denken zu ergründen sucht. Hat man aber dieses Komplexe des Einfachen tief begriffen, ist es das, was es ist: Einfach!

 

Die goldene Mitte des Ideals unterscheidet
sich von der lauen Mitte der Mittelmäßigkeitdadurch, dass sie nicht nurin der
Horizontalen ihre Wirkung entfacht,
sondern auch in der Vertikalen.

Fallen die Wände des Seins auseinander, entsteht in der einen Welt ein großes Staunen und in der anderen Welt ein hämisches Grinsen.

 

Die Brüchigkeit von Knochen wird vom alternden Sprunggelenk ebenso oft unterschätzt, wie die Willenskraft eines Menschen von seinem gutmeinenden Gehirn.

 

Vielleicht ist das größte Chaos
in der Mathematik ja die zuverlässige Berechenbarkeit, dass das Wesentliche
eben nicht berechnet werden kann?

 

Wenn arme Nachbarn sich neben reichen Nachbarn viel ärmer vorkommen als neben anderen armen Nachbarn, zeigt dies doch klar, dass es sich bei »reich« und »arm« nicht nur um Fakten oder Zahlen handelt.

 

Der Traum von der eigenen Wichtigkeit
führt nur dann zu einem realen Ziel,
wennim Alltag auch reale Talente für
diesenTraum zur Verfügung stehen.

 

Eine Krankheit kann der beste Wegweiser
aus dem Dschungel eines langgehegten
Lebens-Irrtums werden.

 

Wessen Ohr man nicht erreicht,
dessen Herz pausiert vermutlich.

 

Entsetzen über die Umsatzzahlen kann sich nur dann breit machen, wenn man vorher gründlich nachlässig war.

 

Die größte Beleidigung gegen sich selbst
begeht die Menschheit durch den Nichtgebrauch der Vernunft.

Wer ist eigentlich ist für die Erfindung
von Tabus verantwortlich zu machen
und wer für ihre Abschaffung?

 

Lässt jemand in seinen Vorschlägen
absichtlich jede Menge Platz für Missverständnisse offen, signalisiert er
damit seine Sehnsucht nach mehr Kommunikation.

 

Weil die Stille für viele Menschen
schwerer zu ertragen ist als Lärm,
erschrecken sich die Menschen
vor leisen Geräuschen auch stärker
als vor lautem Krawall.

 

Dehnt sich der atmosphärische Abstand zwischen Chef und Angestellten in mystische Dimensionen, sollte man die Frage stellen,
wie realistisch-handfest dieser Betrieb
eigentlich noch geführt wird.

Geld-Produkte zu kreieren, die nicht existieren und dennoch Furore an Aktienmärkten veranstalten, ist Höhepunkteiner Scheinwelt, die sich selbst für dumm verkauft und in ihrer Absurditätschwer zu überbieten ist.

 

Was soll das Denken
in die Zukunft hinein,
wenn das Hirn nicht einmal
mit der Gegenwart klarkommt.

 

Die Lebens-Rückfahrkarte, die man mit der Geburt in die Hände gedrückt bekommt, gilt nicht für jeden Menschen für die Erste Klasse; viele Menschen sind schon dankbar, einen Stehplatz mit Haltegriff zu ergattern.

 

Wenn es ein Atom schafft, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, was sollte meine Gedanken dann daran hindern, etwas gleichzeitig zu bejahen und zu verneinen?

Gott hinterließ seine schöpferische Spur
auch im Kot, den er zum Ausgleich
seines unangenehmen Geruchs wegen
zumgesunden Düngemittel befahl.

 

Wenn unüblich üble Ereignisse
nichtüblen Menschen zustoßen,
müssen nichtübliche Ereignisse
deshalb nicht zwangsläufig
den Übelsten passieren.

 

Die Abhängigkeit ist zumeist viel gemütlicher als die Freiheit; während die Freiheit die Abhängigkeit aber zugleich nicht vermisst.

 

Demokratieverhalten in Bezug auf Aggressivität ist nur dann gegeben,
wenn jeder im Falle von Massenprügel
dann auch die gleiche Menge
von Keile abbekommt.

Die Nutzung des eigenen Schädels ist jedem Menschen auf vielseitige Weise möglich. Ihn jedoch lediglich immerzu nur an eine Wand zu rammen, beleidigt seine reichen Möglichkeiten.

 

Ob ein Aphorismus bedeutend oder unbedeutend ist, hängt auch davon ab, ob ein Hirn ihn als wesentlich oder lächerlich erkennt.

 

Einsamkeit ist exakt immer so tief, wie der Gipfelpunkt ihres Empfindens hoch ist.

 

Die Realität ist oft absurder als die Fiktion,
was allerdings die Fantasie beleidigend findet.

 

Falsche Gedanken sollten hin und wieder gemäht werden, damit frische schöne Gedankenblumen eine Chance
auf Erblühen haben.

Kompliziertes so schlicht auszusprechen, dass es jeder versteht, ist in solchen Fällen dumm, wenn es darum geht, mit komplexen Denkvorgängen punkten zu wollen.

 

Weil wir für Großkatastrophen nicht
genügend belastbare Gefühle freisetzen können, regen wir uns über die Kleinigkeiten
im Alltag gern besonders heftig auf.

 

Beim Gang ins Personalbüro bekommt so manch ein Arbeitnehmer das Gefühl einer Schwere, als drücke er nicht die Klinke einer Holztür, sondern stemme sich
gegen eine Wand aus Blei.

 

Wird das Wesentliche nicht begriffen,
gibt es auch keinen triftigen Grund,
aus Kriegszuständen dauerhaften
Frieden zu zimmern.

Fallen Körperprothesen eigentlich unter den Fortschritt in der Evolution oder sind sie nur deutliches Zeichen ihrer Unvollkommenheit?

 

Wer geliebt werden will,
muss zunächst selbst
mit dem Lieben beginnen.

 

Je höher man sein eigenes Feingefühl entwickelt, umso mehr drangsaliereneinen
die Grobheiten des Lebens.

 

Menschen mit Denkblockaden
sollten sich dringend vor dem Versuch
komplizierter Lösungen hüten.

 

Wirken die Eigenschaften der alten Götter vielleicht deshalb so menschlich auf uns, weil wir uns insgeheim göttlich fühlen?

Verfügt jemand über viel Fantasie und Vorstellungskraft, vervielfacht er schon zu Lebzeiten seine Wirklichkeit(en).

 

Was Menschen am meisten von einander innerhalb ihrer Spezies unterscheidet, ist das individuelle Maß an Mitmenschlichkeit.

 

Gewinnankündigungen können das Strahlen einer Supernova auf den Gesichtern der Aktionäre auslösen.

 

Was pervers oder obszön ist,bestimmen
die Meinungsmodenverschiedener Epochenhöchst unterschiedlich.

 

Gute Komiker sollten über das Talent verfügen, tränenreich über die Tragik lachen zu können.

Ein Kopf voller Ideen ohne Tat
ist wie eine volle Scheune mit Stroh:
das Brot wird woanders gebacken.

 

Unser Sicherheitsbedürfnis bekommt nur dann einen weichen Flaum an den Rändern unseres eigenen Schicksals, wenn wir gewiss sein können, dass die Versicherungspolice auch tatsächlich bezahlt ist.

 

Der Moment einer plötzlichen Skepsis
sich selbst gegenüber sollte genutzt werden,
um sich auch selbst einmal besser
kennen lernen zu wollen.

 

Gespräche zwischen Frauen, die sich selbstverständlich nicht ausreden lassen, können niemals bedeutungslos sein,
weil sie viel zu komplex ablaufen, umvon Männern beurteilt werden zu können.

Ist der Geist so trocken und leer wie eine Wüste,sollte sich der nächste Gedanke schleunigst auf den Weg zu einer metaphysischen Oase aufmachen.

 

Dass es in schwierigen Situationen mit Denken allein nicht getan ist, zeigen uns die wiederholt schwierigen Situationen, wo es mit Denken erfolglos probiert wurde.

 

Trifft das journalistische Auge auf eine Ansammlung unbedeutender Konturen, so handelt es sich meist um eine Parteiversammlung in der Provinz.

 

Gleitet das Annehmbare leise ins Ungute über, ohne dass jemand die Alarmglocken läutet, kriecht die Unaufmerksamkeit gerade leise über eine gefährliche Grenze.

Die Wunden aus der Realität näht
der Metaphysiker mit dem Zwirn
transzendenter Heilsversprechungen.

 

Übergewicht ist die lustvolle
Torpedierung jeglicher Askese.

 

Die Sehnsucht nach Freiheit braucht zur Verwirklichung den Ungehorsam, den Zweifel und die Risikobereitschaft des Menschen.

 

Weisheit, die nicht auch lehrt,
wie man sie alltagstauglich leben kann,
ist vergleichbar mit einer Köstlichkeit,
die unter Berührungsverbot steht.

 

Ob das Wesentliche als Echo in einem selbst widerhallt, ist nicht nur eine Frage des gesunden Gehörs.

Der Fortschritt der Welt wird oft ausgebremst durch den Rückschritt moralischer Bedenken dem Fortschritt gegenüber.

 

Intelligenz und Weisheit müssen sich keineswegs ausschließen, wenn Kopf und Herz zu Friedensverträgen bereit sind.

 

Ohne die zuverlässige Routinearbeit aller Organe im Körper ist das Hirn des Menschen auch nur ein subalterner Zulieferer fürs Dasein.

 

Von allen lebenden Spezies hat sich der Mensch die größte Inkompetenz fürs eigene gute Überleben erworben.

 

Die Geschicklichkeit eines Einbrechers zu besitzen ist vorteilhaft, wenn man den Schlüssel zur eigenen Tür verloren hat.

Sollbruchstellen

Irren kann jeder,aber Einsicht
braucht innere Größe.

 

Jede Zeit sucht sich seinen passenden Menschentypus aus, der all die aktuellen Verrücktheiten mitmacht, die die Zeitepochen so einzigartig ausmachen.

 

Selbstbetrug ist der stille Höhepunkt
der eigenen Ent-Würdigung.

 

Der Versuch, Politiker heute noch mit Petitionen zu beeindrucken, wirkt ähnlich hilflos, wie mit zwei ausgebreiteten Handflächen die Regenmassen
eines Taifuns aufzuhalten.

Die Fiktion ist immer eine alternative Wirklichkeit, die wir zeitlich und räumlich nur noch nicht genau orten können.

 

Ziele, die sich im Nachhinein als Irrweg herausstellen, haben im Vorfeld aber zumindest eine Zeit lang Hoffnung vermittelt.

 

Staatsgeschäfte prosperieren nicht selten
in Zeiten kreativer Anspannung
vor allem im Militärsektor.

 

Tyrannen verzichten auch deshalb so gern
auf die Segnungen der Freiheit, weil sie mit Gewalt recht gut parat kommen.

 

Vorgesetzte, die geistig abwesend wirken, kontrollieren ihr Personal dadurch besonders raffiniert.

Psycho-Therapeuten mit überfüllten Praxen sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Beschränktheit der Bevölkerung weiter ansteigt.

 

Große Geister brauchen zwar keine großen Köpfe, aber zumindest doch ein gut strukturiertes Gehirn.

 

Mut zeigen oft jene Menschen, denen die Fantasie für Gefahr, Schmerz oder Tod fehlt.

 

Nur jene Menschen suchen den Abgrund, die keine Vision vom Gipfel in sich entwickeln können.

 

Unausgegorene Gedanken sind ein mutiger Versuch kleiner Hirne, sich zu neuen geistigen Höhen aufzuschwingen.

Sonnen, die nachts scheinen, hängen zumindest während dieser Zeit nicht tatenlos in unserem Planetensystem herum.

 

Die Egozentrik eines Kreisels kann nur getoppt werden durch den schwindelerregenden Drehmoment eines Bundeskanzlers, der während seiner Amtszeit zur Opposition überläuft.

 

Stimmungen, die man klar aus den Augen des anderen ablesen kann, muss man nicht unnötiger Weise auch noch aussprechen.

 

Die Zukunft denkt im Traum nicht daran, sich nach dem gewohnten Ablauf der Gegenwart zu richten, wenn wir mit unserem Blick ständig nur in die Vergangenheit schielen.

 

Korruption führt zu Gewinnmaximierung
ohne die lästige Zensur des Gewissens.

 

Hegt jemand Zweifel gegen sich selbst und traut sich selbst nicht über den Weg, sollte er mit einer Selbstanzeige vorsichtig umgehen.

 

Nur den Erwachten zeigt sich der bisher eigene tiefe Schlaf noch viel deutlicher.

 

Im Spiel der Mächtigen darf nur derjenige mitspielen, der nicht von unnötigen moralischen Hemmungen drangsaliert wird.

 

Will man in der gleichen Gestalt am Morgen erwachen, in der man sich abends zu Bette legte, sollte man mit dem Versuch von Astralreisen homöopathisch umgehen.

Die Satire hat fast alles so ausgereizt, dass es langsam schwer wird, noch weitere politische Dummheiten extra für sie zu planen.

 

Manch ein Gedanke stürzt sich wieder zurück von den Klippen des Bewusstseins ins Meer des Unbewussten, wenn ihm klar ist, wie unfertig er ins Leben entlassen werden soll.

 

Die Zuverlässigkeit meinerVergesslichkeit
ist so sicher,wie meineErinnerungen
unsicher sind.

 

Wer nicht emotional verhungern will, sollte intellektuell einmal ein wenig Diät einhalten!

 

Die Ewigkeit ist das Sammelbecken zaudernder Zeit, die einfach nicht enden will.

Die Beute aus kriminellen Geschäften steht moralisch auch nur Kriminellen zu, die sich zur Unmoral bekennen.

 

Wenn Worte versagen, müssen die inneren Sinne des Menschen in die Bresche springen.

 

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man den Frequenzabgleich zwischen Hirn und Sprechorgan nicht versäumen.

 

Genies und Idioten sind vermutlich die beiden einzigen Menschengruppen, bei denen man zuverlässig darauf vertrauen kann, dass sie beide ihre Ressourcen voll nutzen.

 

Bringen sich Narren eigentlich auch selbst oder zumindest doch andere Narren auch zum Lachen?

Das absurde Theater zwischen Regierung und Opposition in Wahlkampfzeiten ist zu manchen Zeiten reif für den Satirepreis.

 

Wir wären unser komplettes demographisches Zukunftsproblem auf einen Schlag los, wenn wir nicht wie paralysiert auf Blutfettwerte und Übergewicht starren, sondern endlich einmal unsere eigene Dummheit absenken würden.

 

Mittels der eigenen Begeisterung einen Stoiker zu begeistern, gleicht dem Versuch, eine Wüste ohne Wasservorrat zu durchqueren.

 

Wer einem geschriebenen Wort nicht vertraut, obschon es doch schwarz auf weiß niedergelegt ist, hat vermutlich schon heftig viel mit juristischen Interpretationen im Leben zu tun gehabt.

 

Rollt der Geist mit einer Lawine schwerer Gedanken durch den Kopf, droht nicht selten eine Kernschmelze zwischen den ungekühlten Synapsen.

 

Fragmente nächtlicher Albträume sollte man nicht schon zum Frühstück als Waffe gegen den Partner einsetzen.

 

Staunen ist die Kunst
der feinen Beobachtung am Außergewöhnlichen, das
im Durchschnittlichen steckt.

 

Das eigene Lebensziel mit den Lebenszielen anderer Menschen zu vergleichen, ist ähnlich sinnvoll, wie Sonne und Mond gleichschalten zu wollen, nur weil sie uns beide am Himmel als hell erscheinen.

Volksdummheiten aus der Vergangenheit,
die niemand je korrigierte, nennt man
imLaufe der Zeit: Tradition.

 

Alle Menschen sind Schauspieler, auch wenn die Bühnenreife bei den meisten dabei sehr zu wünschen übrig lässt.

 

Ob sich Adverbien oder Präpositionen
endlich einmal gegen die Substantive,
die immer das Sagen haben wollen, gewerkschaftlich organisieren, damit
ihre Rechte im Satz gestärkt werden?

 

Nicht nur der Mut ist eine Seelenkraft, sondern auch die Angst, die zum Motor für mutiges Verhalten werden kann.

 

Man fragt sich: Hat der Staat ein Hirn
und wenn ja, warum versteckt er es denn schamhaft vor seinem Volk?

 

Glaubt man nicht an die Verwirklichung seiner eigenen Träume, sollte man sich nicht darüber wundern, wenn diese ihn beleidigt meiden.

 

Pseudo-moralische Mäntelchen bieten keine adäquate Bekleidung fürs Paradies.

 

Der Mensch steht zur Technik wie das Vieh zum Futtertrog; allzu große Abhängigkeit kann tödlich enden.

 

Speckringe um den Bauch sind ein untrügliches Signal, dass dem Appetit zu viele Freiheiten eingeräumt wurden.

Risiken mit möglicherweise tödlichem Ausgang lohnen sich dennoch auszuprobieren, wenn das Wissen darüber wichtiger ist als das eigene Überleben.

 

Zwischen wissendem Schweigen
und unwissendem Schweigen
pendelt der Intelligenzquotient
eines Menschen oft unentschieden
zwischen den Fronten hin und her.

 

Geiz gräbt seine Spuren nicht nur
in Bilanzen, sondern vor allem auch
in Gesichter und Gemüter.

 

Ich bin noch immer ich,
aber mehr als je zuvor und werde,
wenn ich sterbe, ein noch größeres Ich sein. Vielleicht einmal so groß,
dass ich dann jedes Du geworden bin.

Wer sich Gedanken über die Gedankenlosigkeit macht, schafft letztere durch dieses Tun ab.

 

Was moralisch, unmoralisch, amoralisch oder moralinsauer ist, entscheidet allein das ausgeprägte Feingefühl eines zur Differenzierung befähigten Individuums.

 

Reiter setzen sich auf ein Pferd,
Pferdewetter setzen auf ein Pferd,
Trojaner setzen sich in ein Pferd,
während sich das Pferd
nicht hinsetzen will.

 

Wühlen emotionale Wogen den schlammigen Urgrund des eigenen Unterbewusstseins auf, erscheint an der Oberfläche endlich auch
einmal der ansonsten versteckte Schmutz.

 

Wikipedia als großes weltweites Gemeinschaftswerk wird vermutlich nur von einem Werk einmal übertroffen werden können: Vom ungeschriebenen Lexikon des
Ungesagten und Unsagbaren.

 

Wenn Ideen aus dem Schwarzen Loch
der Ahnungen kriechen und nach Aufmerksamkeit rufen, sollte man sie
zunächst einmal vertrauensvoll ins Helle
neuer Gedankenüberlegungen ziehen,
statt sie im Sack der alltäglichen
Überforderung allzu schnell zu entsorgen.

 

Wer nach unten tritt und nach oben lächelt, disqualifiziert sich keineswegs nur nach unten!

 

Worte sind die Hilfskrücken, wenn man nicht mehr in den Augen des Gegenübers das Wesentliche lesen kann.

Um ein Sachverständigengutachten zu prüfen, braucht es noch bessere Sachverständige, die das Gutachten sachlich, verständig, verständlich und vollständig in der Sache neu bewerten.

 

Ob die Automatisierung des Menschen
auch die Individualisierung von Maschinen beschleunigt, muss noch abgewartet werden.

 

Weil sich das Gehirn gern als Boss im Menschen aufspielt und das Herz dabei zu dominieren versucht, verursachen flaue Gefühle in der Magengegend Durchfall angesichts
dieses fatalen Irrtums.

 

Nimmt man den Begriff der Ver-zwei-flung mathematisch genau, ist man zumindest
mit sich selbst in diesem Zustand nicht
so ganz allein.

 

Es ist ein selbstloser Schritt der Angst, wenn sie beschließt, sich selbst zu überwinden und sich damit auch selbst abzuschaffen.

 

Für Todeskandidaten, deren Schuld letztlich zweifelhaft ist, könnte man den Galgen ja einfach tiefer hängen, damit sie nicht wirklich baumeln müssen.

 

Verstehen wir erst einmal, wie der eigene Partner tickt, warum er überhaupt tickt, und nehmen wir dann noch sein Ticken als authentischen lebendigen Anteil wahr, haben wir beste Chancen auf Minimierung unnötig lästiger Missverständnisse.

 

Dass die Totenruhe
nicht gestört werden darf, hat doch für alle Toten etwas sehr Beruhigendes.

 

Menschen, die für sich selbst denken, an sich selbst denken und überhaupt selbst denken sind der Horror eines jeden Umfrageinstitutes, vor allem in Wahlkampfzeiten.

 

In jenem Augenblick, in dem ich mich selbst in meinem Feind erkenne, bekämpfe ich einen Teil meines eigenen Wesens.

 

Die Frucht der Brut wird bestimmt
durch die Qualität der Zelle!

 

Große Gedanken werden deshalb oft nur durch kleine Honorare entlohnt, damit der kleine Honorarempfänger am Ende nicht auch noch so groß wird, wie sein Geist es bereits ist.

 

Versteht man einen Witz nicht, muss es nicht immer der Witz sein, der dabei der Dumme ist.

Tut man für seine eigenen Wünsche auch das Rechte im richtigen Augenblick, nähert sich die Wunscherfüllung dem Wünschenden schneller als man glaubt.

 

Die unkonkrete Angst vor der Angst an sich, ersetzt vielen Menschen die konkrete Angst vor was auch immer.

 

Die erfolgreich angestachelte Gier nach mehr und mehr Konsum und das gleichzeitige Verschwinden der menschlichen Wertschätzung werden uns einmal besonders teuer zu stehen kommen.

 

Droht eine neue wissenschaftliche Erkenntnis die Welt auf den Kopf zu stellen, wird sie häufig nur dosiert der Öffentlichkeit zugemutet, damit sich eine erträgliche Anpassung an die zu erwartenden Konsequenzen vollziehen kann.

Antikriminalität wird in einer Parallelwelt
mit der Höchststrafe geahndet.

 

Verbrechen in der Großfinanz unterscheiden sich von den Verbrechen im Kleinkriminellen-Milieu meist nur vom Strafmaß des Richters in der jeweils umgekehrten Richtung.

 

Die Natur ist die Künstlerin,
aber der Mensch der Erkennende!

 

Beginnt man mit dem Analysieren
der eigenen Gedanken, sollte das
Herz-Kreislauf-System stabil sein.

 

Die in jedem Kopf vorhandene
Hirnmassesagt noch lange nichts
über ihre Funktionstüchtigkeit aus.

Autoren mit einem ordentlichen Mangel an Fantasie nennt man: Sachbuchautoren.

 

Das Pendel der Uhr warnt die Zeit jede Sekunde vor der Ewigkeit, die sie zu schlucken droht.

 

Nur für diejenigen, die auch wirklich tief genug fallen, lohnt sich doch letztlich ein Sprungtuch.

 

Zukunft kann nur dann geschehen, wenn die Gegenwart höflich zur Seite tritt, ihr Platz macht und sich selbst in die Vergangenheit verabschiedet.

 

Späht jemand heimlich über den Zaun des Wahnsinns zum Nachbarn herüber, entdeckt er vielleicht dort einen Spiegel, aus dem er sich bedrohlich selbst anschaut.

Ein Universum ist erst dann ausreichend perfekt organisiert, wenn auch Brillen und Schlüssel endlich kapieren, wo sie zu liegen haben, wenn man sie wieder einmal
Hände ringend sucht!

 

Das Gehirn spielt sich zwar gern als Chef im Menschen auf, stößt aber schnell an seine Grenze, wenn es um so etwas Schlichtes wie ein Verdauungsproblem im Körper geht.

 

Machen Politiker in Wahlkampfzeiten neue soziale Versprechen, so kommen sie damit
nicht selten so warmherzig herüber,
wie ein gezogenes Stilett.

 

Erst auf dem Höhepunkt der Einsamkeit befindet sich der Raum, an dem man sich selbst in reinster Form begegnen kann.

Versucht jemand Wortkargheit mit Einsilbigkeit niederzumetzeln, hat er noch keine blasse Ahnung vom messerscharfen Schwert der Stille.

 

Revolutionäre Forderungen haben in Zeiten friedlicher Gestimmtheit die Kraft einer Fehlzündung.

 

Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit sind oft das Zünglein an der Waage, wenn eine Sache auf Messers Schneide steht.

 

Begierden aller Art haben nicht selten die Angewohnheit, ähnlich gemein auf der Lauer zu liegen wie spitzzahnige Gartenharken, die man irgendwo zwischen hohem Unkraut vergessen hat.

Ungesunde und falsche Gedanken wirken wie infektiöse Keime, die ganze geistige Landstriche lahmlegen können.

Eine Bitte ist dann gut vorgetragen,wenn der andere versäumt, aus lauterSchock nach dem »Warum?«zu fragenund sie stattdessenschnell und widerspruchslos erfüllt.

 

Moderne Wanzen legen ihre Nistplätze besonders gern in Machtzentralen an.

 

Die Freiheit des Appetits setzt sein Ja oder Nein höchst kreativ beim Wiegen ein.

 

Scheinheilig blickende Augen bergen manchmal schwarze Sonnen, die für den Augenblick betören können.

 

Der gute Wille allein ist noch keine Garantie für die Sinnhaftigkeit einer Sache oder ihren Erfolg beim Denken und Handeln.

Sind Roboter erst einmal in die UN-Menschenrechtscharta aufgenommen und beginnen sie, sich gewerkschaftlich zu organisieren, sollten wir Menschen über neue Aggregatzustände unseres eigenen Seins dringend nachdenken.

 

Wer Grenzen niederreißt, zerstört die Lebensgrundlage der Schmuggler.

 

Da Reinkarnierte
viele Lebensläufe besitzen,
nehmen sie es mit den Details
oft nicht so genau.

 

Solange die Spezies Mensch feindliche Gedanken hegt, wird sie auch weiterhin zu Abrüstungsverträgen wegen beständiger Aufrüstung genötigt sein.

 

Wer sich an irdischen Frauen übersättigt hat, sehnt sich nach einem himmlischen Engel.

 

Die kurzen Beine der Lügner sind von Vorteil beim Verkriechen vor der Wahrheit.

 

Wringt man Bücher geistig aus, bleiben oft nur ein paar Tropfen geistiger Substanz von echtem Wert zurück.

 

Die Chance, heiliggesprochen zu werden, wächst mit dem Maß des öffentlich zelebrierten Martyriums durch die Presse.

 

Jedes Ideal hat seine eigene geistige Strömung.
Sie zeigt sich aufgrund ihres Fließcharakters auf der Werteskala der Menschheit mal reißend und mal steht sie kurz vor ihrer eigenen Austrocknung.

Was soll denn noch der Boden unter den Füßen, wenn man sich eh von der Schwerkraft lossagen wollte.

 

Wer keine Aktien besitzt, braucht sich auch nicht vor Börsenschwankungen zu fürchten.

 

Wahlprogramme ohne Finanzierungssicherung sind zu vergleichen mit durchgelegenen Matratzen bei Wirbelsäulenschäden.

 

Ist die Seele des Menschen der Weizen und sind die Körper die Spreu, dann ist der alles überschauende Geist eine Art universelle Schrotmaschine.

 

Erfinder betrügen die Menschheit um ihren eigenen Fortschritt, wenn sie ihre Ideen nicht wenigstens ausprobieren.

Die Begeisterung für einen Menschen dämpft sich automatisch Richtung Permafrost, wenn man ihn erst einmal genauer kennen lernt.

 

Wer die Kunst der freien Rede perfekt beherrscht, kann sein verwöhntes
Publikumnur noch mit einem plötzlichen Redemanuskript überraschen.

 

Untergewicht ist der Protest gegen eine Lust, auf die man nun einmal keine Lust verspürt.

 

Was sich nicht auch in sein Gegenteil verkehren lässt, ist im Dualismus nicht wirklichkeitsgemäß.

 

Weil man Bleibendes oft nicht den eigenen Kindern fürs Leben verpassen kann, hofft man so sehr auf passende Enkel.

Wer Überflüssiges überflüssig nennt,
sollte sich mit dem Wesen der Maßlosigkeit näher beschäftigen.

 

Im homöopathischen Giftschrank der Weisheit liegt auch das Schlangengift der Lüge,
das in der rechten Dosierung
zur Wahrheit führen kann.

 

Zweifeln ist eine unverzichtbare Form
von Intelligenz, die sich noch nicht so ganz
für die Richtung entscheiden mag!

 

Sind Entscheidungen im Stress so schnell zu treffen, dass nicht einmal einen Augenblick für eine mögliche Reue bleibt, setzt man sich der Gefahr aus, sich selbst auf dem Zeitaltar als Opfer zu bringen.

Die Fäden, an denen die Marionetten des Staatsapparates lebenslang kleben, sind aus wertstabilen Alterspensionen gewebt.

 

Eine Reihe schlechter, aber dennoch gut verkaufter Bücher steht häufig deshalb
auf Bestsellerlisten, weil man ihre Qualität
ja nicht vor dem Kauf, sondern erst
nachdem Lesen erkennt.

 

Die Menschheit vermehrt sich auch deshalb
so rasch, weil Frauen und Männer nicht mehr ausreichend lange fröhlich miteinander
im Bett kommunizieren können.

 

Wer Spuren sucht und dabei die eigenen
nicht sofort auch wieder verwischt,
rennt am Ende sich lebenslangselbst
hinterher,ohne sich je zu erreichen.

 

Die Wirklichkeit schlägt dann die Fantasie um Längen, sofern man sich nur für das Erleben des real Absurden zur Verfügung stellt.

 

Manche Gedanken haben solch starke elektrische Impulsenergie, dass diese zu einem globalen Flächenbrand ausarten können.

 

Wer das Zitat »Man stirbt nur einmal« in die Welt gesetzt hat, zeigt einen eklatanten Mangel an Reinkarnations-Erfahrung.

 

Der richtige Zeitpunkt für eine Sache sollte nach dem ersten Gefühl auch die Kontrolle eines zweiten Gedankens passieren!

 

Die Angst sucht sich ihre Wohnstatt
in jenen Menschen, die ihr eine Kammer
in ihrer Seele einräumen.

Wenn Leute, die nicht für ihren Humor
bekannt sind, plötzlich scherzen, ist Gefahr
im Verzug im Hinblick auf ihre
Zuverlässigkeit und Kontinuität.

 

Die Zeitspanne zwischen einer Sekunde
und der nächsten ist völlig unerheblich
in ihrer Dauer, wenn sie allein von der Gefühlsqualität dominiert wird –
wie z. B. von Liebe oder Angst.

 

Widmen sich bedeutsame Menschen plötzlich still und leise nicht bedeutsamen Tätigkeiten, ereignet sich oft das erste Bedeutsame in ihrem Leben, das auch erwähnenswert ist.

 

Menschen, die nicht in der Lage sind,
die Flut ihrer Gedanken zum ordentlichen nacheinander Anstehen zu animieren,
sollten sich nicht darüber beschweren,
wenn sie im Hochwasser des Hirns ertrinken.

Menschen erfinden deshalb so gerne neue Gesetze, weil der kreative Vorgang des Brechens derselben das schöpferische Potenzial so erfrischend beflügelt.

 

Entzündet man sich an seinen eigenen tiefen Gedanken, steht man unter Umständen später verlegen in der eigenen Glut herum.

 

Weil eine gewisse politische Psychopathologie den Nimbus der Normalität hat, wundern sich Bürger ja letztlich auch nur, wenn einmal etwas Gutes beim Regieren passiert.

 

Auf ein emotionales Problem rein rational
zu antworten, ist nur dann auch erfolgversprechend, wenn die Ratio die realistische Handlungsfähigkeit emotional vorher selbst begriffen hat.

 

Reicher Konsum heuchelt uns eine Qualität
des Wohlergehens vor, doch führt sie uns vielleicht in die Sattheit des Verderbens.

 

Das Schicksal prüft jeden Menschen früher oder später anhand seiner Taten, indem er jeden
die Folgen spüren lässt, wenn er seiner Verantwortung dabei nicht gerecht wurde.

 

Schaffen kann jeder. Aber schöpferisch erschaffen kann nur der, der in sich selbst das Göttliche berührt und sich von ihm berühren lässt.

 

Hauchdünn wie Parmaschinken hängt so manche Erkenntnisfähigkeit in dünnen Lappen zwischen schweren Gedanken und pendelt gefährlich in Richtung Trugschluss.

 

Ob man seinen Schatten von vorne oder von hinten einholt, hängt nicht von der Laufgeschwindigkeit ab.

 

Die Geburt der Kunst begann erst nach der Vertreibung aus dem Paradies, da zuvor dort keine kreative Handlungsfreiheit herrschte.

 

Lassen wir uns schnell stark beeindrucken,
so liegt das nicht unbedingt an der Größe
des Eindrucks, sondern oft an der Kleinheit unserer bisherigen Sichtweise.

 

Da Politiker fast nie halten, was sie versprechen, aber uns schenken,
was wir nicht wollen, betrachten wir sie
als familiär zugehörig.

 

Ob wir eine Umgebung als hell oder dunkel empfinden, hängt auch von der eigenen
inneren Strahlkraft ab.

 

Die Aufblähung von Vorstandsetagen
macht Sinn, wenn man sich zukünftig an Verschlankungsbeschlüssen profilieren möchte.

 

Langfristige Partnerschaften bieten
größere Chancen zur Verfeinerung von Lebensinstinkten aufgrund der ständigen Herausforderungen durch den Partner.

 

Wo Gewalt auf dilettantische Weise auftritt, kann sie ihr Unheil durch Verlängerung
noch verschärfen.

 

Anständige Menschen sind manchmal Verbrecher im Wartezustand unterhalb
der Erscheinungsschwelle.

 

Beamte haben zwar kein Streikrecht, aber jede Menge Möglichkeiten, im Falle einer inneren Verweigerung in den enggeflochtenen Maschen des Sozialstaates wohlbehütet zu überleben.

 

Wer die schwierigen Wege im Leben bevorzugt, ist vermutlich zu wenig intelligent und begabt für die leichten Wege.

 

Begreift erst der Mensch einmal,
wie groß der Anteil seines Denkens und Fühlens an seiner Krankheit ist, wird er vor allem zuerst seine Lebenshaltung ändern.

 

 

Fehlzündungen

Nur Brennbare, die durchs Feuer gehen,
sind auch als tapfer zu bezeichnen.

 

Das »Recht des Stärkeren« ging in die Rechtsprechung durch legale Deals
mit der Staatsanwaltschaft ein.

 

Verrückte verhalten sich außerhalb geschlossener Anstalten wie absolut normale Durchschnittsbürger, was den Schluss zulässt, die Grenzziehung zwischen diesen Gruppen toleranter handhaben zu sollen.

 

Je genauer man sich selbst versteht, desto größer wird zunächst der Abstand zum nächsten Mitmenschen, bis das Rund sich später wieder schließt.

Dort, wo ich mir selbst paradox entgegentrete, öffnet sich die Schleuse zum Erleben meiner Ganzheit.

 

Moderne Kannibalen verspeisen ihre Mitmenschen nicht, sondern saugen sie durch Ausbeutung ihrer Arbeitskraft effektiv aus.

 

Ob Henker ein Job fürs »Leben« ist,
ist nicht nur eine grammatikalische Frage.

 

Nur mit einem unbestechlichen Blick erschauen wir in der Mimik unseres Gegenübers die Wirkung unserer eigenen Worte.

 

Weil das Herz links am rechten Fleck schlägt, ist die rechte Seite dieser Tatsache keinesfalls linkisch zu betrachten.

Wenn das Wahlvolk mit den verschiedenen Partei-Programmen ähnlich gut vertraut ist
wie mit den Feinheiten der subatomaren Nuklearphysik, kann politisch nichts mehr wirklich schief gehen.

 

Der Tod ist im Leben für die meisten Menschen so lange bedeutungslos, bis er nicht deutlich fühlbar am eigenen Bett steht und nervös auf die Uhr schaut.

 

Wer Probleme vor allem als Gelegenheiten und Chancen sieht, erleichtert sich die Lösung derselben.

 

Große Träume in kleinen Hirnen bestehen deshalb nicht auf Verwirklichung in der Realität, weil sie ihrem eigenen Träumer misstrauen.

 

Hirn, Herz und Bauch kämpfen oftmals zugleich um die Vorherrschaft im Menschen.

 

Das Gegengewicht zum blanken Unsinn der Welt ist die Sinngebung durch das Individuum.

 

Gute Fotografie kann auf Glück beruhen. Künstlerische Fotografie jedoch beruht auf dem unbestechlichen Auge.

 

Im Schatten der Macht ist oft deshalb so stickige Luft, weil die Tür zum Gegner nicht geöffnet werden darf.

 

Zahlen sind emotional neutral;
auchwenn man sie beliebig kombiniert. Buchstabenkombinationen
jedochsind oft gemein.

Im Kuriosen-Kabinett des Lebens
ist ausgerechnet der Tod der einzige,
der einfach nicht ausstirbt.

 

Staunen bedingt die Fähigkeit des Erkennens des Besonderen im Einfachen, welches durch Schlichtheit dennoch beeindruckt.

 

Der Unterschied zwischen Helden und Feiglingen ist nicht immer das Maß des real aufgebrachten Mutes, sondern oft eine Frage
der zufälligen Anwesenheit der Presse.

 

Es braucht ein rasant arbeitendes Hirn und eine flinke Zunge mit der Schussschnelligkeit einer Maschinenpistole, um mit verbalen Argumenten erfolgreich um den Frieden zu kämpfen.

 

Pralles Leben kann tödlich enden,
wenn die Tristesse damit energetisch
völlig überfordert ist.

 

Propheten, denen man nicht glaubt, sind nicht unbedingt falsche Propheten, sondern nur am falschen Platz, zur falschen Zeit, im falschen Volk mit der falschen Botschaft.

 

Entlässt jemand ungelenke Gedanken unzensiert in die Welt, sollte mit einem Bußgeldbescheid für geistige Umweltverschmutzung bestraft werden.

 

Die Unfähigkeit der Leute, visuell auch dasjenige bewusst wahrzunehmen, was sie tatsächlich sehen, ist ein interessantes Phänomen für Psychologie und die Wissenschaft der Optik.

 

Zyklen im Zeitenlauf haben eine tröstliche Komponente für Menschen, weil das Alte und Bekannte nach einer gewissen Zeit wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück kehrt.

 

Der Platzwechsel der Macht läuft oft über Konten, statt übers diplomatische Parkett.

 

Leichtfertigkeit verträgt sich nicht mit der Leichte eines ernsten Spiels.

 

Wer nachts mit den Zähnen knirscht,
hat sie am Tag zu wenig gezeigt.

 

Mit den Floskeln der Alltäglichkeit baggerst du Worte in deine Zeit hinein die den reichen satten Mutterboden deiner Seelensprache ins Schuttloch der Beliebigkeit entsorgen

Verstehen wir unsere Täuschung über die Täuschung und erkennen ihren Sinn, dann haben wir die Täuschung von ihrer Bitternis entkernt.

 

Die Verbannung ist ein Ort, wo einer sein muss, der woanders unerwünscht ist, während er dort, wo er gern erwünscht sein möchte, aber nicht den Status des Verbannten erhalten kann.

 

Die Fähigkeit zum Tarnen, Tricksen und Verstellen, ohne dabei von Gewissensbissen gequält zu werden, hat sich der Mensch vom Tier abgeschaut.

 

Der schlechte Mensch ist erst dann richtig gut im Schlechtsein, wenn er keine halben Sachen mit seinen krummen Dingern macht.

 

Jene Ereignisse bekommen am
Ende des Lebens wahres Gewicht,
die nicht mit dem falschen Gewicht
von vergänglicher Oberflächlichkeit
belastet sind.

 

Selten begangene Irrtümer sind in ihrem Wert ähnlich einzuschätzen wie Sonderbriefmarken in kleinster Druckauflage.

 

Wild entflammt für den Euro, begierig auf goldenen Schein, lädt die Illusion des Machbaren, auf die Fahrt zur finalen Talsohle ein.

 

Vieles, was der Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen dient, ist deshalb noch nicht vermarktbar, weil es einfach zu gut
und zu früh war für seine Zeit.

Nichts tönt nachhaltiger im Ohr als das Ende eines Musikstückes, das man gerne immer weiter hören möchte.

 

Vor seinem eigenen Schatten wegzulaufen, ist ebenso töricht, wie hinter ihm her zu rennen oder zu versuchen, ihn an die Wand zu nageln.

 

Kunst kann missbraucht werden und heilen. Sie einzusetzen und der Welt zu schenken bedarf eines lauteren Charakters, der wissen sollte, was er tut.

 

Die Nachahmungsmanie eines Schattens scheint zwanghaft zu sein.

 

Gleiten schöne Ereignisse wieum
die Zeit herum, hat sich eine besondere Glückskonstellation in den Raum gestellt.

Das Seuchenpotenzial des »Mean World Syndroms« beschleunigt sich in Wirtschaftskrisen besonders rasant.

 

Erreicht die bilaterale Verständigung der Völker einmal ein Maß, das dem des bilateralen Warenverkehrs vergleichbar ist, erübrigen sich teure militärische Bündnisse.

 

Wer eine Paradoxie als absurd einstuft, zeigt jedermann klar damit auf, dass er ihrem Sinngehalt noch nicht gewachsen ist.

 

Eine Begegnungsqualität hängt nicht
allein vom anderen Gesprächspartner ab.

 

Verschlüsseltes und Verschleiertes erweitert sich durch die Fantasie des Zuschauers, der sich damit neue Wirklichkeiten schafft.

Mythen, Märchen und Legenden erwärmen unser Herz auch deshalb so sehr, weil hier niemand auf Wahrheit oder Beweise besteht.

 

Ob Schweigen dumm oder intelligent ist, zeigt sich auch an der Mimik des Schweigenden.

 

Nur der eigene Charakter entscheidet darüber, ob man bei bösen Taten ein gutes, ein schlechtes oder gar kein Gewissen hat.

 

Drängelt die Zukunft allzu schnell in die Gegenwart hinein, sollte diese weit ihre Pforten öffnen, damit die Zukunft schnell zur Vergangenheit wird.

 

Das Urteil »Lebenslänglich« ist der größte Betrug am Gefangenen, sofern er dann doch kurz noch vor dem eigenen Tod entlassen wird.

Unseren Lebenskomödien sind auch deshalb Fäden von Tragik eingewebt, weil wir Sorge haben, dass zu viel Lachen am Ende noch den Ernst des Fortschritts untergräbt.

 

So manche massive Verteidigung ist ein versteckter Angriff, der zuvor eine listige rhetorische Untermauerung hatte.

 

Geistesabwesende Blicke sind keinesfalls Indizien dafür, dass die Ganglien verstopft sind, sondern können darauf hindeuten, dass in den Synapsen gerade wieder neu Anlauf zum nächsten tiefen Gedanken genommen wird.

 

Die dunkle Seite des Lebens ist die Pflicht,
die man tut, obschon man sie nicht einsieht.
Die helle Seite des Lebens ist die Pflicht,
die man tut, weil man sie liebt.

 

Unsere Wahrnehmung von Tiefe und Höhe wird nicht nur durch den Blickwinkel über Länge und Breite mit beeinflusst, sondern auch durch die eigene Kleinheit oder Größe sowohl im Innen wie im Außen.

 

Wenn alles zwei Seiten hat, muss man sich fragen, ob sich nicht die restlichen Seiten-Zahlen diskriminiert fühlen, weil sie nirgends in Erscheinung treten dürfen.

 

Wer beim vielen Denken nicht rechtzeitig den 6. Gang einlegt, sollte sich nicht wundern, wenn es zum Getriebeschaden im Frontallappen kommt.

 

Umstürzler, die sich an die Macht putschen, tragen im Zukunfts-Gepäck häufig auch schon ihren eigenen tiefen Fall.

 

Das Leben ist vor allem dann voller Spannung, wenn man sich seiner eigenen multiplen Anteile nicht nur bewusst ist, sondern sie auch kreativ einsetzt.

 

Wenn sich der Zwerg zum Riesen reckt,
der Riese in der Klemme steckt,weil sich
sein Knie nicht beugen kann,zum
tapferen kleinen Zwergenmann.

 

Sterben will genauso gekonnt sein wie Leben.

 

Der Weg der Gradlinigkeit ist ein dünnes Seil auf dem breiten Weg alternativer Möglichkeiten, die sich nicht ständig von moralischen Bedenken blockieren lassen.

 

Wer Wind sät, erntet keinesfalls immer Sturm, sondern oft nur Trockenheit.

Die Träume einer Nacht sind wie gestapelte Matroschkas, dessen oberste Puppenfigur
das kurze Nickerchen in der Mittagpause symbolisiert.

 

Vor dem ernsthaften Versuch einen Gedanken querzudenken, sollte man seinen Verstand erst einmal gründlich aufwecken.

 

Der Mangel an Fantasie kommt nur dann kultiviert herüber, wenn sich eine sehr dumme Ausrede wenigstens vornehm anhört.

 

Der Einzelne verhält sich zur Masse wie die Bombe zum Detonationsergebnis.

 

Individuen leiden unter ihren eigenen
kleinen Irrtümern heftiger als ganze Nationen unter den kollektiven großen.

Reife Früchte, die man nicht erntet,
verfaulen nicht nur an Bäumen,
sondern oft auch in Hirnkammern.

 

Ob man unter seinem Gewicht leidet oder nicht, hängt auch davon ab, ob man in Sachen Selbstbewusstsein eher ein Schwer- oder ein Leichtgewicht ist.

 

An manchen Fotos klebt der Blick länger,
als die Augen Argumente dafür haben.

 

Die Wirkung von Würde ist viel zu zweifelhaft, um sich ihrer in brenzligen Situationen zu bedienen.

 

Wer nicht mit seiner Zeit Schritt halten kann, sollte einen Anschlag auf die Unruh der Uhr erwägen.

Buchstaben, die in einem Alphabet noch
nicht vorkommen, entziehen sich offenbar
nochdem Sprachempfinden der
betreffenden Volksgruppe.

 

Ein Albtraum freies Nachtleben haben
zumeist nur jene Menschen, die sich den
realen Albträumen des Alltags bereits
am Tag offen stellen.

 

Weil wir so vieles nicht verstehen,
behaupten wir oft stur das Gegenteil und verzichten großzügig auf den Nachweis
unserer Behauptung.

 

Neunmalkluge Menschen sind vor allem für eine besondere Intelligenzleistung zu loben: Wenn sie es schaffen, irgendwie bis zu ihrer eigenen Verwirrung vorzudringen.

 

Die größte Apokalypse sind nicht die sich häufenden Katastrophen in der Welt sondern sie steht unter dem Zeichen einer mangelnden Erdenliebe die in Dummheit gealtert ist.

 

Beim Schlendern durchs eigene Innenleben begegnen wir manchmal Gedanken, die sich laut darüber beschweren, bisher keine Beachtung erhalten zu haben.

 

Auf den hitzigen Debatten meist erfolgloser Klimakonferenzen nützt zur Abkühlung der Gemüter nicht einmal ein Schlückchen letztes Gletscherwasser.

 

Würden sich die klugen Gedanken aller Menschen zusammenschließen, wäre zwar die Welt gerettet - doch wozu, wenn es dann nichts mehr an ihr zu verbessern gäbe?

 

Lernt man Worte und Sätze über Kommunikationsinhalte hinaus zu begreifen,
ist man nicht nur sprachlich im Vorteil.

 

Es ist günstig, den Mund erst dann zu öffnen, wenn das Gehirn bereits die richtigen Worte gefunden hat, das Herz sie abgesegnet hat, und Lippen und Zunge sich nicht gerade im Mittagsschlaf befinden.

 

Da sich unsere multiplen Anteile ständig um die Vorherrschaft im Ich streiten, geht die Hauptperson oft leer aus.

 

Weil sich die Lüge meist angenehmer an den Menschen heranzuschleichen beliebt als die oft unangenehme Wahrheit, wird die Lüge auch häufiger benutzt.

 

Wer das böse Tier in sich unterdrückt,
mästet es nur noch mehr in seiner Boshaftigkeit.

 

Regierungen, die ständig Euphemismen verwenden, verbergen die realpolitische Wirklichkeit hinter den Worten.

 

Wände existieren so wenig wie Werte, wenn man erst einmal die Beschränkungen der Konventionen im Kopf bei Seite lässt.

 

Ratlosigkeit, die erste Spuren von Verzweiflung trägt, ist motiviert, sich selbst zu überwinden.

 

So manches, was der Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen dient, ist deshalb nicht vermarktbar, weil es zu perfekt war für seine Zeit.

Die Stärke eines unabhängigen Bewusstseins zeigt sich unter anderem auch daran, ob es schon wagt, über die Grenze des eigenen Kopfes hinaus zu schweben oder sicherheitshalber noch ein wenig in der Warteschleife der linken Hirnkammer haust.

 

Wer die Menschen mit all ihren Schwächen liebt, ist zumeist sehr unerfahren im konkreten Erleben dieser Tatsache.

 

Der fromme Entschluss, mit dem Partner endlich Tacheles zu reden, stärkt enorm, wenn man vorher mit sich selbst Tacheles geredet hat.

 

Die Intelligenzia eines Volkes wird deshalb niemals kriegsmüde werden, weil sie sich persönlich klug vor Kriegen zu drücken weiß und dazu noch komfortable Geschäfte damit macht.

Dankbarkeit ist eine unökonomische Tugend, wenn der Nehmende von Natur aus geizig ist.

 

So lange Leben noch stirbt, ist Leben noch nicht als Leben geboren, sondern treibt als Dämmerfötus in den Grenzen der Raumzeit.

 

Gefühle, die durch Beine und Becken fahren, ohne vorher das Gehirn auch nur zu berühren, sind geeignet, Chaos beim Partner anzurichten.

 

Das Unterbewusstsein ist der stumme Türsteher zum Unbewussten, während sich das Gewissen als lauter Quälgeist des Bewusstseins entpuppt.

 

Umgarnung eines Vorgesetzten kann
zum peinlichen Knäuel respektloser Anbiederung verfilzen.

Wer die Erfahrung des Sturzesnoch braucht, sollte tüchtig an seinem Ast sägen,
auf dem er sitzt.

 

Ist die Fantasie schon entfesselt,
tut die Vernunft gut daran,
nichtauchnoch aus den Schranken
ihrer Möglichkeiten auszubrechen.

 

Die Unzuverlässigkeit von Wähleraussagen
vor einer Wahl hat einen Grad von Freiheit erreicht, dem man endlich mit gesetzlichen Sanktionen begegnen sollte.

 

Verfolgungswahn könnte seine Ursache auch darin haben, dass man zu viel Misstrauen
gegen sich selbst hegte und gezwungen war, sich selbst zu verfolgen.

 

Wer alles nur oberflächlich betrachtet, erspart sich den Blick auf die verschmutzte Unterfläche.

 

Diktatoren, die sich demokratisch benehmen und wählen lassen, betrügen ihr eigenes Volk um einen wahren Despoten.

 

Fehlen einem Schriftsteller die Worte, sollte er seine Berufsbezeichnung überdenken!

 

Menschen, die nach umfassender Transparenz streben, ist nicht anzuraten, sich vor lauter Ehrgeiz nur noch von Glas zu ernähren.

 

Was man im Kopf nicht zur Verfügung hat, lässt Hände und Beine etwas mehr schaffen.

 

Die Nichtigkeit ist vom Nichts noch so weit entfernt, wie das Jein vom Nein.

 

Kommt sich der Mensch selbst sehr nahe,
wird er oft von schierem Entsetzen
über den bisherigen Irrtum seiner
eigenen Person gepackt.

 

Wie ist es eigentlich mit dem Schwangerschaftsabbruch eines
Gedankens geregelt und wo wird die Fehlgeburt einer Idee bestattet?

 

Die Konsequenzen, die aus Korruptionssümpfen gezogen werden,
ist oft nur eine gesteigerte Raffinesse
beim nächsten Betrug.

 

Den menschlichen Körper einzukerkern,
mag ja angehen; aber wie bringt man
diese Vergitterung ins Hirn?

 

Weil der Finanzadel zum eigenen Überleben das kleine Volk in großen Massen benötigt, hat die große Masse des kleinen Volkes in seinen Ausbeutern zugleich die besten Beschützer.

 

In Zeiten des rasanten technischen Fortschritts ist zu fragen, ob eher Maschinen oder eher Menschen schneller zum alten Eisen gehören.

 

Der durchschnittliche Nicht-Wähler nimmt sein Wahlrecht deshalb nicht wahr, weil er die zur Wahl stehenden Abgeordneten für zu durchschnittlich hält.

 

Wird jemand tief gehasst, so muss er auch dafür eine entsprechende Leistung erbracht haben; denn Hass wird nicht einfach so zum Nulltarif verschenkt.

 

So wie die Flüsse der Erde nicht über die Ufer treten, um die Städte neugierig zu erforschen, betreten Vorstände auch nicht die Werkhallen, um realistische Arbeitseindrucke zu sammeln, sondern haben dort dann in der Regel einen Pressetermin mit Foto-Shooting.

 

In Momenten verdichteter Verwirrung sollte man von wichtigen Analysen Abstand nehmen.

 

Nur den dankbaren Menschen eine Hilfe zu erweisen, ist spirituell gesehen unökonomisch, weil es dabei dann ja an Herausforderungen
für den Gebenden mangelt.

 

Wahre Künstler können die innenwohnende Schöpferkraft des Erhabenen im Kunstwerk nach außen sichtbar machen.

 

Wer sich vom Leben ständig ausgebremst fühlt, sollte seine Geschwindigkeit zum Lebensziel hin gründlich hinterfragen.

 

Entscheidungsträger ohne geschliffenes Denkvermögen sollten sich dauerhaft mit einem gewieften Juristen verbünden, der ihnen zugleich als Pressesprecher dient.

 

Weil das durchschnittliche Niveau unserer Politiker dem Niveau des durchschnittlichen Wahlvolkes entspricht, dürfen sich nur die über- und die unterdurchschnittlichen Wähler über das Ergebnis beschweren.

 

In Zeiten der Totalüberwachung dürften sich die Fragen nach einem Alibi erledigen.

 

Stimulierende Gegenargumente können dazu führen, dass die Ursprungsargumente von den ehemaligen Befürwortern nun vehement verneint werden.

 

Bis zu dem Grad, wo man Kunst noch erlernen kann, ist es noch keine Kunst. Kunst beginnt erst jenseits der Grenze der Erlernbarkeit.

 

Verdachtsmomente ohne Beweise sind so unbrauchbar wie Eunuchen ohne Harem.

 

Fragezeichen, die unschlüssig undirritiertim Raum herumstehen,kann manmit Spekulationenzumindest vorübergehend beruhigen.

Zwei Feinde zu haben ist deshalb besser als nur einen zu haben, weil es die eigene Bedeutung steigert und die scheinbar eigene Gefährlichkeit nach außen erhöht.

 

Verschwindet das Meer aus seinem Bett,
ohne an anderer Stelle auf der Erde wieder aufzutauchen, dann hat der Klimawandel
nach der Eisschmelze der Pole eine erste Sommerpause mit Trockenperiode eingelegt.

 

Je mehr Bürger unter Steuerlasten
ächzen,umso elitärer die Gruppe,
die ihre Gewinne daraus generiert.

 

Rücksichtslose Menschen schlagen sich
weder mit Vorsicht noch mit Nachsicht
herum, womit sie mangelnde Weitsicht zeigen, die wiederum kurzsichtig ist.

 

Verlebtes Leben schenkt an seinem Ende
keine gute Erinnerung, sondern windet sich wund im eigenen Irrtum.

 

Sei wirklichkeitsgemäß und behaupte
den Kaiser nackt, wenn er es ist!

 

Zuverlässige Freunde in der Not, sind so sicher, wie in Hungerszeiten das Brot!

 

Spieler haben auch deshalb die besseren Karten im Leben, weil sie im Zinken geübter sind.

 

Manche Menschen sind so unscheinbar in ihrem Sein, dass man sich fragt, ob sie schon die Grenze des Potenziellen bereits überschritten haben – oder ob wir uns sie nicht schlicht und einfach nur einbilden.

Der Gipfel der Verlogenheit sind treu schauende Augen eines Lügners, denen man weder einen Gegenbeweis noch einen Zweifel entgegenzubringen vermag.

 

Die größte Ressourcenverschwendung
auf der Erde findet im ungenutzten Raum
des menschlichen Hirns statt.

 

Nach der neuen Arbeitszeitverordnung hat das Nachdenken über die eigene Tätigkeit mit dem Stempeln der Stempelkarte unverzüglich auszusetzen.

 

Dreht man vorhandene Fakten in neue Richtungen und hat den Mut,sie auf den Kopf zu stellen,ergeben sich die Lösungen oft von der gegenüberliegendenSeite der Betrachtung aus.

 

Die wahrhaft gefährlichen Löcher in Staatszäunen werden nicht von Schmugglern geschnitten, sondern von Doppelagenten.

 

Es gibt Formen von Schönheit, die ihre Wesenhaftigkeit durch die Patina eines unauslöschlichen Schmerzes strahlen.

 

Hat jemand gewisse Ansichten
und tut diese mit Absicht nicht kund,
verstärkt er damit die Aussicht auf
eine ziemliche Unübersichtlichkeit
seiner Persönlichkeit.

 

Das Leben vergeht?Nein!
Das Leben bleibt,der Tote vergeht.

 

 

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(c) Christa Schyboll, 2017